e 1 1 5 der be dc t
festgesetzt worden. 5 a Landkreis Gießen.
+Rödgen, 27. Jan. Die Hessische Tapferkeits⸗ Medaille wurde verliehen dem Unteroffizier Wilhelm Becker beim Garde⸗Dragoner-Regiment Nr. 23, Darmstadt.
O Beuern, 23. Jan. Hier wurde ein Alice-Frauen⸗ verein gegründet, dem viele Frauen beigetreten sind. Die Zu⸗ sammenkünste finden im neuen Gemeindesaate statt. Vorsitzender it Pfarrer Wagner. 5.
Kreis Büdingen.
h. Nidda, 26. Jan. Eine hier abgehaltene Versamm⸗ lung der Bürgermeister des Kreises Büdingen be⸗ schäftigte sich in eingehender Weise mit den von den Behörden 3 en Maßnahmen zur Weiterernährung von Heer und
olk während der Kriegszeit. Der Versammlungsleiter Geheim- rat Boeckmann erläuterte in einem Vortrage die ungeheure Wichtigkeit der erlassenen Verordnungen und verpflichtete die Bürgermeister mit allen Mitteln über die Durchführung der Maßregeln in jeder Ortschaft genaueste Aussicht zu führen. In der Aussprache betonte man besonders die Wichtigkeit der Kon⸗ trolle durch die Sachverständigen. Volle Einigleit herrschte auch über die Nutzbarmachung jeder anbaufähigen Bodenfläche zu Garten- und Gemüseland. Minderbemittelten soll in jeder Weise die Möglichkeit zur Anlegung eigener Kartoffel- und Ge⸗ müseäcker geboten werden. Den Beschluß der Tagung bildeten
e die Herstellung von Backwaren, das Brot⸗ gewicht und die vielverzweigte Liebestätigkeit für die im Felde stehenden Armeen.
5 Kreis Schotten.
h. Herchenha in, 25. Jan. Die schon von Anfang kleine *— von Holzhauern schmilzt noch immer mehr zusammen. Zwei Mann wurden zum Heere eingezogen und zwei verunglückten vor wenigen Tagen. Es ist bis jetzt wenig Aussicht vorhanden, daß sich die Dorfbewohner für den nächsten Winter mit Brenn holz versorgen können, da die wenigen Holzhauer immer noch mit dem Aufarbeiten des Nutzholzes in den sehr beschädigten Beständen vom vorigen Winter beschästigt sind.
O Hartmannshain, 25. Jan. Aus unserer Gemeinde steben z. Zt. vier Brüder im Heere. Es sind dies die vier Brüder Klein. Der älteste Bruder wurde als Wehrmann beim Landwehr⸗ Jusanterie-Regiment 87 auf dem westlichen Kriegsschauplatze leicht verwundet, verblieb aber bei der Truppe. Auch der jüngste, der als Kriegsfreiwilliger eintrat, wurde in Polen verwundet und kam nach Deutschland zurück. Die beiden anderen sind als Ersatz⸗ Reservisten eingezogen worden; einer von ihnen steht ebenfalls im
elde. 5 Kreis Friedberg. h Vilbel, 286. Jan. Mit Wirkung vom 1. März 1915 ab hat das Kreisamt Friedberg für den Aimtsgerichtsbezirk Vilbel die Gründung einer Zwangsinnung für das Bäckergewerbe
angeordnet. Kreis Wetzlar. h. Wetzlar, 26. Jan. Die im Kreise Wetzlar vorgenom⸗ mene Goldgeldsammlung ergab bisher 173 910 Mark.
* Hebssen⸗Nassau. m. Kirchhain, 26. Jan. Der Greifswalder Kliniker Pro- sessor Dr. Römer von bier, früher in Marburg, der als Regi⸗ mentsarzt im Osten tätig ist, wurde als beratender Hygtieniker einem Generalkommando dort zugeteilt.
h Frank surt a. M., 26. Jan. Der Werkstätte für Heimarbeiterinnen wurden von der städtischen Kriegs- 1 zu Unterstützungszwecken 30 000 Mark überwiesen. Die Kommission beschloß weiter die Herausgabe eines kleinen Kriegs- Kochbuches, das in großen Mengen unter die Bevölkerung ver teilt werden soll.— Wegen Kindes mordes wurde ein in der Bethmannstraße bedienstetes Mädchen verhastet. Es hat sein neu- geborenes Kind mit emem Taschentuch erstickt.— Bei dem Zu- sammenstoß zweier Straßenbahnwagen wurde eine Frau aus Griesheim derart schwer verletzt, daß sie dem Kranken- bause zugeführt werden mußte. Die Wagen gingen bei dem Zu⸗ ammenvprall fast in Trümmer.
5 h. Bad Homburg v. d. H., 26. Jan. Eine dringliche Stadtverordnetenversammlung beschloß die Bildung eines Ausschusses zur Versorgung der hiesigen Bevölkerung mit billigen Lebensmitteln und geeignetem Gelände zur Be⸗ pflanzung mit Kartoffeln und Gemüse. Sie genehmigte ferner die Befreiung der zu den Waffen einberufenen Homburger Unter⸗ offiziere und Mannschaften mit einem Jahreseinkommen bis zu 3000 Mark von den Gemeindesteuern. Allen städtischen Ange- stellten wird das Gehalt voll weiterbezahlt, wenn sie verheiratet, zur Hälfte, wenn sie ledig sind. Die Frauen der im Kriegsdienst stehenden städtischen Arbeiter erhalten monatlich 15 Mark. Dem Entwurf einer neuen Marktpolizeiverordnung stimmte man ein⸗ stimmig zu, ebenso der Erhebung von Marktstandgeldern. Cuftichiffahrt.
— Abrechnung über die National-Flugspende. Auch im vergangenen Jahre hat die Nattonal⸗Flugspende eine Abrechnung über ihre Tätigkeit vorgelegt; ein Jahresbericht, wie jür das Jahr 1913, ist dagegen nicht erschienen. Besser als eine Denkschrist zeugen die Taten unserer Flieger im Felde von dem vorbereitenden Wirken der Nattonal-Flugspende. Gar mancher unserer Zivilpiloten, den die National-Flugspende ausgebildet oder zum Kriege vorgebildet hat, ist mit dem Eisernen Kreuz 2. oder sogar 1. Klasse geschmückt worden. Der Krieg hat bewiesen, wie notwendig, aber auch wie segensreich die Spende des deutschen Volkes für die Entwickelung unseres Flugwesens gewesen ist. Der Abrechnung entnehmen wir in dieser Hinsicht, um nur große Zahlen zu nennen, daß rund 15 Millionen Mark für Fliegerausbildung und weitere 1½ Millionen Mark für Flugprämien und Wett- bewerbe gezahlt worden sind. Die Arbeiten auf dem Gebiete der Fliegerversicherung, der Schaffung von Flugstützpunkten und der Förderung neuer Konstruktionen haben den Betrag von etwa einer zalben Million Mark in Anspruch genommen.*
Die zehn Gebote für die Heimgebliebenen.
1. Du sollst dein Vaterland lieb haben über alles in der Welt.
2. Du sollst an deine Brüder im zelde denken, sie ehren und ihnen dankbar sein.
3. Vertrau den deutschen Waffen und fürchte keinen Feind.
4. Vernimmst du Geheimnisse des Heeres, so halte die Hand auf den Mund.
5. Hörst du von Vexlusten, so vergrößere sie nicht.
6. Ehre das edle Brot und sei kein Verschwender.
15 1 du Vermögens die Fülle, so halt' es nicht töricht im
asten.
8. Tu deine Arbeit in deinem Beruse, so dienst auch du dem Vaterlande.
9. Sei bereit, jedes Opser ohne Murren zu bringen und trage würdig dein Geschick.
10. Vergiß dereinst nicht im Frieden, was du im Kriege ge- lernt hast. 1.
—
Ein Großfeuer in Bremen. Bremen, 26. Jan.(Priv.⸗Tel.) In der vergangenen Nacht ist aus einer bisher unaufgeklärten Ursache im Künstler verein ein Großfeuer entstanden. Gegen 3 Uhr brannte das Dach der hohen Türme des angrenzenden Domes. Die umliegenden Gebäude wurden von den Flaunmen gesvensterhaft beleuchtet. Das Gebäude ist vollständig ausgebrannt. Die im Erdgeschoß befind⸗
lichen Ladenräume erlitten schweren Wasserschaden. A‚ʃ ü— 1* ä———ů ů ů ů ů
Kleine CTageschronik.
Aus Dortmund wird gemeldet? Am Montag abend 8 Uhr 1/ Min. wurde in einem Teile der Stadt eine heftige Erd- erschülterung wahrgenommen, durch die an zahlreichen Häusern und einem Denkmal Schaden angerichtet wurde. Ob es sich um
ein Erdbeben oder eine Erschütterung aus einer anderen Ursache andelt, ist noch nicht festgestellt.
Das„Berl. Tagebl.“ meldet aus Rom: Der„Mattino“ be⸗
rechnet die Zahl der durch das Erdbeben Umgekommenen
auf 44000.— Aus Mailand wird gemeldet: Die Arbeiter 5 Gasfabriken Mailands sind in den Ausstand getreten.
Märtte.
m. Kirchhain, 26. Jan. Zu den gestrigen seit langer Zeit wieder stattgesundenen Rindviehmarkte waren 105 Stück Großvieh und 15 Kälber aufgetrieben. Händler, namentlich Käufer, waren in großer Anzahl erschienen un der Handel war recht flott und die Preise hoch. Zu dem im nächsten Monat stattfindenden Markte hofft man auf bedeutend stärkeren Auftrieb.
le. Frankfurt a. M. Schweinemarkt bericht vom 27. Jan. Außgetrieben waren 1902 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Lebendgewicht 68.00— 70.00 Mk., Schlachtgewicht 35.00—87.00 Mk., vollfleischige Schweine unter 80 ug Lebendgewicht 66.00—68.00 Mk., Schlachtgewicht 83.00— 5.0 Mk. vollfleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 68.00—70.00 Mk., Schlachtgewicht 35.00—87 Mk.; vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 68.00— 70.00 Mk., Schlachtgewicht 85—87.00 Mk. Geschast mäßig rege.
je. Frankfurt a. M., 27. Jan.(Orig.⸗Telegr. de;„Fiez. Anz.“) Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen(hiesiger) Mk. 27.80-00.00, Kurhessischer Mk. 27.80 00.00, Roggen Mk. 23.30 00.00, Gerste Mk. geschästslos, Haser Mk. 22.30— 00.00. Alles ab den Stationen des Höchstpreisbezirks Frank furt a. M. zuzüglich der gesetzlich zulässigen Provision per 100 kg. — Futtermittelmarkt und Mehl. Kleie Mk. 15.00 00.00, Bier- treber Mk. 24.50—25, Weizenmehl 0 Mk. 00.00- 00, Roggenmehl Mk. 00.00— 00. Alles per 100 kg.
se. Frankfurt a. M., 27. Jan.(Orig.⸗Telegr. des Gieß. Anz.) Kartoffelmarkt. Kartoffeln in Großhandel Mk. 7,00 bis 8,00, Kartoffeln un Kleinhandel Mk. 8,00— 9,00, Alles per 100 Kg. Ohne Einkaufsprovision.
Die Marttpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch⸗ und Brotpreise am 25. Januar 1915.
Schlachtviehpreise in Drankfurt a.
Fleischpreise in Gießen
Ochsen 1 82 r/ Kg. 90—98 PIN. 0-105 Mk.
Kälber, Kg. Schlachtgw. 70—85 P.„„ 76-80
See
Brotpreise in Gießen:
Weizen 100 Kg. 27.90— 00.00 Mt. Roggen 100 Kg. 23.90— 00.00 Mk.
Amtlicher Wetterbericht. Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 28. Jan. 19151 Wechselnd bewölkt, Frost, nordöstliche Winde.
Letzte Nachrichten.
Eine Ansprache des Kaisers an ein Kölner Regiment.
Köln, 27. Jan. Der Kaiser hat, wie die„Kölnische Volkszeitung“ meldet, am 21. Januar das Kölner Reserve⸗ Infanterie-Regiment Nr. 28 besucht, das zur Erholung aus der Feuerlinie zurückgezogen war, und folgende Ansprache an dasselbe gerichtet:. 0
„Ich habe das Reserve⸗Infanterie-Regiment Nr. 28 hierher bestellt, um ihm meinen Dank für seine todesverachtende Tapfer⸗ keit auszusprechen. Wenn die Infanterie mit dem Bajonett an⸗ reift und den Feind vor sich hertreibt, so ist das eine schöne at. Aber, monatelang schweres Artilleriefeuer auszuhalten, dazu gehört ganz besonderer Mut und besondere Ausdauer. Ihr habt aber bewiesen, daß Eure Tapferkeit in keiner Weise darunter gelitten hat. Ich freue mich, daß die„Köllschen Jungen“ ihrem Rufe und dem guten Ruf des xheinischen Armeekorps von alter Zeit her Ehre gemacht haben. Wenn der alte Göben das erlebt hätte, so würde er seine helle Freude an Euch gehabt haben. Ich erwarte, daß Ihr immerdar Euch so halten werdet wie bis zu diesem Augenblick. Ich vertraue, daß die„Köllschen Jungen“ das Ihrige dazu tun werden, den Feind völlig nieder⸗ zuwerfen. Wenn der liebe Gott, wie ich vertraue und hoffe, uns zum Siege verholfen haben wird, so erwarte ich, daß Ihr „Köllschen Jungen“ mit erhobenem Haupt in Eure alte be— rühmte Stadt einkehren könnt und daß Eure Mädchen auf Euch stolz sein können. Adieu Kameraden!“
Ein Urteil über die Vogesenkämpfe.
„Basel, 27. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Oberst Müller schildert in der„Neuen Zürcher Zeitung“ die überaus wütenden Kämpfe im Sundgau, namentlich um die Höhe 425 west⸗ lich von Sennheim. Er bemerkt zu der Einschätzung der Feinde: Die Deutschen zollen namentlich den französischen Albenjägern Lob. Ihrer gewandten und tapferen Haltung fehlte die zähe Aus⸗ dauer, als der Erfolg nicht sogleich dem Angriffsfeuer entsprach, eine Erscheinung, welche von den deutschen Frontoffizieren auch an anderen Stellen festgestellt würde. Sehr günstig lautet im all- gemeinen das Urteil über die französischen Offiziere, über die ich aus dem Munde deutscher Offiziere oft genug Worte der höchsten Anerkennung und Achtung hörte. Die Ausbildung der Truppe, ihre soldatische Haltung und Ausdauer seien verschieden. Die aus älteren Leuten bestehenden Territorialtruppen, welche jetzt vielfach auch als Gefechtstruppen in der Front verwendet werden, werden deutscherseits nicht besonders hoch eingeschätzt. In Anbetracht der sehr schwer anzugreifenden beherrschenden franzö⸗ sischen Stellungen muß die Wiedergewinnung des östlichen Teiles der Höhe 425 als ein schöner taktischer Erfolg und eine rühm⸗ liche Waffentat bezeichnet werden. Schwierig gestalten sich für die Franzosen in diesem Gelände die rückwärtigen Ver⸗ bindungen und damit die Verpflegungsverhältnisse. Das Wesserlingertal bietet keine großen Hilfsquellen mehr, der Transport über die Vogesen erfordert einen starken Verbrauch an Kräften und Zeit. Insbesondere sei es mit der Verpflegung der kleineren detachierten Abteilungen im Gebirge schlimm bestellt. Aber auch die zwischen Thann und Sennheim stehenden französischen Truppenteile scheinen unter Verpflegungsmangel zu leiden. We⸗ nigstens sahen die bei Sennheim gefangenen Franzosen abge- magert aus und klagten über Hunger.
Die Schiffswerft von Dünkirchen in Flammen. Amsterdam, 27. Jan. Nach der„Times“ hat ein deutscher Flieger mit vier Bomben die Schiffswerft in Dünlirchen in Grand gesetzt. Das Feuer wurde später gelöscht.
Weißbrot 2 Kg.— Pig. Schwarzbrot 2 Kg. 72 Pig
Kälte in Nordpolen. Berlin, 27. Jan. In Nordpolen ist, wie die „Tägl. Rundschau“ aus Amsterdam erfährt, ein starkes Sinken der Temperatur zu verzeichnen.
i Die englischen Kriegskosten.
Basel, 27. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Die Base⸗ ler Nachrichten melden: In der am 17. Januar ab- schließenden Woche betrugen nach einer 1 17 Quelle laut Zwischenbilanz des Schatzkanzlers die Kriegsaus⸗
aben 15,3 Millionen Pfund. Die bisherigen Gesamt⸗ Nen betragen 207 Millionen Pfund. Der englische„Triumph“.
Rotterdam, 26. Jan. Die Londoner Meldungen schweigen noch immer über den Verlust eines englischen Schlacht⸗ kreuzers. Es wird desto ausführlicher über die freudige Stimmung
berichtet, die der angebliche Ausgang des Seegefechtes in London
„
77... ˙.=
erzeugte. Reuter meldet, in allen Cafés, Konzertlokalen und Kine⸗ matographentheatern wurde die Meldung der Admiralität bekannt gegeben. Die Zeitungs verkäufer auf den Straßen wurden von einer aufgeregten Menge umringt. Die Blätter erklären, der englische Sieg sei sowohl eine Tat der Vergeltung als eine Kriegstat. Der Bluff der Deutschen, daß sie die Nordsee beherrschten, sei jetzt vernichtet. Holländische Blätter weisen darauf hin, daß eine Ver⸗ leichung der am Seegefecht beteiligten Kräfte das Kaliber der chweren Artillerie der Engländer dem der Deutschen überlegen war und daß daraus auf englischer Seite ein Uebergewicht entstand. Der Kommandant des englischen Geschwaders, Vizeadmiral Beatty, sei auch der Führer der englischen Schiffe in dem Gefecht bei Helgo⸗ land gewesen. Er sei 43 Jahre alt und einer der jüngsten Flagg⸗ offiziere der englischen Marine. Dem„Telegraaf“ wird aus London gemeldet, die Nachricht, die dort über das Seegefecht ver⸗ öffentlicht wurde, hätte das Vertrauen der Engländer in ihre Flotte neu hergestellt. Die englischen Schiffe hätten dicht bei der deutschen Flottenbasis auf das Erscheinen der deutschen Schiffe gewartet.
Das Rätsel Italien.
Rom, 27. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Die Militär⸗ zeitung„Esercito Italiano“ führt aus, daß Ita⸗ lien, falls es sich am Kriege beteilige, außer der Milliarde, die schon jetzt erforderlich sei, in einem Vierteljahr noch ca. drei Milliarden Lire für den Heeres— bedarf werde aufbringen müssen.—„Avanti“ meldet aus zahlreichen Ortschaften Kundgebungen gegen den Krieg; stellenweise liefen diese Proteste nicht ohne Zusammenstöße mit der Polizei ab, wobei es auch Ver⸗ wundete gab.
Bulgarien und die Türkei.
Rom, 27. Jan. Der Korrespondent des„Berl. Tagebl.“ be⸗ richtet: Ich sprach den bulgarischen Delegierten Gena⸗ die w, der mir auf das bestimmteste versicherte, daß Bulgarien seiner Freundschaft für Deutschland und Oesterreich-Ungarn un⸗ bedingt treu bleiben werde. Die Zentralmächte könnten ganz unbesorgt sein, sie würden seitens Bulgariens keine Ent⸗ täuschung erleben. Auf meine Frage, ob die Nachricht der Pariser Presse von einer Spannung Bulgariens mit der Türkei wahr sei,
erwiderte Genadiew wörtlich: Ich erkläre Ihnen ganz kategorisch, daß Bulgarien nie und nimmermehr Angriffspläne gegen die
Türkei hegt. Die Türkei weiß dies auch sehr gut und hat nicht einen einzigen Mann an der bulgarischen Grenze stehen. Bulgarien hat mit der Türkei wegen Mazedonien Krieg geführt und Maze⸗ donien konnte für Bulgarien den einzigen Grund zu einem Kriege bilden. Heute ist Mazedonien nicht mehr im Besitz der Türkei. Bulgarien wird stets eine für Deutschland und Oesterreich-Ungarn freundschaftliche Politik treiben. Alle entgegengesetzten Behaup⸗ tungen sind Erfindungen.
Der Emir von Afghanistan ermordet? Hamburg, 26. Jan. Nach einem Kopenhagener Telegramm
der„Hamburger Nachrichten“ bringt das russische Blatt„Rjetsch“
folgende Mitteilung: In Petersburg ist die Meldung eingetroffen, daß auf den Emir von Afghanistan, Habib Ullah Khan, ein Mord⸗ anschlag verübt worden sei. Der Emir ist, wie es heißt, getötet der Thronfolger verwundet worden. Nach einer Lesart ist der Mörder ein jüngerer Sohn des Emirs, nach einer anderen ein Türke.
Die Vereinigten Staaten und die Kriegführenden.
Amsterdam, 27. Jan.„Daily Telegraph“ meldet aus New York: Die Vereinigten Staaten sind in diesem Kriege sämtlichen kriegführenden Parteien gegenüber loyal. Dies ist der kurze Sinn eines längeren Briefes, der vom Staatssekretär Bryan an den Senator Stone gerichtet wurde. Der Brief leugnet die Beschuldigungen von deutsch-amerikanischer Seite, daß Wilson den Verbündeten der Entente freundlich und der Gegenpartei feindlich gesinnt sei. Am 8. Januar hatte Stone einen Brief an die Re⸗ gierung gerichtet, in er sich nähere Informationen erbat, weil ihm aus den Kreisen, die mit Deutschland und Oesterreich⸗Ungarn sympathisieren, mehtere Briefe zugegangen seien, in denen die Meinung geäußert wurde, daß die amerikanische Regierung sich zugunsten Englands, Frankreichs und Rußlands parteiisch zeige. Der Brief Bryans schließt mit folgender Erklärung betreffend der vielerörterten Frage der Ausfuhr von Munition: Wenn ameri⸗ kanische Bürger, die mit Deutschland und Oesterreich-Ungarn sym⸗ pathisieren, der Meinung sind, daß die amerikanische Re⸗ gierung jene Länder benachteilige, so liegt das an der Tatsache, daß die englische Flotte der deutschen und öster⸗ reichisch-ungarischen Flotte bisher auf hoher See überlegen war. Es ist die Sache der Kriegführenden, auf hoher See zu operieren, und es ist nicht die Pflicht eines neu⸗ tralen Landes, zu verhindern, daß Konterbande der Feind er⸗ reicht. Diejenigen des amerikanischen Volkes, die mit Deutschland und Oesterreich sympathisieren, scheinen zu meinen, daß die ameri⸗ kanische Regierung als Regierung eines neutralen Landes verpflich⸗ tet wäre, den Handel mit Kriegskonterbande zu verhindern. Eine derartige Verpflichtung gibt es aber nicht. Es würde seitens der amerikanischen Regierung nicht neutral und unparteiisch sein, eine
derartige Politit zu führen. Bryan gibt weiter zu, daß die Ver⸗
einigten Staaten betreffs der Differenzen mit England in mancher Beziehung gebunden seien, weil sie im Bürgerkrieg als kriegführende Macht vielfach ebenso verfuhren wie England. So haben die Ver⸗ einigten Staaten betreffend der Konterbande und der Behinderung der Schiffahrt manches getan, was man jetzt in Amerika seitens Englands als lästig empfindet. Der Gouverneur der Schutztruppe von Deutsch-Südwest gestokben. 2 Berlin, 27. Jan. Ter Gouverneur der Schutztruppe von Deutsch-Südwestafrika, Oberstleutnant Joachim vo n Hey de⸗ breck ist am 12. November v. Is. infolge einer Verwun⸗ dung, die er auf dem afrikanischen Kriegsschauplatz erhalten hatte, gestorben. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion. Berlin, 27. Jan. Die sozialdemokratische Reichs⸗ tagsfraktion tritt am 2. Februar zu einer Sitzung im Reichstag zusammen. Für die Beratungen sind dem„Vorwärts zufolge zwei Tage vorgesehen. Erdbeben.
) Jugenheim(Erdbebenwarte), 27. Jan. Heute vormittag 2,13 Uhr verzeichneten die Apparate der hiefigen Erdbebenwarte ein starkes Erdbeben von halbstündi⸗ ger Dauer, dessen Herd 3000 Kilometer entfernt liegen dürfte und vermutlich in der griechischen Inselwelt zu
Glanz⸗ nußkohlen
kosten nur
Mark 1.20
ver Zentuer frei Haus. Probelieserungen durch
J. Happel, Nühlstraße. Telerbon 125. eee eee e
Lebende Lahufsche,
Schellfische, Kabliau, jrisch vom Fang bei 6463 M. Simon, Walltorstraße 43.
96%
Nußkohlen I. II und III Authrazitkohlen Eiforn⸗ Briketts Union⸗Briketts
Gaß⸗ u. Hüttenkoks, Holz
empfiehlt 110
Dan. Wirth's Nachf.
West⸗Anlage 51. Teleph. 2.
Briketts.
Den billiasten Daus. und Füchenbrand exziel. Sie bei Friedrich-Briketts. Direkte Sackfüllung ab Fabrik. n Jenzner nur 1 Mik. frei Haus. H. Abel, Wetzsteinstr. 19.
n
1
11
SSS—⅛Ä—2ñÄ


