Ausgabe 
(13.2.1915) 37. Erstes Blatt
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Alriegswert im Eten krönen

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nr. 37

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Erstes Blatt

P 1 8 1 1

165. Jahrgang

Gießener Anzeiger

General⸗Anzeiger für Gberhessen

Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und steindrudkerei R. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7.

Samstag, 15. Februar 1915

Bezugspreis: monatl. 75 Pf., viertel- jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch die Post Mk. 2. viertel jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf. Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen.

Eine siegreiche Schlacht in Ostpreußen!

(T.) Großes Hauptquartier, 12. Febr. vor⸗

mittags.(Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

ö Vor der Küste erschienen nach längerer Pause gestern wieder feindliche Schiffe. Ueber Ostende wurden von 2 gern des Gegners Bomben abgeworfen, die militärischen Schaden nicht anrichteten. 15

Bes der übrigen Front finden Artilleriekämpfe statt.

ö Besonders viel Munition setzte der Feind gegen unsere Stellungen in der Champagne ein. Einen nennenswerten Erfolg hat er hierdurch nicht erzielt. 8 N Bei Souain wurde auch ein Infanterie⸗Angriff ver⸗ sucht, der aber abgewiesen wurde und bei dem 120 Gefangene in unseren Händen blieben. 5

Die gestern gemeldete Zahl der Gefangenen in den Ar- vonnen erhöht sich um 1 Offizier und 119 Mann.

Nordwestlich Verdun wurden mehrere feindliche Schützengräben von uns genommen. Der dagegen fran zösischerseits unter Vorantragen der Genfer Flagge unter⸗ nommene Gegenstoß wurde unter erheblichen Verlusten für den Feind abgewiesen.. 5

Die Festung Verdun wurde von deutschen Fliegern mit etwa 100 Bomben belegt.

Am Sudelkopf in den Vogesen gelang es den Fran⸗ 55 einen kleinen Vorgraben von unserer Stellung zu be⸗ setzen.

Oestlicher Kriegsschauplatz. g

S. M. der Kaiser ist auf dem Kamypffelde an der ost⸗ preußischen Grenze eingetroffen. Die dortigen Operationen haben die Russen zur schleunigen Aufgabe ihrer Stellungen östlich der masurischen Seen gezwungen. An einzelnen Stel⸗ len dauern die Kämpfe noch fort. Bisher sind etwa 26 000 Gefangene gemacht, mehr als 20 Ge⸗ schütze und 30 Maschinengewehre erobert wor⸗ den. Die Menge des erbeuteten Kriegsmate⸗ . sichaber noch nichtannäherndüber⸗

ehen.

. In Polen, rechts der Weichsel. haben die deutschen Trup⸗ en die gestern gemeldete Offensive fortgesetzt, die Stadt Sierpc genommen und wiederum einige hundert Gefan⸗ gene gemacht.

Auf dem volnischen Kriegsschauplatz links der Weichsel keine Veründerung. Oberste Heeresleitung.

***

Das schwergeprüfte Ostpreußen ist das Land unserer Sorge, aber auch der herrlichste Schauplatz deutscher Siege. 3 geographisch ungünstigen Grenzen hat es den Feind im Osten immer wieder zu Angriffen und äußersten An⸗ strengungen herausgefordert. Zu Beginn des Krieges war alle Welt darauf gefaßt, daß dieses Stück Preußen wohl vorübergehend in Feindes Hand fallen würde, bis dann die überraschende Tatsache sich zeigte, daß Deutschland stark genug war, einen Krieg auch nach zwei Fronten hin zu⸗ gleich offensiv und siegreich zu fügten Es ist ein stolzes und herrliches Zeichen deutschen Machtbewußtseins, daß kein Feind deutschen Boden besetzt halten darf; wie ein überlegener Ringer bewahrt das Reich beim Niederzwingen des Gegners auch eine große und schöne äußere Haltung. Mehr und mehr befestigt sich die Ueberzeugung, daß die deutsche Kriegskunst auf dem Schauplatz im Osten geradezu musterhaft und untadelig ist. Wie viel Male ind nun große Russenheere, die sich an ihr lockendstes Ziel herangemacht hatten, mit gewaltigen und eisernen Griffen über die Grenze geworfen worden! Von der Schlacht bei Tannenberg schwiegen in der Duma alle russischen Flöten; die spä⸗ teren furchtbaren Niederlagen bei Lyck und weiter im Nord⸗ ostwinkel hat noch kein moskowitischer Sänger besungen. Die Welt der Feinde, die uns umgibt, hat den ostpreußischen Klängen ihr Ohr einfach verstopft, und doch wäre sie ge⸗ zwungen gewesen, gerade nach dieser Richtung hin be⸗ sonders aufzulauschen, denn dort sollte ja der Vormarsch nach Berlin ins Werk gesetzt werden, der Triumph aller Triumphe! Und nun hat es dort oben wieder Scherben gegeben, in einem Riesenumfange, wie es nur die russische Sudelküche erleben kann. Bisher sind 26000 Gefangene gemacht worden, und die Menge des erbeuteten Kriegsmate rials läßt sich noch nicht annähernd übersehen! Schade, daß die Duma schon vertagt worden ist. Hindenburg hat ihr ein e e. bereitet, das über die weiten Flächen desheiligen Landes wohl vernehmlicher gehört werden müßte, als das panslawistische Traumgeflüster der Herren Goremykin und Sasonow.

Die große, siegreiche Schlacht in Ostpreußen wird alle deutschen Gemüter in lebhafter Freude aufrichten. Wochen⸗ lange Geduld ist herrlich belohnt worden. Die Russen selbst melden bereits ihren Rückzug aus Ostpreußen und verkünden zugleich, daß in der Karpathenfront die vereinigten Deut⸗ schen und Oesterreicher die stärksten Kräfte eingesetzt hätten. Der russische Generalstab berichtet vom 11. d. M. bereits, daß eine Umgruppierung der russischen Heere stattfinden solle, da neue deutsche Armeekorps in Ostpreußen eingetroffen seien und sich die 1 vollkommen geändert habe. Das Bild erscheint uns no hgünstiger angesichts der neuen Mel dung unserer Heeresleitu daß auch in Polen, rechts der Weichsel, die deutsche Offensive fortschreitet, wobei die Stadt Sierpe(zwischen Mlawa und Plock) in unsere Hände geraten ist. Hindenburg hat dem Feinde wieder einmal das Gesetz des Handelns vorgeschrieben und die Kartenhäuser der Russen mit siegreichem Schlage auseinandergewirbelt. Mit unerschütterlichem Vertrauen und größter Spannung sehen wir den kommenden Tagen entgegen, die das deutsche werden.

Pressestimmen.

Berlin, 13. Febr. Zu dem neuen Siege an den masuri⸗ schen Seen schreibt dieVossische Zeitung:

So hat denn das deutsche Volk in Waffen einen neuen folgen⸗ schweren Erfolg errungen, der wie eine prompte Antwort auf die prahlerische Dumarede Sasonows wirkt und die Hoffnung un⸗ serer Feinde auf die russische Dampfwalze zuschanden macht. Mit Freude wird der Kaiser den Waffentaten seiner tapferen Truppen beigewohnt haben, mit Freuden hat die gesamte Bevölkerung die gestrige Meldung der Obersten Heeresleitung begrüßt. Sie dankt den Brüdern im Felde, die den Ruhm des Deutschen Reiches mehren und für den Bestand und die Zukunft des Vaterlandes heldenmütig ihr Leben einsetzen. f

ImBerl. Tagebl. führt Major Moraht aus: Die Schwierigkeit der LageFeinde ringsum, hat dem deut⸗ schen Volke in allen dem Kriege dienstbar gemachten Schichten eine gigantische Kraft gegeben, die uns Erfolg über Erfolg bringt. Tief⸗ gründig urteilte vor 5 Jahren unser Geweralguaxtiermeister, als er schrieb, solcher förtreißender Erfolge bedürfen wir, denn unter den heutigen Kulturverhältnissen ist ein langer erieg schwer zu er⸗ tragen, in gesteigertem Maße. Sie werden aber nur einer starken Wehrmacht zufallen, die imstande ist, zu jeder Zeit die gesamte organisierte Volkskraft aufzubieten. Seit diesen Worten sind wir über eine Einschränkung wohl noch hinausgewachsen. Auch einen langen Krieg vermögen wir zu ertragen.

In derDeutschen Tageszeitung liest man:

Die Zange Hindenburgs, diese Riesenzange, deren Kiefer von der Memel bis zur Bukowing reichen, während ihr Griff irgend⸗ wo in Preußen in sicheren Händen liegt, hat wieder einmal an einer geeigneten Stelle zugegriffen und die russischen Massen in schwere Erschütterung gebracht. Dieser Sieg, der den Russen die Ausrede, daß sie doch auch auf feindlichem Boden ständen, völlig zerstört, wird auch bei manchen anderen Leuten in der Welt ge⸗ . dieser Zeit einen besonders wünschenswerten Eindruck machen.

In derGermania wird hervorgehoben, daß die Armeen unserer Bundesgenossen mit uns wetteifern. Die Kreuzzeitung meint: Noch sind die Kämpfe östlich

frohe Kunde brachte, nicht Abscch 92 Ereignis zeigt leuchte dor alle Das russische Eingeständnis.

Berlin, 13. Febr. Uebereinstimmende Berichte der Berliner Morgenblätter über Kopenhagen und Genf bringen das russische Eingeständnis des Rückzuges. Der Bericht des russischen Generalstabes spricht von einer vollkommen veränderten Lage und der Notwendigkeit einer mehr konzentrierten Aufstellung der russischen Truppen, was am leichtesten in einem Terrain erreicht werden könne, das von den russischen Festungen gedeckt werde. Man könne annehmen, daß man vor langen, ausgedehnten Kämpfen stehe, die über die Lage in Ostpreußen entscheiden würden. DerBerliner Lokalanzeiger sagt: Wie eine siegreiche Botschaft klingt dies nicht gerade. Die Verbündeten in London und Paris werden ein Meisterstück ihrer oft bewährten Auslegungskünste fertig bringen müssen, um daraus so etwas wie eine deutsche Niederlage herauszudestillieren.

Berlin, 13. Febr. Der russische Botschafter in Paris, Js⸗ wolski, ersuchte, wie demBerliner Lokalanzeiger aus Genf berichtet wird, die Pariser Hauptredakteure, die russische Rück⸗ wärtskonzentrierung als planmäßig zu bezeichnen. Tatsächlich seien auch solche Artikel erschienen, die aber ihre Wirkung verfehlten, besonders auch auf die gegenwärtig mit dem Finanzminister Ribot wegen einer russischen An- leihe verhandelnden Londoner Finanziers, deren Sicherheitsforderungen seit Barks Abreise noch eine Steigerung er fuhren.

Aus der russischen Duma.

Petersburg, 12. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die Session der Duma ist durch kaiserlichen Ukas bis spätestens Mitte Dezember vertagt worden. Vor Schluß der Sitzung nahm die Duma folgende Entschließungen an: 1. Die Regierung möge ehestens Maßregeln treffen, um den Pro vinzen, die durch die Kriegführung gelitten haben, Hilfe zu bringen. 2. Die Regierung möge einen ergänzenden Gesetzentwurf über Ruhegehälter und Unterstützungen für Kinder und Witwen, die in diesen leben, und über eine Erhöhung der Ruhegehälter für vater- und mutterlose Wai⸗ sen der in dem jetzigen Kriege gefallenen Kämpfer ausarbei ten. 3. Militärreservisten, die Polizeidienst machen, mögen unter die Fahne berufen und durch solche Soldaten, die den Heeresdienst verlassen haben, aber zum Polizeidienste tauglich sind, ersetzt werden. 4. Möge eine Kommission beim Ministerium des Aeußern eingesetzt werden, die Ver letzungen des Völkerrechts und die Regeln der Kriegs⸗ gebräuche durch Deutsche, Oesterreicher, Ungarn und Türken und über Schäden, die der Staat, öffentliche Einrichtungen, Gesellschaften und Privatpersonen dadurch erleiden, unter- suchen soll.

Die Haltung Rumäniens.

Kopenhagen, 12. Febr. Dem PetersburgerCou Crier zufolge teilte der russische Gesandte in Bukarest, Poklewski-Koziell, in seinem letzten Bericht an Sasonow mit, daß der Anschluß Rumäniens an den Dreiver⸗ band, der in Rußland als vollkommene Tatsache galt, als aussichtslos zu betrachten sei.

* ä

Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht.

Wien, 12. Febr.(WTB Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 12. Februar 1915 mittags. Die Situation

in Rußland, Polen und Westgalizien ist unverändert.

der masurischen Seen, von deren Verlauf der Generalstab

15 wen

Die Kämpfe an der Karpathenfront dauern überall an. Im Angriff der Verbündeten wird trotz andauernden feinplichen Widerstandes und Einsetzens von russischen Verstärkungen die aus allen Richtungen zusammengezogen werden, Schritt um Schritt Raum gewonnen.

Die Operationen in der Bukowina schreiten günftig fort. Unter täglichen Gefechten erkämpfen sich unsere durch die Gebirgstäler vordringenden Kolonnen den heimatlichen Boden. Die Sereth⸗Linie ist erreicht.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Wien, 12. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Den Blättern zufolge haben die österreichisch-ungarischen Tru p⸗ pen Suczawa, Radautz und Sereth in der Bukowina besetzt. Ungarische Blätter berichten, daß die österreichisch⸗ ungarische Artillerie nunmehr auch am Dukla⸗-Paß das Uebergewicht über die russische gewonnen habe. Die Russen sollen außerordentlich große Verluste haben.

Aus Griechenland.

Athen, 12. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der

Chef de d Athenes. Infolge der Veröffentlichung eines vom

sef des Generalstabs an einen Offizier gerichteten Briefes,

der einige Sätze enthält, die als Tadel der Regierung aus⸗

gelegt werden können, ist der Chef des General-

stabes zeitweilig in das Verhältnis der Nichtaktivi⸗ tät versetzt worden.

* 11*

Der amtliche französische Bericht.

Paris, 12. Febr. WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom 11. Februar, 3 Uhr nachmittags. Auf der ganzen Front bis auf die Champagne Artilleriekämpfe. Auf dem nördlichen Kriegs⸗ schauplatz wurden auf beiden Seiten mehrere Flüge mit Flug⸗ zeugen unternommen. Die von den feindlichen Aeroplanen auf unsere Linien geworfenen Wurfgeschosse hatten keine Wirkung. In der Champa ane wurde ein deutscher Angriff auf die Gehölze,

2 e emesnil⸗Les Hurlus 2 5 hatten, zurückgeworfen. J 0 Ar. war a Kampf um das Schanzwerk Marie Therese sehr heftig. Die deutschen Kräften umfaßten ungefähr eine Dligade Wir be⸗

haupteten alle unsere Stellungen. Die Verluste des Feindes waren beträchtlich, auch die unseren sind jedoch schwer. In den Vogesen dichter Nebel und starker Schneefall. Der gestern gemeldete In⸗ fanterieangriff bei Fontenelle und Ban⸗de⸗Sapt wurde in sehr dunkler Nacht eingeleitet. Die Deutschen fetzten mindestens zwei Bataillone an. Nachdem unsere Truppen zuerst gewichen waren, eroberten sie durch eine Reihe von Gegenangriffen während des 10. Februar fast das ganze Gelände wieder.

Paris, 12. Febr.(WTB. Nichtamtlich) Amtlicher Bericht vom 11. Februar, 11 Uhr abends. Der Feind beschoß heftig Nieu⸗ port und das Yserufer, verursachte aber nur einigen Sachschaden. Unsere Artillerie erwiderte wirksam. In den Argonnen im Ge biet von Bagatelle wurde nach einem heftigen Kampf mit Minen⸗ werfern, welcher den ganzen Vormittag andauerte, ein deutscher Angriff um 1 Uhr mittags gegen das Schanzwerk Marie Therese gerichtet. Der Angriff wurde von Linienkolonnen zu je vier Mann auf einer Front von 500 Metern ausgeführt, aber durch das Feuer unserer Artillerie und Infanterie gebrochen. Der Feind ließ sehr viele Tote auf dem Gelände. In den Vogesen, südlich des Schlosses Lusse, südlich des Passes Sainte Marie, nahmen wir durch einen Handstreich einen feindlichen Schützengraben fort. An mehreren Frontteilen sehr lebhafter Artilleriekampf.

Die Kämpfe in den Argonnen.

Berlin, 12. Febr.(Priv.⸗Tel.) DerLotalanzeiger meldet aus Genf: Zu dem gestrigen Gefecht in dem Gru- riegehölz des Argonnenwaldes wird gemeldet, daß die französischen Verluste an Toten und Schwerver⸗ wundeten über tausend betragen. Die französischen Laufgräben bei Fontaine-La⸗Mitte sind unbrauchbar ge⸗ worden.

Zwei Tauben über Belfort.

Belfort, 12. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung derAgence Havas. Gestern vormittag versuchten zwei Tauben Belfort zu überfliegen. Sie wurden von heftigem Geschützfeuer empfangen. Die eineTaube kehrte sofort um, die andere warf zwei Bomben ab, deren eine auf ein unbewohntes Haus fiel. Der Schaden ist unbedeutend. Von einem französ. Flugzeug verfolgt, floh dieTaube.

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Die Folgen des Mißbrauchs der neutralen Flaggen. London, 12. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter⸗ sche Bureau meldet: Man erwartet, daß die Noten der Ver- einigten Staaten an England und Deutschland morgen ver öffentlicht werden. Es heißt, daß die Note an England sich nicht auf das Vorgehen mit derLusitania stütze, sondern auf die Erklärung des englischen Auswärtigen Amtes, die den Gebrauch neutraler Flaggen durch englische Schiffe rechtfertige. Die Note an Deutschland ist im freundschaftlichen Tone gehalten. Das Staatsdepartement glaubt, daß der Fall dexWilhelmina vor ein Prisen⸗ gericht gebracht werden müsse, da der Beschluß der deut schen Regierung über die Beschlagnahme von Kornvor⸗ räten die Anhaltung des Schiffes nicht rechtfertige. Die Eigentümer der Ladung werden bei der Verhandlung durch einen Anwalt vertreten sein. Der Botschafter der Ver- einigten Staaten soll den Protest verfolgen. Amsterdam, 12. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Einer Blättermeldung zufolge tragen die Postdampfer der DampfschiffahrtsgesellschaftZeeland ihren Namen in großen Buchstaben auf der Seitenwand. Die

Schornsteine sind oben in den Landesfarben rot-weiß⸗blau

gestrichen. N

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