Ausgabe 
(18.3.1915) 65. Erstes Blatt
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reicher landes. Ich erinnerte mich an manche ähnliche Veranstaltung in

en räte des Zählens infolgeIrrtums

Besitzers von 3 tnern auf 4 Malter anwuchsen. e ee eee bens egen

ge 1politi oder irtschaftlichen Charakters im Gießener Anzeiger bedarf es der vorherigen Genehmigung des Großherzoglichen Kreis- amtes Gießen. Es empfiehlt sich deshalb dringend, vor

ittelung der Anzeigentexte an den Gießener Anzeiger

hriftliche Erlaubnis zu erwirken. Nur nach deren Vor⸗ lage ist es angängig, derartige Ankündigungen im Anzeigen⸗ teil, oder entsprechende Hinweise im Textteil des Gießener Anzeigers aufzunehmen. a Stadttheater. Zum Gastspiel der Franksurter Künstler am kommenden Freitag sei noch bemerkt, daß die zur Aufführung gelangenden Werke(Abendsonne von Ludwig Fulda,Aus * von Felix Salten undDer Unverschämte von Raoul mer) in Frankfurt a. M. im Schauspielhause s. Z. starken Erfolg erzielt haben. Schon heute sei auf die Vorstellung des kommenden Dienstags hingewiesen, die besonderen Charakter tragen wird, da sie als Gesamtbenesiz für das darstellende Versonal des Stadttheaters, das durch die geminderten Bezüge ja starte finanzielle Einbuße gehabt hat, stattfindet.

* Deutsche Kunst in Feindesland. Ein 116er

uns: von der Front zurückkehrt, wo Tod und Ver⸗ wütet und in die friedliche Zone einer Etappenstation wie

St. Qu., dem ist, als habe er geträumt, als seien die bangen Stun⸗ den im Gefecht und im Schützengraben nur ein Phantasiegebilde.

0 Der Gegensatz ist aber auch zu groß. Süßer Friede überall; ja

sogar die deutsche Kunst hat ihren Einzug gehalten in der alten, ehrwürdigen Kathedrale. Es war mir vergönnt, dort ein Kon⸗ ert mitanzuhören, das mir zeitlebens in Erinnerung bleiben wird. Vein Eintritt gibt uns ein deutscher Krieger ein Programm, auf dem wir lesen: Konzert(das 26. der seit November veranstalteten) St. Qu. in der Zeit des großen Krieges. Sonnabend den 13. März 1915, nachmittags 5 Uhr, in der Kalhedrale. Mitwirkende sind: der Deulsche Kriegsmännerchor Laonz er besteht fast durchweg aus Sanitätern und Krankenpflegern. Frau Dr. Agnes Braunfels(Alt), Oberstleutnant Brauns Violoncello und der bekannte Meininger Hoflapellmeister Professor Dr. JFritz Stein(Orgel⸗ und Chorleitung). Die Kirche ist bis auf den letzten Platz gefüllt mit deutschen Soldaten, Krankenschwestern und französischen Zwilisten, die der edlen Kunst der deutschen Bar⸗ baren in stiller Andacht lauschen. Der Männerchor brachte ton⸗ rein und gefühlvoll einige Lieder zu Gehör: L. v. Beethovens Gottes Macht und Vorsehung, Webers am Grabe eines Gefallenen und Schlachtgebet. erhebend wirkte das Silchersche Lied: gefallenen Sänger. Die Gedanken an manchen lieben dem dieses Lied gelten konnte, tauchten auf; und in dem Auge manches sturm- und kampferprobten Kriegers perlte eine iche Trüne. Den Höhepunkt des Konzerts bildeten Mendels⸗

in As⸗Dur und LisztsTu es Petrus aus dem Ora⸗

ö

toriumChri für Orgel. Allein zeigte dann die Sängerin eine in allen gut ausgebildete Stimme in der Alt⸗Arie aus dem Oratorium S on:Erhör mein Fleh'n, allmächt'ger Gott,

im Ave verum corpus von Mozart und Ave Maria von Bach⸗Gou⸗ nod. Als Violincello-Solo hörte man die Sarabande von Haendel und das Andante von Chr. W. Gluck. Den Schluß bildete ein ge⸗

2 1 Ach bleib mit deiner Gnade. Beim Ausgang fand eine nlung statt für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefalle⸗ nen Ein jeder gab dankbar sein Scherflein. Um vieles innerlich

ging jeder wieder zu seiner Arbeit im Dienste des Vater⸗

in der Stadtkirche. 8 n Gedanken und Empfindungen lauscht man

in Feindesland den Klängen. Das Geheimnis unserer Erfolge und das urdeutsche, innige religidßse Gemüt. Aus ihm ellen Kräfte, die unüberwindlich sind.

Gießen, z. B. die Liturgischen welch anderen

die Engländer verwundet worden waren.

9 er 0 Mann) ein, die erst vor wenigen Tagen in den ämpfen Bei ansport befanden sich auch einige verwundete

m

Engische Sesdaten.

** ae Jeder Landbriefträger führt auf seinem Bestellgang ein Annahmebuch mit sich, welches zur Eintragung der von ihm angenommenen Tele-

me, Wert- und Einschreibsendungen, Postanweisungen, arten, gewöhnli Pakete, Nachnn sendungen und sowie der zur Franki der Sen⸗

dungen, zur Bestellung der Zeitungen und zur Beschaffung von Wertzeichen ihm übergebenen Beträge dient. Ein gleiches A führt jeder Inhaber einer Posthilfsstelle für die bei dieser niedergelegten Wertsendungen usw. Es ist weckdienlich, daß die Aufgeber die Eintragung der Sen⸗ ngen usw. in die bezeichneten Annahmebücher eigenhändig

bes oder sich wenigstens von der Buchung durch den Landbrief oder den Posthilfstelleninhaber überzeugen. Da di Bestimmungen noch immer nicht e be⸗ kannt sind, werden sie erneut zur öffentlichen Kenntnis

gebracht. Gold. Von den Postanstalten des Ober-Postdirek⸗ irks Darmstadt sind in der Zeit vom 18. Januar bis 13. Februar, also innerhalb eines Monats, über 2% Millionen Mark Gold an die Reichsbankab geliefert worden. Kreis Alsfeld.

O Merlau, 16. März. Heute hielt im hiesigen Konfir⸗ mandensaal vor Frauen und Mädchen von Merlau und Mücke die Vorsitzende des Alsfelder Alice-Jrauenvereins, Frau Charlotte Reuscher, einen lehrreichen und fesselnden Vortrag über Ent stehung und Arbeit des Roten Kreuzes und der hessischen Alice-

uenvereine. Der Erfolg war die Gründung eines Alice Frauenvereins mit 32 Mitgliedern und 72 Mark Jahres- beiträgen. Es ist zu hoffen, daß sich dem Verem noch manche Frauen und Mädchen, die am Besuch des Vortrags gehindert waren, anschließen werden.

gerung aus den benachbarten 1 2 reise für das

8 Mk. Im WaldEisenmannsberg ten jen erst 4 Rm. Buchenscheit 19 Mk., 4 Rm. Buchenprügel 1516 Mk., 4 Rm. Eichenknüppel 89 Mk., 4 Rm. Buchenstöcke 8 Mk. und 12 Rm.

Kreis Schotten. 5 5

Unter ⸗Seibertenrod, 17. März. Ein schönes Bei⸗

wiel valerländischer Gesinnung hat unsere kleine Gemeinde, die

ca. 350 Seelen zählt, bei der Zeichnung der Kriegsanleihe

gegeben. Sie hat einen Betrag von 40000 Mark gezeichnet, 3000 Mark bar und 32 000 Mark in Sparguthaben.

Kreis Friedberg.

e. Bad- Nauheim, 17. März. Ter seit 8 Jahren bier an⸗

52 Stationsbeamte G. wurde zu Anfang des Krieges in de isenbahndienst der belgischen Bahnen übernommen. Jehßt ist der

Mann seit etwa 10 Tagen verschwanden und mit ihm seine Frau.

Wie sich inzwischen herausstellte, hat sich G. erheblicher Unter-

schlagungen schuldig gemacht, auch in Belgien soll er sich an amt

lichen Geldern vergriffen haben. Hin terlassenen Vriesen zufolge hat

f 3 zuletzt 17 7 mit seiner Frau getrossen. Seitdem

jede Spur

5 Starkenburg und Rheinhessen. Darmstadt, 17. März. Die nächste Wiederholung der ebergallDatter ich, die betanntlich vor dt theater mit außergewöhnlichem Erfolge

.

7

erlenmai aufgeführt wurde, findet aut Dienstag, den 23. da., abends 7 Uhr, bei kleinen Preisen statt.

Aus dem Kreise Offenbach, 17. März. Nach einer Bekanntmachung des Kreisamts sollen nun mit Wirkung vom 29. März auch für die Landgemeinden Brotkarten aus⸗

gegeben werden. Hessen⸗Nassau.

[ Marburg, 16. März. In einer gestern abend abge⸗ haltenen Stadtverordnetensitzung wurde der städtische Voranschlag unter Zugrundelegung des vorjährigen Etats ge nehmigt. Die Steuern, welche 182 Prozent der staatlich ver- anschlagten Real- und 160 Prozent der Einkommensteuer betragen, sollen trotz der Mehrausgaben nicht erhöht werden. Ein An- trag, die städtischen Werke unter eigener Buchführung als selbst ständige Unternehmungen nach kaufmännischen Grundsätzen weiter- zuführen, fand Ablehnung. Dem Antrag, das Obergeschoß des alten Rathauses unter Berücksichtigung der historischen Eigenart im Innern mit einem Kostenaufwand von 23000 Mk. umzubauen, wurde zugestimmt. Am Sonntag tagte im Freidhofschen Saale hier die 35. Vertreter-Versammlung des Kreis-Krieger- verbandes Marburg. An Stelle des Verbandsvorsitzenden Geh. Rat Profs. Dr. Schenk, der ebenso wie sast 1200 Mitglieder der Verbandsvereine am Kriege teilnimmt, leitete Herr R. Becker don hier die Verhandlungen. Von den 60 Verbandsvereinen waren 48 vertreten. Man besprach die verschiedenen Verbandsangelegen- heiten und beschloß schließlich, aus der Verbandskasse 2000 Mk. für die Kriegsanleihe zu zeichnen..

b. Biedenkopf, 17. März. Auch für unsere Stadt ist eine Jungamannschaft unter Führung von Obersörster Desert organisiert worden. Die Kreisjugendwehr ist in 14 Bezirke ein- geteilt und hat bis ins kleinste Dörschen Anklang gefunden.

e. Frankfurt a. M., 17. März. Eine vorzügliche Ein⸗ richtung, alle Kräfte für die Kriegsanleihe mobil zu machen, trafen die hiesigen Schulen. Die Schulen selbst zeichnen die Anleihen, die Mittel hierfür bringen die Schü- ler auf und zwar dergestalt, daß jeder Schüler sich mit 10 Mark beteiligen kann, also daß zehn Schüler Besitzer bezw. Zeichner von 100 Mk. Anleihe sind. Der Zu⸗ drang der Jungen und Mädchen, die alle ihre Sparkassen⸗ gelderplündern, zu denSchulanleihen ist ganz bedeutend. Bereits 1 für viele tausend Mark gezeichnet. Nach Abgang von der Schule wird die Einlage zuzüglich 5 Proz. Zinsen den jungen Zeichnern ausbezahlt.

O Sichertshausen, 18. März. Den Heldenkod starb am 21. Februar in Rußland der Rekrut Johann Hoß.

h Mühlen, 17. März. Von hier wird derWiesb. Ztg. semeldet, daß sich in den Wäldern des Mühlbaches ein unbekanntes Tier von wolfsähnlichem Aussehen umhertreibt. Aus einem Gänsestalle seien von dem Tiere schon Gänse geraubt worden. Allen Schilderungen von Augenzeugen zusolge, kommt ein Wolf in Betracht. Die Wölse in Deutschland pflegen sich meistens als wildernde Hunde herauszustellen.

X. Kassel, 17. März. Laut Beschluß des Landesausschusses wird sich der Bezirksverband des Regierungsbezirks Kassel' mit Millionen Mark an der Kriegsanleihe beteiligen. Die für das Etatsjahr 1915 zur Erhebung kommende Bezirkssteuer des Bezirksverbandes Kassel wird wiederum 10 Proz. betragen.

Geschichten vom Grafen Witte.

Finanzminister, die an der Börse spielen, sind Spitzbuben. Aus diesen Worten des Grafen Witte spricht seine Ehrlichkeit, die von seinen vielleicht nicht ganz so ehrlichen und neidischen Kollegen und er hatte am Petersburger Hofe wahrlich Neider genug! vielleicht angezweifelt wurde. Wahrhaft sagenhaft sollten die Reich⸗ tümer sein, die der frühere russische Finanzminister zusammen⸗ getragen hatte. In Wirklichkeit besaß er ein bescheidenes, zwei⸗ stöckiges Haus am Kamanoe-⸗Ostrowprospekt und ein kleines Gut in Sotschi im Süden Rußlands. Im Laufe seiner ganzen Dienst⸗ zeit schenkte ihm der Zar ungefähr eine Million Mark. Da Witte, der als Finanzminister ein Gehalt von 36 000 Mark bezog, einen ausgedehnten gesellschaftlichen Verkehr pflegte, mußte er dieses Kapital bald angreifen. Als der Graf nach Portsmouth entsandt wurde, um mit Japan Frieden zu schließen, erzählten seine Feinde, das Geschäft habe ihm viele Millionen von Rubeln eingetragen. Tatsächlich erhielt er für die Reise 30 000 Mark, und erst auf sein besonderes Ersuchen wurden ihm später noch 8000 Mark nach⸗ gezahlt. Und als ihm Vertreter der Kaufmannschaft eine größere Summe als Zeichen der Dankbarkeit für seine beim Friedensschlusse bewiesene Geschicklichkeit schenkten, legte er dieses Geschenk auf die Bank und benutzte die Zinsen zu wohltätigen Zwecken. So hatte er in der Nähe seines Hauses einen Mittagstisch eingerichtet, an dem täglich 250 arme Petersburger gespeist wurden. Graf Witte hat selbst einmal gemeint, er hätte es zum Millionär bringen können, wenn er nicht Minister geworden wäre. Denn dank seiner Kenntnisse im Finanzwesen würde er sicherlich an die Spitze eines großen Unternehmens gekommen sein. Wittes Achtung vor der deutschen Arbeit ist ebenso bekannt, wie seine Vorliebe für das französische Geistesleben, Er konnte sich fließend deutsch unterhalten und sprach französisch schneller als mancher Franzose. Dagegen hatte er für England wenig übrig, und es ist bezeichnend, daß Rußlands Vertreter in tsmouth nicht einen Brocken Englisch verstand. Wenn englische Berichterstatter ihn ausfragen wollten, was ja sehr oft vorkam, dann mußten sie mit ihm französisch oder deutsch sprechen. Dem bahnbrechenden deutschen Volkswirtschaftler Friedrich List hat er vor über 26 Jahren eine literarische Studie ewidmet. Er sah in ihm den theoretischen Vorläufer Bismarcks.

ie er über diesen deutschen Staatsmann dachte, geht aus der Vorrede seinerPrinzipien der Eiseubahntarife für Güterbeförde⸗ rung hervor, die er im Jahre 1883 als Beamter des nussischen Eisenbahnministeriums veröffentlichte und die längst vergriffen sind. In ihr spricht er von der Kritik, die damals an Bismarck häufig geübt wurde, und er fährt fort:Aber diese Kritik, die manchmal sogar von berühmten Gelehrten und Staatsmännern A wird, ist wie das Gesurre von Fliegen am Niagarafall.

ie Menschheit glaubt mehr an erfolgreiche Taten als an Meinun⸗ gen. Fürst Bismarck, der so viel geleistet und solchen Erfolg hatte, steht über aller Kritik der heutigen Generation... Er hat das faktische Recht erworben, die Nation, die er zur Größe empor⸗ gehoben, sogar mit für die Deutschen verdeckten Karten, weiterhin zu leiten.

Von der Reichsbank.

Berlin, 17. März.(WTB. Nichtamtlich.) Bei der Reichs⸗ bank hat sich der Goldbestand um rund 23 Millionen Mark auf 2316 Millionen Mark erhöht. Der Bestand an Darlehnskassen⸗ scheinen ist um 19 Millionen auf 176 Millionen zurückgegangen. von denen 13 Millionen in den Verkehr übergingen, und sechs Millionen zurückgegeben wurden, weil bei diesen eine Vermin⸗

der au henen Darlehen um diesen Vetrag eintrat. Im Ver sind jetzt 583 Millionen Darlehnskassenscheine. In der beträchtlichen Zunahme der freuden der kommen die Vorberei- Apriltermin, zum Teil auch schon für die Kriegsanleihe. Ter Umlauf der kleinen Noten ist um 4 Mil⸗ lionen ge die Vorwoche zurückgegangen. Das Deckungsverhält⸗ nis der Noten, wie überhaupt der Verbindlichkeiten, hat sich nur wenig gegen die Vorwoche verändert.

Letzte Nachrichten.

An der belgischen Küste.

i. Köln, 18. März. DieKöln. Ztg. berichtet von der holländischen Grenze: Wie aus Paris gemeldet wird, beschießen die Deutschen Nieuport heftig aus 35⸗Zentimeter⸗Ge⸗ schützen. Die Belgier nützen den sinkenden Wasserstand aus, um mit stürmender Hand zwei wichtige deutsche Stellungen in der Nähe der* zu nehmen. Nach Meldungen aus Sluis entfalten in den letzten Tagen die englischen Flieger an der belgischen Küste eine außerordentlich rege Tätigkeit.

Zur Haltung Italiens.

i. Köln, 18. März. DieKöln. Ztg. meldet von der hol⸗ ländischen Grenze: Laut einem Berichte desNew Mork He⸗ rald aus Rom sind für den Fall, daß Italien in den Krieg verwickelt werden sollte, von der italienischen Regierung Anord⸗ nungen getroffen worden, daß der Verkehr des Hl. Stuhls mit den Bischöfen der gesamten katholischen Welt sichergestelllt ist. Den diplomatischen Vertretern beim päpstlichen Stuhl wird freies Geleit für die Rückkehr in die Heimat garantiert.

i. Köln, 18. März. DieKöln. Ztg. meldet aus Stock⸗ holm:Svenska Dagbladet sagt über die Haltung

Italiens: Dadurch, daß auch die Dreiverbandsmächte Italien alle

möglichen Anerbietungen machen, hat es den Vorteil einer Auk⸗ tion um seine Neutralität oder seinen Beistand. Auf diese Weise kann es seine Preise immer höher steigern, aber in Ruhe abwarten, bis seine Zeit gekommen ist.

Luftkämpfe im russischen Feftungsgebiet.

Vonder russischen Grenze, 17. März. Wie die Mos⸗ kauer Blätter berichten, dauern die Luftkämpfe zwischen deutschen und russischen Fliegern über den Festungsgebieten von Grodno und Kowno fortgesetzt an. Täglich erscheinen deutsche Flieger über dem Festungsgebiet der beiden Orte und werfen Bomben und Brandgranaten ab. In Ossowiec sind bei einem der letzten Bom⸗ benabwürfe 14 Personen getötet worden und eine Anzahl verletzt. Auch eine Anzahl von Häusern ist erheblich beschädigt worden. Vor einigen Tagen kam es in der Nähe von Ossowiee zu einem aufregenden Luftkampf zwischen einem deutschen und einem russi⸗ schen Flieger. Beide beschossen sich äußerst heftig, bis angeblich der deutsche Flieger beschädigt die deutschen Linien aufsuchen mußte. Die russische Heeresverwaltung beginnt jetzt

auch die neu konstruierten Luftschiffe auf diesem Kriegs⸗ 2

schauplatze, besonders im Festungskampf, zu benutzen. So hat ver⸗ schiedentlich ein russisches Lustschiff neuen Typs in den Kampf eingegriffen. Trotzdem das Luftfahrzeug heftig von den Deutschen beschossen wurde, hat es angeblich nur geringe Beschädigung erlitten.

Vom Ende derDresden.

Amsterdam, 18 März.Tyd meldet aus London: Der Bericht über die Vernichtung derDresden exweckte hier die größte Genugtuung. Bereits bei der letzten Umschiffung des Rap

Horn war dieDresden, die mit neuen Schornsteinen nach der Westküste Amerikas dampfte, von einem patrouillierenden eng⸗

lischen Hilfskreuzer bemerkt worden. Seitdem begann eine regel⸗

rechte Jagd auf dieDresden, die endlich bei Juan Fernandez

eingekreist und überrascht wurde, dank dem drahtlosen In⸗ formationsdienst zwischen allen englischen Kreuzern untereinander und mit der Küste. Bereits die ersten S Kanonen derGlasgow machten die schädigung des Steuers hilflos, so daß

esden durch die Be⸗ englische Geschwader

d. den kleinen Kreuzer von drei Seiten umschließen konnte. Vergeb⸗ lich hatte dieDresden alle Geschütze bis zu dem Moment arbeiten 7

lassen, wo der Kapitän hatte mit der heldenhaften Mannschaft alle Maßregeln getroffen, damit auch das Schiff für den Feind verloren ging. V gut unterrichteter Seite erfährt der Berliner das Schiff Maschinenhavarie hatte und daß die Kohlen ausgegangen waren.

Die Verluste der Verbündeten vor den Dardanellen.

üsse aus den schweren

Brand weiteren Widerstand unmöglich machte. Der

. on Lokalanzeiger, daß

1

Konstantinopel, 18. März. Die türkischen Blätter ver⸗

öffentlichen eine Liste der vor den Dardanellen und Smyrna und

im Golf von Saros beschädigten feindlichen Schiffe: danach sind

von den englischen Schiffen mehr oder weniger schwer beschädigt: 5

Queen Elizabeth, Agammemnon, Lord Nelson, Dublin, Saphire und Cornwallis, von den französischen Sufren, Gaulois, Georges Herry und Admiral Charnier, außerdem sind mehrere Torpedo boote und Minensucher vernichtet oder beschädigt worden, Der Tasvir⸗i⸗Efkiat fragt, ob die englische und die französische Regierung nach der 27 tägigen erfolglosen Arbeit das Bombardement der

Dardanellen aufgeben oder an andere Türen als der Griechen⸗

lands anklopfen und die Oeffnung der Dardanellen nochmals zu

Wasser und zu Lande versuchen werde? Die nächste Zeit, meint das Blatt, werde die Antwort auf diese Frage geben. Wir haben festes Vertrauen in die Zukunft, und dieses Vertrauen verdanken

wir den heldenmütigen Verteidigern der Dardanellen. Der Tanin nennt außer den bereits angeführten noch zwei andere

Schiffe unter den Beschädigten und meint, die Erfolglosigkeit bisherigen Bombardements der Meerengen, das nun schon ba

einen Monat dauere, werde die verblendete Ententepresse davon

überzeugen, daß die Meerengen nicht so leicht zu forzieren seien und Konstantinopel nicht so schnell erobert werden könne.

Aus Aegypten.

Berlin, 18. März. DieVoss. Ztg. bringt einen

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ausführlichen Bericht eines kürzlich aus Aegypten zurück⸗

. deutschen Kaufmanns über die Vorgänge in

egypten in den ersten Kriegsmonaten. In dem Bericht heißt es: Am 13. Dezember 1914 zogen gegen 40 000 Derwische nach

Faschoda ab. Etwa 6000 Mann britisch⸗ägyptische Truppen ver⸗ mochte General Hawley den Aufständischen entgegenzustellen. Von ihnen gingen sämtliche eingeborenen Soldaten zu den Derwischen über, so daß die Regierungstruppen, kaum noch 2000 Mann stark, im erusten Ansturm von den Rebellen überrannt wurden. General

Hawley und alle Offiziere fielen.

alle Stämme von der Regierung ab, die bi halten hatten und dann war die ägyptische Regierung naturgemäß gezwungen, bedeutende Truppenmassen, die sonst gegen die Türken am Suezkanal benutzt worden wären, nach dem be⸗

her noch zu England ge⸗

drohten Sudan zu schaffen. Freilich die zweifelhaften Tommies

imponierten den Derwischen nicht im geringsten. In ungeheurer Wut vernichteten die Derwische alles, w

fi g Die Mehrzahl der Soldaten verendete unter den Speerstichen der wilden Wüstenreiter. Diese erste große Waffentat der Derwische hatte zur Folge 1. es fielen

sich ihnen in den Weg

stellte. Am Neujahrstage eroberten die Derwische den bedeutenden

militärischen Punkt Nasser in Sennar und brachten einen Panzer⸗ zug der britischen Truppen bei el Obeyd in Kordofan zur Ent⸗ gleisung. Es ist nicht zu viel gesagt, daß jetzt die Hauptstadt Kar⸗

thum und ein Teil Nubiens in unbestrittenem Be

sitz der Derwische ist.

1 2 U 2 Japauische Truppensendungen nach China.

Stockholm, 18. Mürz.Stockholms Tidninge meldet: Laut einerPekinger Depesche haben sich soeben 22000 Mann japanischer Truppen in Sasebo nach China eingeschifft.

5 Erdbeben.

a. Jugenheim a. d. B., 18. März. Gestern abend wurde auf der hiesigen Erdbebenwarte die Aufzeichnung eines Fernbebens beobachtet. Um 8 Uhr 30 Minuten waren die Erschütterungen des Seismo⸗ grap am stärksten. Die Erdentfernung betrug 8650 Kilometer. Der Herd des Bebens ist wahrscheinlich in Ostasien zu suchen.

Märkte.

ch. Bingen, 17. März. Marktpreise. Weizen Mk. 00,00, Korn Mk. 00, 0, Gerste Mit. 0,00, Haser Mk. 0,00, Heu Mt. 0,00, Stroh Mk. 0,00, Kartoffeln Mk. 10,00, Erbsen Mk. 00,0), Linsen Mk. 00,90, Bohnen Mk. 00,00, Weißmehl Mk. 00,00, Roggenmehl Mk. 42,00; alles für 100 Klar. Butter 1 Klgr. Mk. 2,90, Milch 1 Liter 21 Pfg., Eier 10 Stück Mk. 1.05.

FC. Wiesbaden. Viehbof- Marktbericht vom 17. März.

Im Zeichen des Krieges besitelt sich die in eressante zeit geschichtliche Gratisbeilage der beliebtenModen⸗Zeitung fürs Dentsche Haus, die weit über den Ratzmen elner Moden zeitung bingusgebt und ein praktisches Famtilienblaft it. Spannende Romane erster Schriftsteller, voetische Benträge, inter⸗ essante illustrierte Aussätze sowie die GrattsbeilageIm Reiche der Kinder sorgen für Unterbaltung und geissige Anregung. vraktisch bewährte Moden Wasche. und Handarbertgteil setzt sede

Der

Hausfrau in die Lage, ihre Garderobe und Wasche für sich und ihre

Kinder selbst anzufertigen und dadurch große Ersparnisse in teurer

Austrieb: Rinder 133(Ochsen 9, Bullen 23, Kühe und Färsen 101), Kälber 302, Schase 3, Schweine 577.

Marktoerlauf: Ben gtemlich vegem weschänn wird zu den gleichen Preisen wie am 15. März der Markt fast ganz geräumt.

Zeit zu erzielen. Hauswixtschaftliche Aufsätze undergrobze Kochrezepte

belsen der Hausfrau, sich den durch deu Krieg geschaffenen, nenen

wirischaftlichen Verhältnissen anzuvassen. Alles Nähere wollen Sten aus dem der heutigen Nummer beiliegenden Prospekt ersehen.)

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Sie begann um 7 Uhr 57 Minuten.

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