Ausgabe 
(13.3.1915) 61. Erstes Blatt
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mung in Amertka völlig umgeschlagen ist. Etre der ersten Folgen der veründerten Stimmung ist, daß beschlossen wurde. der ersten Weisung, amerikanische Baumwolle an

Der HilfstreuzerPrinz Eitel Friedrich.

London, 12. März.(WTB. Nichtamtlich) Meldung des Neuterschen Die Blätter melden aus New Mork, daß der deutsche HilfskreuzerPrinz Eitel Friedrich 1 32 5 News 4

englische Kreuzer verfolgte das Schiff, bis es territot ia

London, 11. März. WTB. Nichtamtlich) Reuter mel⸗ det aus New Pork, daß der deutsche HilfskreuzerPrinz Eitel Friedrich Newport News anlief, um erlittene Schäden aus⸗ zubessern. Er hatte an Bord ungefähr 350 Personen, die er von in Grund gebohrten Schiffen übernommen hatte, nämlich von drei englischen, drei französischen und einem russischen, ebenso von einem amerikanischen, das vernichtet wurde, weil seine Deizenladung als Kontrebande bezeichnet wurde. Das ame⸗ rikanische Schiff, dasWilliam Frye hieß, führte Weizen von Seattle nach England. Die amtlichen Kreise Washingtons behalten sich darüber bis zum Eingang des amtlichen Berichts ihr Urteil vor. Das größte vomEitel Friedrich versenkte Schiff ist der fralizösische DampferFlorida, der eine Besatzung von 78 Mam und 86 Passagiere an Bord hatte. Die anderen Schiffe sind im Bergleich damit klein. Auf Anfrage habe Präsident Wilson gesagt, daß eine möglichst gründliche Untersuchung über den Vor⸗ fall angestellt werden soll. Alle Gefangenen des Hilfskreuzers Eitel Friedrich sind freigelassen worden, mit Ausnahme von vier Personen, die sich weigerten, einen Revers zu unterschreiben, i dem sie sich verpflichteten, nicht die Waffen gegen Deutschland zu erheben. Der Kommandant desPrinz Eitel Friedrich er⸗ Härte, daß er zur Ausbesserung der Maschinen und Kessel drei Wochen brauche. Die Behörden Norfolks, gegenüber ort

sind beauftragt, den Umfang der notwendigen Reparaturen stellen. Die Zett, die dem Hilfskreuzer zum Ausenthalt im bewilligt wird, hängt von ihrem Bericht ab. 5

London, 12. März.(WTB. Nichtamtlich)Daily Chronicle meldet aus New Pork, daß der deutsche Hilfs⸗ kreuzerPrinz Eitel Friedrich an der einen Seitg weiß und an der anderen schwarz bestrichen war und damit vor einigen Wochen einem Kreuzer, der ihn verfolgte, entronnen sei.Prinz Eitel Friedrich war in eine Nebelbank geraten, wodurch der Verfolger ihn aus den Augen verlor. Bald traf der verfolgende Kreuzer ein weißes Schiff, welches er für ein Passagierschiff auf der Fahrt nach Südamerika hielt. Er rief das weiße Schiff an und fragte, ob es kein schwarzes Schiff habe vorbeisahren sehen. Der Kapitän des weißen Schiffes antwortete, daß 18 Meilen westlich ein schwarzes Schiff an ihm vorbeigefahren sei, worauf der Kreuzer mit Volldampf die falsche Spur verfolgte.

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am 18. Februar das ary

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Der Kapitän derWüliam Frhe, der si 1 Pete At Fe 75 Fefkrt abe daß das Schiff ter e e ann iff ver müssen, worau E dener des 5e dae en d hätten. Die D erklärten, daß das S und% e N Wala Frye! nutrde im sikalgen del des atlantischen Ozeans versenkt. Die Kabelverbindung zwischen Amerika und Deutschland. Berlin, 13. März. Wie dasBerl. Tagebl. ährt, R.

Deutschfreunde in Ar tin i Linderung der dur sch Fa e. 115 in ien zur Linderung ch von 250

aus Argentinien beläuft sich demnach auf eine Mil⸗ Rark. Ferner sind von Deutschen und Deutschfreunden in Mexiko sowie in Brasilien Spenden von 85000 Mark und der Sant.. Mark durch 8 1 ranischen er eingegangen. e diese Spenden zeigen, wie sehr unsere Landsleute unh unser Freunde in Amerika in

dieser schweren Zeit gedenken. Sie mögen des wärmsten Dankes von ganz Deutschland hierfür versichert sein.. 2

Aus Stadt und Cand. Gießen, 13. März 1915. * Kriegsanleihe. Die Stadt Gießen wird sich wieder wie das erstemal an der Kriegsanleihe mit 300 000

Zweck ein zinsloses Darlehen der Stadt das durch Abzüge bei der Gehaltszahlung 2 ist.

* Die Zeit bis zur Einführung der Brot⸗ marken. Nach einer Bekanntmachung des Oberbür⸗ germeisters wird die Zeit bis zum Ablauf des 21. März 1915 die Abgabe und Entnahme von mehr als insgesamt 2000 Gramm Roggenbrot oder 1400 Gramm Mehl oder 32 Bröt⸗ chen oder 64 Zwieback für jede zu einem Haushalt gehörige Person verboten. Diese Mengen überschreitende Vorräte können auf die zuzuweisenden Brotmarken angerechnet wer⸗ den. Zuwiderhandlungen werden bestraft. Auch kann die 4 ige Behörde die zuwiderhandelnden Geschäfte

ießen.

3 e n in der Stadt Gießen erfolgt am Montag. Freiwillig haben si wieder, wie bei der Aufnahme des Personenbestandes Familien für die Brotzuteilung 22 Volks schullehrer für diesen Dienst zur ng gestellt.

Brotabschlag. Bäcker⸗Innung und Kon⸗ sum-Verein machen in vorliegender Nummer einen neuen Brotpreis bekannt: Das Vierpfundbrot wird ab

4222 en: am 19. Februar das französische Dampf- d

brot 39 bezw. 38 Pfennig kosten. Außerdem werden die Mit⸗ glieder der Bäcker⸗Innung die 50 Gramm⸗Brötchen zu 5 Pfg. verkaufen.

Die Kriegskochkurse, die in der Alice⸗Schule in Gießen begonnen wurden, finden jetzt in den Städten und Dörfern des Kreises Gießen ihre Fortsetzung. Das Interesse an den Vorträgen überVolksernährung im Krieg, von denen bis jetzt durch Frl. Hof und Professor 1 neun im Kreise Gießen und einer in Alsfeld ge⸗

alten wurden, ist im allgemeinen recht groß, und der Aufforderung zur Beteiligung an einem Kriegs kochkurs wird meist sehr eifrig entsprochen. So meldeten sich nach dem gestern in Heuchelheim gehaltenen Vortrag eich 47 von den Anwesenden an, so daß dort sogar i Kurse ge⸗ halten werden müssen. Aehnlich groß ist die Beteiligung in Grünberg, Ettingshausen und Großen Linden. In der Alice⸗Schule in Gießen ist jetzt der fünfte Kurs im Gange. Für die nächste Woche sind dort nochmals zwei Kurse geplant, ein Morgenkurs zu 6 Mk. und ein Abendkurs(für Unbemittelte) zu 1 Mk. Beide sollen Dienstag beginnen. Anmeldungen müssen spätestens bis Montag mittag in der Schule Steinstraße 10(Tel. 997) geschehen.

An unsere Hausfrauen. Man schreibt uns: Die Mädchen, die zu Ostern die Schule verlassen, suchen zu einem großen Teil Haushaltungsstellen, sei es, daß sie als Kindermädchen sich nützlich machen wollen, sei es, daß sie als angehende Dienst⸗ und Hausmädchen die Haus⸗ frau in ihrer Arbeit unterstützen sollen. Sie haben im letz⸗ ten Jahr in der Schule Haushaltungsunterricht gehabt, so daß die Grundlage schon gelegt ist für ihre Tätigkeit im Haus. Natürlich können sie in dem einen Jahr noch nicht alles gelernt haben, was sie wissen müssen, um eine tüch⸗ tige Kraft im Haushalt zu sein. Ihre Mütter sind nicht in der Lage, ihnen das Fehlende noch zu geben, sie sollen und müssen so rasch wie möglich in das Erwerbsleben ein⸗ treten und für sich selber sorgen. Die Berufs beratungsstelle des Allg. Deutschen Frauenvereins bittet darum unsere Hausfrauen, daß sie helsen, die Töchter unseres Volkes fertig zu erziehen, ihnen eine Ausbildung zu geben, denn von der guten Anleitung hängt das Lebensglück der Mädchen ab.

* Merkblätter über Zeitfragen gibt der Rhein⸗ Mainische Verband für Volksbildung heraus. Die Blätter sind in erster Linie für die geistigen Führer der Landbevölkerung berechnet, um möglichst viele Personen in den Stand zu setzen, aufklärend und belehrend in kriegswirtschaftlichen Fragen zu wirken. Die Blätter werden unentgeltlich, auch in größerer Zahl, von der Ge⸗ schäftsstelle des genannten Verbandes, Frankfurt, Paulsplatz 10, abgegeben. Das erste Merkblatt ist soeben erschienen und be⸗ handelt in äußerst instruktiver Form die Kriegsanleihe.

* Stadttheater. In letzter Stunde wird nochmals auf den heutigen Vortr von Dr. Ludwig Wüllner hin⸗ gewiesen. Mit iedrich HebbelsAgnes Bernauer bringt die Bühnenleitung am nächsten Dienstag ein Werk zur

überhaupt noch nicht gegeben worden

haus mit 6 weiteren Künstlern derselben Bühne in N 132

* Anlagemusik. Sonntag, den 14. März, vormit⸗ tags 11½ Uhr, spielt auf dem Landgraf⸗Philipps⸗ Prag die Kapelle des 1. Landsturm⸗Ersatz⸗Ba⸗ taillons. Nachstehende Spielfolge ist aufgestellt: 1. Cho⸗ ral: Wie schön leuchtet der stern; 2. Mignonnette Ouverture facile, von J. Baumann; 3. Hochzeits⸗Ständchen Serenade, von O. Klose, Op. 56; 4. Herzog von Braun schweig(1806), Armee⸗Marsch Nr. 9; 5. Deutschlands Lor⸗ beerkranz, Patriotisches Marsch⸗Potpourri, von G. Silwe⸗ del; 6. Unsere an Marsch(neu), von C. Krauße, Großh. Musikdirektor a. D.

Ueber die zweite Hriegsanleihe gab gestern abend in der Neuen Aula der Universität Prof. Dr. Skalweit einem recht zahlreichen Publikum wertvolle und interessante Finger⸗ zeige. Wir stehen, so sagte der Redner u. a., wieder einmal vor einem bedeutungsvollen Ereignis. Das Ergebnis der zweiten deut⸗ schen Kriegsanleihe soll unsexe Geldrüstung erneut sicherstellen, soll Mut und Vertrauen in die Schützengräben und Staunen und Klein⸗ mut ins Ausland tragen. Wir dürfen begründete Hoffnung hegen, daß diese Ziele glänzend erreicht werden Wenn man sich die wirt⸗ schaftliche und finanzielle Lage der kriegführenden Staaten ansieht, so muß man erkennen, daß Deutschland im Frieden sowohl wie jetzt im Kriege dank seiner vollkommenen Kapital- und Volkswirtschafts⸗

15. März 78 bezw. beim Konsum⸗Berein 76, das Zweipfund⸗

Kriege Jrauen und

Wohnbach 1 5 2 T. wurde die Wohnbach, 12. März. In rauer i Familie des Lehrers Köhler. See ge die Nachricht, daß ihr zweiter Sohn, der in Ahrweiler in Stellung war, am Sonntag abend von einem Menschen, der am nächsten Tage zum Militär einrücken sollte, ohne jede Ursache auf der Straße ange⸗

fallen und erstochen worden war. Die Teilnahme an dem i

schweren Schicksal der Eltern ist hier allgemein. tarkenburg und Rheinhessen.

m. Offenbach, 13. März. Aus dem Zuge gestürzt ist gestern auf der Strecke Obe rursel Weißkirchen der Sune Hom- burg Frankfurt der 15½ jährige Sattlerlehrling Heinrich Nose aus Stierstadt. der tot aufgefunden wurde. Die Leiche wurde nach Steinbach i. T. verbracht. Ob ein Unfall oder Selbst- mord vorliegt, wird die weitere Untersuchung zu ergeben haben.

Hessen⸗Nassau.

d Frankfurt a. M., 12. Marz! Bei einem Einbruch in ein Kolonialwarengeschäft am Dornbusch erbeuteten die Diebe eine derartig große Menge von Waren aller Art, daß sie das Dieb

auf einem Fuhrwerk fortschafsen mußten. Von den brechern fehlt bis jetzt jede Spur.

Gerichts saal.

Mordprozeß Vogt. f

0 Vor in, und die eigenartige Rolle. die sie in dem Eheleben 3 rl führte. Ihr ganzes Sinnen war auf ein behagliches Dasein mit allen seinen und samt⸗ lichen Genüssen gerichtet und sie stand damit in schroffem Gegensatz zu dem ruhigen, für seine naturwissenschaftl Studien be⸗ K Ehemann. S ersten Ehe war das Leben

art, daß Deydrich auf den Gedanken kam, seine Fran trachte

nach dem Leben, und nach der Wiederverheira mit Frau Heydrich den Gedanken, ihren Mann aus der t 4. ffen,

In dem j un renen Vogt fand sie ein gefügiges Werkzeug dafür. Ve wird von seinen Freunden als ein verschlossener, ja finsterer Charakter

Umgang mit anderen hatte und fleißig ar Die Menschenkennerin Heydrich erkannte sofort, daß dieser ganz nach ihrem Geschmack war. Es war ihr von 1 9 iz, den jungen Mann ganz in ihre Netze zu locken Sie stellte 4 4 Manne brutal behandelt Tönne. Sie suchte

auf jede Weise den Vogt mit Haß gegen ihren Mann zu erfüllen. der

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nächtli en des Gas ha! aufgetaucht, dann ganz und in alle e iten. 1 Ausführung dieses i A verhindert worden; die Frau hatte ihn mit allem f N keine empfunden, oder ihn zu verhin versucht. Es zur Tat übrig, der dann am 16. Mai wurde. Der Oberstaatsanwalt führte nun im einzelnen dafür, daß Frau Heydrich den ur Aus führun zu der estiftet habe, ud 5 Fer Entschluß zu der Mordtat und zu der mi

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wenig Fälle gebe, in denen so deutlich eine so raffiniert

5 3 82 en 5 objektive sei onnenklar au Gang erhandlungen hervor und er ersuche deshalb die Geschworenen, den Vogt des Aerni Mordes mit Vorbedacht und der vollendeten Brand

iftung, Frau Heydrich der r Mord und zur

dstiftu ie des Mordes de e ee eee pause ein. 2 In der nachmittags Uhr wieder Verhand⸗ 1 der idiger des. ae S. Fe ke e ee 2 die Darstellung des daß Vogt dir t mit Vorsat und Uieberl babe Das ganze Ber- halten des 9 der Tat beweise, daß er sie Ir b. eine 5 keiner Weise festgestellt. Der Verteidiger bittet zum die

die Frage auf Schuldig der vorsätzli 5 stell die Beantwortung der Frage

der rteilung der Geschworrnen anheim. Justizrat Dr. Gal wachs dane de eg der 5e i 81 5 Das Urteil.

Beibüte unt Merterriug deun 10 7 5 e zum zum Tode un ahren oe, d n be 8 morde, Anstiftung zur Brand und wegen eines weiteren Gattenmordversu zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt. Beiden Angeklagten werden die bi 1 auf Lebens-

dauer aberkannt. Wir werden berichten.

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