Ausgabe 
(28.1.1915) 23. Erstes Blatt
Seite
166
 
Einzelbild herunterladen

8 Ausstellungs-Medaille. Zur Erinnerung an

die infolge des Krieges leider vorzeitig geschlossene Aus- stellung der Künstler⸗Kolonie Daymstadt 1914 der Großherzog an die beteiligten Künstler und eine Anzahl Freunde und Förderer der Kunst Line von dem Kolonie-Mitglied Herrn Prof. Jobst entworfene Denk- münze verteilen lassen. Sie ist in Bronze ausgeführt und Fild auf der einen Seite das ganz vortrefflich gelungene d des Großherzogs, des Protektors der Ausstellung, mit uschrift, und auf der andern Seite eine symbolische Dar tellung, der Genius der Kunst, dem Künstler den Lorbeer

ant reichend. 1 Landkreis Gießen.

O Heuchelheim, 27. Jan. In unserer Gemeinde wurden

an Kirchenkollekten und Haussammlungen für den

2. hessischen Lazarettzug 5613 Ml. gespendet, außerdem für den

Hindenburgischen Lazarettzug 25 Mk., für das Rote Kreuz 3045 Mt., s.

für Ostpreußen und Elsaß-Lothringen 876 Mk. Kreis Büdingen. Auf dem Nachhause⸗

weg geriet der 60 jährige Landwirt Heinrich Kröll vom Wege ab

41 e. 2 die hoch angeschwollene Bleiche. u der stürmischen dunklen Nacht wurden seine Hilseruse nicht e-

hört und der Mann mußte ertrinken. E

Kreis Schotten.

* Aus dem Vogelsberg, 27. Jan. Kriegsschwind⸗ lex, die sich die Not der Zeit zunutze machen, sind auch in unseren Orten bei der Arbeit. So ließen dieser Tage zwei Hausierer durch die Ortsschelle bekannt machen, durch Einberufung zum Heeresdienst wären sie 9 zu jedem Preise auszu⸗ verkaufen. So kosteten ein halb Dutzend bunte Taschentücher 95 Pfg., weiße 1 Mk. Mit Zwirn und Knöpfen und dergleichen dieselbe Preiserniedrigung. Die Handelsleute machten gute Ge⸗ schäfte, denn es wurde viel gekauft. Wer aber die Ware genauer besah, der erkannte bald den Schwindel. Die Taschentücher waren o stark gummiert, daß nach dem ersten Waschen löschblattähnliche Tüchlein übrig bleiben. Auf den äußerlich wie gewöhnlich aus⸗ sehenden Zwirnrollen standen statt 500 Yards nur 120. Hoffent⸗ lich wird den Kriegsschwindlern das Handwerk gelegt.

* Groß⸗Eichen, 26. Jan. Ein anfangs der 60 er Le⸗ bensjahre stehender hiesiger Holzmacher mit Namen Bach⸗ mann erlitt im beim Holzmachen einen Unfall, der den Tod auf der Stelle nach sich zog. Die Holzmacher waren im Gemeindewalde mit dem Fällen eines Baumes beschäftigt. Als der Baum stürzte, vermochten sich die Arbeiter rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Nur der glückte wurde von der Krone des Baumes zu Tode getroffen.

OO Aus dem oberen Vogelsberg, 27. Jan. Durch die gewaltigen Schneemassen, die im vergangenen Winter gegangen waren, waren ganze Teile der Wälder dermaßen beschädigt worden, daß sie im vorigen Jahre ganz oder teilweise umgehauen werden mußten. Dadurch war es der ärmeren Be⸗ völkerung möglich, zu einer Zeit, in der sie sonst keiner Be⸗ schäftigung nachgehen konnte, ein schönes Stück Geld zu verdienen. Das Holz selbst wurde zu billigem Preise abgegeben, da es in aro Mengen vorhanden war. Die Reiser wurden meist an Ort und Stelle verbrannt; man hatte keine Verwendung dafür. 3 großen Transporten wurde das holz nach der Bahnstation ücke befördert, wo es auf der Bahn verladen und versandt wurde. Der Schnee hat im Oberwald schon eine stattliche Höhe erreicht. Durchschnittlich beträgt sie 3040 Zentimeter. In geschützten Schneisen und Wegen liegt der Schnee noch höher. . vergangenen Sonntag hatte sich eine große Anzahl Schi⸗ äufer auf dem Hoherodskopf eingefunden. 25 Kreis Friedberg.

r. Bad⸗Nauheim, 27. Jan. Die Großh. Ernst⸗ Ludwig ⸗Schule veranstaltete gestern nachmittag zu Kai⸗ sers Geburts eine öffentliche Schulfeier mit sehr gut

mengestellter Vortragsfolge. Die Hauptnummer der

Jeier warHeldenblut von M. Pfeiffer mit eingestreuten e Volksliedern. Die Festrede hielt Herr Lehramtsasses or Dr. Magsaam, der überKaiser Wil⸗ 1* und sein Volk sprach. Der Bitte des Chefarztes unserer . ette Sanitätsrat Dr. Schedel entsprechend wurde die l heute abend in der Turnhalle des Turnvereins 1 für unsere Verwundeten wiederholt. Vormittags fand in der Dankeskirche Militär⸗Gottes⸗ die nst statt und abends nahmen die Militärvereine unserer Stadt an dem Festgottesdienst zu Kaisers Geburtstag teil. h. Vilbel, 27. Jan. Im Tannenwäldchen wurde der ver⸗ heiratete Maurer Heinrich Post erhängt aufgefunden. Der Lebensmüde lebte von seiner Frau schon längere Zeit getrennt. h. Dor heim, 27. Jan. Auf der hiesigen Haltestelle über⸗ rannte ein scheugewordenes Gespann des Landtagsabge⸗ ordneten Breidenbach die verschlossene Eisenbahnschranke und stürmte einem herannahenden Zuge entgegen. Mehrere Bahn⸗ beamte, die Zeugen des Vorfalles waren, gaben dem Zuge von ferne Notsignale, so daß es gelang, die Maschine etwa fünf Schritte vor dem Fuhrwerk zum Halten zu bringen. Menschenleben kamen glücklicherweise nicht zu Schaden.

Starkenburg und Rheinhessen. Langen, 27. Jan. Die 19 Jahre alte Dienstmagd Schmidt gab gestern auf ihren 81 Jahre alten Dienstherrn, den Bienenzüchter Fäller um des willen zwei Schüsse ab, weil er ihr wegen eines Liebes verhältnisses Vorhalt machte. Auf die Vorwürfe wurde sie frech, so daß ihr Fäller eine Ohrseige gab. Darauf griff sie zum Revolver. Die Schmidt, wie ihr Schatz, der sie zu der Tat verleitet und ihr den Revolver beschafft haben soll, ind verhaftet worden. Kreis Wetzlar.

Atzbach, 27. Jan. Am Dienstag stand hierselbst die erste dolzv ersteigerung auf der Tagesordnung, welche stark be⸗ zucht war. Buchenscheitholz ist immer sehr begehrt, es wurde durchschnittlich mit 13 Mk. pro Rm. bezahlt; die Gemeindekasse hat insgesamt 6000 Mk. gelöst. Das Nutzholz kommt in einem päteren Termin zum Verkauf.

b. Hohensolms, 27. Jan. Gar mancher altehrwürdige Nußbaum wurde in diesen Tagen auf den Höhen von Königs- erg und Hohensolms für Militärzwecke gelällt. Erstklassige nittstämme sind im Festmeter mit 8085 Mk. bezahlt worden.

5 Hessen⸗Nassau. f

m. Kirchhain, 27. Jan. Der Landesausschuß für Regierungsbezirk Kassel hat in seiner letzten Sitzung chlossen, zu den Regulierungskosten der Ohm, Klein und hra, die im ganzen 262 000 Mt. betragen, 30 Prozent von Summe auf den Bezirksverband zu übernehmen und den ag aus dem Melioxationsfonds zu zahlen. Der Staat über- mt gleichfalls 30 Prozent der Kosten, so daß die beteiligten inden Kirchhain, Kleinseelheim, Großseelheim und Nieder ch 40 Prozent des Betrags aufzubringen haben. Durch

.

chluß ist die Ausführung der Melioration nun⸗

ehr gesichert und sie wird gleichzeitig mit unserer Zusammen⸗ 0 zur Ausführung gelangen. Diesen zwei großzügigen Pro⸗ lekten mußte naturgemäß der Bau der Wohratalbahn vorausgehen, die durchschnittenen Wiesen wieder in anderer Lage zusam⸗ die nötigen Vorflutgräben unter Beruücksichtigung des angelegt werden können. Das erste 1 zu dieser

in größerem Umfange, von der Landesgrenze

7

D

bei Schweinsberg bis zum Einfluß der Ohm in die Lahn bei Kölbe. war Anfang der 70er Jahre durch den Königlichen Wasserbau⸗ meister Schmidt⸗Kassel ausgearbeitet worden.

h. Frankfurt a. M., 27. Jau. Die jüngste deutsche Hochschule, unsere Universität, beging heute mittag die Geburtstagsfeier des Kaisers in ernster, wür⸗ diger Weise. An dem Festakt nahmen die hiesige Generalität, Regierungspräsident Dr. von Meister, Polizeipräsident Rieß v. Scheuernschloß, Oberbürgermeister Voigt, das Herrenhausmitglied Walther vom Rath, alle Frank⸗ furter Schulleiter, die Vertreter sämtlicher wissenschaftlichen Institute und zahlreiche andere geladene Gäste aus der Stadt und dem Regierungsbezirk. Nach dem feierlichen Einzug des Professorenkollegiums hielt der Historiker Professor Dr. Küntzel die Festrede, in der er den Kaiser als Ideal höchster Pflichtaufsassung schilderte. Des Kaisers höchstes Verdienst ei, daß er Preußen verdeutscht habe. Im Gegensatz zu Wil⸗ helm J. habe er sich nie als König von Preußen, sondern als deutscher Kaiser gefühlt. Durch den Krieg sei um Kaiser und Volk ein unzerreißbares Band geschlungen. Das Hoch auf den Kaiser brachte Rektor Professor Dr. Wachsmuth aus, der mit dem rotsamtenen Talar geschmückt war und zum erstenmal die vom Kaiser verliehene goldene Amtskette trug.

h. Frankfurt a. M., 27. Jan. Auf dem Hauptbahnhofe wurde am Dienstag abend der schon bejahrte Arbeiter Hetzivert beim unbefugten Ueberschreiten der Gleise von einem Zuge über⸗ 3 und derart zugerichtet, daß er nach kurzer Zeit ver⸗

arb.

X. Hanau, 26. Jan. Die Stadtverordneten haben einen Kredit von 300000 Mk. bewilligt, der benutzt werden soll zur Beschaffung von etwa 3000 bis 3500 Zentner Schweine- fleischwaren und Einlegung derselben als Dauer ware.

Erdbeben in Bulgarien.

Sofia, 27. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung derAgence Bulgare. Im ganzen nord westlichen Teile Bulgariens ist gestern ein leichter Erdstoß verspürt, aber nur unbedeutender Schaden angerichtet worden.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

g Kriegsbrot.

Um ein immer noch bekömmliches Kriegsbrot her⸗ zustellen, sei mir, als altem Fachmann, gestattet, den Bäckermeistern und Hausbäckereien ein Verfahren zur Herstellung des täglichen Brotes mitzuteilen, mit dem ich die besten Erfolge erzielt habe. Durch das Ausmahlen des Roggens bis 80 Prozent säuert das Brot natürlicherweise weit mehr als bisher. Durch den gesetzlichen Zusatz von Kartoffelmehl oder Flocken wird es noch mehr säuern, da Kartoffeln sowieso zum Sauerwerden neigen. Ist schon das schwere Roggenbrot manchem, der einen schlechten Magen hat, nicht recht zuträglich, so werden die Klagen sich beim Kartoffel- brot noch vermehren. Durch zahlreiche Versuche habe ich nun ein Verfahren festgestellt, das das Reißen und Sauerwerden des Brotes verhindert. Ich nehme anstelle des Sauerteiges allein die Hälfte Hefe. Dies richtet sich selbstredend nach der Teigmenge. Man nehme: Ein Drittel des Wassers und säure in der bisherigen Weise, dann nehme man die Kartoffelflocken und die Preßhefe und mache auch da von eine Mischung. Beides läßt man bis zur Reife gehen. Sodann nehme man den dritten Teil Wasser und knete alles mit dem nötigen Mehl zu einem nicht zu festen Teig. Es wird dadurch ein flotter Trieb erzeugt, das Brot wird nicht so sch wer und ist daher zum täglichen Verbrauch viel geeigneter. Ein Versuch wird jeden überzeugen. Zu einem Ofenbrot von zirka 50 Vierpfündern habe ich/ Pfund Hefe genommen.

Ein Fachmann. -ůůßð̃1⁊ĩ˙ Märkte.

ch. Bingen, 27. Jan. Marktpreise. Weizen Mk. 27,50, Korn Mk. 23,50, Gerste Mk. 24,50, Hafer Mk. 22,50, deu Mk. 0,00, Stroh Mk. 0,00, Kartoffeln Mk. 8,00, Erbsen Mk. 00,00, Linsen Mk. 00,00, Bohnen Mk. 00,00, Weißmehl Mk. 48,00, Roggenmehl Mk. 37,00; alles für 100 Klgr. Butter 1 Klgr. Mk. 2,50, Milch 1 Liter 24 Pig., Eier 10 Stück Mk. 1,20.

Kirchliche Nachrichten Israelitische Religionsgemeinde. Sottesdienst in der Synagoge(Süd⸗Anlage). Samstag, den 30. Jannar 1915: Lo raben) 5.00 Uhr. Morgens 9.00 Ubr. Nachmittags: 3.30 libr. Sabbataus gang: 6.05 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. Sabbatfeiee am 30. Januar 1915: a abend 4.50 Ubr. tag vormittag 8.30 Uhr. Samstag nachmittaz 3.30 Uhr. Sabbat-⸗Ausgang 6.05 Uhr. a Wochengottesdienst: Morgens 7.00, nachmittags 4.30 Uhr.

GWetteraussichten in Hessen am Freitag, den 29. Jan. 1915: Wolkig und trocken, nordostliche Winde.(Schneesälle.)

Letzte Nachrichten.

Die Verhältnisse in Lille.

Paris, 28. Jan. Hiesige Blätter veröffentlichen einen Be⸗ richt über die Verhältnisse in dem seit Beginn des Krieges von den Deutschen besetzten Lille. Ganz besondere Beach⸗ tung schenkt die Presse der vorzüglichen Art und Weise, wie die Soldaten dort untergebracht sind. Die Soldaten wohnen in Ka⸗ sernen, die Offiziere in Hotels oder in Pripathäusern. Die Preise für die Wohnungen und die Lebensmittel sind von den deutschen Behörden tarifmäßig festgesetzt worden. Offiziere und Offizier⸗ stellvertreter zahlen zwei Franks täglich in Hotels und 1,50 Franks bei Privaten, Unteroffiziere einen Frank. Für volle Pen⸗ sion bezahlen die Offiziere täglich 10 Franks, die Offtzierstell⸗ vertreter 7 Franks, Unteroffiziere 5 Franks und irgendwie ab kommandierte einfache Soldaten 3 Franks. Alle Rechnungen müssen bar beglichen werden. An Lebensmitteln herrscht nicht der geringste Mangel, im Gegenteil kostet ein Pfund Ochsenfleisch 0,15 Franks weniger als vor dem Kriege.

Die Seeschlacht in der Nordsee.

Amsterdam, 28. Jan. In einem vom Reuterbureau verbreiteten Berichte wird gesagt, die britische Flotte sei nachts ausgelaufen und habe sich auf See mit den leichten Kreuzern und den Torpedojägern vereinigt. Die Flugzeuge hätten den Feind um 8 Uhr früh gemeldet. Der erste Schuß desLion sei fehlgegangen, mit dem zweiten habe er Blücher getroffen. Die Deutschen hätten aus allen Ge⸗ schützen gefeuert und die KreuzerLion undTiger ge⸗ troffen. Fünf deutsche Schiffe hätten allein ihr Feuer auf denLion gerichtet. Eine Salve derPrinceß Royal sei für das Schicksal desBlücher entscheidend gewesen. Inzwischen sind die er mit den umherschwirren⸗ den Torpedobvoten und Unterseebooten in ein Gefecht ver⸗ wickelt worden. Als derBlücher sank, habe er aus seinen hinteren Panzertürmen noch eine Salve abgeschossen.

Noch 50 Mann vomBlücher gelandet. 8

Kopenhagen, 28. Jan. Aus Leith wird gemeldet, daß zwei Torpedojäger 50 Mann von der Besatzung des untergegan⸗

R

F ͤNTT̃

genen deutschen KreuzersBlücher gelandet haben. Man glaubt. daß diese Ueberlebenden nicht in den Zahlen einbegriffen waren, die früher über die von dem KreuzerLion gelandeten Ueber⸗ lebenden angegeben worden sind. Die Beschießung des KreuzersGazelle.

Kopenhagen, 28. Jan. Der Trelleborger Korrespon⸗ dent des Malmöer BlattesSnall Post sagt über die Be⸗ schießung des KreuzersGazelle durch ein Untersee⸗ boot bei Arkong, daß die dort gesichteten Unterseeboote wahrscheinlich russische gewesen sind. Die Torpedo⸗ explosion sei nicht von besonderer Wirkung gewesen. Der getroffene KreuzerGazelle ging bei Arkona in flaches Wasser, um nicht zu sinken Als sich aber später zeigte, daß das Leck nicht groß war, ging das Schiff mit eigener Dampf⸗ kraft weiter nach Saßnitz.

Bisher unbelannte Verluste der französischen Marine.

Haag, 28. Jan. Aus den Erklärungen des Marineministers dem Korrespondenten derTimes gegenüber über die Verluste der französischen Marine seit Beginn des Krieges geht als bis jetzt unbekannte Tatsache hervor, daß in der vorigen Woche bei Nieuport ein französisches terseeboot unter⸗ gegangen ist. Von der 40 Mann starken Besatzung ertran⸗ ken 5. In der Adria wurde ein großer französischer Kreuzer torpediert, aber ohne Verluste an Menschenleben. Der Schaden war in sechs Wochen repariert.

Verlust des englischen e in der italienischen Presse.

Rom, 28. Jan. Während die anderen Blätter den Verlust des englischen Schlachtkreuzers wenigstens mit einem Fragezeichen versehen, hält derCorriere d'Italia eine Unwahrheit des deutschen Admiralstabes für völlig ausgeschlossen. Bei dem Untergang des Schiffes handele es sich um eine positive Tatsache, die sich auf die Dauer nicht verschleiern lasse. Das Blatt erinnert daran, daß England den Verlust desAudacious bis zuletzt krampf⸗ haft geleugnet habe. Uebrigens habe das englische Marine⸗ amt die amtliche deutsche Erklärung bisher nicht bestritten.

Das Wirtschaftsleben Oesterreich-Ungarns.

Wien, 28. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Ministerpräfident Graf Stürgkh empfing gestern in Gegenwart des Ministers des Innern, des Handelsministers und des Ackerbauministers eine Abordnung aller drei Gruppen des Herrenhauses. Der Mi⸗ nisterpräsident erklärte, die Sicherstellung des Nahrungs⸗ mittelbedarfes für Heer und Bevölkerung bilde die wich⸗ tigste Sorge der Regierung. Die Tätigkeit der Regierung sei darauf gerichtet, das gesamte Wirtschaftsleben vor Schädigungen durch den Kriegszustand zu bewahren. Die Regierung verfolge selbst⸗ verständlich alle diesbezüglichen Erscheinungen im Auslande. Allein eine einfache Nachmachung alles dessen, was in anderen Staaten für zweckmäßig befunden werde, wäre gewiß von Schaden. Die meisten Maßnahmen, die auf Erhaltung der Lebensmittelvorräte im Inland und deren Verteilung innerhalb des gesamten Zollgebietes der Monarchie sich erstrecken können, erheischten die Zustimmung oder ein verständliche Mitwirkung der ungarxischen Regierung. Bezüg⸗ lich der Errichtung einer Getreide-Einkaufs⸗Gesellschaft bestehe

begründete Hoffnung, daß die Verhandlungen bald eine gedeihliche

Lösung finden würden. Was das Requisitionsrecht betreffe, würde die Regierung keinen Anstand nehmen, von diesem Rechte zu⸗ gunsten der zu errichtenden Getreide⸗Einkaufs⸗Gesellschaft Ge⸗ brauch zu machen. Der Handelsminister Schuster erklärte: Die Verordnung über die Broterzeugung werde in allernächster eine weitere Ausgestaltung erfahren, indem die ungemischte Ver⸗ wendung feinen ckmehles untersagt und auch die Erzeugung von Luxusgebäck weiter eingeschränkt werden solle.

Aus der französischen Kammer.

Lyon, 28. Jan.(WTB. Nichtamtlich.Nouvelliste de

Lyon meldet aus Paris: Die Vorsitzenden der Kammer⸗

ruppen in den großen Kammerausschüssen traten am 26. 8 zu einer Besprechung mit dem Präsidenten Deschanel zusammen, um die Tagesordnung für die Kammersitzung, welche der morgigen Sitzung folgen soll, festzusetzen. Diese wurde auf den 4. Februar anberaumt, was vermuten läßt, daß dann die Vertagung der Kammer vorgeschlagen werden soll. Die Tages⸗ ordnung für die Sitzung vom 4. Februar umfaßt die Ratiftizie⸗ rung der von der Regierung erlassenen Dekrete in Finanz und Zollsachen, über das Verbot des Handels mit Deutschland und Oesterreich-Ungarn, über die deutschen und österreichisch⸗umgari⸗ schen Versicherungs⸗Gesellschaften Abstimmungen über die Dekrete betr. Mehrausgabe von Schatzscheinen bis zu 3 Milliarden, sowie Gesetzentwürfe über ein Verbot des Verkaufs von Absynth und ähnlichen Spirituosen.

Lyon, 28. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Mel⸗ dung desNouvelliste de Lyon erklärte der Minister der öffent⸗ lichen Arbeiten. Sembat im Kammerausschuß für Bergwerks⸗ wesen, die Regierung beabsichtige die Kohlen produktion in Frankreich zu beschleunigen, indem sie alle bei den Fahnen befindlichen Bergleute in die Bergwerke zurück⸗ schiche. Ueber den Kohlentransport und die künftige Kohlenver⸗ sorgung machte Sembat beruhigende Angaben.

Paris, 28. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) DerTemps meldet: Der Kammerausschuß, welcher über die Beur⸗ laubung der im Felde stehenden Deputierten be⸗ stimmen sollte, bat den Kriegsminister um Uebermittelung einer vollständigen Liste der einberufenen Deputierten und Angabe, wie sie an der Front verwendet würden. Auf den abschlägigen Bescheid des Kriegsministers beschloß der Ausschuß, am Donnerstag vor der Kammersitzung zu erörtern, ob dem Zwischenfall eine weitere Folge zu geben sei.

Bergarbeiterstreik in England.

London, 28. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Die Abstim⸗ mung unter den Bergleuten in West⸗Yorkshire hat eine Zweidrittel⸗Mehrheit für den Streik ergeben.

Rheinisches Wee 5 3 ulk, utomo au, Brückenbau. schnikum Bingen ee Erolleser Heep Ke.

Abeuffeurkurse. A dll. TIL e

.

Caaulhealer eden

Oir.: Hermann Steingoetter. Freitag, den 29. Jau. 1915

8 1 Union-Theater. rette Wen 8

Freitag⸗Abonn.⸗Vorstellg. 5 öbnl. reise ermäßigt DeiterenezE-en re malta Donnerst.tu. Freitag

Johannisfeuer 2 billige Tage

Schauspiel in 4 Akten von J. Pl. 24, 2. Pl. 40

Hermann Sudermann. Aus dem reichbalt.

Ende nach 10 Uhr. g Soldaten vom Feldwebel ab Programm sind be- sonders d. neuesten

wärts zablen bei allen Vor-

stellungen auf 2. u. 3. Parkett

Aufnahmen vom nur halbe Preise 9110 Völkerkrieg zu er- wühnen. bone

b

5