Ausgabe 
(1.3.1915) 50. Erstes Blatt
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Ul. 50 Erstes Blatt

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165. Jahrgang

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Montag, 1. märz 1015

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25 5 155 l⸗ 2 1 22 6 Aug. Fang iu htnach- ür Stadt und 2 e eneral⸗Anzeiger für Gberhessen e

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bis vormittags 9 Uhr. Rotationsdrud und verlag der Brühl'schen Univ. Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u.

N Otto Braun: 5 für den Anzeigenteil: H. druckerei: Schulstr. 7. Bech sämtlich an Giher.

Gule Erfolge im Westen. pergebliche Bemühungen der kussen. der Uaiser an Hindenburg und Ludendorff.

(WB) Großes Hauptquartier, 27. Februar.

(Amtlich.). 12505 Westlicher Kriegsschauplatz.

In der Champagne haben die Franzosen gestern und heute nacht erneut mit starken Kräften angegriffen. Der Kampf ist an einzelnen Stellen noch im Gange. Im übrigen ist der Angriff abgewiesen worden. 2

Nördlich Verdun haben wir einen Teil der franzö si⸗ schen Stellungen angegriffen; das Gefecht dauert noch an.

4 den übrigen Fronten ist nichts Wesentliches zu melden.

g Oestlicher Kriegsschauplatz. 8

Nordwestlich Grod no, westlich Lomza und südlich Prasznysz sind heute russische Kräfte aufgetreten, die zum Angriff vorgingen.. 0. 1 An der Skroda südlich Kolno machten wir 1100 Ge⸗

ngene. i Von links der Weichsel ist nichts Besonderes zu melden.

1 Oberste Heeresleitung. 1 Großes Hauptquartier, 28. Februar.

Westlicher Kriegsschauplatz.

In der Champagne setzte der Gegner auch gestern seine Vorstöße fort. Die Angriffe wurden in vollem Umfange abgewiesen.

Südlich Malancourt(nördlich Verdun) erstürmten wir mehrere hintereinanderliegende feindliche Stellungen. Schwache französische Gegenangriffe scheiterten und wir machten sechs Offiziere, 250 Mann zu Gefange⸗ ne 4 und eroberten vier Maschinengewehre und einen Minen⸗ werfer.

Am Westrand der Vogesen warfen wir nach hefti⸗ gem Kampfe die Franzosen aus ihren Stellungen bei Bla⸗ mont-Vionpilse. Unser Angriff erreichte die Linie Verdinal Bremenil⸗östlich Badonviller⸗östlich Celles; durch ihn wurde der Gegner in einer Breite von 20 Kilometern und einer Tiefe von sechs Kilometern zurückgedrängt. Die Versuche des Feindes, das eroberte Gelände wieder zu gewinnen, miß⸗ langen unter schweren Verlusten.

Ebenso wurden feindliche Vorstöße in den südlichen Vo⸗ gesen abgewiesen.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Nordwestlich Grodno waren gestern neue russische Kräfte vorgegangen. Unsere Gegenstöße warfen die Russen in die Vorstellungen der Festung zurück. 1 00 Gefangene blieben in unserer Hand.

Nordwestlich Ostrolenka wurde am Omulew ein feindlicher Angriff abgewiesen.

Vor überlegenen feindlichen Kräften, die von Süden und Osten auf Praszuysz vorgingen, sind unsere Trup⸗ ven 1 die Gegend nördlich und westlich dieser Stadt aus⸗ gewichen.

Südlich der Weichsel nichts Neues. Oberste Heeresleitung.

* 8*

Wenn man die amtlichen französischen Berichte regel⸗ mäßig liest, müßte man sich bald fragen, ob denn bie Summe der vielen kleinen Einzelerfol e, die da genannt werden, die Lage noch nicht entscheide beeinflußt hätten. Bei näherem 5 5 aber begreift man, warum dies unmöglich ist. elbstverständlich gibt es auf den ausgedehnten Gefechtsfeldern auch für die Franzosen augen⸗ blickliche Vorteile; General Joffre läßt sie alsb. ten, vergißt aber, die Berichte zu ergänzen, wenn die Deut⸗ schen an den betreffenden Stellen wieder vorgegangen sind. Selten klingen die näheren Angaben in den französischen Berichten über einen Erfolg so befriedigend wie z. B. die Stelle in unserem neuesten deutschen Tagesbericht, wo es heißt, daß am Westrande der Vogesen der Gegner in einer Breite von 20 Kilometern und einer Tiefe von 6 Kilometern zurückgedrängt wurde. Die Versuche der Franzosen, das 75 zurückzuerobern, mißlangen unter schweren Ver⸗ usten.

Auch im Osten waren die Unseren erfolgreich. Nordwest⸗

lich von Grodno, der Festung, die etwa 100 Kilometer östlich von Lyck liegt, hatten russische Vorstöße den Weitermarsch der siegreichen deutschen Truppen aufhalten wollen. Diese haben jedoch den Feind in die Vorstellungen der Festung zurückgeworfen. Was bei Praszuhsz vor sich geht, ist noch nicht deutlich zu ersehen. Die Berichte unserer Heeres⸗ leitung erwähnen nicht nur vollendete Tatsachen, sondern auch Anzeichen von nahenden wi tigen Vorgängen, und es wäre möglich, daß das Ausweichen der deutschen Trup⸗ pen nördlich und westlich von Prasznysz nur solange an⸗ hält, bis die Russen in einer ihnen gestellten Falle sitzen. Doch das sind nur Vermutungen und Möglichkeiten; der weitere Verlauf muß mit Interesse abgewartet werden.

Hocherfreulich ist die heutige amtliche Feststellung, daß

die deutschen Verluste in der Minterschlacht an Ostpreutzens verhältnismäßig so klein waren. Man erkennt aber daraus, daß der ungeheure Sieg einem Meisterwerk der Strategie zu verdanken war, das von den Truppen durch länzende Marschleistungen vortrefflich unterstützt wurde. ndenburg und Ludendorff sind vom Kaiser aufs neue treff⸗ ausgezeichnet worden. Wen hat in diesen Tagen die

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Tätigkeit unseres Kaisers nicht auf das A rührt! In einem leisen Rückfall in unerw nische Redefloskeln hatte der Präsident des geordnetenhauses, Graf v. Schwerin Kaisers an den Truppenbe derLeitung der Operationen hat sofort die richtige Antwort auf die ,genialen Führer des dem neuen Telegramm des es nochmals ausdrücklich: haften Leitung. Kaisers ist: er ist

ugenehmste be⸗ ünschte byzanti⸗ preußischen Ab⸗ -Löwitz, die Teilnahme wegungen in Ostpreußen mit verwechselt, aber der Kaiser indem er allen Dank stheeres übertrug. Kaisers an Hindenburg steht unter Ihrer bewährten meister⸗ Wir wollen dem Kaiser geben was des der unermüdliche, zu steter anfeuernde Bannerträger des kämpfenden Rei nen Entschließungen ist es zu danken, daß w nur eine so gewaltige Wehrmacht haben, genialen Führer besitzen, die uns zum 8 0

Begeisterung ches, und sei⸗ ir heute nicht ondern auch die

Der Dank des Kaisers an Hin und Ludendorff.

Dem General⸗

Mein lieber Generalfel Verlaufe der Winterschlacht in Masuren, in der t währten meisterhaften Leitung mein unvergleichlich heer dem Feinde den letzten Fußbreit heimatliche ssen und seine Armee, weit in das eigene Land t gen hat, ist es mir ein dringendes das, was Sie und die braven Tru eistet haben. Ich will meinem königl geben, daß ich Ihnen das rite verleihe und Sie ferner Regiments zu Fuß zum Regiments Nr. 147 ernenne. das sich bei den Kämpfen im Osten ugen hat, werden Sie ersehen, wie Verdienste um die Befreiung Ost⸗ feindlichen Einfall anerkenne. ner mit unserer gerechten Sache und schenke uns no

reibe ud, vernich⸗ Bedüre is, zu danken

das Vaterland gel aber noch dadurch besonderen Ausdruck Eichenlaub zum Orden Pour le unter Belassung à la suite des masurischen Infanterie⸗ In der Wahl dieses Regiments un vergängliche Lorbeeren erru dankbaren Herzens ich Ihre preußens von dem Gott sei auch ch viele solcher

Auch der Chef des Stabe von Hindenburg, G. die Verleihung des vom Kaiser durch folgendes

Aus Anlaß des herrlichen S Ostpreußen stehende leutnant Ludendorff

s beim Generalfeldmarschall eneralleutnant Ludendorff, erfuhr Eichenlaubs zum Orden Pour le merite persönliches Telegramm: ieges über das noch jüngst in Russenheer spreche ich, mein lieber General- Ihnen, dem treuen, unermüdlichen General- Oberbefehlshabers der gesamten deutschen Streitkräfte glichen Dank für Ihre hervorragende An ügig angelegten und glück⸗ aus. Ich verleihe Ihnen hiermit le mérite, eine

im Osten, meinen köni teilnahme an dem Geli lich durchgeführten Unternehmens das Eichenlaub zum Orden Pour deren Sie sich mit berechtigtem Stolz erfreuen können.

Wilhelm.

Die deutschen Verluste in der Winterschlacht

in Masuren.

Verlin, 28. Febr. WTB hauptung der Londoner sche Botschafter in Rom erklärt haben, daß preußen an Toten cann verloren hätten. diese selbstverständlich in dung den Zusatz, daß der de Verhältnis zu den trifft zu, allerdings nicht News. Die große Eile, der deutschen Umklammerung zu ent folge gehabt, daß unsere Truppen n r Kampffront mit dem rung gekommen sind, wie ihrer Ueberlegenheit erhoff standhielt, ist er di Im übrigen aber einzig dastehende Wi raschung kommt es, daß glänzenden Ergebni Miß verhältnis stehen. gering und betragen nochen derCentral

ngen des so großz

Auszeichnung,

. Amtlich.) Nach einer Be⸗ soll der deut⸗ wir in Ost⸗ und Verwundeten 100000 Das englische Bureau knüpft an Punkten erfundene Mel⸗ somit in keinem ehe. Das Letzte in dem Sinne derCentral ie russische 10. Armee ziehen suchte, hat zur Ur auf einzelnen Teilen e Gefechtsberüh⸗ sie es in dem sicheren Gefühl t hatten. Da, wo der Gegner er Ueberlegenheit zum Opfer gefallen. saben wir die in der Kriegsgeschichte nterschlacht vornehmlich durch Ueber⸗ Schnelligkeit gewonnen. So Gesamtverluste mit s des Sieges tatsächlich im Sie sind ganz ungewöhnlich icht ein Sechstel der von Zahl. Daß die Verluste nur auf vorübergehenden Aus⸗ ist nicht nur sehr rücksichtslosen Ent⸗

Central News

ald verbrei⸗ Y

utsche Erfol gebrachten Opfern

mit der sich d

Feinde in so eng

News erwähnten überdies zum großen Teile fällen durch Marschkrankhei erfreulich, sondern zeigt auch von der schlossenheit unserer Verfolgung.

Der amtliche französische Bericht.

28. Febr. WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht sruar, nachmittags 3 Uhr: Zwischen Meer und Aisne rung in der Lage. In de Neues seit dem gestrigen Abendbericht. brachte unsere Artillerie ein Explosion. Im Malancburt Maas begoß der Feind mit einer brennend

r Champagne nichts

In den Argonnen Munitionsdepot bei St. Hubert zur Argonnen und der en Flüssigkeit

wald zwischen den

aufgeben mußten. Die Schützengrabenbesatzung wurde schwer ver⸗ brannt. Ein Gegenangriff hielt die Deutschen sofort auf, wobei wir ihnen Verluste beibrachten und Gefangene machten. Im Gebiet von Verdun und auf den Maas höhen nahm unsere schwere Ar⸗ tillerie deutsche Artillerie unter Feuer, zerstörte Geschütze, brachte etwa 20 Munitionskästen oder Munitionslager zur Explosion, vernichtete eine Abteilung und zerstörte ein Lager gänzlich. Im Bois Brule dauert der Kampf zu unserem Vorteil fort. Ein deutsches Luftgeschwader warf einige Bomben auf die belgische Küste hinter Nieuport ab. Eine Frau und ein Greis wurden ge⸗ tötet. Im Woevre wurde ein deutsches Flugzeug, welches unsere Linien zu überfliegen versuchte, durch unser Feuer zurückgetrieben. l Abends 11 Uhr: In den Dünen bei Lombartzyde eroberte eine unserer Patrouillen einen deutschen Schützengraben, tötete dessen Besatzung und erbeutete ein Maschinengewehr. In der Champagne setzten uns unsere Fortschritte vom Freitag abend in den Besiz von 100 Metern deutscher Schützengräben. Wir machten etwa 100 Gefangene und erbeuteten zwei Maschinen⸗ gewehre und eine Revolverkanone. Dieser Angriff wurde mit dem Bajonett glänzend ausgeführt. Ein starker deutscher Gegen⸗ angriff wurde Freitag nachts zurückgeworfen. Am Samstag er⸗ zielten wir neue Fortschritte westlich Perthes und nördlich Beause⸗ jour. In Lothringen bei Neuveille(nahe dem Parroy⸗Wald) wurde ein deutscher Angriff zurückgeworfen. Die Arbeitslosigteit in Frankreich.

Berlin, 1. März. Ueber die Arbeitslosigkeit in Frankreich läßt sich das Berl. Tageblatt melden: Der fran⸗ zösische Abgeordnete André Honorat teilt in einer Zeitschrift mit, daß durch den Krieg die Arbeitslosigkeit unter den Män⸗ nern um das dreifache, unter den Frauen um das sechsfache zu⸗ genommen habe. Er gibt an, daß im Dezember in Paris rund eine viertel Million Arbeitsloser von der Stadt oder dem S unterstützt wurden. Er betont, daß die 2 5 ii* nördlichen Departements noch viel bedeutender 2 dem Schluß, daß rund eine Million Franzosen und Französinnen durch den Krieg arbeitslos geworden s eien.

Die Getreidefrage in Frankreich.

Lyon, 28. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) DerProgress meldet aus Paris: Eine Abordnung der Gruppe der sozialistischen Parlamentarier besprach mit dem Ministerpräsidenten Viviani die Getreidefrage und betonte bei dieser Gelegenheit nochmals, es sei unbedingt notwendig, daß die Regierung Höchstpreise für Ge⸗ treide festsetze und Maßnahmen treffe, um eine Spekulation zu verhindern.

Ein französischer Flieger.

Paris, 1. März.(WTB. Nichtamtlich.) DerTemps mel⸗ det: Während eines Erkundungsfluges, den der Deputierte Haupt⸗ mann Giro d, der Leiter des Luftschiffahrtswesens, in dem be⸗ festigten Lager von Paris als Beobachter an Bord eines Flug⸗ zeuges von Compiegne über die deutschen Linien unternahm, geriet das Flugzeug in Brand dem Führer gelang es, in steilem Gleitflug zu landen. Girod erlitt Brandwunden an den Beinen, der Führer blieb un versehrt.

Verlängerung des französischen Moratoriums.

Paris, 27. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Das allgemeine Morator iu meist demTemps zufolge wiederum um 60 Tage, bis zum 1. Mai, verlängert worden.

***

Die österreichisch⸗ungarischen Tagesberichte.

Wien, 27. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 27. Febr. 1915 mittags. An der polnisch⸗gali⸗ zischen Front stellenweise lebhafter Geschützkampf.

In den Karpathen ist die allgemeine Situation un⸗ verändert. Im Abschnitt Tucholka Wysckow wurde hef⸗ tig gekämpft. Hier wurde ein neuerlicher Angriff auf die eigenen Stellungen im Opor-Tale nach erbittertem Nah⸗ lampfe unter schweren Verlusten des Gegners zurück⸗ geschlagen. Das angreifende 9. finnssche Schützenregiment ließ 300 Tote, mindestens ebensoviel Verwundete an unse⸗ ren Stellungen zurück; 730 Mann des Regiments wurden unverwundet gefangen genommen.

Die mit großer Hartnäckigkeit geführten Kämpfe in Südostgalizien dauern an.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Wien, 28. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 28. Febr. 1915: In Polen und Westgali⸗ zien hat sich nichts Besonderes ereignet. Es fanden nur Artilleriekämpfe statt.

An der Karpathenfront und im Raume von Wuys⸗ ckom sowie südlich des Dnjester wird gekämpft. Die Situa⸗ tion hat sich in den letzten Tagen nicht geändert.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Russische Kampfesweise.

Wien, 28. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird von dem Armeeoberkommando mitgeteilt: Zur Cha⸗ terisierung der russischen Kampfweise sei erwähnt, daß in der letzten Zeit russische Soldaten als Frauenwer⸗ kleidet, von guten Aussichtspunkten aus auf unsere Truppen gefeuert haben. Diese bis jetzt noch nicht prakti⸗ zierte Art der Verkleidung russischer Armeeangehörigen, die

unsere vorgeschobenen Schützengräben, welche wir

also Weiberkittel benützt, um den Feind de täuschen, ist ge⸗ wiß wenig ruhmvoll. Den Abteilungen des Feindes, deren