Ausgabe 
(28.1.1915) 23. Erstes Blatt
Seite
165
 
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Diener des Sta sei, und diese imnung durchd das ganze deals daft Diese Fuge keft der E ist der tiefste und unerschütterlichste Grund unserer

aktive Dienstzeit in Anrechnung gebracht; dies gilt auch für die mit der Berechtigung zum einjährig⸗freiwilligen Dienst ein⸗ gestellten Mannschaften.

und der Oberapotheter Sternen, welche das Spital Antwer⸗ pen leiteten, die gefangen und nach Heidelberg über⸗ geführt waren, sind aus der Schweiz kommend, in Paris ein⸗

getroffen und nach Calais weitergereist. Sie erklärten, sie Berlin, 27. Jan.(W. B. Amtlich.) Ueber die Auslegung An die Ausführungen des Redners schloß sich der seien in Heidelberg ziemlich gut behandelt, aber als Kriegs-] des Paragraphen 49 der Bundesratsverordnung vom 25. Januar Gesang vonDeutschland, Deutschland über alles; ihren

hat der Handelsminister auf eine ergangene Anfrage Bescheid dahin erteilt, daß bis zum 31. Januar die Lieferungen von Mehl an Behörden, öffentliche und gemeinnützige Anstalten, Händler, Bäcker und Konditoren auch auf Grund von Abschlüssen zulässig ist, die in der Zeit vom 26. bis 31. Januar getätigt werden. Berlin, 27. Jan. WTB. Amtlich.) DerReichsanzeiger

Abschluß fand die würdige Feier mit dem Vortrage des PosaunenchorsDie Himmel rühmen. *

Ueber die Feier in den Nachbarstädten gehen uns noch folgende Nachrichten zu: e . Darmstadt, 27. Jan. Der Geburtstag des Kai⸗ sers ist heute dem Ernst der Zeit und dem direkten Wunsch des obersten Kriegsherrn entsprechend in stiller, aber desto herzlicherer Weise begangen worden. Die ganze Stadt prangte im reichsten Flaggenschmuck, wie er nur bei großen Sieges nachrichten si 2

gefangene betrachtet worden. 88 Der Generalzahlmeister der französischen Armee. b Paris, 27. Jan.(WTB. Nichtamtlich.)Gazette de la eroix meldet, daß der Generalzahlmeister der Armee Deso⸗ laub und seine Geliebte von den Militärbehörden ver-Ber! 5 2 haftet wurden. veröffentlicht die von dem Staatsministerium beschlossenen Grund⸗ . 1 1. die 1 1 15 haltsbeträge; 2. die rsorge gegen ein Uebermaß von 5 Die Seeschlacht in der Nordsee. 2 infolge kunkenntnis era 2 2 London, 27. 8 9500 4;. erstattung von Gehaltsvorschüssen wegen assens des Dienst⸗ gearldel, Alle bruschen Nrlege schen lee an der Seer eh a weschen Geinzen Lede Jodl dee Geben. schlacht am Sonntag teilgenommen haben, sind zurück⸗. N gekehrt. Der KreuzerLion und der ZerstörerMe⸗ 9 0 10 e 2 7 Schaden kann bald wieder⸗ hergestellt werden. Die ischen Verluste betragen 23 Tote 8 und 7 Verwundete.*. f 78 * London, 27. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Nach der Daily Mail soll sich der Kapitän des Kreuzers .Blücher unter den Geretteten befinden. * Edinburg, 27. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Eine An⸗ zahl Ve rwundeter aus der letzten Schlacht in der Nord⸗ see wurden in South⸗Queensferry gelandet. Die

ch und freundlicher Sonnenschein leuchtete auf die frischge Schneedecke. Der sonst übliche Weckruf der Militärkapellen, Parade Abgabe der Salutschüsse unterblieben natürlich, dagegen fand in der Stadtkirche der St. Ludwigskirche und der Synagoge Fest⸗ gottesdienst für alle Angehörigen der Militär⸗ und Zivil⸗ gemeinde statt. Der kirchlichen Feier in der Stadkkirche wohnte auch die Großherzogin, sowie die Spitzen der Behörden. der stellvertretende Kommandeur der 49. Infanteriebrigade, Gene⸗ ral Nell, der Stadtkommandant, General v. Luncker, die Minister, der Oberbürgermeister u. a. bei. Ein ßer Teil des Gotteshauses war für die Abordnungen der Regimenter und die Vereinigten Kriegervereine reserviert.. 5 J Marburg, 27. Jan. Auch hier trug die Feier des

Aus Stadt und Cand. Gießen, 28. Januar 1915. Der Geburtstag des Kaisers.

Von offiziellen Festlichkeiten war auf den Wunsch des Kaisers in diesem Jahre auch hier abgesehen worden. Nur die Fahnen an den öffentlichen Gebäuden, die Wimpel auf der Straßenbahn und ein festliches Geläute in den Morgen- stunden erinnerten an die Bedeutung des Tages. In den

* 1 sind leicht. Morgen findet das Begräbnis von einem Offizier und fünf Mann des deutschen Kreuzers

.Blücher mit militärischen Ehren statt. Die Toten werden neben den Gräbern der Matrosen vom KreuzerPathfinder

beigesetzt. Die britischen Verluste schwerer als die unsrigen.

Berlin, 28. Jan. Den englischen Verleumdungen gegen⸗

über ist, wie sämtliche Morgenblätter berichten, daran festzuhalten,

. daß bei dem Gefecht bei Helgoland ein britischer Schlacht- kreuzer gesunken ist. VomBlücher abgesehen, haben un⸗

sere Schiffe nicht wesentlich gelitten. Die TapfereBlücher fand das ruhmvolle Wellengrab nicht ohne im letzten Augenblick noch

zwei feindliche Torpedojäger zu zerstören und auf

den Grund der Nordsee mitzunehmen. Außerdem wurde von einem unferer U-Boote das der sinkendenBlücher zur Hilfe geeilt war, ein drittes englisches Torpedoboot hinabbeför⸗ dert. Es ist kein Zweifel, so sagt dieKreuzzeitung, daß die wesentlich größeren Verluste auf seiten des eng⸗ lischen Geschwaders sind, trotzdem dieses über die weitaus f stärkere Artillerie und eine weitaus größere Schnelligkeit verfügte. Lein Waffengang sei daher weniger als dieser geeignet, das etwas berbeulte Prestige der englischen Flotte wiederherzustellen.

* VBermißte englische Schiffe. London, 27. Jan.(WTB Nichtamtlich.) Man fürchtet 5 1 1 855 ff 5Henispire undEngel⸗ ho erKarlsruhe oderKronprinz Wil 72 rbegtet eien onprinz Wilhelm

Der Ankauf fremder Schisse durch Amerita. London, 27 Jan.(WTB. Nichtamtlich.) DieTimes meldet aus Washington: Präsident Wilson ist mehr denn 8 entschlossen, die Gesetzesvorlage betreffend den An⸗ kauf fremder Schiffe 8 Er scheint bereits die

Unte 1 größten Teiles der Opposition gewonnen 2 A ele. 5 7 die den Gesetz⸗

entwurf fen, sagen, sie empfingen wegen ihrer Hal⸗ Haltung Proteste von Wählern. 8 7. London, 27. Jan.(B. Nichtamtlich.) Das Reuter⸗ sch Bureau meldet aus Washington: Der Bericht des Sekre⸗ des 7 des Handels amtes an den Senat ver⸗ Vichnet eine Steigerung der Frachtsätze für transatlantische Fr chten bis 900 und 1150 Prozent. Er besagt, die Frachten seten willkürlich ohne Rücksicht auf die Interessen des gme⸗ rikanischen Handels 13 einer nie dagewesenen Höhe empor⸗ zetrieben, und schließt mit der Befürwortung einer Vorlage betreffen den Ankauf von Schiffen. Der Bericht erklärt es für unrichtig, daß nur deutsche Schiffe gekauft werden bönnten.

5 DieDacia.

Amsterdam, 27. Jan.(W TB.) Nichtamtlich.) Nieuwes

van den Dag meldet aus New Pork: Die Packe ist heute bei Tagesanbruch von Galveston abgefahren. Der Kapitän erklärte, er werde die gewöhnliche Route einschlagen und keine besondere Mühe aufwenden, um einer eventuellen

Beschlagnahme des Schiffes durch die Engländer zu entgehen.

Aus dem Reiche.

. 6 5 Zu Kaisers Geburtstag.

3 nchen, 27, Jan. WTB. Nichtamtlich.) Wie dieKorre⸗ snondenz Hoffmann meldet, fand zwischen 5 K 5 1. wig und dem Kaiser nachstehender Telegrammwechsel

5 95

An schlichter Einfachheit begehst Du heuer Deinen Geburts⸗ 5 mitten im Feindeslande. Nicht in festlichem Jubel kommt zum 5was Deutschlands Fürsten und Stämme für den Kaiser fühlen und denken, aber ein heißes Gabet senden wir alle zum Himmel: Gott schütze und erhalte den Kaiser, er führe ihn und Die in heldenhaften Kämpfen bewährten deutschen Heere zum Sieg. Er lasse dem deutschen Volke in seinem neuen Lebensjahre nach ruhmvollem Frieden eine glückliche Zukunft erblühen! Dies ist der innige, von Herzen kommende Wunsch, den ich, mein Haus und Land Dir zum Geburtstag weihen. In alter Treue 2 ig.

ch danke Dir innigst für die freundlichen Segenswün zu meinem Geburtstage. Wenn das Vaterland nrit 25 . 2 die siegreiche Beendigung des uns aufgezwungenen Existenz⸗ 5 es erhoffen darf, haben Deine braven Bayern dazu durch ihren Heldenmut rühmlich beigetragen. Gott der Herr sei auch ferner mit unserer gerechten Sache. Mit herzlichem Gruß in treuer Freundschaft und Verehrung. Wil hel m. 5 Auch der König von Sachsen sandte dem Kaiser ein herz⸗ liches Telegramm.*

Gnadenerlaß des Königs von Württemberg.

Stuttgart, 27. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Das würt⸗ tembergische Militär⸗Verordnungsblatt veröffentlicht einen Gnadenerlaß des Königs, wonach zum Geburtstags⸗ fest des Kaisers anläßlich der ruhm⸗ und nie Hümpfe des Feldzuges allen Militärpersonen Disziplinar⸗ strafen, Geld⸗ und Freiheitsstrafen, soweit letztere 6 Monate nicht übersteigen, erlassen werden.

7*

g Berlin, 27. Jan.(WTB. Nichtamtlich) Zur Feier von

Kaisers Geburtstag wurde im Dom ein Festgottesdienst abgehalten. Eine große Menschenmenge begrüßte die Kaiserin bei

der Anfahrt mit Hochrufen. Das Gotteshaus war bis auf den

f 3 210 gefüllt. r 4

. Berlin, 27. Jan. Nichtamtlich.) Die während des

Krieges abgeleistete Dienstzeit wird später auf die gesetzliche

5

Schulen fanden die herkömmlichen schlichten Feiern statt. Die Landesuniversikät beging den Tag in der Aula mit einem ernsten Festakt. Nach den einleitenden Klängen des alten Liedes:Ein' feste Burg ist unser Gott, das von Bläsern der vereinigten Posaunenchöre mit prächtiger Wirkung zu Gehör gebracht wurde, nahm der Rektor der Universität Geheimrat Prof. Dr. Sommer das Wort zu folgender Ansprache: Hochgeehrte Versammlung! Liebe Kollegen und Kommilitonen! 2 Wenn man in der Geschichte nach einem Beispiel für die Lage des deutschen Volkes in diesem großen Kriege sucht, so bietet sich eigentlich nur eines dar: Der Kampf des preußischen Staates unter Friedrich dem Großen gegen die ihn umgebenden europäischen Großmächte. Die Gestalt des alten Fritz ragt in scharfem Umriß aus dem Nebel jener Zeit hervor. Er bewirkte im 7jährigen Krieg, daß Preußen zu einer deutschen Vormacht im Rahmen des buntgestalteten alten Reiches wurde und befestigte durch eine langjährige Friedensarbeit sein Werk. Jetzt kämpft das neugeeinte Deutsche Reich und Volk unter Führung seines Kaisers zusammen mit Oesterreich gegen eine Welt in Waffen, nicht nur gegen die Hauptmächte Europas, sondern auch gegen ihre Verbündeten und Hilfstruppen aus Asien und Afrika. Während bei Friedrich dem Großen die Friedensarbeit dem Kampfe in der Hauptsache folgte, hat Seine Majestät Kaiser Wilhelm der II. seit langen Jahren

immer mehr den Namen des Friedenskaisers verdient, bevor dieser große Krieg über Deutschland herein⸗ brach. Und er bleibt auch jetzt, wo er inmitten

der deutschen Truppen im Felde steht und in leitender Stelle an dem großen Schicksal der Zeit teilnimmt, der Friedenskaiser, unter dem sich das deutsche Volk in ruhiger Entfaltung seiner Kräfte und Anlagen zu dem gewaltigen nationalen Körper ent⸗ wickelt hat, den jetzt unsere Feinde vergeblich zu vernichten suchen. Wenn wir heute den Geburtstag Seiner Majestät feiern, so denken wir dabei zugleich an die Entstehung des neuen Reiches, das sich während seiner Regierung so machtvoll weiter entwickelt hat. Und es liegt im Sinne unseres Kaisers, wenn wir mitten in dem Getümmel des riesigen Kampfes auch der Friedensarbeit gedenken, die wir zu leisten haben und durch die unter seiner Regierung das deutsche Volk stark geworden ist, um auch wirtschaftlich diese gewaltige Kraftprobe zu bestehen. Ich bitte Sie, sich zu erheben und mit mir in den Ruf einzustimmen: Seine Majestät, der deutsche Kaiser Wilhelm II. hoch! hoch! hoch! 5 Die Versammlung sang alsdann unter Posaunenbeglei⸗ tung die Nationalhymne. Prof. Dr. Hübner erörterte hierauf in fesselnden Ausführungen die allmähliche Ent⸗ stehung der Verfassung der deutschen Wehrmacht. Er führte etwa aus: 1

Anders wie sonst feiert diesmal der Kaiser seinen Geburts⸗ tag; nicht in Berlin mit dem herkömmlichen militärischen und höfischen Prunk, sondern im Feldlager unter seinen Truppen. Aber in der kriegerischen Kaisexsgeburtstagsfeier dieses Jahres, liegt einc großartige geschichtliche Folgerichtigkeit. Nirgends könnte der Kaiser als das Haupt des um sein staatliches Da⸗ sein kämpfenden deutschen Volkes seinen Geburtstag würdiger feiern als an der Spitze und inmitten des deutschen Heeres. In dem ungeheuren Kriege, der jetzt seit einem halben Jahre tobt, ist das deutsche Volk zu dem bisher höchsten Gipfelpunkt seiner staatlichen Entwicklung gelangt über 1813, ja über 1870 hinaus. Denn jetzt zum erstenmal ist, so lange es Deutsche gibt, der Geist der Zwietracht von uns gewichen und hat einer Einheit und Einig⸗ keit Platz gemacht, wie kaum wir selbst, sicherlich nicht unsere Feinde, sie für möglich gehalten haben. Diese Einheit und Einig⸗ keit ist der granitne Fels, auf dem wir uns sicher fühlen, an dem die feindlichen Wogen sich ohnmächtig brechen werden. Die Per⸗ son des Kaisers verkörpert sie uns.. 1 Am deutlichsten und wuchtigsten tritt jetzt naturgemäß die militärische Einheit Deutschlands in die Erschei⸗ nung, die zwar 1870 schon vorhanden war, aber doch erst im neuen Reich ihren planmäßigen Ausbau erhalten hat. Sie erscheint uns heute als das selbstverständlichste Ding von der Welt. Aber lange Zeit hindurch haben nir sie zu unserem größten Schaden entbehren müssen und sie konnte nur mit schweren Mühen ge⸗ schaffen werden. Dies ist in Preußen geschehen, wo die beiden großen Könige des 18. Jahrhunderts, Friedrich Wilhelm I. und Friedrich der Große, grundlegend wirkten. Sie verstanden es, in dem Kantonsystem wenigstens grundsätzlich den Gegensatz von Söldner⸗ und Milizheer zu überwinden und in dem Offizierkorps eine mustergültige Einrichtung zu schaffen, in dem die alte Lehns⸗ treue dem Staate dienstbar gemacht wurde. Friedrich der Große

fügte dem dann den Glanz kriegerischen Ruhmes hin⸗ zu und wußte seiner Armee vor allem den Geist der unerschrockenen Offensive einzuhauchen, der in ihr

Triumphe feiert. In der großen Zeit der Wiederaufrichtung des preußischen Staates griffen dann Scharnhorst und Boyen den Gedanken der allgemeinen Wehrpflicht auf und führten das in dem alten Kantonsystem nur unvollkommen Er⸗ reichte weiter. Immerhin gelang auch ihnen eine völlig befrie⸗ digende Gestaltung der noch nicht. Sie durch⸗ gesetzt zu haben, ist das 2 Verdienst König Wil⸗ helms I. Sein Werk fand in den Kriegen von 1864 und 1866 die glänzendste Rechtfertigung, und als es sich nunmehr darum handelte, ganz Deutschland militärisch zusammenzufassen, brauch⸗ ten nur die bewährten Einrichtungen Preußens erweitert zu werden. Dies geschah dank der genialen Staatskunst Bismarcks in schonendster Form, aber doch so, daß tatsächlich alles, was notwendig war, durchgesetzt wurde. Vor allem in der obersten Kriegsherrlichkeit des Kaisers erhielt die militärische Einheit Deutschlands ihren Ausdruck.

Der militärischen entspricht die staatsrechtlich⸗poli⸗ tische Einheit, die in der Form des Bundesstaates her⸗ gestellt worden ist. Wenn in unsrer Verfassung monarchische und demokratische, unitaxische und föderalistische Bestandteile zusammen⸗ geschweißt worden sind, so liegt gerade darin ihr Vorzug und die Gewähr für ihre Haltbarkeit. Die Entwicklung ganz von selbst dazu geführt, daß die unttarischen Organe der Ver⸗ fassung immer mehr hervortreten und besonders die Stellung des Kaisers an Bedeutung zunahm. Der Kaiser ist nicht der Monarch des Reichs und doch führt er mit eigenster und letzter Verantwortung seine Geschicke. Auch der Kaiser hat sich zu der

friderizianischen Staatsgesinnung bekannt, daß der Fürst der erste

stets lebendig geblieben ist und gerade gegenwärtig die herrlichsten,

Geburtstages unseres Kaisers einen dem Ernst der Zeit entsprechenden Charakter. Morgens fand Glocken⸗ geläute und anschließend Gottesdienst in sämtlichen Kirchen statt. Hieran schlossen sich Festakte in den Schulen und Lehr⸗ anstalten und um 11½ Uhr begann in der dichtbesetzten Aula der Universität die akademische Festfeier, die in einem Orgelvortrag seitens des Universitäts⸗Musikdirek⸗ tors Prof. Jenner und der Festrede des Professors der klassischen Philologie Geheimrat Birt über das ma Wie der Deutsche sein Vaterland gefunden bestand. Die interessanten Ausführungen klangen in einem Hoch auf den Kaiser und dem Gesang der Nationalhymne aus.

* 1*

Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.)

Musk. Friedr. Hofmann, Inf.-Ngt. 49, aus Niederscheld. Kriegsfreiw. Kand. des Maschinenbaues Georg Schleier macher, Res.-Inf.⸗Rgt. 221, aus Aschaffenburg. Seesoldazat Jakob Mignon, 2. Marine-Ins.-Rgt., aus Wetzlar. Ulan Karl Kern, Ulanen-Agt. 6, aus Werdorf. Landwehrm. Th. Hamel, Res.-Inf.⸗Rgt. 88, aus Neuschwambach. Einj-Jreiw. Ernst Hammann, Res.-Juf.-Agt. 221, aus Offenbach. Land- wehrm. Jakob Jäger aus Bieber bei Offenbach. Vizeseldwebel Heinr. Nagel, Res.-Inf.-⸗Rgt. 118, aus Offenbach a. M. Re Karl Villmann aus Storndorf. Et. d. Res. Otto Geisel, 5. bayr. Ind⸗Rgt. aus Alsfeld. Kriegsfreiw. Kurt Kautschke, Res.⸗Jnf.-Rgt. 221, aus Darmstadt.

* 3

* Ritter des Eisernen Kreuzes: ß Oppenheimer aus Holzhausen. Adolf Kleberger, Leutn. im Art.-Regt. 61, aus Melbach. Leutn. Curt Dor n⸗ feld, früher an der Unteroffizierschule Wetzlar, jetzt im Garde-Regt. 5. Leutn. d. R. Karl Grundberger aus Alsfeld, beim Pionier-Kommando des Korps⸗-Brücken⸗Train 18. Vizefeldwebel im e ee 11 Gustav Her⸗ bold aus Marburg. Amtsrichter Dr. Fraeb aus Griedel, Leutn. d. L. Postaff Uffz. Heinrich Rumpf aus Griedel, Res.-Inf.⸗Regt. 209. 5 d. R. vom Art.⸗Regt. 25 Ferd. Küster aus Lauterbach. 22 ** Das Ergebnis der Reichswollwoche in unserer Stadt ist außerordentlich günstig gewesen, 5 wenn man bedenkt, wieviel Wollsachen schon vo für Ostpreußen und für Zwecke des Roten Kreuzes von den Ein⸗ wohnern 4 N wurden. Die Einsammlung wurde Sams⸗ tag, den 23. d. M., begonnen und Dienstag, den 26. d. M., beendet. Diese schnelle Durchführung war nur dadurch mög⸗ lich, daß die Stadt die nötige Anzahl Gespanne für die ver⸗ schiedenen Bezirke zur Verfügung stellte und die Jugend⸗ wehr das Einsammeln in dankenswerter Weise übernom⸗ men hatte. Es war interessant anzusehen, mit welchem Eifer und mit welcher Schnelligkeit die Jungen ihres Amtes wal⸗ teten und wie aus allen Stadtteilen in kurzer Zeit die großen von privater Seite zur Verfügung gestellten Plattform⸗ wagen hochbeladen den Sammelstellen am Neustädter Tor und in der Nord-Anlage zustrebten. Fast aus allen Haus⸗ haltungen wurden Sachen abgegeben, und der Opfersinn unserer Bürger zeigte sich im schönsten Lichte. Zwanzig vollbeladene Wagen waren das Ergebnis der lung, die alles, vom einfachen Wollappen bis zum gut er⸗ haltenen Anzug, umfaßt. Die Sachen werden in den Sam⸗ melstellen einer Vordes infektion unterzogen, in Säcke und Bündel verpackt und dann in dem von der Kliniksver⸗ waltung unentgeltlich zur Verfügung gestellten 5 apparat gründlich desinfiziert. Alsdann erfo erst das Aussortieren der einzelnen Stücke, deren Verwendung je nach der Beschaffenheit verschieden ist. Da finden sich Stücke, die zu Decken verarbeitet werden können, da sind ganze An⸗ züge, Mäntel usw., die nach Ausbesserung den Flüchtlingen gute Dienste leisten werden, u. a. m. Für die zweckdienliche Verwendung der Sachen hat sich unter dem Vorsitz des Herrn Oberbürgermeisters ein besonderer Aus schuß ge⸗ bildet, der auch die Verarbeitung und Weitergabe der fer⸗ tigen Decken usw. in die Wege leiten wird. 1 Nichtöffentliche Stadtratssitzung. Heute nachmittag findet im Stadthause eine geheime Sitzung der Stadtverordneten statt. Wie wir erfahren, handelt es sich bei der Beratung um die Beschaffung von Fleisch⸗ Dauerware durch die Stadt. 5

**Drauf wie Blücher! Ein Leser teilt uns folgendes mit:Der Wehrmann W. von einem Reserve⸗ Feldartilleri iment schreibt mir aus einer Stadt in Polen vom 18. Januar: i 2

Mit unserer jungen hessischen Infanterie vorauf besiegen wir jeden Feind. Vor den Jungen muß man den Hut abnehmen, die gehen drauf

ele enen e d 0 erg iellei men iejenigen noch äglich, welche diesen jugendlichen een angel an Mut stellten oder solche Gerüchte verbreiten halfen.

» Aus dem Gefangenenlager. Die Zahl der in dem Lager auf der Höhe des Trieb untergebrachten Franzosen und Belgier beläuft sich jetzt auf rund 8000 Mann. Der Wegebau im Lager nimmt gute Fortschritte und dürfte in einigen Wochen beendet sein. Eine sehr zu begrüßende Maßnahme ist die Einrichtung einer Schweinemast⸗ anstalt, um die Abgänge der Verpflegung nutzbringend zu verwerten. Vorläufig hat man mit 30 Einlegschweinen be⸗

gonnen, deren Zahl in aller Kürze auf 100 Stück gesteigert n werden soll. 5 298555