Hüttenlagern, in bequemen und wohldurchwärmten Erdhöhlen und Unterständen richtete sich die Truppe vorn am Feinde ein. Jeder Schützengraben erhielt seinen Namen, überall entstanden Bezeich⸗ nungen für die unterirdischen Dörfer, die sich da entwickelten. Neben einem fröhlichen Humor, dem unsere Soldaten so gerne die Zügel schießen lassen, kommen bei diesen Bezeichnungen auch religiöse Gesinnung und ernste Entschlossenheit zum Ausdruck. Da lesen wir vor einem Unterstande„Ordonnanzen⸗ und Bur⸗ schenstube“ und darunter steht„Eine seste Burg ist unser Gott“ oder eine andere Aufschrift
„Treu leben,
Tod trotzend kämpfen
Lachend sterben.“
Die deutschen Führer leben in unmittelbarster Gemeinschaft mit ihren Soldaten. Brigade⸗ und Divisionsstäbe haben mitten im Walde ihre Erdhöhlen, über die bei Tag und Nacht die feindlichen Infanterie⸗ und Artilleriegeschosse hinwegpfeifen. Tagtäglich zeigen sich die höheren Führer bei der Truppe in den vordersten Linien der Schützengräben, während alle Truppenoffiziere bis zu den Regimentskommandeuren in den Unterschlupfen der Kampflinie nächtigen. Der Oberbefehlshaber General der Jufanterie v. Mudra, erscheint gleichfalls mehrmals die Woche in den vordersten Linien. Im Hauptquartier ist auch der Armeeführer, Seine Königliche Hoheit der Kronprinz des Deutschen Reiches und von Preußen, kein seltener Gast; auch Seine Majestät der Kaiser ist hier wieder⸗ holt gewesen. Vor kurzem erst hat er General v. Mudra für die hervorragenden Leistungen der deutschen Truppen im Argonner Walde durch die Verleihung des Ordens Pour le Mérite ganz be⸗ sonders ausgezeichnet. In einem kleinen Häuschen eines un⸗ 1 8 lebt inmitten der Truppen der greise Feldmarschall Graf Haeseler. Tagtäglich muß sein Adjutant ihm berichten über den augenblicklichen Stand des Waldkampfes, den der greise General mit unermüdlichem Interesse verfolgt.
1 märtte. N
Gießen, 30. Jan. Marktbericht. Auf den heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pfund 1,05—1,15 Mk.; Hühner⸗ eier 1 Stück 13—14 Pfa., 2 Stück 00 Pig.: Enteneier 1 St. 0 Pfg. 2 St. 00 Pig.: Gänseeier 1 St. 0-0 Pia. 2 St. 00 Pfg.: Käse das Stück 7—8 Pig. Käsematte 2 Stück 6—0 Vfg.: Tauben das Paar 1,00—1,40 Mk., Hühner das Stück 1,00 2,50 Mk., Hahnen das Stück 1,00— 2,50 Mk., Enten das Stück 2,50—3,00 Mk., Gänse das Pid. 70—80 Pfg.; Welsche 4—5 Mk.; Ochsenfleisch das Pfd. 90—98 Pig., Rindfleisch das Pfund 90—94 Pfa., Kuhfleisch 8—90 Pfg., Schweine- fleisch das Pfund 90-106 Pig, Kalbfleisch das Pid. 76-80 Pfg., Hammelfleisch das Pfund 70—90 Pfg.: Kartoffeln 100 Kilo 7,00— Mk., Weißkraut das Stück 10—20 Pig.: Zwiebeln der Ztr 12,00—15,00 Mk.: Milch das Liter 22 Pig. Aepfel der Zentner 15—20 Mk.: Birnen das Pfund 12—15 Pig., Nüsse 100 Stuck 40— 0 Pfa.— Marktzeit von 8 bis 2 Uhr.
1a, Frankfurt a. M., 29. Jan. Heu- und Strohmarkt. Man notierte veu 4,— 4,0 Mk., Stroh(Kornlangstroh) 0.00 bis .00 Mk., Wire stroh 0,00—0,00 Mark. Alles je 50 Kilo. Ge⸗ schäft lebhaft. Die Zuführen waren aus Oberhessen und den Kreisen Hanau und Dieburg
Je. Wiesbaden, 28. Jan. Hdeu⸗ und Strohmarkt: Man notierte: Heu 4,70 5,20 Mk., Stroh(Richtstroh) 3,10 bis 3,20 Mt., Krummstroh 2,50—„00 Wk.— Fruchtmarkt. Haser 60,00 00, Mk. Alles je 50 Kilo. Die Zufuhren an Haser sehlten heute.
Spielplan des Gießener Stadttheaters. Sonntag, den 31. Januar, nachmittags 35 Uhr, bei kleinen Preisen:„Wie einst im Mai.“ Ende 6½ Uhr. Abends 7½ Uhr, bei(leinen Preisen:„Weh' dem, der lügt“ Ende gegen 10 Uhr. Dienstan, den 2. de ruar, abends 8 Uhr(11. Dienstag-Abonne- ments-Vorstellung), ber gewöhnlichen Preisen(ermäßigt):„Philotas.“
Ein Trauerspiel in einem Aufzug von Gotthold Ephraim Lessing. Hierauf:„Der zerbrochene Krug.“ Lustspiel in einem Anzug von
„
Am 27. Dezember 1914 starb auf Russlands Fluren den Heldentod für Kaiser und Reich mein lieber herzens- guter Mann, der treue Vater seines Töchterchens, der gute Sohn, Bruder, Schwager und Onkel
Briefträger Willy Staubach
Reserv. im Infanterie-Regiment 140, 9.
im 30. Lebensjahre.
In tiefer Trauer im Namen der Hinterbliebenen: Frau Marie Staubach, geb. Schmitt
und Töchterchen Hedwig
Frau Staubach W., Alten-Buseck.
Krofdorf, den 29. Januar 1915.
Nachruf.
in Frankreich unser treues Mitglied
zermann Skroz
Unteroffizier
Komp.
Ehre seinem Andenken.
Turnverein Wißmar.
Statt jeder besonderen Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
lieben Gatten, unseren guten Vater, Schwiegervater
und Grossvater
Ludwig Jung
nach kurzem Leiden im 84. Lebensjahre heimzurufen.
In tiefer Trauer:
Kath. Jung, geb. Zeiss
Familie Reuhl
Familie Kissler. Holzheim, Heuchelheim, den 28. Januar 1915.
Die Beerdigung findet Sonntag, den 31. d. Mts.,
nachm. ½ 2 Uhr, in Holzheim statt.
Sohn, Bruder, Schwager und Onkel
meinen
Infanterie⸗Regiment Nr. 168.
10⁰⁵ Im Namen
Heinrich von Kleist. Ende 10 4 Uhr. lichen Preisen(ermäßigt):„Grüne Ostern.“ N Sonntag, den 7. Februar, nachmittags 3½ Uhr, bei Volkspreisen: „Colberg.“ Ende 6 Uhr. Abends 72: Uhr, bei kleinen Preisen (Gutscheine haben Gültigkeit):„Die Barbaren.“ Lustspiel in vier
Den Heldentod fürs Vaterland starb
im Res.⸗Infanterie⸗Regiment Nr. 81.
0522
0 b Im Kampfe fürs Vaterland starb den — Heldentod am 15. November im Reserve⸗ g Feldlazarett 68 Comines an den Folgen seiner am 8. November erhaltenen schweren Verwundung unser lieber, hoffnungsvoller
Ludwig Euler
Musketier der Leib⸗Kompagnie im
der tieftrauernden Hinterblieben: Heinrich Euler, Schneidermeister.
Grebenau, Gießen, den 30. Januar 1915.
Auizügen von Heinrich Stobitzer. Ende nach 10 Uhr. als das englische Mondamin
Besser Dr. 5. Gustin
zur Bereitung von Puddings, Milch und Fruchtflammeris. In Paketen zu 15, 30 und 60 Pfg., überall zu haben.[308h.
Eine reizende Neubeit, welche die Kinder spielend Geschick⸗ lichten erlangen läßt und gleichzeitig Anregung verschafft, erhalt auf Wunsch jeder Leser dieser Zeilen kostenfrei von Nestle's Kinder⸗ mebl-Gesellschaft, Berlin W 57. Es ist dies eine Ausschneidepuppe mit drei verschiedenen, allerliebsten Gewändern, womit die Kinder sehr gern und lange spielen. Auf Wunsch wird auch eine Probedose des berühmten Kindermehls umsonst beigefügt. 56755
Amtlicher Teil. 8 Bekanntmachung. In Ergänzung des Verbotes vom 1. 1. 1915, neutrale zu Schmier- und Leimseifen zu verarbeiten, wird mitgeteilt, daß die im deutschen Arzneibuch genannten Seifenpräparate 1. sapo
kalinus, 2 sapo kalinus venalis, 3. liquor eresoli saponatus nicht unter das vorstehend; Verbot fallen. 5 Von seiten des stellvertretenden Generalbommandos des XVIII. Armeekorps. Der Chef des Stabes de Graaff, Generalmajor.
Landgraf. Ludwigs- Gymnasium nebst Vorschule.
Anmeldungen neuer Schüler für das Schul⸗
jahr 1915/16 werden vom 1. bis 3. Februar, vor⸗
mittags von 11—12 Uhr, im Gymnasialgebäude
entgegengenommen.
Geburts- und Impfschein sind hierbei vorzulegen. Gießen, den 23. Januar 1915.
Die Großherzogliche Direktion. Sener!
766 D
Ausbildung zur Kinderpflegerin, Kinder- gärtnerin und bei genügender Beteiligung zur Jugendleiterin. Staatliche Abschlussprüfungen. Aufnahme April und Oktober, für den Seminar- Kindergarten jederzeit. Auskunft und Prospekt
Holz⸗Submission.
Aus den Waldungen der Gemeinde Climbach soll im Wege schriftlichen Angebots folgendes Holz verkauft werden: 8
18 Eichen⸗Stämme mit 5 Fstm. 4. Kl.
** 0* 5.*
66 5 10 3 111ͤĩ ð
4 Fichten⸗ 7„1 2,72 n 3.„*
2„„** 1,90* 4. 1
1 5*** 9, 1 3* 5a* 100 25,86 5b
* N* U** Angebote sind nach Sortiment u. Klassen trennt mit entsprechender Aufschrift e be 3. Februar nachmittags 1 Uhr einzureichen. Das Holz liegt an der Kreisstraße Beuern—Allertshausen und kann auf Wunsch von Forstwart Leyerer II. vorgezeigt werden.
Climbach, den 29. Januar 1915.
Großherzogliche Bürgermeisterei Climbach.
Stein.(1012
Ortsgruppe Gießen.
978
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden
unserer lieben Mutter, Schwiegermutter, Grobmutter,
Schwägerin und Tante
Frau Marie Langsdorf WW., geb. jung
sagen wir hiermit aufriebtigen Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Klein-Linden, den 30. Januar 1915.
Nationaler Jrauendiensl
Allgem. Deutscher Frauenverein
Das Verpacken, Schreiben und Adressieren von Jeldpost⸗ sendungen besorgt bereitwilligst und unentgeldlich: Mon⸗ tag, Mittwoch und Freitag von 10 bis 12 Uhr vorm.:
Süd⸗Anlage 4 II, Frau Professor Kalbfleisch.
Außerdem erteilt Auskunft über Adresse und Rat für Felopostbriefe gern u. unentgeldlich in ihrer Sprechstunde:
die Frauenrechtsschutzstelle Gießen. Mittwoch Nachm. 6 ¼—8 Uhr im alten Rathaus.
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