tag, den 16. März, Mittwoch, den 17. März, Donnerstag, den 18. März und Freitag, den 19. März, vormittags von 8 bis V
478 Mädchen(199) eingeschrieben.
berrschenden Winter irre gemacht, nicht weiter nach Norden zogen,
röcke, 62 Franenjacken, ein Paket Kleidungsstücke verschie⸗
Notes⸗Kreuz⸗
A
dener Art. Außerdem richteten verschiedene Gemeinden direkte Sendungen nach Ostpreußen.— Exteilter Anweisung gemäß wurden die hier eingegangenen Decken gleichzeitig mit dem im Kreise Alsfeld gesammelten an die Abnahmestelle II für das 18. Armeekorps in Frankfurt a. M. abgesandt. Die hier abgelieferten Hosen, wollene Jacken usw. wurden mit den im Kreise Alsfeld gesammelten Gegenständen gleicher Art. in zusammen 16 Kisten der Anordnung des Landesvereins vom Roten Kreuz in Darmstadt entsprechend durch Vermitt- lung des Paketdepots Darmstadt an das im Westen stehende
intenregiment 116 versandt. Das Kreiskomitee für und Kriegshilfe hat der Sendung eine Kiste Wurstwaren, 6 Kisten Dürxobst, eine Kiste Tabak usw. und 3 Kisten mit Strümpfen beigegeben.— Die vorstehenden — ein Bild von der Opferfreudigkeit unserer Land⸗
ner. 1
Der Getreide- und Mehlverkauf. Die heu⸗ tige Nummer des Kreisblattes enthält eine Bekanntmachung des Kreisamtes über die Regelung des Verkehrs mit Brot- getreide und Mehl. Die Uebergangsbestimmungen vom 25. Januar sind durch die inzwischen vom Kommunalverband und von den Gemeindebehörden getroffenen Maßnahmen gegenstandslos geworden. Händler, Müller, Bäcker und Kon⸗ ditoren dürfen von jetzt an kein Mehl mehr an Pri⸗ pate abgeben, Nur innerhalb der Stadt Gießen darf noch bis zu der endgültigen Verbrauchsregelung durch die Stadt Weizenmehl von den Verkaufsstellen bis zu einem Pfund abgegeben werden. Ueber Roggenmehl darf nur mehr der Kommunalverband verfügen.
„ Erhöhüng des Milchpreises. Die Landwirte von Gießen und Umgegend haben den Milchpreis um 2 Pfg. für das Liter erhöht. Die Maßnahme wird damit begründet, daß die Knappheit und Preissteigerung der Futtermittel die Gefahr einer Milchnot möglich erscheinen lasse, der man durch eine Preis⸗ — vorbeugen müsse. Die Milchhändler haben ebenfalls demgemäß ihre Preise hinaufgesezt. Das Liter Vollmilch wird also vom 15. März ab 24 Pfg. kosten.
der Bierpreis. Die Gießener Wirte hatten, wie wir vor einigen Tagen mitteilten, angesichts der Er⸗ höhung des Bierpreises durch die Brauereien beschlossen, sich hierauf unter keinen Umständen ein assen. Verhand⸗ lungen mit den Brauereien haben zu keinem Ergebnis ge⸗ führt. Darauf haben verschiedene Wirte sich nicht mehr an die bedingungslos Felle Beschlüsse gehalten, sondern in ihren Lokalen ebenfalls die Bierpreise hinauf⸗ gesetzt. Hierdurch hat sich die seinerzeit von den Gast⸗ wirten mit e 8 5 betraute N ion genötigt gesehen, gefaßten Beschluß aufzuheben und 3 Mitgliedern ihr Verhalten freizugeben.
* Die Auszahlung der Familienunter⸗ stügungen für die Zeit vom 16. bis Ende März an die An⸗ gehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen findet Diens⸗
1 Uhr im Stadthaus, Zimmer Nr. 16, statt.
* Der Goldstrom in den höheren Schulen. Die hiesi höheren Schulen haben bekanntlich ihre Schüler und SAalertnnen veranlaßt, Gold für die Reichs⸗ bank zu sammeln. Das Ergebnis der Sammlung bis zum 10. ist: Oberrealschule 65430 Mk., Real⸗
gymnasium 37990 Mk., Gymnasium 37800 Mk., V
Löhere und Erweiterte Mädchenschule 51165
ark. Die Sammlung wird fortgesetzt, so daß mit einem Gesamtbetrag von mäidestens 200 000 Mk. mit Sicherheit gerechnet werden kann. Daß der Jugend für ihren Eifer zur Belohnung schulfreie Tage gewährt worden sind — gewährt werden, ist nicht mehr als recht und billig.
Stadttheater. Dr. Ludwig Wüllner bringt in seinem morgigen Vortragsabend— auf den hiermit nochmals nach⸗ drücklich hingewiesen sei— Dichtungen von Goethe, Schiller, Lilienrcon und N einzelnen— 1 ang. Grenzen enschheit, Promotheus, Der Gott und die Bajadere, Das Lied von der Glocke und Cin⸗
— Das reizende Kindermärchen„Tischlein deckdi Eselstreckdich und Knüppel au
s dem Sack“ von 1 Waldeck ist für nächsten Sonntag nachmittag noch ein letzt
Mal auf den Spielplan gesetzt worden.
* dDeutsche Organisation und gZuversicht an unserer Westfront. Von einem Reserveoffizier, der die schweren Kämpfe in Flandern im Spätherbst 1 55 i und jüngst nach kurzem Erholungsurlaub wieder zur Front zurückgekehrt ist, erhalten wir folgendes bedeutsames Stimmungsbild:
„Nun sitze ich wieder vor dem Feinde. Aber wie sehr hat sich
alles im vergangenen Vierteljahr geändert. Ueberall in Städten und auf Straßen deutsche Ordnung und Sauberkeit, deutsche Ge⸗ schäfte. Vor meinem Stabsquartiere halt die Dampfstraßen⸗ bahn, die einerseits zur Staatsbahn nach M., andererfeits hinter die Stellung führt. Auf unserem Marktplatz spielt täglich die Kapelle. Ostender Austern und Prager Schinken stets frisch
und billig zu haben. Auch unsere Truppen, Mannschaften und Offiziere 3 sich inzwischen ganz vorzüglich erholt. Alles ist munter frisch und voller Zu versicht.“
Der Nachwuchs in den Volksschulen. Durch ein Versehen unseres Gewährs mannes sind die Ziffern der Neu- anmeldungen für die Volksschuten, die wir gestern mitteilten, ver⸗ wechselt worden. Es wurden 194 Knaben(im Vorjahre 206) und
l Kreis Alsfeld.
1 Aus dem Ohmtal, 10. März. Mit Schnee bedeckter Erdboden und Kranichzüge in der Luft, die den nahenden Frühling ankünden, dazu nachts 5—6 Grad Kälte nach R. und ins Feld urückgekehrte Lerchen— das reimt sich schlecht zusammen. Wieder⸗ belt wurden Kranichzüge beobachtet, die aber, jedenfalls durch den
sondern über hiesiger Gegend kreiften. Auch der Lockruf der Lerche konnte schon im Felde vernommen werden. Das weiße Bach⸗ stelzchen, das nach seiner gelben Schwester erscheint, ist gleichfalls zurückgekehrt. Das sind Frühlingsboten, die uns künden: es muß
doch Frühling werden. 2 Kreis Büdingen. Büdingen, II. März. Die von den Schülern des hiesigen Wolsgang⸗Ern st- Gymnafiums vorgenommene Goldsammlung ergab die Summe von 25 000 Mk.; zur Be⸗
lohnung für ihren Sammeleiser erhielten die Schüler einen Tag schulfrei.
ie einen Monat je 10 große A —* er Abriß zur Entnah rot o
17*
Abrisse gegen Etctgelt ist verboten. Zuwiderhandlungen gegen diese Beftimmungen werden mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder 1500 Mark Geldstrafe bestraft. 3 ch. Aus Rheinhessen, 12. März. Die Witterung ist in der letzten Zeit umgeschlagen und in den Weinbergen sieht es wieder einmal vollständig winterlich aus. Lange wird sich' der Schnee, den die letzten Tage brachten, auch in den Weinbergen nicht halten können, denn hierzu sind die Strahlen der Mittags⸗ sonne bereits zu heiß. Immerhin hat das kalte Wetter den Vorteil, daß die Vegetation der Weinstöcke aufgehalten und ein vorzeiliger Austrieb der Reben vermieden wird. Die Arbeiten in den Wein⸗ bergen können bei der augenblicklichen Witterung nur wenig ge⸗ fördert werden, was bei den wenigen Arbeitskräften, die vor nden sind, als Nachteil bezeichnet werden muß. Wenn auch der kauf in letzter Zeit lebhafter geworden ist und im Verhältnis zur all⸗ gemeinen Lage als recht gut bezeichnet werden kann, so ist der Verkauf doch noch lange nicht so rege, wie zu Friedenszeiten. Immerhin konnten in den letzten acht Tagen in Rheinhessen etwa 100 Stück 1914 er umgesetzt werden. Bezahlt wurden für das Stück 1914 er in Spiesheim 500 Mk. in Heßloch 525 Mk., in Bechtheim und Guntersblum 600 Mk., in Oppenheim 800 Mk. Von den älteren Weinen konnten ebenfalls einige Posten verkauft werden. Das Stück 1913 er kostete in Alzey, Wendelsheim und Wörrstadt 520, in Wöll⸗ stein 525 Mark, das Stück 1912 er in Nieder-Saulheim 500 Mk. und in Alsheim 600 Mk. 5 Hessen⸗Nassau.
Marburg, 11. März. Für den hiesigen Stadtbezirk ist die Regelung der Brotverteilung durch Ausgabe von Brot⸗ marken vorgesehen. Zu diesem Zwecke ist die Stadt in 40 bis 50 Bezirke eingeteilt.
m Amöneburg(Kr. Kirchhain), 11. März. Auf Veranlassung mehrerer hiesiger Landwirte sprach im Greibschen Saale hier Herr, Dr. Sprenger von der Landwirtschaftskammer Kassel über Er⸗ richtung einer Jungviehweide. Trotz der überzeugenden Ausführungen des Vortragenden war eine Einigung nicht zu er- zielen. Im Interesse der Entwickelung unseres isolierten Berg⸗ städtchens liegt es aber, intensiwere Acker- und Wiesenwirt chaft zu treiben und namentlich eine rationelle Rindviehzucht zu sördern. fe. Homberg, 11. März. Vor einigen Tagen beging der in den weitesten Kreisen Hessens bekannte Freiherr Baron Adolf von Oynhausen seinen siebzigsten Geburtstag. Der Jubilar ist der letzte eines der ältesten! delsgeschlechter Hessens.
Schulter an Schulter mit unseren verbündeten.
Während der ersten Kriegsmonate war es den Russen gelun⸗ gen, Galizien und die Bukowina zu besetzen, im Karapathengebirge vorzudringen und dort Stellungen einzunehmen, von wo aus sie Ungarn bedrohten. Wie eine Insel inmitten der feindlichen Bran⸗ dung hielt sich noch die galizische Festung Przemysl. Wollte Oester⸗ reich⸗Ungarn Przemysl entsetzen und zugleich verhindern, daß der Russe Galizien, Ungarn und die Bukowina ebenso mit Beschlag be⸗ legte, wie Deutschland es mit Belgien und Nordfrankreich getan hatte, so galt es, die dortigen Streitkräfte aufs Aeußerste anzu⸗ spannen, die Russen in ihrem Vormarsch aufzuhalten, ihnen ihre Stellungen wieder zu entreißen und sie mit verdoppelter Wucht in großer Offensive nordwärts zurückzudrängen. e
Zur Erfüllung dieser überaus wichtigen Aufgabe beschlossen die erbündeten im Januar ein gemeinsames Vorgehen. Zwischen die österreichisch⸗ungarischen Armeen und Armeegruppen wurden deutsche Kräfte eingeschoben, die von Munkacs als ihrer Opera⸗ tionsbasis den Vorstoß in die Karpathen alsbald unternahmen.
Zu den Schwierigkeiten, die jeder Gebirgskrieg, zumal im Winter, einer gegen feindlich besetzte Höhen vorrückenden Truppe — in den e l. wie sie die eigenartige Formation dieses 1 i i zon Süden nach Norden führen etliche gut gangbare Straßen über die Paßhöhen. Große Längstäler, die sich in nordöstlicher Richtung erstreckten, sind aber zwischen den hintereinander gelagerten Haupt⸗ rücken so gut wie gar nicht vorhanden. Was die großen und hohen Kämme trennt, ist vielmehr ein bewegtes Meer von mittleren Ber⸗ gen und 17 die sich kulissenartig staffeln und nur selten einen weiteren U ick gewähren. Die quer durch die Karpathen füh⸗ renden Straßen können deshalb von unzähligen Punkten aus be⸗
herrscht werden, und auch ein zurückweichender Gegner findet auf Schritt und Tritt immer wieder neue Stellungen, die er leicht be⸗ festigen und in denen er sich mit verhältnismäßi geringen Kräften
behaupten kann. Infolgedessen ist der Angreifer oft gezwungen, seine eigentliche Vormarschstraße zu verlassen, die in mühseligem Spürdienst entdeckten Schlupfwinkel des Feindes zu umgehen und sich ihnen auf unwegsamen Seiten⸗ und Nebenpfaden zu nähern. 4 0 die er bei tiefem Schnee erst auffinden und freischaufeln mu
Was das für die Sicherung und Aufrechterhaltung der rück⸗ wärtigen Verbindungen und überhaupt für die Beförderung schwerer Lasten bedeutet liegt auf der Hand. Die Karpathen erheben sich zu Höhen von 1000 bis 2000 Metern. Steigungen, die die Fabrstraße in langen Windungen allmählich erschleicht, müssen abseits der Straßen durch steilen Anstieg errungen werden. Rollendes Fuhr⸗ werk versagt hier ganz. Nur Tragtiere vermögen dem kletternden. Menschen dorthin zu folgen und ihnen muß er alles aufbürden, was er an Munition und Lebensmitteln bedarf. Auch die Fliegeraufklärung hat in den Bergen mit außer⸗ ordentlichen Widerwärtigkeiten zu kämpfen. Die hohen Stellungen des Feindes 4 Flieger zu um so viel höheren Flügen. Die Wolken, die sich in den kurzen und gewundenen Tälern stauen und festklemmen, hindern die Beobachtung ebenso wie die ver⸗ schleiernden und täuschenden Nebelbildungen. Dabei werden die Winde in dem zerklüfteten Gelände in einer Weise gefangen und wieder zurückgeworfen, die eine Vorausberechnung der Luftströmun⸗ gen geradezu ausschließt und den schwebenden Apparat fortwährend mit tückischen Ueberraschungen bedroht.
Der Winterfeldzug in den Karpathen stellte unsere Truppen noch vor weitere neue und beschwerliche Aufgaben. Zunächst muß⸗ ten sich die deutsche und die österreichisch⸗ungarische Heeresver⸗ waltung so miteinander einspielen, daß die Verschiedenheit der beiderseitigen Einrichtungen, Vorschriften und Gewohnheiten die —.— Arbeit des neuen Justruments nicht beeinträchtigte. Wohl elten hat es sich klarer gezeigt, was guter Wille vermag, als hier. Unterschiede, die man im Frieden für wesentlich hielt, werden durch freundschaftliches Entgegenkommen schnell ausgeglichen; aus zwei geschichtlich und grundsatzlich von einander abweichenden Verwaltungen ist eine dritte entstanden, die sich der Vorzüge bei⸗ der zu bedienen weiß. 5
Und dann die Witterung. Wir hatten von Anfang an mit einem strengen Winter gerechnet, zumal uns bekannt war, daß in den Karpathen die Kälte im Februar mit 25 bis 30 Grad un⸗ ter Null ihren Höhepunkt zu erreichen oflegt. Kleidung und Aus⸗ rüstung der Truppe sind danach eingerichtet Eine große Menge von Fuhrwerken haben wir auf Schlittenkufen gesetzt. Ganze Kompagnien sind mit Schneeschuhen ausgestattet. Auch an Es⸗ limohunden fehlt es nicht, die bei dem starken Schneefall im Sama⸗ riterdienst verwendet werden. Allein der Himmel zeigte sich von seiner launischen Seite. Klingender Frost(bis zu 23 Grad) schlug mehrmals plötzlich in frühlingsmäßiges Tauwetter um; frischer, meterhoher Schnee schmolz unter lauen Regengüssen schnell wieder dahin. Die Kolonnen mit ihren Tausenden von Wagen und Schlit⸗ ten mußten sich bald durch tiefen Schnee, bald über Glatteis, bald in wahren Morästen von Straßenschlamm vorwärts quälen, und häufig hatten sie auf ihrem Vormarsch, je höher sie stiegen, an einunddemselben Tage all diese Hemmnisse der Reihe nach zu bewältigen. Für den durch solche Tagesleistung übermüdeten Sol⸗ daten erneuerte sich immer wieder die Gefahr, daß er am Abend, nichts als Schlaf und Ruhe begehrend, im Schnee niedersank und die tötenden Wirkungen des Frostes vergaß. Viele der leider nicht seltenen Erfrierungsfälle, auch manche ernsteren Hals- und Lungen⸗ erkrankungen sind auf einen Erschöpfungszustand zurückzufüh⸗ ren, der alle vernünftigen Maßnahmen des Schutzes und der Vor⸗ sicht nur allzuleicht außer Acht läßt.
Was nun die Quartiere betri der armen und teilweise schon ft Bevölkerung der Karpalhendörfer von
„ so konnte man sich von er 9 Indlich gebrandschatzten ooruherrin nicht viel ver⸗
sprechen. Es kann kaum etwas i und urwülchsiger sein als die hölzernen, dünn mit Lehm verklebten, rosa oder 3 angestrichenen Hütten jener Gegend. n ihren hoch darauf gestülpten Dächern aus Schindeln oder 8 troh sieht man gleichsam in jeder Fuge noch die Handarbeit an; sie er⸗ innern in ihrer primitiwen Gestalt, in der ausschließl Ver⸗ spendung heimatlicher Rohstoffe an die Höhlen und Zelte der Wilden, an die Nester der Vögel und an die erstaunlichen Gehäuse, womit tierischer Instinkt sich zuweilen umgibt. Aber darin zu wohnen wird den Menschen aus einer höheren Lebenshaltung schwerer, als in Schützengräben oder auf freiem Felde zu kam pieren. Zugluft und Rauch, Gerüche und Ungeziefer, Engigkeit und Schmutz hauchen dem Fremden eine Atmosphäre von Un⸗ esundheit entgegen, die er nicht gerade als anheimelnd empfindet. r allem war es jedoch die gewaltige Zahl unterzubringender Menschen und Pferde, was die Militärbehörden veranlaßte, über⸗ all begegnen uns Scharen gefangener Russen in ihrem Feldbraun. ner, selbst für die Unterkunft der Truppen zu sorgen.
So finden wir an und neben den Heerstraßen außer den Tau⸗ senden die selbst kämpfen oder den Kämpfenden ihren Lebens⸗ bedarf nachtragen sollen, noch ein zweites Heer, das Heer der Arbeiter. Die einen bauen Baracken, die andern schaufeln Schnee oder bessern die Straßen und Brücken aus. Eine höchstwichtige und schwierige Aufgabe ist den Pionieren zugefallen. Auf der Strecke der die Karpathen durchquerenden Eisenbahn sind in einem früheren Stadium des Feldzuges mehrere große Viadukte zer⸗ stört worden. Es handelt sich um Brückenbogen, die in einer Höhe von 35 Metern eine 40 Meter breite Kluft überspannten. An die Stelle der zwischen zwei steinernen Pfeilern hängenden Eisenkonstruktion ist ein riesiges Holzgerüst getreten, das aus der Tiefe emporstrebend den künftigen Schienenweg tragen wird. Das sind keine Instandsetzungsarbeiten, die von heute auf morgen beschafft werden können. Wochen mußten vergehen, bis das kunst⸗ volle Bauwerk aufgerichtet und den Truppen endlich die Bahn wieder freigemacht war.
die es erklären, warum die deutschen Truppen, obendrein gegen den Widerstand der überall sehr geschickt und zäh operier Russen, die Karpathen nicht im Sturm durchschreiten konnten Es kommt hinzu, daß die unerwartet schwankende Witterung in dem⸗ 12 75* wie sie„ 2. eit ließ, immer mehr Verstärkungen heranzuziehen. er⸗ freulicher ist es zu beobachten, wie die Deutschen all dieser Schwie⸗ rigkeiten Herr werden. Auf jeder nach Galizien hinführendem Straße haben wir dasselbe Schauspiel einer unaufhaltsam vor⸗ wärts rollenden Woge. Ueberall sehen wir deutsche und öster⸗ reichisch⸗ungarische Truppen frisch und entschlossen nachrücken, über⸗ all begegnen uns Scharen gefangener Russen in ihrem feldbraun Eine feindliche Stellung nach der anderen wird genommen, oft erst nach tagelangen Kämpfen und unter blutigen Verlusten, aber stets mit der geduldigen Zuversicht, daß wir es doch länger aushalten werden als der Gegner. Es ist ein anderer Krieg, als ihn unsere deutschen Soldaten bisher gelernt hatten, aber sie passen sich wunderbar schnell den neuen Verhältnissen an, und mit Abhärtung 175 Ausdauer 7 manches wettgemacht, was ihnen vielleicht an ebung mangelt. 4 5 5 Wie die Landschaft aussieht, in der sich diese denkwürdigen Ereignisse abspielen, wie die Bevölkerung, unter der unsere Krieger nun schon seit einem Monat bundesbrüderlich hausen, das 7 in einem späteren Brief geschildert werden. C. M. Märlte. le. Frankfurt a. M. Viehhofmarktbericht vom 11. März. Auftrieb: Rinder 79(Ochsen 2, Bullen 2, Kühe und Färsen 650, W——5 5 Wee 1 den ndenz: Rinder, Kälber, Schase un eine gedrũ
Preise für 100 Pd. Lebend ⸗ Schlacht ·
gewicht.
Mk. Mk. 80-63 100—105 56—60 33—100 5055 85—98
48—00 104—00
Käl ber. % Mittlere Mast- und beste Saugkälder Geringere Mast- und gute Saugkälber Sch a se. Mastlämmer und jüngere Masthammel Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht* 5 84.00—86.00 103.00—108. 00
Vollfleischige Schweine unter Lebendge wicht.. 76.00 80.00 95.00— 100.00 Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebendge wicht Vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht Il Marburg, II. Rindvieh⸗ und Schweinemarkt war nur mit Schweinen, meist Ferteln und Läusern, befahren. Die Preise stellten sich höher wie beim letzten Markt. So wurden bezahlt für 6wöchige Ferkel 35—40 Mk., für 7—Swöchige 45—50 Mk., für 3 Monate alte Läufer 55—60 Mk. und für 28 Jahr alte 100— 120 Mk. das Paac. Im ganzen belief sich die Zufuhr auf 437 Stück. Der Handel ging mittelmäßig.
84.00 86.00 108.00— 108.00
Abnehmende Bewölkung, trocken, nordwestliche Winde. Temperatur wenig geändert.
Zur Behandlung der gefangenen„u“-Bootsbesatzungen.
i. Köln, 12. März. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der holländischen 3 Es wird in den Blättern darauf auf⸗ merksam gemacht, daß in den Mitteilungen der britischen Admiralität über die gefangene Besatzung von U. die Bemerkung enthalten ist, daß erst nach dem Kriege die für die Verurteilung nötigen Beweise beigebracht werden kön⸗ nen. Es bestehe offenbar die Absicht, die 29 Mann vor ein englisches Kriegsgericht zu stellen.— In der 3 äußert 10 F dae wic 3 Harrison, die Besatzung von U. rfe nicht als kriegsgefangen be⸗ handelt werden, sondern gehöre als aus Mördern und Räubern bestehend vor ein Kriegsgericht. Aus seiner früheren Anwaltspraxis erinnert sich Harrison, daß im Jahre 1864 eine Bande von Seeräubern verurteilt und gehenkt worden ist; das gleiche sei noch 1876 vorgekommen.
Das deutsche Eigentum in Frankreich.
i. Köln, 12. März. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der fran⸗ zösischen Grenze: Justizminister Briand hat an die Staats⸗ anwaltschaften ein dringliches Rundschreiben erlassen, wonach die Maßnahmen zur Sequestration des deutschen und österreichisch⸗ungarischen Eigentums in eich beschleunigt werden sollen.
Der neue Kommandant der Russen im Kaukasus.
Wien, 12. März. Nach einer Sofioter Meldung ist General Radko Dimitriew von dem galizischen Kriegs⸗ schauplatz abberufen worden, um das Kommando der egen Konstantinopel zu sendenden russischen Armee zu Ar-
nehmen.
ag 50 fn
„Auch als Liebesgabe im Felde begehrt!“
—
84.00-86.00 108.00—106.00
März. Der kalendermäßig angesetzte
—— Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 18. Marz 118:
Wir haben auf einige der großen Schwierigkeiten hingewiesen,
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