*
Stun
und erzielte unter den Sträflingen
Spro
Blitz, und die Stadt war in eine dichte Rauch⸗ die furchtbare Explosion wurde in ungeheurer
ung gehört. Das Geschoß sauste etwa zwei Kilometer weit grub sich im Fall metertief in den Boden ein. Außer sich Gießer mit
und dur Freude überhäufte der Sultan den ungarischen Reichtümern. Nachdem den Griechen der Krieg erklärt worden war,
wurde diese Kanone unter großen Schwierigkeiten von Adrianopel gegen die Hauptstadt des Reiches geführt, aber sie gewährte doch nicht die Vorteile, die Mohammed erhofft hatte, weil etwa drei Stunden für ein einmaliges Abfeuern nötig waren, obwohl zur Bedienung des Geschützes 700 Mann erforderlich waren; so konnten in 24 Stunden nicht mehr als acht Schüsse abgegeben werden. Bei einem Schuß platzte das furchtbare Geschütz und tötete Orban, der das Feuer leitete. Neben dieser„Riesenkanone“ donnerten noch zwei andere, die zwar kleiner waren, aber doch Geschosse von 48 Kilogramm Gewicht schleuderten. Eine andere sehr große Ka⸗ none wurde gegen Justinian abgefeuert in einer Nacht, in der er unvermutet die am Goldenen Horn ankernden türkischen Schiffe angriff, und die Wirkung der Kugel war so groß, daß das ge⸗ troffene Schiff sofort mit 150 italienischen Seeleuten an Bord unterging.
——
Dermischtes. 3 3 g. der Straftinge. Neben anderen Ge— fänanissen besitzt Madrid eines, das sich mit einem gewissen Recht des Rufes eines„Mustergefängnisses⸗ etireut. In diesem hatte sich vor einigen Jahren, wie im„Bollettino della Federazione della Stampa“ erzählt wird, eine Gruppe von Journalisten gebildet, die beimlich für die Insassen des Gefängnisses eine eigene Zeitung schrieben, druckten und verbreiteten. Die merkwürdige Zeitung nannte sich„Fuerza“; sie war in schönen Buchstaben geschrieben, auf Stein in zwei Farben gedruckt und hatte einen geschmackvollen Kovf, von einem Künstler gezeichnet, der sich unter dem Pfeudonym „Cäsar“ verbarg. Der Leiter des Blattes war ein berühmter inter⸗ nationaler Fälscher, der viele Sprachen kannte und Artikel in Spanisch, Französisch, Deutsch, Englisch und Italienisch abfassen konnte. Der Zeichner und die anderen Schrütleiter waren sämt⸗ lich Diebe, die die Zellen der zweiten Galerie bewohnten; man sprach daher von der„Galerte der Intellektuellen“. Die Zeitung besaß auch eine Geschä'tsstelle und„Aktionäre“, ja sie hatte sogar eine Abteilung für die Anzeigen aul der vierten Seite. Die An- zeigenseite war besonders interessant, denn durch sie ersuhr man, daß man im Gefängnis für wenige Pfennige eine Tasse Tee er“ halten konnte, daß es darin eine Reihe Industr een gab, die für die Lebeusbedüremisse der Insassen sorgten, daß es selbst an verschiedenen „Pfandleihhäusern“ nicht fehlte. Die Zeitung war sehr gut geleitet einen starken Erfolg Die zweite
mmer von„Fuerza“ berichtet darüber in einem Jubelartitel unter dem Titel„Unser Erscheinen“. Die ehrenwerten Diebe be⸗ gnügten sich nicht mit Moralpredigten, sie erzeugten auch Literatur und trieben Philologie. Sie eröffneten Abstimmungen unter den Kollegen über die richtige Schreibweise eines Wortes, sie beschäf⸗ tigten sich mit„Gesundheitsmaßregeln“ in der Verwaltung des Gesängnisses, wobei sie die verschiedenen Belästigungen anfübrten, die sie in den Nächten erfuhren; sie machten Verse, denen immer die letzte Spalte der vorlezten Seite vorbehalten blieb. Sehr ver- schiedenen Inhalts waren die Wurtschaftsanzeigen. Die Gefangenen boten einander zu mäßigen Preisen Vantoffeln, Kaffee, alte Wäsche, Unterrichtsstunden, Firnisse, Streichhölzer ufw. an. Welche Um⸗ stände einem so verdienstlichen und gutgehenden Blatte schließlich doch die Fortdauer unmöglich gemacht haben, wird in der ita⸗ lienischen Fachzeitschrist leider verschwiegen.
Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde.
Sottesdienft in der Synagoge(Süd⸗Anlage). Samstag. den 13. März 1915: Torab en) 6.00 Uhr.
Die Zeitun
Morgens 9.00 Uhr.
Nachmittags: 3.30 Ute. Sabbatausgang: 7.10 Uhr.
Israelitische Religionsgesellschast.
5. Gottesolenst. Sabbalfeiee am 13. März 1915:
itag abend 5.55 Uhr.
samstag vormittag 8.30 Uhr. Predigt.
Samstag nachmittag 3.30 Uhr.
Sabbabglusgan 7. 10 Uhr.
Wochengott ust: Morgens 6.45, nachmittags 5.30 Uhr.
wöchentl. Uebersicht der Todesfälle i. d. Stadt Gießen. 9. Woche. Vom 21. bis 27. Februar 1915. Einwohnerzahl: angenommen zu 32 9 0(intl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitszisser: 23,70%, Nach Abzug von 3 Ortsfremden 19,00.
5 Er- Kinder
Es uf. g
Es starben an a Zuf wachsene in 1 ens 2. 94k“ Masern 2— 1 1 Keuchhusten 2—— 1 Lungentuberkulose 3 1— 2 Lungenentzündung 40 1 10 2 Syphilis 100 10— 2 Herzlähmung 1 1—— Leberkrankheit 1 1—— Bösartiger Neubildung 10 10) 8 anderen Todesursachen TVT
Summa: 15(3) 6 02 2(J)) 7
Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Meteorologische Beobachtungen der Stalson Gleßen.
— 2 8 E 8 23 33 2 5 8 SS SS„„„en „„„„„ 85 3 88 8 8 80 22 0 10% 61,8 + 0,2 20 64 W 2 10 10 2 50,3— 0,9 3,8 0 8.W] 2 10 11. 2 48,3— 1,1 17 93 S88E 210 ö 93 0 8 ö ö 1 ö Höchste Temperatur am 9. bis 10. März 1915 ++ 0,3 0. Miedrigste„ ie.„ d 8. Niederschlag: 0, mn. 2—————— Nhelnischeg Zschlnenbad, EHfsfKfrste chat, . 1 5. echnikum Bingen e
Cheuffeurkurse. —
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Amtlicher Teil.
Bekanntmachung für die noch nicht eingestellten Angehörigen des Beurlaubten⸗ standes(Reserve, Landwehr I. und II., Seewehr I. und II.), der Ersatzreserve, des unausgebildeten Landsturms der Jahr⸗ gänge 1885 bis 1895, somwie des ausgebildeten Landsturms. Es haben sich bei ihren Kontrollstellen(Kreis Gießen beim Hauptmeldeamt Gießen, Landgrafenstraße 6, Kreis Alsfeld und
Lauterbach beim Meldeamt Alsfeld, Kreis Schotten bei der Be⸗
irkskompagnie Schotten) zu melden n 3 r Montag. ben 15. Marz 1915 sämtliche Angehörige des Beurlaubtenstandes; 5 7. Dienstag, den 10. März 19415, sämtliche Ersatzreservisten: Mittwoch, den 17. März 1915 sämtliche ausgebildete Landsturmpflichtige: a 5 Donnerstag, den 18. März 1915 die unausgebildeten Landsturmpflichtigen der Jahrgänge 1895 bis ein⸗ schließlich 1890; 5 a Freitag, den 19. März 1915 die unausgebildeten Land⸗ sturmpflichtigen der Jahrgänge 1889 bis einschließ⸗ lich 1885.. 1 Die Meldungen können mündlich oder schriftlich erfolgen, im letzteren Falle sind die Militärpapiere einzuschicken und zu ver⸗ merken, daß die Meldung auf Grund dieser Bekanntmachung erfolgt. Wer sich an den besohlenen Tagen nicht bei seiner Kontroll⸗ stelle meldet, wird nach den Kriegsgesetzen bestraft. K. Die vom Waffendienst zurückgestellten und für unabkömmlich anerkannten Mannschaften sind von der Meldung befreit. Gießen, den 6. März 1915. Großherzogliches Bezirks⸗Kommando: Naumann, Oberstleutnant und Bezirkskommandeur. Bekanntmachung. 12 Betr.: Zurückstellungsgesuche; öffentliche und freiwillige Hilfs⸗ tätigkeit. 55 Den eben Truppenkommandos im Felde gehen täglich eine Unzahl von Gesuchen zu, die mit der Begründung einer wirtschaft⸗
vom Kriegsdienst anstreben. Aus militärischen Gründen kann sol⸗ chen Gesuchen nur in sehr vereinzelten Fällen entsprochen werden.
Abgesehen davon, daß die an das mobile Kommando direkt gerichteten Gesuche meist ihren Zweck verfehlen, sind sie e der vielfach übertriebenen Schilderung vorhandener wirtschaftli Notstände geeignet, falsche Vorstellungen über die durchaus geord⸗ neten Verhältnisse in der Heimat hervorzurufen und hiermit Un⸗ ruhe in die Feldarmee zu tragen..
Derartige Gesuche sind nicht an die mobilen Kommandos, son⸗ dern nur an das stellvertretende Generalkommando zu richten. Dieser einzuschlagende Weg hat für den Gesuchsteller den wesent⸗ lichen Vorteil, daß von hier aus durch Befragung der lokalen In⸗ stanzen jedes Gesuch auf seine Dringlichkeit sorgfältig geprüft und in wirklichen Notfällen eine Beurlaubung oder Versetzung zu einem Ersatztruppenteil bei dem mobilen Korps befürwortet werden kann. Ein wahrhaft dringliches Gesuch hat also nach dem Vorgesagten
Korps gerichtetes 5! Notwendig ist auch, daß in Feldpostbriefen alle übertriebe⸗ nen Schilderungen angeblicher wirtschaftlicher Notstände in der Heimat permieden werden. Abgesehen von einzelnen Ausnahme⸗ fällen, die in jedem Kriege unvermeidlich sind, ist dank der glän⸗ zenden finanziellen Kriegsbereitschaft, der außergewöhnlichen Or⸗ ganisationsgabe des deutschen Volkes und nicht in letzter Linie bewundernswerten Anpassungsfähigkeit der Industrie unsere wirtschaftliche Lage im Vergleich mit der Wirtschaftslage der anderen kriegführenden Nationen eine ungewöhnlich günstige. Grund zu irgendwelcher Besorgnis ist daher nicht gegeben. Derart übertrie⸗ bene Schilderungen einzelner Notfälle, die meist auch verallgemei⸗ nert werden, sind aber geeignet, die draußen im Felde stehenden Leute zu beunruhigen und ihnen die zuversichtliche Ruhe und Sicher⸗ heit zu nehmen, die unbedingt zu einem standhaften Durchhalten notwendig ist. Gießen, den 4. März 1915.. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Usinger.
An den Oberbürgermeister der Stadt Gießen und an die
Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Auf obige Bekanntmachung weisen wir besonders hin und
empfehlen Ihnen, sie in geeigneter Weise in den Gemeinden be⸗ kannt zu geben. i
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. fuam.-uenazdbans.
Steckbrief. Gegen den unten beschrie⸗
2¹³0
benen Wehrmann Josef Palm, geboren am 7. Jan. 1881 zu Köln⸗Meerbeim Kreis Köln, zuletzt wohnhaft in Brüninghausen bel Dort⸗ mund, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungsbaft we⸗ gen Fahnenflucht verhängt.
Es wird ersucht, ihn zu verhaften und an den unter⸗ zeichneten Truppenteil oder an die nächste Militärbe⸗ börde zum Weitertransport bierher abzuliefern.
J A. d. B. K. Engermann Hauptm. u. Bataillonsführer
Beschreibung:
Alter 34 Jahre. Statur schlank. Augen braun. Mund gewöhnlich. Gesicht bager. Gröte 1,75 m. Haare blond. Nase gewöhnlich. Bartz blond. Schnurrbart. Gesichtsfarbe blaß. Besond. Kennzeichen:
nichts. Kleidung: Beim Ente weichen feldgraue Anisorm.


