5 handlungen über den Austausch der deutschen und * ruffisfchen Kriegsgefangenen. * seien, weil Deutschland die Befreiung sämtlicher Konfuln 5 verlange, während Rußland die Freigabe von Konsuln, die 5 in Festungsgebieten tätig gewesen sind, ablehne, sagt die *„Neue Freie Presse“, daß Rußland sich jetzt souverän über
jedes Völkerrecht zurückziehe, welches keinen Unterschied zwischen Konsuln, die in Festungsbezirken und solchen, die . in offenen Städten tätig
95 überhaupt wenig mehr von 5 bab. Niesen beate nz den Rap Benedikt angeregt habe. Die Entente habe kein Interesse daran, daß die Leute nach Hause kämen, die mehr über die Ereignisse wüßten, als den Regierungen lieb sein könnte, zumal die Gefangenen bei den Zentralmächten gut aufgehoben seien. 5
Die Kämpse im Kaukasus.
3 Konstantinopel, 29. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Das . Große Hauptquartier teilt mit: Auf der kaukasischen Front hat sich nichts Nennenswertes ereignet. Unsere Truppen, die in der Richtung auf Olty die Offensive ergriffen, machten 300 Russen zu Gefangenen und erbeuteten eine Menge Gewehre und Kriegs⸗ material. Die seit einer Woche in Aserbeidschan im Gange 5, befindliche Schlacht in der Umgegend von Choi gegen die feindlichen Hauptkräfte wird zu unseren Gunsten fortgesetzt. Choi ist der letzte Zufluchtsort der Russen in Aserbeidschan. Am 27. Jan. nahmen unsere Truppen im Süden von Choi die erste Linie der besestigten feindlichen Stellung, die aus mehreren Linien besteht.
. Französische Offiziere auf dem Wege nach Petersburg. „ Kristiania, 29. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Gestern traf 15 von Bergen eine größere Gesellschaft ein, bei der es ich, wie bestimmt angenommen wird, um den französischen General Pau nebst Stab handelt. Die Gesellschaft be⸗ stand aus 15 Herren, die am Bahnhof von dem französischen Ge⸗ 9 sandten empfangen wurden. Die Herren fuhren nach der fran⸗ zösischen Gesandtschaft, wo der General die Nacht verblieb. Der übrige Teil der Gesellschaft nahm in einem Hotel Wohnung, wo sich die Gäste als Ingenieure einzeichneten. Heute erfolgte
die Weiterreise von Stockholm nach Petersburg.
Die Lage in Aegypten.
Berlin, 30. Jan. Zur Verteidigung Aegyp⸗ tens heißt es in einem Bericht der„Voss. Ztg.“ aus Wien: 1 In Amsterdam eingetroffene Nachrichten besagen, daß die Lage der Engländer und des neuen Sultans kritisch zu
werden beginnt. Der neue Sultan vermeide es, sich öffent⸗
lich zu zeigen, da Anschläge befürchtet werden. Viele Ule⸗ mas, die sich weigerten, für den neuen Sultan zu beten, siien verhaftet worden. In der großen Moschee von Kairo verschlossen die Gläubigen demonstrativ den großen Bet— saal. Die Zuchtlosigkeit der fremden Truppen verschärft noch die bedrohliche Stimmung der Bevölkerung. Auch aus dem 8— des Landes kämen Berichte über wachsende Unsicher—
2 sind, kenne. Man höre em Austausch der in validen
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. Der Kaiser im Feuer. Berlin, 30. Jan. Bei Soissons hat, wie die„Neue Poylitische Korrespondenz“ zuverlässig hört, der Laiserun⸗ mittelbar im schärfsten Feuer gehalten und bonnte nur durch die dringlichsten Vorstellungen seiner Um⸗ 2 nach längerer Zeit veranlaßt werden, seinen gefähr⸗ ichen Standort zu verlassen. Französische Flüchtlinge. Berlin 30. Jan. In der„Kreuzzeitung“ heißt es in einem 25: Im Anschluß an die französische Nieder⸗ lage bei Soissons, durch welche die deutschen Streitkräfte 95 in der Ri g auf Paris vorgegangen sind, wird aus der franzssischen Hauptstadt wieder eine Massenflucht der wohlhaben⸗ den Bevölkerung nach dem Süden Frankreichs gemeldet. Alle von der Regierung unabhängigen Zeitungen trügen ihren Pessi⸗ mismus offenkundig zur Schau.
Der französische Marineminister in London.
. London, 29. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche 5 au meldet amtlich: Der französische Marineminister traf am Diienstag früh hier ein und wurde vom König empfangen. Der Minister hatte mehrere Konferenzen mit dem ersten Lord der Admiralität über die Aufstellung und Verwendung der Seestreit⸗ Tlräfte der beiden verbündeten Mächte. Die Konferenzen ergaben die Uebereinstimmung in den Anschauungen beider Staatsmänner und die intime Solidarität beider Regierungen.— Der Minister sah während seines Aufenthalts in England Lloyd George, Grey,. 5 chener und Crewe Balfour und besuchte Portsmouth, wo er das Arsenal und die Docks besichtigte. * Die Wehrmittel Frankreichs. Berlin, 30. Jan. Die französische parlamentarische Armee⸗ kiommission wird, wie der Berl.„Lok.⸗Anz.“ meldet, durch die 5 41. unangenehm berührt, daß die Zahl der Kriegs⸗ freiwilligen in Frankreich seit Beginn des Krieges kaum 20 000 erreicht habe. Ein gro Teil dieser 20 000 mußte noch wegen Untauglichkeit nach Hause geschickt werden. Gleichzeitig erfährt der Lokalanzeiger aus Genf, daß heute in der Pariser Bannmeile Probeflüge französischer Lenkballons verschiedenen Typs beginnen. 5 e Rumäniens Getreide.
* Bukarest, 29. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Halbamtlich
wird gemeldet: Der größte Teil der in den letzten Monaten für
Deutschland gekauften Getreidemengen konnte
wegen Wagenmangels nicht ausgeführt werden. Die rumä⸗
5 nische Eisenbahnverwaltung hat nun den Vorschlag der deutschen
Reegierung angenommen, daß sie den dazu notwendigen Wagenpark selbst nach Rumänien senden werde.
1 Aus dem Reiche. f
Berlin, 29. Jan.(WTB Amtlich.) Der„Reichsanzeiger“ veröffentlicht in seiner heutigen Ausgabe das Verbot der Aus⸗ fuhr und Durchfuhr von Kalisalzen und daraus hergestellten Erzeugnissen. Gleichzeitig wird die Aus fuhr und Durchfuhr von Ziainnoxyd, Zinnsäure, Zinngeräten, Zinnsalzen, Zinnsäuresalzen. einer Reihe anderer Zinnverbinde„ mangansaurem Kali und übermangansaurem Kali verboten. Das Verbot der Ausfuhr und
Durchfuhr von deutschen Fuchsfellen,* bis zur Stärke von 3 Millimeter, Baumwollgarn bis 32, englisch, ge⸗ bleicht, gefärbt und bedruckt, im. und von Eisengarn wird aufgehoben. Das Verbot der Aus fuhr und Durchfuhr von Baumwollgeweben vom 6. September 1914 wird auf
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5 Baumwollgewebe für Aus rüstungsstücke(Brotbeutel und Zelt⸗ bahnen eingeschränkt.— Ferner veröffentlicht der„Reichsanzeiger“
die Bestimmungen über die zollfreie Ablassung von Rohzucker aller Art zur. 2 N n 5 5 mit * ihrten ssen vergällt worden ist.
N Jan. Die unter der Krefelder Bürgerschaft eingeleitete Sammlung, welche als Kaiser⸗Geburtstags⸗ spende für Zwecke der Kriegsfürsorge verwendet werden soll, hat laut Berl. Tagebl. über 120 000 Mf. ergeben.
Aus Stadt und Cand. Gießen, 30. Januar 1915.
Wintertage.
und drei Januarwochen, die eigentliche
Dezember i 0 kalendermäßige Winterzeit, haben vergehen müssen, ehe wir an Eis und Schnee zu merken bekamen, sieht die Schön⸗
heit des Winters nicht nur im Märchen beste Frostklare Sternennächte hat es gegeben, langsam und nachdenklich oder wieder wirbelnd und stürmisch find die weißen Flocken Fer Wasserspiegel sind erstarrt, Wiesen und Felder argen unter der gleichen weißen Decke die erstorbenen Farben, der Lärm rollender Räder und eilender Füße wird aufgesogen von dem weichen Schnee, dessen Beharrlichkeit aller Besen und Schaufeln nachsichtig lächelt. Auch in die letzten Winkel zwischen den Häusern ist er gedrungen. Der Winter ist gekommen.
Draußen vorm Fenster streckte gestern ein kahler Ahorn die Aeste frierend in die graue Luft. Der Wind hatte den weißen Poder, mit dem der Schnee ihn die Tage vorher betreut hatte, wieder davongetragen. Aber, unermüdlich sind die weißen Flocken wiedergekommen; glitten sie zu tausenden an der glatten Rinde ab, in Astwinkeln und Ritzen setzten sich einige fest, riefen und hielten die Gefährten, mehrten und dehnten sich, kletterten jedem weiglein nach und nun steht der ganze Baum wie verzaubert in seinem silberigen Schmuck, auf dem die Nachmittagssonne ihre müden Strahlen spielen läßt, wenn der Vorhang am Him⸗ mel für halbe Stunden lichter wird. Und der weiße Baum sagt: Draußen vor der Stadt stehn noch tausende meines⸗ gleichen. Draußen prangt Winterherrlichkeit. Geh' und sieh', wie Schnee und Sonne das Land verzaubern können
Der Fuß sinkt mit kurzem, rauhem Laut in die weiße Pracht, ehe er Boden faßt. Seit dem letzten Schneefall ist noch niemand den stillen Weg durch die verschneiten Tan⸗ nen gegangen. Schnee überall. Er lastet auf dunkelgrünen Zweigen, hat den Graben verweht, klebt in der Flugrich⸗ tung an den Stämmen, deckt Moos und dürre Halme. Die Sonne spielt im Winterwald. Dunkelblaue Schatten malt sie, wo die dichten Kiefern ihr den Zutritt wehren, auf den hochverschneiten Waldweg. Ganz hinten in dem Heer der schlanken Stämme flammen einzelne, getroffen von den durch die Wipfel irrenden Strahlen, in einem Rot von seltsam kalter Glut. Der ganze Wald ist wie ein Rätsel unirdischer Farben, und eine feierliche Totenstille ist in ihm. Einmal schreckt unter niedrigen, schneeverwehten Zweigen ein Hase auf; weißer Staub regnet nieder und in einer Schneewolke verschwindet der ängstliche Geselle im Unterholz. Der Wald verschluckt ihn, und das Schweigen ist
wieder wie vordem.
Vom Berggipfel dringt der Blick durch die fast wesen⸗ lose Luft freier und leichter als an klarsten Sommertagen. Taunus und Vogelsberg liegen am Horizont in zartem Licht, das ständig wechselt. Die weite Landschaft hat die un⸗ beschreiblich feinen, duftigen Töne leise irisierenden Perl⸗ mutters. Ganze Flächen schimmern in dem weichen Hauch eines Rosenblatts zwischen Weiß und Hellrosa, von den Wellen des Geländes wie von feinem Geäder durchzogen, dort wieder hat ein Hang die Farbe matten Silbers, dort des Opals, dort des Alabasters; weit hinten scheint die Ebene in glanzlosem Weiß; und über allem der blaß⸗ blaue, eisstarre Himmel. In der Luft zittert ein Singen wie das Verklingen eines Tones in einem Resonanzboden. Die Sonne verschwendet Ströme goldenen Lichts, aber es ist keine Wärme in ihren Strahlen Die Wirtsleute droben haben für Wärme gesorgt, wenn ein Spaziergänger den Hang hinauf wagen sollte. Und was der prasselnde Ofen nicht tut, ersetzt ein nach Spezial⸗ vorschrift gebrauter Wintergrog. Und gemach sinkt die Sonne tiefer und der Horizont glüht in flammendem Rot. Die Schatten senken sich auf Berge und Wälder, und es wird Zeit zum Heimweg. Im Westen steht der Himmel noch in den tiefen Tönen des Abendrots; von der anderen Seite spendet der Mond schon sein frostiges, grünliches Licht. Schwarz recken sich gegen seine volle Scheibe die ragenden Schatten der Kiefern. Der Frost knackt in den Stämmen, und weit hinten aus dem Walde dringt ab und zu ein lang⸗ gezogener, klagender Laut, wo der eisige Wind zwei kahle Aeste gegeneinander reibt. Der Himmel wird dunkler; von seinem stahlblauen Grund 8 die Sterne auf und über em verschneiten Land funkelt, als der Schritt wieder in 3 lenkt, schon der Sternenmantel der Winter⸗ nacht.
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Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Füsilier Theodor Nepp, Füs.⸗Rgt. 80, aus Heisters.— Ers.- Res. Albert Reinh. Kring, Res.-Ins.⸗Agt. 222, aus Haiger.— Ers.-Res. Willy Maus, Res.-Inf.⸗Rgt. 221, aus Offenbach a. M. — Res. Fr. Aug. Baum, Inf.⸗Rgt. 115, aus Offenbach a. M.— Vizeseldwebel Otto Schmidt, Res.-Inf.-Rgt. 221, aus Worms. — Offiz.-Stellv. Emil Leyendecker, Inf⸗Rat. 119, aus Offen⸗ bach.— Kriegssteiw. Paul Lehmann, Landw.-Inf.⸗Rgt. 87, aus
Wiesbaden.— Seewehrmann Eisenbahnbureaubeamter Alfred Hammer, 2. Marine-Ins.-Agt, aus Wiesbaden. 0 Nochmals„Die Küche im Kriege“.
In den Familienblättern Nr. 9 des„Gießener An⸗ zeigers“ vom 16. Januar d. J. hatten wir unter der Ueberschrift:„Die Küche im Kriege“ schon allerlei bewährte Rezepte 1 Da aber die Ernährungsfrage täglich für uns an Wichtigkeit gewinnt und manche unserer Leser jenen Artikel vielleicht übersehen haben, so bringen wir von heute an in den Familienblättern fortlaufend diese Rezepte noch⸗ mals zusammen mit einer Anzahl billiger Fisch⸗ und leischgerichte und zwar so, daß wir möglichst ein fleisch⸗ oses Gericht neben ein Fisch⸗ resp. Fleischgericht stellen.
Wir hoffen, dadurch unsern Lesern Anregung zur Her⸗ stellung der verschiedenartigsten, nahrhaften und doch nicht teuren Gerichte zu geben, und bitten jeden, die Rezepte in seinem Kreise möglichst zu verbreiten. Die Hausfrauen wer⸗ den mit Leichtigkeit das für sie Verwendbare herausfinden und jedes einzelne Rezept mit Geschick auch nach ihren Be⸗ dürfnissen umzumodeln verstehen. 1
Alle Speisen, die längere Zeit kochen müssen, lassen sich vorzüglich in der Kochkiste en. Man spart durch Anwendung der Kochkiste nicht nur Feuerungsmaterial, sondern auch Zeit, da bei den in der Kochkiste gargemachten Speisen ein Anbrennen oder Ueberkochen vollständig aus⸗ geschlossen ist, somit die persönliche Wartung fortfällt. Will man sich eine Kochkiste anfertigen, so nehme man eine Holz⸗ kiste mit gut schließendem Deckel, lege auf den Boden der Kiste eine dicke Schicht recht fest gestampfter Holzwolle oder Heu oder auch Zeitu ierschnitzel; auf diese Schicht stellt man zwei möglichst gradwandige Kochtöpfe und stopft um diese herum alle Zwischenräume, auch die Ecken der Kiste, recht fest mit dem gleichen Material aus. Das Kissen zum Zudecken der Töpfe muß auch ziemlich fest gestopft sein
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und gut pallen. Ist die Kochkiste soweit fertiggestellt, so
werden die Kochtöpfe E 1 8 Kiste und die e toff überzogen. 4 Alle Speisen, die man in der Kochkiste garmachen will, müssen auf dem Herd angekocht werden. rechne— Ankochen ein Viertel der ganzen Kochzeit. Der Deckel darf in den letzten drei Minuten nicht vom Topf genommen werden. Das Gericht muß stark kochen, wenn es in die f Kochkiste gestellt wird und der Deckel sofort. werden. Längeres Stehen in der Kiste schadet dem Geschmack 5 der Gerichte nicht. l
Ritter des Eisernen Kreuzes: Aer Topp aus Probbach, Uffz. im Res.⸗Inf.⸗Regt. 117. Lehrer Boch aus Niederbiel, Uffz. im Inf.⸗Regt. 16. Postass. Georg Faust aus Diez, Feldw.⸗Leutn. im Inf. Regt. 118. Gefr. Alois Weber aus Ebernhahn, Unterwesterwald, Inf. Regt. 144. Krankenträger Josef Regnier aus„ Unterwesterwald, beim 18. Armeekorps. Fritz Hardt aus Steinbrücken. Leutn. Jung, Lehrer aus Angenrod. Gefr. Eifländer aus Untersorg, Art.-⸗Regt. 25. Vizefeldwebel Durchschlag, 4. Eisenb. Bat. Lehrer Aloys Kilburg aus Niederbrechen(1. u. 2. Kl.), Res.⸗Inf.⸗Regt. 80. Pfarrer Christian Eisenberg aus Marburg, Felddivisionspfarrer bei der 5. Landwehrdivision. Off. Stellv. Kinzenbach, L./168, und Feldzahlmeister Euteneuer im 1. Bat. 168 — 3 Uffz. Haub aus Nieder-Weisel, Res.⸗Inf.⸗ egt. 116.
Auszeichnung. Oberst Weimer, z. Zt. in Mols⸗ heim(Eisaß) als Kommandeur des Landsturm⸗Insanterie-⸗Bat. Friedberg, erhielt von dem Kön von Bayern das Komtur kreuz des Bayrischen Militärordens. 25
Militärische Ausbildung der Jugend. Am letzten Sonntag nachmittag rückten die beiden 1 Jugendkompagnien zu einem Kriegsspiel gegen Jugendkompagnien des Bezirkes Reiskirchen aus. Der Uebung lag die Idee zugrunde, daß eine 99 lagene Armee sich über die Lahn zuruͤckziehen und den of Rödgen zum Abtransport ihrer Truppen benutzen wolle. Der Jung⸗ elle dee des Bezirkes Reiskirchen war die Aufgabe ge⸗ stellt, diesen Abtransport zu schützen. Die Gießener Jugend⸗ klompagnien sollten ihn stören oder gar unmöglich machen. Verteidiger und Angreifer lösten ihre Aufgaben mit großem Geschick. Um ¼5 Uhr war die Uebung beendet. Nach einem 1 Vorbeimarsch in Rödgen zogen beide? ugend⸗ wehr-Abteilungen fröhlich singend ihrer Heimat zu. Am Donnerstag abend unterrichteten die Herren Noll und Müller über Aufgaben aus dem Pionierdienst. Nach einer lurzen Besprechung der obigen Felddienstübung schilderte Herr Leutnant d. R. Meyer in packender Weise die tiefe Be⸗ deutung des Soldatenliedes an der Hand eigener Erlebnisse, worauf Herr Prof. Völzing in tiefempfundenen Worten des Geburtstages unseres Kaisers 275 te. Die Jugend stimmte begeistert in das Hoch ein und sang gemeinsam das Lied„O Deutschland hoch in Ehren“. a
..“ Verspätete Weihnachtsgaben. Die vom hiesigen Roten Kreuz abgeschickten Weihnachtsliebesgaben sind größtenteils nach dem Osten gegangen und konnten bei den auf Märschen befindlichen Truppen erst am 20. Januar ausgeteilt werden. Die eingegangenen Da nkesbriefe zeigen, mit welcher Freude die Gaben auch jetzt noch von unseren Hessischen Kameraden aufgenommen wurden.
„Sanitätshunde. Die große Bedeutung, die die Sanitätshunde im Kriege beim Absuchen der Schlachtfelder und beim Auffinden der„ haben, tritt von Tag zu Tag klarer in die Erscheinung. Hunderte von Berich⸗ ten der Sanitätshundführer und dankbarer Genesener zeigen, daß unzählige Soldaten ihr Leben einzig und allein 4 dem Umstande danken, daß sie von den Hunden aufgefunden worden sind, wo Menschenaugen sie nicht hätten entdecken können. Aus einer uns vorliegenden Zusammenstellung sol⸗ cher Erzählungen greifen wir eine heraus, die so recht zeigt, 8 Verwundeten selbst über die vierfüßigen Freunde
enken: „Ich kam mit meinem Hunde durch den Garten des Garni⸗ nlazaretts. Am Wege fab dort ein Soldat, von schwerer rwundung anscheinend kaum genesen. Er gibt ein Zeichen, für einen Augenblick heranzukommen. Das Sprechen wird ihm schwer, kaum ist er zu verstehen. Er hat eine Bitte auf dem Herzen, eine„große Bitte“, wie er f: Er möchte einmal den Hund streicheln, denn den Sanitätshunden verdankt er sein Leben Bei Reims war es gewesen, in dichtem Unterholz, wo ihn die feindlichen Kugeln trafen. Er lag mit seinen beiden Kameraden gerade auf Vorposten, da platzte das Schrapnell über ihnen. Die beiden anderen waren sofort tot. Er selbst aber, durch Brust und Leib geschossen, blieb am Leben. Die den Sie Nu— 3* 1 55 152 85 Leben 6
e Na ach herein, und die letzte Hoffnung auf Rettung
. Und, in sein Schicksal ergeben, sah sich der Aermste
„
on einen einsamen, qualvollen Tod sterben. Da— horch!
n zwei Seiten zugleich nahten dunkle Schatten, zwei Sanitäts- hunde hatten ihn gefunden. Und leise, wie sie gekommen, ver⸗ chwanden die treuen Helfer, um ihre Führer zu holen.„Genau
wie Ihr Hund haben sie ausgesehen, mit denselben Hugen, treuen Augen sahen sie mich an, als sie mich gefunden, meine
Retter!“ sagte er mit Tränen in den Augen,„deshalb wollte ee würdig, der Hund, der sich von keinem Fremden sonst„außer Dienst“ K läßt, er hält ganz still, als wüßte er, um was es sich hier handelt, als wäre er sich seiner großen Mission bewußt, die er noch zu erfüllen hat.“
Die Entsendung weiterer Sanitätshunde ins Feld tut dringend not. In dieser Erkenntnis wird im enteil der vorliegenden dung
g 1 e 3 f reichlicher Mittel für diesen wichtigen 5—— f fürsorge erlassen, den wir der Wasmertsantelt und e e Beachtung aufs dringend ste emp⸗ fehlen. i N
Stadttheater. Einen interessanten Theaterabend ver⸗ spricht die nächste Dienstag⸗Abonnementsvorstellung.„Philotas“ von Lessing ist in Gießen noch niemals zur Aufführung gelangt und sicher darf dies Hohelied der Vaterlandsliebe und Selbst⸗ aufopferung in unseren Tagen auf besonderes Verständnis rechnen. Auch Kleists„Zerbrochener Krug', der seit der Erösfnungs⸗ vorstellung des neuen Stadttheaters nicht mehr in Gießen gegeben worden ist, wird gerne wieder gesehen werden, zumal sich eine sehr glückliche Besetzung der Hauptrolleu ermöglichen ließ.
* Im eee Kunstverein konnten leider die für die Monate November mber und Januar vorgesehenen Ausstellungen nicht statt inden. Nahezu ein Jahr zuvor waren Vereinbarungen getroffen worden, wo⸗ nach in diesen Monaten Ausstellungen von Düsseldorfer Künstlern des 19. Jahrhunderts, der„Kün tlervereinigung Karlsruhe“, der„Neuen Vereinigung nchener Künst⸗ lerinnen“ und noch andere stattfinden sollten, aber durch den Ausbruch des Krieges waren die Vorstände der Ver⸗ einigungen aufgelöst worden, so daß geschäftliche Unter⸗ handlungen unterbleiben mußten. Nunmehr aber steht der Vorstand des Oberhessischen Kunstvereins mit einer Anzahl namhafter Künstler in Unterhandlung, so daß
in aller Kürze die Wiedereröffnung der Ausstellung bevor⸗ steht.— Auch die geplante Ausstellung größeren Um
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