Ausgabe 
(23.1.1915) 19. Drittes Blatt
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nr. 0 drittes Blatt

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

DieGießener Familienblätter werden den Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Gießen zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zeit⸗ fragen erscheinen monatlich zweimal.

An Vorfolks Große Welthäfen, wie sie sich Er Drängen, sehlen an Norfolls Küste. Hätten sich

ere Zeppelinkreuzer der en 0 wäre ihnen diese als ein

ste.

nur durch we nen. Nördlich

l einförmiger, Flußläufe unterbrochener Streifen erschie Themse wird die Kreidekü

buchten gegliedert, an denen die Häfen Colchester, Ips und Harwich liegen. Doch in der eigen Norfolk wird die Küste immer nie ist eine nicht allzuhohe Steilküste, Strande wechselt, hinter dem sich ein dahinziehen. Lehm bedeckt die tragende Ebene, in der kleine städtchen lie den, als größtes von ihnen die Tuchstad Vororten. An dieser einförmigen Küste sind die Häfen ar wenigen vorhandenen Flußmündungen

driger und einfacher

entlang der Südküste

glischen Küste bei Tage genähert,

ste wohl noch durch tiefe Schlauch- tlichen Grafschaft

die stellenweise mit flachem förmige Landstriche fruchtbare, Weizen und Gerste Ortschaften und stille Land⸗ en. Nur wenige Gewerbezentren sind vorhan⸗ 5 t Norwich mit ihren

gebunden, und so

105. Jahrgang

ießener Anzei

General⸗Anzeiger für Gberhessen

Samstag, 27. Januar 1015

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, Gießen.

Schristleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul-

straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: S851, Schrist⸗

leitung: 12. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen.

ger

liegt denn der bedeutendste Hafen der ganzen Gegend, gleich-

sam das Ausfallstor des Handels von Norwich, Var⸗ mouth, an der gemeinsamen Mündung des Hare und des Waveney. Auf einer langen, ziemlich schmalen Landzunge dehnt es sich zwischen dem Meer und dem fast parallel zur Küste fließenden Unterlauf der vereinigten Flüsse dahin. Außer den beiden breiten Nord- und Südkais durchziehen nur noch zwei Straßen die Stadt in ihrer ganzen Länge. Senkrecht zu ihnen verlaufen allerdings nicht weniger als 145 kleine Straßen und Gäßchen, so daß das Bild der Stadt wie ein unendlich langgestrecktes, ganz schmales Schachbrett anmutet, aus dem die aus dem 12. Jahrhundert stammende Kirche von St. Nikolas mit ihren vier achteckigen Türmen, das Rathaus, die Kornbörse, die Markthallen und noch einige aus früheren Jahrhunderten stammende öffentliche Gebäude hervorragen. Das alte Yarmouth war ein kleiner, von hohen Mauern umgebener Ort am Ostufer des Hare mehrere Kilo- meter landeinwärts; doch die Neustadt hat die Mauern, deren Reste heute noch teilweise sichtbar sind, gesprengt und

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f der Weltkrieg im Scherzbilde. Auch in der Karikatur spielt sich das Drama ab, und wie die Kriegslyrik,

5. so hat auch die Kriegs⸗Karik sich bereits

u einer ganzen großen Literatur entwickelt, die Ernst chulz⸗Besser in einem fesselnden Aufsatz bei E. A. Seemann in Leipzig erscheinendenZeitschrift Bücherfreunde eine Uebersicht gibt. Auch die Karikatur eine Macht, ja selbst eine Großmacht; vrã ich dem Gedächtnisse weit stärker ein al Artikel, und der Humor hilft selbst den

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Kamyf gewinnen.

diesem Sinne schrieb der Tübinger Volkswirtschaftler Prof. Robert Wilbrandt nt von La Roche bei Longwy an Ich habe hier draußen die Erfahrung

als Ortskommanda denKladderadatsch: 90 gemacht, wie wohltuend der Humor aus der Heimat uns

gerade jetzt in diesem einzigen Kampf, wo er jubelnd erklingt,

wo er so ganz andere Objekte und so viel Grund hat Lachen. Für mich und mein gesorgt; das zirkuliert dann noch weiter. 1 genüber dem Bedürfnis: an der Front ist es gewiß Mission ist zu erfüllen. Der Humor schlägt Schlachten. eulen Schützenloch hilft er mit. Wie richtig Professor Wilbrandt hier das kannt hat, bezeugt der außerordentlich große führenden deutschen Witzblätter in der Krie ö DerKladderadatsch mußte einzelne Nummern. siebenmal drudlen lassen, und dieLustigen Blätter Tagen 30 00 5 aufklärend im Auslande, denn der vom Feinde Neutrale nniß sich sagen, f nicht, wie man ihm einreden will, geschlagen am Boden lie e andlung in Buenos Aires schrieb an dieLust Blätter, verschiedene Engländer hätten deren dort eingetroff Nummern aufzufaufen und so unschädlich doch wurde ihr Plan bemerkt und vereitelt. Diese lente danm die bunten Bilder des gedachten Witzblatt ihren großen Schaufenstern aus und verursachte damit den ländern ebensoviel Aerger, wie den Deutschen und dem and Publikum Freude. g g

Bedürfnis Absatz, den

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während der ist hier an das traurige Unwesen der sogenannten Ulkkfar zu erinnern, die nirgends weniger Freude und Gefallen erf ben, als bei unseren Tapferen in der Front selbst. Auch lätter haben sich bei uns keiten und Gefühlsroheiten deren Seite haben sich freili hungen und. können.The Kaiser bil lischer Karika 5 mi t wird,

zu wahren verstanden. Auf der

1 in der Karikatur kaum genug bildet die Zielscheibe unzähliger roher aturen, bei denen der Witz um so empfindlicher als die Vorstellung von der Person des Kaisers,

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itz und Humor muß en. Die Dar hat seit de Fortschritt gemacht. Schon damals wurde

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Weltkr

ein gut gezeichnetes Blatt s der schönste

en Zug habe ich durch Bestellung Aber was bedeutet

a als hier beim friedlichen Landsturm. Eine nationale Witzblätter an die Front!

gszeit gefunden haben.

gewannen in wenigen neue Abonnenten. Auch solche Zeitschriften wirken irregeführte wer so zu lachen vermag, der kann

zu machen versucht, Buchhandlung

Eng⸗

An Ent leisungen hat es in der Karikaturenliteratur iegszeit leider nicht gefehlt. Auf deutscher Seite

nicht immer vor Geschmacklosig⸗

ch unsere Gegner an vlumpen Schmä

diesen sttbildern immer wiederkehrt, völlig unzutreffend

6 im Boden der Wirklichkeit steklung des Deutschen in der eng⸗ der Zeit der deutschen Einigungskriege

sich bis zum Meere ausgedehnt, so daß jenesGreat-Yar⸗ mouth mit seinen mannigfachen Hafenanlagen entstanden ist, das gegen 50000 Einwohner zählt. Ihm gegenüber liegt auf dem Westufer des Yare das jüngere und bedeutend klei⸗ nereLittle-Varmouth, mit seiner älteren Schwesterstadt durch eine große eiserne Brücke verbunden. Schon vor der Eroberung Englands durch Wilhelm von der Normandie war- Narmouth der bedeutendste Platz der englischen Ostküste. Kö⸗ nigin Elisabeth gab ihm im Jahre 1552 erweiterte Stadt⸗ rechte, so daß trotz nicht besonders günstiger Lage die Reede ist bei Ost⸗ und Nordostwind völlig ungeschützt doch allmählich jener große Fischereiplatz heranwuchs, als der Narmouth heute weit über Englands Grenzen hinaus be- lannt ist. Seine Fischerflotte beläuft sich auf über 500 Fahr⸗ zeuge, die zum Fang von Heringen und Makrelen auslaufen. Zum Pökeln und Räuchern der reichen Fischbeute hat sich in der Stadt eine reiche Industrie entwickelt, und was dem Deutschen der Kieler Bückling bedeutet, das ist dem Eng⸗ länder derYarmouth-Bloater. Etwa 50 Kilometer nord⸗ westlich Varmouth liegt das gleichfalls von einem deutschen Zeppelin bombardierte Städtchen Cromer auf hohen, vom Meere bespülten Felsen und Klippen. Wiederholt hat die austürmende See Teile des Felsens hinweggerissen und die Stadt ganz oder teilweise zerstört. Doch sie erstand stets von neuem, und heute schützt ein künstlicher Wall Land und Felsen gegen die andringenden Meerfluten. Auch Cromer hat eine bedeutende Seefischerei auf Heringe, Kabeljau, Hummer und Krabben, wie denn die Bedeutung aller Häfen der englischen Ostküste weniger in ihrer Seefahrt als in i rer Fischerei und in ihrem Nordseehandel miLand, Deutschland⸗ und den skandinavischen Staaten beruht. Cromer ist wegen seines schönen Strandes auch als Seebad für die vornehme Welt der englischen Industriegebiete bekannt. Hier wendef sich die Küste von Norfolk völlig nach Westen, dem breiten! The Wash genannten Golf zu, in dessen südlicher Bucht an der Mündung des Ouse die Industriestadt Kings Lynn liegt. Ihr großer Binnenhafen faßt noch Schiffe mit vier Meter Tiefgang, so daß die nur wenig über 20000 Ein⸗ wohner zählende Stadt einen nicht unbeträchtlichen Handel aufweist, zumal in ihren Eisengießereien zahlreiche Ma⸗ schinen für die Ausfuhr hergestellt werden. Auch Kings Lynn ist eine aus der Zeit vor dem Normanneneinfalle stammende Siedelung, die bereits im Mittelalter eine nicht unbedeu⸗ tende Rolle spielte. Von ihrem alten Wall ist noch ein aus, dem 15. Jahrhundert stammendes prächtiges Tor erhalten, und auch die mannigfachen Kirchen der Stadt sind geschicht⸗ liche Denkmäler von hohem Wert. Am Ufer des Wash ziehen sich große Parkanlagen dahin, in deren Mitte der von König Eduard bevorzugte Landsitz Sandringham liegt.

Ein deutscher Tag im Aapitol!

Unter der UeberschriftDeutscher Tag im Kapitol lesen wir in der New Porker Staatszeitung einen Be⸗ richt über eine in ihrem kurzen Inhalte schon bekannte Sitzung im Repräsentantenhaus in Washington, bei dessen Lektüre uns das Herz im Leibe lacht. Die Zeitungsnummer ist vom 17. Dezember und uns von einem unserer Leser freundlichst zur Verfügung gestellt worden. DerDeutsche Tag im Repräsentantenhaus hat am 16. Dezember stott⸗ gefunden und uns gezeigt, daßdrüben noch herrliche mann⸗

Deutsche als täppischer Bauer mit Schirmmütze, Pfeife im Munde Brille auf der roten Nase und Holzpantoffeln oder Stiefeln dargestellt, und die Kenntnis der Engländer von deutschem Wesen scheint sich seither nicht beträchtlich erweitert zu haben. Dieselben Attribute müssen auch jetzt noch denTeutonen kenn zeichnen, und selbst in einerGesellschaft bei Bethmann mit Karikaturen auf den Kaiser, den Kronprinzen, den Reichskanzler und die bekanntesten Generäle darf die Wurst auf dem Flügel nicht fehlen. Wesentlich harmloser und vor allem witziger sind die Scherze, in denen die Engländer sich selbst verspotten. Be⸗ sonders die Spionenfurcht treibt in London derartige Blüten, daß auch die englischen Zeitungen darüber zu spotten beginnen. Evening Standard veroffentlicht folgende Unterhaltung:Was machen Sie hier? Sie wollen doch sicherlich spionieren! fragt ein Schutzmann ein verdächtiges Individuum.Nein, ich wollte nur einbrechen!Dann entschuldigen Sie bitte! Gelegenheit zu manchem guten Scherzbilde hat auch die Zeppelinfurcht der Engländer geboten. So schildert ein Bild imBunch einen ge⸗ panzerten Badestuhl, der zum Gebrauche an der englischen Ost küste empfohlen wird. Ein anderes Bild verspottet die Furcht der Londoner vor den Deutschen, indem es einen braven Bürgers⸗ mann beim Barbier zeigt. Auf die Frage, ob er den Herrn rasieren dürfe, zuckt die mutige Seele zurück, da man doch nie wissen kann, ob man nicht solch einen Mordsdeutschen vor sich habe, und so begnügt sich der Brave für diesmal mit dem Haarschneiden. Löwen, Reims und Genossen haben dem Stift der Zeichner und dem Witz der Blätter natürlich reichlichste Nahrung gegeben. So wird die Geschichte von einem Kubisten erzählt, der seine bis dato un verkäuflichen BilderTulpenstilleben,Damenbildnis und Frühtingssang nun alsZerstörung von Löwen,Ruinen der Reimser Kathedrale undDie Hunnen spielend äbsetzt. Daß man in en

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1 glischen Witzblättern niemals ein Bild oder Wort gegen die Scheußlichkeiten findet, deren sich die farbige Gefolgschaft der Verbündeten schuldig macht, versteht sich, und ebenso, daß jede verirrte deutsche Kugel, die ein Schloß oder eine Kirche trifft, zu einem furchtbaren Geheul überBarharen Anlaß gibt. Aber der holländischeNotenkraker sieht auch die andere Seite der Sache; dort schildert Hahn die Reimser Kathedrale imBaustile des 20. Jahrhunderts; ganz zusammengesetzt aus Kanonen und Granaten, und er wendet sich mit diesem Bilde gegen den Miß⸗ brauch des ehrwürdigen Gotteshauses zu militärischen Zwecken, wie die Franzosen ihn zur Regel gemacht haben. 5

Der wiedererstehende Fuciner⸗Seec. Das Erdbeben, das besonders die Stadt Avezzano so schwer heimgo⸗ sucht hat, droht durch eine Folgeerscheinung weiteres schweres Unglück über die Bewohner dieses Gebietes zu bringen. Wie aus Rom gemeldet wird, ist infolge der Erderschütterung eine

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veckt die

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tun Strecke des unterirdischen Kanals, der zur Entwässerung des eng- Fuciner⸗Sees angelegt worden ist, eingestürzt, und so füllt sich ver- das ehemalige Becken des Sees von neuem mit Wasser und zer⸗

stört die Kulturarbeit, die die Ansiedler auf diesem dem Wasser abgerungenen Boden geleistet haben. Die Unterfuchung, welchen Umfang die Zerstörung des Ableitungskanals hat, ist sofort ein⸗ geleitet worden, und von ihrem Ergebnts wird es abhängen, ob es noch möglich sein wird, das Unheil abzuwenden. Durch

wie

bis weit in das Altertum zurückreicht. Der Fuciner-See war einst diner der größten Seen in den Apeninnen. Er hatte sich auf dem Grunde einer Talsohle gebildet, die von hohen Bergen umgeben ist; das ursprüngliche Seebett besteht aus durchlässigem Kallstein, dessen niedrigster Punkt sich 655 Meter über dem Meeresspiegel befindet. Im Jahre 1860 betrug seine mittlere Oberfläche 150 Quadratmeter, aber in der Vergangenheit hatte 5 großen Schwankungen unterlegen, die nicht nur vom Hoch⸗ wasser, sondern auch von der Oeffnung oder Schließung unter⸗ irdischer Kanäle abhingen, eine Erscheinung, die allen derartigen Sen gemeinsam ist. Als Marruvio im Altertum gegründet würde, dessen Ruinen sich noch in der Nähe von San Benedetto di Pescina erheben, war der Seespiegel kleiner als im 19. Jahr⸗ hundert, wahrscheinlich weil das Wasser reichliche Abflüsse ge⸗ funden hatte, die sich später schlossen. Marruvio verschwand im 1. Jahrhundert n. Ehr. unter dem ansteigenden Wasser, und seine Ruinen erblicken erst wieder in der großen Dürre des Jahres 1572 das Licht. In der Nenzeit war ein ständiges Steigen des Wasserspiegels zu beobachten, und es wäre auch der Tag gekommen, an dem Avezzano in dem See untergetaucht wäre, wenn das Wasser in demselben Maße weiter gestiegen wäre. Schon seit dem römischen Altertum hatten daher die Ein⸗ mohner dieses Tales gefordert, daß ein Abfluß des Seewassers geschaffen würde, um ihr Gebiet von den. Ucberschwemmungen und der schädlichen Sumpfluft zu befreien. Im Jahre 4454 n. Chr. wurde auch unter dem Kaiser Claudius ein Abzugskanal von einer Länge von 5605 Metern angelegt, der zum Teil durch das Gestein des Monte Salviano führte und in den 24 Meter tiefer liegenden Liris bei Capistrello mündete. Trotz wiederholter Erneuerungsarbeiten versandete der Kanal bald, und auch Versuche, ihn wiederherzustellen, die unter Kaiser Friedrich II., von Alfons J. von Arragon, von einem Fürsten Colonna im 17. Jahrhundert und von Ferdinand von Bourbon im 19. Jahr⸗ hundert unternommen wurden, hatten nur wenig oder gar keinen Erfolg. Da aber das Ansteigen des Wasserspiegels die umliegen⸗ den Ortschaften immer mehr bedrohte, unternahm in den Jahren 18541876 Fürst Alessandro Torlonia die Trockenlegung des Beckens. Ein unterirdischer Emissar von 6301 Meter Länge, der den Spuren des von Claudtus angelegten Kanals folgte, leitet das Wasser des Sees in den Liris ab. Das gewaltige Unternehmen kostete über 43 Millionen Lire und führte zur Gewinnung von 16000 Hektar bebaubarem Land. Wo einst der Seespiegel sich ausbreitete, liegen heute fruchtbare Wiesen, auf denen zahlreiches Vieh weidet, sind weite Strecken mit Gr treide angebaut und finden die Bewohner der umliegenden Dör⸗ fer, die sich merklich vermehrt haben, Arbeit und Nahrung. An⸗ stelle der verloren gegangenen Ergebnisse des Fischfanges, deren Wert etwa 70000 Lire im Jahre betrug, liefert das ausge⸗ trodnete Land den fünffachen oder sechsfachen Ertrag; allerdings wird etwas darüber gellagt, daß die Oliven Schaden leiden, und auch das Klima der Umgebung soll verändert sein. Das Erd. beben hat nun die Frucht einer über zwei Jahrzehnte währen⸗

den Arbeit in Frage gestellt, und es bleibt abzuwarten, ob es schnell genug gelingt, die Störungen des Abzugskanals wieder aufzuheben. 8 N

der] das Erdbeben ist so ein Kulturwerk gefährdet, dessen Geschichte