Ausgabe 
(29.1.1915) 24. Erstes Blatt
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Englische Kohlen für Frankreich.

Paris, 28. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) DerMatin meldet: Die englische Admiralität beschloß, Frankreich Kohlen zu liefern. Der Beschluß ist die Folge langer Unterhandlungen zwischen den französischen und englischen Ministerien.

Kundgebungen in Mailand.

Berlin, 28. Jan.(Priv.⸗Tel.) DasBerl. Tagebl. meldet aus Rom: Auf dem Domplatz in Mailand wollten Interventionsfreunde eine Kundgebung für das Ein⸗ greifen Italiens in den Krieg veranstalten. Lid Sozialisten erschienen indessen vollzählig und verprügelten die Kriegs- schreier, von denen einige fünfzig verhaftet, aber wieder frei⸗ gelassen wurden.

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Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht.

Wien. 28. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 28. Jan. 1915, mittags. Nunmehr ist auch das Nagy⸗Ag⸗Tal vom Feinde gesäubert. Der in dieses Tal bis in die Gegend nördlich Oekerm e mit stärkeren Kräften eingedrungene Feind mußte gestern seine letzte, gut befestigte Stellung aufgeben. Toronya wurde von uns genommen, in der Verfolgung Vyszkow erreicht, wo der Kamyf gegen feindliche Nachhuten erneuert begann. Auf den Höhen nördlich Veserszallas und bei Bolovec versuchten die Russen nach Einsetzung von Verstärkungen nochmals ihre verlorene Hauptstellung wieder zu gewinnen; sie wurden zurückgeschlagen und verloren hierbei 700 Gefangene und fünf Maschinengewehre. An der übrigen Karpathenfront keine wesentliche Aenderung der Si⸗ tuation. Oestlich des Nagy⸗Ag⸗Tales herrscht Ruhe. 2 In Westgalizien und Polen Artilleriekämpfe und kleinere Aktionen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Die Räumung Lembergs?

Wien, 28. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Die Zeitungen geben eine Meldung Lemberger Blätter wieder, nach denen aw 12. Januar in Lemburg durch Straßenplakate be⸗ bannt gegeben wurde, daß die Russen aller Wahrschein⸗ lichkeit nach bald genötigt sein werden, aus strategischen Rücksichten die Stadt Lemberg

eitweilig zu räumen. Es ergehe demnach an die

kerung die 2 2 gegebenenfalls sich ruhig zu verhalten und an bie dein nur vorübergehenden Be⸗ setzung der Stadt durch die Feinde keinerlei Demonstrationen Bu veranstalten, zumal die Russen nach Lemberg zurückkehren und die Stadt dem Feinde unter keiner Bedingung für die

Dauer gutwillig überlassen würden.

8 Berlin, 28. Jan.(Priv.⸗Tel.) DerBerl. Lok.⸗Anz. meldet aus Wien: Die in Lemberg erscheinende russische ZeitungDas karpathische Rußland schreibt in einem Auf⸗ satz über die militärische Lage, es sei möglich, daß die Russen Lemberg demnächst verlassen müßten, man sollte aber nicht glauben, daß dies für immer geschehe.

a Russischer Schwindel. Berlin;, 28. Jan.(WTB. Amtlich) Nach Mitteilungen asländischen Presse verbreitet die Petersburger deere, r die Nachricht, daß der russische Minister des ern Note an den spanischen Botschafter in Peters⸗ habe, in der auf Grund von Aussagen russischer Greueltaten der deutschen Truppen fest⸗ 8 seien getötet und verstümmelt, be⸗ 95 seien vielfach als Gefangene erschossen oder 5 1 die Bevölkerung an mehreren Orten terroristert, latho-

0 riester mißhandelt, das Zeichen des Kreuzes und die b mißbraucht worden. Daß es ausgeschlossen ist, auf Grund der in der Veröffent⸗ lichung enthaltenen Angaben die Behauptungen über Vorgange zu widerlegen, die monatelang zurückliegen, ist der russischen 5 gierung natürlich genau bekannt. Sie kann also mit ihrer eröffentlichung nur denselben Zweck verfolgen, den die fran⸗ 5 zösische 2 ihrer gleichzeitigen Darstellung angeb⸗ . 1 deutscher eueltaten anstrebt. ie Gleichzeitigkeit des

sehens in den beiden Staaten bestätigt immer mehr, daß es sich hier um den planmäßigen Versuch einer Vergiftung der öffentlichen Meinung der Welt zu Ungunsten Deutschlands han⸗ delt. Die deutsche Heeresleitung verzichtet auf jede Antwort darauf. . Die russischen Finanzen. Petersburg, 28. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der Budgetausschuß der Duma hat die Besprechung des Ein⸗ nahmebudgets beendet. Die Gesamtheit der ordent⸗ * und außerordentlichen Einnahmen wird auf 3255 806 414 Rubel geschätzt, d. h. 358 Millionen weniger als im Vorjahre. Der Ministerrat beschloß die Fazer eines Kredits zugunsten der ländlichen und städtischen Grundbesitze, sowie der industriellen und kommerziellen

Unte er und Handwerker in den polnischen Provinzen, die* den Duc 233 haben, zu den vorteilha Bedingungen. Durch den Staatsschatz werden 50 Millionen

en. zur Verfügung gestellt, um die Maßnahme zu verwirklichen. Erfinderpatente in Rußland.

Petersburg, W. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der Ministerrat hat 9 daß Erfinder patente, welche Bürgern feindlicher Mächte gehören, aufgehoben werden. Dem Staate wird das Recht zuerkannt, sich in den alleinigen Besitz von denjenigen Erfindungen zu setzen, die fütr die nationale Verteidi von Nutzen sein können. Die Maßnahme wird Grund des Artikels 87 des Staatsgrundgesetzes durchgeführt. * 4*

Kücktritt des österreichisch⸗ ungarischen Finanzministers. Wien, 28. 375(Wh Nichtamtlich.) Seit dem Rücktritte

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des Grafen Berchtold haben die Blätter in mehr oder minder bestimmter ie Mi von der bevorstehenden Demis⸗

t di ion des eee isters Bilinski gebracht. te schreibt 1Neue Wi Tageblatt hierzu: Von.

informierter Seite Fa; a5 9* 0 anzmimt anzunehmen ist. Wann die Entscheidung erfolgen werde, stehe aber noch nicht N vr ber, auch ein ar er. Der neue Minister des Burian, hat, wie uns 40 wird, bis Stunde mit. nicht gesprochen. Alle Gerüchte über Veränderungen in anderen Ministerien gehören bis jetzt in das Bereich der Mutmaßungen, wie sie bei jedem Mi⸗ nisterwechsel naturgemäß auftauchen, ohne aber ein Recht auf Zu⸗ verlässigkeit für sich in Anspruch nehmen zu können. l Verhaftung des französischen Generalzahlmeisters. Kopenhagen, 28. Jan.(WTB. Nichtamtlich.)Na⸗ tional ibende melbet aus Paris zu der bereits berich⸗ teten Verhaftung des fr chen Generalintendanten Desclaus: Dieser wird beschuldigt, Futterwaren und Wollstosse in großer Menge nach der Wohnung seiner Ge⸗ liebten, die mit dem Inhaber eines Pariser Handels- a

hauses verheiratet wax, geschafft zu haben. Die gestohlenen Waren sollen dann an Pariser Handelshäuser verkauft worden sein. Die Geliebte Desclaus' war eine in der Pariser Gesellschaft sehr bekannte Persönlichkeit. Die Betrügereien wurden dadurch entdeckt, daß es auffiel, wie Soldaten die Waren über den Vendömeplatz in die Wohnung der Ge⸗ liebten hinbrachten. Desclaus, der unter Caillaux Chef der Steuererhebung war und in diesem Posten ein Gehalt von 34000 Franks bezog, wurde heimlich überwacht und dann verhaftet. Ein italienischer Dampfer untergegangen?

Norfolk(Virginia), 28. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der italienische DampferAngelo Parodi ist 300 Meilen von Kap Henry gesunken. Die ganze Besatzung, 27 Mann, ist verloren.

Aus dem Reiche.

Berlin, 28. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) In der heu⸗ tigen Sitzung des Bundesrats wurde der Vorlage betr. Krankenversicherung und Wochenhilfe während des Krieges und der Vorlage betr. die Bestimmungen über die außer⸗ ordentliche ärztliche Prüfung(Notprüfung) die Zustim⸗ mung erteilt. Ueber die Fortsetzung der von privaten Ver⸗ sicherungsunternehmungen zu erhebenden Gebühren für das Kalenderjahr 1914 wurde Beschluß gefaßt.

Straßburg, 28. Jans(WTB. Nichtamtlich.) Der Oberbefehlshaber der Armeeabteilung Gaede erläßt fol gende Bekanntmachung: Es liegt Veranlassung zu der An⸗ nahme vor, daß sich noch französische Militär⸗ personen im Oberelsaß aufhalten. Es wird ihnen und ihren Helfershelfern Generalpardon gewährt, wenn sie sich bis 31. Januar 1915 bei der Militär⸗ behörde gestellt haben. Wer nach diesem Zeitpunkt aufge⸗ griffen wird, wird als Spion behandelt werden. Wer Spione verborgen hält, verfällt den Kriegsgesetzen.

München, 28. Jan.(WT. Nichtamtlich.) König Ludwig begab sich heute morgen in Begleitung des Kriegs- ministers Freiherrn Kreß v. Kressenstein und den Herren des Gefolges zum Besuch der bayerischen Truppen nach dem Kriegsschauplatz.

. Heer und Flotte.

Der neue Generalquartiermeister Frhr. Hugo v. Freytag⸗Loringhoven wurde am 6. Mai 1855 geboren. Er gehört seit 1877 dem Heere an. 1907 bis 1910 war er Kommandeur des Grenadierregiments Nr. 12. Im Jahre 1910 wurde er mit der Wahrnehmung der Ge⸗ schäfte eines Oberquartiermeisters im Generalstab beauf⸗ tragt und im nächsten Jahr zum Oberquartiermeister er nannt. Im Dezember 1913 erhielt er das Kommando der 22. Division in Kassel.

Aus Stadt und tand.

Gießen, 29. Januar 1915.

Auf dem Felde der Ebre gefallen.

(Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Kriegsfreiw. Curt Kautschke, Res.⸗Inf.⸗Regt. 221, aus Darmstadt. Einj.⸗Kriegsfr. stud. 5 Heinrich Kleinz, Pionier⸗Bat. 21, aus Mainz. Ers.-Res. Friedrich Wilhelm Baum, Res.⸗Inf⸗Regt. 222, aus Oppenheim. Gardist Hein⸗ rich Herzberger, Inf.⸗Regt. 115, aus Burg⸗Gemünden. Res. Ludw. Lehr, Res.⸗Regt. 223 aus Wiesbaden.. Res. Jakob Viniol, Res.⸗Inf.⸗Regt. 116, aus Nieder⸗Ramstadt. Landwehrm. Och. Köhler aus Mainz.

Eine halbe Million Kriegskredit. Gestern nachmittag fand im Stadthaus eine nichtöffentliche Stadtverordneten-Versammlung statt. Auf der Tagesordnung stand die Bewilligung eines weiteren Kre⸗ dits in Höhe von 500 000 Mk. in Rücksicht auf die durch den Krieg herbeigeführte außergewöhnliche Lage. Die streng vertraulich geführte Aussprache, die zwei volle Stunden in Anspruch nahm, beschäftigte sich in der Haupt⸗ sache mit der Fleischversorgung unserer Bevölke⸗ rung während des Krieges. Die verlangte Summe wurde bewilligt, davon sollen 100 000 Mk. zur Beschaffung von Dauerware in Schweinefleisch Verwendung finden. Der städtische Ausschuß für Lebensmittelversor⸗ gung, der schon seit Beginn des Krieges besteht, soll das Weitere veranlassen.

* Vom Roten Kreuz. Gestern verließ ein größerer Truppentransport unsere Stadt, dem zahlreiche hie⸗ sige Einwohner am Bahnhof noch 4 99 brachten. Das hiesige Rote Kreuz erfreute die scheidenden Krieger durch Verabreichung von 200 selbstgefertigten, aus Stoff⸗ resten hergestellten Wolldecken, die gern angenommen wurden. Im Laufe dieses Monats hat das hiesige Rote Kreuz über 300 derartige Wolldecken an ins Feld rückende Truppen⸗ transporte abgegeben. 5 * Die Auszahlung der Familienunter⸗ stützungen für die Zeit vom 1. bis 15. Februar an die Angehörigen r zum Heeresdienst Einberufenen findet Montag, den 1. Februar, Dienstag, den 2. Februar, Mitt⸗ woch, 3. Februar, Donnerstag, den 4. Februar, und Freitag, den 5. Februar, vormittags von 81 Uhr, im Stadt⸗ ä 16, statt.

*Der Handel im Gefangenenlager mit Ta⸗ bak, Zigarren und Zigaretten sowie mit Weißbrot ist seit Ende r verboten. Die Kommandantur ging dabei mit Recht von dem Gesichtspunkt aus, daß, soweit Nahrungs⸗ mittel in Betracht kommen, die Gefangenen mit dem, was ihnen geliefert wird, auskommen können, und daß Tahak und daraus hergestellte Fabrikate für unsere einheimische Bevölke⸗ rung und für unsere Truppen im Felde reserviert bleiben müssen. Hierzu kommt, daß seit dem 25. Dezember v. J. den Gefangenen freigegeben ist, sich derartige Bedürfnisse in 10⸗Pfund⸗Paketen aus ihrem Heimatland kommen zu lassen. Allerdings hat dadurch die für das Gefangenenlager ein⸗ gerichtete Prüfungsstelle, die in der Liebigshöhe unter⸗ gebracht ist, eine gewaltige Arbeit bekommen, denn jedes ein⸗ gehende*(es sollen bisher schon pro Woche 500 Stück anlangen), muß geöffnet, auf seinen Inhalt geprüft und dann wieder verschlossen werden, ehe es dem Adressaten ausgeliefert wird. Dabei ist zu bedenken, daß sich die Zahl der Sendungen mit der Zeit noch verstärken wird. Diese Kontrolle wird durch vertrauenswürdige Mannschaften bewirkt. Beim Oeffnen und Schließen der Pakete werden auch Franzosen oder Belgier be⸗ schäftigt. Es geht, wie die Gefangenen selbst beobachten kön⸗ nen, bei uns alles ordentlich und streng gewissenhaft zu, so daß jeder der Adressaten auch wirklich erhält, was ihm seine

Angehörigen zusenden.

* Wie die e Soldaten schwindelt werden. Aus einem vom 25. Januar da⸗ tierten Feldpostbrief eines Gardeschützen Norden Frankreichs dürfte folgende Stelle von 3 sein:

..Es ist ja in letzter Zeit überall von seiten der Franzosen angegriffen worden, aber überall sind sie unter schweren Verlu zurückgeschlagen. Meistens sind es neue Truppen, welche angreifen, denn die alten gehen nicht aus den Schützengräben. Neulich wurden

Eisenbahnfahrscheine bis Köln bei gefangenen Frau⸗ zosen gefunden; so führen die Franzosen ihre Leute in den Krieg. Es muß doch ein großer Schwindel bei ihnen sein; hoffentlich

kommen sie bald dahinter und machen bald Frieden. l krieg und Religion Die Vorträge über reli⸗ * Fragen mit Beziehung auf den gegenwärtigen 5 ie der Oberhessische Verein für Innere Mis⸗ sion vor Weihnachten veranstaltet hat, haben sehr große Teilnahme gefunden. Infolgedessen hat sich der Verein ent⸗ schlossen, in den nächsten Wochen noch einige weitere Vorträge folgen zu lassen. Sie werden wieder in der Stadtkirche an Sonntagabenden gehalten werden und von 8 bis 9 Uhr dauern. Zunächst spricht am Sonntag, 31. Januar, Herr Pfarrer Dr. Koch aus Langd bei Hungen, früher Biblio⸗ thelar an der hiesigen Universitätsbibliothek, über das Thema:Wie vereinigen wir Krieg und Liebe? 8 * Ortsgewerbeverein. Da die Mitglieder des Ver⸗ eins gerade inder jetzigen schweren Zeit in verschiedenen Fragen der sozialen Gesetzgebung, Steuergesehgebung usw. Rat nötig haben, hat Vereinsmitglied Kirchner sich bereit erklärt, diesen unentgelt⸗ lich zu gewähren.(Siehe Anzeige.) Landwirtschaftlicher Verein für Oberhessen. Am Donnerstag, den 4. Februar 1915, nachmittags 3% Uhr, findet im Hotel Viktoria zu Gießen eine Ausschußsitzung des Lan d⸗ wirtschatlichen Vergins für die Provinz Ober⸗ hessen statt. * Die Reichsbank veröffentlicht im Anzeigenteile dieser Nummer eine Bekanntmachung, betreffend die Zwischenscheine zur Kriegsanleihe und deren Umtausch. Gesetzliche Gesellen prüfungen. Wir verweilen auf die im Anzeigenteile enthaltene Bekanntmachung des Prüfungs-Ausschusses des Ortsgewerbevereins über die in die Monate März und Avril fallenden Gesellenprüfungen. Gegen die Rauchplage erschienen vor dem Kriege in unserem Blatte alsEingesandt mehrfache Aus⸗

lassungen aus unserem Leserkreise. wurde u. a. darauf hingewiesen, daß nach den in Gießen zurzeit noch geltenden Vestimmungen einer der Zeit nicht mehr entsprechenden Bau⸗ ordnung weder das Bauamt noch die olizei in der

sind, einen Bürger, durch dessen gewerbliche Anlagen die Nachbarschaft außerordentlich durch Rauch und Ruß belästigt wird, zwangsweise zur Abhilfe dieses Uebelstandes zu ver⸗ anlassen. In einem solchen Fall war der unmittelbar betrof⸗ fene Nachbar gezwungen, auf dem Klage weg. Er verlangte, daß der Veklagte in seiner Hofreite Einrich⸗ tungen oder Maßnahmen treffe, die geeignet seien, die Zu⸗ führung von Rauch und Ruß von seinem, des Klägers, An⸗ wesen, abzuhalten. Der Prozeß, der mit aller Energie von beiden Seiten geführt wurde, ging für den Kläger beim Amtsgericht verloren, obgleich der Sa verständige bekundet hatte, daß die außergewöhnliche Belästigung der Nachbar⸗ schaft durch Rauch und Ruß an der Konstruktion des Schorn⸗ steins des Bellagten liege, durch welchen die Feuerung von drei Wurstkesseln ihren Qualm abgibt. Dem Uebelstande für die beteiligten Nachbarn ist auch, wie im Verfahren fest⸗ durch ein 9 des betreffenden

5 sich nun in der Be⸗ 5 D mit der J

dem Klage⸗ 2 gest 5

im allgemeinen Interesse freudi⸗ begrüßen sind. Es gibt f* 255 Ke Here debe teen J

die durch ihre Rau onderungen die Nachbarschaft aufs ärgste belästigen, weil die Anlage der Kamine nicht zuläßt, daß der Rauch frei abziehen kann. Durch einen entsprechen⸗ den Rohraufsfatz auf dem Kamin könnte diese Belästi 5 Nachbarn beseitigt oder wenigstens auf ein erträgliches 5 verringert werden. Aber bisher wollte niemand einen zeß daran hängen, Ausgang 1 war. Nach vorliegenden Urteil tenz. S. 239/14) wird man in un⸗ serer Stadt endlich Wandel schaffen können, wenn man sich egebenenfalls an die Gerichte wendet. Immerhin wäre es chon um des lieben Friedens viel mehr zu begrüßen, wenn eine Aenderung der Bauordnung solchen nachbarlichen Streitigkeiten von vornherein vorbeugen würde Landkreis Gießen. eee m. Hungen, 28. Jan. Im Beisein der Prinzessin Hermann zu Solms⸗ Braunfels fand gestern vormittag für die zwei obersten Klassen der Volksschule im Saale der Traube eine Kaisergeburtstags⸗Feier statt. Kirchen⸗ i rat Hainer hielt eine der 5 Tages entspe 5 Ansprache an die Kinder. Jede Klasse sang hierauf unter* ihres Lehrers ein mehrstimmiges Lied und später klangen gemein⸗ 5 same vaterländische Lieder durch den Saal. Die 1 in Hermann i machte den Kindern durch Schenkung von hübschen Ansi eine große Freude. Für die Klassen süftete sie je ein Kaiserbild in schönem Rahmen. Anschließend hieran wurde im Lazarett ein Gottesdienst für die Verwundeten abgehalten, wobei die Schulkinder wieder mehrere Lieder sangen. ö Kreis Alsfeld

h. Alsfeld, 28. Bäumen, das Durchschn

Merlau, FlenfungenRupperteurod und Kirs ten f 5 DA 3 ittlung dern

linge e hörde ein lohnung aus. Kreis Schotten. a

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ers gestern abend in evangelischen e st⸗ ga desi sJ statt. Zur Kirchenparade waren die 1 an⸗ wesenden Mitglieder des Krieger und Gesangvereins angetreten. Nach dem Gottesdienst ging es in feierlichem

Kaiser. Im Gymnasium wurde am Dienstag m Vorfeier abgehalten. Die ede hielt Oberlehrer Scho nebom. Zu der Feier waren keine Einladungen ergangen.

Starkenburg und Rheinhessen. 6

m. Offenbach a. M., 29. Jan. Die Stadtverordne⸗ ten traten gestern unter dem Vorsitz des Oberbür sters Dr. Dullo zu ersten Sitzung im neuen Ja* men, deren 3 Ve ung ie

11 Beratungsgegenstände der schnelle und glatte Erledigung fanden. Für nalbauten wu weitern 111600 Mk. bewilligt, um auf diese Weise 1 1 zu beschaffen. Außerhalb der Tagesordnung wurde die Mehl!« und Brotversorgung der Städte gemäß der bundesrat lichen Bestimmung bes und hierzu die Bi g eines Zen⸗ tralausschusses aus Mitgliedern der Versammlung vom Vorsitzen⸗ den in Vorschlag 5 t. Diese Angelegen wurde aber ebenso wie die Frage der Beschaffung von Dauerfleischwaren durch Vermittelung der Stadt, wofür in den Ausschüssen als erste Rate 100 000 Mark bewilligt waren, der nichtöfsentlichen über⸗ Offen⸗

wiesen. Anstelle des verstorbenen Kreisrates des

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