Ausgabe 
(4.2.1915) 29. Erstes Blatt
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ver Postverrehr mit Kriegsgefangenen. Den Paketen an deutsche Kriegs⸗ und Zivilgefangene im Auslande brauchen keine Zollinhaltserklärungen, weder auf weißem, noch auf grünem Papier, beigegeben zu werden. Die Pakete dürfen leine schriftlichen Mitteilungen enthalten; bei Nichtbeachtung dieser

Vorschrift werden die Pakete von der Weiterbeförderung aus⸗ t

geschlossen. Die Absender müssen auf der Vorderseite der Paket⸗ karten außer dem Vermerk:Kriegsgefangenensendung(oben rechts) noch den Vermerk:Das Paket enthält keine schriftlichen Mitteilungen niederschreiben, und zwar in dem sonst für die Wert⸗ angabe und den Nachnahmebetrag(bei Wertpaketen nur in dem für den Nachnahmebetrag) vorgesehenen Raume. Auf die Not- wendigkeit genauer und deutlicher Aufschriften auf Paketen und Paketkarten wird erneut hingewiesen; die Aufschriften sind stets in lateinischen Buchstaben zu schreiben. Es 10 zu beachten, daß im Sinne dieser Vorschriften als Zivilge⸗ angene allgemein nur die in Gefangenenlagern oder Zivilgefängnissen auf militärische Anordnung hin festgehaltenen, nicht aber die auf freiem Fuße befindlichen Zivil personen können, die nur unter Aussicht gestellt oder ge wissen Beschränkungen unterworfen sind. Alle zurzeit für den Postverkehr der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen im Auslande gültigen Vorschriften sind in einer neuen Uebersicht zusammen⸗ gestellt worden, die anstelle der bisher gültigen Uebersicht im Schaltervorraum aller Postanstalten ausgehängt wird. Unentgeltliche Benutzung der deutschen Pa⸗ bentschriften. Bei der Bibliothek der Großh. Zentralstelle für die Gewerbe, Darmstadt, Neckarstraße 3, befindet sich eine Aus⸗ legestelle der vom Kaiserlichen Patentamt in Berlin herausgegebe⸗ nen Patentschriften über die seit dem 1. Juli 1877 erteilten Patente. Die Auslegestelle ist geöffnet werktags von 9 9/ und 36 Uhr(Samstag⸗Nachmittag ausgenommen) und kann von jedermann unentgeltlich benutzt werden. Durch diese Einrichtung soll jedermann Gelegenheit gegeben werden, sich über den Inhalt von Patenten zu unterrichten. Um auch auswärts wohnenden Per⸗ sonen die Einsicht der Patentschriften zu ermöglichen, ist die leih⸗ weise Abgabe einzelner Nummern auf kürzere Zeit gestattet. Die neu erscheinenden Patentschriften werden den Auslegestellen in ein⸗ wöchigen Zwischenräumen überwiesen und dem Publikum alsbald nach ihrem Erscheinen zugänglich gemacht. Auskunft in Fragen des Patentwesens und der Gesetzgebung auf dem Gebiete des ge⸗ werblichen Rechtsschutzes wird in den Dienststunden jederzeit erteilt. Warnung. DieAllianz⸗Hausmission mit dem Sitz in Berlin-Steglitz läßt durch J Mädchen in Schwesternkleidung ein frommes BlättchenDie Posaune Gottes für 10 Pfg. das Stück von Haus zu Haus verkaufen, mit der An⸗ gabe, daß der Erlös zur Aufnahme und Pflege armer Kranker Ver⸗ wendung finden würde. Es wurde aber festgestellt, daß dies nicht

der Fall ist und das Unternehmen für die Allgemeinheit nichts

leistet, weshalb hiermit davor gewarnt wird, zumal zur jetzigen

Zeit die Opferwilligkeit des Publikums erst recht nicht von der

artigen Unternehmungen ausgebeutet werden darf.

unbekannt an Unbekannt. In Zuschriften an die 1 ist dem Wunsche Ausdruck gegeben worden, es möchten dungen an Feldzugsteilnehmer, die gefallen oder sonst nicht aufzufinden sind, nicht an die Absender 8 sondern an besonders bedürftige Kameraden der Gefallenen ausgehändigt werden. Wie bekannt, ist diesem Wunsche bereits nachgekommen worden. in denen der Absender auf der Sendung ausdrücklich erklärt hat, daß diese zur Verfügung des Truppenteils gestellt werden soll, wenn der Adressat gefallen ist. Dadurch wird erstens dem Verderben der in den Sendungen enthaltenen Lebens- mittel vorgebeugt, und zweitens vielen unserer Krieger, die keine Familienangehörige haben, geholfen. Gerade auf letzteren Umstand könnte weitgehend Rücksicht genommen werden. Die fast ohnegleichen dastehende Entfaltung der Liebestätigkeit hat vielfach zur Folge, daß ein Teil unserer im Felde stehenden Soldaten, die einen großen Familien⸗ anhang haben, mit Gaben überhäuft, die anderen aber, die ganz allein stehenden, leer ausgehen würden, 1 1 nicht der kameradschaftliche Geist unserer Truppen dies bis zu einem gewissen Grade verhinderte. Wir haben nicht nur familienlose Soldaten im Felde, sondern auch familienlose Männer und Frauen jeden Alters in der Heimat, darunter sehr viele Bemittelte. Diese könnten, e von ihrer Beteiligung an Geldsammlungen für Liebeswerke, sich noch hilfreich betätigen, wenn sie selbst Liebesgaben an die Trup⸗ penteile schickten mit der Bestimmung, diese denjenigen auszuhändigen, die von 4 2 nichts zu erwarten haben. Es liegen schon Beispiele der angedeuteten Art vor; den Absendern gingen fast ausnahmslos in herzlichen Worten Dankschreiben von den bis dahin unbekannten Empfängern zu. Erst in den letzten Tagen erhielt eine hiesige Frau, die ein Paket Lie aben zur Aushändigung an einen bedürfti⸗ gen Soldaten gestiftet hatte, eine Karte, in der der Pionier Fra Bytomski von der 1. Landsturm⸗Kompagnie des Schlef Pionierbataillons Nr. 6 seinen Dank wie folgt aus⸗ drückt:Sehr geehrte Frau S. Auf der Fahrt nach Rußland erhielt ich ein Paket mit Liebesgaben, das von Ihnen gestiftet war und mir als Glücklichen unbekannter⸗ weise ausgehändigt wurde. Der Inhalt darin war, daß ich alles sehr gut verwerten kann. Ich spreche Ihnen hiermit meinen herzlichen Dank aus. Ich stelle auch meinen Mann und werde kämpfen bis zum letzten Atemzuge. Sieger müssen wir bleiben. Der liebe Gott soll Ihnen wieder alles er gänzen. Das war meine erste Liebesgabe seit dem 5. August; sie hat mich sehr erfreut. Es grüßt herz⸗ lich unbekannterweise mit Hochachtung Fr. Bytomski.

Kreis Alsfeld. 0

Ober⸗Ohmen, 3. Febr. Die zweite Brennholz⸗ bersteig er ung, die in den Riedeselschen Waldungen abge⸗ halten wurde, zeigte eine kleine Anziehung der Preise, besonders bei den Reisern. Dessenungeachtet muß dennoch der Preis des Brennholzes im Vergleich zu demjenigen des Vorjahrs als billig bezeichnet werden. Es wurden bezahlt für 4 Rm. Buchenrollen 2628 Mk., 4 Rm. Buchenscheit 2425 Mk., 4 Rm. Buchen⸗ vrügel 202 Mk, 4 Rm. Buchenreisig 56 Mt.

a Kreis Schotten.

Sichenhausen, 3. Febr. Auf dem Felde der Ehre starb lin Westen den Heldentod er Feldwebel-Leutnant, Ritter des Eisernen Kreuzes, Heinrich Oechler von hier. Aus dem Vogelsberg, 3. Febr. Wer auf den Bürgermeistereien unserer Ortschaften die bei der Reichs wol l⸗ woche zusammengekommenen Vorräte an Wollsachen sieht, von den ganz neuen Schlafkoltern bis zu den wohlerhaltenen Kkei dungsstücken, die ungebraucht die Kleiderschränke füllten, der kann den Opfersinn ermessen, der auch die Bewohner des einsamsten Gebirgsdörschens von ganzem Herzen erfüllt. Wenn die Woll⸗ stofsvorräte unserer Ortschaften an den Zentralstellen zusammen⸗ fließen, dann gibt es Eisenbahnzüge voll.

O Aus dem oberen Vogelsberg, 1. Febr. Seit gestern sind noch große Schneemengen auf unsere schon verschneiten Berge niedergegangen. Die Schneedecke hat eine durchschnittliche Höhe von über 40 Zentimeter erreicht. Die Fichtenbestände, die man im Vogelsberg auf ausgedehnten Flächen finden kann, sind wieder mit bedeutenden Schneemassen belastet, so daß zu erwarten steht, daß auch in diesem Winter die Bestände wieder sehr zu

leiden haben werden. Hessen⸗Nassau.

X. Marburg, 3. Febr. Die Rechnungen der Wander⸗ arbeitsstätten des Bezirksverbandes Kafsel(Rin⸗ zeln, Marburg, Hanau, Bebra, Kassel) über die laufenden Ein⸗ nahmen und Ausgaben schließen ab für das Etatsjahr 1. April 1913 bis 31. März 1914 in Einnahme mit 124 050,59 Mk. und in Aus⸗

mit 180 182,21 Mk. Es ist deshalb als 1102 9 der Kreise und Bezirksverbandes eine Summe von 65 131,62 Mk. erforderlich

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gegen 62 726,25 Mk. im Vorjahre. Die Steigerung dieses Zu⸗ schusses um rund 2400 Mk. ist in der Hauptsache auf die erhöhte Inanspruchnahme der Wanderarbeitsstätten insolge größerer Ar⸗ beitslosigkeit im Vorjahre zurückzuführen, denn es sind in 1913 gegenüber dem Jahre 1912 14529 Verpflegungstage mehr ent⸗ tanden. Wenn die Wanderarbeitsstätten bei einem Mehr von 14 529 an Verpflegungstagen nur einen Mehrzuschuß von rund 2400 Mk. nötig hatten, so folgt daraus, daß auch im Etatsjahr 1913 die finanziellen Erfolge der Wanderarbeitsstätten sich im allgemeinen wiederum gebessert haben. Von dem Gesamtfehlbetrag des Jahres 1913 entfallen 72 Pfg. auf jeden Kolonisten⸗ und Wanderer⸗Verpflegungstag gegenüber 88 Pfg. im Vorjahr und 1,19 Mk. im Jahre 1911.

h. Cronberg, 3. Febr. Auf der Falkensteiner Straße erlitt ein Frankfurter Herr beim Rodeln eine schwere Ver⸗ letzung am Unterleibe, die die sofortige Ueberführung in das hiesige Kaiserin-Friedrich⸗Krankenhaus bedingte. Außerdem wur⸗ den weitere sechs Personen, meistens Frankfurter, bei dem Rodel⸗ sport verletzt, allerdings in wenig gefährlicher Art.

Candwirtschaft.

Berlin, 3. Febr.(W. B. Amtlich.) Aus der landwirtschast⸗ lichen Praxis heraus ist die Befürchtung ausgesprochen worden, daß im Herbst infolge des Gespann- und Leutemangels das Pflügen der Kartofselschläge und damit auch das Nachsammeln der im Acker verbliebenen Kartoffeln vielfach unterblieben ist und letzteres auch jetzt bei dem Pflügen häufig unterbleiben dürfte, u. a. in der Annahme, daß die Kartoffeln doch erfroren seien. Letzteres trase aber nicht zu. Wenn nun wohl auch angenommen werden kann, daß diese Arbeiten bei dem außergewöhnlich milden Wetter im wesentlichen jetzt nachgeholt sind, so ist doch erwünscht, wenn in allen in landwirtschaftliche Kreise kommenden Zeitungen und Zeitschristen auf diesen Punkt baldmöglichst hingewiesen wird. In diesen Kriegszeiten ist es um so mehr die Pflicht eines jeden Landwirtes, auch hierbei keine Nährstosse umkommen zu lassen, als der hohe Preis der Kartoffeln wie der Futtermittel die Arbeit sicher bezahlt machen wird.

Universitäts⸗ Nachrichten. Heidelberg, 3. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Im Alter von 80 Jahren ist heute hier der frühere Professor für pathologische Anatomie an der hiesigen Universität, Wirklicher Geheimer Rat Dr. Julius Arnold, Exzellenz, gestorben.

Gerichts aal.

5 Die Höchstpreise.

X Hanau, 3. Febr. Die Strafkammer hat den Kauf⸗ mann Hermann G. aus Langenselbold wegen Ueberschreitung des für den Verkauf von Speisekartoffeln festgesetzten Höch st⸗ preises zu 300 Mark Geldstrafe verurteilt.

Ein Eisenbahnunfall.

Wien, 3. Febr.(W. B. Nichtamtlich.) Heute früh suhr ein Personenzug auf den vor der Station Gerasdorf haltenden, in Wien⸗Ostbahnhof um 6⸗55 Uhr früh fälligen Prager Schnell- zug bei dichtem Nebel auf. Von den in dem letzten Wagen des Schnellzuges befindlichen Reisenden wurden vier schwer und fünfzehn leicht verletzt. Der Schnellzug, dessen zwei letzte Wagen entgleisten, setzte mit den unbeschädigten Wagen die Fahrt nach dem Wiener Ostbahnhof fort, wohin er auch die Ver⸗ letzten brachte. Die Schwerverletzten wurden in ein Hospital ge- bracht, während die Leichtverletzten der häuslichen Pfloge übergeben wurden. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht aufgeklärt.

Märkte.

FC. Wiesbaden. Viehhof⸗ Marktbericht vom 3. Febr. Auftrieb: Rinder 136(Ochsen 13, Bullen 12, Kühe und Färsen 111), Kälber 212, Schase 22, Schweine 417.

Der Auftrieb wurde bei lebhastem Handel geräumt. Die Preise hielten sich au derselben Höhe wie am 1. Februar.

ch. Bingen, 3. Febr. Marktpreise. Weizen Mk. 27,50, Korn Mk. 23,50, Gerste Mk. 22,50, Hafer Mk. 24,00, Deu Mk. 0,00, Stroh Mk. 0,00, Kartoffeln Mk. 8,00, Erbsen Mk. 00,09, Linsen Mk. 00,00, Bohnen Mk. 00.00, Weißmehl Mk. 49,00, Roggenmehl

Mk. 39,50; alles für 100 Klgr. Butter 1 Klgr. Mk. 2,30, Milch 1 Liter 22 Pfg., Eier 10 Stück Mk. 1,15.

Briefkasten der Redaktion. (Anonyme Aufragen bleiben uuberücksichtigt.)

B. Wir haben einen Aussatz über die Lage der Kleinbauern von Dr. W. wohl erhalten, können ihn aber nicht veröffentlichen, da 3 uns nicht gestattet ist, an Maßnahmen der Regierung Kritik zu üben.

Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge(Süd⸗Anlage). Samstag, den 6. Februar 1915: Loraben) 5.15 Uhr. Morgens 9.00 Uhr. Nachmittags: 3.30 Uhr. Sabbataus gang: 6.15 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. 8 Sabbatseier am 6. Februar 1915: itag abend 5.00 Uhr. amstag vormittag 8.30 Uhr. Samstag nachmittaz 3.30 Uhr. Sabbat⸗Ausgang 6.15 Uhr. l Wochengottesdienst: Morgens 7.00, nachmittags 5.00 Uhr.

Amtlicher Wetterbericht. 1 Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 5. Februar 1915 Bedeckt, zeitwesse Niederschlage, mild, südliche Winde.

. Letzte Nachrichten.

Die nüchste Tagung des Reichstags.

Berlin, 4. Febr. DerVorwärts schreibt: Der Reichstag ist bis zum 2. März vertagt worden. Er wird aber, wie verlautet, nicht an diesem Tage zusammentreten, sondern erst am 10. März seine Arbeiten wieder aufnehmen. Die Verzögerung hat ihren Grund darin, daß dem neuen Staatssekretär des Reichsschatzamtes Dr. Helfferich geit gegeben werden soll, sich in sein neues Amt einzuarbeiten. Dem Reichstag wird bei seinem Zusammentritt sofort der Etat zugehen, der sich allerdings von dem sonst üblichen Etat insofern unterscheiden wird, als die Einnahmen nicht spezifiziert werden können. Man nimmt an, daß die Tagung des Reichstages etwa zwei Wochen in Anspruch nehmen wird. Die Geschäftsordnungskommission wird sich sofort nach ihrer Wahl mit dem Mandat Wetterlés beschäftigen.

Aus Soissons.

Lyon 4. Febr.(WTB. Nichtamtlich.)Nouvelliste meldet aus Soissons, daß die Trinkwasserbehälter von Sois⸗ sons durch die Beschießung sehr beschädigt seien. Sie konnten aber nach zweitägiger Arbeit ausgebessert werden. Der Bürgermeister von Soissons hat Maßnahmen getroffen, um die Wirkung der Brandgranaten zu bekämpfen

Die deutsch⸗österreichische Waffenbrüderschaft. Kriegspresseguartier, 4. Febr. Die deutsch⸗öster⸗ reichisch-ungarische Waffenbrüderschaft kommt immer mehr in der durchgreifenden Vermischung der beiden Teile an der Ostfront zum Ausdruck. Kämpften anfangs nur in Polen und in Westgalizien die verbündeten Armeen in gemeinsamen Verbänden, so haben jetzt auch deutsche Truppen erfolgreich in die Karpathenoffen⸗ sive eingegriffen. Die von ihnen gestern mit großer Bravour und Todesverachtung durchgeführte Erstürmung einer wichtigen Höhe im Waldgebirge war eine prachtvolle Heldentat. Die Höhe war von den Russen durch Verschanzungen so befestigt und mit starken Kräften so energisch und hartnäckig verteidigt, daß sie als uneinnehmbar galt. Dennoch gingen die Deutschen auf dem für sie ungewohnten und besonders in dieser Jahreszeit außerordentlich schwierigen Terrain so hartnäckig vor, daß die Höhe fiel und dit

Russen sich in eiliger Flucht hartnäckig zurückziehen mußten.

Zur bevorstehenden Räumung Lembergs.

Wien, 4. Febr. Die Petersburger Nowoje Wremja verweist auf die kritische Lage, welche sich für die Russen bei längerem Verweilen in der Stadt Lemberg ergeben könnte und bereitet die öffentliche Meinung in Rußland auf die Wahrscheinlichkeit der Räumung der Stadt Lem berg durch die Russen vor. Diese Nachricht ist vermutlich auf die russischen Truppenverschiebungen in Lemberg zurück⸗ zuführen. In Lemberg ist durch den russischen Gouverneur das Standrecht erklärt worden. Die öffentlichen Kassen sind bereits aus der Stadt geschafft worden.

HilfskreuzerKronprinz Wilhelm.

Buenos Aires, 4. Febr. Der deutsche Hilfskreuzer Kronprinz Wilhelm hat das englische SchiffBotaro von der 9 925 Steamship Co., das 4500 Tonnen groß war, versenkt.

Internierung französischer Fliegeroffiziere.

Rotterdam, 4. Febr. In der Nähe des Dorses Cats auf

der Insel Noodheveland der Provinz Zeeland(vor der Schelde⸗ mündung) landete heute mittags 12 Uhr ein französisches Flugzeug, das mit 2 französischen Offizieren bemannt war. Die Offiziere wurden interniert. Sie erklärten, daß sie sich im Nebel verirrt hätten.

Bulgarien und Rumänien.

Sofia, 4. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der Direktor der bulgarischen Eisenbahnen ist gestern abend nach Bukarest abge⸗ reist, um die technischen Einzelheiten der Durchfuhr der bulgarischen Waren durch Rumänien zu regeln. Diese Regelung wird voraus⸗ sichtlich auf der Grundlage erfolgen, daß eine Anzahl von Wagen

festgesetzt wird, die dem bulgarischen Handel zur Verfügung stehen

wird. Die Gebete für den Frieden.

Basel, 4. Febr. Die katholischen französischen Zeitungen äußern ihre Bestürzung darüber, daß die Pariser Regierung, wie bereits gemeldet wurde, am Sonntag den Zettel mit dem Text! des von dem Papste verfaßten Gebetes für den Frieden beschlagnahmen ließ. Die Regierung hat erst nach der be⸗ ruhigenden Versicherung des Kardinals Amette, daß die fran⸗ zösischen Katholiken nur für einen Frieden nach dem Siege Frank⸗ reichs beten werden, den Text des päpstlichen Gebetes frei ge 1 Dieses Vorgehen der Regierung beweist tatsächlich iche die Furcht der Behörden und weiter Kreise des französischen Volkes.

Der Platzmangel im Hafen von Genua.

Mailand, 4. Febr. Um im Hafen von Genua Platz 12 b schaffen, hat die dortige Hafen verwaltung beschlossen, mit i⸗ gung der Regierung die seit dem Ausbruch des jeges im Hafen von Genua internierten 12 deutschen und öster⸗ reichisch⸗ungarischen Schiffe aus dem Hafen zu entfernen. Die Dampfer sollen, nachdem sie 3 und

ihre Mannschaften an Land gestiegen sind, mittels Schleppschiffe

längs der Küste unter Begleitung von Kriegsschiffen nach Spezi

gebracht werden.

Rechtfertigung Dr. Liebknechts.

Berlin, 4. Febr. DerVorwärts bringt fol; f Schreiben des Reichstagsabgeordneten Dr. ö 0 3. Februar 1915: Gegenüber dem in Ihrer heutigen Nummer veröffentlichten Fraktionsbeschluß bemerke ich: 1. Ich habe gegen die Kriegskredite gestimmt, weil die Bewilligung der Kriegskredite nicht nur den Interessen des Proletariats, sondern auch dem Parteiprogramm und den Beschlüssen der internationalen Kongresse schroff widerspricht, und weil die Fraktion nicht berechtigt ist, einen Verstoß gegen das Programm und einen Parteibeschluß vor⸗ zuschreiben. Ich habe diesen meinen Standpunkt dem Fraktions⸗ vorstand in einem Briefe vom 3. Dezember v. J. dargelegt. 2. Irreführende Mitteilungen über Parteivorgänge habe ich nicht verbreitet. Die Fraktion, die zur Fassung eines Beschlusses über diesen Punkt gar nicht zuständig war, hat meinen Antrag, die Entscheidung hierüber bis zur gründlichen Aufklärung über aller⸗ hand Behauptungen auszusetzen, abgelehnt. 1

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