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e sweltes Blatt Exschein non mit Ausnahme des Sonntags.
Die„Siehener Famillenblätter“ werden dem er“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Gießen“ zweimal wöcheuilich. Die„Landwirtschaftlichen Zeit⸗ b fragen“ erscheinen monatlich zweunal.
165. Jahrgang
Die neuen Engländer und ihr„Sieg“.
Die— 5 hatten erwartet, daß die neutrale Welt 5 angeblichen„Siege“ bei Neuve Chapelle Beifall und derung zollen werde. Das 1.— ist der Fall. Es t sich heraus, daß es ein Augenb ickserfolg mit sechzehn⸗ cher Uebermacht war und daß die von den Engländern „eingedrückte“ 5 18 des ee 1 durch acer! Verstärkungen bereits wieder genügend gesichert et. Im„Nieuwe Rotterd. Courant“ 125 1275 verwenden nur neutrale Stimmen oder englische Eingeständnisse— wird betont, daß der englische Erfolg bedeutungslos ge⸗ wesen und daß es fragli sei, ob das neue englische Heer eine große Offensivkraft haben werde, denn dazu würden an die Führung zu große Anforderungen gestellt. Das englische Heer erscheine wohl als ein großes Gebäude, aber man müsse daran zweifeln, daß der innere Zu⸗ sammenhang genügend stark 08 und ob es nicht beim ersten Sturm zusammenstürzen werde. Wie groß ist denn jetzt das neue englische Heer, die Schöpfung Kitcheners? Die Amsterdamer„Nieuws van den schreiben in einer Kriegsübersicht, Kitcheners zweite Million sei keinesfalls voll geworden und die vor⸗ 1 drei Millionen dürften ein frommer Wunsch iben. Und wie eine Bestätigung dieser Aufdeckung klingen Lord Kitcheners neueste Eingeständnisse im
englischen Oberhause bei der Beratung der Regierungs⸗ vorlage über die Munitionsanfertigung in den Fabriken. Ki. gibt zu, daß man nicht erreichte, was erwartet
3 4 1— i ee fee 5 die Ver⸗ sorgung der Truppen im ei behindert. Die Vorräte seien ungenügend, die Aufträge mr zum Teil ausgeführt. Kitchener meinte aber in seinem Bekenntnis der Schwäche nicht nur die Munition, sondern auch die Anzahl der Sol⸗ daten: Nur wenn die ganze Nation jetzt mit der Regierung 8 um die Ausrüstung und die benötigten annschaften zu erhalten, könne die Sache gut Hepen, andernfalls wären die Operationen sehr behindert und ver⸗ zögert... Das ist immerhin ein Anfang von Selbst⸗ erkenntnis auf englischer Seite. Vielleicht gesteht Kitchener bei der nächsten Parlamentsverhandlung noch etwas anderes sehr wichtiges und wesentliches ein: den außerordentlichen nicht wieder gutzumachenden Mangel an Aus⸗ dildungspersonal, unter dem die Schaffung des neuen englischen Heeres litt. Deutschland hatte in den früher ausgebildeten Mannschaften in den ausgedienten Unter⸗ offizieren, Sergeanten und Feldwebeln, die in den zahl⸗ reichen zivilen Stellungen sich befinden, endlich in der ge⸗ waltigen Zahl von Reserve⸗, Landwehr⸗ wie Landsturm⸗ 81 ieren einen 8 d* N die ion von Kriegsfreiwilligen, die sich sofort bei Aus⸗ bruch des* zum Eintritt in das Heer gemeldet hat, er in England fehlte das vollftändig. Eng⸗
land at nur Berufsoffiziere, und der Gedanke des Re⸗ serveoffiziers 1 dem landläufigen Engländer ebenso fremd wie unsympathisch. Man kann sich also denken, wie die 1 Mannschaften beschaffen sein muß, mit denen die bündeten jetzt so vergebliche und verlustreiche Versuche machen, um die Deutschen„aus Belgien und Frankrei hinauszutreiben“, und es erscheint wie eine harlekinade im ernsten Kriegsschauspiel, wenn die 2 ische Presse nach immer neuen Gründen für den Mißerfolg t. So wirken die Zuschriften an„Daily Mail“,„Daily elegraph“ und„Times“ erheiternd, in denen wieder das geliebte Fußballspiel für das unbefriedigende Ergebnis der Rekrutierung verantwortlich gemacht wird:„Man kann nur mit aufrichtiger Entrüstung und Besorgnis verfolgen, wie die Vereinigung der Fußballklubs beharrlich alles auf⸗ bietet, um den Interessen unserer Feinde zu dienen. Das ßballspiel ist sicherlich ein ausgezeichneter Sport selbst Kriegszeiten. Allein es gibt keine Entschuldigung die Tatsache, daß Tausende von jungen Athleten von Front zurückgehalten werden, lediglich um zum Gaudium einer unübersehbaren Schar 7 Zuschauer zu dienen, die entweder nicht fähig sind zu ämpfen, oder nicht wert sind, daß um ihretwillen gekämpft werde. Ist es nicht daß die Deutschen uns höhnen, weil wir die Männer
2.85 mütssen, die für ihr Vaterland in die Schlacht
1 gehen? Was soll man aber von denen denken, die ihnen
Deutsche Kriegs⸗ Sängerfahrt.
rüssel wird uns geschrieben: Den deutschen Waffen⸗ kkupierten Lande hat sich jetzt eine Kunsttat würdig an⸗ nur durch opferwilligstes Entgegenkommen aller Be⸗ nröglich war: ein Konzert des Kölner Gürzenich ⸗Chors und Orchesters in der ihnen aus Friedenszeiten wohlbekannten Brusseler„Mon nate“. Beethoven, Mozart,— diese drei als lebendige Symbole deutsch⸗österreichischer Kunstverbrü⸗ derung— dazu Weber und Wagner: ein Meisterquintett, wohl ignet, die Kri⸗ ister wenigstens für Stunden aus den Herzen zu bannen. Tie 1000 Sigplätze des modernen deutschen Begriffen wenig zusagenden Theaterbaus reichten für die musikhungrige Brüs⸗ seler; icht zu, und über dem Abend selbst lag etwas er Premierenstimmung gebreitet. Und war es nicht für die meisten wirklich eine Premiere? Zum ersten Male, f iber Werben derlce burg den gingen lle a n ihrer Wirkung gesteigert durch den hingebungsvollen, streng lichen Ernst der künstlerischen Wiedergabe. Beethovens die ganze Skala der Empfindungswelt durch⸗ ssende nore 3, gab den Auftakt. Dann folgten in ge⸗ Wechsel von Strengen und Zartem zwei geistliche Werke o zarts, darunter das vom Chor sehr fein gesungene„Ave 8 dann Brahms mit dem„deutschen Requiem“, 5. Satz, die Freischügn Ouvertüre und als machtvoll sich steigernder Abschluß naßig· lyrischen cken).
die„Meistersin 4(in 3 ar und dann trat die Zuhörer in Aion, um außer den Haupisolisten, den Damen Vibron und Wolf den Herren Menzinsky und Liszewöly von der Kölner Oper ihren besonderen Dank dem mit Spannung erwarteten Dirigenten Her⸗ F sichere Berchet Wer den. 4 290 5 1 fh 0 2
e n ihm neuen Tonkörper ein sehr gün⸗ stiges Zeugnis aus.
Von der Bühne mögen die Kölner Gäste ein eigenarti Schauspiel erlebt 1 5 5 bens* lex un auch Ein heimische, Mondainen, weniger
als vom Reiz
des galten 1 als ele,. der
bis dbaus schien verschwunden oder went 1 12 Untertönung angenehm gemildert.
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Der kleinlich überladene Goldzierat des] M
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Kreitag, 10. März 1
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.
straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: 51, Schrist⸗ leitung: 112. Adresse sür Drahtnachrichten Anzeiger Gießen.
sie von dieser Pflicht fernzu⸗ einen Berufsspieler F
das Zehnfache bieten, um halten? Jeder Klub, der
verleitet einen tauglichen Rekruten, sich der Stellung zu entziehen, und jener Zuschauer, der sein Eintrittsgeld be⸗ zahlt,* ebensoviel zu einem deutschen Siege bei.“
Die Athleten kommen aber nicht herbei, so sehr auch die Werber locken mögen, und die neuen Pläne Kitcheners werden zusammenstürzen wie Kartenhäuser, weil ihnen die innere Wahrheit und Volkskraft fehlt. England ist im Herbst vorigen Jahres in den größten Krieg aller Zeiten mit einem unzulänglichen Landheer hineingegangen. Erst die deutschen Siege ließen den britischen Kriegsminister ahnen, was alles versäumt worden war. England begann dann während des Krieges zu rüsten, statt vorher. Aber mit Stegreif⸗Militär erdrückt man nicht den preußisch-deutschen„Militarismus“. Man holt sich nur immer wieder blutige Köpfe.
Deutscher Reichstag. 6. Sitzung, 18. März 1915.
andere.— Haus und Tribünen sind gut besucht.
Präsident Dr. Kämpf eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 18 Min. Einige Rechnungssachen werden ledigt.— Auf der Tagesordnung steht die 2. Lesung des Etats. — Der Etat des Reichstags wird ohne Aussprache bewilligt.— Die Etats für den Reichskanzler und die Reichskanzlei sowie für das Auswärtige Amt werden in der Beratung verbunden.
Abg. Bassermann berichtet über die Verhandlungen des Ausschusses, bei denen die Frage der Behandlung der deutschen Kriegsgefangenen besonders behandelt worden sei. Er⸗ hebliche Klagen seren vorgebracht worden über die Behandlung der Gefangenen in Afrika und Rußland. Den Vertretern neutraler Staaten im Auslande seien unbeschränkte Kredite zur Milderung der Not der Gesangenen zur Verfügung gestellt worden. Des Weiteren weist der Berichterstatter auf die Ausschußberatung über die amerikanischen Waffenlieferungen hin. Einig sei der Ausschuß sich gewesen in der Bewunderung der Tapferkeit von Heer und Flotte(Bravo!) und für den Generalfeldmarschall von Hindenburg(erneutes Bravo!, welcher der russischen Dampf⸗ walze Halt geboten habe i
Staatssekretär des Reichs schatzamtes Dr. Helfferich: Mit dem Antrage, einen Ministerialdirektor im Auswärtigen Amt sowie einen vortragenden Rat in der Reichskanzlei einzusetzen, sind die verbündeten Regierungen einverstauben.
Abg. Scheidemann(Soz.): Alle kämpfenden Völker sehen in dem jetzigen, Kriege einen Existenzkampf. Jede Maßnahme, dazu bestimmt, die Leiden der vom Kriege betroffenen Bevölkerung zu vermindern, wird auch unseren Beifall finden. Ein Rest von Rechts sicherheit muß auch im Kriege erhalten bleiben. Wenn wir als Hunnen und Barbaren bezeichnet werden, so müssen wir uns hüten, Gerüchte über Grausamkeiten unserer Feinde zu verbreiten, denn eine große Zahl von Familien wird dadurch in die größte Unruhe versetzt. Pflicht aller kriegführenden Staaten ist es, die aus den Reihen der Kämpfenden ausscheidenden Gefangenen so zu behandeln, wie es richtig ist und irgendwie gefordert werden Wenn die genen aus Deutschland in ihre Heimat ztrück⸗ kehren, so werden sie eine Saat ausstreuen, die dem Deutschen Reiche eine gute Ernte bringen wird. Die Ausdauer und Tapfer⸗ keit unserer Truppen erregen die Bewunderung der ganzen Welt. 2 Bravo. Auch wir sind ihnen zu unendli kbar⸗ eit verpflichtet. Dieser Dank darf sich nicht erschöpfen in bloßen Worten, wir wollen auch für die Familien der Kämpfer und für die Heimkehrenden, die ihre Gesundheit eingebüßt haben, mit allen Mitteln sorgen. Lebhaftes Bravo.) Den Glauben an die Besiegbarkeit des deutschen Volkes müssen wir zerstören. Zur Kriegführung gehört in erster Linie körperliche und sittliche Kraft, Brot und Freiheit. Die notwendigen Maßnahmen, um die Ernährung des Volkes auch für die letzten Monate vor der Ernte sicher zu stellen, müssen sofort getroffen werden. Die Höchst⸗ preise müssen möglichst niedrig gehalten, die bestehenden Höchst⸗ preise erniedrigt werden. Wir Sozialdemokraten wollen mitarbeiten, auch wenn die Zeit der Kritik wieder kommt, dem deutschen Volke das zu erringen, was es braucht. Was ihm schädlich ist und was sich in dieser Prüfungszeit nicht bewährt hat, hat keine Daseinsberech⸗ tigung.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten. Bei der un⸗ gewöhnlichen Organisationsfähigkeit des deutschen Volkes hätte es nicht vorkommen dürfen, daß es an Kriegsvorbereitungen im Frie⸗ in irgendwelcher Beziehung fehlte. Wenn das Wetterleuchten des Weltkrieges vorüber ist, bricht ein neues Zeitalter an. Wohl herrscht jetzt die Gewalt; das Schwert entscheidet, aber überall wird das Schwert geführt im Namen der Freiheit. Vor dem Ge⸗ wissen der Völker kann der Krieg nur erklärt werden, wenn die Heere für Ehre und Freiheit eines Volkes kämpfen. Leider wurde un⸗ sere Frage, wie die Weiterentwicklung der Volksrechte nach Friedens⸗ schluß geschehen soll, noch nicht beantwortet Vor allen Dingen wünschen wir zurzeit unter Berücksichtigung der militärischen In- Stadt Köln. Sonst, wohin das Auge sah, Soldat en, herab von dem in einer Loge des ersten Ranges thronenden General-Gouver⸗ neur mit seinem Stab bis zum— Landsturmmann oder Kriegsfreiwilligen, der, fest und treu Gewehr zwischen den Knien, den ihn wundersam ergreifenden Klängen lauschte*
*
Aus Walter Cranes Leben.
Walter Crane, der vor einigen Tagen verstorbene bedeutende Maler, Zeichner und Kunstgewerbler, gehört zu den ausländischen Künstlern, die sich in Deutschland besonderer Beliebtheit erfreuten. Seit die erste große Ausstellung seiner Werke 1893 im Berliner Kunstgewerbemuseum stattgefunden, hat sein Schaffen bei uns die größte Anerkennung gefunden und auch die deutsche Kunst beein⸗ flußt. Crane, dieser Romantiker, der für Deutschland, diese Heimat der„blauen Blume“, eine tiefe Verehrung hegte, hat sich selbst einmal die Frage vorgelegt, warum er in Deutschland so viel mehr Verständnis für seine Kunst fand als in seiner Heimat, und sie 127 dahin beantwortet, daß dem Engländer„das Interesse für die Wunderblume der Romantik immer 5 entschwindet, während Deutschland und Oesterreich-Ungarn die Liebe für die Romantik und die Ideale bewahrt haben“. Als Sohn eines Malers geboren, zeigte Crane früh seine hohe Begabung für die Künste.„Ebensogut wie das Schickaß Leute mit einem silbernen Löffel in dem Mund zur Welt kommen läßt,“ sagt er humorvoll in seinen knappen Lebenserinnerungen,„ebensogut mag es möglich sein, daß ich mit Bleistist und Papier geboren bin, ich meine Schieferstift und Tafel, denn es gab damals nichts anderes. Jedenfalls, da ich der Sohn eines Malers bin, kann ich mir meine Jugendjahre nicht anders in Erinnerung bringen, als durch 11 zum Zeichnen nötigen Requi— siten.“ In der Werkstatt des trefflichen Holzschneiders und Druckers Linton, in der er seine Ausbildung erhielt, zeigte sich bereits der Lehrling als Melster; die ersten veröffentlichten Illustrationen des Hechzehnjährigen zeigen ihn schon in einer Reize mit den besten eistern jener Zeit, und einem Gemälde des Siebzehnjährigen, seiner„Lady von Shalott“, erkennt die Königliche Alademie einen Preis zu. Crane hat die Hauptanre ungen für sein Schaffen aus der damals in Blüte ide prärgfsaelstischen Bewegung gezogen.
Er war keine große selbstschöpferische Persönlichteit, aber ein hoͤchst geschmackvoller und 2 Veruter und Causa gelte der von
b. Jagow, Dr. Helfferich und] V
ohne Aussprache er⸗ h
kann.] wenden
teressen die Wiederherstellung der
Preß⸗- und Versammlungsfreiheit. 4
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9 2. le ener z 4 ger Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul⸗ 9
General-Anzeiger für Oberhessen
4
2
Heute am 18. März muß gesagt werden: Ohne 1848 fein Deutsches
Reich, ohne das allgemeine
stande wäre, einer Welt von Feinden zu trotzen. Beifall.) Die
Wahlrecht kein deutsches Volk, das im⸗
Weltgeschichte lehrt uns, daß wir den Weg zur Freiheit beschreiten
müssen. Auf die Geschichte gestützt, sehen entgegen. Wir streben ein Valerland der gleichen Pflichten an, ein Vaterland der Beifall bei den Sozialdemokraten.)
Damit schließt die Beratung. Die zur Etats werden bewilligt.
Abg. Rogalla von Ausschußverhandlungen.
Rechte und gleichen
Aussprache stehenden Es folgt der Etat des Reichsheeres.
wir getrost der Zukunft
Zwei Entschließungen betr. Erweiterung der Verpflichtungen 5
des Reiches zur Erstattung von Kriegsschäden und Erweiterung
Arbeit und Wohlfahrt.(Lebhafter
Bieberstein berichtet über die-
der Berechtigung zum einjährig⸗freiwilligen Militärdienst werden
angenommen. Der Heeresetat wird bewilligt. Ohne Aussprache
wird der Etat des Reichs militärgerichts
5
bewilligt. 5 Abg. Graf Westarp(kons.) beantragt, da zum Etat des allgemeinen Pensionsfonds eine Entschließung zu erwarten sei, 1
ertagung. Der Antrag wird angenommen. Nächste Sitzung Freitag 2 Uhr: eratung.
Fortsetung der Erats-
Schluß 3½ Uhr. 19
* * Berlin, 18. März.(WTB. des Reichstags trat heute vor der 0 einigte sich dahin, bei der zwetten Lesung das unbedingt Notwendige zu beschränken. Reichsamtes des Innern soll der Stoff getrennt werden, und sollen gesondert behandelt werden: nahmen und innere Politik. Bei der inneren Politik sollen be⸗
Plenarsitzung zusammen und
1 n, zwar Ernährungsfragen, soziale Maß⸗
des Etats die Reden auf Bei dem Etat des
1
* 10 Nichtamtlich.) Der Aeltestenrat
sprochen werden: Pressezensur, Belagerungszustand und Ausnahme⸗
gesetze.— Es ist in Aussicht genommen, die Etatsberatung und
die Beratung der kleinen Vorlagen bis
zum Samstag zu beendigen. —
Sitzung des erweiterten Finanzausschusses der 9 hessischen Iweiten Kammer. 2 1 rb. Darmstadt, 18. März. N
Der erweiterte Finanzausschuß setzte unter dem Vorsitz 5 Abg. Dr. Osann in Anwesenheit des Staatsministers v. Ewald, des Finanzministers Dr. Braun, des Ministers des Innert v. Hombergk zu Vach und des Staatsrats Dr. Becker sei Verhandlungen fort. Die Regierung beantwortete den Antrag Abg. Köhler, den Artikel 58 Abs. 2
5
des Gemeindeumlagengesetzes 5
betreffend, dahin, daß ein Bedürfnis zur Aenderung des Gest 15
nicht vorliege, da durch die umlagengesetz bereits die 9. lichen Verhaltnissen von der Vorschrift des Artikel 58 des genannten Gesetzes abzusehen. Sie beabsichtigt weiterhin, die Kreis⸗ ämter zur Bedeutung der Gemeinden davon zu unterrichten, daß bei den Voranschlags⸗ und Steuerausschlagsarbeiten für das Rech⸗ nungsjahr 1915 die Vorschrift des Artikel 58 sei. Die weitere Besprechung des Antrags wurde 5 Ein Antrag des Abg. Stöpler geht dahin, Anordnung dah zu treffen, daß vom Nachlasse der Krieger, die vor dem efallen oder infolge Verwundung oder Exkrankung im torben sind, Erbschaftssteuer nicht erhoben Regierung wendet gegen
werde. Die
Ausführungsvorschriften zum Gemeinde⸗ Möglichkeit gegeben sei, bei au ßergewöhn⸗ Abs. 2 des
8
ind
Abs. 2 nicht anzu-
den Antrag ein, die Erbschaftssteuer berue
zunächst auf einem Reichsgesetz, in das auf dem Wege der Landes⸗
gese nicht eingegriffen werden könne. Ueberdies bleiben Erb⸗ 8 ganz steuerfrei,
eltern, wenn der Nachlaß nicht 0 Seitenverwandte frei zu lassen, dürfte wohl nicht veranlaßt sein. — Die Beschlußfassung über den Antrag wird ausgesetzt.
Mit dem Antrag des Abg. Grüne wald, die frei werdender Stellen im Staats- meindedien i Staatsvoranschlags verbunden, wo neue Stellen durch die Re⸗
und Ge⸗
2
ebenso solche an Eltern und Groß⸗ mehr als 10 000 Mark beträgt.
Besetzung st, wird in die Beratung derjenigen Punkte des
gierung oder durch Anträge der Kammermitglieder gefordert wer⸗ den. Den Antrag Grünewald beantwortet die Regierung dahin,
daß das Offenhalten(untergeordneter) weise Militäranwärter in Betracht Kriegsinvaliden geübt werde, daß also in dieser Beziehung dem Antrag Grünewald entsprochen werde, soweit stände die alsbaldige Besetzung erfordern. Im übrigen sei die Re⸗
gierung durch die Vorschriften des§ 66 des Reichsmilitärgesetzes wonach die zum Kriegsdienst eingerufenen
von 1874 gebunden, Beamten in ihren bürgerlichen Dienstverhälknissen, auch inbezug auf ihre Anciennetät, nicht geschädigt werden dürfen. Wo eine Besetzung freigewordener Stellen aus dienstlichen Gründen not⸗ wendig wird, oder wo der Kreis der in Betracht kommenden Be⸗ werber übersehbar ist, wird das Interesse der im Felde ste henden Beamten und Anwärter dadurch genügend gewahrt, daß allen Be⸗ teiligten von den Vakanzen Kenntnis gegeben wird, um ihnen
daran Na Kunstwerte Von Rußkin hat er seine ganze ozialisti Handwerk, für das er sein Leben lang mit aller Kraft eingetreten ist: Burne⸗Jones folgte er in seinen Gemälden, und von Morris geht seine ganze erstaunlich vielseitige kun tgewerbliche Tatigkeit aus, durch Kultur gewonnen. Die Art der Ornamentik, der Flächendekoration, des Stils in allen Einzelheiten dom Buchdruck bis zur Tapete, wie sie heute in England üblich sind, gehen bis in geringfügige Neben⸗ sachen auf Walter Crane zurück. Er selbst war in allen Sätteln gerecht und von einer unermüdlichen, unerschöpflichen Schaffens⸗ freude, so daß es in seinem Atelier aussah, als wenn hier statt eines Künstlers viele an der Arbeit wären. Denn er malte zu⸗ gleich ein Oelbild, lieferte Illustrationen für ein Buch, fertigte eine Zeichnung für einen Buchumschlag oder eine Reklame, entwarf Muster für Tapeten, modellierte eine Statuette und machte Ent⸗ würfe für Stickereien, für Tischtücher, schmuͤckte Kacheln und Fliesen, schuf Reliefs, Stuckarbeiten und Kartons für bunte Glas⸗ fenster. Er ist als Dichter hervorgetreten und hat durch seine wissenschaftlichen Bücher über Zeichen- und Illustrationskunst sehr viel getan für die Hebung und Ausgestaltung des Zeichenunter⸗ richts. Am bekanntesten ist er wohl durch seine Kinderbücher ge⸗ worden: man hat ihn den„englischen Ludwig Richter“ genannt, und wenn er auch naturgemäß in der glatten, etwas süßlichen Art des englischen Kindes schuf, so hat er doch auch deutschen Märchen⸗ geist verspürt, besonders in seinen Bildern zu den Grimmschen Märchen. Diese reizenden Bilderbücher haben sich bereits durch Gene⸗ rationen von Kindern lebendig erhalten und, wie Crane selbst sagt, die Auszeichnung genossen; einerseits schwarze Daumenflecke zu be⸗ kommen und schließlich zerrissen zu werden, andererseits von der dann älter gewordenen und zum Sammler gewandelten Generation in einem dunklen Schrank der wohlverdienten Ruhe überantwortet
zu werden“. Crane, der die Allegorie leidenschaftlich und im Inter esse der Klarheit seiner Schöpfungen nur allzu sehr liebte, hat sich selbst gern als Kranich(englisch Crane estellt, und es war
ihm vergönnt, wie dieser würdige„Grof a der Vogel“, sich voll auszuleben. Als solch ein alter Onkel guter Erzähler in bunten Bildern wird sein Andenken fortdauern, nachdem er durch ein unerhört reiches Schaffen alle Gebiete der Kunst und des Kunstgewerbes seiner Zeit befruchtet und bereichert hat.
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7
83
Stellen, für die vorzugs⸗ 8 kommen, zu Gunsten von 25
nicht besondere Um⸗
1
7
che Weltanschauung, seine Liebe zum guten und tüchtigen
ie er wohl den größten Einfluß auf die künstlerische


