ö der 6. Ansturm den blutig erkauften Kamm in ihre Hände. ie Reihen der Führer und der Mannschaften waren lichter ge⸗ worden; ein Bataillons⸗Kommandeur, der seinen Leuten voraus⸗ stürmte, fiel, als er eine Handgranate in die französische Stellung warf. In ihr und hinter ihr am jenseitigen Hang war die weiße Erde mit den dunklen Gestalten gefallener Alpenjäger besät; nur wenige entgingen dem Tode durch die Flucht. Sie sind in den fran⸗ fiche lpen zu Hause und der Gebirgskrieg ist ihr eigentliches Element: jeder einzelne ist ein Scharsschütze. Bei diesen aus⸗ gezeichneten Eigenschaften des gefährlichen Gegners sind die Lei⸗ stungen unserer jungen Angriffstruppen, die nicht aus den Bergen men, ganz besonders bemerkenswert. Fünf Tage und fünf Nächte lagen sie unter freiem Himmel in den verschneiten Gefechts⸗ stellungen und lebten von dem Brot und den Konserven, die sie mitgenommen hatten. Erst am 23. Februar war die Lage voll⸗ kommen geklärt und die ganze Stellung, gegen die der Angriff angeestzt war, in deutschen Händen. 5 g Eigentümlich hatte sich die Lage bei dem Dorse Stoßweier entwickelt. Als der Gegner am 21., dem 3. Gefechtstage, den Ort noch nicht geräumt hatte, wurde beschlossen, ihn im Sturm zu nehmen. Bayerische Kavallerie, württembergische Landwehr und 2 Landsturm gingen im Tal gegen die schmale Ostfront des es vor, das sie im erbitterten Nahkampf von Haus zu Haus nahmen. Die Lage des siegreichen Detachements gestaltete sich in⸗ dessen recht schwierig, da der hartnäckige Gegner das unmittelbar ich angrenzende Dorf Kilbel und die südlich und nördlich an⸗ i Hänge behauptete und von dort die Verbindung nach uster unter Feuer hielt. Da kam die Artillerie dem bedrängten Detachement zu Hilfe, indem sie den Alpenjägern das Verbleiben in i unmöglich machte und den Nachbartruppen das Vorgehen über die Stoßweier von beiden Seiten beherrschenden Höhen er⸗ leichterte. Kilbel wurde am frühen Morgen des 23. besetzt und damit war der Zusammenhang der neu gewonnenen Linie vom -und Klein⸗Kopf über Eichwald bis zum Reichsacker⸗Kopf und Sattel hergestellt. Das Ziel fünftägiger schwerer Kämpfe war errricht, und wieder begann unter Leitung und Beistand der Pio⸗ niere die Arbeit mit Beilpicke und Spaten, die in dem unübersicht⸗ lichen, Ueberraschungen begünstigenden Waldbergen ebenso wichtig wie um Felsboden schwierig ist. Was den Gräben an Tiefe fehlt, muß in Höhe durch mühsam aufgetürmte, erdbedeckte Stein⸗ mauern gewonnen werden, und an manchen Stellen kann den feh⸗ lenden Laufgraben nur die geschickte Führung des Schützengrabens ersetzen. Mancher sorgsam ausgebaute Unterstand der Alpenjäger leistet gute Dienste, na er an der neuen Front verstärkt und angesetzt war, in deutschen Händen. Das Ergebnis der heißen Gefechtstage waren außer rund 800 gefallenen Franzosen 600 Gefangene und mehrere Maschinen⸗ Die Beute an sonstigem Material konnte in dem unüber⸗ ichtlichen Gelände noch nicht abschließend festgestellt werden. 2 „In den esen nahmen wir die feindliche Hauptstellung auf den Höhen östlich Sulzern in einer Breite von zwei Kilometern, sowie den Reichsackerkopf westlich Münster im Sturm... In der Gegend südöstlich Sul zern nahmen wir Hohrodberg.. wurden die Orte Horod und Stoßweier nach Kampf, der Sattel nördlich Mühlbach im Sturm genommen — Obersten Heeresleitung über die Kämpfe bei Münster. Von „die sie lasen, ahnten wohl nur wenige etwas von dem stillen Heldentum unserer Jungen und Alten, die Grenzwacht in den Vo⸗ gesen halten. W. T. B.
..“ So lauteten die Mitteilun⸗
Deutscher Reichstag.
Berlin, 10. März. Das Haus und die Tribüne sind außerordentlich stark besucht. Am Bundesratstisch sind alle Staatssekretäre mit zahlreichen an⸗ deren Regierungsvertretern anwesend. Die Tribünen sind über⸗ füllt, die Abgeordneten——.— anwesend, viele unter ihnen im schlichten au und geschmückt mit dem Eisernen Kreuz. Präsident Kaempf eröffnet die Sitzung mit folgender
Au b
Nach einer Vertagung von lä als drei Monaten heiße ich Sie alle zu neuer Arbeit im Hause Wallonen. Sie sowohl, die Sie, zu den Fahnen einberufen, aus dem Felde herbeigeeilt sind, und Sie, die in der Heimat der Kriegs hilfe ihre Tätigkeit widmen, alle von dem einen Gedanken beseelt, dem einen Gedanken an eine sieg⸗ reiche Durchführung des gewaltigen uns aufgezwungenen „ Auf allen Kriegsschauplätzen stehen wir mitten in der
wichtiger Ereignisse. Im Westen hält unsere tapfere deutscher 55 eit trotz aller Mühen und Strapazen
inie von tern von den Vogesen bis zum unerschütterlich fest.(Lebhafter Beifall.) Im Osten leitet ein genereller strategischer Gedanke auf einer noch längeren Linie der Ostsee bis zur Bukowina die Kriegsoperationen. Unter fast unmenschlichen Anstrengungen hat unsere Armee und die österrei⸗ chisch⸗ u sche auf diesen Feldern Erfolge erzielt, wie sie die Welt seit den von Sedan nicht gesehen hat.(Lebhafter Beifall.)
in n
Im Süden hä t die tapfere ottomanische Armee Wacht an den Dar⸗ danellen, in die einzudringen der übermächtigen englischen und fronzöfischen Flotte nicht geglückt ist(Lebhafte Zustimmung), und
schiebt ihre Vorposten vor bis an den Suezkanal, wo sie Aegypten
ihr der britischen Weltherrschaft.(Lebhaftes
richtig!
Mit der Ruhe und Entschlossenheit, auf die wir Deutsche stolz sind, führt die deutsche Admiralität den wirtschaftlichen Krieg 5 land mit unseren Unterseebooten, deren Mann⸗ schaft und Soldaten schon so viele Beweise ihres heldenhaften Todes⸗ mutes gegeben haben.(Lebhafter Beifall.) Deutschland aber läßt sich n t durch Hunger besiegen. 3 4 Zustimmung.) Wenn
e Feinde glauben, uns auf diese Weise durch Androhung von Repressalien, die allem Völlerrechtsgesetz Hohn sprechen, mürbe zu machen, so haben sie sich verrechnet.(Lebhafter Beifall.) Sie haben ihre— nicht eingestellt auf die wirtschaftliche Kraft des deutschen Volkes, sie haben in ihrer Rechnung nicht eingestellt den Umstand, daß wir, wenn auch kleine Einschränkungen in den Lebens⸗ gewohnheiten des deutschen Volkes etwa notwendig werden, ge⸗ nügend Lebensmittel haben, um das Volk zu ernähren. Und was die finanzielle Kraft des Deutschen Reiches anlangt, so brauche ich nur daran zu erinnern, daß die zweite große Kriegsanleihe von Milliarden begeisterte Aufnahme in ganz Deutschland findet.(Beifall.) Unsere Feinde haben in ihre Rech⸗ nung nicht eingestellt das O anisationstalent des deutschen Volles, das selbst in unentwirrbar erscheinenden Verhältnissen Ordnung zu schaffen imstande ist. Sie haben nicht eingestellt in ihre Nech⸗ nung die Stärke der Landwirtschaft, die Fähigkeit und Tatkraft unseres Handels und unserer Industrie, die in der Lage gewesen lind, neue Hilfsauellen, neue Wege zu finden. Vor allem haben sie nicht in ihre Rechnung eingestellt die Einmütigkeit der Nation und den festen Willen zum Siege(Lebhafter Beifall), die in jedem einzelnen, vom ersten bis zum letzten unaus⸗ rottbar vorhanden ist. Alle Härten und Schwierigkeiten, die der Krieg notwendigerweise mit sich bringt, verschwinden und sind überwindbar, weil jeder sich stützt auf das feste Vertrauen in die Zukunft des Deutschen Reiches.(Lebhafter Beifall.) Ungeheuer gruß sind die Verluste an Menschenleben, die in tiefer und stiller Trauer, aber mit Entschlossenheit getragen werden. Nicht oft genug kann betont werden, daß ein Volk, das diese Opfer dem Baterlande darhringt, das dieser Hingebung an das Vaterland jähig ist, nicht besiegt und nicht vernichtet werden kann.(Lebhafte Zustimmung.) Der allmächtige Herr der Heerscharen hat daher den Sieg an unsere Fahnen geheftet, und so wird, des sind wir gewiß, auch der endgültige Sieg unser sein auf den gewaltigen Schlachtfeldern in Ost und West, damit uns ein dauernder Friede erwächst, der uns führt zu neuer Blüte, zu neuer Macht und neuer —. 8 geliebten Vaterlandes.(Lefthafter wiederholter
fall.
Der Präsident macht eine geschäftliche Mitteilung und verliest unter Beifall des Hauses den Telegrammwechsel mit den öster⸗ reichischen, ungarischen und osmanischen Parlamenten, gedenkt des verstorbenen Abgeordneten Semmler(natl.) und teilt das Schreiben des Staatssekretärs mit, durch welches das Mandat des Abgeordneten Weil! nach Verlust seiner Reichsangehörigkeit erloschen ist. Mit der Prüfung des Mandats des Abgeord⸗
schäftigen. Die verstärkte Budgetkommission soll aus 36 Mitglie⸗ dern bestehen. Auf der Tagesordnung steht die erste Lesung des Etats.
Staatssekretär Helffrich: Ich glaube, eine Pflicht zu er⸗ füllen, wenn ich die erste Gelegenheit benutze, um zum Ausdruck zu bringen, welchen Dank das Reich und seine Finanzen meinem 5 orgänger schuldet, der mit treuer Hingabe und Sachkenntnis sein Amt verwaltet und sich durch die Finanzierung der letzten Oeeresvorlage ein bleibendes Denkmal gesetzt hat. Er hat geglaubt, den Aufgaben, die dieser Krieg für den Leiter der Reichs finanzen bringt, nicht mehr gewachsen zu sein. Das Vertrauen des Hauses hat mich zu seinem Nachfolger gemacht. Der Entschluß, das Amt zu übernehmen, ist mir nicht leicht geworden, denn riesenaxoß wird die Aufgabe sein, die der Friedensschluß mit sich bringen wird, aber das Soldatenherz, das in jeder deutschen Brust lebt, har mir ein kate⸗ gorisches„du mußt!“ zugerufen und so werde ich meine ganze
Kraft einsetzen zur Erfüllung der unerhört schweren aber auch unerhört stolzen und großen Aufgaben, die die unser harren. Ich rechne dabei auf das Vertrauen
und die Mitarbeit aller Berufenen, und um dieses Vertrauen bitte ich auch die Vertreter des deutschen Volkes. Ich werde nicht das Glück haben, mit Ihnen immer einer Meinung zu sein, aber ich hoffe, daß der Geist, der jetzt alle deutschen Herzen erfüllt, auch un⸗ sere gemeinsame Arbeit begleiten wird. Die Gegensätzlichkeit der Weltanschauung und der materiellen Interessen werden nicht aus diesem Hause und aus dem Volke verschwinden. Wir müssen uns nur hüten, daß die aus dem Leben kommende Wärme nicht zur Feuersbrunst werde. Das Bewußtsein unserer deutschen Lebens⸗ und Kulturgemeinschaft und die Liebe zum großen deutschen Vater⸗ lande muß alles überragen(Beifall). Ein Finanzprogram m für die Zukunft kann ich nicht geben, ein solches braucht die seste Unterlage von Tatsachen, und die sind durch den Ausgang des Krieges und die Friedensbestrebungen bedingt. Aber ich werde jedenfalls an meine Aufgaben herantreten ohne Vergangenheit. Wir alle werden mehr oder weniger umlernen müssen, denn die Zeit, die wir durchmachen, ist das größte Erlebnis, das je einer Generation beschieden ist. Ich will aber von der Gegenwart sprechen.
Der Etat sieht anders aus als sein Vorgänger. Eine zu⸗ treffende Veranschlagung der Etatsätze ist nicht möglich, aber wir brauchen die verfassungsmäßigen Unterlagen für die Reichswirt⸗ schaft. Die Ausgaben für Heer und Marine sind von Anfang an auf den außerordentlichen Etat übernommen, und eine Spezialisie⸗ rung ist nicht möglich. Wir wissen, daß draußen in unseren olo⸗ nien Männer tätig find, die das Herz auf dem rechten Fleck haben.(Zustimmung.) Sie verteidigen das in harter Arbeit frucht⸗ bar gemachte Land, sie kämpfen für den Namen und die Ehre und die Zukunft des weißen Mannes in Afrika.(Beifall.) Aber trotz allem sind wir über Eeinzelheiten nicht unterrichtet und deshalb geben wir nur den Rahmen für einen Kolonialetat. Es soll nur die Möglichkeit zur weiteren finanziellen Unterstützung gegeben werden. Der Etatansatz für Heer und Marine mag vielleicht überraschen, denn er ist so berechnet, daß der Krieg bis zum Spät⸗ herbst dauert. Aber erst beim Friedensschluß können wir über⸗ sehen, was für Heer und Flotte ausgegeben werden mußte. Das wird dann in einem Nachtragsetat geschehen. Wir haben uns nicht veranlaßt gesehen, die planmäßige Tilgung der Reichs⸗ schuld einzustellen. Die nach so vielen Mühen eingeführte Schul⸗ dentilgung mußte nach unserer Ansicht mit einem Ueberschuß weiter fortgesetzt werden. Solange wir es können, werden wir die Zinsen für die Kriegsschuld auf den ordentlichen Etat übernehmen, damit wir nicht auf eine schiefe Ebene kommen. Wir denken auch nicht daran, darauf zu verzichten, daß unsere Feinde für den materiellen Schaden, den sie durch den Krieg angerichtet haben, aufkommen müssen.(Lebhafte Zustimmung.).
Ich kann Ihnen mitteilen, daß wir nicht mit einem Fehl⸗ betrag, sondern voraussichtlich mit einem Ueberschuß des letzten Finanziahres abschließen werden. Diese Entwick⸗ lung des abgelaufenen Finanzjahres gibt uns die Möglichkeit einer einigermaßen sicheren Prognose für das laufende Etatsjahr. Die Ausfälle werden gedeckt werden können durch die Ersparnisse bei den Ausgaben. Daß wir so günstig abschließen können, be⸗ weist, daß unser Unterbau der Finanzkraft gut ist. Die täglichen Ausgaben der sämtlichen kriegführenden Großmächte betragen etwa 1½ Milliarden Mark. Ich kann Ihnen sagen, die verbündeten Re⸗ gierungen sind genötigt, Sie zu erf n, einen weiteren Kriegskredit zu bewilligen, damit wir die finanzielle Be⸗ wegungsfreiheit bekommen. Wir sind durchdrungen von der Größe des Opfers, das wir bringen sollen. Aber Sie werden mit mir der Meinung sein, daß keine Last zu groß ist, wenn es sich um den Bestand des Vaterlandes handelt.(Lebhafte Zustimmung.) Die schwersten Opfer sind die finanziellen nicht, das ist das gute deutsche Blut, das draußen mit zwingender Selbstverständlichkeit bei treuer Pflichterfüllung vergossen wird.(Lebhafte Zustimmung.) Wir, die wir nicht draußen kämpfen können, können nur alles tun, um den Soldaten draußen ihr Los zu erleichtern und die Früchte ihres Heldentums zu sichern. Dazu ist allerdings die Bewilligung der neuen Mittel notwendig. Aber beteiligen Sie sich auch an der Aufbringung, indem Sie aufklärend draußen wirken. Es handelt sich um eine patriotische Pflicht. Es handelt sich darum, die Mittel aufzubringen, und dieser sollte sich niemand entziehen. Die erste Kriegsanleihe war ein Erfolg von ungeahnten Dimen⸗ sionen, sie betrug 4½ Milliarden Mark. Wir hatten diesen Erfolg zu verdanken dem raschen Fortschritt und dem vermehrten Wohl⸗ stand unseres Volkes und dem Opfermut und der ausgezeichneten Leitung des Anleihegeschäftes. Die Reichsbank hat sich um unsere finanzielle Kriegsrüstung ein au l erworben.(Lebhafte Zustimmung.) Der Reichsbank⸗Präsident hat das mit zäher Arbeit in mühseligen Jahren erreicht. Unsere deut⸗ schen Kreditorganisationen haben sich besser bewährt als die irgend eines anderen Landes.(Zustimmung.) Dieses ruhige Funktio⸗ nieren hat nicht zum wenigsten dazu en, ganzen Volke das Vertrauen zu geben, das es der Anleihe gezeigt hat. Aber auch der zweite Appell an die Sparer und Kapi⸗ talisten muß befolgt werden. Wir haben das Werben ausgebaut auf Grund der ersten Erfahrungen. Wir haben für Aufklärung gesorgt. Es gilt, dem ganzen ke klar zu machen, daß dieser Krieg nicht bloß mit Blut und Eisen, sondern auch mit Brot und Geld geführt wird. Es gibt nicht bloß eine all⸗ gemeine Wehrpflicht, sondern auch eine allgemeine Sparpflicht und eine allgemeine Zahlpflicht. Ein Verschwender notwendiger Lebensmittel und ein Mammonsknecht, der sich nicht von seinen Ersparnissen trennt, ist um keinen Preis besser als ein Deser⸗ teur.(Zustimmung.) Unsere deutsche Landwirtschaft ist heute in der ganzen Welt nicht nur unübertroffen, sondern auch unerreicht. Der Ausbau unserer strie hat den weitaus größten Teil des Kapitalzuwachses au mmen. Es blieb für das Ausland nur ein relativ bescheidener Prozentsatz an Erspar⸗ nissen übrig. An Auslandsanlagen gemessen, sind wir ein armes Volk, aber danach unsern Wohlstand zu beurteilen, wäre geradezu, wie den Reichtum eines Mannes zu beurteilen nach seinem äußeren Aufwand. Oesterreichs Kriegsbedarf ist geringer, und die Türkei hat wieder gezeigt, mit welchem Mindestmaß an Geld ein Krieg werden kann. Soweit es ohne Geld nicht ging, hat Deutschland ausgeholfen.(Bravo.)
Die Kriegskosten unserer Gegner sind bedeutend höher als unsere und die unserer Verbündeten und in letzter Zeit sind die Kriegskosten Englands gewaltig gestiegen. Sie betragen täglich 40 Millionen, und die amtkosten unserer Gegner be⸗ tragen über 120 Millionen. Aufgebracht sind diese Mittel durch Anleihen, durch Notenpresse und durch Steuern. Was England an Kriegssteuern ei„reicht aber nicht entfernt aus, um die Ausfälle zu decken. Wir glaubenzurzeit von Kriegs⸗ steuern absehen zukönnen, auch um, weil wir an der Hoffnung festhalten, die Rechnung für den Krieg unseren Gegnern präsentieren 11 können. N Das gste ist, daß der Plan einer gemeinschaft⸗ lichen Anleihe zwischen Rußland, und Frankreich an einem Widerstande Englands gescheitert ist. ir 95 5 rn gegen uß land Englands sinanzielle Rüstung beginnt einen schwachen Punkt zu zeigen, das ist der relativ niedri
neten Wetterlé wird sich die Geschäftsordnungskommission be⸗
von England, der halb so hoch ist, wie unserer Reichsbank. (Hört, hört!) Der Goldbestand unserer Reichsbank
ßerordentlich großes Verdienst] der
Goldbestand der Bank
hat sich in einem ungeahnten, nirgends erreichten Maße gehoben. 8 Seit Kriegsausbruch hat unser Goldbestand von rund 250 Millionen auf 2300 Millionen Mark zugenommen.(Beifall.) Wenn wir ein Heer, ein Volk, ein Blut sind, dann kann uns mit Gottes Hilse der Lohn nicht fehlen, dann werden wir durchhal⸗ ten und durchkämpfen bis zum vollen Siege, bis zum ehrenvollen Frieden und zum Siegespreise, der uns
nach allen unsäglichen Opfern Ausgleich und Versöhnung bieten
soll, dann wird das deutsche Volk vor dem Weltgericht bestehen und die Zukunft wird uns gehören.(Lebhafter Beifall.) Die Besprechung. g
Abg. Haase(Soz.): W ist, alles zu tun, um das eigene Land zu verteidigen. Dies Bestreben wird nicht durchkreuzt, sondern befestigt durch offene Kritik. Unsere Brüder im Felde, die stündlich dem Tode ins Auge schauen, erfüllen mit fast über⸗ menschlicher Kraft ihre harte Pflicht in gleicher Weise wie alle anderen.(Sehr richtig.) Da darf die Regierung sich nicht der Auf⸗ gabe enthalten, dafür zu sorgen, daß der gleichen Pflicht auch die gleichen staatsbürgerlichen Rechte gegenüberstehen, vol le Gleich⸗ berechtigung auf allen Gebieten als Erfüllung eines unabweisbaren Anspruches. Für ein Klassenwahlrecht darf inner⸗ halb des Deutschen Reiches kein Platz sein. Die Zensur wird oft rigoros gehandhabt. Auch das Verbot von Zeitungen en kleinerer Verstöße ist verwerflich, der dadurch angerichtete S ist ungeheuer. Der Verteuerung der Lebensmittel muß Ein⸗ halt geboten werden, wer sie wucherisch verteuert, muß rücksichts⸗ los angefaßt werden und muß der allgemeinen Verachtung anheim⸗ fallen. Wir werden dazu beitragen, daß alle diese Aufgaben einer glücklichen Lösung entgegengeführt werden.(Beifall bei den So⸗ zialdemokraten.)
Abg. Dr. Spahn(Zentr.): Namens der bürgerlichen Par⸗ teien, mit Ausnahme der Polen, habe ich zu erklären, daß wir einig sind darin, daß wir den Krieg nicht um des Krieges willen, sondern um des Friedens willen führen, und zwar eines Friedens, der mehr als bisher die deutsche Arbeit im Wett⸗ bewerb der Völker sichert und sie machtvoll sich entwickeln läßt und sie schützt gegen frevelhafte Angriffe.(Bravo!) Die Exreichu dieses Zieles mit allen Kräften anzustreben, ist das deutsche Volt entschlossen(Bravo!)
„Abg. Dr. Seyda(Pole): Wir fordern, daß alle Ausnahme⸗ gesetze schon während des Krieges aufgehoben werden im Interesse der Gerechtigkeit und des Reiches selbst. 5
Staatssekretär Dr. Delbrück: Mir ist kein Reichsgesetz be⸗ kannt, das speziell die Rechte der deutsch⸗polnischen Nationalittt schmälert.(Zuruf: Sprachenparagraph.) Zweifellos werden die großen Ereignisse, die der Krieg gebracht hat, uns vor die Not⸗ wendigkeit stellen, zu prüfen, in wieweit unsere innere Politik einer Neuorientierung bedarf.(Hört, hört!) Während des Krieges ist das aber nicht angängig. Solange unsere Heere an den Grenzen kämp⸗ fen, sollte man über Differenzen nicht diskutieren Wir be⸗ nutzen den Kriegszustand nicht dazu, die verfassungsmäßigen Frei⸗ beiten des Volkes zu beseitigen, sie sind nur eingeschränkt, solange dieser vorübergehende Kriegszustand dauert. Was die Mili behörden unter dem Belagerungszustand Machtvollkommenheit des Reichskanzlers. Er kann mehrfach geschehen ist, und was auch der Abgeordnete Haase aner⸗ kannt hat, vermittelnd eingreifen. Nichts ist also unrichtiger, als wenn durch solche Worte, wie sie der dnete Haase gebraucht hat, im Ausland die Ansicht erweckt wird, bei uns herrsche ein
von dem Abgeord⸗ neten Haase kann ich sagen, daß nach dem— dee Frage der
der ganze Etat dem verstä e 3 ich. Rechnungssachen, vorlage. ß der Sitzung 5.35 Uhr. Am Bundes ratstis
5. ä 10. März. che: Delbrück, Dr. Helfferich Präsident Dr. Kämpff eröffnet die 3 Einige Rechnungssachen werden an den Rechmungsausschuß verwiesen, ebenso geht die Anleihedenkschrift 1914 und der Ent⸗ wurf des Reichs⸗Kontrollgesetzes an einen Ausschuß. Es folgt die erste Beratung des Gesetzentwurfes betreffend Ausgabe von Reichskassenscheinen und Reichs⸗ banknoten zu 10 Mark. Die Vorlage geht an den Budget⸗
schuß.
Die erste Lesung des Ermüchti etzes zur Einführung eines Stickstoffhandelsmonopols passierte ebenfalls ohne Erörterung. Auf Antrag des Abg. Dr. Spahn wird die Vorlage einem Ausschuß von 21 Mitgliedern überwiesen.— Da⸗ mit ist die Tagesordnung erledigt.
Nächste Sitzung Donnerstag, 18. März, 2 Uhr: Etat. Schluß 6 Uhr 7 Min.
B TTT die Riesenkanone der Dardanellen.
Der Angriff der vereinigten englischen und französischen Flotte auf die Dardanellen gibt C. Ferraro den Anlaß, in„Nuova Anthologia“ an die interessante Geschichte der berühmten„Kanone Dardanellen“ zu erinnern, die bei einem früheren Kampf um den Besitz dieses vielumstrittenen Gebietes eines ruf Rolle ge⸗ spielt hat. Als sich Mohammed II. im Jahre 1452 anschickte, Kon⸗ stantinopel zu erobern, ließ er sich durch den Ruf täuschen, den die
tigkeit der Stadtmauern in aller Welt in Wirklichkeit agen sie halb in Trümmern und drohten einzustürzen Er richtete also sein Augenmerk darauf, sich Kanonen 1 verschaffen, die mit wenigen Schüssen die Bastionen der Hauptst 8 könnten. Ein ungarischer Gießer namens Orban, der im Solde der Ne⸗ gierung von Konstantinopel gestanden hatte, verließ die Sache der Griechen und bot dem Sultan seine Dienste an. Mohammed fragte den Fremden, ob es möglich wäre, eine Kanone zu gießen, mit der man die Mauern der Stadt zertrümmern könnte. Der Ungar antwortete:„Ich weiß, daß ich imstande bin, Kanonen jeden be⸗ liebigen Kalibers zu gießen und die Mauern von Konstantinopel und Babylon in Staub zu verwandeln; vermag* nicht
des Dr. S Antrag Abg. We
indessen enau vorherzusagen, wie weit der Schuß reicht.“ Der ö ahl ihm darauf den Guß der Kanone, indem er meinte, daß man die Schußweite später studieren könnte. Die von Orban ge⸗ gossene Kanone wurde in das neue Kastell geschafft, das Ma am Bosporus hatte bauen lassen, um die Durchfahrt der Schiffe zu verhindern und so der griechischen Hauptstadt die Zufuhr von Nahrungsmitteln abzuschneiden. Der Versuch, durch den die Reich⸗ weite des neuen Kriegswerkzeuges bestimmt werden sollte, wurde en das erste Schiff ausgeführt, das ohne anzuhalten vorüber⸗ ful„ein venezianisches Schiff, das von dem Kapitän Ricci befehligt wurde. Von dem N Geschoß getroffen, ging es in einem Augenblick vollständig aus den Fugen und ank. Aber der Er⸗ oberer war noch nicht zu sondern er wollte nun, daß eine Kanone von doppelter Größe wie die erste gegossen würde, die die sewaltigste bis dahin bekannt gewordene war. Das Riesengeschütz, s Steingeschosse schleuderte, hieß allgemein die„Riesenkanone der Dardanellen“. Es wurde vor das Tor der Mauer von Adria⸗ 3 und Mohammed ließ, wie die orientalischen Ge⸗ f
e ben n der ee e 5e A een allen in der Nhe befunden Lene die
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„Auch als Liebesgabe im Felde begehrt!“ D
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