3 2. 2 15 19 Landw.-Inf.⸗Regt. 116. aus Butzbach, Einj.⸗Freiw. linteroffizier im Inf. Regt. 168. Unterarzt Walter Mhlius aus Glezen, Res.⸗Inf.-Regt. 87. „ Soldatenheim. Am 27. Januar, nachmittags 375 0 wird eine musikalische Nachmittags
5 Leutn. d. R im Juf.⸗Regt. 9 aus Offenbach. Finanzasp. Ad. Beck 1
Unterhaltung im Soldatenheim(Café Ebel, Burg- graben 9) stattfinden und zwar diesmal in dem geräumigen Saale im Erdgeschosse. Alle Verwundeten und Angehörigen der Garnison werden peerd freundlich eingeladen. Amtliche Perso nal nachrichten. Durch Entschlie— ung Großh. 1 des Innern wurde der Referendar Erich Jourdan aus Mainz zum Regierungsassessor ernannt.— Die Großherzogin hat der bisherigen Vizepräsidentin des Alice Vereins für Frauenbildung und Erwerb, Freiin Sophie v. Fol len ius, das Ernst⸗Ludwig⸗Eleonorenkreuz verliehen; am 23. Ja⸗ nuar den Landgerichtssekretär am Landgericht der Provinz Skar⸗ lenburg Karl Denk zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darm stadt J. den Staatsanwalt am Landgericht der Provinz Rheinhessen Dr. Wilhelm Hetzel zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Mainz, und den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Ssthofen Dr. Max May, zurzeit im Felde, 175 Staatsanwalt am Landgericht der Provinz Rheinhessen, die er mit Wirkung vom 1. Fe⸗ bruar 1915, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Höchst Gustav Detzberger, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Reichelsheim Dr. Karl Werner, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Herb⸗ ein Albert Hoffmann, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Schotten Dr. Ernst Brill, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht 44— Jakob Keller, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Pfeddersheim Dr. Johann Michael Min nich zu Oberamts⸗ richtern bei diesen Gerichten ernannt, und dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt J. L. Neu roth, den Amtsrichtern bei dem Amtsgericht Offenbach Adolf Meyer, Ernst Schmidt und Dr. Georg Schmuttermaier, dem Amtsrichter bei dem Amts- 170 Oppenheim Fritz Kopp, und dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Pfeddersheim Dr. Wilhelm Weiffenbach den Cha- rakter als Amtsgerichtsrat erteilt. 5
N er Postverlehr mit Gefangenen in Japan. Von jetzt ab können auch Post pakete an deutsche Kriegs⸗ und Zivil⸗ gefangene in Japan zur Beförderung über die Schweiz ange⸗
nommen werden.
* Das Großherzogliche Hauptsteueramt wird, wie man uns mitzuteilen bittet, am Mittwoch, den schiefen aus Anlaß des Geburtstages des Kaisers ge⸗
0
ssen halten.
* Ein bedeutender Wasserschaden entstand in der Nacht zum Sonntag in einem Hause an der Süd-Anlage. Durch die Kälte in den Tagen vorher war in einer nicht geheizten unvermieteten Wohnung die Wasserleitu ng
eingefroren, wodurch ein Rohrbruch herbeigeführt wurde. Das Wasser ist bis in das Erdgeschoß des Hauses,
ja durch dessen äußere Umfassungsmauer gedrungen, ehe man den Schaden entdeckte. Ein Anruf des Wasserwerks war ohne Erfolg, da man im Werk nachts für einen so seltenen Fall keine Leute zur Verfügung hält. Ein Anruf der Feuerwehr von einem der nächsten Feuermelder aus hätte genügt, um ausreichende Hilfe sofort zur Stelle zu schaffen.
Das städtische Sanitäts⸗ Automobil hatte am Samstag vormittag auf der Fahrt mit einem Schwerver⸗ wundeten an der e der Frankfurter Straße und der West⸗Anlage einen Unfall. Als der Fahrer die Kurve nehmen wollte, rutschte der Wagen bei der Glätte der Fahr- bahn gegen das Vorgartengitter des Jägerschen Hauses, wo⸗ bei das Gitter beschädigt wurde. Das Auto war nicht mehr imstande, seine Fahrt 1 en. Die Feuerwehr kam auf Anruf sofort an die Unfallstelle. Man schaffte den Verwun⸗ deten, der keinen Schaden genommen hatte, mittelst. bahre zur Klinik und hängte das der Reparatur bedürftige Automobil an die Autospritze, befindliche Reparaturwerkstätte von Goebel und Appel zu
verbringen.
4 Landkreis Gießen. 1* 5
m. Albach, 25. Jan. Von den Kriegern unserer Ge— meinde, welche zur Verteidigung des Vaterlandes aus zogen sind, hat als erster Kaufmann Karl Hardt im Res.⸗ Inf. Regt, 223, l. Komp., das Eiserne Kreuz erhalten. Von den übrigen sind vier gefallen, und einer' wird vermißt. Drei wurden verwundet, wovon zwei sich wieder in der
Front befinden. Kreis Büdingen.
I. Büdingen, 224. Jan. Das Kreis amt hat für en Büdingen mit sofortiger Wirkung Hö ch stpreise für Schweinefleisch festgesetzt. Es kosten ein Pfund Bratfleisch 92 Pfennig, Bauchfleisch 86 Pfennig, Leber- und Blutwurst 86 Pfg., Schwartemagen 1,10 Mk. und Fleischwurst 1 Mk. Höchstpreise für Dauerwaren wurden nicht bestimmt. O Nidda, 24. Jan. Heute wurde der 2. Gedächt⸗ nisgottesdienst für die aus dem Kirchspiel im Krieg Gefallenen abgehalten. Die Kriegervereine waren mit e Fahnen erschienen, das ganze Gotteshaus war mit Andächtigen gefüllt. Pfarrer Werner hielt die Predigt iber den 5 Ich will dir deiner Augen Lust nehmen— du aber sollst nicht weinen noch klagen. Es wurde neun teils im Kirchspiel Geborener, teils darin eine Zeitlan wohnhaft Gewesener gedacht. Drei der Gefallenen hatten das erne Kreuz, einer war dazu vorgeschlagen, starb aber, ehe er es empfangen konnte.
Kreis Lauterbach.
„O Schlitz, 22. Jan. Eine Nachfrage nach Gold- nlünzen hatte bei den russisch⸗polnischen Arbeite rn, die auf dem Gräflich Görg'schen Gute beschästigt sind und in diesem Winter insolge des Krieges nicht in ihre Heimat zurückkehren konnten, ein überraschendes Ergebnis. Auf eindrinaliche Belehrung hin wurden von ihnen nicht weniger als 1950 Mk. in Gold abgeliesert und in Papiergeld mungewechselt. Ebenso kamen von den wenigen russisch⸗polnischen Arbeitern auf dem Hofgut Rimbach 250 Mk. in Gold zur Ablieferung und Umwechslung.
Kreis Friedberg.
5 Iriedberg, 22. Jau. Vor einer sehr zahlreichen Zu- hörerschast sprach am Donnerstag im Saalbau Herr Pros. Walz über den Sieges zug unserer Truppen durch Bel“ gien. Der Vortrag, der überall die eigene Kenntnis des Landes verriet, begann mit einem Ueberblick über die Geschichte des Landes von Römerzeiten bis in unsere Tage und kam dann, nach- dem Land und Leue in kurzen Zügen geschildert und gekennzeichnet waren, wobei besondere Rücksicht auf Anbau, Gewerbe, Handel und Wandel genommen wurde, auf den besonderen Zweck, an einen Reihe gut ausgewählter Lichtbilder die großen geschichtlichen Er eignisse der letzten Monate vor den Augen der Erschienenen lebendig werden zu lassen. Die sehr guten Bilder, verbunden mit den erläuternden Ausführungen des beliebten Redners, erreichten diese Absicht vollkommen und als Herr Prof. Walz mit einem ver— trauenden Ausblick auf die Zukunst und einem begeisternden Hin⸗ weis auf die durch Belgiens Unverstand und Vöswilligkeit in nahe Aussicht gerückte volle Erfüllung des Liedwortes:„Von der Mage bis an die Memel“ schloß, wurde ihm lebhafter Beisall zu teil, der ihm zeigen mochte, daß seine Worte eine Stätte gefunden hatten in den Herzen feiner Zuhörer.
„Friedberg, 24. Jan. Zur Deckung von Kredit— überschreitungen im letzten Jahre beschloß die Stadt
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um es so in die in der Nähe] O
Sge- Elkexlijt an, daß es
g besonnenen Beurteilern Bedenken erregen,
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verordnetenversammbung die Aufnahme einer An— leihe von 50 000 Mk.— Eine neuerbaute Straße erhielt der Namen„Hindenburgstraße“.
Hessen⸗Nassau.
m. Treysa, 24. Jan. In Verna ereignete sich ein schreck · licher Unglücksfall. Gegen den ausdrücklichen Besehl des Lehrers hatte sich ein Mädchen vor Veginn des Nachmittags unterrichts in den Schulsaal geschlichen, um sich zu erwärmen Aller Wahrscheinlichkeit nach ist das Kind dem Osen zu nahe ge.
kommen, so daß seine Kleider Feuer fingen. Brennend
und schreiend eilte es auf die Straße. Frauen suchten zu löschen, verbrannten sich aber die Hände, bis eine Frau eine große Decle um das Kind schlug und so die Flammen erstickte. Das Kind war jedoch nicht mehr zu retten. Gegen abend starb es unter großen Schmerzen.
Im felde
erwarten unsere Angehörigen den regelmäßigen eingang des heimat⸗ blattcs. um eine Unterbrechung in der Zustellung zu vermeiden, wolle man
den feldpost⸗Bezug
des Gleßener Anzelgers für februar
schon jetzt erneuern
Alle Eostamter nehmen die Besteuung entgegen. der monatliche bezug be⸗ trägt Mk. 1.07 einschließlich der um⸗ schlag⸗ Gebühr. Außerdem vermittelt dlic Bestellungen wie bisher auch die
Ceschäftsstelle des Gießener Anzeigers
Die deutschen in Gent.
Aus dem Briefe eines Genter Bürgers.
In der Kopenhagener„Politiken“ veröffentlicht ein Genter Bürger, Herr H. Elkerlijt, einen Brief über die gegenwärtige Lage in Gent, der mancherlei Interessantes bietet. Es ist natürlich, daß die Stimmung eines Einwohners von Gent gegenwärtig recht trübe ist, und daß er den fremden Siegern, die jetzt in seiner Stadt schalten, nicht eben hold gesinnt sein kann. Um so bemerkenswerter aber ist es, daß Herr Elkerlijt als ehrlicher Mann. zugesteht, er müsse sagen, daß Gent bisher schonend behandelt worden sei und ein milderes Schicksal erfahren habe, als viele Orte im übrigen Bel⸗ gien getroffen hat. Das Leben, so berichtet er, geht hier auf seine Art im großen und ganzen seinen gewohnten Gang, wenn auch die Verhältnisse freilich in mehr als einer Hinsicht etwas Mittel alterliches angenommen haben. Natürlich kein Theater und keine per— nur die unvermeidlichen Kinos haben ihre Wirksamkeit nicht eingestellt, stehen aber jetzt unter deutscher Zensur, was ihnen übrigens nichts schadet. Die Verbindungen der Stadt mit der Welt find sehr schlecht. Es gibt keinen Telegraphen, keinen Fernsprecher, keine Post. Was das Verhältnis zwischen der Be⸗ völkerung und den deutschen Truppen angeht, so erkennt Herr im großen und ganzen erträglich ist; die deutschen Offiziere und Mannschaften sprächen, wenn sich Gelegen⸗ heit dazu bote, gern ihre Teilnahme für das arme Belgien aus, für dessen Schiasal sie allgemein England die Schuld zuschieben. Daß im übrigen die beiderseitigen Anschauungen über die Not⸗ wendigkeit des deutschen Einmarsches in Belgien durch eine tiese Kluft getrennt bleiben, bedarf kaum der Hervorhebung. In mancher 1 25 kennzeichnend ist, was Herr Elkerlijk über die Geschichte und rgeschichte der deutschen Besetzung von Gent erzählt. Noch am Abend desselben 9. Oktobers, an dem Antwerpen fiel, stand in den Genter Zeitungen, alles stehe in Antwerpen gut; der Feind abe ia wohl ein paar Forts erobert, aber die herübergeworfenen
ngländer würden die Lage retten. Die Geschichte von Lüttich, so bemerkt der Briefschreiber, hat sich hier noch einmal wiederholt, und die hollandischen Zeitungen, die die Lage von Antwerpen bereits als sehr bedenklich schilderten, wurden kurzerhand als ver⸗ logen und als— deutschfreundlich(! verworfen. Der 10. Oktober kam— noch kein Wort von Antwerpens Fall in der Presse, und erst am Sonntag wurde die Katastrophe eingestanden. Nun durch⸗ zogen gewaltige belgische Truppenmassen die Stadt, und die Bür⸗ ger beeilten sich, ihnen Erquickungen zu bringen.„Es lebe Bel⸗ gien!“ war die dankbare Antwort und:„In acht Tagen steht kein Deutscher mehr auf belgischem Boden.“ Aber die Antwort mußte e denn die delgischen Truppen durchzogen Gent in der Richtung nach Westen— also der Grenze zu! Man kann aus alledem erneut sehen, wie völlig desorientiert Volk und Heer in Belgien über die wahre Lage der Dinge gewesen sind. So im Kriege wie vorher im Frieden! Herr Elkerlifk erkennt auch an, daß Gent von einer Kriegsauflage befreit geblieben ist. Was die deutschen Truppen für ihren Privat- verbrauch benötigen, das kaufen und das bezahlen sie bar, ja oft sogar reichlich. Freilich kommt die Einquartierung der Stadt doch teuer zu stehen, denn es versteht sich, daß der Heeresbedarf selbst von ihr aufzubringen ist. Dazu gehören Wagen und Pferde, Kraft⸗ wagen, Benzin und Petroleum, auch Nahrungsmittel und Kohlen, Decken und Betten, Arzneien und Verbandstoffe auch für die Ver⸗ wundeten und so weiter mehr. Das ist gewiß hart für die Stadt, deren Bürgermeister Emile Braun sich übrigens vortrefflich be⸗ währt, aber das ist nun eben der Krieg, und auch der Brief des Herrn Elterlist bestätigt— man darf wohl sagen: halb wider Willen—, daß die Deutschen in der alten flandrischen Hauptstadt mit so viel Rücksicht schalten, wie die Verhältnisse es überhaupt gestatten.
Bandel.
Preiserhöhungen. Das Syndikat der deutschen Shprengstoffabriken erhöht die Preise für alle der Privatindustrie freigegebenen Sprengstoffe.— Der Verband deutscher Zinkblech⸗ walzwerke hat die Verkaufspreise für Zinkbleche um 2 Mk. die 100. Kg. erhöht. Der Händlerpreis bei Abnahme von mindestens 30 000 Kg. beträgt 61,20 Mk., der Preis für Verbraucher stellt sich je nach Frachtgrundlage auf 6772 Mk. die 100 Kg.
Essen(Ruhr), 23. Jan.(W. B.) Aus dem der Zechen⸗ besitzer-Versammlung des Rheinisch. Westsälischen Kohlen- syndikats erstatteten Bericht ist solgendes zu entnehmen: Der rech⸗ nungsmäßige Kohlenabsatz betrug im Dezember 1914 bei 24½(im Vormonat 24, im Dezember des Vorjahres 24¼) Arbeitstagen 1469 072(Vormonat 46 0 119, Vorjahr 6 183 200) Tonnen, oder arbeitstäglich 184 292(Vormonat 191 672, Vorfahr 258 299) Tonnen. Das Zurückgehen des Absatzes ist lediglich auf geringere Förder- leistungen der Zechen insolge eee Verringerung der Veleg- schasten zurückzuführen. Der Koksabsatz weist eine Steigerung auf.
n
Letzte Nachrichten.
Ein Telegramm Hötzendorffs an Falkenhayn. Wien, 24. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: Auf die Nachricht von der Ernennung Generals v. Falkenhayn zum Chef des Gene⸗ ralstabes und General der Infanterie hat der Chef des öster⸗ reichisch-ungarischen Generalstabes, General der Infanterie Frhr. Conrad v. Hötendorff, nachstehende Depesche an den General gerichtet: 0
„Anläßlich der eben zu meiner Kenntnis gelangten Beför⸗ derung und zur Ernennung Ew. Exzellenz zum Chef des General⸗ stabes des Feldheeres, bitte ich Ew. Exzellenz, in meinem und im Namen des mir unterstellten österreichisch-ungarischen General- stabes die nachstehenden kameradschaftlichen Glückwünsche entgegen⸗ nehmen zu wollen. Ich bitte, überzeugt zu sein, daß ich besonders Wert darauf lege, die nunmehr auch in ernster Zeit bewährten vertrauensvollen Beziehungen der verbündeten Generalstäbe weiter zu pflegen und zu den innigsten zu gestalten, wobei ich der vollen Unterstützung Ew. Exzellenz sicher zu sein glaube.“
Die günstige Lage der Deutschen.
i. Köhn, 25. Jan. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Stock⸗ holm: Der militärische Mitarbeiter von„Stockholms Dagbladet“ schreibt: Für den, der einigermaßen die gegenwärtigen Stärkeverhältnisse der Kriegführenden kennt, ist es klar, daß der augenblicklich scheinbar ganz ergebnislose Kampf allmählich zum Vorteil der Deutschen aus⸗ fallen muß. Wenn die Deutschen die erfolgten Angriffs- versuche großen Stils zurückgeschlagen haben und sogar einen erfolgreichen Gegenangriff gemacht haben, welcher die deutschen Stellungen in einer Front von zwei Meilen meh⸗ rere Kilometer vorgebracht hat, so beweist dies, daß die Mög⸗ lichteit für die Verbündeten, ihr verhältnismäßig beschei⸗ denes Ziel zu erreichen, die Deutschen aus Frankreich und Belgien herauszuwerfen, äuß er st gering ist.
Die Kämpfe bei Soissons.
Amsterdam, 25. Jan. Ueber die Kämpfe bei Soissons be⸗ richtet der Korrespondent der„Morning Post“ noch interessante Einzelheiten. Nach seiner Feststellung haben die Franzosen, als sie aus die Linie Cuffies⸗Crouy vertrieben waren, in den Laufgräben auf den Wiesen, die sie vor ihrem Abmarsch besetzt hielten, hart⸗ näckig standgehalten. Die Deutschen gruben einen Tunnel z u nr Flusse und ließen diesen darauf austreten. Sie erreichten da⸗ mit, daß das Wasser auf die Wiesen und in die Laufgräben strömte. Zugleich stürzten sich die Deutschen auf die sich zurückziehenden Franzosen, worauf ein erbitterter Bajonettkampf am Flußufer statt⸗ fand. Die Franzosen verloren dabei 12000 Tote, Verwundete und Gefangene. a
Deutscher Bahnverkehr von Lodz nach Lille!
Stettin, 24. Jan. WTB. Nichtamtlich.) Seit gestern ist der Personenverkehr Ostro wo— Lodz aufgenommen worden, so daß man nun auf deutschen Bahnen von Lodz nach Lille ver⸗
kehren kann. Die deutschen Tauben.
Genf, 25. Jan. Ein Erkundungsflug mehrerer Tauben über Reims und Chaulnes bis in die Nähe der Pariser Bann⸗ meile ist gestern vollkommen geglückt. Die spät begonnene Ver⸗ solgung war ergebnislos. Kriegsminister Millerand hält noch immer mit dem amtlichen Bericht über die beträchtlichen Schä⸗ digungen der Militäranstalten durch die deutsche Luftflotte zurück. In Dünkirchen haben, einer Meldung des„Figaro“ zufolge, einige Geschosse auch drei Konsulate getroffelt.
Deutsche Taube über Paris.
Paris, 24. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Eine Taube überflog am 20. Januar Reims, mußte aber infolge der Be⸗ schießung durch französische Artillerie den Rückzug antreten.
Eine andere, in der Richtung auf Paris fliegende Taube, wurde
über Chaulnes bemerkt und von französischen Flugzeugen verfolgt. Sie konnte jedoch die deutschen Linien wieder erreichen.
Friedensstimmung in England?
Rom, 25. Jan. Der Londoner Korrespondent des
„Giornale d'Italia“ schreibt: Mit der Erklärung des sicheren Gefühls(?) im englischen Volke nehme in England eine gewisse Friedensstimmung zu. Man möchte Frieden schließen, vorausgesetzt, daß Englands Machtstellung aus dem Kriege siegreich, mindestens hervorgehe. Rücktritt des portugiesischen Kriegsministers. Lissabon, 24. Jan. WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Während des Ministerrats erklärte der Kriegs- minister, er sei entschlossen, zurückzutreten.
Zur Belagerung von Przemysl. a Wien, 24. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) vressequartier wird gemeldet: 0 phen⸗Agentur wendet sich in einer, der Form einem Dementi ähnlichen Mitteilung gegen die Angaben unseres amtlichen Com⸗ munigués vom 5. Januar, das fälschlich die Feststellung enthalte, daß die Festung Przemysl erfolglos angegriffen werde, und daß unter den Einschließungstruppen eine Meuterei ausgebrochen sei. Dem Dementi ist eine Bemerkung beigefügt, daß die Russen vor Przemysl bisher nur 60 Mann an Gefangenen verloren hät⸗ ten.— Diese Verlautbarung entbehrt jeder Voraussetzung. Gründe: Von Przempsl war in dem amtlichen Bericht vom 5. Januar gar nicht die Rede. Unsere offiziellen Verlautbarungen in den Monaten Dezember und Januar hatten überhaupt nur in zwei Fällen der Festung Erwähnung getan, einmal bei der Feststel⸗ lung der das Kriegsrecht verletzenden Tatsache, daß sich russische Abteilungen österreichisch-ungarischer Uniformen bedienen, dann bei der Widerlegung der russischen Zeitungsnachricht, daß die Festung Przemysl am 10. Dezember einen Parlamentär zum Feinde gesandt habe. Es hat ganz den Anschein, als ob die mit mächtigem Aplomb bewirkte Veröffentlichung der Peters⸗ burger Telegraphen⸗Agentur lediglich dem Jweck diente, die Welt glauben zu machen, die Russen hätten bei Przemysl bisher nur 60 Gefangene verloren, eine lächerliche Angabe, die mindestens zwanzigmal zu vervielfältigen wäre, um annähernd richtig zu sein. Ein Lebenszeichen von dem früheren Gouverneur von Kiautschau. i Berlin, 25. Jan. Wie das Berl. Tageblatt schreibt, hat der Bruder des früheren Gouverneurs von Kiautschau, Geh. Hofrat Dr. Meyer⸗Waldeck gestern ein Funkentelegramm erhalten, das der ihm befreundete Professor Hugo Münsterberg aus Amerika gesandt hat. Prof. Münsterberg teilt mit, daß nach Informationen, die ihm zugegangen sind, der frühere Gouver⸗ neur von Kiautschau sich wohl befinde und von seinen Wunden genesen ist. Seine Familie habe die Erlaubnis bekommen, zu Uhm zu kommen. Das ist bekanntlich die erste Kunde, die über Herrn Meyer-Waldeck nach Europa gelangt ist.
Die deutschen Schiffe in amerikanischen Häfen.
i. Köln, 25. Jan. Die„Köln. Itg.“ meldet von der holländischen Grenze: Reuter berichtet aus W̃ ashington, daß im Senat der Senator Lodge dem Gesetzentwurf wider⸗ sprochen habe, wodurch die Regierung ermächtigt wird, deutsche. in amerikanischen Häfen festliegende Schiffe anzukaufen, da ein solches Vorgehen die Vereinigten Staaten an den Rand eines Krieges mit England nicht nur sondern auch mit Rußland, Frank- reich und Japan bringen müßte. Der Ankauf der deutschen Schiffe durch Amerika sei gleichbedeutend mit einem Geschenke von 30 bis 40 Millionen Mark an die durch die Festhaltung der Schiffe betroffenen deutschen Reedereien.„
Die Schiffahrt mit Archangelst eingestellt.
i. Köln, 25. Jan. Die„Köln. Ztg.“ meldek aus Stockholm,
daß einer amtlichen Mitteilung des russischen Auswärtigen
Amtes die Seeschiffahrt von und nach Archangelsk aufgehört hat.
aber unberührt
Aus dem Kriegs⸗ Die Petersburger Telegra-


