Ausgabe 
(3.3.1915) 52. Zweites Blatt
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einzelnen Gebirgsrücken in Höhen von über 1000 Mtr., häufig in eiskaltem Winde bei 20 Grad unter Null, den heranbrechenden Tag und den zu erneuernden Angriff.

Hier haben die Truppen in den ungewohnten Verhältnissen 5 der Kriegführung im winterlichen Hochgebirge Höchstleistungen voll⸗ 8 bracht, wie wohl kaum eine andere Truppe in ähnlicher Lage. . Schwere Opfer mußten allerdings gebracht, Verluste ertragen wer⸗

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n.

Unter solchen Verhältnissen konnten die operativen Bewe⸗ gungen und die Angriffe nur schrittweise und langsam vorschreiten. 5 Der frontale Angriff unter solchen Schwierigkeiten kostete be⸗ deutende Verluste, die Umfassungsbewegungen beanspruchten lange Zeit in den wegearmen, vollständig verschneiten Nebentälern, endlose Zeit, wenn sie quer über die Gebirgszüge angesetzt werden mußten. Wenn gleichwohl die Armee vordrang und auch heute mit Erfolg vorwärts geht, so ist dies einer wirklich unver⸗ gleichlichen Truppe zu verdanken und einer Führung, die sich den neuen Verhältnissen und allen Schwierigkeiten anzupassen ver⸗ stand.

Anfangs Februar stießen die angesetzten Umfassungskolonnen auf starke Fronten, die der Gegner durch herangezogene Verstär⸗ kungen besetzt und befestigt hatte. Teile des rechten Armeeflügels, umfassend gegen den Bergsattel von Wyszkow vorgehend, warfen nach heftigem Kampf den Feind auf Seneczow zurück. In der Front wurde der Verbias⸗Sattel(an Straße Vezerszallas Tucholka) gestürmt. Auch die auf dem linken Flügel umfassend gegen den feindlichen Rücken angesetzte Division stieß in Gegend von Smorze auf eine starke Stellung. Durch neuauftretenden Feind aus nörd⸗ licher Richtung in linker Flanke und im Rücken bedroht, be⸗ 5 freite sich diese Division durch einen erfolgreichen Angriff auf 1 die Stellung bei Smorze selbständig aus ihrer gefahrvollen Lage und griff noch am Abend des 2. Februar einen neuen Gegner bei Annaberg an. Ein Sieg der Division bei Annaberg mußte dem * die Lysa⸗Höhen haltenden Gegner den Rückzug abschneiden. Auch 5 auf der übrigen Front wurden in diesen Tagen weitere Teilerfolge erzielt. Der Lysa⸗Paß wurde gestürmt; viele Gefangene blieben in unserer Hand. Die Höhen nördlich und südlich des Passes räumte der Gegner einige Tage später und zog sich über Tucholka nach 15 dem Zwinin J zurück. Die nach siegreichem Angriff bei Anna⸗ 0 berg freigewordene Division wurde über Gegend Smorze Magura in den Kampf gegen die Flanke der starkbefestigten Stellung vor 13 dem rechten Flügel der linken Nachbartruppe und später auf den * Zwinin II eingesetzt.

7 Die Kämpfe, die seit mehreren Wochen im Quellengebiet des Talabor(Gebirgszüge des Menczul 1454), in Linie Wyszkow Sattel Rozanka, in Gegend westlich Tuchla und auf dem Zwinin⸗ 928 rücken geführt werden, sind verlustreich und schwer. Aber mit un⸗ 1 erschütterlicher Energie arbeitet sich die Südarmee von Stellung 2 zu Stellung vor. Die Gebirgshindernisse und Schwierigleiten 5 des Angriffs werden überwunden und mit ihnen der Feind, der bis jetzt etwa 9000 Gefangene, Geschütze und 13 Maschinengewehre in unserer Hand ließ. . Die Berichte der russischen Presse sprechen von derbedeuten⸗ den Offensivkraft des in den Karpathen operierenden Gegners; 1 sie entschuldigen ihr Zurückweichenin vorher zugerichtete Positio⸗ nen mit der rücksichtslosen Kraft der Offensive des Feindes; sie . heben ihr Aushalten an einigen Punkten trotz desnoch immer sehr großen Druckes des Gegners hervor; sie rühmen das Fest⸗ halten einer Stellung und ihrenheroischen Widerstand gegen zehn aaufeinanderfolgende Bajonettangriffe.

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2 Die unter gemeinsamer Führung kämpfenden deutschen und össerreichisch⸗ungarischen Truppen dürfen stolz sein auf diese An⸗ erkennung ihrer Leistungen durch den Gegner.

5 III.

Bei den bisherigen Kämpfen und Gefechten der zusammen⸗

Aaeesetzten deutsch⸗österreichisch⸗ungarischen Armee haben sich die Ski⸗ Tompagnien außerordentlich bewährt. Die Nahaufklärung ist 8 von den Leistungen der Schneeschuh⸗Patrouillen abhängig; der 1 würde zu den Wegen im tiefen Schnee, im müh⸗ . Steigen von Höhe zu Höhe Stunden gebrauchen, während

die* ⸗Patrouille diese Strecken in kürzester Frist zurück⸗ legt. ede fast unsichtbar in den weißen Schneemänteln, buschen diese Patrouillen über die Hänge, durch die bewaldeten Bergrücken, erscheinen bald in der Flanke, bald im Rücken der Stellungen. Auch zur übertaschenden Feuerwirkung von den Paßhöhen oder seitlich gelegenen Bergrücken sind diese Ab⸗ i ilungen von großem Wert, da sie auch Maschinengewehre auf niedrigen Schlitten mitnehmen können. 5 Eine vorzügliche Leistung bewies eine etwa 30 Mann starke Ski⸗Abteilung vor kurzer Zeit im Gelände der Höhe und westlich DOlkörmezö(im Tale des Nagy⸗Ag gelegen). Diese von einem Offi⸗ zier geführte Abteilung erhielt den Auftrag, in der Gegend von Csuszka gegen den Rücken der dortigen feindlichen Kräfte ein⸗ greifen. Auf Umwegen über die verschneiten Höhenzüge gewann Ne Abteilung zunächst die Flanke, dann den Rücken des Feindes. Hier entwickelte sie unmittelbar auf einer im Rücken des Gegners gelegenen Höhe eine Schützenlinie. Auf ein Zeichen des Führers glitt die Abteilung ab, bremste etwa 60 Schritt hinter der feind⸗ lichen Linie und eröffnete ein rasendes Schnellfeuer auf den völlig . überraschten Gegner, der in großer Verwirrung die Klug E89

.

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swwenn Ihr Brot verzehrt, denkt an das dater⸗ land, und spart für kommende Zeit.

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klare Ver

tändnis für die Absichten der Komponisten ganz erheblich und ließ den Gedankenreichtum und Stimmungsgehalt weniger als die effektvolle Technik und die kraftvollen, großangelegten Natur⸗ schilderungen zur Geltung kamen, bei denen sich der Komponist

besonders merkbar an Richard WagnersFeuerzauber anlehnt. 5 Im scharfen Gegensatz dazu stand das Septett in B⸗dur von 8 ohannes Brahms, das hier ebenfalls zur ersten Aufführung . m. Es wurde von den Leipziger Künstlern so prächtig und so * erhebend zu Gehör gebracht, daß es tief ergriff und eine mäch⸗ f tige Wirkung auslöste. Das Leipziger Gewaändhaus⸗Quartett hat mit seinem Konzert jedenfalls einen vollen künstlerischen Erfolg erzielt, der sich auch in zahlreichen Beifallsspenden ausdrückte.

5 Die Zunahme der weiblichen Aerzte in Eng⸗ land. Dem Mangel an Aerzten in England sucht man dadurch ab⸗ zuhelfen, daß man den Frauen den Zugang zu diesem Beruf er⸗ leichtert. Tas ärztliche Frauenstudium hat in Großbritannien durch den Krieg einen lebhaften Antrieb erhalten, wie aus den Verhand⸗ lungen des Vorstandes der LondonerAerzteschule für Frauen dieser Tage deutlich hervorging. Das Institut erfreut sich jetzt eines größeren Zuspruchs als je; es sind gerade neue Baulich⸗ keiten eröffnet worden, deren Wert eine halbe Million Mark be⸗ trägt, und es wird den Frauen jetzt vor allem ein besseres kli⸗ nisches Stubium ermöglicht, indem sie auch zu Hospitälern zu⸗ gelassen werden, von denen sie früher ausgeschlossen waren. Sie weiblichen Aerzte Englands werdenaus der gegenwärtigen Krisis jeden nur möglichen Vorteil ziehen und wollen sich die Gleich⸗ berechtigung mit den männlichen Aerzten erwerben, Dazu ist jetzt die rechte Gelegenheit, da man auf sie angewiesen isl.

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Aus Stadt und Cand. Gießen, 3. März 1915. Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.)

Unteroff, der Res. Ernst Kratz aus Niederohmen. Land- wehrmann Heinrich Schäfer aus Offenbach. Kriegssreiw. Jean Dietrich, Jns-Rgt. 115, aus Offenbach a. M. Musk. Ed. Knoth, Landw.⸗Juf⸗Agt. 81, aus Hanau. Landsturm⸗ mann Hermann Klapper, Landsturmbat. Limburg, aus Weil- burg. Unteroff. d. L. Gg. Bohl aus Mainz. Landwehrmann Wilh. Kühn, Minenwerser⸗Abt., 41. Res.-Armeekorps, aus Nau⸗ born. Reservist Otto Blum aus Eichelsachsen. Erfsatz⸗Res. Christoph Pieler, Res.-Inf.⸗Agt. 81, aus Darmstadt. Musk. Friedrich Lämmle, Res.-In.-ARgt. 221, aus Worms. Gesr. Christoph Emrich, Res.⸗Ins.⸗Agt. 221, aus Heppenheim a. d. B. Dragoner-Res. Karl Erkel aus Wiesbaden. Krankenträger Gustav May, 25. San.⸗Division, aus Wiesbaden. Vizeseld⸗

webel Lehrer Karl Koch, Res.⸗Ins.-Rgt. 222, aus Dillenburg.

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* Ritter des Eisernen Kreuzes: Waffen⸗ meister Aug. Stauß, Res.-Inf.⸗Regt. 26, aus Gießen. Gefreiter Bruno Wittig aus Butzbach, Inf.⸗Regt. 222. Wehrmann Karl Klaas aus Langenaubach, Res.⸗Inf. Regt. 81. Eisenbahn-Ass. Ernst Clos aus Arnsheim, Feldwebel der Betriebs-Komp. 9. Uffz. Ludwig Rühl aus Burg⸗Gemünden, Bayr. Landw. ⸗Inf.⸗Regt. 39. Uffz. Karl Karl aus Burg-Gemünden, Res.-Inf.⸗Regt. 206. Lehrer Ludwig Dönges aus Eifa. Hans⸗Wernher v. Rotberg, Unterprimaner der Oberrealschule, aus Heppenheim.

Kriegs wirtschaftlicher Ausbildungskursus. Der Rhein⸗Mainische Verband für Volksbildung und das Soziale Museum in Franksurt a. M. veranstalten am Sonntag, den 7, und Montag, den 8. März 1915 in Frantsurt einen Kriegswirtschast⸗ lichen Ausbildungstursus. Der Lehrgang bezweckt, solche Persön- lichkeiten, welche geeignet und willens sind, die Belehrung und Organisation der ländlichen Bevölkerung und die Ausbildung weiterer Mitarbeiter auf dem Lande in den Fragen der Krie g s- ernährung und der Bestellung der Felder während der Kriegszeit zu übernehmen, in den Gedankengang und die Methodik dieser Arbeit einzuführen. Der Kursus beginnt Sonntag, den 7. März, nachmittags 5 Ur, und erreicht am darauffolgenden Tage so zeitig sein Ende, daß die Teilnehmer, die vom Lande kommen, am selben Tage in ihre Heimat zurückkehren können. Die Veranstalter des Lehrganges bitten Geistliche, Bürgermeister, Ge⸗ meindebeamten, Lehrer, Aerzte, praktische Landwirte und sonstige geislige Führer des Landvolkes, ins vesondere auch Frauen, recht zahlreich an dem Lehrgang teilzunehmen. Ausführliche Programme sind durch die Geschastsstelle des Rhein-Maimischen-Verbandes sür Volksbildung zu Frankfurt a. M., Paulsplatz 10, kostenlos zu er- halten. Das Jieserat über die wirtschastliche Kriegslage unseres Volkes hält Proj. Dr. Skalweit⸗Gießen.

Als Ergebnis der Reichs⸗Wollwoche sind vorläufig 956 2 Meter und 1,50 Meter breite Decken an das Generalkommando in Frankfurt a. M. abgeliefert worden. Diese Decken wurden in sieben Arbeitsstuben von freiwilligen Hilfskräften hergestellt. Auf Lager befinden sich nun noch gute Anzüge, über deren Verwendung man sich noch schlüssig machen wird, und Abfälle, die als Lumpen zu verwerten sind.

* Kartoffelverkauf durch die Stadt. Auf den letzten Wochenmärkten waren Kartoffeln entweder gar nicht oder für den Bedarf nur in ganz unzulänglichen 1 zum Verkauf gestellt. Die Stadt wird deshalb am Samstag von ihren Vorräten im Kleinverkauf abgeben. Die Bestellungen auf Frühkartoffeln zur Saat gehen im Stadthaus recht flott ein, so daß der zur Ver⸗ fügung stehende Vorrat bald geräumt sein wird. Ueber den Handel der Stadt mit Setztartoffeln scheinen vielfach salsche Vorstellungen zu herrschen. Wollte doch gestern ein Bürger 30 Zentner Caakkartofseln haben. Als man den Besteller erstaunt darauf aufmerksam machte, daß er doch wohl unmöglich so viel Frühkartoffeln für den eigenen Bedarf brauche, erklärte der Mann offen, bei 8 Pfg. fürs Pfund könne er doch damit ein Geschäft machen. Dieser Fall der Bestellung über den eigenen Bedarf steht leider nicht vereinzelt da. Die Bürgermeisterei beabsichtigt aber an die Besteller nur soviel tkartoffeln abzugeben, wie dieselben für den eigenen Bedarf nötig haben, soweit eben hierzu der Vorrat reicht.

Stadltbeater. Für die Freitag Abonnements ⸗Vor⸗ stellung ist das im neuen Hause noch nicht gegebene Lustspiel -Wohltätige Frauen von Adolf L'Arronge angesetzt worden, das gegenwärtig von zahlreichen Bühnen wieder in den Spielplan auf- genommen wird.

Starkenburg und Rheinhessen.

Darmstadt, 2. März. Ein frecher Schwind⸗ ler, der etwa 33 Jahre alte Schneider Philipp Wenner aus Pfungstadt, wurde gestern durch die Polizei wegen eines kaum glaublich dreisten Betruges in Haft genommen. Er benutzte die Abwesenheit eines Wirtes in dem Nach⸗ barorte Hahn, um von hier aus an die Frau des Wirtes mit verstellter Stimme zu telephonieren, daß er(der Ehe⸗ mann) sofort 200 Mark nötig habe, da ec ein Geschäft. machen könne, an dem er mindestens 800 Mark verdiene. Die Frau beeilte sich, den Betrag telegraphisch anzuweisen, da sie nicht den geringsten Verdacht schöpfte. In Darmstadt versuchte nun der Betrüger das Geld auf der Post mittelst eines e Militärpasses in Empfang zu nehmen, was ihm aber nicht gelang. Dagegen brachte er es fertig, eine hiesige Wirtsfrau, die ihn von Gesicht aus kannte, 8¹¹ überreden, seine Person anzuerkennen, so daß der Postbote nach der Bestätigung der Frau die 200 Mk. aus⸗ 9 Bald darauf wurde aber der Schwindel ent⸗

t und konnte auf Grund der genauen Personalbeschrei⸗ bung der Täter festgenommen werden. Man fand bei ihm noch etwa 150 Mart.

m. Offenbach, 1. März. Dem hiesigen VBersorgungs⸗ haus wurden von der Stadt 20 Hektar Pachtgelände über⸗ wiesen, das von den im Felde stehenden Pächtern in diesem Jahre nicht bearbeitet werden kann. Die Verwaltung des Versorgungs⸗ hauses ist ermächtigt, einzelne Grundstücksteile zum Preise von 1 Pfennig für den Quadratmeter an Personen a zugeben, welche deren Bewirtschastung übernehmen wollen. Auch mit Saatgut und Dünger wird ausgeholfen. Ferner wird den. Sport- vereinen dringend empfohlen, geeignetes Gelände ihrer Sport- plätze an Vereinsmitglieder oder deren Angehörige zur Bepflanzung namentlich mit Frühkartoffeln abzugeben.

6* Kreis 4

Wetzlar, 2. März. Zu Koblenz starb Regierungs⸗ und Schulrat Fr. A nderson, welcher von 1883 bis 1907 auch den Schulen des Kreises Wetzlar vorstand. Geboren am 10. Juni 1834 zu Lossen, widmete er sich dem Studium der Theologie und machte den Feldzug 1870,71 bei der Division Kummer als Jeld-⸗Divisions⸗ vrediger mit. Für seinen Oosermut wurde er auf dem Schlacht- 2 W e Der 7 war ei der ihm unterstellten Lehrerschaft wegen seiner ge Denkungsart sehr beliebt. N. 1

Hessen⸗Nassan.

h Bad Homburg v. d. O., 1. März. Ein überraschend hohes Ergebnis brachte eine von den Schülerinnen der Töchter⸗ schule in der Stadt veranslaltete Goldsammlung. Die Mädchen brachten in wenigen Tagen 47 300 Mt. zusammen. Als

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1 7 N e 8 N geheimst hatten, Broschen mit dem Bildnis der Kaiserin er Stiftung von Frau Leopold Lindheimer in Frankfurt. Weiterhin gab man drei Klassen, die besonders hohe Beträge gesammelt hatten, einen Tag Ferien. a

Der mischtes.. Notfeldbacköfen. Im 18. Jahrhundert hatten die Sol⸗ daten Brot für drei Tage im Ranzen, für weitere sechs Tage wurde es auf den Brotwagen der Regimenter mitgeführt. Da aber die Bäckereien nicht schnell genug liefern konnten, mußte man Ruhe⸗ tage einschieben, und das legte den Heerführern natürlich uner⸗ trägliche Fesseln an. Selöst Friedrich der Große hat vergeblich ver⸗ sucht, sich hiervon frei zu machen, und seine Feldzüge von 1742 und 1744 scheiterten an der zu langsamen. Nur in Ausnahmefällen, wie z B. bei dem Eilmarsche von Roßbach nach Leuthen im Jahre 1757 ließ Friedrich der Große sein Heer aus dem Lande leben, eine Saxt, die Napoleon dann zur Regel machte. Die heutigen assenheere sind wieder auf eigene Bäckerei angewiesen, die Backapparate sind aber so vervoll⸗ kommnet, daß sie die Marschfähigkeit in der Regel nicht hem⸗ men. Fahrbare Feldbackösen sind im deutschen Heere 1897 eingeführt. Das einzelne Fahrzeug wiegt nur 1630 Kilogramm, ist sehr manborierfähig und kann der Truppe auch in schwierigem Gelände folgen. Die Brote werden in solchen Backöfen in zwei Stunden gar, im Notsalle kann sogar während der Fahrt 8 backen werden. Solche fahrbaren Backöfen sind seit 1901 auch den Divisions⸗ und Korpsbäckereien im Gebrauch. Eine Reserve⸗ Bäckerei besteht aus 48 eisernen Backöfen, welche in 24 Stunden bei normalem Betrieb 48000 gewöhnliches oder 30 000 Portio⸗ neu Dauerbrot liefern. Notfeldbackösen sind solche, die man im Versammlungsgebiet oder bei Stillstand der Operationen in Fein⸗ desland aus Lehm und Steinen erbaut, um die eisernen Oefen zu schonen und für den Fortgang der Operationen ig⸗ bar zu halten. Solche Notfeldbacköfen liesern je nach ihrer täglich 400, 800, 1200 und mehr Portionen Brot zu je 750 rammt. n unterscheidet Notfeldbacköfen mit kreis⸗ 2 ovaler Ofensohle, die 5 r 8 2 tellten legelsörmigen Ftangengerippe hergestellt werden. Die Kreis orm erzeugt täglich etwa 400, die ovale 800 Portionen Brot. Eine Art Notfeldbackösen sind auch die zerlegbaren Gebirgsback⸗ öfen, deren einzelne Teile Tragtieren aufgepackt werden. Zwer solcher Backöfen bilden eine Garnitur, fünf Garnituren eine Ge⸗ birgsbäckerei. Solche Gebirgsbäckereien sind ebenfalls recht lei⸗ stungsfähig; sie erzeugen nämlich in 24 Stunden 70008500 Portionen Brot. zu jedem Armeekorps gehören zwei Feld⸗ bäckereitolonnen. Zur Leitung des Betriebes wird bei jedem Ar⸗ meetorps ein Korpsbäclereiamt als Feldverwaltungsbehörde mo⸗ bil gemacht. Die Eröffnung des Betriebes bestimmt das General⸗ kommando, den Backplatz wählen die Beamten aus. Die Not⸗ feldbäckereien gehen beim Vorrücken der Truppen analog den Kriegslazaretten an die Etappenbehörden über.

7 Woͤchentl. Uebersicht der Codesfälle i. d. Stadt Gießen. 7. Woche. Vom 7. bis 13. Februar 1915. Einwohnerzahl: angenommen zu 32 90(inkl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitszisser: 26,6%,

Nach Abzug von 12 Ortsfremden 7,90.

2 Kinder Es starben an uf. Er 1. Seben 5 Zu wachsene im. Altersschwäͤche 1 1 Angehorener Lebensschwäche 1(1) 16) Unterleibstyphus 1(1) 10 Tuberkulose 3(3) 3(3) Kraukheiten des Herzens 209 1(0) 10) Krankheiten d. Nervensystems 2 1 Entzündung des Wurm fortsatzes 2(2) 2(2) Krebs 4068) 408) 8 andere Erkrankungen 1 1 85 Summa: 17(19 13(10) 3(1) 1(05)

Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie vier der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gieten gebrachte Kranke kommen.

der Station Gießen.

Metcorologische Beobachtungen

1! 4 2 SN mans 8 f 5 8 22 25 5 32 1615 355 32 8 85 2 33 E 82 88 2* 8 12 22% 743,4] 3,8 4,6 80 W 2 7 Sonnenschein 2. 6% 745,2 2,3 4.5 84 WN W 2 9 Sew. Himmel 3. 449,1 1.8] 4% 77 W410 1955 0

Höchste Temperatur am 1. bis 2. März 1915 4 3,90. Niedrigste N 1915 2 0,2,

Niederschlag: 3.4 mw. 2 2

für unsere Krieger durch bie Felöpost Fee,

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3

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