—
8
Der Sichener erscheint täglich, außer Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienbläster; weimal wöchentl. Kreis⸗ latt für den Kreis Glehen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech-Anschlüsse: für die Schristleitung 112 Verlag, Geschäftsstelleö! 5 Adresse für Drabtnach⸗* richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr.
1 n
9
105. Jahrgang
Gießener Anzeiger
General⸗Anzeiger für Oberhessen
Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und steindruckerei N. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7.
Freitag, 5. Februar 1915
Bezugspreis: monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- scheijtleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge— richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen,
die Blodade der englischen Müsten. Die Mannschaft der„Emden“ bei Hodeida gelandet!
(WT B.) Großes Hauptquartier, 4. Februar. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Auf der Front zwischen Nordsee und Reims fanden nur Artillerielämpfe statt.
Erneute französische Angriffe bei Perthes wurden unter Verlusten für den Feind abgewiesen.
Nördlich und nordwestlich Massiges(nordwestlich St. Ménehould) griffen unsere Truppen gestern an, stießen im Stur ůn über drei hintereinander liegende feindliche Grabenlinien durch und setzten sich in der französischen Hauptstellung in einer Breite von zwei Kilometern fest. Sämtliche Gegenangriffe der Fran⸗ zosen, die auch nachts fortgesetzt wurden, sind abgeschla⸗ gen worden. Wir nahmen sieben Offiziere, 601 Mann gefangen und erbeuteten neun Maschi⸗ nengewehre, neun Geschütze kleineren Kali⸗ bers undpiel Material.
Sonst ist nur erwähnenswert, daß in den Mittelvogesen das erste Gefecht einer Schneeschuhtruppe gegen französische Jäger erfolgreich für uns verlief.
Oestlicher Kriegsschauplatz. In Ostpreußen wurden schwache russische An⸗ 81* gegen unsere Stellung südlich der Memel abge— ie sen.
In Polen nördlich der Weichsel fanden im Anschluß an die gemeldeten Kavalleriekämpfe Plänkeleien kleinerer ge⸗ misch ger Truppenabteilungen statt.
An der Bzura südlich Sochaczew, brach ein russi⸗ scher Nachtangriff unter starken Verlusten des Feindes zusammen. Unser Angriff östlich Boli mo w machte troß heftiger Gegenstöße des Feindes Fortschritte. Die Zahl der Gefangenen erhöhte sich.
In den Karpathen kämpfen seit einigen Tagen deutsche Kräfte Schulter an Schulter mit den österreichisch⸗ ungarischen Armeen. Die verbündeten Truppen haben in dem schwierigen und verschneiten Gebirgsgelände eine Reihe schöner Erfolge erzielt.
Oberste Heeresleitung.
***
(WB.) Berlin, 4. Febr.(Amtlich.) Der„Reichs⸗ anzeiger“ meldet im amtlichen Teil folgendes: . Bekanntmachung:
1. Die Gewässer rings Großbritanniens und Irlands, ein⸗ schließlich des gesamten englischen Kanals, werden hier⸗ mit als Kriegsgebiet erklärt. Vom 18. Februar 1915 an wird jedes in diesem Kriegsgebiet angetroffene feind⸗ liche Kauffahrteischiff zerstört werden, ohne daß es immer möglich sein wird, die dabei der Besatzung und den Passagieren drohenden Gefahren abzuwenden.
2. Auch neutrale Schiffe laufen in dem Kriegs⸗ gebiet Gefahr, da es angesichts des von der briti⸗ schen Regierung am 31. Januar angeordneten Mißbrauchs neutraler Flaggen und der Zu⸗ fälligkeiten des Seekrieges nicht immer vermieden wer⸗
den lann, daß die auf feindliche Schiffe berechneten An— griffe auch neutrale Schiffe treffen. „3. Die Schiffahrt nördlich um die Shetlandsinseln in dem östlichen Gebiet der Nordsee in einem Streifen von min⸗ destens 30 Seemeilen Breite entlang der niederländi— ö schen Küste ist nicht gefährdet. Berlin, 4. Februar 1915. 5 Der Chef des Admiralstabs gez.: v. Pohl.
***
Der Festlandskrieg schreitet mühsam, aber unaufhalt⸗ am und sicher zu unseren Gunsten vorwärts, wie auch r neueste deutsche Tagesbericht wieder beweist, aber zu— gleich hat das vielgehaßte Deutschland trotz seiner ungün⸗ stigen geographischen Lage es zuwege gebracht, daß auch von der hohen See her hochgemute deutsche Hoffnungen erstehen. Es treten zugleich Erscheinungen vor uns hin, die zwar den Verlauf des Krieges nicht wesentlich beein— flussen, aber die deutsche Stimmung zu erhöhen geeignet sind und beweisen, daß unser Vaterland im Auffstieg, nicht im Niedergange begriffen ist.„Deutschlands Zukunft liegt
auf dem Wasser“, dieses Wort unseres Kaisers hat noch
seinen vollen Klang behalten. Wie einen wundervollen Heldensagenbesitz werden wir die Taten und Fahr- ten der„Emden“ und ihrer Mannschaft den Herzen unserer Nachfahren überliefern. Ist das Schicksal dieser Seeleute, deren Rest nach abenteuerlicher Fahrt in einem befreundeten türkischen Hafen glücklich gelandet ist, nicht des Heldengesanges eines großen Dichters würdig? Wir lönnen heute nicht alle Kriegstaten der„Em— den“ noch einmal einzeln aufzählen, es muß später ein köstliches Buch werden, in dem die Taten der Vielgewander⸗ ten verzeichnet stehen. Zuletzt aber hatten die deutschen Herzen getrauert, als der tapfere Kreuzer bei einer Insel im indischen Ozean am 9. November unter dem Feuer eines überlegenen Feindes zusammenbrach. Eine kleine Abteilung der Bemannung war bekanntlich gelandet, um eine radio— telegraphische Station zu zerstören, und ihr ist es später gelungen, sich eines Kauffahrteischiffes zu bemächtigen, das als Hilsskreuzer ausgestattet wurde und von neuem in den Kampf steuerte. Dieser deutsche Hilfskreuzer hat sodann dem
Feinde durch Versenkung von Küstenschiffen neuen Schaden zugefügt. Wir mußten darauf gefaßt sein, daß er schließlich doch ein rühm liches Ende nehmen würde, denn es war an— zunehmen, daß die Feinde mit Lust danach trachten würden, diese Planken deutschen Ruhmes auseinanderzureißen. Aber es ist anders gekommen. S. M. neues Schiff, wohl mit dem in der letzten Meldung genannten„Ayesha“ identisch, ist durch die Straße von Perim ins Rote Meer entkommen und an der Küste des Yemen, in Hodeida, gelandet. Ein fran⸗ zösischer Panzerkreuzer weilte tatenlos in der Nähe. Es läßt sich denken, daß unsere Verbündeten, die Türken, unsere Landsleute mit großem Jubel begrüßt haben. Ein Stück herrlicher Romantik zerreißt die noch vor uns liegenden Schleier kränklich nüchterner Anschauungsweise eines nicht mehr„modernen“ Zeitalters. Aus solchen Quellen, die wir uns in der frischen weiten Welt erschlossen haben, wollen wir neues Geistesschaffen speisen, wenn wir die Feinde besiegt und für unser Deutschland neues Licht und neue Luft ge⸗ wonnen haben..
***
Deutschlands Zukunft liegt auf dem Wasser, und dieser Krieg zeigt uns, daß die„blaue Göttin“ unser Reich sein und bleiben muß. Die Blockade der englischen Küsten ist jetzt durch den Chef des deutschen Admiralstabes amtlich erklärt worden. Was dazu gesagt werden mußte, hat die deutsche Regierung in einer Denkschrift zugleich der ganzen Welt verkündet. Vesonders die an die Neutralen gerich⸗ teten Worte der deutschen Kundgebung machen einen starken und nachhaltigen Eindruck. Wir dürfen die Gewißheit hegen, daß die deutsche Marineleitung alle Bedingungen einer regelrechten Blockade prompt erfüllt 4 Dahin gehört, daß genügend Schiffe und Kampfmittel bereitgestellt sind, um die angeordnete Maßregel durchzuführen. Es ist natür⸗ lich zu erwarten, daß mißgünstige Auskandspolitiker das Vorgehen Deutschlands verdächtigen und wieder als barbarisch hinstellen werden. Die klaren und beweiskräftigen Darlegungen in der amtlichen deutschen Denkschrift aber lassen sich nicht verschweigen, und so stehen hinter dem energi⸗ schen Vorgehen der deutschen Regierung nicht nur das ein⸗ stimmige, ungebeugte deutsche Volk, sondern auch wohl- erkanntes Recht und gerechte Vergeltung. Schließlich werden auch verblendete Neutrale einsehen lernen, daß es mit der englischen Führerschaft in der Welt ein Ende haben muß.
Die Mannschaft der„Emden“ glücklich gelandet.
(WTB.) Berlin, 4. Febr. Nichtamtlich.) Ueber S. M. Schiff„Ayesha“ geht die Nachricht ein, daß der Kom⸗ mandant, Kapitänleutnant von Mücke, mit dem Lan- dungskorps S. M. S.„Emden“ in der Nähe von Ho⸗ deida(Südwestküste von Arabien) eingetroffen und von den türkischen Truppen mit Begeisterungemp⸗ fangen worden sei. Nachdem die Fahrt durch die Straße von Perim unbemerkt von den englischen und französischen Bewachungsstreitkräften gelungen war, vollzog sich die Lan— dung an der Küfte ungestört in Sicht eines fran⸗ zösischen Panzerkreuzers.
Deukschrift über die Gegenmaßnahmen gegen völker— rechtswidrige Maßnahmen Englands zur Unterbindung des neutralen Seehandels mit Deutschland.
Seit Beginn des gegenwärtigen Krieges führt Großbritannien gegen Deutschland den Handelskrieg in einer Weise, die allen völker rechtlichen Grundsätzen Hohn spricht. Wohl hat die britische Regierung in mehreren Verordnungen die Londoner Seekriegsrechtserklärung als für ihre Seestreitkräfte maß⸗ gebend bezeichnet, in Wirklichkeit aber sich von dieser Erklärung in den wesentlichsten Punkten losgesagt, obwohl ihre eigenen Bevollmächtigten auf der Londoner Seekriegsrechts-Konferenz deren Beschlüsse als geltendes Völkerrecht anerkannten. Die britische Regierung hat eine Reihe von, Gegenständen auf der Liste der Konterbande gesetzt, die nicht oder doch nur sehr mittelbar für kriegerische Zwecke verwendbar sind, und daher nach der Londoner Erklärung wie nach den allgemein anerkannten Regeln des Völkerrechts überhaupt nicht als Konterbande bezeichnet wer— den dürfen. Sie hat serner den Unterschied zwischen absoluter und relativer Konterbande tatsächlich beseitigt, indem sie alle für Deutschland bestimmten Gegenstände relativer Konter— bande ohne Rücksicht auf den Hafen, in welchem sie ausgeladen werden sollen, und ohne Rücksicht auf die feindliche oder friedliche Verwendung der Beschlagnahme unterwirft. Sie scheut sich sogar nicht, die Pariser Seerechtsdeklaration zu verletzen, da ihre Seestreitkräfte von neutralen Schiffen deutsches Eigentum, das nicht Konterbande war, wegge⸗ nommen haben. Ueber ihre eigenen Verordnungen zur Lon⸗ doner Erklärung hinausgehend, ließe sie weiter durch ihre See⸗ streitkräfte zahlreiche wehrfähige Deutsche von neutra⸗ len Schiffen wegführen und sie zu Kriegsgefangenen machen. Endlich hat sie die ganze Nordsee zum Kriegs⸗ schauplatz erklärt und der neutralen Schiffahrt die Durchfahrt durch das offene Meer zwischen Schottland und Norwegen, wenn nicht unmöglich gemacht, so doch aufs äußerste erschwert und ge⸗ fährdet, so daß sie gewissermaßen eine Blockade neutraler Küsten und neutraler Häfen gegen alles Völkerrecht ein⸗ führte. Alle diese Maßnahmen verfolgen offensichtlich den Zweck, durch die rechtswidrige Lahmlegung des legitimen neutralen Han⸗ dels nicht nur die Kriegführung, sondern auch die Volkswirt⸗ schaft Deutschlands zu treffen und letzten Endes auf dem Wege der Aushungerung das ganze deutsche Volk der Vernichtung preiszugeben.
Die neutralen Mächte haben sich den Maßnahmen der britischen Regierung im großen und ganzen gefügt; insbesondere haben sie nicht erreicht, daß die von ihren Schiffen völkerrechts⸗ widrig weggenommenen deutschen Personen und Güter von der britischen Regierung herausgegeben worden sind. Auch schlossen sie sich in gewisser Richtung sogar den mit der Freiheit der Meere unvereinbaren englischen Maßnahmen an, indem sie offenbar unter dem Druck Englands, die für friedliche Zwecke bestimmte Durchfuhr nach Deutschland auch ihrerseits durch Aus⸗ fuhr⸗ und Durchfuhrverbote verhindern. Vergebens machte die deutsche Regierung die neutralen Mächte aufmerksam, daß sie sich die Frage vorlegen müsse, ob sie an den von ihr streng beobach⸗ teten Bestimmungen der Londoner Erklärung noch länger fest⸗ halten könne, wenn Großbritannien das von ihm eingeschlagene Verfahren fortsetzen und die neutralen Mächte alle diese Neu⸗ tralitätsverletzungen zu Ungunsten Deutschlands länger hinnehmen würden. Großbritannien beruft sich für seine völkerrechtswidrigen Maßnahmen auf die Lebens interessen, die für das bri⸗ tische Reich auf dem Spiele stehen, und die neutralen Mächte scheinen sich mit theoretischen Protesten abzufinden, also tatsächlich die Lebensinteressen von Kriegführenden als hinreichende Entschuldigung für jede Art der Kriegführung gelten lassen.
Solche Lebensinteressen muß nunmehr auch Deutschland für sich anrufen; es sieht sich daher zu seinem Bedauern zu mili⸗ tärischen Maßnahmen gegen England gezwungen, die das eng⸗ lische Verfahren vergelten sollen. Wie England das Gebiet zwischen Schottland und Norwegen als Kriegsschauplatz bezeich⸗ nete, so bezeichne Deutschland die Gewässer rings um Gro ß⸗ britannien und Irland mit Einschluß des gesamten eng⸗ lischen Kanals als Kriegsschauplatz und wird mit allen Gebote stehenden Kriegsmitteln der feindlichen Schiffahrt daselbst entgegentreten. Zu diesem Zwecke wird es vom 18. Februar 1915 jedes feindliche Kauffahrteischiff, das sich auf den Kriegsschauplatz begibt, zu zerstören suchen, ohne daß es immer mög ich sein wird, die dabei den Personen und Gütern drohenden Gefahren abzuwenden. Die Neutralen werden daher gewarnt, solchen Schiffen weiterhin Mannschaften, Passagiere und Waren anzuvertrauen. Sodann aber werden sie darauf auf⸗ merksam gemacht, daß es sich auch für die eigenen Schiffe dringend empfiehlt, das Einlaufen in dieses Gebiet zu ver⸗ meiden. Denn wenn auch die deutschen Seestreitkräfte Anwei⸗ sung haben, Gewalttätigkeiten gegen neutrale Schiffe, soweit sie als solche erkennbar, zu unterlassen, so kann doch angesichts des von der britischen Regierung angeordneten Mißbrauchs neu⸗ traler Flaggen und der Zufälligkeiten des Krieges nicht immer verhütet werden, daß auch sie einem auf feindliche Schiffe berechneten Angriff zum Opfer fallen. Dabei wird aus⸗ drücklich bemerkt, daß die Schiffahrt nördlich um die Shetlands⸗ inseln, in dem östlichen Gebiet der Nordsee und in einem Streifen von mindestens 30 Seemeilen Breite entlang der niederländischen Küste nicht gefährdet ist.
Die deutsche Regierung kündigt diese Maßnahme so recht⸗ zeitig an, daß die feindlichen wie die neutralen Schiffe Zeit behalten, ihre Dis positionen wegen des Anlaufens der am Kriegsschauplatz liegenden Häfen danach einzurichten. Es darf erwartet werden, daß die neutralen Mächte die Lebensinteressen Deutschlands nicht weniger als die Englands berücksichtigen und beitragen werden, ihre Angehörigen und deren Eigentum von dem Kriegsschauplatze fernzuhalten. Dies darf umsomehr erwartet werden, als den neutralen Mächten auch daran liegen muß, den gegenwärtigen verheerenden Krieg so bald als möglich beendigt zu sehen.
Die Wirkung des deutschen Vorgehens.
Berlin, 5. Febr. Unter der Ueberschrift: Die dentschen Auslandskreuzer an der Arbeit, bringt die„Tägl. Rundschau“ folgende Meldung der„Berlingske Tidende“ aus Paris: Der „Temps“ veröffentlicht eine Liste von 12 englischen und französischen Handelsschiffen, mit einem Ge— samttonnengehalt von 680080 Tonnen, von denen jede Nachricht fehlt. Man nimmt an, daß sie verloren sind. Die meisten dieser Schiffe waren auf dem Wege nach Süd⸗ amerika. In Schiffahrtskreisen glaubt man, daß ihr Ver⸗ schwinden auf das neuerliche Auftreten deutscher Hilfskreuzer im Atlantischen Ozean, namentlich des Hilfskreuzers„Kronprinz Wilhelm“ zurückzuführen sei. Das Verschwinden der Schiffe hat in Seeversicherungskreisen Beunruhigung hervorgerufen und die Seeversicherungsprämien, besonders für Rückversicherungen, sind plötzlich bedeutend gestiegen.
London, 4. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die North⸗ western-Eisenbahn-Gesellschaft stellte alle Schiffs⸗ verbindungen zwischen Holyhead und den irischen Häfen sowie auch zwischen Dublin und Greenore ein. Die Schnelldampfer verkehren nicht mehr. Die City of Dublin Schiffahrts Gesellschaft, welche nach und von Liverpool, Bel— fast und Manchester verkehrt, unterbrach gestern abend den Dienst. Die Postdampfer zwischen Kingstown und Holy— head bleiben im Verkehr, da die Regierung alles Risiko übernahm.
London, 4. Febr.(WTB. Nichtamtlich.)„Daily Tele⸗ graph“ meldet aus Belfast: Die Einstellung einer An- zahl regelmäßiger Dampferdienste zwischen England und Irland hat große Unannehmlichkeiten für Passagiere und Post im Gefolge. Die Gesellschaften weigern sich, Rind- vieh und Güter für überseeische Transporte anzunehmen. Die Versicherungsprämie ist heute auf 1 Pfund gegen zehn Schilling gestern gestiegen und gegen 2,6 Schilling vor dem Krieg. Namentlich sind die Kohlenpreise hoch. Die Linie Larne⸗Stranraer verkehrt weiter. Der Dampfer von Hei⸗ sham ist heute zum erstenmale wieder gefahren.
Amsterdam, 4. Febr.(WTB.
i Nichtamtlich.)„Nieube van den Dag“ melden aus London: In Schiffahrtskreisen
rn
D
*
a J g 1 1


