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Es kann also zur Ber u, daß allen Bazillen in un zu Leibe gerückt wird. Dieser Krieg wird auch schonungslos gegen — minder lästige Parasiten des äußeren Menschen, die mehr wie die Bazillen manchem die Nachtruhe raubten, durchgeführt. Dr. Kst. * Bismarckfeier. Wie wir hören, hat Geh. Kirchen⸗ rat D. Eck die Festrede bei der am 31. März abends im Stadttheater stattfindenden Bismarckfeier endgültig übernommen.
Ein Ehrentag für die N Dem uns ehenden Feldpostbrief eines Offiziers entnehmen wir:„Am 7. Februar hatte das 1. Bataillon unseres Frei⸗ willige iments einen überaus heftigen Angriff der Russen auszuhalten. Nachdem am Abend vorher ein am Fuße des Berges liegendes Dorf durchsucht und einige Russen dort zu Gefangenen gemacht waren, bezogen die 338 ihre Stellungen auf der Höhe des ca. 900 m hohen Berges Play. Der sehr beschwerliche Anstieg ging durch metertiefen Schnee, und mit unsäglicher Mühe wurde erst bei Tagesanbruch der Kamm erreicht. Kaum oben an⸗ Nane 2 sie rasendes Schrapnellfeuer. Die vierte 1 welche in vorderster Stellung lag, hatte sofort große Verluste, behauptete jedoch trotzdem 9 Platz gegen die anrückende russische Infanterie in Stärke von zwei Regimentern so wacker, daß dieselbe unter ungeheuren Ver⸗ lusten zurückgehen mußte. Ueber alles Lob erhaben zeigten sich der vorzügliche Geist und die Todesverachtung
8 Freiwilligen dem anstürmenden Feinde gegenüber. Nachdem alle Offiziere und Unteroffiziere der 4. Kompagnie kampfunfähig waren, übernahm ein Gefreiter die Füh⸗ rung. Von welch weittragender Bedeutung die Behauptung dieser Stellung war, geht daraus hervor, daß mit dem Rückzug der Russen die dortige Bahnlinie in unsern Besitz gelangte und der Feind ca. 16 Kilometer zurückgehen mußte.“
* Ernste und heitere Dichtungen. Wir machen nochmals auf den Vortragsabend des Herrn Göttig in der Neuen Aula aufmerksam, dessen Programm in seiner geschickten Zusammenstellung jedem Zuhörer Zusagendes bringen wird.
. Landkreis Gießen.
(Weickartshain, 19. Febr. Die Goldsammlung in hiesiger Gemeinde(420 Einwohner) hatte ein überraschendes Er⸗ gebnis. Seit dem 1. Januar wurden insgesamt 4480 Mk. in Gold abgeliefert, von denen 600 Mk. an die Kreiskasse in Gießen und der Rest an das Postamt Mücke führt wurden. Außerdem wurden von privater Seite mindestens 700 Mk. an öffentliche Kassen abgeliefert.— Das Ergebnis der Reichswollwoche waren 35 Decken. 2
um Gießen energisch
Kreis Alsfeld.
h. Alsfeld, 19. Febr. Als zweites Opfer des schweren Ex⸗ vlosionsunglücks auf dem Hofgut Krauseberg— wir be⸗ richteten gestern darüber— ist nun auch der Landwirt Her⸗ mann im hiesigen Krankenhause seinen Wunden erlegen. Den bisherigen Feststellungen zufolge explodierte die Petroleumlampe in dem Augenblick, als der Oelbehälter mit dem jetzt viel ver⸗ wandten„Petrolin“, einem 1 Ersatzmittel für Petro⸗ leum, nachgefüllt werden sollte. Die drei Kinder des umgekommenen Ehepaares befanden sich während der Explosion bei Nachbarsleuten; sie wären sonst zweifellos auch mit verunglückt. g
igung nur wiederholt wer⸗
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1 Kreis Schotten. n Schotten, 19. ebr. Nachdem aus den Orten Groß Eichen, Wohnseld, Bobenhausen II und Ober-Lais noch 13 580 Mit. an Gol b abgeliefert worden sind, hat jetzt der gesamte, im Kreise — 4 umgetauschte Goldbetrag die Höhe von 173000 Mark erreicht. Laubach(Oberhessen), 19. Febr. Sechs Söhne, bezw. Stiefsöhne, des Landwirts Johann Mey rer in Freienseen stehen, nachdem der jüngste Sohn jetzt einberufen, unter den
Fahnen. 8 Kreis Friedberg.
h Vilbel, 19. Febr. Wegen seines heldenmütigen Ver- haltens vor dem Feinde wurde dem 44 jährigen Kriegs- freiwilligen Stessan von hier das Eiserne Kreuz, verliehen. Er bediente, nachdem die gesamte Maunschast seines Geschützes bei einem Durchbruchsversuche der Franzosen bei Pont- A-Mousson kampfunfähig geworden war, das Geschütz fast sieben Stunden lang allein. Gleichzeitig wurde Steffan zum Unteroffizier befördert.
141 Starkenburg und Rheinhessen.
+. Offenbach a M., 18. Jebr. Die hiesige Stadt- verordneten-Bersamm lung beschloß, die erforderlich ge⸗ wordene Beschaffsung von Mehl durch die Stadt einem hiesigen Händler zu übertragen und ihm pro Sack eine Vergütung von 1,50 Mark zu gewäl ren, da die Bemühungen der Stadt- verwaltung, selbst Mehl zu beschaffen, erfolglos geblieben sind. Die Verforqung der Stadt mit Fleisch⸗Dauerwaren kann in⸗ solge der außerordentlich hohen Schweinepreise nicht durch eigene städtische Schlag tung geregelt werden. Infolgedessen wurde in der Sinung der Betrag von 20000 k. zur Beschaffung von Flersch— konserven bewilligt. Bis jetzt sind durch die Stadt 240 Schweine geschlachtet worden, und die Schlachtungen sollen auch wieder aui— genommen werden, sobald es die Verhältnisse gestatten. Schul- geld, das insolge des Krieges nicht eingetrieben werden konnte, wird gestundet, bezw. erlassen. Die Straßenbahn-Halte⸗ stelle am Aliceplatz soll nach der Herrnstraße verlegt werden. Die Zahl der Beisitzer im Miet⸗Einigungsamt wird von 12 auf 24 erhöht.
n Offenbach a. M., 19. Febr. An dem hiesigen Gym nasium fand heute die Maturitätsprüfung statt. Von den 8 Abiturienten, unter denen sich auch eine Dame besand, wurden drei von der mündlichen Prüfung befreit, einer trat frei- willig zurück, alle übrigen haben bestanden.
Hessen⸗Nassau.
h. Frankfurt a. M., 19. Febr. In der oberen Berger⸗ straße wurde der 10 jährige Schüler Emil Schier beim Ueberschreiten des Fahrdammes von einem Straßen- bahnwagen erfaßt und eine längere Strecke mit fort— geschleift. Hierbei erlitt der Junge schwere innere Quetschun⸗ gen, die nach kurzer Zeit den Tod zur Folge hatten.— Die städtische Straßenbahn verwaltung stellt fortan in Ermangelung des männlichen Aushilfspersonals Frauen als Schaffner auf den Straßenbahnen an. In erster Linie werden die Frauen der einberufenen Straßenbahn- beamten berücksichtigt. Eine Anzahl Frauen wird bereits im Fahrdienst ausgebildet.— Ein hochinteressantes Dokument für den ersten Aufenthalt Mozarts in Frankfurt besitzt das Historische Museum in einem schlichten, aus acht Scheiben bestehenden Dachfenster aus dem Hause Bendergasse 3. Die untere rechte Scheibe trägt näm⸗ lich folgende eingeritzte Inschrift:„Mozart Maitre de la Musique de la Chapelle de Salzburg avec sa Famile— le 17. Aout 1763. Fenster und Inschrift wurden, obwohl seit Jahren dem Museum zu eigen, erst jetzt auf ihre Echtheit
Igeprüft, und sie sind tatsächlich geugen, mit denen erüisch
gearbeitet werden kann. Es ist festgestellt, daß Leopold Mozart mit seiner Familie, also auch dem jungen Wolfgang
Amadeus, in dem Hause Bendergasse 3 während seines
Frankfurter Aufenthalts im August 17/63 gewohnt hat. Die Ritzinschrift ist noch außerordentlich gut zu lesen; sie wird jetzt als ein wertvolles KHulturdokument an beson⸗ derer Stelle des Museums aufbewahrt. Im Hause der Bendergasse hat das Fenster merkwürdigerweise länger als 100 Jahre allen Stürmen getrotzt.
X Hanau, 19. Febr. Nachdem die Stadtverordneten bereits früher zur Beschaffung von Fleischdauerwaren 300 000 Mk. bewilligt hatten, ist in der heutigen Sitzung beschlossen worden, der Notstandskommission einen weiteren Betrag von 300 000 Mk. zur Verfügung zu stellen, der neben der Beschaffung von Fleisch⸗ waren auch zum Ankauf anderer Nahrungsmittel dienen soll. Auch soll Mehl beschafft werden, das man an Bäcker und Händler abgeben will. Wie der Oberbürgermeister mitteilte, hat sich die Stadt genügend mit Saat kartoffeln vorgesehen, auch ist eine Umgrabung des großen Schloßgartens, einer inmitten der Stadt belegenen Anlage, vorgesehen, um diese dadurch gewonnenen Flächen mit Frühkartoffeln zu bepflanzen.
Briefkasten der Nedaktion. ([Auounyme Anfragen bleiben unberuüasichtigt.)
Mil. 1889. Herrsehlers.
Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 21. Februar 1915: Veraͤnderlich, zeuweise Nieberschläge, mild, südwestliche Winde. ——————
„Ulebesgabe⸗ Pastillen
Bekanntmachung. 1 Betr.: Die Bereitung von Backwaren. Nachstehende Anordnung Großh. Ministeriums des In⸗ nern wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Gießen, den 20. Februar 1915. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Usinger.
Anordnung. 0
Enser
Segen Husten, Heiserkeit, Verschleimung, Inffuenza eto.
Auf Grund des 85 Absatz 4 der Verordnung des Bun⸗
desrats vom 5. Januar 1915(Reichsgesetzblatt Seite 8) wird folgendes bestimmt:
Es wird hiermit bis auf weiteres zugelassen, daß bei der Bereitung von Roggenbrot das Roggenmehl bis zu 30 Gewichtsteilen durch Weizenmehl ersetzt wird.
Darmstadt, den 19. Februar 1915.
Großherzogliches Ministerium des Innern:
v. Hombergk.
Vortrag
über Volksernährung im
Maebäg ip Jsnaledende
Herr Hermann von der Berg in Wesel. der sehr an
Wer seinen Angehörigen im Felde eine Wohltat erweisen will, ende munen
Zeitweilige Zurückstellung wegen Narben und
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Kriege.
um dem Aushungerungsplan unserer Feinde wirtsam entgegen⸗ zutreten und die Auftlärung darüber in die breitesten Kreise zu
tragen, wird
Sonntag, den 21.
ebruar 1915, nachmitt. 5 Uhr,
in der neuen Aula der Unisersität(Eingang von der Ludwig⸗ oder Hocthestraße)
ein öffentlicher Vortrag über
Volksernährung im Kriege
stattsinden. Es werden sprechen:
Geh. Hoftat Prof. Dr. Fromme, Vorsitzender d. Alice⸗Schulvereins
und
Fräulein Hof, Lehrerin der Hauswirtschaft an der Alice⸗Schule. Ich richte die dringende Bitte besonders an alle Frauen und Mädchen, den Besuch dieses Vortrages nicht zu versäumen. Nach Schluß des Vortrages werden an die Besucher Ernährungs⸗
merkblätter unentgeltlich abgegeben.
Gießen, den 18. Februar 1915. Der Oberbürgermeister. 5 Keller.
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