Ausgabe 
(22.2.1915) 44. Erstes Blatt
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a wie wir alle hoffen, unsere Krieger elde über unsere Feinde gesiegt haben werden, dann möge es don unseren Frauen heißen, daß sie an ihrem Teile mil beigetragen haben zum Siege unserer großen nationalen Sache. Ten beiden Vortragenden wurde für ihre sachlichen, klaren Aus- führungen reicher Beifall zuteil. 2 Am des Vortrags wurde bekanntgegeben, daß prak tische Unterweisungen in Kriegsküche, d. h. in der Bereitung einfacherer, n 5 Art 2 8 Nahrungsmittel angepaßter Speisen gegeben werden sollen. Die ersten dieser Kurse werden, genügende Beteiligung vorausgesetzt, schon in dieser Woche stattfinden. Jeder Kurs umfaßt 4 Morgen oder Abende, jedesmal werden 3 verschiedene Gerichte, im ganzen also 12 bereitet werden. Der Morgenkurs findet Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag statt und beginnt morgen, den 23. Februar, Uhr(Honorar 6 Mark), der Abendkurs, für Unbemittelte hauptsächlich bestimmt, soll Dienstag, Mittwoch, ag und Samstag abend sein und morgen um 6 Uhr anfangen (Honorar 1 Mark). Die bereiteten Speisen werden von den Teil- nehmerinnen gemeinsam verzehrt. Die Materialien stellt die Alice⸗ schule. Wer sich an diesen Kursen zu beteiligen wünscht, wolle sich noch heute in der Schule, Steinstraße 10, anmelden. Das Honorar ist bei der Anmeldung zu entrichten.

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. Auszeichnung. Dem Chemiker Ad. Stetter

aus Gießen, der sich im Laufe des Feldzuges in Belgien das

Eiserne Kreuz erworben hat, wurde vom Herzog von Braun⸗ schweig das Kriegsverdienstkreuz verliehen.

* Kreiskomitee für Rotes Kreuz und Kriegs- hilfe. Nach Mitteilung des Kreiskomitees sind in der Zeit vom 11. Dezember 1914 bis 11. Februar 1915 aus folgenden Ge⸗ meinden usw. die beistehenden Beträge an den Kreiskasserechner

0 und von diesem an den Landesperein vom Roten Kreuz in Darmstadt überwiesen worden: 1. Kirche Langsdorf 190 Mk., 2. Gemeinden Annerod 10 Mk., Inheiden 300 Mk., Langsdorf 467,75 Mk., Lollar 204 Mk., Ruttershausen 200 Mk., Steinheim 195 Mk., Utphe 100 Mk., Trais⸗Horloff 124 Mk., Villingen 164 Mk. Der Gesamtbetrag der vorstehend aufgeführten Gaben beläuft sich auf 1954,75 Mk. Unter Einrechnung der bisher bereits abgelieferten Gelder ist hiernach bis jetzt aus den Landge⸗ meinden des Kreises Gießen der Betrag von 41 502,61 Mark an den Landesverein in Darmstadt abgeführt worden. Weiter sind seit dem 11. Dezember 1914 abgeliefert worden: T An die Reichsbankstelle in Gießen für die Notleidenden in Ostpreußen aus der Gemeinde Aunerod 170 Mk., Garbenteich

Mk., mithin 470 Mk. Das sind mit den bereits früher ab⸗ gelieferten Beträgen jetzt zusammen 2075,78 Mk. B) An den Heern Oberbürgermeister in Gießen zur Weitergabe an die be drängten Elsaß⸗Lothringer aus der Gemeinde Garbenteich 200 Mark.(Mit den früher abgelieferten Beträgen jetzt zusammen 402,35 Mk.) C) An die Mitteldeutsche Creditbank Filiale Gießen auf das Konto des Kreiskomitees aus den Gemeinden Garbenteich 10 Mk., Dorf⸗Güll 80 Mk., Villingen 47 Mk., Wieseck 10 Mk., insgesamt 147 Mk.:

n Aus den Lazaretten. Ein schlimmer Feind unserer genesenden Feldgrauen ist die Langeweile. Viele von ihnen greifen, um ihrer Herr zu werden, zu allerlei ver⸗ gessenen Handfertigkeiten. Eine hiesige Dame, die die Gieße⸗ ner Lazarette mit diesem Gedanken besucht hat, unterwies die Verwundeten in der Anfertigung von hübschen Gips⸗

ildern, zu denen man allerdings Bildermaterial aus illu⸗

strierten Zeitschriften benötigt. Da es hieran sowie in den

aretten mangelt, so geben wir dem an uns gelangten Wunsche nach solchen Blättern an dieser Stelle Ausdruck.

Liebesgabenwünsche. Von einem Angehörigen des Reserveregiments 118 wird aus dem Felde folgende Anregung weitergegeben:An Liebes gaben wird hier viel verteilt, aber die Wäsche hat jetzt nicht mehr die Ab⸗ . wie im 1 Alle sind reichlich versehen und oft hält es schwer, die Sachen an den Mann zu bringen. Alles Eßbare dagegen ist rasch verschwunden. Wenn Sie in Gießen darauf hinwirken könnten, daß besonders Tabak weniger versendet wird, tun Sie gut daran. Zigarren kommen ja gewöhnlich an den Mann, wenn auch oft einer über 40 bis 80 Stück verfügt. Ich denke, wie es bei uns ist, wird es auch bei anderen Regimentern sein. Dagegen sind neben Eßwaren Kerzen und Ersatzbatterien und Ersatzbirnen für. sicherlich sehr erwünschte Artikel.

Der Allgemeine Staats-Eisenbahner-Ver- ein Gießen veranstaltete am Samstag, den 20. Februar, im Wartesaale 3. Klasse auf Bahnhof Gießen eine Ver sammlung aller dienstfreien Eisenbahner nebst ihren Frauen unter dem Vorsitz des Herrn Eisenbahndirektors Zimmermann. Derselbe wies auf die notwendigen Maßnahmen zur Beschasfung von Nahrungsmitteln anläßlich des Weltkrieges und der von unseren Feinden geplanten Aushungerung Deutschlands hin. Be⸗ triebssekretär Compter erörterte hierauf in einem eingehenden längeren Vortrage die zu ergreifenden Vorsichtsmaßnahmen zum Durchhalten bis zur nächsten Ernte. Auch die zu Hause gebliebenen Deutschen müßten Opfer bringen und zur Sparsamkeit mit den vor- handenen Lebensmitteln, bezw. Kleingartenbau, Klein-⸗Tier⸗ zucht usw. zur Produktion beitragen. Hierin sollten die Eisenbahner vorbildlich wirken. Die Eisenbahner nahmen den Vortrag mit

roßem Beifall auf; es wurde beschlossen, eine weitere Versamm⸗ ung am Sonntag, den 28. Febr., nachm. 5 Uhr, im Restaurant Felsenkeller hier für solche Eisenbahner und ie abzu- halten, welche verhindert waren. Auch ist die Einführung von Gästen erwünscht. 8 Stadttheater. Im Stadttheater hatte man gestern Alexander Baumanns harmlos-heiteres Singspiel aus den österreichischen Alpen,Das Versprechen hinterm Herd hervorgesucht, das im Verein mit demZerbrochenen Krug ein lachfreudiges Auditorium fand. Die Konjunktur war dem Theaterbesuch gestern nicht eben günstig, da eine ganze Reihe anderer Veranstaltungen so viel Besucher auf sich gezogen hatte, daß der Zuschauerraum manche Lücke aufwies. Unter der Regie von Otto Conradi wurde die lustige Verlobungsgeschichte aus dem Gebirge mit viel Laune und Geschick absolviert. Namentlich Hansi Martini war als Jeg, Sennerin in ihrem Element und malte die schnadahüpfelnde Vorgeschichte einer. N mit ansteckendem Uebermut, wacker unterstützt von Hans Grosser⸗ Braun, der den verliebten Steirerbua mit Treuherzigkeit und Humor jodeln und lieben ließ. Rudolf Goll als von der schlauen Alpnerin über den Löffel barbierter Schwiegervater und Maximilian Heß als Notizbuch⸗Studien treibender Salon⸗Tiroler dürsten ebenfalls herzlich belacht werden.

** Stadttheater. Man schreibt uns: In der nächsten Dienstag⸗Abonnementsvorstellung wird zum ersten Male Aug. v. Kotzebues vieraktiges LustspielDie e Klein⸗ städter gegeben. Die heiteren Bilder und Szenen aus der kleinen Stadt Krähwinkel sind an den zahlreichen Bühnen, die das Werk wieder dem Spielplan einverleibt haben, mit großem Behagen aufgenommen worden und man wird sicher auch hier bei den en und Freuden der Frau Unter⸗Steuer⸗Einnehmerin Staar, der Frau Ober⸗Floß⸗ und Fisch⸗Meisterin Brendel, der Frau Stadt⸗Akzise⸗Kassa⸗Schreiberin Morgenroth, des Herrn Bau⸗, Berg⸗ un spektors⸗Substituten Sperling u. a. m. 1525 bestens unterhalten. Das lustige Werk wird in Berlin in Max Reinhardts Kammerspielen jeden Abend gegeben.

** Der Siegeszug der Deutschen durch Belgien. Ueber dieses Thema wird demnächst Herr Pro- fessor Walz aus Friedberg im hiesigen Bürgerverein sprechen. Der Vortrag wird durch zahlreiche Lichtbilder unterstützt werden. Bei dem großen Interesse, das das Thema in unserer Zeit gemacht hat, dürfte eine zahlreiche

Zuhörerschaft zu erwarten sein. In Friedberg wenigstens, wo er Vor vor kurzer Zeit stattfand, war der über Personen fassende Saalbau schon lange vor Beginn

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ausverkauft. Näheres über Ort und Zeit wird in diesen Tagen durch Anzeige in dieser Zeitung bekannt gegeben.

Vom Stand der Feldfrüchte. Der Stand der Feldfrüchte in der Wetterau, demLändchen, imGoldenen Grund und im Lahngebiet ist günstig. Roggen und Weizen lind bisher gut überwintert, auch die Kleefelder zeigen guten Stand. Wenn der März den Wintersaaten keinen Schaden bringt, so kann der Landwirt in dieser Beziehung hoffnungs voll in die Zukunft blicken

Kreis Büdingen.

un Nidda, 20. Febr. Unter außerordentlich zahlreicher Be teiligung der hiesigen Einwohnerschaft, sowie der Lehrer des Kreises Büdingen wurde heute hier der Lehrer i. P. Hermann Ootz zu rabe getragen. Der Dahingeschiedene war lange Jahre Vorstands⸗ mitglied der Ludwig- und Alicestistung hessischer Lehrer, war kurze Zeit 1. Vorsitzender des VereinsLehrerheim Vogelsberg, führte viele Jahre die Kassengeschäste desOberhessischen Bienenzüchter⸗ Vereins, versah bis zu seiner Ruhestaudsversetzung das Amt eines Obmannes des Bezirkslehrervereins Nidda und war außerden in der hiesigen Armenpflege sehr eifrig tätig. Diese seine Verdienste

wurden am Grabe unter Niederlegung von Kränzen entsprechend]

gewürdigt von Bürgermeister Ert und Lehrer Gatzert hier, von dem 1. Vorsitzenden des Lehrerheims, Lehrer Dern⸗Ossenbach, von Lehrer Buß ⸗Leihgestern, sowie von den Lehrern Lenz und Seipp⸗Geiß⸗Nidda. Die Schulräte Baldauf Büdingen und Scherer Offenbach wohnten als Vertreter der Behörde der Be.

erdigung bei. 5 Kreis Schotten.

(h) Aus dem Vogelsberg, 21. Febr. Im Kreise Büdingen sind bis jetzt durch planmäßige Sammlungen für 215 220 Mk. Gold gesammelt. 6990 Mk. hiervon Beskr⸗ ten russisch⸗polnische Arbeiter ab.

1 Starkenburg und Rheinhessen.

m. Offenbach a. M., 22. Febr. Der Reichs- und Landtagsabgeordnete Karl Ulrich konnte am Samstag auf sein 25jähriges Jubiläum als Mitglied des Deutschen Reichstags zurückblicken. Bereits vor fünf Jahren beging Ulrich das gleiche Jubiläum als Mitglied der zweiten hessischen Ständekammer. Die städti che Verwal⸗ tung hat am Samstag und Sonntag durch Beauftragte die Mehl⸗ und Kartoffelvorräte in den Haus⸗ haltungen feststellen lassen. Dabei hat es sich heraus gestellt, daß in einzelnen Haushaltungen recht reiche Vor räte aufgestapelt waren.

Kreis Wetzlar.

A Atzbach, 21. Febr. Den Heldentod für das Vater land starben Heinrich Franz und Ludwig Becker. Es sind so⸗ mit bisher vier Söhne unserer Gemeinde gefallen, dazu gilt einer als vermißt.

Wißmar, 21. Febr. Unsere Gemarkung steht jetzt ir; Zusammenlegungs- Verfahren in einer Größe von 704 Hektar. Die Gemeinde verfügt auch über eine sast gleich große Waldfläche von 690 Hektar: Gemeindeabgaben kennt man erst seit

einigen Jahren.

Hessen⸗Nassau. 8 Marburg, 21. Febr.(Eine Hausangestellten-Ver⸗ sammlung.) Am Freitag abend wurde hier die dritte große Versammlung in Sache der a in den Stadtsälen abgehalten. Diesmal hatte der Magistrat die Hausange⸗ stellten, Köchinnen und Dienstboten geladen, welche auch zahlreich erschienen waren. Frau Professor Rade von hier und die Haushaltungslehrerin Fräulein Hesse aus Biedenkopf sprachen in über zweistündigen Ausführungen überUnsre Kriegskost. Sie gaben beherzigenswerte Winke, wie die Hausfrauen und Köchinnen durch zweckmäßige Ein⸗ richtung der Kriegsküche in der Lage seien, die Aushunge⸗ rungsgelüste unserer Feinde zu nichte zu machen.

m. Kirchhain, 21. Febr. Die Arbeiten für die Reichs wollwoche sind für den Kreis Kirchhain nun beendet. Es 8 52 ganzen 994 Decken für die Militärverwaltung hier angefertigt.

h. Frankfurt a. M., 21. Febr. Bei einer Haus⸗ suchung entdeckte die Polizei bei dem Kaufmann Geo Großmann, Hohenzollernplatz, nicht weniger als 33 Zentner Mehl, die der Mann in fürsorglicher Weise in seiner Mansarde und einem Wohnzimmer versteckt hielt. Der gewaltige Mehlvorrat, der von Großmann natürlich nicht angemeldet war, wurde beschlagnahmt.

Frankfurt a. M., 21. Febr. Vor dem Ankauf des

trockneten Klärbeckenschlamms der Stadt Fer ankfurt, der unter dem irreführenden NamenFrank⸗ furter animalischer Stickstoffdünger in den Handel ge⸗ bracht, wird von den Landwirtschaftskammern Wiesbaden und Schlesien nachdrücklich gewarnt, da der Preis 5 Mk. pro Zentner den wahren rt um das Vier fache übersteigen soll.

(h) Schwanheim, 20. Febr. Nicht weniger als sechs Ordensauszeichnungen für außergewöhnliche Tap⸗ ferkeit vor dem Feinde erhielt der bisherige Gefreite Karl Ott, Sohn des Postverwalters Ott in Schwanheim a. M., Waldstraße 13. Dem jungen Soldaten wurden verliehen: das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse, der Preußische Verdienst⸗ orden mit Eichenlaub und Schwertern, die Préußische Gol⸗ dene Tapferkeitsmedaille, der Bayerische Verdienstorden 1. Klasse und die Bayerische Tapferkeitsmedaille 1. Klasse. Außerdem wurde Ott zum Feldwebelleutnant befördert. Der Kaiser nahm kürzlich Gelegenheit, dem Jubilar, der augenblick⸗ lich in einem Kriegslazarett krank darniederliegt, persönlich zu seinen Auszeichnungen zu gratulieren.

X. Hanau, 21. Febr. Der Kreis ausschuß des Landkreises Hanau hat beschlossen, zum Ankauf von Futtermitteln die Summe von 100000 Mk. zur Ver⸗ fügung zu stellen. Vermittlerin der geschäftlichen Angelegen⸗ heiten ist das Kornhaus Hanau, das sich uneigennützig in den Dienst dieser Sache stellen wird. Der Magistrat der Stadt Hanau hat den Höchstpreis für 1 Kgr. Kriegs⸗ brot oder Vollkornbrot auf 45 Pfg., für 1 Kgr. Weißbrot auf 1 Mk. festgesetzt. Der bisherige Höchstpreis für Weizen⸗ mehl ist aufgehoben worden.

X. Kassel, 21. Febr. Nach einer Veröffentlichung des Kgl. Konsistoriums hat die zur Linderung der ostpreußi⸗ 0. n Notstände am Totenfest eingesammelte Kirchen⸗ kollekte in den evangelischen Gemeinden des Regierungs- bezirks Kassel den Betrag von 17 894.13 Mk. erbracht. Das Gesamtergebnis der innerhalb der evangelischen Gemeinden des Königreichs Preußen für Ostpreußen gesammelten Gaben übersteigt den Betrag von 420 000 Mk.

Universitäts- Nachrichten.

ll Marburg, 21. Febr. Der Rektor der Universität gibt bekannt, daß das Gerücht, die Universität Marburg würde im mersemester ihren Lehrbetrieb einstellen, völlig un⸗ begründet ist, vielmehr die Vorlesungen und Uebungen in der angekündigten Weise gehalten werden.

Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. sichten in Hessen am Dienstag, den 23. Februar 1915: Bedecdt, zeuweise Niederschlage, mild, südwestliche Winde.

Nach dem 18. Februar. l Die Freitags⸗Vorstellung im Gießener Stadttheater leitete Direktor Steingoetter unter starkem Beifall mit dem Vor trag des folgenden von ihm verfaßten Gedichtes ein:

Was taucht da auf an Steuerbord? De, Kapitän, seht unten dort, Wollt auch nur weiter über bücken, Schaut beinah' aus wie ein Walfischrücken! Ist drauf ein Mann? Kommt Jonas wieder?! Durchs Sprachrohr schallts:Holt die Flagge nieder, Schiff muß und Ladung ich versenken, Nur zehn Minuten gibts zum Bedenken! Gefluch, Gerenne hin und ber, Acht Rettungsboote berühren das Meer, Enteilen rasch durch drohenden Gischt Vom Tauchboot her es dann plötzlich zischt, Durch harte Planken schlägt es dumpf

Es schüttelt des Schiffes gewaltigen Rumpf Und dann selbst eiserne Seemannsnerven Packt es wie Graus in den Nachthimmel werfen Sich sormlose Klumpen mit surchtbarem Knall, Peitschen das Wasser im Niederprall, 5 feurigen Wolke die Lüfte schwellen

ür Blitzeslänge dann die Wellen Brodelnd umwirbeln Trümmerstücke. Es ist als hätt' alle englische Tücke Gegen den deutschen Seekameraden Sich in dem schrecklichen Schlag entladen! Mählich bernhiget sich dann die See,

Ein Morn Flagge noch treibt nach Lee: Der Mann auf dem Tauchboot salutiert

Habe getan was mir kommandiert! I 21 dann unversehrt Wieder hinab zur Tiefe kehrt!

Letzte Nachrichten.

Weitere Erfolge der Oesterreicher.

Bistritz(Siebenbürgen), 22. Febr. Im weiteren Vordringen nördlich des Pruthflusses in der Richtung des Dnjester haben unsere Truppen die Orte Kotzman, Bojan und Sadagora in der nördlichen Bukowina besetzt. In den beiden letztgenannten Orten, wo die Bevölkerung in der Mehrzahl aus Juden besteht, haben die Russen bestialisch gehaust. Hier trafen abermals 560 Kriegsgefangene aus dem Kampfe um Czernowitz ein. Unter ihnen befanden sich sehr viele deutsche Kolouisten aus der Gegend des Don. Als ich ihnen die neuesten Erfolge der Deut⸗ schen in Ostpreußen mitteilte, begannen sie vor Freude zu wei⸗ nen. Sie erzählten, daß sie schon lange vergebens eine Gelegen⸗ heit gesucht hätten, sich zu ergeben, weil sie als Deutsche nur zwangsweise gegen Oesterreich-Ungarn kämpften. Auf die Frage, ob sie in ihre alte Heimat zurückkehren möchten, antworteten sie übereinstimmend: Wenn Deutschland sie aufnehmen sollte, wür⸗

den sie direkt aus der Kriegsgefangenschaft hingehen, ohne rus⸗ 0 5

sischen Boden je wieder zu betreten. 1

Russischer Rückzug in Galizien. AK. K. Kriegspressequartier, 22. Febr. Die Kämpfe nördlich von Nadworna und Kolomeg haben die

Russen nach Stanis lau zurückgedrängt. Der Feind sam⸗

melt dort größere Truppenmassen zu einem neuen verzwei⸗

felten Widerstand. Der Kampf dreht sich um den Besitz von

Stanislau, das von den Russen erbittert verteidigt wird. Abgesehen vom Artillexieduell, werden von der übrigen Front keine besonderen Ereignisse gemeldet. Die Karpathen⸗

kämpfe dauern unablässig mit Heftigkeit an. 1

Eine italienische Würdigung Hindenburgs. Mailand, 22. Febr. Alle italienischen Mili⸗ tärkritiker stimmen darin überein, daß der letzte Sieg Hindenburgs von unge die Genialität dieses Heerführers, der Menschen⸗ und Waffenmaterial, das sein Vaterland ihm zur Verfügung stellt, meisterhaft verwendet.

Italien und der englische Flaggenmißbrauch. 5 Rom, 22. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agenzia Stefani. Der Marineminister hat mit Rück⸗ sicht auf die Bedingungen für die Schiffahrt in den nord⸗ westlichen Meeren Europas, um die Erkennbarkeit der italie⸗

nischen Schiffe zu erleichtern, die Anordnung getroffen,

daß die italienischen Handelsschiffe, die die genannten Ge⸗ wässer befahren, die Flagge stets gehißt halten dem auf beiden Seiten, rechtwinklig in großen Ausmessun⸗ gen die Nationalfarben, ebenso wie in der Flagge geordnet, tragen sollen. Ferner soll der Name des Schiffes und sein Heimathafen in weithin sichtbaren Buchstaben angebracht werden. Des Nachts sind die r zu be⸗ leuchten. Die Kapitäne werden aufgefordert, sobald sie ein

Unterseeboot sehen, die Maschinen zu stoppen und womög⸗

lich eine Mannschaft mit den Schiffspapieren zu dem Unter- seeboot zu entsenden, um die Feststellung ihres Schiffes zu erleichtern.

Die Unzufriedenheit Englands über die französische Presse.

Genf, 22. Febr. Der Minister des Aeußern Delcasse ließ die Redakteure der wichtigsten Pariser Blätter wissen, daß man in London und Petersburg mit der Haltung der französischen Presse unzufrieden sei, weil sie sich immer noch zu sehr mit demrussischen Rückzug undder Tätigkeitderdeut⸗ schen Unterseebootebeschäftigten. Die Zeitungen soll⸗ ten der gedrückten Stimmung des Publikums durch allerlei kühne Pläne des Dreiverbandes in der nächsten Zukunft entgegenwirken, und die Wichtigkeit der Mission des Generals Pau, dieses Pfad⸗ finders für das zu erwartende Erscheinen der Dreiverbands⸗ Truppen in den Balkanstaaten, vornehmlich zur Unterstützung 5 Serbiens, betonen. 5

Chinas Stellung gegen Japan.

Kopenhagen, 22. Febr. Der japanische Ge⸗ sandte in Peking überreichte, wie derRusskoje Slo⸗ wo aus Tientsin erfährt, dem Pekinger diplomati⸗ schen Korps ein Memorandum seiner Regierung, in welchem betont wird, daß Japans Forderungen die Inte⸗ grität Chinas nicht berühren, und daß Japan nicht die Ab- sicht habe, China unter seine Abhängigkeit zu bringen. sondern daß die Maßnahmen lediglich den Zweck hätten den Handel und das Wirtschaftsleben Chinas zu heben.

Haag, 22. Febr. Wie dieCentral News melden, habt China seine sämtlichen Flußkanonenboote nach den Küsten⸗ gewässern entsandt. Alle Japaner verlassen Peking.

Japan warnt vor den Freiwilligenkorps.

Kopenhagen, 22. r. Wie die russische Zeitung Rietsch aus Tokio erfährt, erklärte der japanische Kriegs⸗ minister, daß die japanische Regierung nichts mit den Frei⸗ willigenkorps zur Unterstützung des Dreiverbandes zu tun habe; er warnte gleichzeitig die militärisch ausgebildeten Japaner vor dem Eintritt in diese Verbände, da diese weder den Interessen Ja⸗

ns entsprächen, noch den wirklichen Aufgaben des japanischen

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Aufhebung von Kartoffelhöchstpreisen. 2

m. Offenbach, 22. Febr. Der Oberbürgermeister hat*

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