Ausgabe 
(22.3.1915) 68. Zweites Blatt
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Missionen aus den kleinen all die Zeichnungen der ersten Anleihe übertroffen worden sind.

worden.(Lebh. Beifall) Die Nachrichten dten und vom platten Lande zeigen, daß über

Ich glauf daher, sagen zu können: Die Zeichnungen wer den sicher 1 die siebente Kkktarde hinein 5(Lebh. Beifall.) Wir haben also in den 1 Jahren des Krieges elf bis zwölf Milliarden aufgebracht. Damit sind wir den Engländern, die allein in Vergleich kommen können, um vier bis fünf Milliarden im Vorsprung.(Beifall.) Das ist eine Bekundung der ungebrochenen und nicht zu brechenden wictschaft⸗ lichen und finanziellen Kraft Deutschlands, eine Bekundung des entschlossenen Willens 1 sanzen Bevölkerung, den Krie unter allen Umständen durchzuhalten. Diese Bekundung wir man überall hören bei Freund und Feind, mögen unsere Feinde auch ihre Ohren und Augen auch noch so sehr verschließen. Größer als die Milliarden selbst ist aber der Geist, aus dem heraus sie auf⸗ 8 worden sind, der unbedingte Entschluß des deutschen

olkes, den Krieg durchzuhalten bis zum endgültigen glücklichen Erfolge.(Lebh. Beifall.)

Der Etat wird erledigt.

Der Etat für das Reichseisenbahnamt.

Abg. Schwabach(Natl.): 8 weist auf die gewaltigen Leistungen der deutschen Eifenbahnen jetzt im Kriege hin.

Pröfident des Reichseisenbahnamts Wackerzapp

dankt für die Anerkennung. Das Zufammenwirken der Eisen⸗ bahnverwaltungen mit den Militärbehörden hat sich durchaus

bewährt. Der Post⸗Etat.

Berichterstatter Abg. Meyer⸗Herford(Natl.): Es ist erfreulich, daß die Bauten der Postverwaltung auch jetzt im Kriege fortgeführt werden Das liegt im Interesse des Mittel. standes. Der Beamtenschaft gebührt Dank für ihren Opfermut.

Staatssekretär Kraetke:

Dieses Lb der Beamtenschaft nehme ich sehr gern entgegen. Die Beamten waren durchaus bestrebt, ihr Bestes zu

Die Anerlennung des Reichstages wird ihnen eine große

ugtuung sein.

Der Stat wird erledigt, ebenso die noch übrigen Etats und das Statsge setz.

Darauf läßt der Präsident um 8% Uhr bis 5% Uhr eine Pause eintreten.

reichen.

Prüfident Dr. Kaempf erössnet die Sitzung wieder um 5 Uhr 90 Minuten.

Das Gesetz über die Ausgabe von Reichs kassenscheinen und Reichs baninoten zu 10 Mark wird in zweiter Lesung unverändert angenommen

Das Haus bertagt sich auf 6 Uhr: Kleine Vorlagen, das Mandat Wetterles. Dritte Lesung des Etats.

Schluß 5 Uhr 35 Minuten.

Die neue Sitzung.

Präsident Dr. Kaempf eröffnet die neue Sitzung um 6 Uhr.

Der Auslieferungsvertrag mit Paraguay wird in dritter Lesung angenommen.

das Mandat Velterles.

Die Ge schã dnungskommission beantr das Mandat erledigt zu Aren 5 15** Berichterstatter Dr. Müller Meiningen(Bp.):

Ich bitte Sie, den Antrag einmütig anzunehmen. Ich be⸗ . mich auf den Antrag, das Mandat für Rappoltsweiler ür erledigt zu erklaren.

Das Mandat wird einstimmig für erledigt erklärt. Es folgt die dritte Lesung des Reichskontrollgesetzes.

Berichterstatter Abg. Roland-Lücke(Natl.):

Es handelt sich um die Regelung des Reichshaushalts von 1915 bis 1919. Das erwartete neue Wietschaftsgeseb konnte in⸗ folge des Krieges nicht sertiggestellt werden. 5

Das Gesetz wird verabschiedet, ebenso das Gesetz über die Aus gabe der neuen Reichskassenscheine zu 10 Mark.

Drilte Lesung des Clas.

Abg. Scheidemann(Soz.):

Namens der sozialdemokrati ei hal Erklärung abzugeben: Die Gründe, die für uns maßgebend waten, den Aiegeteedsten am 4. August und am 2. mber zuzustimmen, bestehen unverändert fort. Wir haben nach den großen bewundern zwerten Leistungen unserer ruppen und ihrer Führer(lebhafter Beifall) das feste Zutrauen, daß es gelingen wird zu einem ehren- vollen, dauernden Frieden zu kommen.(Erneuter Beifall.) Zur Bekräftigung unseres festen Willens, dieses Ziel im Verein mit unserem ganzen Volke zu erreichen, werden wir dies mal dem Etat unsere Zustimmung geben(Stürmischer Beif.)

Abg. Graf Westarp(Kons.):

Im Auftrage meiner Partei muß ich mit Bedauern feftstellen. daß in der Hege der soizaldemokratischen Fraktion eine aus d iche Mißbilligung der Vorgänge von heute vormittag nicht enthalten gewesen ift.(Sehr n. rechts. Unruhe und S0 lin 105 Psi. 153 be. als 1 K. 2 vormittag au* ne 1 4 10 fader 10 8 d Generalfelsiageschal von ge · richtet hat(Widerspruch b. d. Sog), dem 1 0 Ostpreußen Ostpreuzen so vieles verdankt.(Beifall.) Die Zustimmung zum Etat, der die neuen Kriegskredite enthält, ist eine einfache flicht eines jeden Mitgliedes dieses Hauses.(Zustimmung rechts, Un⸗

ruhe links.) Niemand würde es verstehen, wenn jemand dem Valerlande die Mittel vorenthalten wollte, deren es bedarf.(Zu stimmung.)

Abg. Bassermann(Natl.): f

Namens meiner Fraktion habe ich folgende Erklärung ab⸗ zugeben: Nachdem mit der zweiten Lesung in die 3 des Etats am heutigen Tage ein schriller Mißton gekommen it durch den Zwischenfall, den auch wir beklagen und dessen ausdrückliche Mißbilligung auch wir gewünscht hätten, sind wir um so erfreuter, daß auch diese Tagung mit einer einheitlichen Kundgebung für unsere Führer und unser Heer und mit dem Ausdruck des festen Vertrauens auf den Sieg abschließt.. Bei. fall.) Die Bewilligung des Etass durch den ganzen 8 einschließlich der sozialdemokratischen Fraktion, halten wir für ein Ereignis, bor dem der heutige Vorfall zu rüdtreten muß.(Lebhafter Beifall.) Aus diefer einstim⸗

migen Bewilligung des Etats mögen un inde den festen Willen des deutschen Volkes entnehmen, au ertingen. (Lebhafter Beifall.)

Abg. Fischbeck(Vp.):

die Stellungnahme meiner zu dem

Sevistened Me etag Wir halten es nicht für n r

12 dar au n um so mehr, als

die o Volle

über die Einmüligleit des dent 2 s beseelt.(Lebhafte Zustimmung.)

Abg. Scheidemann(Soz.): 5 a

N g e wake 5 unsere Jrakti. 1 L 21 8 1 8

Parte habe ich elgende

Die Bemerkungen des Abg. Grafen Westarp über den Abg. Lede⸗ baur find unrichtig, denn aus dem Stenogramm geht dervor, daß der Abg. Ledebour fein Wort gegen Hindenburg gesagt hat, sondern daß er ihn vielmehr sehr gelobt hak. (Sehr richtig! b. d. Soz.) Ich habe neulich schon erklärt, daß wir den Vorwurf der Barbarei gegen unsere Truppen, ganz gleich von welcher Seite er auch kommt(lebhafter Beifall), mit aller Entschiedenheit zurückweisen.(Erneuter lebhafter Beifall.)

Reichsschatzsekretär Dr. Helfferich:

Ich kann Ihnen mitteilen, daß die seit heute vormittag ein⸗ gegangenen Ergebnisse über die Kriegsanleihe meine Er⸗ wartungen bestätigen. Wir können mit Sicherheit darauf rechnen, daß auch die siebente Milliarde überschritten wird.(Lebhafter Beifall.) Einzelne Resultate werden Sie interessieren. Das ganze Land war an der Aufbringung dieser Mittel beteiligt. Für Berlin war die Zahl bei der letzten Kriegsanleihe 900 Mil⸗ lionen, diesmal sind es 1500 Millionen.(Beifall.) Hamburg, das durch die Einstellung des überseeischen Handels besonders in Mitleidenschaft gezogen ist, hat das letzte Mal 215 Millionen aufgebracht, diesmal 315 Millionen.(Beifall.) Dresden brachte das letzte Mal 86 Millionen, dieses Mal 269 Millionen.(Beifall.)

Hier ist also die Steigerung ganz enorm. Ungefähr ebenso ist es bei Stuttgart. Das letzte Mal wurden hier 74 Millionen auf⸗ gebracht, dieses Mal 245 Millionen.(Beifall.) In Hannover war das Ergebnis der ersten Anleihe 72 Millionen, der jetzigen Anleihe 200 Millionen.(Beifall.) In Breslau, das wie die ganze Prodinz Schlesien durch den Krieg stark zu leiden gat, wurden das erstemal 36 Millionen, dieses Mal 197 Millionen auf⸗ gebracht, für München sind die Zahlen 109 Millionen und 195

illionen, Münster in Westfalen ist gestiegen von 78 auf 176 Millionen. Von den Städten, die mit am meisten bedroht und belastet sind, ist Danzie von 30 auf 54 Millionen in die 125 gegangen, Königsberg von 18 auf 53 Millionen.(Lebh. Beifall.) und Straßburg von 13 auf 34 Millionen.(Lebh. Beifall.)

Das Ergebnis ist derart, daß ich sagen kann, der Kredit von 10 Milliarden, den Sie uns bewilligen wollen, ift von dem ganzen deutschen Volke genehmigt.(Beifall.) Dieser Kredit ist nicht nur genehmigt, sondern durch das Ergebnis dieser zweiten Kriegs⸗ anleihe ist bereits ein ansehnlicher Teil der zehn Milliarden⸗ Kredite effektiv gedeckt. Ich glaube, Sie können mit Beruhigung und gutem Bewußtsein von dieser Tagung die Gewißheit mit nach Hause nehmen, daß wir in dem uns aufgedrungenen Hungerkriege auf die wohlgeordnete und festgefügte deutsche Volks⸗ und Finanzwirtschaft vertrauen können, ebenso wie wir gegenüber den feindlichen Heerscharen, ob weiß oder farbig, auf das gute deutsche Schwert vertrauen können, die wir in allem auf unser gutes reines Gewissen, auf unser gutes Recht und auf die unzerstörbare Kraft des deutschen Volkes vertrauen.(Lebh. Beifall.)

Abg. Spahn(Ztr.):

Wir haben gestern unseren Dank und unsere Anerkennung unseren Truppen im Felde und unserer Marine zur See aus- gesprochen. Nach den uns soeben gemachten Mitteilungen wäre es undankbar, wenn wir nicht auch aussprechen sollten, daß die Zurückgebliebenen ihre Schuldigkeit gegen das Reich vollauf ge⸗ tan haben. Wir werden durchhalten mit Gott, für Kaiser und Reich.(Beifall.)

Bei der Gesamtabstimmung wird der Etat vom ganzen Hause, mit Einschluß der sozialdemoktatischen Fraktion, angenommen. (Lebh. Beifall.)

Damit ist die Tagesordnung erledigt.

Präsident Dr. Kaempf:

erbitte die Ermächtigung, am 1. April 1915 einen Kranz am Denkmal Bismarcks niederlegen zu dürfen.(Lebhafter Bei⸗ fall.) Der hundertste Geburtstag des Schöpfers des neuen Deutschen Reiches zeigt die Einigkeit des ganzen Reichstages und des ganzen deutschen kes. Dieser Tag soll nicht vorübergehen, ohne daß ein Lorbeerkranz davon Zeugnis ablegen soll, daß wir alle der Größe Bismarcks eingedenk find. Wir heute inmitten eines Weltkrieges denten seiner großen Taten, seiner Persönlichkeit und seiner Verdienste um deulschen Geist und deutsche Kraft. (Lebhafter Beifall.)

Meine Herren, wir sind am Ende unferer arbeitsreichen Ta⸗ ung. den Beratungen der verstärkten Budgetkommission und ier im dag ist weithin sichtbar für das deutsche Volk, für unfere Feinde und für die ganze Welt von neuem der unerschütter⸗ liche Willen und die Einmütigkeit des deutschen Volkes zum Aus⸗ druck r Wir werden nicht ruhen, als bis wir zu einem Ende 2 sind, der den Opfern

i ie das deutsche Volk willig dem Vaterlande bringt.

re feren Soldaten in Heer und Flotte kämpfen unter der

Führun r heldenmütigen Offiziere und großen Feldherren, die

beseelt sind von dem Gefühl der Menschlichkeit vom ersten bis

zum letzten.(Lebh. Beifall.) Mit bewundernswerter Ausdauer

und einem Todesmut, der leine Schwierigkeiten kennt, stehen sie für die Verteidigung des Vaterlandes im Felde.

Der Stärke unserer Heere und unserer Flotte entspricht die Kraft unseres wirtschaftlichen Lebens, en das unsere Feinde ebenso erbittert, aber auch ebenso vergeblich ankämpfen wie gegen unsere W(acht. Die Kraft und die Stärke des deutschen Wirtschaftssebens kommt zum Ausdruck in dem glänzenden Erfolg der Kriegsanleihe. Ein solcher Erfolg war in 5 Geschichte der Finanzen überhaupt noch nicht da.(Lebhafter Beifall.] Das ist ein lebendiger Beweis für die finanzielle Kraft des deutschen Volkes. Durch die Einsicht und Energie der Regierung, die sich da⸗ bei auf eine starte Volksvertretung stützt, konnte unser Wirt⸗ schaftsleben für den Krieg so organ'siert werden, daß es den Stür⸗ men dieses Kampfes gewachsen ist Die Kraft der deutschen Wehr. macht, verbunden mit unserer wirtschaftlichen und finanziellen Stärke, wird uns in diesem harten Kampfe den siegreichen Frie⸗ den bringen, der einer starken Kulturnation von 70 Millionen Menschen gebührt. Diese Stellung werden wir verteidigen auch gegen eine Welt von Feinden.(Lebh. Beifall.)

i e ee i alser erordnu i dum 18. Mai vertagt wird.* 5

Präsident Dr. Kaempf:

Wir kren s mit dem Rufe: Sei der deutsche RR Haus stimmt dreimal ein.).

Schluß 67 Uhr.

Aus Stadt und Land. Gießen, 22. März 1915. Amtliche Personalnachrichten.

Ruhestand verse Volksschule zu

an. Das Ehrenze wurde verlieben an Gustav Mayer, Friedri

Die Großherzog vom 1. März 1915 an in den

zu Bankbuchhaltern bei dieser Bank vom 1. Februar und 1. April

*

Die Groß- l hat am 19. März d. J. die von der Stads verordneten ersammlung zu Darmstadt am 18. März 1915 vorgenommene Wahl des bisherigen besoldeten Beigeordneten Ferdiuand Ekert 9 Darmstadt und die Wiederwahl des bisherigen unbesoldeten eigeordneten Rentners Friedrich Schmitt zu Darmstadt zu un⸗ besoldeten Beigeordneten der Haupt- und Residenzstadt Darmstadt auf die Dauer pon 6 Jahren bestätigt, den Oberlehrer an der Ober- realschule zu Mainz Prosessor Wilhelm Schleußner auf sein Nachsuchen wegen geschwächter Gesundheit, unter Anertennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. April 1915 in den Ruhestand versetzt und ihm die Krone zum Ritterkreuz erster Klasse des Verdienstordens. Philipps des Großmütigen verliehen, den Finanzaspiranten Georg Ludwig Bauer aus Fürth i. O. zum Revisor bei der Brandversicherungskammer ernannt. In den wurde am 13. März d. Is. die Lehrerin an der ainz Marie Faber auf ihr Nachsuchen, unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste, vom 16. März 1915 ichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren Ußner, Heinrich Straub III. und e Schlörb II., sämtlich zu Schotten. n hat am 18. Februar d. Is. den Ober⸗

bahnassistenten Karl Wilte. Darmstadt auf sein Nachsuchen uhestand versetzt. Am 16. März

d. Js. wurden die Gehilsen bei der Landes- Hypothekenbank Justus Fischer aus Darmstadt und Heinrich Henkel aus Gießen

d. J. ab ernannt. Ain gleichen Tage wurde der Gehilfin bei der Landes- Hypothekenbank Jobanna Flint die endgültige Anstellung vom 1. April d. J. ab verliehen.

* Seltenes Jubiläum. Gelegentlich der Hauptprobe der vereinigten Gesangvereine am 18. März in der Oberrcal⸗ schule nahm Prosessor Trautmann Veranlassung, Herrn Schlossermeister Martin Dörr in herzlichen Worten zu dessen langjähriger Tätigkeit als Sänger zu beglückwünschen. Herr Dörr blickte an diesem Tage auf eine 26lährige Tätigkeit als Präsident der Bürgergesellschaft zurück. In dieser langen Zeit hat er nicht allein den Wechselgang des hier allseits beliebten Vereins mit durchlebt, sondern lieh ihm auch seine ganze Kraft, wofür ihn das Vertrauen der Mitglieder immer wieder an die Spitze des Vereins berief.

* Unsere Feld post in Wort und Bild. Heute abend veranstaltet der Zweigverein vom Roten Kreuz Gießen in der großen Aula der Universität einen Lichtbilder vor⸗ trag über das ThemaUnsere Feldpost im gegen⸗ wärtigen Weltkriege. Der Redner dieses bereits in Nord⸗ und Süddeutschland stets mit großem Beifall des Publikums auf⸗ genommenen interessanten Vortrages ist Postassistent Hans Engel aus Dortmund. Er wird auch hier im Interesse des Publikums und der Soldaten die ganze Bearbeitung und Beförderung der Liebesgaben von der Einlieferung bis zur Aushändigung an die Truppenteile in Wort und Bild vorführen. Dabei wird er dem Publikum zahlreiche Winke und Ratschläge geben, die er nach eigenen Erfahrungen gesammelt und zusammengestellt hat. Der Ueberschuß der Veranstaltung ist für wohltätige Zwecke des Vereins vom Roten Kreuz bestimmt. 5

Landkreis Gießen. K

m. Hungen, 21. März. Wachtmeister Mathes, der hier 6 Jahre stationiert war, wurde mit Wirkung vom 1. April d. J. nach Nieder⸗Olm versetzt. Nur ungern sieht man den beliebten Beamten von hier scheiden. An seine Stelle kommt Wachtmeister Beinhoff von Boden⸗

heim hierher. Kreis Alsfeld.

h. Alsfeld, 21. März. Der vielgejagte und ost verkannte Fuchs soll wieder zu Ehren kommen. Da man im Kreise Als⸗ feld für das kommende Jahr eine Mäuseplage befürchtet, regt das Kreisamt ein allgemeines Abschußverbot für den Fuchs an. f U

Kreis Schotten.

O Vom Hoherodskopf, 21. März. Samstag, 27. März d. Is. findet die hundertjährige Gedenkfeier der Geburt unseres eisernen Kanzlers, des Fürsten Bismarck, auf den Hoherodskopf statt. Mit einbrechender Dunkelheit wird auf dem Bismarckturm auf dem Taufstein ein Feuer abgebrannt werden. Hieran schließt sich ein Kommers im Klubhaus auf dem Hoherods⸗ kopf. Die Festrede wird Herr Prof. Altendorf von Gießen

halten. Kreis Friedberg. a

Butzbach, 21. März. Die erste Brot maren ver⸗ teilung hat am Freitag und Samstag in den einzelnen Be⸗ zirken stattgefunden. Das von der Stadtverwaltung eingeführte System hat sich gut bewährt, und das Geschäft wickelte sich bei allen Verteilungsstellen rasch ab. Innerhalb der Stadt waren 6 Ausgabestellen eingerichtet. Die Listen, in denen die Ausgabe der Brotmarken vermerkt wurde, waren von der Bürgermeisterei vorbereitet worden. Die Erhebung der Kartoffelvor⸗ räte am 15. März 1915 hat ergeben, daß in unserer Gemeinde noch 4700 Zentner Kartoffeln vorhanden sind. Am 15. März waren hier nach der stattgehabten Schweinezählung noch 87 Schweine vorhanden. Auf die zweite deutsche Kriegs⸗ anleihe wurden von der Stadtverwaltung für die Gemeinde Butzbach 10 000 Mk. gezeichnet. 5 Kreis Wetzlar.

h. Wetz har, 21. März. Der Tyyhus, der in den letzten Wochen in der Stadt eine Reihe von Erkrankungen verurfachte⸗ ist vollständig erloschen.

Hessen⸗Nassau.

] Marburg, 20. März. In der trotz des Krieges von 47 Schülern besuchten landwirtschastlichen Winterschule sand heute unter Leitung des Landwirtschaftslehrers Müller, der den im Kriege weilenden Direktor Schlicht vertritt, die öffentliche Schluß prüfung statt. Von den Schülern stummen 27 aus dem Kreise Marburg, 12 aus dem Kreise Kirchhain, 5 aus] dem Kreise Frankenberg und je einer aus den Kreifen Fritzlar, Bieden⸗ kopf und Melsungen. Seit Bestehen der Anstalt wurde diese von 886 Schülern besucht.

de Frankfurt a. M., 21. März. Daß ein Strafgefangener seinen Aufenthalt im Gefängnis zum Ausplündern ein im Flur aufgestellten Sammelbüchse benutzt, ist kein alltägliches Erlebnis. Im A Strafgefängnis Preungesheim hat der 20 jährige Arbeiter Richard Römer das Kunststück fertig gebracht und die dabei erbeuteten 20 Mark sogar noch aus dem Geianams geschmuggelt. Die Strafkammer verurteilte ihn für den Streich zu 15 Monaten Gefängnis.

h. Bad Homburg v. d. H., 21. März. Ein etwa 45jähr. Mann wurde in dem Augenblick abgefaßt, als er in der katholischen Kirche den Opferstock beraubt hatte und sich mit dem ziem⸗ lich erheblichen Betrage entfernen wollte. Der Dieb flüchtete, wurde aber nach längerer Verfolgung ergriffen und verhaftet. Er will Matthias Scheuering heißen und aus Offenbach sein. In seinem Besitze hatte der Mann noch mehr als 300 Mark.

h Bad Homburg v. d. H., 21. März. Das Landrats⸗ amt des Obertaunuskreises ordnete bis Ende März das Abschlachten sämtlicher Schweine an, die älter als ein halbes Jahr sind. Die Besitzer, die ihre Schweine nicht voll⸗ ständig aus den im eigenen Haushalt vorkommenden Abfällen durchzuhalten vermögen, sind verpflichtet, auch die unter sechs Monat alten Schweine und die Ferkel abzuschlachten. Im Weige⸗ rungsfalle werden zwangsweise Schlachtungen vorgenommen. Von der Schlachtung ausgenommen sind nur Zuchttiere.

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DSS HH HH.8ͤ Kleine Cageschronit. DieDresdener Nachrichten schreiben: Oberbürgermeister

Beutler entschloß sich, insolge nervöser Erschöpfung, die sich schon seit längerer Zeit, namentlich aber unter den hochgesteigerten An⸗ strengungen seit Ausbruch des Krieges in schmerzhasten Beschwerden bemerkbar gemacht, die auch durch wiederholte Erholungen auf längerem oder kürzerem Urlaub nicht zu beheben gewesen sind, das Amt als Oberbürgermeister Dresdens niederzulegen. Das Ent⸗ lassungsgesuch ist beim Rat bereits eingegangen.

Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. 2 2 2 2 228 22 8 3 28 3 E 8 März 9 4 8. 8 33 8 25 75* 1016[8 88* 5 S 8. S& 22 425 752.9 6,7 5,0 68 SW 2 3 Sonnenschein 21.0 754.2 15 4,7 87 WSW. 2 1[Bew. Himmel 22. 4 464,5 2,3 3,6 92 still stillT 0 Sonnenschein

Höchste Temperatur am 90. bis 21. März 1915= 8,8 C0. Medrigsie ni, e Nlederschlag: 0, mm.

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