Ausgabe 
(20.3.1915) 67. Erstes Blatt
Seite
120
 
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der Stadt

des Sa d die jedoch selbst im Verhältnis zu den

hen Schweinepreisen für den Verbrauch zu hoch. Nach . Aussprache wurde beschlossen, mit der Beschaffung Fleisch⸗Dauerwaren noch zu warten.

Hessen⸗Nassau. 5

Marburg, 19. März. Eine besonders in Handwerker⸗ kreisen bekannte Persönlichkeit, der Schreinermeister Friedrich Bang, ist nach längerer Krankheit gestorben. Der Verblichene, der neun Jahre der bessischen 1 1 ndwerkskam mer angehörte, war Magistratsmitglied und Vorstand verschiedener Vereine.

X. Hanau, 18. März. Der Direktor des Hanauer Stadt- theaters Adalbert Steffter hat bekannt gegeben, daß gegen die Einlieferung von 30 Mk. Gold zum Austausch gegen Papier- oder Silbergeld an der Theaterkasse eine Freikarte zum Besuche einer Wochentagsvorstellung verabfolagt werden würde. Der Erfolb war überraschend groß, so daß die Theaterkasse in die Lage ver setzt worden ist, bei der Reichsbank bereits 3000 Mk. in Gold ab

liesern zu können.

10 Hanau, 20 März. Da eine größere Anzahl der mit Schl des laufenden Schuljahres zur Entlassungkommen⸗ den Schüler und Schülerinnen der Volks- und Mittelschulen während des Krieges einem bestimmten Berufe nicht zugeführt werden kann, haben das Kuratorium der Milelschulen und die re dem Schulbesuche der nicht mehr schulpflichtigen Kinder unter der Voraussetzung zu⸗ gestimmt, daß die Väter oder die gesetzlichen Vertreter der be⸗ treffenden Kinder sich verpflichten, letztere mindestens ein halbes Jahr oder wenigstens bis zur Aufnahme eines bestimmten Berufes regelmäßig zur ule zu schicken.

. Frankfurt a. M., 19. März. Geheimer Kom⸗ merzienrat Ludo Mayer hat dem ersten deutschen Un⸗ terseeboote, das ein englisches Kriegsschiff oder Trup⸗ pentransportschiff vom heutigen Tage ab 5 2000 Mark, oder das ein lsschiff zerstört, 1000 Mark ge⸗ stif tet. Dasselbe gilt vom ersten Zeppelinluftschiff. Das Reichsmarineamt nahm die Stiftungen an.

h. Bad Homburg v. d. H., 18. März Alter von 81 J. starb hier am Mittwoch der Geheime Justizrat Heinrich von Langen. Mit dem Oerstorbenen scheidet der älteste noch im Amt befindliche Richter Deutschlands aus dem Leben.

ustizrat von Langen feierte im vorigen Jahr sein 60jähriges Di 1 1854 trat er in Königstein in nassauische Dienste: seit 1874 wirkte er am hiesigen Amtsgericht.

Kartoffel⸗ und Schweinebestand in Gießen.

Wie wir kurz vor Druckle es Blattes erfahren, hat die Aufnahme des Kartoffelbestandes in der Stadt Gießen einen Gesamtvorrat von 29 000 Zentnern er⸗ geben, während bei der Schweinezählung 543 Schweine gegenüber einem Bestande von 722 im Juni vorigen Jahres festgestellt wurden.

Vermischtes.

Fliegen ohne Flugzeug. Den Anziehungspunkt des VBergnügungsparkes der eben eröffneten Weltausstellung von San Franzisko bildet dasAeroskop getaufte verankerte Luftschiff. Aeroskop hat man dieses verankerte Lustschiff genannt, das nach der Beschreibung desIron Age einem gewaltigen Karussell ähnelt, von einer Größe, wie es bisher noch nirgends gebaut worden ist, sind doch nicht weniger als 300 Tonnen Stahl dazu nötig gewesen. Auf einem steinernen Unterbau von 20 Meter Durchmesser liegt eine kreisförmige Schienenbahn, auf der ein turmähnliches Eisengerüst rotiert. In 20 Metern Höhe besitzt dieser Turm eine große Stahlachse, um die sich ein gittersörmiger Arm in senkrechter Richtung auf und ab bewegen kann. Dieser Arm ist auf der einen Seite gegen 60 Meter lang und trägt am Ende eine zweistöckige Kabine, in der 120 Personen auf Sitzplätzen Unterkunft finden können. Nach der anderen Seite ist er sehr kurz, doch wird hier durch ein Gewicht von 225 Tonnen, das je nach der Besetzung der Kabine noch reguliert werden kann, ein Gegen- gewicht ie so daß der Arm sich in ungesährem Gleichgewicht befindet. ie man mit diesemverankerten Lustschiff fliegt, ist nun leicht zu erraten. Das Turmgerüst wird in leichte Drehung versetzt. Sofort steigt die mit Menschen besetzte Kabine infolge der Zentrifugalkrast. In diesem Augenblicke beginnen zwei durch 15-pferdekrästige Maschinen angetriebene Propeller sich in Be⸗ wegung zu setzen und die Kabine noch höher zu heben, indem sie gleichzeitig die Drehungsgeschwindigkeit des Armes immer mehr beschleunigen. Bald schwebt die Kabine 20 Meter hoch über den Häusern der Ausstellung dahin und die Insassen können sich mit einiger Phantasie einreden, daß sie eine Fahrt in einer Zeppelin⸗ Gondel machen.

Frankfurt a. M., 18. März.(W. T. B. Nichtamtlich.) Das am 31. Oktober 1914 beendete Geschäftsjahr der Adlerwerke vorm. Heinrich Kleyer, A.⸗G. zu Franksurt a. M., schließt nach Rückstellung eines Betrages von 500 000 Mk. für Kriegsrisiko mit einem Reingewinn von 4048 605,95 Mark, einschließlich 537 008,51 Mk. Vortrag aus dem Vorjahr(i. V. 4 151 326,83 Mk., einschließlich 548 979,40 Mk. 1 ab, wobei die Abschreibungen mit 1933 351,99 Mk.(i. B. 1979 003,35 M.) die Handlungsunkosten mit 1 496 898,83(i. B. 1541 760,05) abgesetzt und dem Deleredere- Konto 30 000 Mk., wie seit Jahren, zugeführt sind. Der Aussichts- rat hat beschlossen, der auf den 14. April ds. Is. einzuberufenden Generalversammlung der Aktionäre die Verteilung einer Divi- dende von 17 Proz. auf das diesmal vollberechtigte Grundkapital von 13 Millionen Mark(im Vorjahre 25 Proz. auf 8 Millionen und 124 Proz. auf 5 Millionen) vorzuschlagen. Er beantragt serner, die Zuwendung von 300 000 Mark an den Unterstützungs⸗ fonds für Beamte und Arbeiter mit Rücksicht auf die erhöhten An⸗ forderungen, welche die Fürsorge für die Familien der im Felde Stehenden stellt, von 100 000 Mark an den Pensionsfonds der

Beamten und von 40 000 Mark an den Fonds für Wohlsahrts⸗ einrichtungen, beides wie im Vorjahr. Für den Wehrbeitrag sind

arkillerie fort, Bäalich mehr als 1000 Granntheschosse auf untere belagernden Truppen zu schleudern, die dadurch taglich Verluste

35 000 Mark und für Talonsteuer 10000 Mark zurückzustellen. Der erleiden

nach Abzug der satzungs- und vertragsmäßigen Tantiemen ver- bleibende Reingewinn von 564 938,45 Mark soll vorgetragen werden. Der bisherige Verlauf des neuen Geschäfsjahres war durchaus befriedigend.

Aleine Cageschronil.

Der Senior der schwäbischen Journalistik, Dr. Wilhelm Lang, von 1860 bis 1904 Redakteur des Schwäbischen Merkur, Versafter zahlreicher geistreicher Schristen, istim Alter von 82 Jahrn gestorben. a

Durch anhaltenden Schneefall bei 2 Grad Kälte sind in Berlin seit Freitag vormittag erhebliche erkehrsstörungen aufgetreten. Der Schneefall dauert fort. Auch aus dem übrigen Norddeutschland wird starker Schneefall bei Kältegraden gemeldet.

Meseorologssche Beobachtungen der Stalon Gleßen.

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2 r 85. 19. 20 730,0] 5,5 4,1 60 WSW. 6 Sonnenschein 19. 9% 785,8 0,8 4,3 10[WNW 6 Schneegestöber 20. 7 44,6 1,5] 3,2 79. Sonnenschein

Höchste Temperatur am 18. bis 19. März 1915 6,87 C. Niedrigste 18, 10. 10915 2 10. Niederschlag: 0,2 mm.

Amtlicher Wetterbericht. Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 21. März 1915: Zunehmende Bewölkung, trocken, etwas wärmer, südwestliche

Winde.

Letzte Nachrichten.

*

Der Riesenerfolg der neuen Kriegsanleihe.

Berlin, 20. März. Wie dieTägl. Rundschau hört, wird das Ergebnis der neuen deutschen Kriegsanleihe in Fachkreisen auf mindestens, sechs Milliarden Mark geschätzt.

Die schweren Verluste der Engländer. 8

Rotterdam, 20. März. DieTimes veröffentlichen den Brief eines englischen Stabsarztes, in dem es heißt: Tag und Nacht Peheg uns Verwundete zu. Alle Spitäler sind überfüllt. Ich behandelte innerhalb zwei Tagen mindestens 200 Offiziere.

Die versenkten englischen Panzerschiffe.

Berlin, 20. März. Der BerlinerLokalanzeiger schreibt: Von den beiden vernichteten englischen Linienschiffen vor den Dar⸗ danellen istIrresistible 1895 fertig geworden, nachdem es schon ein Jahr vorher bewilligt worden war,Irresistible ist 122 Meter lang, 22,9 Meter breit und hat einen Tiefgang von 8,1 Meter. Das Deplacement beträgt 15 240 Tonnen. Die Ma⸗ schinen, welche 15000 PS entwickeln, geben dem Schiff eine Ge⸗ schwindigkeit von 18 bis 18,3 Seemeilen. Der Besatzungsetat be⸗ trägt 760 Mann. Vom Irresistible⸗Typ sind bereitsFormidable (1898 fertig geworden) undBulwark(1899 fertig geworden vernichtet worden so daß von den Schiffen dieses Typs nur n fünf übrig sind Das zweite durch die Türken in den Dardanellen vernichtete englische Linienschiff vom TypAfrica ist 1905 fertig geworden. Das vernichtete iff ist das zuletzt erbaute diefer Klasse. Es ist 129,5 Meter lang, 23,8 Meter breit und hat einen Tiefgang von 8,2 Meter. Das Deplacement betrug 16 610 Tonnen und die Maschinen, welche 18 000 PS entwickelten, gaben dem Schiff eine 5 chwindigkeit von 18,5 Seemeilen. Der Besatzungsetat betrug

Mann.

Amsterdam, 20. März. Der englische Marineminister gibt die Namen von 23 getöteten und 37 verwundeten Mannschaften bekannt, die in der Nacht des 13. März an Bord des KreuzersAmetyst in den Dardanellen getroffen wurden.Times melden, daß die Verluste desAmetyst durch das Feuer verborgener türkischer Batterien verursacht wur⸗ den, welche den Kreuzer auf kurze Entfernung trafen. Die Verluste beschränken sich hauptsächlich auf das Personal des Maschinen⸗ raumes. Das Schiff hat im übrigen an Gefechtswert nicht ein⸗ gebüßt. Nach privaten Meldungen aus nicht englischer Quelle liegt dieAmetyst schwer beschädigt vor Tenedos. Das Schiff weist auf beiden Seiten Löcher von verschiedener Größe auf. Drei Granatschüsse haben den Oberbau getroffen. Ueber und unter Wasser wird an der Ausbesserung fieberhaft gearbeitet.

Die jüngsten Schiffsverluste vor den Dardanellen.

Athen, 20. März.(WTB. Nichtamtlich) Von unserem Priwatkorrespondenten erfahren wir, daß von dem vor den Dar⸗ danellen gesunkenen französischen LinienschiffBouvet nur 25 Mann und 5 Offiziere gerettet sind..

Paris, 20. März. WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird ge⸗ meldet: Während der Beschießung der Dardanellen am 18. März ist das französische LinienschiffBouvet zum Sinken ge⸗ b. und das französische LinienschiffGaulois außer Gefecht gesetzt worden. Ferner gingen zweienglische Pan⸗ zerschifse verloren. Die Besatzung desBouvet soll teilweise gerettet sein. Die Operationen dauern fort.

Die tapfere Besatzung von Przemysl.

Stockholm, 20. März. Aus Petersburg wird offiziell

Im Abschnitt von Przemysl fährt die Festungs⸗

Clémenceau schimpft.

Genf, 20. März. Clémenceau kanzelt heute in seinem Leibblatte auf das grimmigste gleichzeitig Japan, Italien und die Balkanstaaten ab. Japan habe unter Mithilfe des englischen Korps Bernardyston ein bißchen Tsingtau bombardiert, ohne die eigene Flotte alls stark zu riskieren. Dieser erste Erfolg dünkte Japan hinreichend so groß, daß es durch seine Diplomatie andere Gewinnste einzustreichen beginne. Das feierlich gegebene Versprechen, Tsingtau an China zurückzugeben, habe Japan schnell vergessen. Der Mikado wolle den europäischen Krieg ausnützen, 5 um selber reichlich einzuheimsen. Leider sehe die Entente jetzt über⸗ ö all Nachahmer der schlauen Nipponsöhne: Griechenland verzichte, seinen besten Trumpf auszuspielen, Italien würfele mit Oester⸗ reich. Rumänien setze gleichzeitig auf die schwarze und die rote Karte, Bulgarien wartet ab, wer Sieger bleibt. Um die Gelblinge zu spielen, schließt Clémenceau, braucht man also keine Schlitz⸗

augen zu haben. 3 5 1 Raisuli gegen Frankreich. 5 5

Rotterdam, 20. März. Aus Tanger meldet dieDaily 15 Mail, daß Raisuli sich selbst zum Sultan ausgerufen habe. Die Stämme im französischen Einflußgebiet gehen zu ihm über. Wie erinnerlich, war Raisuli allmählich zu einem der eifrigsten Partei⸗ gänger Frankreichs gemacht worden.

Die Einwirkung des Rücktritts von Venizelos.

Saloniki, 20. März. Hatte sich hier auch die Meinung 1 festgesetzt, Griechenland würde am Kriege gegen die Türkei teil⸗ 5 nehmen, so brachte der Rücktritt des Ministeriums Venizelos doch nur in verhältnismäßigem Umfange Enttäuschung hervor, die 0 übrigens längst einer ruhigen Auffassung der Lage gewichen ist. a Dazu ist zu bemerken, daß das Volk unbegrenzte Vertrauen in den König setzt und einzusehen beginnt, daß Griechenland wichtigere Auf zu erfüllen hat, als sich in Abenteuer einzulassen. Sehr schwer fiel dabei die Haltung der grie⸗ chischen Militärkreise ins Gewicht, welche schon vorher den Standpunkt vertraten(mit geringen Ausnahmen. D. Red.), daß es unklug gewesen wäre, sich an die Seite Englands und Frankreichs zu stellen, um diesen zu helfen, die Dardanellen zu forcieren. Man versuchte, Kundgebungen für den Krieg 50 ver⸗ anstalten, doch erließ die Polizei strenge Weisungen, und so zeigt die Stadt ein vollkommen ruhiges Bild. Es herrscht im allgemeinen Mißtrauen gegen Bulgarien und es hat den Anschein, als ob man in Saloniki daran denkt, gegen Ueberraschungen von jener Seite gesichert zu sein. In Serbien hat der Rücktritt Venizelos, wie aus den aus guter Quelle kommenden Berichten hervorgeht, einen unangenehmen Eindruck hervorgebracht, da man dort das Ein⸗ setzen einer germanophilen Politik in Griechenland befürchtet. Demgegenüber wird hier versichert, daß sich die Haltung Griechen⸗ lands gegenüber Serbien solange nicht ändern werde, als griechische Interessen dabei nicht gefährdet werden. In Serbien herrscht eine sehr ungemütliche Stimmung und die Zukunft regt das Volk mehr auf, als man zugibt. Man möchte gern, daß bald eine Entscheidung

falle. Karthum belagert? J

Rotterdam, 20. März. Wie dieDeutsche Tageszeitung meldet, hat ein hiesiges Großhandelshaus die briefliche Nachricht erhalten, derzufolge Khartum seit Februar von etwa 60 000 Mann aller mohammedanischen Stämme unter dem Oberbefehl eines neuen Mahdi belagert werde. Eine Bestäti⸗ gung dieser Nachricht ist bisher nicht zu erhalten gewesen, doch ser es Tatsache, daß Oberägypten seit ungefähr sechs Wochen von jeder Verbindung mit Unterägypten abgeschnitten sei.(Nach den in der Vossischen Zeitung veröffentlichten Berichten klingt diese Nach⸗ richt durchaus wahrscheinlich. D. Red.)

China und Japan.

Kopenhagen, 20. März.Daily Telegraph mel⸗ det aus Peking, daß die Verhandlungen zwischen Japan und China beständig neue Ueberraschungen bieten. Das Auf⸗ treten der chinesischen Regierung ist bedeutend fester gewor⸗ den, nachdem sie die Mitteilung erhalten hat, daß die Ver⸗ einigten Staaten ein energisches Memoran⸗ dum an Jcpan unter Hinweis auf Bestimmungen Roots im Takahira⸗Vertrag von 1890 gerichtet haben.

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Die Bekanntmachung obigen Betreffs in Nr. 27 des Kreis⸗ blatts vom 19. d. Mts. enthält nicht den Ort der Bekanntmachung Gießen, den 15. März 1915 und die Unterschrift der BehördeGroßh. Kreisamt Gießen. J. V. Hechler. Dies wird hiermit nachgeholt.

Gießen, den 20. März 1915.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

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