g die Beamtenstadt Darmstadt bedeutend un⸗ 4 dasteht. Bei Gießen ist der Einfluß der Kliniken in acht zu ziehen. g
*Der Winter, der bisher nur zaghaft angeklopft hat, hat in der vergangenen Nacht mit einem ziemlich ausgiebigen Schneefall seine erste förmliche Visiten⸗ Tarte abgegeben, und es sieht so aus, als ob er für die näch⸗
sten T eine von jung und alt begrüßte Abwechslung in das Einerlei der vergangenen Regentage bringen wollte. — Vogelsberg liegt, wie man uns vom Hohe—
rodskopf heute vormittag meldet, der Schnee bis zu 40 Ztm. Höhe und bietet ausgezeichnete Schibahn. Die Temperatur betrug daselbst in den Vormittagsstunden noch Minus 8 Grad Celsius. Auch im Sauerland ist, wie der Schiklub Sauerland berichtet, bei andauerndem Schneefall hervor⸗ ragende Wintersportgelegenheit.
* In den Gießener Apotheken ist nach Regie⸗ rungsverordnung der Sonntagsdienst dahin geregelt 3 daß in Zukunft nur immer eine an den Sonn- tagen geöffnet ist, während die beiden anderen von Sonntag 3 sihr bis fine anderen Morgen geschlossen haben. Die
jeweils geöffnete Apotheke ist durch einen Aushang kenntlich gemacht.
* Stadttheater. Man schreibt uns: Am nächsten Samstag nachmittag findet als Schülervorstellung eine letzte Aufführung von„Wallensteins Tod“ statt. Die Vor- stellung wird bei Volkspreisen gegeben und es mag darauf hin- gewiesen sein, daß die Aufführung seinerzeit als Festvorstellung zu Großherzogs Geburtstag bei Presse wie Publirum lebhaste e An- erkennung gefunden hat..
Die Berufsberatungsstelle des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins, Ortsgruppe Gießen, bittet im Anzeigenteil der vorliegenden Nummer Geschäftsinhaber, Handwerksmeister und Meisterinnen, die in diesem Jahre Lehrmädchen annehmen wollen, sowie Hausfrauen, die im Sinne unserer gestrigen Notiz an dieser Stelle junge Mädchen in der Hausarbeit anlernen wollen, ihre Adresse der Berufs— beratungsstelle anzumelden. ö
* In der Herberge zur Heimat logierten im Dezember 785 Gäste(gegen 1493 im gleichen Zeitraum des Vorjahrs). Die Zahl der ohne Bezahlung aufgenommenen Wanderer betrug 171(696), die der Selbstzahler belief sich auf 614(707). Im Jahre 1914 wurden im ganzen 13 770 Gäste(gegen 14693 in 1913) beherbergt.— Im Stellennachweis der Herberge konnten im Dezember bei 44 offenen Stellen 42 besetzt werden. Von den untergebrachten Arbeitskräften waren 22 Handwerker und 20 ungelernte
Arbeiter. Gesucht werden in der letzten Zeit stark Bäcker- gesellen. 5 . Landkreis Gießen.
Hl. Lollar, 18. Jan. Briefträger und Telegraphenleitungs⸗ aufseher Andreas Stieler von hier hat das Eiserne Kreuz erhalten. Es ist dies der vierte Krieger aus unserer Gemeinde, der diese Auszeichnung erhielt. 5
r. Londorf, 18. Jan. Aus unserer Gemeinde fielen im Kampfe fürs Vaterland bis jetzt 5 Krieger.— Reservist Gefreiter Konrad Klopp im Infanterie-Regiment 116 wurde mit dem Eisernen Kreuzund der hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. g.
10 Beuern, 16. Jan. Am Freitag nach Beendigung der Holzsubmission kam es in der darauf folgenden Nachsitzung zu einem Streit, der in Tätlichkeiten ausartete. Emer der Be— teiligten erhielt mehrere Kopfwunden und mußte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Zur Aufklärung des Tatbestandes weilte die Gendarmerie heute hier.
Kreis Büdingen.
N Ortenberg, 16. Jan. Seit 30. November v. Is. war die Thesrau des hiesigen Rentners Söhnge spurlos ver- sch wunden. Alle Nachsorschungen am Lauf der Nidder und in der Umgegend blieben ohne Erfolg. Gestern wurde dir Leiche durch den hohen Wasserstand der Nidder in der Gemarkung Glau-
berg angeschwemmt. Kreis Lauterbach.
OBernshausen, 18. Jan. Am 14. Juni vorigen Jahres brannte infolge Blitzschlags die Scheuer des Bürgermeisters Ritz bis auf die Grundmauern nieder. Alle, Futter vorräte, landwirtschaftliche Maschinen, Wagen und dergl. fielen dem Brand zum Opfer. Nun hatte Ritz eine neue, größere Scheuer anstelle der alten erbaut. Der untere Teil war aus Steinen aufgeführt; der obere ganz aus Holz errichtete war bereits auf drei Seiten zum F nat— 7 + 1 7 als 27 N 8 Schwierigkeiten mit der Brandkasse ergaben. Infolgedessen blieb die südwestliche Seite der Scheuer zunächst noch völlig effen. Das sollte verhängnispoll werden, denn der orkanartige Sturm, der am Samstag tobte, fing sich mit ungeheurer Gewalt in dem auf der einen Seite noch offenstehenden Gebäude und brachte gegen 10 Uhr vormittags unter donnerähnlichem Krachen die neuerbaute Scheuer zum Einsturz, die nur mehr einen wüsten Trümmerhaufen bildet.
h. Aus dem Vogelsberg, 18. Jan. Die Füchse unserer Berge haben jetzt gute Tage, da ihnen nicht mehr in
dem Maße nachgestellt wird wie sonst. Die meisten unserer Jäger stehen im Felde. Infolgedessen sind die Füchse außer⸗ 0 ich ist geworden. Auf einem Hofgute bei Büdingen 3. B. stattet seit Wochen ein sehr starkes Tier dem Hofe und den Gärten in ungenierter Weise seinen täglichen Besuch ab. Daß die Füchse aber tatsächlich etwas zu sehr überhand genom⸗ men haben, beweist die bisherige Jagdbeute des Pächters Müller vom Lehrerheim bei Schotten, der in kurzer Zeit 18 starke
Füchse erlegte. 2 N Kreis Wetzlar.
b Wetzlar, 18. Jan. Die Stadtverwaltung hat eine Organisation zur Verwertung der Küchenabfälle als Viehfutter ins Leben gerufen.
5 Wetzlar, 18. Jan. In ihrer am 15. Januar I. J. ab⸗ gehaltenen Vollversammlung wählte die Hande Ils kammer für den Kreis Wetzlar für das Jahr 1915 Generaldirektor Berg⸗ rat Groebler zum Vorsitzenden und Bergassessor a. D. L. Raab zum stell vertretenden Vorsitzenden.
N Hessen⸗Nassau. h. Frankfurt a. M., 17. Jan. Durch einen unglücklichen Zufall zog sich das 16jährige Dienstmädchen Meta Blum beim Hantieren am Kochherde schwere Brandwunden zu, die gestern den Tod des jungen Mädchens zur Folge hatten.— Der Gerichts- lanzlist Schwarz wurde in der Sonntagnacht mit schweren Stich wunden im Rücken und am Arn lebensgefährlich verletzt in der Allerheiligenstraße aufgefunden. Die Täter konnten noch gicht ermittelt werden— Der Gram um den auf dem westlichen Kriegsschauplatze gefallenen Sohn trieb einen, Schneidermeister aus der Börnestraße zum Selbstmord.
i Frankfurt a. M., 18. Jan. Bisher sind von hier aus 35 Sanitätshunde mit ihren Führern, die zusammen aus- gebildet waren, ins Feld Seren Weitere 20 Tiere befinden sich in der Ausbildung. Allerdings erfreut sich dieser Zweig der kyno⸗ logischen Betätigung auch ganz besonderer Unterstützung wohl habender Kreise der Bevölkerung, die zur Ausbildung von Führern und Hunden namhaste Beträge zur Versügung gestellt haben.
N X Hanau, 18. Jan. Der langgehegte Wunsch, in der Um- gegend eine Walderholungsstätte zu errichten, soll dem- 5 2 verwirklicht werden. Die Stadt Hanau hat für das Projekt
1 Gemeindewald der benachbarten Gemeinde Langenselbold ersehen und einen dahingebenden Antrag der Gemeinde Langen; ld unterbreitet. In ihrer heutigen Sitzung hat sich die Ge⸗
meindevertretung in Langenselbold mit dem Plane der Stadt Hanau prinzipiell einverstanden erklärt und über die Platzfrage sich weitere Verhandlungen mit der Stadt Hanau vorbehalten.
u. Usingen, 18. Jan. In geistiger und lörverlicher Frische konnten die Eheleute Johannes Launhardt III. im nahen Heinzenberg das Zest der goldnen Hochzeit seiern.
Schneefalle. Berlin, 18. Jan. Das„Berliner Tageblatt“ meldet aus Stuttgart: Alle Teile Württembergs melden starke Schnee- jälle, besonders die Schwäbische Alb und der Schwarzwald.
vermischtes.
Offizier, Ringkämpfer und Spion. Die solgende Spionengeschichte teilt ein holländisches Blatt mit: Im Frühjahr 1914 bereiste ein Wanderzirkus verschiedene deutsch⸗-russische Grenz⸗ orte. Sein Hauptanziehungsstück waren die Ringkämpfer, und der„Champion“ war immer ein junger, blonder Russe, der auf den wohlklingenden Ringkämpfernamen Romanow hörte. Ueberall war er der Liebling des Publikums, nicht nur wegen seiner ge⸗ waltigen Körperkraft, sondern auch wegen der guten Erziehung, die er auf der Bühne und außerhalb verriet. Der russische Ring⸗ kämpfer sprach auch gut Deutsch, und so dauerte es nicht lange, bis der starke Kerl überall, wo der Zirkus seine Vorstellungen gab, der erklärte Liebling der Bevölkerung war. Er machte die Bekannt- schaft der vornehmsten Familien, man lud ihn ein, er entpuppte sich als gebildeter Mann, der trotz seines starken Bizeps ein an⸗ genehmer Plauderer war, gut zeichnen konnte und entzückt war, wenn man ihn zu Ausflügen bat; er nahm dann sein Skizzenbuch mit und zeichnete alles Mögliche. Weil der beliebte Ringkämpfer so viel von Ausflügen hielt, nahm man ihn oft zu Familienaus⸗ flügen mit, und alles war über die Fertigkeit erstaunt, mit der er die Landschaften zu Papier brachte.. Drei Monate später brach der Krieg aus; russische Vorposten marschierten im Grenz⸗ gebiete, und überall, wo der Zirkus seine Vorstellung gegeben hatte, sah man an der Spitze der ersten Aufklärungstruppe einen riesigen Leutnant reiten, einen breitschulterigen Blondkopf, der aussah, als ob er die Gegend sehr gut kenne. Nanu, riefen die Leute am Wege, ist das nicht...“ Aus Furcht vor den Russen durften sie nicht sa gen, was sie meinten, aber der riesige Offizier kam ihnen zu Hilfe:„Der Ringkämpfer Romanow!“ rief er mit demselben Lachen, mit dem er im Zirkus seine Widersacher auf die Schulter gelegt hatte. In der Tat, es war kein anderer, als der russische Ringkämpfer, der treffliche Zeichner, der die Gegend gründlich studiert hatte und nun seine Truppen auf den besten Wegen in Feindesland führte.„Die Deutschen mögen in der Kunst der Spionage weit sein(so schließt das holländische Blatt seine Geschichte), die Russen können sich ihre Geheimnisse nicht minder gut zunutze machen.“
Bandel.
Berlin, 18. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der Goldbe⸗
stand der Reichsbank hat sich um 17,9 Millionen auf 2129.7 Millionen Mark erhöht. Durch die gleichzeitige Erhöhung des Silberbestandes und der Reichsbankkassenscheine ist zu folgern, daß der Verkehr mit den kleinen Umlaufsmitteln befriedigt. Der Mangel an Nickelmünzen ist zum Teil behoben, da die Reichs⸗ bank in der Provinz und auf die Sammelstellen in Berlin bei den Gasanstalten auf die baldige Auslieferung der angesammelten Zehnpsennigstücke gewirkt hat. Von den Tarlehenskassenscheinen sind 129 Millionen den Darlehenskassen zurückgegeben worden. Im Verkehr befinden sich 461 Millionen Darlehenskassenscheine und bei der Reichsbank 406 Millionen. Dies ist ein. sehr ge⸗ ringfügiger Betrag im Vergleich mit dem Goldvorrat, und die feindliche Presse kann aus dieser Gegenüberstellung ersehen, wie töricht die Behauptung ist, der Notenumlauf sei hauptsächlich durck Geldzettel gedeckt. Die von den Darlehenskassen ausgeliehenen Beträge verminderten sich um 129 Millionen, von denen 124 Mililonen auf Kriegsanleihedarlehen entfallen. In dem Rück⸗ gang der Anlage spiegelt sich die Verminderung des Wechsel⸗ bestandes bezw. die Einschränkung der Kreditansprüche wider. Dies würde noch stärker zum Ausdruck gekommen sein, wenn nicht Uebertragungen bisher langfriliger Schatzanweisungen auf Wechselkonto stattgefunden hätten, weswegen auch der Effekten⸗ bestand zurückgegangen ist. Die reine Golddeckung der Noten beträgt 46,4 Prozent gegen 44,2 Prozent in der Vorwoche. Die Deckung durch Barvorrat 56,4 Prozent gegen 56,5 Prozent und die Deckung sämtlicher täglichen Verbindlichkeiten durch Gold 34, Prozent, ist also höher, als die vorgeschriebene Mindeßt deckung der Noten allein. Die Zinkhütten vereinigung, der auch aus- ländische Firmen angehörten, hat sich aufgelöst. Dagegen ist eine neue Zinkhütten vereinigung m. b. H in Berlin gegründet word— n, welche beschloß, die bisherigen Preise unverändert beizubehalten.
— Preiserhöhungen. Die vereinigten österreschischen Leinenwebereien erhöhten die Preise für ihre Fabrikate um vor läufig 15 Proz.— Die sächsischen Gardinenfabrikanten erhöhten ihre Preise um 10 Proz.
N Markte.
Giefen, 19. Jan. Markibericht. Auf dent heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pfund 1,00— 1,15 Mk.; Hühner⸗ eier 1 Stiick 13—14 Pfa., 2 Stück 00 Pfg.: Enteneier 1 St. 0 Pfg. 2 St. 00 Pig.: Gänseeier 1 St. 0-0 Pia., 2 St. 00 Pig.: Käse das Stück 7—8 Pfg., Käsematte 2 Stück 6—0 Pfg.: Tauben das Paax 1,50—1.40 Mt., Hübner das Stück 1,00— 2,50 Mk., Hahnen das Stück 1,00— 2,50 Mk., Enten das Stück 2,50—3,00 Mk., Gänse das Pd. 70—80 Pfg.; Welsche 4—5 Mk.; Ochsenfleisch das Ufd. 90—98 Pia, Rindfleisch das Pfund 90— 94 Pfa., Kuhfleisch 8—90 Vfg., Schweine⸗ fleisch das Pfund 20106 Jig, Kalbfleisch das Bid. 76— 80 Pig., Hammelfleisch das Pfund 70—90 Pfg.; Kartoffeln 100 Kilo 7%— Mk., Weißkraut das Stück 10—20 Pfg.: Zwiebeln der Ztr 12,00—15,00 Mk.: Milch das Liter 22 Pfg.: Aepfel der Zentner 15—20 Mk.; Birnen das Piund 12—15 Pig., Nüsse 100 Stück 40— 0 Pig.— Marktzeit von 8 bis 2 uhr.
F. Wiesbaden. Viehhof⸗ Marktbericht vom 18. Jan. Auftrieb: Rinder 340(Ochsen 62, Bullen 29, Kühe und Färsen 24), Kälter 395, Schafe 111, Schweine 922. Preise für 100 Pfd.
Marktverlauf: Ruhig, langsam geräumt. Lebend Schlacht-
gewicht. Ochsen. Mk. Mk. Junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere C00... 50—54 88—94 Bullen. Vollfleischige, ausgew. höchsten Schlachtv.. 44-48 79—86 0 Färsen. Kühe. Vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten JVC 08 87—96 Vollfleischige ausgemästete Kühe böchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren. 40-46 75—82 Wenig gut entwickelte Färsen... 44-48 88-92 Kälber. ee 090.9 100-00 Mittlere Mast- und beste Saugkälber.. 53—55 90-91 Geringere Mast- und gute Saugkälber... 40-43 68—81 Geringe Saugkälber. 35—40 59-68 Schafe. Mastlämmer und Masthammel 46,00 00,00 94—00 Weidemastschafe: Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg „ 80—82 Vollfleischige Schweine unter 80 ke Lebendgew. 6263 76-80 Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg e 80—82 Pollileischige Schweine von 120 bis 150 kg 5 55—57 75-77
Lebendge wicht 1
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Amtlicher Wetterbericht.
Wetteraussichten in Hessen am Mutwoch, den 20. Jan. 1915; Meist heuer und trocken, schwache Winde, Frost.
meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.
3 2 2822 11.5 Z S A„„„
8* 8.8—* 352 % 8 e f K 19 4% 55,9— 40 2,9 85 NW 2 0 7 1 1 1
0 Höchste Temperatur am 17. bis 18. Januar 1915— 3,7 0. Niedrigste—„ 1915— 2,2„ Niederschlag: 0,7 mm. t
—
Eingesandt.
Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel
Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Ein Verkehrswunsch.
Als im Jahre 1896 die Nebenbahn Friedberg Nidda ihrer Vollendung entgegenreiste, glaubten die Dörfer Bingenheim, Bloield, Leidhecken, Staden u. a, am Bahnhofe Reichelsheim(Wetterau) eine Zufsahrtslraße zu erhalten, zumal von denselben ganz ansehnliche Pflichtbeiträge zum Bahnbau geleistet wurden. DTieser lebhart gehegte Wunsch ging jedoch nicht in Erfüllung. Ganz be⸗ summt hofte man auf einen Fußpiad, um einen U mweg von ca. 4 Minuten zu sparen, um bei Verspätungen noch mit dem ein- laufenden Zuge weiterzukommen. Doch auch diese Vitte' blieb un⸗ erfüllt. Bis vor etwa zwei Jahren benutzte das reisende Publikum genannter Dörfer einen am Bahngelände hinziehenden Graben als Weg. Wenn dies auch kein zweckmäßiger Zugang war, so war es doch immerhin ein Nolbehelj. Jetzt hat die Bahnverwaltung den Graben abgesperrt. Gleich nach der Absperrung wurden die beteiligten Gememden bei maßgebender Stelle vorsiellig, einen Zu⸗ gangspfad von etwa 1520 Meter von der Straße zum Bahnhof über den Graben hinweg zu erhalten. Mehrere Gemeinde- vertretungen, auch Reichelsheim, bewilligten Beiträge. Doch die Angelegenheti liegt bis heute ruhig, obwohl Herr Landtags-Ab⸗ geordneter Breidenbach-Dorheim bei Beratung des Staats- voranschlags in der Zweiten Kammer im Winter 191314 fehr warm für die Angelegenheit eintrat und einen Zugangspfad forderte. Möchten die e Zeilen doch die Sache wieder in Kluß bringen, da- mit endlich einen längst gefühlten Bedürfnisse Rechnung getragen werde Einer für Viele.
——
Letzte Nachrichten.
Die Kämpfe bei Nieuport.
Haag, 19. Jan. An der ganzen Nordseeküste von Nieuport bis Zeebrügge ist trotz hohen Seeganges und heftigsten Schueetreibens ein schweres Artilke⸗ riegefecht im Gange. Einzelheiten über den Verlauf des Kampfes sind bisher nicht eingetroffen.
Spionenfurcht in Dünkirchen.
Kopenhagen, 19. Jan. Die Londoner Presse meldet, die Dünkirchener 3 hat umfassende und außerordent⸗ liche Maßnahmen zur Verhinderung der Spionage getroffen. In den letzten Tagen sind 2500 Menschen zum Verlassen der Stadt gezwungen worden. Kein Fremder wird in der Stadt gelassen. Jede Nacht werden alle Hotels durchsucht. Viele hunderte Personen sind verhaftet worden
Die sparsamen Bayern.
München, 19. Jan. In den ersten fünf Monaten des Krieges sind von den bayerischen Regimentern gegen 22 ½ Millionen Mark aus dem Felde nach Hause ge⸗ sandt worden, die die Soldaten sich von ihrer Kriegslöhnung erspart haben.
Die Wiederaufnahme des Eisenbahnbetriebs in Belgien.
Brüssel, 19. Jan. Alle 350 Arbeiter des staatlichen Eisenbahnarsenals in Gent haben sich nach langwierigen Ver⸗ handlungen in deutschen Dienst gestellt und werden am 19. Januar die Arbeit wieder aufnehmen. Die Bedingungen sind diesecben wie unter der belgischen Verwaltung. Es fragt sich, ob ihr Beispiel unter den belgischen Eisenbahnarbeitern Nachahmung sinden wird. Denn davon hängt die Wiederauf⸗ nahme des belgischen Eisenbahnbetriebes in großem Maßstabe ab. Jedenfalls aber hat das deutsche Generalgouvernement einen
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(Für Form und übernimmt die
neuen großen Erfolg zu verzeichnen, der in Le Havre ehr,
schmerzlich empfunden werden wird. Paris im Dunkeln.
i. Köln, 19. Jan. Der„Köln. Ztg.“ zufolge ordnete der Polizeipräsident von Paris an, daß von heute an von Sonnenuntergang bis Tagesanbruch an allen Wohnungen, öffentlichen Gebäuden und sonstigen Baulichkeiten, die größere Helle ausströmen, die Beleuchtung sich auf das notwendigste Maß zu beschränken habe. Die äußere Beleuchtung von Wirtschaften und Schaufensterauslagen jeder Art hat vollkommen zu unterbleiben. Mit dieser Maßnahme, die sich gegen Angriffe durch feindliche Luftschiffe richtet, geht eine wesentliche
Einschränkung der Straßenbeleuchtung Hand in Hand.
Die Gärung in Serbisch-Mazedonien.
Athen, 19. Jan. Die Gärung in Serbisch⸗Mazedonien führte in den Bezirken Uesküb und Istip zu ernsten Unruhen. Die muselmanische Bevölkerung flüchtete, wie aus Saloniki gemeldet wird, gegen die bulgarische Grenze, da jetzt alle waffen⸗ fähigen Muselmanen zwangsweise in das serbische Heer eingereiht werden sollen. Die Aufständischen haben vor, sich mit den gegen Serbien operierenden bulgarischen Komitatschis zu vereinigen.
Aegypten und England.
Zürich, 19. Jan. Der Sonderberichterstatter der„Stampa“ in Kairo meldet seinem Blatte: Die ägyptische Bevölkerung ist in der Mehrzahl auf der Seite der Türkei und der neue Sultan wird besonders vom Adel als Verräter und Thronräuber bezeichnet. England ist sich der ägyptischen Gefahr vollständig bewußt und hat daher auch gewaltige Truppenmassen in Aegypten lon⸗ zentriert, die Frankreich lieber in Flandern gesehen hätte. Für England scheint aber Aegypten viel wichtiger zu sein als der westliche Kriegs schauplatz. Die Truppen aus Australien und Neusesland seien jedoch ohne jede Organisation und die diszi⸗ plinlosen Soldaten verüben täglich Erzesse. Den Offizieren fehlt jede Autorität über die Truppen. Der türkische Feldzug in Aegypten wird voraussichtlich Ende Februar beginnen.
i Neue Unterseeboote für Griechenland.
Athen, 19. Jan. Die Zeitung„Ethnos“ teilt mit, daß Griechenland auf Anraten des englischen Admirals Keers sechs neue Unterseeboote anschaffen werde.
Burgfriede.
München, 19. Jan. In dem Reichstagswahlkreis Eichstätt, dem sicheren Besitz des Zentrums, in dem, wie schon gemeldet, Moritz von Frankenstein als Kandidat des Zentrums aufgestellt worden ist, werden sich die Liberalen der Stimmt enthalten und keinen Kandidaten aufstellen.
Explosion.
(i) Köln, 19. Jan. Eine schwere Explosion er⸗ eignete sich gestern abend in der Sürther Maschinenfabrik, die große Verheerungen anrichtete. Ein Arbeiter wurde ge⸗ tötet, mehrere Personen erlitten nicht unbedenkliche Verlet⸗ zungen. Der Betrieb ist gestört.
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