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Tommen.
London durchschnittlich 23½ Prozent höher als im Juli.
Exportes, der argentinischen Mißernte und der Schließung der Dardanellen. Die Knappheit werde aber nicht lange
afrika wirz am lich berichtet: Maor Rik ter griff
Asquith gegen den deutschen Handel.
London, 12. Febr.(WTB. Nichtamtl.) Im Unter⸗ hause teilte Ashquith mit, die Regierung erwäge den Plan, angesichts der flagranten Verletzung der Kriegs⸗ gebräuche durch den Feind strengere er gegen den deutschen Handel zu ergreifen. Er hoffe, bald mitteilen zu können, worin jene Maßregel bestehen würde.
Das ameritanische Schiffsankaufsgesetz.
London, 12. Febr.(WTB. Nichtamtl.) Das Reuter⸗ sche Bureau meldet aus Washington: Es ist beschlossen worden, die Schiffsankaufs⸗ Bill zurückzu⸗ ziehen und dafür eine private Bill einzubringen, die die Eigentümerschaft der Regierung auf zwei Jahre nach Wiederherstellung des Friedens beschränkt und den Ankauf internierter Schiffe verbietet.
Aus dem englischen Unterhaus.
London, 12. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Im Unter⸗ haus erklärte Marineminister Churchill in Beantwor⸗ tung mehrerer Anfragen, daß sich 37 beschlagnahmte und 73 zurückgehaltene feindliche Schiffe in den Häfen des ver- einigten Königreichs befänden. Davon würden alle see⸗ tüchtigen Dampfer für die Regierung oder den privaten Handel verwendet werden. Bei Kriegsausbruch hatte Deutschland 28 fertige Tauchboote und 16 teils im Bau, teils bewilligt. Eins sei für Nor⸗ —— und eins für Oesterreich-Ungarn im Bau gewesen. Ueber den jetzigen Bestand lägen keine Informationen vor. Neil Primrose sagte, er glaube, daß von den englischen Patienten in Na——.— diejenigen, welche auf Grund der bestehenden Vereinbarung dazu berechtigt seien, Deutsch⸗ land verlassen dürften. Pensionierte Offiziere der Flotte und des Heeres würden als Kriegsgefangene betrachtet wer⸗ den. Er könne unmöglich sagen, wieviel Nauheimer Patien⸗ ten sich in Ruhleben befinden, da keine vollständigen Listen zu haben wären. Viele, die nach Hause zurückgekehrt seien, hätten sich nicht beim Auswärtigen Amt gemeldet. Erst
ürzlich seien einige hundert britische Untertanen aus Ruh⸗
leben entlassen worden. Namen seien jedoch nicht bekannt. Die Regierung setze ihre Bemühungen, die invaliden und pensionierten Offiziere freizubekommen, fort. Der Bot⸗ schafter der Vereinigten Staaten sei ersucht worden, der englischen Regierung eine Liste der Engländer, die sich auf freiem Fuß befinden, zuzusenden.
Kopenhagen, 12. Febr.(WTB. Nichtamtlich.)„Ber⸗ lingske Tidende“ meldet aus London: Ashquith erklärte im Parlament: Preissteigerungen haben sich bei allen Sorten Detailwaren ergeben. Die Preise sind jetzt in
Besonders gestiegen sind Zucker, Fleisch und Kohlen. Die Ursache der Steigerung der Getreidepreise liege in der australischen Mißernte, der Einschränkung des indischen
währen. Im Juli werde genügend Weizen auf den Markt Auch die Transportschwierigkeiten hätten in bedeutendem Maße ihren Einfluß geltend gemacht, uber wahrscheinlich seien diese Schwierigkeiten übertrieben. Die Frachten seien keineswegs ein bestimmender Faktor Jondern die Preissteigerungen in Chikago und New Pork. Das Ministerium kenne kein Mittel, die Spekulation zu Toutrollieren, die sich regelmäßig selbst kontrolliere.
Aus Südwestafrika. Berlin, 12. Febr.(WWB. Amtlich.) Aus Sũdwest⸗
anfangs Februar die am Nordufer des Oranje⸗Flusses bei Kakamas in der Kapkolonie verschanzten Engländer an, warf sie über den Oranje⸗Fluß zurück und zerstörte sämtliche Fahrzeuge zum Uebersetzen über den Fluß.
a Danach sind die von Reuter über dieses Gefecht in den letzten 1 verbreiteten Nachrichten über den„ab⸗ geschlagenen Angriff“ der Deutschen und ihren„Rückzug unter schweren Verlusten“ un wahr.
London, 12. r.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau meldet aus Lüderitzbucht: Eine berittene Patrouille rückte bis Pomona und Bogenfels, 50 bezw. 70 englische Meilen südlich Lüderitzbucht, vor, verbrannte beide Plätze und erbeutete die dortigen Vorräte. Man nahm an, daß die Deutschen dort große Vorräte aufgespeichert hätten. Dieses ist das erstemal, daß bri⸗ tische Truppen in dieser Richtung so weit vorgedrungen sind. Die Hauptabteilung blieb in Pomona, eine kleinere Abteilung rückte nach Bogenfels. Dieses brannte, als wir gleichzeitig mit dem eiligen Rückzug des Feindes dort ankamen. Unsere Truppen 1 eee, Gewehr⸗
euer. Sie setzten das vom e begonnene Vernichtun fort, nachdem sie möglichst viel von den Vorräten in Si it gebracht hatten. Dasselbe geschah in Pomona.
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Eine Kundgebung des Sultans an die Aegypter.
Konstantinopel, 12. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Milli: Der Sultan richtete an die Aegypter folgende Kundgebung:
„An meine ägyptischen Söhne! Ihr wißt, wie England in Aegypten hineingekommen ist, mit welcher Treulosigkeit es die Verwaltung des Landes in Beschlag nahm. Es war mein ständiger Schmerz, Euch unter der englischen Tyrannei leiden zu sehen, und ich wartete auf einen günstigen Augenblick, um ihr ein Ende zu machen. Ich danke dem Allmächtigen, daß er mir eine glückliche 1 gab, eine meiner kaiserlichen Armeen 5 entsenden, um Euer schönes Land, das muselmanisches Erbgut ist, zu befreien. Ich bin gewiß, daß es mit göttlicher Hilfe meiner kaiserlichen Armee gelingen wird, Euch von fremdem Einfluß zu befreien, und der fremden Einmischung ledig zu machen, Euch Eure Selbstherrschaft und Eure Freiheiten zurückzugeben. Ich bin überzeugt, daß meine ägyptischen Söhne durch ihre Vater⸗ landsliebe dazu veranlaßt werden, mit allem Eifer, dessen sie fähig sind, an diesem Befreiungskriege teilzunehmen.“
Japanische Forderungen an China.
London, 12. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Einem Pekinger Telegramm der„Times“ zufolge fordert Ja pan von China, daß kein Teil der chinesischen Küste und keine chinesische Insel an eine fremde Macht abgetreten oder ver werde. Es ver⸗ langt ferner die ausschließlichen Bergwerksrechte in der Ost⸗Mongolei, in der keine Eisenbahnen ohne die Zustim⸗ mung Japans gebaut werden sollen, ferner die Verlä der Pachtfrist für Port Arthur und die Eisenbahnbau⸗Konzef⸗ sionen der Bahnen Schantung— Mukden und Kirin Tschantschung auf 99 Jahre. Die Japaner sollen das Recht haben, in der östlichen Mongolei und der südlichen Mand⸗ schurei Land zu erwerben und Landwirtschaft betreiben. Japan verlangt die Uebertragung der deutschen Privilegten in Schantung auf Japan und die Bahnbaukonzefsion von Tschifu oder Lunglau nach Wertsien. China soll anderen Mächten ohne Zustimmung Japans in Fukian nicht die Genehmigung zum Berg⸗ werksbetrieb, Bahnbau oder Hafenbau gewähren. Japan fordert gemeinsame Kontrolle mit China über die Eisenwerke von Hai⸗ ang, das Eisenbergwerk von Taven und die Kohlenzechen von
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neungen beeinträchtigen könnten. Die„Times“ erfährt, daß diese Forderungen im letzten Monat an England, Frankreich, Rußland und die Vereinigten Staaten mitgeteilt worden seien.
Aus dem Reiche.
Die Kriegs⸗Getreidegesellschaft.
Berlin, 12. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Im verstärkten Budgetausschuß des Abgeordnete hauses gab der Unte staats⸗ sekretär im Finanzministerrum, Vorfitzender des Aussicht rates der Kriegsgetreidegesellschaft, eine eingehende Darlegung ihrer Tätigkeit zur allgemeinen Beschlagnahme der Getreidevor⸗ räte. Sie sei das größte Getreidehandels⸗ und Mehlgeschäft der Welt. Sie müsse 3—4 Millionen Tonnen, also für 700800 Millionen Mark Getreide in kurzer Frist ankaufen, mit 5 Mil⸗ lionen Landwirten verhandeln, eine Qualitätsabnahme vornehmen, das Getreidelager lombardieren, bezahlen, verwalten und an die Bedarfsstellen bringen. Das sei ohne erste technische Kräfte und
Spediteuren usw. nicht möglich. Sie habe 2 bis 3000 Kom⸗ missionäre und 500 Angestellte. Die Reichsdarlehenskasse, die das Lombardgeschäft besorge, hat 1100 Pfandhäuser verpflichtet. Die derzeitigen Schwierigkeiten hätten zwei Gründe: In den dicht be⸗ völkerten Gegenden des Westens sei ein lebhafter Mangel an Rog⸗ genmehl, und zwar, weil die Bundesratsbestimmungen das Ver⸗ mahlen von Roggenmehl im Weizenmehl fordern, und weil weite Kreise der Auffassung seien, daß man kein Gebäck aus Wetzen⸗ mehl essen dürfe. Andererseits stocke die Zufuhr des Roggens von dem Osten nach dem Westen in letzter Zeit immer mehr, denn einzelne östliche Kommmmalverbände beriefen sich auf 8 26 der Bundesratsverordnung und hielten die ganzen Bestände zurück; so bestehe die Gefahr einer vorübergehenden, aber schweren Unstimmig⸗ keit zwischen Zufuhr und Bedarf, und die Ueberschußländer und Provinzen müßten durch obrigkeitliche Anordnungen angehalten werden, das nötige Mehl und Getreide abzuliefern, auch wenn dabei bie berechtigten Interessen der kleinen Mühlen und der Kleieinteressenten nicht immer berücksichtigt werden können. Kleie könnte durch die Bezugsvereinigung deutscher Landwirte vorzugs⸗ weise den Roggenverkäufern wieder zufließen. Die Verteilung der Vorräte sei zunächst Sache des Reichskanzlers, bezw. der Landes⸗ zentralbehörde und später der Reichsverteilungsstelle beim Bundes⸗ rat. Die Kriegsgetreidegesellschaft werde bei der Verteilung mit⸗ 11 1115 Nur so seien die fast unüberwindlichen Schwierigkeiten zu lösen.
Ein Mitglied des Ausschusses sah in den Darlegungen des Unterstaatssekretärs eine Anerkennung der Notwendigkeit des Han⸗ dels und seiner weit verzweigten Organisation und wünschte eine engere Verbindung der Kriegsorganisation mit der Volksver⸗ tretung. Wichtige und notwendige Maßnahmen seien vielfach zu spät gekommen. Besonders die der Höchstpreise für Getreide und der Getreidebeschlagnahme. Eine Revision der Bestimmungen über die Höchstpreise sei angezeigt. Wirtschaftliche Meinungsverschiedenheiten müßten zurücktreten. Die Landwirtschaft sei als nationales Gut im Interesse des Gemeimpohls nach Kräften zu fördern. Eine größere Sparsamkeit an Lebensmitteln, besonders auch in Laza⸗ retten und Kasernen, sei geboten. Die Futterfrage verdiene die ernsteste Aufmerksamkeit. Die Haferration für die Pferde bei der Landwirtschaft, in industriellen Betrieben und städtischen Unter⸗ nehmungen müsse verstärkt werden. Im Abschlachten von Vieh sei Maß zu halten. Sorgsamste Vorbereitung erfordere die Früh⸗ jahrsbestellung. Die Gefangenen müßten zu landwirtschaftlichen Arbeiten auch im Interesse der kleineren und mittleren Betriebe herangezogen werden. Hinsichtlich der Erstarkung des wirtschaft⸗ lichen Lebens seien die Verdienfte und die bereit⸗ willige Mitwirkung der Industrie und Arbeiterschaft anzuerkennen,
„ebenso die Leistungen der Reichsbank und der Eisenbahnverwaltung.
Auf 5 erwiderte der Unterstaatssekretär des Finanzministe⸗ riums, daß Preußen, einige
Bundesstaaten und Städte sich si⸗ nanziell an der Kriegsgetreidegesellschaft beteiligen, und Preu und das Reich gewisse ien übernommen hätten, um die sellschaft vor Verlusteti zu ft An Dividende werden 5 Prozent ausgeschüttet, die darüber ei nden 1 gemein⸗ nützigen Zwecken zugeführt.— folgende er erklärte, die
Abänderung der Höchstpreise, besonders für Hafer, und eine Ein⸗ schränkung des Gersteverbrauches in den Brauereien sei zu erwägen. — Der Handelsminister erwiderte, daß Verhandlungen über letz⸗ tere Punkte im Gange seien. Ein Redner hob hervor, daß ein Rückgang der Fleischnahrung unbedenklich wäre, da der Fleisch⸗ konsum in den letzten Jahren in Deutschland erheblich gestiegen sei.
* Der König von Bagern bei Krunp.
Essen(Ruhr), 12. Febr.(WTB. Nichtamtlich) Der Kö⸗ nig von Bayern fuhr heute K N von 9 Uhr ab in der Besichtigung der Gußstahlfabrik fort. Er besuchte zunächst einige Artilleriekanonenwerkstätten. Hierauf wurden ihm auf dem Schie platze einige neuere Geschütze vorgeführt. Nachmittags machte der König von der Villa Hügel aus eine Rundfahrt durch die Krupp⸗ schen Kolonien und einige städtische Anlagen und besuchte zum Schluß serner Besichtigung der Gußstahlfabrik die chemisch⸗phy⸗ sikalische Versuchsanstalt, wo er einen Vortrag anhörte und die ein⸗ zelnen Abteilungen in Augenschein nahm Am Samstag morgen erfolgt die Abreise des Königs von der Villa Hügel.
Berlin, 12. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Von dem Verein der Brauereien Berlins und Umgegend wird mitgeteilt, daß vom 17. Februar an eine Preis⸗ erhöhung von 2 Pfennig für das Liter Bier in Fä
und Flaschen eintritt. Begründet wird dieser Preisaufschlag mit der dauernden Steigerung der Gestehungskosten für das Bier infolge der Verteuerung aller Rohmaterialien und Bedarfsartikel und des Anwachsens der Vertriebsspesen. Berlin, 12. Febr. In der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung“ wird die Oedlandkultivierung als eine drin⸗ gende Kriegsmaßnahme bezeichnet und darauf hingewiesen, daß die in Frage kommende Fläche noch größer sei, als die gesamte Anbaufläche von Weizen in Deutschland und etwa drei Viertel unserer gesamten Kartoffelanbaufläche betrage. Es dürfte wohl an⸗ genommen werden, daß in der jetzigen Kriegstagung des Land⸗ tages über diese wichtige Angelegenheit noch besonders verhandelt werde und daß Mittel und Wege beraten würden, um die er⸗ forderlichen Maßnahmen noch mehr zu beschleunigen.
Berlin, 12. Febr.(W. B. Nichtamtlich.) Auf Anordnung des Oberkommandos in den Marken werden im Landespolizei⸗ bezirk Berlin alle Polizeistunden⸗Vergünstigungen auf ein Uhr nachts herabgesetzt.
München, 12. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Eine Bekannt⸗ machung des Kultusministeriums an die Regierungspräsidenten und das gesamte Lehrerpersonal an den Volksschulen besagt: Die Bestellung der landwirtschaftlichen Grundstücke ist im Hinblick auf die Volksernährung während des Krieges im laufenden Frühjahr von ganz besonderer Bedeutung. Es ist wich⸗ tig, daß die Ausnutzung der verfügbaren Flächen in weitestem Umfange möglichst gründlich erfolgt. Zur Erreichung dieses Zie⸗ les müssen als Ersatz für die durch den Kriegsdienst abgezogenen landwirtschaftlichen Arbeitskräfte alle sonstigen Kräfte aufgeboten werden. Es soll deshalb die Heranziehung der volks- und fortbil⸗ dungsschulpflichtigen für solche Dienste ermöglicht werden, erstens durch tunlichste Beschleunigung der für die Entlassung aus den Volks⸗ und Fortbildungsschulen vorgeschriebenen üfungen und Abkürzung des üblichen Prü rens, zweitens durch r Lokal⸗ und Bezirksschulinspektoren, Schulypflich⸗ tige, deren Dienste bei der l benztigt werden, Petetengen e Scergeht er e b pe Need de
gen Schüler einer E e so wei„ ein orbnungsmäßiger Schulbetrieb nicht mehr lohnt, so kann die Aussetzung des Unterrichtes ganzer Schulen oder Klassen verfügt werden. Die n können, eine Ver. dazu
Kingsian im Janatsetal! China soll den Angehörigen anderer Nationen leine Bergwerks rechte gewähren, die diese Unterneh⸗
N E vorliegt, auch gewerbliche Forth und —— angewendet— 2
ein großes Personal von Kaufleuten, Buchhaltern, Kassierern,]!
Stuttgart, 12. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) 0 „Seas hört, hat 855 Kultusministerium mi i 6 bevorstehende hun⸗
Ermächtigung des Königs angeordnet, daß der dertja Geburtstag bes Fürsten Bismarck in den Schulen am 31. März sestlich begangen wird. ö
Aus Stadt und Fand. Gießen, 13. Februar 1915. VBolksernährung und Kleingartenbau.
Uns wird geschrieben:
Die Ernährung der Volksmassen unter allen Umständen sicherzustellen, ist eine der wichtigsten Aufgaben des deut⸗ schen Volkes im jetzigen Kriege. Und wenn auch— wie wir wissen— unsere Vorräte an Nahrungsmitteln bis zur näch⸗ sten Ernte vollauf ausreichen, so ist es doch nur weise Vor⸗ sicht, schon jetzt alle Maßnahmen zu ergreifen, um in Zu⸗ 9 die e von Nahrungsmitteln nach Möglichkeit Au steigern. Hierzu ist es nötig, nicht nur die bisher bebauten Flächen in diesem Jahre wieder und womöglich noch aus⸗ giebiger zu bepflanzen, sondern auch alle sonst vorhan⸗ denen und anbaufähigen Flächen in landwirtschaftliche Be⸗ arbeitung zu nehmen. Eine der zweckmäßigsten Formen, um dies zu erreichen, ist der Kleingarten bau. Derselbe hat in Deutschland namentlich in den letzten Jahren bereits weite Verbreitung gefunden in Gartenbau- und Schrebervereinen; in vielen Gemeinden findet man Gartenkolonien, an denen sich alle Kreise der Bevölkerung beteiligen. Immer hört man, daß diejenigen Familien, die einmal einen solchen Garten bearbeitet haben, ihn nicht mehr missen wollen. Es ist ohne weiteres klar, daß, wenn alle überhaupt geeigneten Flächen in Benutzung genommen und dem Kleingartenbau zugeführt werden, gerade die Intensität des letzteren eine große Ver⸗ mehrung der Nahrungsmittel ermöglicht. Demgemäß ist es an 1 eit, für eine weitere Ausdehnung dieser Tätigkeit zu wirken.
Zu diesem Zwecke hat sich— einer Anregung des Deutschen reins für Wohnungsreform folgend— für das Großherzogtum Hessen unter dem Vorsitze des Geheimen Regierungsrats Dr. Dr. Dietz in Darmstadt ein Ausschuß zur Förderung des Kleingarten⸗ baus gebildet. Derselbe will alsbald mit einer umfassenden Propaganda beginnen. Er wendet sich deshalb zunächst an alle Kreise der Bevölkerung mit einem Ausschreiben, welches in kurzer aber erschöpfender Zusammenfassung alle Gesichts⸗ punkte erörtert, die zur Verwirklichung seiner Bestrebungen führen können. Die Mitteilung von Einzelheiten kann an dieser Stelle unterbleiben, da der Ausschuß(Adresse: Aus⸗ 245 zur Förderung des Kleingartenbaus in Darmstadt,
ilhelminenstraße 34) das Ausschreiben allen Interessenten gern kostenlos überläßt. Erwähnt sei noch, daß die Landes⸗ versicherungsanstalt Großh. Hessen in Darmstadt sich bereit erklärt hat, das ganze Unternehmen, soweit es in ihren Kräf⸗ ten steht, zu unterstützen.
Der Ausschuß hebt mit Recht hervor, daß durch Betei⸗ ligung an diesen Bestrebungen jedermann dazu beitragen kann, den schändlichen Aushungerungsplan unserer Gegner zu vereiteln. Ob Mann oder Frau, ob alt oder jung, jeder kann sich hier nützlich betätigen, auch die Schulen sollten in diesem Sinne auf die Jugend einwirken. Kein Stück⸗ chen des überhaupt ertragsfähigen Landes darf in nächster Zeit unbenutzt liegen bleiben. Es darf auch nicht mehr lange überlegt und gezögert, sondern es muß gehandelt werden. Die Arbeit des Ausschusses ist durchaus geeignet, mit dazu beizutragen, um die Erfolge sicherzustellen, die Heer und Marine durch beispiellose Tapfer⸗ keit, Zähigkeit und Aufopferung erringen.
1 5 e Ust; an de an Karl
ühl aus ar, im Inf.⸗ 8 8 Stellv. Karl Köhler aus Storndorf, Inf. Regt 116. Ober⸗ Gendarmeriewachtmeister Gustav Schlosser aus Merlam, stationiert in Harsum(erhielt am 13. Januar von dem Groß⸗ herzog Ernst Ludwig von Hessen die Kriegsverdienstmedaille, von dem Großherzog von Oldenburg das Friedrich⸗August⸗ Kriegsverdienstkreuz und von dem He von Braunscheveig das Ernst⸗August⸗Kriegsverdienstkreuz). Kanonier Richard Alt aus Wohnbach, Fußart.⸗Regt. 18. Gefr. A. Hepp, Res.⸗Inf.⸗Regt. 222, Studierender des Friedberger Techni⸗ kums. Gefr. Martin Kremer aus Zülpich, zurzeit im Osthofener Lazarett. Christ. Andres von Sprendlingen, Uffz. beim 3. Schles. Drag.⸗Regt. Wehrmann 73 Til⸗
er 1 Lehrer J. Gerhardt aus Birkenau. Lene ich. Gölz aus Weiher b. Mörlenbach. Off.⸗
tellv. Adam Ludw. Hartmann aus Direktor Lautenschläger, Leiter der Gleonorenschule in Worms, Hauptm. d. Landw. Lehramtsass. Dr. Lenz, bis zum Aus⸗ bruche des Krieges an der Grünberger Realschule.
* In England kostet heute Weizen über 100 Mark pro Tonne mehr als voriges Jahr um diese Zeit. Dankbarkeit kann das deutsche Volk auf die heimische Landwirtschaft blicken, die es ihm ermöglicht, in
Kriegszeiten von der ausländischen Zufu 1 zu — und sich auch—— auf seine eigene 2 zu ver—— r alle Maßnahmen der Vorsorge nur dann
wirkungsvoll sein, wenn hinter ihnen der Volkswille
steht, in Bereits„die praktische Sparsamkeit
zu fördern. Jeder muß die mnten Maßnahmen unter⸗
ützen, indem er nach Mög„K“ Brot ißt, und sich
nicht bamit be„sondern„K“ Brot verlangt, und so⸗
— den Bacher rängt, bis er es erhält, indem er auf i
brot und Kuchen ga„bei Zeiten Dauer⸗ fleisch lauft, woran wir leberffuß gaben können, indem er, wo er kann, auf Sparsamkeit hält und seine Freunde dazu veranlaßt, zu Hause und in Wirtshäusern ein gleiches zu tun. Ein jeder, der mit Brotkorn und Brot zu tun hat, Landwirt und Müller, Händler und Bäcker, Hotelbesitzer und Restaurateur, Familienvater und jeder einzelne Ver⸗ braucher fühle sich für ein vaterländisches Gut, das ihm anvertraut ist, verantwortlich und jeder handele an —— Stelle so, wie es unser Kriegsinteresse erfordert. Diese rantwortung kann die i bt ah so vo ich sie zu sein bestrebt ist, dem einzelnen nicht abnehmen. Jeder einzelne muß, und wenn es im kleinsten Maßstabe geschieht, selbst⸗ tätig seinen Teil zu dem großen Problem der deutschen Er⸗ nährung im Kriege beitragen. Dann kann er, um die Worte eines großen deutschen Dichters, der jetzt als Ke williger im Felde steht, zu gebrauchen:„Im kleinsten Kreis Unendliches erreichen.“ 9 „Sanitätshunde. Der Zweigverein Gießen des
8 Polizei⸗ und Schutzhundevereins armstadt unter dem Vorsitz des Rechtsanwalts Homber⸗ S durch die Schutzleute Seitz und Klös eine Anzahl anitätshunde für das Feld ausgebildet. Kürzlich fand durch den Vertrauensmann des Deutschen Vereins für Sanitäts⸗ hunde die Prüfung von drei in Gießen ausgebildeten Füh⸗ rern mit Hunden statt, welche zur vollen Zufriedenheit aus⸗ fiel. eri der Führer sind mit den Tieren durch das Kriegs⸗ ministerium bereits nach dem Kriegsschauplatz im Westen ent⸗
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