1 9 U
3 9* 1 e e statt. Es* daran alle 1 hier upp 2000 und Formationen teil. Als Trauer ⸗ de er oberhessische Landsturm einen Offizier ⸗Stell⸗ teter und drei Gruppen stellen, desgleichen die Musik und zei träger. Die würdige Feier schloß mit den üblichen drei Sal⸗ en über das gemeinsame Grab der auf dem Wege zur Heimat segengebliebenen hinweg. Daun rückte der Laudsturm wieder ihm zugewiesenen Posten und Wachen, und als lautes is, nimmer vom Wege der Pflicht und Ehre zu weichen, rauste durch die aufhorchenden. 1 Stadt von der vorausmarschierenden Bataillonsmusik angestimmte an O Deutschland, hoch in n
*
* Hessische Vermißten vermittlung. Ueber 00 Angehörige von vermißten Kriegern, davon die meisten damen, die trotz aller Mühe von den Kämpfern bis jetzt einerlei Nachricht erhalten konnten, hatten sich unter dem Zorsitz des Rechnungsrates a. D. Schupp gestern nach— nittag im Kaisersaal in Darmstadt eingefunden, um zu eraten, welche Wege einzuschlagen seien, um der quälenden lngewißheit ein Ende zu bereiten. Der Vorsitzende berichtete ber die bis jetzt erfolgten vorbereitenden Schritte und teilte
nit, daß sich bis heute über 1200 Personen gemeldet haben, ie um das Schicksal ihrer Angehörigen besorgt sind. Nach
r längeren Aussprache wurden dann eine Reihe von Vor- en angenommen, die in der Hauptsache folgendes ent— : Der vorbereitende Ausschuß wird in einen defini— umgewandelt. In jedem hessischen Kreise ist ein Ver uens mann 1 wählen, der die Vermißten seines Be- s aufstellt und diese Liste an den Haupt⸗Ausschuß Darm- tadt einliefert. Dieser läßt das gesamte Material in einer ste alphabetisch sowie nach Zeit des Vermißtseins, Datum id Ort der Schlacht usw. geordnet drucken und allen maß⸗ ebenden Personen, Abgeordneten, Konsulaten, Kardinälen d anderen Geistlichen mit der Aufforderung um Beihilfe u Aufklärung zugehen. Nach den weiter angenommenen zntschließungen sollen das auswärtige Amt, das Kriegsmini⸗ terium usw. ersucht werden, durch die Vermittlung neutraler Staaten unter Androhung von Gegenmaßregeln dafür zu gen, daß der Schriftverkehr unserer gefangenen Krieger im sand erleichtert werde. Auf dem gleichen Wege soll die ellung von Listen der gefangenen Deutschen veranlaßt . n. re Angestelltenversicherung und Kriegs⸗ eilnehmer. Die Angehörigen der vor dem Eintritt in den Kriegsdienst nach dem Versicherungsgesetz für An⸗ jestellte versicherten Personen erhalten im Falle des Todes ee keine Hinterbliebenenrente, weil 5
Leistungen von der Erfüllung einer Wartezeit von Beitragsmonaten abhängig sind. Diese Wartezeit ist, vor— ausgesetzt, daß sie nicht durch Einzahlung einer entsprechen⸗ den Prämienreserve abgekürzt wird, frühestens Ende 1917 abgelaufen. Entgegen den Bestimmungen der Reichsver— icherungsordnung, die eine Rückerstattung von Beiträgen us der Invaliobenversicherung nicht mehr kennt, bestimmt 5 des Versicherungsgesetzes für Angestellte, daß der Witwe bezw. den hinterbliebenen Kindern unter 18 Jahren in Anspruch auf Erstattung der Hälfte der Beiträge beim Tode eines Versicherten innerhalb der ersten 15 Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes zusteht, sofern nicht etwa dereits ein Anspruch auf Leistungen nach dem Gesetz gel- end gemacht worden ist. Bei der freiwilligen Versicherung verden sogar/ der Beiträge erstattet. Der Antr uf Erstattung der Beiträge ist beim Rentenausschu Zerlin der Angestelltenversicherung in Berlin-Wil⸗ nersdorf, Nikolsburger Platz 2, zu stellen und dabei ine standesamtliche Sterbeurkunde, standesamtliche Heirats— ürkunde und die Versicherungskarte der Angestellten⸗ gexsicherung vorzulegen. Wird der Antrag von den hinter- Aiebenen Kindern unter 18 Jahren gestellt, so sind außer Heiratsurkunde und Versicherungskarte die standesamt— liche Sterbeurkunde beider Eltern sowie Geburtsurkunden 0 pfangsberechtigten Kinder einzusenden. Der Anspruch auf Rückerstattung ist innerhalb eines Jahres nach dem des Versicherten geltend zu machen.
Die Gemeinnützige Rechtsberatungsstelle es Evang. Arbeitervereins Gießen, Hinter der West⸗Anlage 11 p., ist zur Stellung derartiger Anträge
' Kaminbrand. Gestern abend 840 Uhr wurde ein minbrand Johannesstraße 15 auf der Feuerwache gemeldet. Feuerwehr entsandte einen Radfahrer; weitere Maßnahmen en nicht nötig. » Für Anschlüssean das Ortsfernsprechnetz in eßen, die nicht weiter als 5 Klm. von der Vermittelungsstelle ernt sind, werden vom 1. April 1915 ab erhoben entweder chgebühren in Höhe von 160 Mk., oder eine Grundgebühr 75 Mk. und eine Gesprächsgebühr von 5 Pfg. für ein G50 äch, destens 20 Mk. jährlich. Die Teilnehmer, welche an Stelle r seitherigen Pauschgebühr die Grundgebühr und Gesprächs⸗ ebühren zahlen wollen, müssen dies dem Kaiserlichen Tele⸗ phenamt in Gießen bis Ende Februar schriftlich mitteilen. Sie alten dann zum 1. April andere 4 ee— Die Teilnehmer sind auch berechtigt, ihre Anschlüsse zum 1. April zu ündigen. Die Kündigung ist bis Ende Februar schriftlich bei em genannten Telegraphenamt anzubringen. 2 Leihweise Abgabe trächtiger Stuten zus dem Militärdepot durch Vermittlung der ndwirtschaftskammer. Die Landwirtschaftskam⸗ ner schreibt uns:„Infolge der Bekauntmachungem der Groß⸗ herzoglichen Kreisämter wegen Abgabe von Militär⸗ 3 L
oferden sind bis jetzt bei der Landwirtschaftskammer egen 600 Anmeldungen bezw. Anträge auf Ausstel⸗ ing solcher Ueberlassungsscheine gestellt worden. Berück⸗ lichtigt konnten bis jetzt etwas über 100 Landwirte werden. Da die Landwirtschaftskammer die fraglichen Ausweise in
Reihenfolge stel ren eus daran sesthält, so ist es begreiflich, daß die seht anmeldenden Landwirte entweder gar nicht oder erst nach Monaten 1 werden können. Um bei den Land- wirten nicht Hoffnungen zu erwecken, die wohl kaum erfüllt werden können, machen wir sie hierauf aufmerksam und fehlen, sich auf andere Weise Zugtiere zu beschaffen. erer Ansicht nach haben die jetzt anmeldenden Landwirte e Aussicht auf leihweise Ueberlassung von trächtigen ten und die Anmeldung ist daher zwecklos.“
Kreis Wetzlar.
OKrofdorf. 25. Jan. Die neue Schule, die Dampf⸗ heizung und Badeeinrichtung besitzt, ist nunmehr sertiggestellt. 1 Hessen⸗Nassau.
h. Frankfurt a. M., 25. Jan. Die Verwertung er Küchenab fälle aus Frankfurts Haushaltungen zu Futterzwecken ist nunmehr, da der Magistrat sich ablehnend verhielt, organisiert worden. Es war der„Natio⸗ nale Frauendienst“, der sofort, als die Stadtver⸗ tung zurücktrat, einen Aufruf an die hiesigen Frauen eß und diesen heute eine Anleitung, wie gesammelt rden soll, in die Wohnung schickte. Und was ein weiser nicht fertig brachte, den tapferen Frauen gelang's im andumdrehen. Denn von nächster Woche an schon werden
er Anmeldungen ausstellt und streng⸗
die Küchenabfälle von den Landwirten aus Frankfurts Um- gebung kostenlos dreimal wöchentlich an den Haustüren abgeholt. Die Anmeldungen der hiesigen Haushaltungen zur Abholung ihrer Küchenabfälle laufen bereits in großer Fülle ein. 455
s. Aus Nassau, 25. Jan. Der Zustrom ueuer Spar- einlagen bei der Nass. Sparkasse ist so start, daß sich die Spareinlagen in der ersten Hälfte des Januar um nicht weniger als 1,6 Millionen Mark vermehrt haben. Im Vorjahre betrug die Zunahme in der gleichen Zeit nur 339 00) Mark.
h. Bebra, 25. Jan. Vom 1. Mai d. J. ab wird die Eisenbahn verbindung von Frankfurt nach Thüringen durch die Eröffnung der neuen Um- gehungsbahn bei Bebra eine weitere nicht unwesent⸗ liche Verkürzung erfahren. Die Umgehungsbahn zweigt öst⸗ lich Bebra von der Station Ronshausen lan der Thüringer Bahn) ab und führt in südwestlicher Richtung nach der Station Blantenhain in die Frankfurter Linie ein, berührt demnach Bebra gar nicht. Bei dem in diesem Dreieck liegen den Dorfe Weiterode führt die neue Teilstrecke über eine hohe Brücke; auch für die Fulda wird hier ein neues Bett geschaffen. Vom 1. Mai ab fällt der Aufenthalt in Bebra für die Fernzüge zwischen Frankfurt und Berlin fort. Die
Zeitersparnis beträgt dann einschließlich der Fahrt durch den Distelrasentunnel 30 Minuten, etwa 12 Kilometer.
die Streckenkürzung
Im felde
erwarten unsere Angehörigen den regelmäßigen eingang des heimat⸗ blattes. Um einc Unterbrechung in der Zustellung zu vermeiden, wolle man
den feldpost⸗Beꝛug
tles Siebener Anzeigers für februar schon jetzt erneuern
Alle Postamter nehmen die Bestellung entgegen. der monatliche Bezug be⸗ trägt Mk. 1,07 einschließlich der Um⸗ schlag⸗ oebühr. Außerdem vermittelt dit Bestellungen wie bisher auch dic
Geschäftsstelle des Gicßener Anzeigers
Gerichts aal. Der Koffertransport nach Holland.
— Köln, 22. Jau. Eine eigenartige Erpressungs⸗ geschichte beschäftigte die hiesige Strafkammer. Unter Anklage stand ein Fremdenssihrer, der sich während der Mobilmachungstage mit dem Transport von Koffern und anderen Gütern nach Hollaud
saßte. Naturgemäß herrschten während dieser Zeit außergewöhn—
che Verhältnisse, so daß manche Reisende sroh waren, wenn sie, auch um teueres Geld, überhaupt in den Besitz ibrer Reiseeffekten kamen. Der Angeklagte erhielt nun eines Tages von einem Reisenden den Austrag, sechs Koffer, die auf dem Hauptbahnhof lagerten, herauszusuchen und nach Holland zu schaffen. Der An- geklagte führte diesen Austrag auch aus, der Reisende war aber nicht wenig erstaunt, als er dafür den Betrag von 2500 Mark zahlen sollte. Nach längeren Verhandlungen ermäßigte der An— geklagte seine Forderung auf 1200 Mk., drohte aber zugleich, die Koffer nicht herauszugeben, wenn er den Vetrag nicht bekomme. Hierin wurde das Moment der versuchten Erpressung erblickt und Anklage erhoben. In der Verhandlung behauptete der Angeklagte, daß schon das Heraussuchen der Koffer auf dem Bahnhof mit viel Arbeit verbunden gewesen sei. Zum Transport der Koffer nach Holland babe er ein Automobil mieten müssen, da die Eisenbahnen vom Militär beschlagnahmt gewesen seien. Ein Portier bestätigte dem Angeklagten als Sachverständiger, daß eine Reise nach Holland unter solchen Umständen mit Automobil wohl auf 800 Mark zu stehen komme. Bei dieser Sachlage sah das Gericht eine Schuld des Angeklagten nicht für vorliegend an und sprach ihn frei. —ä—
Eingesandt. 115 Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Zum Theaterbesuch.
Voll Hochschätzung für das Entgegenkommen unserer Theater- leitung gegenüber unseren braven Verwundeten und voller Freude über den Erfolg, den man in jeder Vorstellung den strahleuden Gesichtern unserer Krieger ansieht, möchte ich mir doch eine be⸗ scheidene Kritik erlauben. Es ist keine kleinkiche Bequemlichkeit, wenn an die Soldaten die Bitte ergeht, an ernsten Abenden, wie z. B. bei der Vorstellung von Johannisfeuer, sich dem Charakter der Handlung etwas mehr anzupassen und nicht so geräuschvoll und heiter an der unrechten Stelle zu sein, wie es vorgestern durch Zivilisten wiederholt störend gerügt werden mußte. Auch das Auswickeln der mitgebrachten Liebesgaben kann in den Pausen geschehen. Im voraus Dank für den erwarteten Erfolg dieser wohl- gemeinten und hoffentlich von niemand mißverstandenen Bitte. Ein Theaterfreund.
—
Märkte.
Gießen, 26. Jan. Marktbericht. Auf dein hentigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pfund 1,00—1,15 Mk.; Hühner⸗ eier 1 Stück 13—14 Pfa., 2 Stück 00 Pig. Enteneier 1 St. 0 Pig. 2 St. 00 Pig.; Gänseeier 1 St. 0-0 Pfg., 2 St. 00 Pfg.: Käse das Stück 7—8 Pig. Käsematte 2 Stück 6—0 Pfg. Tauben das Paar 1,00—1,40 Mk., Hühner das Stück 1.002,50 Mk., Hahnen das Stick 100— 2,50 Mk., Enten das Stück 2,50—8,00 Mk., Gänse das Pid. 70—80 Pia.; Welsche 4—5 Mk.; Ochsenfleisch das Bd. 90—98 Pfg., Rindfleisch das Pfund 90— 94 Pfg., Kuhfleisch 80—90 Pfg., Schweine; fleisch das Pfund 20— 106 Pig, Kalbfleisch das Bid. 76— 80 Pig., Hammelfleisch das Pfund 70—90 Pig; Kartoffeln 100 Kilo 7,00— Mt., Weißkraut das Stück 10—20 Pig. Zwiebeln der Zte 12,00—15,00 Mt.: Milch das Liter 22 Pfg.: Aepfel der Zentner 15—20 Mt.; Birnen das Pfund 12—15 Pfg., Niüsse 100 Stück 40— 0 Pfg.— Marktzeit von 8 bis 2 Uhr.
1% Frauffurt a. M., 6. Jan. Heu- und Strohmarkt. Mau notteite Hen 4,0 4,50 Mt. Stroh(Kornlangstroh) 0.00 bis 0 Mk., Wirrsiroh 000—0,00 Mark. Alles je 50 Kilo. Die
usuhren waren aus dem Obertaunuskreis und den Kreisen Hanau, riedberg und Dieburg.
% ˙ܹ¹A11ͤ dd ͥ-⁰! ̃ ͤͤuͤ.l
FC. Wiesbaden. Viehhof- Marktbericht vom 25. Jan. Auftrieb: Rinder 295(Ochsen 70, Bullen 36, Kühe und Färsen 189), Kälber 364, Schase 99, Schweine 914.
Marktverlauf: Rinder schleppend, geringer Ueberstand, Kälber,
Schase und Schweine rege, bei Schweinen geringer Ueberstand.
Preise für 100 Pf Lebend⸗ Schlacht ⸗
4 Ochsen. gewicht.
Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht ⸗
wertes im Alter von 4—7 Jahren 53—56 91—101 Die noch nicht ges pen 4 2(ungejochte). 50-54 88—94
1 Bullen. Vollfleischige, ausgew. höchsten Schlachtw. 14—48 79—86 Färsen. Kühe.
Vollfleischige, ausgemästete Järsen höchsten
Schlachtwertes 50-54 8796 Voll fleischige ausgemästete Kühe höchsten
Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 40-46 75—82 Wenig gut entwickelte Färseen. 44—48 88—92
Kälber. L eee 60—00 100—00 Mittlere Mast- und beste Saugkälber. 53-55 90—91 Geringere Mast- und gute Saugkälber 40—483 7881 Geringe Saugkälber 35—40 59—65 Schafe. Mastlämmer und Masthammel 46,00—00%0 94-00 Weide mastschase: Schweine.
Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg
ehen„ 638. 80—83 Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgew. 62—63 78 80 Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg
Lebend gewicht o 80-83 —————— Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.
8. 2 223 2 2 Jan. 38 2 8 2 2 23 3 32 SS SS S SA Wetter *—* 3 8— 2 2 8 * S 8388
1 2⁵ 736,5- 03 44 95 ä NNE 2 10 25„37,0 103 3,9 84 NNE 2 10 26. 36,7 05 3,7 77 NNE 10
ö
ö 0 ö
24. bis 25. Januar 1915 + 28 7 C. 1915—— 0,86“
Höchste Temperatur am Niedrigste 4 4„„ 5 Niederschlag:„O mm.
Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 27. Januar 19151 Bedent mei trocken, nordöstliche Winde. Temperatur wenig
Letzte Nachrichten.
Die Aufgabe von Warschau in russischem Lichte.
Budapest, 26. Jau. Wie„Pesti Hirlap“ sich aus Bukarest drahten läßt, ist die russische Presse mit dem Entschluß des russischen Generalstabs, Warschau bis zum letzten Blutstropfen zu verteidigen, einverstanden. So schreibt der militärische Mitarbeiter der Moskauer„Russije Wjedomosti“: f g N 5
Wir können uns in diesem Kriege nicht auf den schon histo⸗ risch gewordenen siegreichen Rückzug verlassen, obzwar sich diesmal stärkere Stützvunkte in unserem Rücken befinden. Auch der Winter ist kein Hindernis mehr. Denn in unserer Zeit kann man mit Hilfe der Technik auch elementare Hindernisse endgültig be⸗ seitigen. Darin sind wir unseren Feinden gegenüber allerdings arg im Nachteil. Wenn wir jedoch Warschau aufgeben und auf unsere nächste Verteidigungslinie Brest⸗Lizowsk zurückfallen, so wird das ganze Gebiet zu einer großen deutsch⸗österreichischen Festungs⸗ anlage werden, die uns zwingt, Galizien und die Bukowina
—
möglichst rasch aufzugeben, wobei es mehr als zweifelhaft erscheint,
ob wir imstande sein würden, unsere zurückflutenden Truppen auch nur mit dem Allernötigsten an Munition und Lebensmitteln
zu versehen. Kurz und gut ein Verlust Warschaus würde für
Rußland den Verlust des ganzen Feldzuges bedeuten. Die Verbündeten in Kielce.
Wien, 26. Januar. Der in Krakau erscheinende
„Naprzod“ meldet: Die auf der Linie Czenstochau— Wlosto⸗
wo befindlichen Verbündeten sind in Kielee eingerückt,
Eine Luftwache für die französische Kammer.
WTB.) Lyon, 26. Jan. Nichtamtlich.)„Nouvelliste“ meldet aus Paris: Zum Schutze der Deputiertenkammer gegen einen Ueberfall durch deutsche Flieger wurde ange⸗ ordnet, daß an den Sitzungstagen sechs französische Fliege“ das Kammergebäude ständig überfliegen sollen.
Der französische Tagesbericht. a
WTB.) Paris, 26. Jan. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom 25. Januar, 3 Uhr nachmittags. In Belgien sind wir östlich von St. Georges leicht vorgerückt. Auf der übrigen Front fanden Artilleriekämpfe statt. Zwischen der Lys und der Oise zeitweilig ausfetzende Beschießung. Auf der Front an der Aisne ist nichts zu melden, außer von Berry au Bac, wo feindliche Gegenangriffe gestern früh abgeschlagen wurden. Die umstrittenen Schützengräben blieben also in unseren Händen. In der Champagne zerstörten wir mehrere deutsche Schanzarbeiten und Unterstände. In den Ar⸗ gonnen wurde sehr lebhaftes Gewehrfeuer durch wirksames Feuer unserer Batterien angehalten. An der Maas wurde die Zerstörung der Brücke von St. Etienne durch unsere Artillerie beendet. In Lothringen bei Embermenil überraschten wir eine bayerische. teilung und nahmen sie gefangen. In den Vogesen und im Elfe dichter Nebel.
Vom russischen Parlament.
WTB. Petersburg, 26. Jan. Nichtamtlich) Durch kaiserlichen Ukas ist die Duma auf den 9. Februar und der Reichsrat auf den 30. Januar einberufen worden.
Aus Rumänien.
Rom, 26. Jan. Der„Popolo Romano“ berichtet: Die ver⸗ zweifelten Anstrengungen der Kriegspartei, der Tace Jonescu, Istrati, Filepescu und Diamandy letztere beiden sind zurzeit in Italien tätig) angehören, wollen die Welt glauben machen, daß die Mehrheit im Lande hinter ihnen stände und diese den Krieg wolle. Die rumänische Regierung wolle aber ihrerseits von einer Unterstützung der Kriegshetzer nichts wissen. Man dürfe jener gesunden rumänischen Politik vertrauen, die von jeher Rumänien gegenüber den anderen Balkaustaaten auszeichnete. Die rumänische Neutralität würde erst in Fällen aufgegeben werden, die bisher nicht eingetreten sind.
Die Stellung Bulgariens.
Sofia, 26. Jan. Heute hielt der deutsche Sozialist ar ⸗ vos eine Rede, in welcher er sagte, der deutsch⸗russische Krieg sei ein Kampf zwischen der deutschen Sozialdemokratie und dem russischen Zarismus. Die Eroberung von Konstantinopel sei eine Gesahr für Bplgarten, Infolgedessen müsse Bulgarien mit Deutsch⸗ land gehen. Die Versammlung war meist von Sozialisten besucht.
1


