serem Geschütz und Muschinengewehrfeuer vollkommen zu⸗
men. An den übrigen Fronten keine wesentliche Aenderung, nur Geschügkampf. Vor Przemysl herrscht Ruhe.. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Die Kämpfe im Kaukasus.
Petersburg, 4. März. WTB. Nichtamtlich.) Der Ge⸗ neralstab der Faukasusarmee teilt unter dem 2. März mit: Auf der ganzen Front fand kein Zusammenstoß von Be⸗ deutung statt.
***
Der Angriff auf die Dardanellen.
Konstantinopel, 4. März.(WTB. Nichtamtlich.) Das Große Hauptquartier teilt mit: Ein Teil der feindlichen Flotte beschoß gestern eine halbe Stunde lang ergebnislos einige unserer Batterien am Darda⸗ nelleneingange.
London, 4. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die Admiralität teilt mit: Die Operationen in den Dardanellen wur⸗ den am Montag um 11 Uhr fortgesetzt.„Triumph“,„Ocean“ und „Albion“ fuhren in die Meerenge ein und griffen dort das Fort 8 und die Batterie auf der Weißen Klippe an. Die Forts mit Feld⸗ geschützen und Haubitzen erwiderten das Feuer. Aufklärende Hydro⸗ plane meldeten abends verschiedene neue Artilleriestellungen, in denen aber keine Kanonen aufgestellt waren. Die Hydroplane, ent⸗
deckten auch eine Anzahl Minen an der Oberfläche des Wassers. Einige Minenfischer räumten Montag nacht unter Deckung von Torpedojägern bis 1½¼ Meilen von Kap Kephen die Minen weg: sie verloren durch das feindliche Feuer nur sechs Verwundete. Vier französische Schlachtschiffe beschossen bei Bulair die Batterien und Verbindungen. Die früheren Operationen führten zbBur Vernichtung von 19 Kanonen von 15 bis 27½ Zentimetern, 3 von 11 Kanonen von weniger als 15 Zentimetern, zwei Schein⸗ werfern und Pulvermagazinen der Forts 6 und 3.„Canopus“ „Sviftsure“ und„Cornwall“ begannen am Dienstag den Kampf gegen das Fort 8. Auf diese Schiffe wurde von dem Fort 9 zugleich mit Feldbatterien und Haubitzen das Feuer eröffnet. Das Fort 9 wurde beschädigt und um 4 Uhr 15 Minuten nachmittags zum Schweigen gebracht. Die Schlachtschiffe zogen sich um 5 Uhr 30 Min. zurück. Alle drei waren getroffen, aber nur ein Mann verwundet. Die Aufklärung durch den Hydroplau wurde durch die Witterung verhindert. Das Minenfischen dauerte die ganze an. Der Angriff wird fortgesetzt.— Der russische Kreuzer„As fold“ hat sich mit der Flotte in den Darda⸗ nellen vereinigt.(Notiz des WTB.: Die bisherigen Reutermel⸗ diungen baben sich als sehr unzuverlässig und falsch erwiesen. Mit dieser dürfte es auch nicht anders sein.)
28 Die Haltung Griechenlands.
Athen, 4. März.(WTB. Nichtamtlich) Meldung der „Agente d' Athenes“. Auf einen vom König angenommenen Vor⸗ 55— des Ministerpräsidenten fand— 11 3 Uhr unter 0 Vorsitz des Königs im Palais ein Kron rat statt, um über die innere Lage zu beraten. Anwesend waxen die früheren Ministerpräsidenten Theotokis, Mavromychaelis, Dragoumis und RNallis, während Zaimi wegen Unwohlseins fernblieb. Der Mi⸗ nisterpräsident teilte Einzelheiten über verschiedene Aus⸗ künfte mit, gab Erklärungen ab und entwickelte seinen Standpunkt über die Linie, auf welcher die Regierung geführt worden ist. Die Mitglieder des Kronrates hielten es für nötig, auch das technische Urteil des Generalstabes zu hören. Daher erklärte der Minister⸗ präsident, daß er in seiner Eigenschaft als Kriegsminister dem König vorschlug, daß General Dousmanis gelegentlich des Jahrestages des Angriffs auf Janinawieder zur
Aktivität berufen werde und die[ General- stabschefs übernehme. Der König nahm den Vorschlag an. Der
Krvnrat tritt Freitag wieder zusammen, um den Generalstabschef um N Aufschlüsse zu ersuchen, welche notwendig sind, um
sich eine Meinung über die Lage zu bilden. g
Berlin, 5. März. Zu den gestrigen Athener Nachrichten, nach denen dort, wohl beeinflußt durch den kürzlichen Besuch des Generals Pau, ein Kronrat mit Zuziehung des Generalstabschefs
8 n habe, sagt der Berliner„Lok. Anz.“: In verschiedenen Kreisen sei der Eindruck gezeitigt worden, daß mit dem baldigen Eintritt Griechenlands in den Weltkrieg und zwar auf der Seite des Dreiverbandes, zu rechnen sei. Der heutige Weltkrieg sei zwar nicht arm an Beispielen, in denen Völker und Regierungen gegen alle gesunde Vernunft gehandelt hätten. Aber gerade dem grie⸗ chischen Ministerpräsidenten sei das am wenigsten zuzutrauen. Er habe sich bisher als ein zu kluger und vorsichtiger Mann erwiesen, als man annehmen könnte, daß er sein Land von neuem in einen Kampf verwickeln möchte, in dem viel zu riskieren, aber selbst im besten Falle nur noch wenig für sein Land zu gewinnen sei. Die Haltung Italiens.
Berlin, 5. März. Aus Rom berichtet der„Avanti“ laut Kölnischer Zeitung: Der englische Botschafter habe Salandra und Sonnino am 3. März eingehend die Absichten des Dreiverbandes gegenüber der Türkei dargelegt und hinzugefügt, daß Italiens Interessen im Orient nicht gefährdet würden. Der Bot⸗ schafter habe zu erfahren gewünscht, welches die Absichten Italiens seien. Salandra und Sonnino hätten ihm Ant⸗ wort binnen 24 Stunden versprochen. Am 8— abends sei dem Botschafter die Antwort mitgeteilt wor
Rom, 4. März. WT Nicktamtlich. Der„Osservatore Romano“ veröffentlicht einen Brief des Staatssekretärs Kardinal Gasparxi an den Präsidenten der Volksunion der Katholiken Italiens, in dem er mitteilt, der Papst habe bestimmt, der Vorstand solle einen Ausschuß von elf Mitgliedern aus seiner Mitte wählen(mit dem Präsidenten an der Spitze und 4 unter Hinzuziehung der Präsidenten von anderen katholischen Ver⸗
eeinigungen Italiens), die die Aufgabe haben solle, die Haltung der italienischen Katholiken und eine programmatische . und Einigkeit in ihren Gedanken und Zielen herzustellen. Der Papst wünschte die Organisation der Union in allen Diszesen und Gemeinden. Er segne die Katholiken der katho⸗
lliüischen Vereinigungen. — 2
Hriegsbriese aus dem Westen.
Von unserm Kriegsberichterstatter. Muberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Die Kriegserlebnisse des Antwerpener Hafens.
Großes Hauptquartier, am 1. März.
Der Hafenkommandant von Antwerpen, Kontreadmiral Lau⸗ ran, hatte die Liebenswürdigkeit, einigen der Kriegsberichterstatter aus dem Großen Hauptquartier seine Ansichten über die Ent⸗ wicklung Autwerpeus unter deutscher Verwaltung mitzuteilen. Der deutsche Hafenkommandant arbeitet in einem Raume der„Schiff⸗ fahrts schule“, jenes hochragenden Verwaltungsgebäudes ant Ein⸗ gange zum Hafen, welches gleichzeitig das Lotsen⸗ und das Hafen⸗ amt und in anderen Zeiten auch das Auswanderungsamt enthält. Von seinem Schreihtische aus kann er, wie von einer hohen Warte, den wichtigsten Teil des Hafens und ein Stück der Schelde über⸗ sehen, so daß man einen Augenblick den Eindruck gewinnt, von hier aus müsse sich jede Einzelheit in den weitverzweigten Hafen⸗ becken mit scharsem Auge kontrollieren lassen.
Der Raum ist geschichtlich nicht nur wegen seiner sonstigen Bebeutung als Zentralnerv des Verkehrslebens von Antwerpen, sondern auch wegen seiner Verbindung mit dem jüngsten Kapitel der Antwerpener Geschichte, mit der Einnahme der alten vlämischen Scheldestabt durch die Deutschen. Denn hier hatte der belgische Kommandant, General de Guise, die bekannte Unterhaltung mit
a dem deutschen Parlamentär, in bvelcher er erklürte, er die
stung niemals übergeben.„Wir halten sie bis zum letzten n“ Das war ein starkes Wort, aber die deutschen Kanonen waren stärker. Und schon dreiviertel Stunden später stieg der General unten am Kai in ein Boot, um wegzufahren. Die Stadt wäre ihrem Schicksale überlassen geblieben, wenn nicht die bürgerlichen Behörden mit den Deutschen Verhandlungen an⸗ geknüpft hätten, um die Fortsetzung des Bombardements zu ver⸗ hindern. Schon jetzt versuchen solche Leute, welche in guter Sicher⸗ heit im Auslande sitzen, den Antwerpener Behörden wegen der Ulebergabe Vorwürfe zu machen und sie sogar als Verräter an der Sache Belgiens hinzustellen. Die Stadt hat sich wehren müssen und hat eine Flugschrift in vlämischer und französischer Sprache erscheinen lassen, worin die Vorgänge ganz geschichtlich dargestellt sind. Admiral Lauran wies ausdrücklich darauf hin, daß jeder, der die Uebergabe miterlebt habe, die in der städtischen Flugschrift angegebenen Tatsachen vollkommen bestätigen könne. Antwerpen ist durch den Krieg in einem Augenblick überrascht worden, wo es sich anschickte, nach der ungeheuren Entwicklung, die es als Welthafen durchgemacht hat, einen Anlauf zu neuem Aufschwung zu nehmen. Seine geographische Lage als Hafenplatz ist beneidenswert gut. Auf fünf und einen halben Kilometer Länge können die Dampfer zum Ausladen unmittelbar an die Anlage⸗ stellen der Scheldekais hinanfahren. Und was mit Fleiß und Kraft zur Verbesserung des Hafens geschehen konnte, davon ist nichts verabsäumt worden. 65 Kilometer Eisenbahnstrecke ver⸗ mitteln den Innenverkehr zwischen den einzelnen Hafenanlagen. Die gesamten plätze haben eine Ausdehnung von 25 Kilometern. Schon die alte, 1830 gebaute Seeschleuse war für ihre Zeit mustergültig. Die in den Jahren 1905—1908 aus⸗ geführte Royerschleuse läßt Schiffe von 13 000 Tonnen und fast 190 Metern Länge durch. Eine deutsche Fixma errichtete ein neues Trockendock von 220 Metern Länge, 26 Metern Breite und 8 ½ Metern Tiefe, welches so weit fertig war, daß nur noch der Damm durchstochen zu werden braucht.
Diese riesigen Anlagen sollten noch eine gewaltige Vergröße⸗ rung erfahren. Gerade im Juli 1914 war eine Erweiterung der Antwerpener Hafenanlagen von der belgischen Regierung geneh⸗ migt worden. Eine neue große Schleuse sollte errichtet werden, so daß die Schiffe eine Einfahrt und eine Ausfahrt hatten und also im Hafen nicht zu wenden brauchten. Und zwar sollte diese Schleuse— Kontreadmiral Lauran zeigte uns die im Hafenamte vorgefundenen ausführlichen Pläne— genau dem Muster der Emdener Schleuse entsprechen, und bei 270 Metern Länge, 30 Me⸗ tern Breite und bei niedrigem Wasserstande 11 Meter Tiese haben, wozu bei hohem Wasserstande noch 5 Meter Hub kommen. Ferner sollten noch größere Docks angelegt werden, die Schelde sollte besichtigt werden— kurz, die weitausschauendsten Pläne waren im Gange. Da trat der Krieg dazwischen.
„Da Sie ja selbst unter den ersten chen waren, die Antwerpen und den Hafen nach der Einnahme gesehen haben, so werden Sie jetzt bei einer Rundfahrt durch die Hafenbecken wertvolle Vergleiche anstellen können“, bemerkte der Kontreadmi⸗ ral. Damals war die arbeitsame Millionenstadt wie tot und aus⸗ gestorben. Im Hafen und auf der Schelde war der ganze Be⸗ trieb unterbrochen. Keine Brücke war vorhanden, fast alle Dampfer waren demoliert, die Salons ausgeräumt, die Ladungen geplün⸗ dert. An beinahe sämtlichen deutschen und österreichischen Dam⸗ pfern waren die Maschinen gesprengt, während man an die Kes⸗ sel nicht herangegangen war, sei es, daß man keine Zeit dazu mehr gefunden hatte, sei es, daß man sich doch scheute, zu großen Schaden zu verüben. Es lagen hier im ganzen 32 deutsche Dam⸗ pfer, welche dem Norddeutschen Lloyd, der Hapag, der Kosmos⸗-⸗, Hansa⸗, Hamburg⸗Südamerika⸗Levante⸗Linie usw. gehören. Fer⸗ ner zwei österreichische Dampfer, je ein fremder Dampfer und ein fremder Segler, ein ü Dampfer, ein belgisches Schulschiff, ein französisches Vollschiff, zwei englische Schoner, ein dänischer Schoner und eine dänische Jagd. Sechs deutsche Dampfer wur⸗ den in unbeschädigtem Zustande gefunden. Der Dampfer„Gani⸗ lon“ war der einzige, welcher bei der Beschießung der Stadt eine Zerstörung erlitten hatte. Er hatte einen Volltreffer abbekommen.
Eine Besichtigungskommission hat alsbald sämtliche Schiffe aufgenommen und die Beschädigungen festgestellt. Die zerstörten Maschinenteile wurden herausmontiert und zum Nachgießen nach Deutschland geschickt, so daß sie nach dem Kriege, bezw. jetzt schon wieder eingesetzt werden können..
Die Engländer haben bekanntlich bei ihrer Flucht aus Ant⸗ werpen versucht, das Fahrwasser der Schelde durch die Versen⸗ kung unserer„Gneisenau“ zu sperren. Aber da ist uns der Strom selbst zu Hilse gekommen. Denn der gewaltige Rumpf sank nicht quer zur Fahrrinne, sondern hat si 8 zur Flußrichtung gedreht, so daß Schiffe bis zu 13 Tonnen beiderseits der Wracks ungehindert durchfahren können. Das Schiff, das jetzt noch einen Wert von ewa anderthalb Millionen Mark darstellt, wäre übrigens gehoben worden, wenn wir über die nötigen Hebewerke verfügten. Solche sind in Holland vorhanden. Aber die hollän⸗ dische Regierung verbietet die Ausfuhr, da sie die Versenkung der „Gneisenau“ als eine von England verübte Kriegshandlung be⸗ trachtet. Wir erkennen diesen Standpunkt an und wissen sehr wohl, daß Holland, welches unter dem Kriege schwer leidet, sich in einer sehr schwierigen Lage befindet. Wir haben nun mit einer deutschen Firma wegen der Hebung der„Gneisenau“ verhandelt.
Auf die Frage, wie sich das Verhältnis zwischen Hamburg und Antwerpen unter deutscher Verwaltung gestalten werde, ver⸗ wies Kontreadmiral Lauran auf Ausführungen im„Hamburger Fremdenblatte“, welche mit den Worten schließen:„So blühend sich auch Antwerpen unter deutscher Verwaltung weiterentwickelt, so wird Hamburg doch stets seinen ersten Platz als Nordseehafen behaupten.“„Dieser Ansicht,“ bemerkt der Kontreadmiral,„schließe ich mich vollkommen an. Antwerpen ist durch seine Lage sehr be⸗ vorzugt. Es verfügt über den kürzeren Ueberseeweg. Die Ver⸗ kehrswege nach seinem deutschen Hinterlande sind noch sehr aus⸗ baufähig. Aber es bleiben viele Werte für Hamburg, welche nicht verschoben werden können und Hamburg stets den ersten Platz als Nordseehafen garantieren werden.“
Ueber die bisherigen Erfolge der deutschen Verwaltung zeigte sich der Hafenkommandant sehr befriedigt:„Sie werden auf Ihrer Rundfahrt durch den Hafen den Eindruck gewinnen, daß deutsche Ordnung und Gründlichkeit, die oft im kleinen schwerfällig zu sein scheint, hier wieder eingezogen sind. Die Leute gehen anständig an ihre Arbeit, es kommt kein Diebstahl mehr vor. Wir haben einen umfangreichen, scharfen Paßzwang eingeführt. Kein Schiff darf ohne Passierschein ausfahren, keines ohne genaue Kontrolle ein⸗ fahren. Seit dem Oktober haben wir hier schon Einiges erreicht und geleistet. Im allgemeinen haben wir uns bemüht, jedem zu helfen. Und ich glaube nicht, daß sich jemand aus den Antwerpener Schiffahrtskreisen über die deutsche Verwaltung beklagt hat.“
Ueber die deutschen Scheldebefestigungen kann selbstverständlich nicht gesprochen werden, Aber man darf mit dem deutschen Hafen⸗ kommandanten der Ueberzeugung sein, daß der Gegner, den es einmal gelüsten sollte, hier durchzubrechen, sich an Antwerpen, an dem Antwerpen unter schwarz⸗weiß⸗roter Flagge, die Zähne aus⸗
beißen würde. f W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter.
Aus dem Reiche.
Beschlüsse des Bundesrats.
Berlin, 4. März.(WTB. Amtlich) In der heutigen Sitzung des Bundesrates gelangten zur Annahme: Die Bekanntmachung über die Beschränkung der Zucker⸗ erzeugung im Betriebsjahr 1915/16; der Entwurf von Bestimmungen für die Vornahme einer Zwischenzählung der
Schweine am 15. März und 15. April 1915; die Aende⸗
rung der Grundsätze für die von der Reichsverteilungsstelle vorzunehmende Verteilung der Vorräte; die Vor⸗ lage betreffend Erhebungen der Vorräte au Kart o 0 feln; der Entwurf der Verordnung betreffend die Beschäftigung der Gefangenen mit Außenarbeit; die Bekannt⸗ machung über eine weitere R g des Branntwein
verkehrs; die Vorlage betreffend eine Aenderung der Militärtarife für die Eifenbahnen; der Antrag be⸗
0
Regelung
tre den und die Beleihung der von den Bun⸗ desstaaten bei den Darlehens kassen aufgenommenen Darlehen, und der Entwurf der e betreffend die Fristen des Wechsel⸗ und Scheckrechtes für Elsaß⸗Lothringen usw. 5
Bom preußischen Landtag.
Berlin 5. März. Die Staatsregierung wird den„Ber⸗ liner Politischen Nachrichten“ zufolge beim Landtag(der gestern den Justizvoranschlag erledigte) die Genehmigung zu dessen Vertagung bis zum 23. November vorschlagen. Die Wahl dieses Termins ist dahin getroffen, daß die durch den Krieg unterbrochenen gesetzgeberischen Arbeiten der vorigen Session im Herbst wieder aufgenommen werden können.
Berlin, 4. März.(WTB. Amtlich.) Zur D üh⸗ rung der Verordnung vom 25. Februar 1915 Bann. des Verkehrs mit Brotgetreide und Mehl wurde vom Reichskanzler als Reichs kommissar der Unterstaatssekretär im preußischen Finanzministerium Dr. Michaelis bestellt, der dem Reichsamt des Innern untersteht. Dem Reichskommissar ist ein Beirat von sechs Mitgliedern beigegeben, der aus Vertretern der Landwirt⸗ schaft, des landwirtschaftlichen senschaftswesens, des Handels und der Konsumvereine sich zusammensetzt.
Berlin, 4. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die Kaise⸗ rin stellte dem Kriegsausschuß für warme 1 E. V., Berlin⸗Reichstag, in diesen Tagen 20 000 Mar 3 Verfügung. Das Geld wird dazu verwendet, beson⸗
ers den Truppen im Westen, die außerordentlich unter der Nässe zu leiden haben, wasserdichte Sachen zuzuführen.
Stuttgart, 4. März.(WTB. Nichtamtlich.) Bekannt⸗ machung des stellvertretenden Generalkommandos: Ein feindlicher 1 ist gestern über Rottweil er⸗ schienen und hat drei Bomben auf die Pulverfabrik ge⸗ worfen. Der hierdurch entstandene n ist gering und hat den Betrieb der Fabrik in keiner Weise gestört. Weitere Angriffe des Fliegers sind durch das Schutzkommando ver⸗ 3 März.(WTB. Nichtamtlich.) Der
tuttgart, 4. ärz Ni 0 König hat laut„Staat iger“ dem Staatssekretär des Reichsschatzamtes Dr. Helfferich das Großkreuz des Friedrichsordens verliehen. 0
Pinneberg, 4. März.(WTB. Amtlich.) Bei der Reichstagswahl im 6. schleswig⸗holsteinischen Wahl⸗ kreis am 27. Februar wurden bei 54 Wahlberechtigten 10 253 gültige Stimmen abgegeben. Hiervon entfielen 10 226 auf Stadtrat Fabrikbesitzer Ernst Carstens aus Elmshorn (Fortschr. Volksp.). 27 Stimmen waren zersplittert. Car⸗ stens ist somit gewählt.*
Aus Stadt und Can ds. Gießen, 5. März 1915.
Bevölterungsstatistik in der Stadt Gießen, insbesondere die Sterblichkeit 1914. Von Medizinalrat Dr. E. Walger, Großh. Kreisarzt. Im Jahre 1914 sind in Gießen von 3 Müttern 522 lebende Kinder geboren worden(im Vorjahr 598) oder auf 1000 Einwohner 15,9 gegen 18,1 im Vorjahr. Einschließlich der zumeist in der uenklinik geborenen Kinder orts fremder Eltern kamen im ganzen 1094 zur Welt. Bei 106 Todesfällen von Kindern im ersten Lebens⸗ jahr bleibt ein Ueberschuß an Geburten für die Stadt Gießen 75 416(1913: 562) oder 12,7 auf 1000 Einwohner (1913: 17,3). 9 i 8 Totgeboren wurden im ganzen 59 eheliche und 7 uneheliche Kinder; davon entfallen auf Gießener Fa⸗ milien 24 eheliche und keine uneheliche Totgeburten(1913: 16 eheliche und 2 uneheliche). f 5 Die Zahl der Gestorbenen betrug im Berichtsjahr einschließlich von 378 Ortsfremden, die zumeist in— Krankenanstalten starben, 837. Unter diesen sind r 124 in Gießen wohnhaft Gewesene, die im Feld gefallen oder den Folgen von Verwundungen und im Krieg erworbenen Erkrankungen erlegen sind und 21 gestorbene Kriegs⸗ efangene, zusammen also 145, die an obigen 837 Todes⸗ fällen abgezogen werden müßten, wenn man die Sterb⸗ fälle der vorhergehenden Friedensjahre mit denen von 1914 vergleichen wollte. f 8„ Die 837 Todesfälle verteilen sich auf 6 Altersklassen wie folgt: Es starben im Alter von 0-1 J. 1-15 J. 15-30 J. 30-60 J. 60-70 J. über 70 J.
Einheimische: 75 40 11 99 50 70 Ortsfremde: 3¹ 43 81 150 4⁵ 2 106 83 197 249 104 98
Die auffallend hohe Zahl der in den Altersklassen 15 bis 30 17 D185 85 Jahren Verstorbenen erklärt sich durch die insgesamt 145 Todesfälle wehrfähiger Männer infolge von W Nach Abzug dieser 145 würde für die verbleibenden Gestorbenen die Sterblich⸗ keitsziffer bei 32 900 Einwohnern 21,0 betragen. Diese Ziffer vermindert sich für die Einheimischen, für die nach weiterem Abzug der gestorbenen Or den 335 Todes⸗ fälle übrig bleiben, auf 10,2 auf 1000 Einwohner(1913:
günstige mittlere
8,6; 7 11:4), was als 47. recht c Sterblichteitsziffer anzusehen ist.
Von ben 70—— Einheimischen der letzten Altersklasse hatten 12 das 80. Lebensjahr erreicht und z. T erheblich überschritten. Dem Säuglingsalter gehörten 75 oder 22,2 Proz. Verstorbenen an. Als häuf Todes⸗ N ursache ist die schwäche im ersten Lebensmonat(Früh⸗ geburt) verzeichnet. 82 a ö 5 f
Nach einzelnen Krankheiten eingeteilt fallen auf an⸗
eborene Lebensschwäche 18, auf Alterskrankheiten 20 Todes- älle. An e e des ts starb eine Frau.
r Diphtheriekran 5 e fue ste alte genesen. An Masern starb 1 Kind, an Keuch⸗ husten starben 6, an Typhus 3 Personen, an Rose(Erysi-
elas) 1 on. 1 Tab erete 9 45 e Vorjahr 42
oder auf 10000
chwülsten 4, tödlich verunglückt sind 10 Perf a Von den rsachen bei den Ortsfremden seien erwähnt: 17 Kinder im ersten Lebensmonat an Lebens⸗ —— 5 Frauen an Kindbettfieber, 8 an andern 1 5 Wochenbetts, 14 an Diphtherie, 1 an Typhus. An er⸗ kulose starben insgesamt 36 Ortsfremde, an Lungenentzün⸗ d 19, Herzleiden 19, Krankheiten der Verdauungsor 43, Blinddarmentzündung(mit Entzündung des


