Ausgabe 
(1.2.1915) 26. Erstes Blatt
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einige Smudengräben. Auch auf der übrigen Front in Rus⸗ sisch⸗Polen zeitweise Geschütztampf. In den Kar⸗ pathen verlief der Tag ruhig. Im Waldgebirge wird noch um einige nördlich der Paßhöhen liegende Stellungen ge⸗

kämpft. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Erfolge unserer Verbündeten im karpathischen Waldgebirge.

Wien, 31. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Vom Oberkommando wird mitgeteilt: Die Uebergänge im karpathischen Waldgebir ge südöstlich des Lupkower Sattels waren schon wie⸗ derholt der Schauplatz der heftigsten Kämpfe. Von den großen Operationen in Russisch⸗Polen und Westgalizien weit entfernt, bildeten sie ständige Angriffspunkte für den Gegner, um nach ihrer Besitznahme den Einbruch nach Ungarn auf verschiedenen Wegen offen zu halten. Namentlich der Uzsocker Paß und der Sattel von Verecke und jener von Wysz low haben in den letzten Monaten des öfteren den Besitzer gewechselt. Das an⸗ liegende Terrain nördlich und füdlich dieser Uebergänge ist infolge der vielen Kämpfe von Schützengräben durchzogen. Sowohl ein An⸗ griff von Norden als von Süden hat den Widerstand mehrerer hintereinander liegender guter Stellungen zu überwinden. Nach⸗ dem es Ende November unseren Truppen gelungen war, nach vier⸗ tägigen heldenmütigen Kämpfen den Uzsocker Paß den Russen zu entreißen, mußten unsere dort kämpfenden Truppen am 1. Jau. vor überlegenen feindlichen Kräften erneut die Kammlinie auf⸗ geben und auf die nächste Höhenlinie zurückgehen. Seit diesem Tage ist der Paß in den Händen des Feindes, dem es in der weiteren Folge auch gelang, sowohl im Ungtale als auch bei an⸗ deren Uebergängen, immer mehr in den gegen Süden führenden Tälern Raum zu gewinnen, So hielten sich an dieser Front bis vor einigen Tagen unsere Truppen in den Stellungen bei Rev⸗ hely, südlich Vezerszyll und Voloves, sowie bei Oekörmezö, Ne⸗ mat, Mokra und Körösmezö. Wiederholte Versuche des Feindes, weiter durchzustoßen, wurden immer wieder abgewiesen. Die hier⸗ auf zur Wiedergewinnung der Paßhöhen ausgeführten Angriffe führten überall zum Erfolg. In mehrtägigen, durch Terrain und Witterungsverhältnisse äußerst erschwerten Kämpfen wurde Stel⸗ lung um Stellung erobert, trotz herangeführter russischer Verstäx⸗ kungen und zahlreicher vom Feinde versuchter Gegenangriffe täglich Raum gewonnen und zuletzt die Paß⸗ höhe erreicht. In diesen schwierigen Kämpfen haben die hier verwendeten, verhältnismäßig schwachen Truppen außerordent⸗ liches geleistet. Durch die Besitznahme aller Uebergänge ist seit

der letzten russischen Gegenoffensive in der zweiten Hälfte des De⸗ zember am östlichen Flügel und die in der Mitte etwas zurück gedrängte Karpathenfront wieder hergestellt.

Falkenhayn an Hötzendorf. 2 Wien, 30. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der Chef des Generalstabs Freiherr v. Hötzendorf hat aus dem deutschen Großen Hauptquartier folgende Depesche erhalten: Für Ew. Exzellenz und des österreichisch-ungarischen Gene ralstabs liebenswürdigen Wünsche zu meiner Beförderung sage ich n. Dank. Daß ich die Gefühle, denen Ew. Exzellenz so beredten Ausdruck verliehen haben, von ganzem Herzen erwidere, brauche ich nicht des näheren zu versichern. General der Infanterie v. Falkenhayn.

Wirtschaftliche Maßnahmen in Oesterreich-ungarn.

5 Wien, 31. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) DieWiener Zei⸗

tung veröffentlicht eine Ministerialverordnung, welche r von feinem Weizenbackmehl und Koch⸗

me

zur Broterzeugung vollständig verbietet. Die zur 0 Mehlmenge darf in Zukunft nur noch bis zu 50% aus Weizenbrotmehl, Weizengleichmehl oder Roggenmehl, od einer beliebigen Mi dieser Mehle bestehen, während der Rest dus Surrogaten bestehen muß, als welche die Verordnung Gerste, Mais. Hafer, Reis, Kartoffelwald, Kartoffelstärke und Kartoffel prei vorsieht. Des weiteren wird eine Beimischung von Zucker und zwar bis zu 5 Prozent des Mehlgewichts zugelassen. Die Ver⸗ ordnung beschränkt weiter die Kleingebäckerzeugung, zu der reines Wei ackmehl nur bis zu 50 Prozent, Weizenkochmehl nur bis zu 17ẽ0 Prozent des gesamten Mehlgewichtes verwendet werden darf, während der übrige Teil der zu verarbeitenden Mehlmenge aus den angeführten Surrogaten bestehen muß. Die Erzeugung jeder an⸗ deren Art von Gebäck ist verboten. Die Vorschriften ber die Brot⸗ und Gebäckerzeugung gelten nicht nur für die gewerbsmäßige Er⸗ zeugung, sondern auch für die Hauswirtschaften. Zur gewerbsmäßi⸗ gen Erzeugung von Guglhups, Kuchen usw., die auf zwei Tage in ider Woche beschränkt wird, darf feines Wei enmehl ebenfalls nur bis zu 50 Prozent verwendet werden. Die rdnung, welche die 4 ungestörte Aufrechterhaltung der Versorgung der Bevölkerung mit 1 zen⸗ und Roggenmehl bis zur nächsten Ernte bezweckt, um die Absicht unserer Feinde, uns auszuhungern, zu vereiteln, tritt am 8. Februar in Kraft. . Der Höchstpreis für den Meterzentner Kartoffel- stärkemehl wird auf 50 Kronen festgesetzt.

Lügen meldung der Russen.

Petersburg, 30. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der Große

5 enexalstab meldet: Der 28. Januar verlief in Ostpreußen und auf den Fronten an beiden Weichselufern ohne bemerkenswerte BVeeränderung. In den Wäldern nördlich Pillkallen und Gum⸗ binnen dauern die Kämpfe fort. In der Gegend von Borzy⸗ mow wiederholten die Deutschen ihre Angriffe, wurden aber unter großen Verlusten zurückgeschlagen. Unser Gegenangriff in dieser Gegend glückte vollständig. Wir vertrieben den Feind mit dem Bafonett aus den Schützengräben unter Fortnahme mehrerer Maschinengewehre. In Galizien schreiten wir erfolgreich an den Pässen von Dukla und Wyschkow fort, trotz des erbitterten i der Oesterreicher, außer in der Gegend des Bes⸗ kidenpasses, wo unsere Truppen angesichts der Offensive von numerisch überlegenen feindlichen Kräften etwas gegen eine vorher angelegte Stellung sich zurückzogen. In den letzten drei Tagen 2 wir an der obengenannten Front über 60 Offiziere und 2 Mann zu Gefangenen, auch erbeuteten wir drei Geschütze und zehn Maschinengewehre. Aus der Bukowina ist nichts zu melden.(Anmerkung: Dieser Bericht ist beinahe Wort für Wort durch den deutschen und österreichisch⸗ungarischen Bericht widerlegt.) Petersburg, 31. Jan.(W. B. ichtamtlich.) Der Gro pe Gene ralstab teilt mit: In der Gegend der Wälder nördlich von Pillkallen und Gumbinnen dauern die Kämpfe an. Hier und in der Gegend des Dorfes Lebegallen warfen wir die Deutschen durch einen Gegenangriff mit dem Bajonett zurück. Auf dem linken Weichselufer bei Borzymow erneuerten die Deutschen in der Nacht vom 29. Januar und an den folgenden Tagen ihre Angriffe auf unsere Stellungen, wurden aber überall unter großen Verlusten zurückgeschlag

en bis auf einen Graben, der in der Hand des Feindes blieb. In der Gegend des Dorfes mige scheiterten am 29.

Jido Januar zwei Versuche der Deut⸗ 3 955 die Offensive zu ergreifen. 2

1 An 2 in den Karpathen zwischen den Pässen von * Dukla und Wychkow nehmen die Kämpfe allmählich den Charakter einer allgemeinen Schlacht an. In dieser Gegend haben dle Oesterreicher Abteilungen aus den benachbarten Gebieten und anderen Teilen der Front zusammengezogen. Sie bemühen sich, durch das Tal des unteren San und auf den Straßen, die über die Pässe nach Sambor und Stry führen, vorzugehen. Während des 28. und 29. Januar waren die Kämpfe für uns günstig in den Karpathen an mehreren Stellen der Front. Ganz besonders glücklich war unser Angriff in der Gegend des Dorfes Nijnia⸗Po⸗ lianka, südwestlich von Dukli, wo wir durch Bajonettangriffe feindliche Gräben genommen haben. Ebenso glücklich war unsere Ofsensive an der Front südwestlich Jas! ick und Balgrod und süböstlich Ludowicki, wo unsere Truppen in einem Sektor bei einem Eisenbahnknotenpunkt die feindliche Stellung erreichten. An diesen beiden Tagen haben wir von neuem mehr als 35 Offi⸗

1

unsere anderen Truppen Gefangene gemacht, deren Zahl noch nicht genau feststeht. g.

Petersburg, 31. Januar.(WTB. Nichtamtlich) Der Große Generalstab meldet: Am 25., 26. und 27. Januar versenkten unsere Torpedoboote einige türkische Segel⸗ schiffe. Am 28. Januar führte eines unserer Torpedoboote einen kühnen Angriff auf Trapezunt aus, wo wir nach der Beschießung der feindlichen Truppen, die flüchten mußten, die Kaserne und die Mehlmagazine beschädigten. Dasselbe Tor⸗ pedobvot brachte bei Ri zo zwei feindliche Batterien zum Schwei⸗ gen, versenkte mehrere Feluken und beschädigte die Kaserne.

Aus Rußland.

Berlin, I. Febr. In Batum haben nach einem Telegramm der Deutschen Tageszeitung aus Konstantinopel zufolge russische Truppen geneutert. In Riga haben alle Straßen, die deut⸗ sche Namen führten, russische Benennungen erhalten.

Die Besatzung des zerstörtenParseval gerettet.

Berlin, 30. Jan.(Ctr. Bln.) Aus dem Haag wird ge⸗ meldet. Die Besa ung des in Lib au vernichteten deut⸗ schen Luftschiffes ist in Petersburg eingetroffen.

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Von der türtischen Flotte.

Konstantinopel, 30. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der Große Generalstab teilt mit; Die türkische Flotte hat am 28. Januar erfolgreich einen r ussischen militärischen Platz an der Westküste des Schwar⸗ zen Meeres beschossen.

Englische Flieger von den Türken heruntergeschossen.

Berlin, 1. Febr. In Zusammenhang mit dem türkischen Aufmarsch gegen Aegypten sind, wie verschiedenen Blättern berichtet wird, zwei englische Flieger heruntergeschossen worden. 5

Die englischen Streitträfte in Aegypten. Rom, 30. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Die englischen Streit⸗

kräfte in Aegypten betragen lautGiornale d'Italia 180 000 Mann der ersten und 100060 Mann der z weiten

Li Berlin, 1. Febr. Einem Londoner Telegramm des Corriere della Sera zufolge rücken die Türken auch gegen das d⸗ ende des Suezkanals vor. Der drohende Kohlenstreit in Norkshire.

London, 30. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Die Times meldet aus Sheffield: Die Streikfrage in West⸗Porkshire ist sehr kritisch, da die Bergleute in ihren Forderungen unnachgiebig sind. In allen Kohlen⸗ gruben, deren Besitzer keine Zugeständnisse machten, wird in der nächsten Woche die vierzehntägige Kündigung eingereicht. Daher dürften Mitte Februar die Belegschaften von 250 Gru⸗ ben 40000 Mann feiern. Die Kohlenpreise steigen schnell. Die Tonne kostet 20 Schilling. Das Nationalkomitee der Ar- beiter fordert u. a. einen Höchstpreis.

Amsterdam, 29. Jan.(Ctr. Frkft.) In London wer⸗ den auf Beschluß des County Councils die Schulen statt um vier Uhr schon um halb drei Uhr geschlossen, um bei

der allgemeinen Kohlenteuerung Kohlen zu sparen.

Aus dem Reiche.

Der Kaiser in Berlin.

Berlin, 30. Jan.(WTB. Amtlich.) Der Kaiser ist, von den Besichtigungen im Westen des Reiches kommend, zu kurzem Aufenthalt in Berlin eingetroffen. Berlin, 1. Febr.(Amtlich) S. M. der Kaiser nahm

stern den Vortrag des Chefs des Generalstabes und Feld⸗ General der Infanterie v. Falkenhayn, ent⸗ gegen. Dresden, 30. Jan.(WTB. Nichtamtl.) Der Kaiser hat an den König von Sachsen folgendes Telegramm gerichtet:Wieder haben sich Sachsens Söhne im mpfe für das Vaterland stolzen Ruhm erworben. Ich freue mich, Dir von der vortrefflichen Haltung Deiner Truppen in den jüngsten Kämpfen um Craonne Mittei- lung machen zu können und Dich wie Dein Volk zu solchen Leistungen beglückwünschen zu dürfen. Berlin, 30. Jan.(WTB. Amtlich.) DieNordd. Allg. Ztg. gibt bekannt: Der Kaiser hat an den bisherigen Staatssekretär des Reichsschatzamtes Kühn nachstehende allerhöchste Ordre erlassen:

Ihrem Antrage entsprechend will ich Sie von den Aem⸗ tern als Staatsminister und Staatssekretär des Reichsschatz⸗ amtes unter Belassung des Ranges als Staatsminister und unter Bewilligung der gesetzlichen Pension mit Ablauf des 31. Januar hiermit in Gnaden entbinden. An Ihrer Stelle habe ich den Direktor der Deutschen Bank, Wirklichen Lega⸗ tionsrat Professor Dr. Helfferich, zum Staatssekretär des Reichsschatzamtes ernannt. Als 3 meiner dankbaren An⸗ erkennung Ihrer mir und dem Vaterlande geleisteten treuen und ersprießlichen Dienste habe ich Ihnen die Brillanten zum Roten Adlerorden erster Klasse mit Eichen⸗ laub und der königlichen Krone verliehen und lasse ich Ihnen die O ichen hierneben zugehen.

Der Reichskanzler. München, 1. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) DieNeuest. Nachr. melden in ihrem Morgenblatt vom 1. Febr.: Wie wir aus dem Hauptquartier erfahren, hat der Reichs⸗ kanzler v Bethmann Hollweg am 28. Januar dem Kronprinzen Seu Bayern in dessen Ober⸗ kommando einen Besuch abgestattet und am darauffolgen⸗ den Tage dem Generalkommando eines weiteren Reserve⸗ korps, von wo aus er eine Artilleriestellung des rps

besichtigte. 8 Erhöhung der Bierpreise? Berlin, 1. Febr. Der Deutsche Brauerbund at in einer aus allen Teilen des Reiches besuchten Ver⸗ ammlung einstimmig der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, die bedeutenden Mehrausgaben der Brauereien, ins⸗ besondere für die Gerste, eine Er höhung der Bier⸗ preise notwendig machen. Nach demBerl. Tagebl. wer⸗ den die Berliner Gastwirteverbände im Laufe dieser Woche zu dem Beschluß Stellung nehmen. 0*

Berlin, 30. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) DieNordd. Allg. Ztg. meldet: Wie verlautet, wird nach eingehenden Verhandlungen mit den beteiligten Kreisen 4e im Bundesrat für das laufende Jahr eine ge etzliche Einschränkung des Anbaus von Zuckerrüben um etwa ein Viertel zu beantragen.

Berlin, 30. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der Ma⸗ gistrat der Stadt Berlin hat in Gemeinschaft mit den Magistraten Charlottenburg, Neukölln, Schöne erg, Wil⸗ mersdorf und Lichtenberg, sowie den Kreisen Nieder barnim und Teltow angesichts des Umstandes, daß vom 1. Februar ab die Bäcker nach der Bekanntmachung des Bun⸗ desrats vom 25. Januar 1915 nur noch dreiviertel ihrer

ziere und 2500 Mann zu Gefangenen gemacht. Zwei Maschinen⸗ gewehre und eine Kanone wurden erbeutet. Außerdem haben

bisherigen Durchschnittsproduktion herstellen dürfen, in drei wichtigen Punkten eine Ginschränkung im Ver⸗

brauche 1 Voran steht die Beschränkung des Konsums für das gesamte Publikum auf 2 3 pro

Kopf und zwar Brot und Mehl aller Art sammengenom⸗ men. Die Ueberschreitung dieser Menge it it einer Ge⸗ fängnisstrafe bis zu sechs Monaten oder einer Geld⸗ strafe bis 1500 Mark bedroht. Zum Zweck der genauen Be⸗ rechnung wird die Herstellung eines Ge wichtsein⸗ heitsbrots angeordnet und zwar für Weizenbrot 75 Gramm, für Roggenbrot 1, oder oder 2 Kilogramm. Zwieback ist zulässig, darf jedoch nur nach Gewicht verkauft werden. Kuchen darf an Getreidemehl nicht mehr als 10 Prozent seines Gewichtes enthalten. und Schankwirtschaften dürfen nur dreiviertel ihres bisheri⸗ gen Verbrauchs beziehen. 5

*

5 Die sozialdemokratische Reichstagsfrattion

ist auf den 2. Februar zu einer Tagung zusammen⸗ berufen worden, die längere Auseinandersetzungen mit sich bringen soll. Wichtige Beratungen scheinen vorzuliegen, obgleich von außen her kein besonderer Grund zu längeren Auseinanderse ungen und Beschlüssen herangetreten ist. Wenn die Fraktion Kundgebungen, wie etwa der folgenden im Karlsruher Volksfreund veröffentlichten, sich anschließt, wird sie den Beifall vieler deutscher Politiker, selbst solcher, die bisher ganz schroffe Gegner der Sozial⸗ demokratie waren, einheimsen können. Das Karlsruher Blatt schreibt: a

e von Rosa Luxemburg, orten. Dies fest das Treiben di

die dahin ihren politi

sollen, die wir seit Jahren leider in Stuttgark haben und gegen die man viel zu spät die entsprechende Gegenattion eingeleitet

hat. Der Abg. Scheidemann veröffentlicht neuerdings einen Artikel in dem es am Schluß pelle 9

Alle Schritte, die zur Verlegung des internationalen Bureaus oder zur Veranstaltung internationaler Konferenzen und Kongresse von Genossen aus neutralen Ländern aus eigener Initiative getan worden sind, wurden verdächtigt als Machenschaften der deuts Sozialdemokratie, diewahrscheinlich im Einverständnis mit deutschen Regierung handele. Wir müssen uns, so schwer es jedem Einzelnen auch werden mag, mit allen diesen Tatsachen abfinden. Alle unsere Bekundungen des guten Willens, dem Frieden die Vege zu ebnen, haben ein gleichtönendes Echo nicht hervorgerufen. Ja, Schlimmeres und Ernsthafteres muß festgestellt werden: Kundgebung der Friedensbereitschaft wird ge⸗ deutet als Schwäche! Und deshalb können wir ein viertes Mal kaum sagen, was dreimal unbeachtet geblieben ist oder nur

erdächtigungen und Vernichtungsdrohungen hat. Die Reden von der absoluten Notwendigkeit der Niederzwingung oder Vernichtung der deutschen Barbaren und stützen sich auf die verlogenen Berichte der ausländischen se über gentsezliche Zustände in Deutschland. Solche Berichte werden veröffentlicht, um die Hoffnung auf den Sieg immer wi nähren, den Willen zum Numpf bis zur g des immer wieder zu beleben. Wir hätten in Deutschland, behauptet, nahezu nichts mehr zu essen, da uns England die sperre; wir hätten weder fer, noch mancherlei andere Dinge, 1 die zur Kriegführung unentbehrlich seien. Da fehlte in der Tat nichts weiter, als eine vierte Bekundung unserer Bereitschaft zum Frieden, um die Ueberzeugung in England und Frankreich selsenfest zu machen:Deutschland kann nicht mehr, es ist am Ende seiner Kraft! Nun noch eine äußerste Kraftanstrengung der Ver⸗ bündeten und die deutsche Barbarei ist vernichtet! Diese Täuschung jenseits der Grenzen könnte eine wesentliche Verlängerung des Krieges zur 5 haben. Und viele Tausende unserer Bruder, Söhne und Genossen, die im Felde stehen, müßten ihr Leben dafür opfern. Das will aber niemand bei uns. Deshalb bleibt uns gar nichts anderes übrig: Wir müssen dur ch⸗ halten! Durchhalten, bis das Ziel der Sicherung des Vater⸗ landes erreicht ist und die Gegner zum Frieden geneigt find!

Aus einer Zuschrift des Abgeordneten Ledebour an den Vorwärts geht hervor, daß Ledebour aus dem sozial⸗ demokratischen Fraktionsvorstand ausgetreten 2 3 in 8 die 3 daß

s Gerücht in dieBerner Tageszeitung 8 seinen Austritt bereits bekanntgegeben hak. Die Tatsache seines Austrittes bestätigt er. Die Gründe dafür will er in der Fraktions⸗ sitzung vom 2. Februar angeben. f

Aus Stadt und cand. Gießen, 1. Februar 1915.

Don der 1 Stadt beßeh Die Einquartierung in ad augenblicklich aus 2100 Landsturmleuten, die in der sache für den Wachdienst gebraucht werden. Nur vorüber⸗ gehend und auf kürzere geit sind während des Krieges durch⸗ gehende Truppen oder wegen Ueberfüllung der Kasernen Rekruten in Bürgerquartiere unte racht gewesen, abge⸗ sehen von den 2000 Mann Schlesiern, die einige Tage bei uns 8. Gaste 33 aber Nett vg 1 Die im ganzen bisher ausgezahl inquar⸗ tierungsgelder n auf rund 356 000 Mk., in denen auch die sonstigen itärlasten 1 5 wie z. B. Speisung von annschaften auf der Li 1 1 welche zum Wachdienst kommandiert sind usw. An Verpfle⸗ 72 skosten hat das Reich pro Mann und 1.20 Mk. an ie Stadt zu leisten, wozu nach dem Kriege noch eine Ver⸗ ütung pro Mann und Tag von 14 Pfg. kommt. Bisher bas Reich à Conto der Verpflegungskosten an die Stadt ab⸗ eführt 126000 Mk. und ist noch rückständig mit etwa 80000 Mk., so 5 der Zuschuß, den die Stadt die Ein⸗ uartierung geleistet hat, bisher rund 150000 Mk. beträgt. Diese Aufwendung wird sich 5 0 die Dauer des Krieges monatlich um rund 50000 Mk. erhöhen. Die Stadt hat anfänglich den Quartiergebern, bei denen die Mannschaften t ee untergebracht wurden, pro Mann und Tag 1.50 Mk. 1 t, hat also bei diesem Satz einen Gesche von 30 Pfg. bezahlt. Man ist dann aus mancherlei inden dazu übergegangen, besonders für die Landsturm: leute freiwillige Quartiergeber in der Stadt uu suchen und hat für diese ein Quartiergeld von 2 Mk. pro Mann und Tag festgesetzt, so daß in diesem Fall die städtische Aufwendung 80 Pfg. pro Mann und Tag beträgt. Die Stadt verfügt 4 über rund 800 freiwillige Quarkierwirte, bei 4

eder o wird

denen die Landsturmleute gut untergebracht sind und eine angemessene Beköstigung erhalten. Maßgebend für diese Art der Einquartierung mit dem erhöhten 2 war der Gedanke, daß man auf die Länge der Zeit rer Bevölke⸗ rung nicht zumuten wollte, P lichteinquartierung zu neh⸗

.