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(09/02/1915) 33. Erstes Blatt
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. abgetragenen Wollsachen zur Verfügung hatten. Das Uebrige wurde zur R gebracht, und nach der Rück⸗ lieferung haben die Frauen und Jungfrauen von hier 85 Decken berstellen können.

Ober ⸗Seibertenrod, 8. Febr. Der Krieg hat ein zweites Menschenleben aus unserem Orte gefordert. In Ruß⸗ land fand den Heldentot fürs Vaterland der Gardist Heinrich, Becker, Sohn des Schuhmachers Becker, im hess. Leibgarde⸗ ufanterie⸗Regiment Nr. 115. Er war gleich zu Beginn des ieges in Frankreich verwundet worden, kämpfte nach seiner Heilung gegen die Russen und fand auch dort seinen Tod.

5 5 1 g Kreis Lauterbach.

N om Vogelsberg, 7. Febr. Wenn auch der Flachs bau seit längeren Jahren infolge des Mangels an 3 Arbeitskrästen und des Röstverbotes in den fischreichen Gebirgs- wässern sast bedeutungslos geworden ist, so finden sich doch bei fast allen alteingesessenen Einwehnern noch bedeutende Mengen alten Flachses. Augenblicklich kommt auch dieser Flachs, der eigentlich späteren Geschlechtern zum Verspinnen dienen sollte, zur Verwendung. Händler kausen die Vorräte zur Verarbeitung in Fabriken und den aroßen mechanischen Spinnereien auf und bezablen für die Ware hobe Preise. Bis zu 36 Mk. geben die Aufkäuser für den Zeutner, gegen 15 Mk. in früheren Jahren. Aus manchem Hose wanderten in den letzten Wochen Säcke mit Flachs im Werte von 400 500,

a 600 Mark. a Kreis Wetzlar.

1 Fellingshausen, 8. Febr. Der uralte Bergbau an Fuße des Dünsberges ist bis auf GrubeEleonore(Ge- brüder Stumm) stillgelegt. Viele unserer Bergleute finden etzt eine lohnende Beschästigung auf dem Gießener Brauneisenstein⸗

ergwerk. pPiessen⸗Kassau.

m. Kirchhain, 8. Febr. Zu Beginn des Feldzuges hatte der Kreiskriegerverband sein gesamtes Ver⸗ mögen in Höhe von 4500 Mk. für Zwecke der Kriegsfür⸗ sorge bereitgestellt. Neben Mitteln für das Rote Kreuz sollten die Gelder in erster Linie zur Unterstützung hilfs⸗ bedürftiger Kameradenfamilien Verwendung finden. Da, wo die Reichsunterstützung nicht ausreicht, tritt der Kreis⸗ Kriegerverband ein, und jeden Monat werden für Unter⸗ stützungen über 500 Mk. aufgewendet. Da auch noch der Deutsche Kriegerbund weitere Beihilfen gewährt, ist die Sorge um das tägliche Brot von allen bedürftigen Fa⸗ milien der Kriegsteilnehmer ferngehalten.

bh. Frankfurt a. M., 8. Jebr. In der Liegenschaft Eschers⸗ beimer Landstraße 5355 brach heute srüh ein Brand aus, der das Leben einer aus sechs Personen bestehenden Familie aufs st e bedrohte. Erst als die Feuerwehr erschien und mit in die brennende Wohnung eindrang, ko nuten die Leute im f vor dem Flammentode bewahrt 1. h. Frankfurt a. Mi 8. Febr. Die Stadt bezahlte seit Kriegsbeg inn für Familienunterstützungen 3 904 000 Mark aus, ferner 430 000 Mark für die Unterstützung Arbeitsloser, 107 000 Mark Beisteuer zu den Sammlungen für die Notleidenden Ostpreußens und Lothringens, 98 600 Mark für Liebesgaben an die Frankfurter Truppen, 50 000 Mark für die Hindenburgspende, 16 000 Mark für Verwundetenpflege, 42000 Mark für sonstige Zwecke, zusammen 4597000 Mark. Weitere 1060 000 Mark wird die Stadt bis Ende März, dem Schlusse des Geschäftsjahres, für Familienunterstützungen auszahlen. 5 h., Nied, a. M., 8. Febr. In dem Baubureau der hiesigen Eisenbahnwerkstätte trug sich gestern abend ein Liebesdrama zu. Die 30jährige verheiratete Dorothea Auguste Berling hof unterhielt mit dem Gelegenheitsarbeiter Adolf Graf ein Liebes⸗ verhältnis und hatte 1 ihren Mann verlassen. Am Sonntag erschien nun Graf der hiesigen Polizei, wo er angab, daß er im Nieder Walde überfallen und durch Rrvpolverschüsse schwer verletzt worden sei. Bei seiner eingehenden Vernehm im Höchster Krankenhause erklärte er daß er sich selbt habe töten wollen, nachdem er zuvor die Berlinghof auf deren Wunsch getötet habe und daß sie im Bauburcau der Werk⸗ stätten liege. Die Frau wurde schwer verletzt aufgefunden und starb später im Krankenhause. Es erscheint aber ausgeschlossen, daß die Frau freiwillig aus dem Leben schied, verschiedene Um⸗ stände deuten auf die Ermordung durch Graf hin. Graf wurde verhaftet, er befindet sich auf der Polizeistation des Kran⸗ kenhauses. Die Erschossene hinterläßt mehrere Kinder.

Die Wüste als Exerzierplatz. Die ersten Kämpfe am Suezkanal haben nun statt⸗ gefunden, und die Engländer werden zeigen müssen, ob die gewaltigen Vorbereitungen, die sie seit Monaten zur Verteidigung Aegyptens getroffen haben, dem Ansturm der Türken widerstehen können. Die aus allen Teilen des briti⸗ schen Reiches zusammengebrachten Truppen sind jedenfalls in der letzten Zeit unermüdlich gedrillt worden. Diese Um⸗ wandlung der Wüste zum Exerzierplatz schildert anschaulich ein Aufsatz des Sonderberichterstatters derDaily News, * Martin, aus Kairo:

Zehn Schritt auseinander, Leute, zehn Schritt! Werft Euch nie⸗ der, nieder, sag' ich, sucht Deckung! Heiliger Moses! Deckung! Die Luft war so still, eine so tiefe Ruhe herrschte in dem weiten Sand⸗ meer, daß die Stimme des Sergeanten, im schönsten Dialekt von Lancaster, wie eine Glocke die 300 Meter herüberhallte bis zu dem Gipfel der steinigen Düne, von der aus ich das Exerzieren. der Brigade beobachtete. Das Schweigen der Wüste ist, geradeso wie das Gefühl der grenzenlosen Verlassenheit, nichts nur Nega⸗ tives; es ist eine positive Gewalt der Wüste, die sich dem Men⸗ schen wie das Wirken eines lebendigen Wesens aufdrängt Sol⸗ daten, die schon jahrelang an der Grenze der Sahara Dienst tun, haben mir oft erzählt, welch eine furchtbare Angst sie überfällt, wenn sie S auf Stunden, Tage auf Tage nichts anderes sehen, als die ungeheure Weite dieser unfruchtbaren Sandmassen, die eintönige Gleichförmigkeit dieses Landes, das alle guten Geister der Natur verlassen zu haben scheinen.An was denkt Ihr, wenn Ihr so durch die Wüste reitet? fragte ich eines Ta⸗ ges einen alten Scheik, um zu erfahren, wie er sich in dieser trau⸗ rigen Umgebung Geist und Gemüt gesund erhalte.An gar nichts, war die Antwort.Ja, das zu lernen, an gar nichts zu denken, das ist die große Kunst, die jeder Wüstenwanderer sich aneignen muß, wenn er nicht wahnsinnig werden will, fügte ein dabei stehender Offizier hinzu. Und selbst hier am Rande der großen arabischen Wüste, von der die wimmelnde Menschheit fruchtbarer Gebiete doch nur wenige Kilometer entfernt ist, umfängt einen die grausige Stimmung dieser Macht des Leeren mit drückender Gewalt. Englische Moore und englische Dünen sind bevölkerte Plätze gegen diese tragische Einsamkeit, in der ewiges Schweigen und ewige Ruhe herrschen. Die Territorialtruppen aus Lan⸗ cashire, die hier im glühenden Sonnenbrand ihre Ausbildung für die Front erhalten, arbeiten unter Bedingungen, die sich die Eng⸗ länder zu Hause nur sehr schwer vorstellen können. Das Wetter ist zwar gut, der Himmel klar und leuchtend: aber die Hitze setzt ihnen doch heftig zu, und an mauchen Tagen verursachen die Sandstürme unerträgliche Schwierigkeiten. Immerhin haben es die Lancashire⸗Truppen noch besser als die Australier, die am Rande der Libyschen Wüste auf der andern Seite von Kairo ihr Lager haben und unter dem Sand und Staub viel entsetzlicher leiden. Sand, heißer, trockener Sand, ist kein guter Boden für lange Märsche, und die Leute in ihren neuen Schuhen leiden Höllenqualen, gleich als wenn ihnen die Fußsohlen gebraten würden. Diese Leute haben nur wenige Tagefrei gehabt, seit sie Ende September hierher gebracht wurden, und die Wirkung des heißen Sandes, das qualvolle Gefühl der Verlassenheit inn Wüstenschweigen hat schon manchen zermürbt. Freilich haben sie auch viel gelernt. Denn als sie herkamen, waren sie noch kleine Kinder im Militärdienst, und sie müssen Männer werden...

Zehn Schritt Zwischenraum! Niederwersen! hallt wieder die

1

usw., meist von den Leuten gestiftet, die]

Stimme des Sergeanten herüber. Es ist nicht leicht, in der Wüste eine gedeckte Stellung zu finden. In dünnen Reihen ist die ganze Brigade über die weiten welligen Sandmassen verstreut; von Hügel zu Hügel kriechen sie langsam vorwärts, und nun ist das Tal vor mir mit langen, braunen Linien bedeckt, fast so wie ein Noten⸗ blatt mit Noten. Da liegen sie flach auf dem Bauch im Sande, dünne Linien mit kleinen Köpfen, wirklich wie Noten anzu⸗ sehen und fast unsichtbar. Lautlos rollen die Feldkanonen durch den weichen Sand und wechseln ihre Stellung; eine Kavallerie⸗ patrouille wirbelt riesige Staubmassen auf in der Ferne und ver⸗ schwindet. Auf dem Wege nach dem Suezkanal schwanken große Krankenwagen wie schwerfällige Schiffe. Nicht weit von mir kauern zwei arabische Frauen, schwarze Gestalten, die wie rie⸗ sige Ameisen aussehen, und auf dem sandigen Weg von Kairo her nahen Kamele, ruhig und sicher schreitend durch das in grel⸗ les Licht gebadete Land, durch die klare, kristallene Luft. Vom Sü⸗ den her knattert Gewehrfeuer, vielleicht die Australier oder die Neusceländer, die an den Schießständen üben. Und hinter diesem ungeheuren Exerzierplatz erhebt sich wie eine Vision der Wüste Heliopolis, die uralte Sonnenstadt, mit ihren marmornen Kup⸗ peln und Türmen, ein glänzendes Lichtbild, gehüllt in einen Purpurschleier, auftauchend aus dem goldenen Teller der Erde, hineinragend in den türkisblauen Himmel.

Großfeuer in Berlin.

Berlin, 9. Febr. In der Bierbrauerei Friedrichs⸗ hain kam in später Nachtstunde Großfeuer zum Ausbruch, das beim Aus rücken von sechs Löschzügen schon sehr weit vor- geschritten war.

Märkte. Fo. Wiesbaden. Viehhof⸗Marktbericht vom g. Febr. Auftrieb: Ninder 326(Ochsen 63, Bullen 28, Kühe 235, Kälber 386, Schase 98, Schweine 974. Marktverlauf: In allen Viehgattungen reges Geschäst, Rinder hinterließen geringen Ueberstand. Preise für 100 Pid - Lebend; Schlacht-

Ochsen. gewicht. Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- wertes im Alter von 47 Jahren 5356 91101 Die noch nicht gerggen 2(ungejochte). 5054 889. ullen. Vollfleischige, ausgew. höchsten Schlachtw. 4448 7986 Färsen. Kühe. Vollfleischige, ausgemästete Järsen höchsten Schlacht wertes 5054 8796 Vollfleischige ausgemästete Kühe böchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 40-46 7582 Wenig gut entwickelte Färsen... 44-48 88 92 Kälber. Mittlere Mast- und beste Saugkälber.. 5658 95 98 Geringere Mast-* ate Saugkälber.. 4250 8084 a fe. Weidemastschafe: Mastlämmer und Masthammel. 46,00 00,00 9400 Sch weine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendge wicht 1. 7476 9593

Vollfleischige Schweine unter 80 I. Lebendgew. 72 75 94-95 Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebendgewichet t::

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9598

73 75 Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen.

Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 10. Februar 1915: Bedeut, zeuweise Niederschläge, mild, südwestliche Winde.

S Letzte Nachrichten. Kardinal von Hartmann über den Krieg. i. Köln, 3. Febr. Gestern abend fand hier eine große Katholikenversammlung statt, in der Kardinal von Hartmann in einer Ansprache versicherte, das Kaiserwort, daß es keinen Parteiunterschied mehr gebe, habe in allen. ten ungeteilten Anklang gefunden und die Gefühle des olkes trefflich zum Ausdruck gebracht. Alle Deutsche ständen in lückenloser Einigkeit zum Kaiser. Für die Soldaten sei das gegenwärtige Ausharren im Schützengraben schwerer als das Draufgehen, und an ihrer Geduld sollte man sich im Lande ein Beis piel nehmen. In Ost und West stehe die Sache unserer Heere gut; Gott werde nicht zulassen, daß das atheistische Frank- reich oder das orthodoxe Rußland das blühende religiöse Leben Deutschlands zerstören.

Wechsel im österreichisch-ungarischen Finanzministerium.

Wien, 9. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) DieWiener Zei⸗ tung veröffentlicht ein allerhöchstes Handschreiben, in wel⸗ chem der gemeinsame Finanzminister, Ritter von Bilinski, auf seine Bitte von diesem Amte in Gnaden, enthoben und der ewesene Ministerpräsident Ernest v. Körber zum gemeinsamen Finanzminister ernannt wird. In einem an Bilinski gerichteten Handschreiben spricht der Kaiser Bilinski seine Anerkennung und seinen Dank für die treuen Dienste aus, die derselbe als gemein⸗ samer Finanzminister mit patriotischem Eifer und aufopfernder Hingabe dem Kaiser und der Monarchie geleistet habe.

Der Rückzug der Russen in der Bukowina.

Budapest, 9. Febr.Az Est meldet aus Bietritz: Unsere Offensive im Gebiete von Valecutan und Kimpolung hatte den fluchtartigen Rückzug der Russen zur Folge. In Tozorita und Kimpolung hatten die Russen an schneeigen Gebirgsabhängen in Betontürmen Kanonen untergebracht. Unseren Truppen gelang es, trotz der in dem Gebirgsgelände vorhandenen äußerst großen Schwierig- leiten, die Stellung der Russen zu erreichen und nach hef tigem Angriff gelangten Tozorita und Kimpolung in un⸗ seren Besitz. Eine Abteilung der polnischen Legion eroberte ein bei Vareu in einer Höhe von 1635 Metern gelegenes, von Russen besetztes Wächterhaus und erschoß 20 Russen, während es den übrigen gelang, zu entfliehen. Nördlich Izwor wurde der Feind aus seinen bei Szypot innegehabten Stellungen verjagt und unsere Aktion wurde in einem Zuge so heftig sortgesetzt, daß sich die Russen in den vorbereiteten

Positionen nicht mehr aufstellen konnten. Wie Frankreich die Wahrheit beschützt!

Lyon, 9. Febr.(WTB. Nichtamtlich.)Lyon Répu⸗ blicain meldet aus Paris: Die Polizeipräfektur beschlagnahmte eine Anzahl von Flugschriften, welche seit einiger Zeit Kaufleuten des Hallenviertels in Paris überschickt wurden, die unter dem TitelMeinung der Neutralen Auszüge aus spanischen, holländischen und schwedischen Blättern. enthalten, welche Deutschland, sein Heer und seinen Kaiser rühmen. J Die Unterbringung von Flüchtlingen aus Nord⸗Franlreich.

Paris, 9. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) ImMatin. macht der Minister des Innern. Mal vn, eingehende Angaben über die Maßregeln, welche die Regierung getroffen habe, um den aus der

one der Kriegsoverationen geflüchteten Per⸗ 3 z u Lelfe zu kommen. Auf Befehl der Regierung wird die Mehrzahl der Flüchtlinge in Fa⸗

milien untergebracht; die Präfekten werden ermächtigt, zur Unter⸗ bringung 1 Wohnungen und Lokale zu benußen, welche Deutschen, Oesterreichern und Ungarn ehören und beschlagnahmt wurden. Hilfsbedürftige Erwachsene erhalten einen Staatszuschuß von 1,25 Franken täglich, ferner 50 Centimes für jedes Kind unter 16 Jahren. Insgesamt handelt es ich um nahezu 1 Million Flücht⸗ linge, von denen über die Hälfte taatshilfe beansprucht.

JT. TTT

Wunsche an dle französische Regterung.

Paris, 9. Febr.(WTB. Nichtamtlich.)Humanite meldet: Der Deputierte Lagrosilliere wird in d Kammer einen Gesetzantrag auf Naturalisierung der Ein- 1 in den französischen Kolonien einbringen. Ferner erichtet dieHumanité: Das Aktionskomitee der sozia⸗ listischen Verbände Frankreichs richtete eine Adresse an die Regierung mit der Aufforderung, alle Getreidevor⸗ räte in Frankreich in Beschlag zu nehmen und den Preis für Mehl und Getreide nach Maßgabe der letzt⸗ jährigen Ernte festzusetzen, bis zur nächsten Ernte die noch fehlende Getreidemenge durch Einfuhr zu decken und auch den Mehlverbrauch in den Bäckereien zu überwachen.

Die Stellung Italiens im gegenwärtigen Weltkriege.

Rom, 9. Febr. DieStampa behandelt in einem Leit⸗ artikel die Isolierung Italiens. Sie weist zunächst die These des Corriere della Sera zurück, der behauptete, Deutschland und Oesterreich⸗Ungarn würden Italien die Nichtbeteiligung Italiens am Weltkrieg nicht verzeihen, deshalb müsse Italien schon jetzt an die Sicherung seiner Stellung nach dem Kriege denken. Die Stampa führt dem entgegen aus, daß die gegenwärtige Kon⸗ stellation der Dreiverbandsmächte den Krieg nicht überdauern werde so wenig als der Balkanbund den türkischen Krieg über⸗ dauert habe. Italien habe deshalb lein Interesse, sich dem Drei⸗ verband anzuschließen. Eine Allianz mit Frankreich? fährt der Arti.. fort. Aber Frankreich wäre zu schwach für uns, wie wir zu schwach für Frankreich wären. Von dem notwendig immer mehr wachsenden Interessenkontrast im Mittelmeere ganz abgesehen, wäre Frankreich gar nicht imstande, Italien gegen eine deutsch⸗ österreichische Revanche zu schützen, ebensowenig wie Italien Frank⸗ reich den ruhigen Besitz der wiedereroberten Provinzen garantieren könnte. Weit eher dürfte zwischen Frankreich und Italien ein kälteres Verhältnis als eine Stärkung ihrer Freundschaft ein⸗ treten. Eine Allianz mit England würde Italiens friedliche Existenz am besten verbürgen. Aber wer bürgt dafür, daß England das Bündnis mit Italien eingehen will! Englands ganze Geschichte beweist seine Abneigung gegen ein Bündnis mit Festlandsmächten. Bleibt Rußland, mit dem wir vielleicht eine Allianz abschließen könnten, ohne wie bei einer Allianz mit Frankreich einen Gegensatz und Schwächung befürchten zu müssen. Aber man braucht kein Prophet zu sein, um nicht binnen allzulanger Frist den eng⸗ lisch-russischen Bruch vorauszusehen. Nur die Furcht vor der deutschen Hegemonie konnte die Jahrhunderte alte Rivalität Eng⸗ lands und Rußlands vorübergehend beruhigen. Folglich wird Rußland mit uns kein Bündnis schließen, weil wir 1914 unseren Verbündeten nicht beistehen können, sobald auch England gegen ihn ist. Falls aber wirklich ein Bündnis mit Rußland zustande kommt, leben wir in beständiger Angst vor einem englisch⸗russi⸗ schen Konflikt. DieStampa schließt: Nur eine kühle und genaue Einschätzung der gegenwärtigen italienischen Interessen muß über Italiens Richtlinien während des Weltkrieges entscheiden.

Die Führung neutraler Flaggen.

Amsterdam, 9. Febr. Aus Anlaß der heute veröffent⸗ lichten Erklärung der englischen Regierung über den Gebrauch neutraler Flaggen durch englische Schiffe hat sich der sehr eng⸗ landfreundlicheTelegraaf an einige maßgebende Persön⸗ lichkeiten in holländischen Schiffahrtskreisen ge⸗ wandt. Das Blatt teilt das Ergebnis dieser Umfrage mit. Dik⸗ Schiffahrtskreise sind der Meinung, daß unter den gegenwärtigen Umständen das Fahren unter neutraler Flagge zur Verbergeng der Nationalität des Schiffes in dem allgemeinen Sinne, wie die englische Regierung es versteht, zu verurteilen sei. Es sei selbst⸗ verständlich, daß ein Kapitän, der plötzlich in Gefahr komme, auf eigenes Risiko und eigene Gefahr eine neutrale Flagge zu hissen, durch eine derartige vereinzelte Handlung auf sich selbst gestellt sei Er bringt die wirklich zur neutralen Schiffahrt ge⸗ hörenden Schiffe damit nicht weiter in Gefahr. Was aber England tue, liefere die neutralen Schiffe in demselben Maße der Gefahr und der Vernichtung aus als die Ankündigung des deutschen Marineamtes. Wenn, was in der Tat der Fall zu sein scheine, die englische Admiralität ihren nationalen Reedereien aufgetragen oder stark zugeredet habe, unter neutraler Flagge zu fahren, so liege es auf der Hand, daß dazu die Flaggen von Holland, Dänemark, Norwegen und Schweden und zwar die von den Niederlanden amt meisten benutzt werden würden. Die Folge werde sein, daß die Kom⸗ mandanten deutscher Unterseeboote gegen die neutralen Schifse äußerst mißtrauisch werden würden und mancher von ihnen sich die Zeit nicht nehmen werde, ob die neutrale Flagge zu Recht geführt werde. Die englische Regierung würde den Neutralen einen großen Dienst erweisen, wenn sie die Reedereien verständigen würde, daß das Fahren unter neutraler Flagge auf eigene Verantwortung ge⸗

schehe. Die Namen der Schiffe sollten in großer weißer Schrift fein die Seiten des Schiffes geschrieben und bei Nacht beleuchtes ein.

Das türkische Vordringen.

Konstantinopel, 9. Febr. Wie die offiziöse Agence Milli meldet, haben sich türkische reguläre und irreguläre Streitkräfte nach heftigem Kampfe der Stadt Hauwise nordöstlich von Kurna bemäch⸗ tigt und die Engländer von dort völlig vertrieben. Dieser Erfolg ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil Hauwise zum Gebiet des Sultans von Mohammara gehört, 1 Unterstützung es den Engländern vor allem ermöglicht bis Kurna vorzudringen. Jetzt haben sich 10000 seiner Leute und die in diesem Gebiete ansässigen persischen Stämme den Türken angeschlossen, die bei Kurna in den letzten Kämpfen siegreich geblieben sind. Die türkischen Stämme und die arabischen Stämme rücken weiter gegen Bassora vor. 7

Konstantinopel, 9. Febr. Die Annäherung der Türken an den Suez⸗Kanal hat sicheren Nachrichten zufolge die Erregung unter der ägyptischen Bevölkerung noch gesteigert. Der Haß gegen die Engländer tritt immer heftiger zutage. Einige Fatibs, das sind Priester, die den Namen des Sultans beim Gebet in den Moscheen auszu⸗ rufen haben, wurden von der Menge geschlagen und zum Teil schwer verletzt, weil sie auf Geheiß des englischen Sultans Hussein Kiamil seinen und nicht den Namen des Kalifen ausriefen. Einer weiteren hier vorliegenden Mel⸗ dung zufolge soll ein Trupp Mohammedaner die Redaktio⸗ nen der englandfreundlichen arabischen Zeitungen El Mo⸗ katam und El Brit in Kairo überfallen und zerstört und drei Redakteure des El Molatam getötet haben.

hatte,

2 Rheumatische und Nerven⸗Schmerzen.

Herr Schröder in B. schreibt:Meinen innigsten Dank für das vorzügliche Mittel, durch das ich endlich wieder meine Gesundheit, das büchste Gut des Menschen, zurückerhielt. 3 Jahre litt ich surcht⸗ bar an Schmerzen in den Gelenken und war nicht sähig zu arbeiten. Der Arzt, welcher mich im Hospital behandelte, sagte, daß er alles mit mir versucht hätte, und daß ex nichts mehr tun könnte. Am 24. November nie werde ich diesen Tag vergessen brachte mir meine Tochter Togal⸗Tabletten mit. Sie hatte sie sitr wenig Geld in einer Auotheke gekauft. In der Nach vom 2. zum 25. November schlief ich seit langem zum ersten Male wieder 8 Stunden und morgens war ich meine furchtbaren Schmerzen los. Ich fühlte mich wie neugeboren. Togal war das einzige, was mir geholfen hatte. Was hätte ich darum gegeben, wenn ich dieses wunderbare Mittel früber gekannt bälle. Einige von meinen Betannsen, welche auf meine Empfehlung Togal gegen rheumatische und Mevbenschwerzen nahmen, sagten. daß es ihnen ehenso gut geholsen batte. die schnelle und anbaltende Wirkung. Ein salches Mintel vordient tatsächlich allgemein bekannt zu werden, zumal es so billig ist! Die meisten Apotbeken führen bereits ö voxräuig, knnen sie schnellstens besorgt werden.

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Alle loben

Togal Tabletten. Wenn nicht

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