abreichen.
n dem ichen Aufruf zur Unter⸗ ützung des allgemeinen Deutschen Vereins zur Ausbildung von Sanitätshunden wird in den nächsten Tagen mit Geneh⸗ migung des Ministeriums eine Haussammlung in un⸗ serer Stadt veranstaltet werden, um Mittel zu erlangen, die den Gießener Verein in die Lage setzen, das angefangene Werk intensiver und großzügiger betreiben zu können.
*Der Obst⸗ und Gartenbau⸗Verein Gie⸗ den wird im allgemeinen Interesse Anfang März d. J. abends eine öffentliche Versammlung abhalten, in der Dr. Hofman e einen Vortrag über den Anbau von Frühkartoffeln und Frühgemüse halten wird, wobei gleichzeitig diejenigen Sorten genannt werden sollen, die sich für diesen Zweck für unsern Boden und unser Klima empfehlen lassen.
* Keine Kreppeln mehr. Mit einem gestern ge⸗ faßten Beschluß, während der Kriegszeit das Backen von Kreppeln einzustellen, haben die Gießener Kon— dit oren einen Stein des Anstoßes ausgeräumt, der in der letzten Zeit gar manchen Anlaß zur Unzufriedenheit gegeben hatte. Das vaterländische Verständnis, was in diesem Beschlusse liegt— die Kreppeln beanspruchten von den noch freigegebenen Backwaren weitaus das meiste Weizenmehl— wird auch vom Publikum gern gewürdigt werden.
* Der Brotverbrauch in den Wirtschaften. Der Verein der Gastwirte von Gießen und Umgegend erläßt
an seine Mitglieder ein Rundschreiben, in dem er dringend
empfiehlt, für die Kriegsdauer in den Gasthäusern Back- ware nur mehr gegen entsprechende Bezahlung zu ver— 6 Nur dadurch könne einer Vergeudung von Brot in den Gastwirtschaften entgegengetreten werden.— Zu dem Vorgehen des Vereins ist festzustellen, daß der Verein damit auf Anregung des Oberbürgermeisters dem Beispiel der meisten deutschen Städte folgt.
Erhöhung der Fleischpreise. Die Fleischer⸗Innung teilt uns mit, daß vom 15. Februar ab eine allgemeine Preiserhöhung für Fleisch⸗ waren im Verhältnis der gegenwärtigen Einkaufspreise eintreten wird.
Das Landsturm⸗Infanterie⸗ Bataillon! Gießen teilt uns mit, daß außer den vier von uns in dem letzten Landsturm⸗Brief aus Feindesland Erwähnten auch Feldwebelleutnant Neumann am 27. Januar 1915 das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhalten hat.
* Ueberlandzentrale für Oberhessen. Wegen einer Reparatur im Kraftwerk müssen die 20 000⸗ Volt⸗Leitungen am Sonntag, den 14. d. M., von vormittags 8½ Uhr bis voraussichtlich nachmittags 4 Uhr abgeschal⸗ tet werden.
* Gaskoks. In einer Bekanntmachung in vorliegen- der Nummer weist das Städtische Gas⸗ und Wasser⸗ werk auf die Wichtigkeit des ausgedehnten Verbrauchs von Gaskoks für die deutsche Volkswirtschaft hin und fordert Industrielle, Hausfrauen und Hausbesitzer auf, das vorteil⸗ hafte und billige Brennmaterial mehr als bisher zu be⸗ vorzugen.
*Die Berufswahl der Mädchen. Man schreibt uns: Das Osterfest ist nicht mehr fern und mit ihm verlassen
viele Schüler und Schülerinnen die Schule, um sich einem Berufe zu widmen. Für die Knaben haben die Eltern f lange gewählt und dafür gesorgt, daß sie einem passen Beruf zugeführt werden. Aber auch die Mädchen müssen in unserer ernsten Zeit auf eigene Füße gestellt werden. Da ist es nun in diesem Jahre, wo so viele Väter im Felde stehen, Aufgabe der Mutter, das richtige Plätzchen für die Tochter zu finden, eine Stelle, wo sie gut angeleitet wird und für das Leben etwas Tüchtiges lernt. Hier in Gießen ist es ja nicht schwer, seinen Kindern eine gute Ausbildung zu geben. Neben unseren Schulen gibt es städtische und pri⸗ vate Anstalten, die gediegene Kenntnisse den Mädchen ver⸗ mitteln. Wir haben tüchtige Meisterinnen, die im Nähen, Schneidern, Putzmachen, Bügeln, Frisieren usw. vorzüg⸗ lichen Unterricht erteilen. Die Mädchen können sich kauf⸗ männisch ausbilden in offenen Geschäften und auf Kontoren, können in den Post⸗ und Bahndienst eintreten, können Krankenpflegerin, Kindergärtnerin und ⸗pflegerin werden, können für den eignen Haushalt das Kochen und für das elterliche Geschäft die Buchführung lernen, haben Gelegen- heit, sich in fremden Sprachen auszubilden und an den höheren Anstalten Studien zu machen.— Wir verweisen auf die im Anzeigenteil enthaltene Bekanntmachung des Deutschen Frauenvereins, Ort pe Gießen, der seine Berufsberatungsstelle der ittlung all der genannten Ausbildungsfragen dienstbar macht.
Hessen⸗Nassau.
h. Frankfurt a. M., 12. Febr. Die Frankfurter Bäckerinnung hat heute abermals eine Erhöhung des Brotpreises eintreten lassen. Das Zweipfundbrot kostet statt 25 3 40 Pfennig und das Vierpfundbrot statt 70 fortan 80 Pfennig, Dabei wiegen die Brote gar nicht einmal 1 und 2 Kilo, sondern nur 850 und 1700 Gramm. Im Gegensatz zu diesen Preisen verkauft der Konsumverein die gleichen Veule für 35 und 70 Pfennig, gegen 33 und 66 Pfennig früher.— Die Polizei verbot während der diesjährigen Fastnachts⸗ zeit karnevalistische Umzüge in jeder Form und das Tragen von Masken und Kostümen auf den Straßen. N
h. Bad⸗ Homburg v. d. H., 12. Febr. Eine von zahl⸗ reichen Personen besuchte Versammlung beschäftigte sich mit der Frage der Brotversorgung während der nächsten Mo⸗ nate. Sie sprach sich einstimmig dahin aus, daß der Obertaunus⸗ kreis der Einheitlichkeit wegen sich bei der Lösung dieser wichtigen Frage mit den Nachbarkreisen und den benachbarten Großstädten in Verbindung setzen müsse. Eine endgültige Beschlußfassung fin⸗ det in einer zweiten Konferenz statt.
w. Wies baden, 12. br. In der heute abgehaltene 20. Vollversammlung der Land wirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Wiesbaden wurde beschlossen, bei der Heeres verwaltung zu beantragen, daß für landwirtschast⸗ liche Arbeiten im Bezirk, die als gemeinnützige Arbeiten zu betrachten seien, Kriegsgefangene zur Verfügung gestellt werden, ohne daß die Zahlung des ortsüblichen Tagelohnes neben Unterbringung, Bewachung und Verpflegung gefordert werde, so— wie im Verein mit der Staatsregierung und der Landesdirektion dahin vorstellig zu werden, daß die ausgedehnten Weideflächen des Westerwaldes mit Hilse von Kriegsgefangenen melio⸗ riert werden.
1. Bebra, 12. Febr. Heute vormittag wurde auf dem Bahn⸗ hose Weiterode der Eisenbahnstrecke Bebra—Eisenach ein 19⸗
jähriger Rottenarbeiter infolge 2 55 Unvorsichtigkeit durch den Schnellzug Berlin— Frankfurt überfahren und getötet. ——
Gerichts saal.
Schöffengericht.
1 th. Gießen, 13. Febr. Dede und Leere herrschten gestern auf dem Vorplaß zum Strafkammersaal. Wegen Mangels an spruchreisem war die Sitzung ausgefallen. Dagegen ging es mehr als le haft eine Treppe tieser im Juntgebäude vor dem Saal zu, wo die Schössen ihres Amtes walten. Der Uneingeweihte, der den Menschenknäul sah, konnte glauben, die Schöffen hätten einen
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Material
LAN Bearbettung, doch war es nur ein Bündel kleiner lle, denen auch der Humor zu seinem Recht kam. Man ver⸗ handelte zuerst unter Ausschluß der Oeffentlichkeit gegen zwei halb- wüchsige Burschen aus Gießen, die ein paar alte eee
kmirscht hörten die jungen Leute später das Urteil an, das jeden zu 25 Mk. Geldstrase verurteilte. Eindringlich ermahnte sie noch ganz privatim der Vorsitzende, solche dummen Bubenstreiche nicht wieder zu machen, denn soust käme es das nächste Mal strenger und besser.
wei Viehhändler aus Lang-Göns, die bei dem Ankauf einer Kuh sich Konkurrenz gemacht hatten, sollten sich dabei gegenseitig beschimpft, geschlagen und mit den Stieselabsätzen bearbeitet haben. Wegen wechselseitiger schwerer Körperverletzung und Be⸗ leidigung standen sie vor Gericht. Damit die Sache dem Gegner nicht zu billig wurde, hatten die Parteien jeder einen Rechtsanwalt mitgebracht. Die Vieboändler beschuldigten sich gegenseitig. Dabei versicherte jeder, er sei an der Sache so unschuldig wie ein Lamm. Der Landwirt, um dessen Kuh sich der Konkurrenzstreit der beiden Handler abgespielt hat, erklärte als Zeuge, er könne weder sagen, daß die Leute gegeneinander tätlich gewesen seien, noch wer von ihnen eine beleidigende Neußerung getan habe! Laut waren beide, und mit den Händen hätten sie wohl auch gearbeitet; er habe sich daun aber in seinm Haus begeben, um Mittagbrot zu essen. Beide Angeklagten wurden, wegen mangelnder Beweise freigesprochen; die unwaltskosten müssen die Parteien gemeinsam bezahlen.
Schneefälle.
(WTB. Nichtamtlich.) Infolge von kata⸗
in Kärnten, Tirol und Ober; telegraphischen Verbindungen mit Italien
unterbrochen.
Berlin, 12. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Alle te le- graphischen Verbindungen mit Italien sind unter- brochen. Telegramme werden von Frankfurt a. M., München und Basel aus mit der Post befördert.
Aus Mexiko.
London, 12. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau meldet aus Washington vom 11. Februar: Das Staats- departement hat folgenden amtlichen Bericht erhalten: Car⸗ ranza hat dem spanischen Gesandten in Mexiko befohlen, 5 Land in längstens 24 Stunden nach Mitternacht des 10. Fe⸗ ruar abgerei
Wien, 12 Febr. strophalen Schneefällen talien sind alle
—
1. verlassen. Der Gesandte ist sofort nach Veracruz
Dermischtes. ONeustadt(Pfalz), 11. Febr. Eine furchtbare Bluttat spielte sich gestern im städtischen Krankenhaus
ab. Der Bader Anton Scharfenberger aus Hambach über⸗ fiel plötzlich den Vorstand des Krankenhauses Hofrat Dr. Kölsch und stach ihn mit einer Schere in die Schläfe. Hofrat Kölsch starb an der schweren Verletzung. Der Mörder war früher in einer Irrenanstalt.
Standesamt nachrichten. N Gießen. Aufgebote: Februar 10. 1— Emil Neukirchner, Kauf⸗ mann in Frankfurt a. M., mit Wilhelmine Regine Margarete Emilie Jahannette Nelly Schädel in Gießen. Eheschließungen: Februar 6. Friedrich Paul Adolf Zimmermann, Kellner, mit Emmy Friederike Emilie Kramer, beide in Gießen.— Ernst Ludwig Walldorf, Chauffeur, mit Karo⸗ line Elisabethe Klumb, beide in Gießen.— 8. Emil Johann Hasler, Friseur, mit Mimi Beverstein, beide in Gießen. Geborene: Februar 4. Dem Feldwebel Georg Karn ein Sohn, Hermann Georg.— Dem Musiker Robert Heinrich Andre⸗ jewski ein Sohn, Heinrich Richard.— 5. Dem Heizer Friedrich Wilhelm Schupp eine Tochter, Emmi.— 6. Dem Kaufmann Wolf Berger ein„Heinrich.— Dem Lokomotivführer Ludwig Heinrich Wilhelm Klein eine Tochter, Luise Wilhelmine Paula. . 7. Dem Handelsmann Johann Haas eine Tochter, Lucia.— Dem Tapezier und Dekorateur Michael Karl Konrad Busch ein Sohn, Karl Martin. Sterbefälle: Februar 6. Elisabethe Leidner, 49 Jahre alt, Liebigstraße 69.— Marie Steiner, gb. Marx, 64 Jahre alt, fass 8 10.— 9. Claus Schoenewald, 12 Jahre alt, Goethe- ra 8 5 Im Felde gefallen: Dezember 8. Heinrich Valentin Nagel, Kaufmann, Unteroffizier, 30 Jahre alt, Ederstraße 5, bei Cmiszew gefallen.— 16. Ludwig Jung, Feldwebel, 31 Jahre alt, 1 255 Straße 65, bei Cmiszew gefallen.— 18. Jakob Franz Adolf Pitz, Postbote, Reservist, 31 Jahre alt, Schillerstraße 9, bei
Cmiszew gefallen. Bad ⸗Nauheim.
Aufgebote: Januar 29. Johann Wilhelm Schaller, Hotel⸗ besitzer, mit Elisabethe Wagner, beide in Bad⸗Nauheim.
Eheschließungen: Januar 6. Johann Löhrlein, Metz⸗ ger, mit Anna Martha Schütrumpf, beide in Bad⸗Nauheim.— 6. Otto Emil Ernst Liefeld, Zimmermann, Pionier der 1. Komp. des Pionier⸗Bataillons Nr. 15, Bad⸗Nauheim, mit Anna Jainskt in Henningsdorf.
Geborene: Januar 11. Dem Kaufmann Georg Pankraz Griebel eine Tochter,*— 12. Dem Direktor Gustav Fried⸗ rich ann Armin Hanke eine* Herta Johanna Ruth. — 18. Dem Badewärter Heinrich Wörner ein Sohn, Heinrich Georg Friedrich.— 22. Dem Hochbauaufseher Emil Walther ein Sohn, Georg Heinrich Erich.— 24. Dem Gastwirt August Reinhardt ein Sohn, Walter.— 26. Dem Schuhmachermeister Gottfried König eine Tochter, Maria Katharina.— 27. Dem Handarbeiter Wendelin Hofer eine Tochter, Karoline Sofie Ba⸗ bette.— 31. Dem Handarbeiter Johann Adam Huppert ein Sohn, Richard Karl.. 7 Sterbefälle: Jauuar 11. Friedrich Wilhelm Stamm J., Weißbindermeister, 53 Jahre alt.— 22. Ludwig Reuter, Kut⸗ . 48 Jahre alt.— 30. Peter Aletter III., Rentner, Jahre alt. Butzbach.
Geborene: Januar 21. Dem Fuhrmann Anton Wilhelm Bergens ein Sohn, Heinrich Wilhelm.— Dem Reisenden Paul Leibling eine Tochtet.— 30. Dem Taglöhner Johannes Keller eine Tochter, Marie Luise.— Februar 4. Dem Kutscher Paul Theodor Schön ein Sohn, Wilhelm Paul.— 6. Dem Ge⸗ fangenaufseher Gustav Heinrich Louis Schmidt eine Tochter, Ottilie.
Friedberg. Aufgebote: Februar 8. Heinrich Neisel, Bahnarbeiter, mit Marie Magdalene Naumann, beide in Friedberg. Geborene: Januar 31. Dem Fahrburschen Johannes Stock eine Tochter, Elisabetha.— Februar 2. Dem Kaufmann Selmar Leb Gauß ein Sohn, Heinrich.— 4. Dem Bergmann Johann Heinr. Zimmermann ein Sohn, Heinrich Ludwig. e Sterbefälle: Oktober 23. Johann Adam Engelter, Offi⸗ zierstellvertreter, Kaufmann, 25 Jahre alt, gefallen.— Konr. Ge⸗ 5 Niedernhöfer, Kriegsfreiwilliger, Kaufmann, 19 Jahre alt, allen.—
r 18. Friedrich Wilhelm Weitert, Reservist,
inanzamtsgehilfe, 20 Jahre alt, gefallen.— Februar 3. Katha⸗ rina Elisabetha Hünerwolf, Dauber, 67 Jahre alt.— 5. Sophie Marie Wilhelmine Susanne Luise Henkel, ledig,
72 Jahre alt.— 5. Auguste Herold, geb Engel, 74 Jahre alt.— 6. Heinrich Pflüger, Landwirt, Bingenheim, 61 Jahre alt.— 7. Ottilie Kathar. Charlotte Lang, des Lackierers Karl
Lang, 11 Monate alt. Grünberg. 5 Eheschließungen: Jan. 31. Georg Gieß, Monteur, mit ina Weber, beide in Grunber
Geborene: Jan. 15. Lem Landwirt Johannes Hermann Rühl ein 8 Karl.— 17. Dem Schmied Georg Emil Ludwig Frank ein Sohn, Karl Wilhelm.— 28. Dem Arbeiter Karl Frank V. eine Tochter, Louise.
*
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belerdiat halten und groben Unsug verüdt haben sollten. Zer-
Schaps eine Tochter, Charlotte.— 3. Dem Schneider Jakob
95 T 53.
Sterbefälle: Otto Kämmer, Schreiner, 22 Jahre 4 alt, am 22. August 1 60 esallen.— Johannes Friedrich Wilhelm Seng, Bankbeamter, 22 Jahre alt, am 20. August bei Longlier gefallen.
—
5 Amtlicher Wetterbericht. l Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 14. Jebr. 1915: Beded, Regenfälle, mild, sudwestliche Winde. 2——
Letzte Nachrichten.
Englische Anerkennung deutscher Kriegstüchtigkeit. Amsterdam, 13. Febr. Die Londoner„Daily News“ spenden auf Grundenglischer Soldatenbriefe der Tapfer⸗ keit und hervorragenden Kriegstüchtigkeit der Deutschen ihren Tribut. Ein Soldat schreibt: Wir in der Front sind erstaunt, welch ein unglaublicher Blödsinn Londoner Zeitungen schreiben: Die Deutschen seien halbverhungert und in Lumpen. In Wahr⸗ heit sind sie außerordentlich gut ausgerüstet und vortrefflich ge⸗ nährt. Wir haben noch keinen einzigen Gefangenen gema der hungrig oder zerlumpt gewesen wäre. Ihre Siegessicher⸗ heit, Kraft und Tüchtigkeit sind unvermindert. Die nackte Wahr⸗ heit ist, daß, wenn England nicht Soldaten in genügender Menge aufbringt, um die deutschen Armeen total zu erdrücken, die Deut⸗ schen unermüdlich, zähe und tapfer unendlich lange kümpfen werden.
Englische Verstärkungen in Flandern. 1
Haag, 13. Febr. Der„Rotterdamsche Courant“ meldet aus Dünkirchen, daß in den letzten Tagen bedeutende eng⸗ lische Verstärkungen, die bis auf 25000 Mann geschätzt werden, nach dem flandrischen Küstenstrich, namentlich Lom⸗ bartzyde, geschickt worden sind. Die Engländer rechneten allen Ernstes mit einem Durchbruch auf Ostende hin, welche Absicht auch durch die Tätigkeit der englischen Flotte vor der gesamten belgischen Küste ersichtlich sei. Die Fort⸗ setzung der Beschießung zeige deutlich, daß man die deut ⸗ schen Küstentruppen beschäftigen und schwächen wolle. Vor. Ostende und Dünkirchen sei ein englisches Kreuzergeschwader, bei dem sich auch französische Torpedoboote befinden, in ständiger Bewegung. 9
Eine dunkle Geschichte.
Berlin, 13. Febr. Der gegenwärtig wieder in Berlin wei⸗ lende irische Parteiführer Sir Roger Casement hat gestern einer Reihe von Personen Kenntnis gegeben von einem Briefe, den er Sir Edward Grey geschrieben hat. In diesem Briefe macht er Mitteilung von einem Anschlage, den der britische Ge⸗ sandte in Kristian ia gegen ihn geplant hat und für den er seinen Diener, den Norweger Kristensen, zu gewinnen ver⸗ 3 sucht hat. Sir Roger erklärt, im Besitze von Dokumenten zu sein, aus denen hervorgeht, daß der britische Gesandte mit allen Mit teln den Diener zu verleiten suchte, seinen Herrn zu 9 Da er tat, als ob er auf den Verrat eingehen wollte, erhielt en 8 von Findley ein eigenhändiges Schreiben, das fol⸗ Namens der britischen Re⸗
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1
Gefährten gefangen wird, der erwähnte Adler die Summe von 5000
fahrt nach den Vereinigten Staaten erhalten. M. de C. Findlen. K. Großbritannischer Gesandter. Bemerkt sei hierzu, daß der Gesandte angeblich sogar im vollständigen Einvernehmen mit Sir Edward Grey. ee en soll. Auch darüber will Sir
Roger Beweisstücke besitzen.(B. Tagbl.) 9
Der Ausfall der Steuern in Frankreich.
Paris, 13. Jebr(WTB. Nichtamtlich.) Wie der„Temps meldet, weist das Erträgnis der Steuern vom Januar
gegenüber dem Januar 1914 einen Ausfall von 97 141500 Franken auf. Einen Mehrertrag weist einzig die Zuckersteuer auf. Seit dem Ausbruch des Krieges nimmt der Steuerausfall einzelner Monate gegenüber denselben Monaten des Vorjahres ständig ab. Von August bis Ende November 1914 betrug der Ausfall gegen⸗ über demselben Zeitraum des Vorjahres 44 Prozent, im De⸗ zember 39,4 und im Januar 27,2 Prozent. Dem„Temps“ zu⸗ folge sind vom 1.—10. Februar in den Sparkassen Frank⸗ reichs 619 450 Franken einbezahlt und 5 880 175 Franken aus⸗ bezahlt worden. Der Ueberschuß der Auszahlungen beträgt demnach 5 260 725 Franken. Der Ueberschuß der Aus⸗ 1 zahlungen vom 1. Januar bis zum 10. Februar beträgt 10 524 155 Franken. 5
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Verschärfte Zensur in Frankreich. 1 Lyon, 13. Febr.(WTB. Nichtamtlich.)„Nouvelliste“ meldet aus Paris: Auf Anordnung des Kriegsministers werden künftig die Ansichtspostkarten einer ver⸗ schärften Zensur unterzogen. Die Maßnahme ist notwendig, weil auf einer Postkarte A en über Truppenstellungen und Propaganda für den Frieden gemacht wurden. Ferner soll es vermieden werden, daß obscöne allzuscharfe Kari⸗ katuren in den Handel kommen. 7 Die flaue Stimmung an der Pariser Börse. a Genf, 13. Febr. Das„Journal“ schreibt über die flaue Stimmung, die Donnerstag an der Pariser Börse herrschte: Die Unentschlossenheit nimmt auf der ganzen Linie zu und zeigt die Neigung, auf einzelnen Punkten in Schwäche aus⸗ zuarten. Unsere Renten waren gedrückt, Banken und Eisen⸗ bahnen fielen um durchschnittlich 10 Fres.— Das„Berl. Tagebl? bemerkt hierzu: Die Hoffnung, die Pariser Finanzkonferenz würd die Börse günstig beeinflussen, hat sich nicht erfüllt. Die Börse fahr —* die 3 Frankreich herrschende gedrückte Stimmung treu widen zuspiegeln. 83
Amerikanische Transporte für Frankreich.
Haag, 13. Febr. Hier eingetroffenen Privatbriefen zu⸗ folge sind Ende Januar in Bordeaux für die französische Armeeverwaltung 80 Panzerautomobile, 20 Millionen Pa- tronen, 50 000 Paar Schuhe, 200 000 Kilometer Stacheldraht und 6 Millionen Büchsenkonserven aus Amerika eingetroffen. (Tägl. Rundschau.)
Von einer Lawine begraben. 1 Cuneo, 12. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) In der ver⸗ gangenen Nacht wurde in der Gemeinde Tenda eine Ba⸗ packe, in welcher sich eine Anzahl Arbeiter befanden, von einer Lawine begraben. Bisher wurden 15 Leichen her⸗ ausgezogen. Die ungeheuren Schneemassen erschweren die — 2— zu denen auch Truppen hinzugezogen
n. 1
— é
„Llebesnabe“
pastillen]
Emser
Gegen Husten, Heiserkeit, verschleimung, influenza eto.


