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Violine Herr Wallau) die Darbietungen.
verstorbenen ehemal. Direktor des Gießener Gas-
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— 17. dieser nachzustehen und womöglich noch in diesem in ihre Reihen zu treten. erlin, 16. 9 Nichtamtlich.) Die Spiritus⸗ dentrale teilt mit: it der letzten im Oktober 1914 vor⸗ genommenen Preisfestsetzung hat sich die Geschaftslage insosern geändert, als die Einnahmen erheblich hinter dem Vor⸗ anschlag zurückgeblieben sind. Hieraus entspringt die Notwendig⸗ keit, den Brennereibetrieb stärker anzuregen. Zu diesem Zweck hat sich der Gesamtausschuß gestern entschlofsen, den Abschlags⸗ preis, der bisher 50 Mark betrug, ab 18. Januar auf 54 Mark zu erhöhen Die Verkaufs preise wurden für unvergällten Brannt⸗ wein um fünf, für vergällten um vier Mark heraufgesetzt. Die Preise für Brennspiritus in Flaschen sind unverändert geblieben. Dresden, 17. Jan.(WTB. Nichtamtlich) Der Sächfische Landesdienst meldet: Eine Abordnung des Deutschen Städte⸗ tages hatte dem Kaiser Meldung über die OHindenburg⸗ Spende erstattet. Hierauf ist gestern bei Oberbürgermeister Beutler⸗Dresden folgender telegraphischer Dank eingegangen:„Der Haise Ace die Meldung von der hochherzigen Hindenburg⸗Spende der deutschen, Städte mit großer Freude entgegengenommen und läßt für diese reiche Gabe zum Schuß des heldenmütigen Ost⸗ egen den russischen Winter 2 755 danken. Auf Aller⸗ alentini.“
Aus Stadt und Land. Gießen, 18. Januar 1915.
** Ritter des Eisernen Kreuzes. Ers.⸗Res. Aug. Nack aus Worms. tmeister Joh. Holl von Worms⸗ Hochheim(bei den Darmstädter Dragonern). Amtsrichter Meyer am Amtsgericht in Offenbach a. M., zurzeit Ober⸗ leutnant und Kompagnieführer im Inf.-Regt. 168. Herm. Rothermel aus Wald⸗Michelbach. Fahnenjunker Back⸗ haus und Landwehrmann Richter im Jägerbataillon 11.
berjäger Funke in Manderbach. Leutnant d. R. Mess⸗ ner von Wetzlar, Feldart.⸗Regt. 13. Res. Arthur Haas aus Groß⸗Bieberau. Vizefeldw. Reising aus Kocherbach. Off.⸗ Stellv. Stephan Zilliken im Fußart.⸗Regt. 14. Dragoner
heeres g höchsten Befehl Geh. Kabinettsrat v. ———
Aug. Kilo aus Löhnberg, im Drag.⸗Regt. 6. Feldw. Sel⸗ Kr
zer aus Herborn. Garde⸗Grenadier Hermann Käppele aus iger. Off.⸗Stellv. Förster Bartholomäi aus Fleisbach. Utff. Wilhelm Drechsler aus Ober- Rosbach.
** Für den zweiten hessischen Hilfslaza⸗ rettzug hat bekanntlich die evangelische Landeskirche Kol— lekten und Sammlungen ihrer Gemeinden zur Ver-
fügung gestellt. So viel bis jetzt bekannt geworden ist, hat in
Stadt und Land ein reger Wetteifer für diese Aufgabe, die jedermann so verständlich ist, eingesetzt. Hier in Gießen sind
afür bereits gegen 2500 Mark eingegangen. Außerdem ar- beiten unsere Gemeindefrauenvereine, wie die des ganzen Landes, mit großer Hingabe an der inneren Ausstattung des Zuges. Die Sammlungen werden erst Ende dieses Monats abgeschlossen. In den Kriegsbetstunden und von den Pfarrern
der vier Gemeinden werden noch Gaben entgegengenommen.
Größere Gaben können auch bei der Mitteldeutschen Kredit— banl eingezahlt werden.
* Unterhaltungsabend im Soldatenheim. Ein Feldgrauer schreibt uns:„Am Samstag hatte man uns zu einer Unterhaltungsstunde in das Soldaten— heim eingeladen. Nach einer kurzen, herzlichen Begrüßung durch Herrn Geh. Rat Prof, Dr. Haupt eröffnete der Vor— trag des„Hochzeitsmarsches aus dem Sommernachtstraum“ (Klavier 4händig.— leider weiß ich die Namen der aus— führenden Damen nicht— Cello: Herr Prof. Haupt und Herr Höcker bot eine glückliche Auswahl ernster, zeitgemäßer Dichtungen und fand besonders mit 55 Lissauers„Haßgesang an England“ starken Beifall. Herr Wallau spielte dann mit schönem, innigem Vortrag als Violinsolo das Schlummerlied von Schumann und einen deutschen Tanz. Zwei vier— händig flott und sicher gespielte Militärmärsche von Schubert leiteten den heiteren Teil ein, den Herr Göttig übernommen hatte.„Meiers Urlaub“ von Frhr. v. Schlicht, und die„blühend blödsinnige“ Geschichte„Wie es kom— pliziert war, bis ich in die Sommerfrische kam“, verfehlten ihre Wirkung nicht.— Ein„Wohltäter der Armee“ lud uns dann noch zu einer Tasse Kaffee nebst einer Zigarre ein, die dankbar angenommen wurde. Es ist mir eine angenehme Pflicht, im Namen meiner Kameraden, sowie der anwesenden Mitglieder der Garnison den Mitwirkenden unseren herzlichsten Dank auszusprechen, den wir mit dem Wunsche verbinden, noch oft derartige schöne Mittage in den traulichen Räumen verleben zu dürfen. Und wenn wir wieder draußen im Kampfe stehen, werden wir immer gern an das gastliche Gießener Soldatenheim zurückdenken.“
» Hohe Ee ung. Ossizier-Stellvertreter Gustav Feyh, geboren zu Wallernhausen, früher in Rockenbera, jetzt in dae(Hessen, Mitglied des Zweigvereins Gießen des Bundes deutscher Milltäranwärter, hal als Sechzigjähriger an den Kämpfen in Rußland teilgenommen; er wurde zum Feldwebel⸗ Leutnant betördert und hat für seine Tapferkeit das Eiserne Kreuz erhalten. 2
Oberst Chalons, der bisherige Kommandeur des Gefangenenlagers und Garnisonältester der Garnison Gie— ßen, ne irkung vom 14. Jan. von hier versetzt wor⸗ den. An seine Stelle tritt Generalmajor von Peters⸗ dorff. Mit dem zufällig zur gleichen Zeit eingetretenen
el im Kommando des Landsturmbataillons hat diese 5 nichts zu tun. Die betreffende Notiz in einem hiesigen Blatte beruht auf einem Irrtum.
* Stadttheater. Für die Aufführung von Suder⸗ manns„Johannisfeuer“ in der Dienstag-Abonnements⸗ vorstellung gibt sich lebhaftes Interesse kund. Tie Vorstellung, die unter der Spielleitung von Oberregisseur Dworkowski steht, bringt in Hauptrollen die Damen Stettner, Jüng⸗ ling, Frenzel und Wengerdt sowie die Herren Stein- hofer, Rotteck und Schubert.
n Direktor Bergen f. Mit dem am 15. d. 2 5 un Wasserwerks Otto Bergen ist ein Mann aus dem Leben
schieden, dessen Sein und Trachten dem Wohle seiner Mitbürger gewidmet war. Im Jahre 1840 als Sohn eines Sn in Biedenkopf geboren, widmete Bergen sich nach eifriger Selbstbildung dem technischen Berufe, in dem er bald praktisch sich betätigen konnte. Am Weihnachts-
abend des Jahres 1856 erstrahlte die Stadt Gießen zum
ersten Male in Gaslicht. Das„weit vor der Stadt“ von der Firma August Riedinger in Jahn 2 unter Leitung eines 2 3 enieurs, John Tebay aus Lon⸗
iker
Ingenieurs Heß über. Dieser sandte den 5— D*
möglich machte. Bergen widmete seine ganze Arbeitskraft dem ihm anvertrauten Werke mit dem Erfolge desselben stetigen Aufblühens, wie es das in den 8ber Jahren an⸗ gegliederte Wasserwerk erfuhr. Als Mann, der sich den verautwortungsvollen Posten von der Picke auf durch eiser— nen Fleiß errungen, war er allen Ratschlägen seiner Mit⸗ arbeiter zugänglich und erreichte damit ein dem Werke förderliches stabiles Verhältnis unter den Beamten. Wurde Bergen in beruflicher Hinsicht seinen Aufgaben gerecht, so hielt ihn dies nicht ab, seine Kenntnisse und Fähig⸗ keiten in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen. Sein Wirken im Gewerbeverein, im Deutschen Verein der Gas- und Wassersachmänner, im Mitteldeutschen Gas⸗ Ind Wasserfachmännerverein, im Gabelsberger Stenographen⸗ Verein, im Kunstverein, im Kirchenvorstand und in einer
Reihe anderer gemeinnütziger Vereinigungen trug gate Früchte. Seine angeborene Befähigung im Zeichnen und
seine rege Phantasie traten besonders in seinen Steno— graphischen Bilderbogen und Stenographen⸗Diplomen zu⸗ tage. Auch der Poesie wußte Bergen manche gute Seite abzugewinnen und bei passenden Gelegenheiten dem Hu⸗ mor Geltung zu verschaffen.
Die silberne Hochzeit begehen morgen, Dienslag, — Eheleute Karl Volz und Frau, geb. Sippel, Frankfurter Straße.
Kreis Büdingen Nidda, 15. Jan. Von in Nidda Geborenen und dort
wohnhaft Gewesenen oder durch verwandtschaftliche Bande dort oft] M
Weilenden sind bis jetzt auf dem Felde der Ehre gefallen oder an ihren dort erhaltenen Wunden verstorben 8 Krieger, von Unter⸗Schmitten 1, von Kohden 1. Nachdem am Totensountag das Andenken der 5 ersten geehrt worden ist, wird am 24. Januar die Gedächtnisfeier für die letzten 5 in der Kirche zu Nidda gehalten werden. Neuerdings ist wieder ein Sohn unserer Stadt in Nordfrankreich schwer verwundet worden. Zwei Krieger einer von hier und einer von Kohden) sind bis jetzt vermißt, und ist über ihr Schicksal noch nichts bekannt geworden. Auch über einen krieger von Bad Salzhausen hat man keine bestimmten Nach⸗ richten. Die Briefe der zahlreich aus dem Kirchspiel im Felde Stehenden zeugen von dem Mut und dem festen Willen, mit Gottes Hilfe den Kampf zu einem siegreichen Ende zu führen. Für den geplanten zweiten Lazarettzug werden sowohl Kirchenkollekten er⸗ hoben, als auch vom Frauenverein Sammlungen eingeleitet. Die in einzelnen Orten unserer Umgebung gesammelten Beträge haben bereits ein sehr gutes Ergebnis gehabt. Sehr in Mitleidenschaft gezogen durch den Krieg sind unsere Lehrer. Sie müssen außer ihrem Dienst an der sechsklassigen Schule auch noch den Dienst in Unter⸗Schmitten und Michelnau versehen. Kreis Wetzlar.
wWetzlar, 17. Jau. Auf Antrag der hiesigen Handels— kammer erhält der Bahnhof Wetzlar en 8 stge bände, das unmittelbar an der Ueberführung foweit im Rohbau vollendet da— steht. Die mit Ausbruch des Krieges errichtete Speisehalle für durchziehende Truppen ist von der Vildfläche verschwunden. So— bald die Witterungsverhaltnisse es gestatten, wird auf dem ge— räumigen Vorplatz mit dem Erweiterungsbau des Stations- gebäudes begonnen. Der alte Bau wird ausschließlich für Wartesäle eingerichtet.
1 Hessen⸗Nassau.
h. Seck, 17. Jan. Die Wirtschaftsgebäude des hiesigen
Pfarrhofes wurden samt ihren Vorräten durch einen Brand bis auf die Grundmauern eingeäschert. Das Pfarrhaus konnte vor der Vernichtung bewahrt bleiben. „ h. Höch st a. M., 17. Jan. Beim Spielen stürzte das fünk. jährige Töchterchen des Fuhrwerksbesitzers Retz in den hoch— 8 und ertcank, ehe ihm Hilfe gebracht werden onnte.
O Wiesbaden, 16. Jan. Der in New York wohnhaft
ewesene, in Wiesbaden geborene und in Langenschwalbach im Sommer vorigen Jahres verstorbene Geheime Kommerzienrar Hugo Reisinger hat der Stadt Wiesbaden testamentarisch 25000 Dollars vermacht, die seine Testamentsvollstrecker ver— wenden sollen für die Errichtung eines Brunnens in seiner Vaterstadt Wiesbaden, der nach den Entwürfen deutscher Bildhauer und Architekten ausgeführt werden soll. Aus dem nach der Aus— zahlung der ausgesetzten Legate verbleibenden Rest seines Vermögens sollen seine Testamentsvollsirecker ein Hugo Reisinger⸗ Kinderhosprtal für arme Kinder unter 14 Jahren in der Stadt Wiesbaden errichten, ausrüsten und unterhalten. Wie hoch
der Rest des Vermögens ist, sieht noch nicht fest. —
Das Erdbeben in Italien.
Rom, 16. Jan.(WTB. Nichtamtlich.)„Giornale d'Italia“ meldet: Nach neuen Meldungen dürfte die Zahl der durch das Erdbeben Getöteten betragen: in Avezzano 10000, in Pes⸗ eina 5000, in Celano 4000, in Sora mehrere Tausend und in jedem der am Fueiner See gelegenen verwüsteten Orte meh⸗ rere Hunderte. Die Gesamtzahl der Opfer des Erdbebens dürfte sich auf 30 000 belaufen.— Der Pa yst begab sich am Nachmittag aufs neue in das päypstliche Hospital Santa Marta. um die bei dem Erdbeben Verletzten zu besuchen.
Sora, 16. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Heute nacht um 11 Uhr setzte ein neuer starker Erdstoß die Bevölkerung in Schrecken; sie flüchtete ins Freie. Soldaten suchten die Be⸗ wohner zu beruhigen. Die Erschütterung brachte einige Mauern, die schon gefährdet waren zum Einsturz.
Rom, 17. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Der König stif⸗ tete 300000 Lire zum Besten durch das Erdbeben ver⸗ waister minderjähriger Kinder. Der Betrag wird in Staatsanleihen dem von der Königin Helena gestisteten Patronat für verlassene Kinder zugeführt. Die Königin ordnete die Ein⸗ richtung eines kleinen Hospitals im Quirinal an, das un⸗ versorgte Kinder aufnehmen soll.
* vermischtes.
nn ni, Ueber die großen Vorzüge einer Nachbehandlung der Wunden mit Ultraviolettlicht macht Stabsarzt Dr. V. Hufnagel, der im . Namur verwundete Krieger behandelt, in der eutschen Medizinischen Wochenschrift interessante Mitteilungen. Er wendet bei schweren und schlecht heilenden Wunden Quarzauecksilber⸗ Dampflampen an und wechselt mit lokaler und allgemeiner Be⸗ strahlung ab. Die Wirkung ist schon nach 5—6 Behandlungen verblüffend. Die Wundflächen trocknen rasch ein, reinigen sich und heilen; es erfolgt eine wesentliche Besserung des Allgemeinbefin⸗ dens die sich in einer günstigen Beeinflussung des Appetites, des Schlafes und der Schmerzen äußert. Unter dem Einfluß dieser Behandlung nehmen die Patienten auch an Gewicht zu; so wog ein Deutscher nach acht Bestrahlungen von 3—7 Minuten Dauer in 12 Tagen 3,8 Klgr. mehr, und ein durch einen Brustschuß stark heruntergekommener Franzose nahm in 6 Tagen nach 5 Be⸗ handlungen von 2—8 Minuten Dauer 3 Klgr. zu. Die Wir⸗ kung der Quarzlampe, die bei 110 Volt 1200, bei 220 1500 Kerzen Lichtstärke 1 gleicht völlig der des Sonnenlichtes. Eine Reihe von Versuchen, die Dr. Hufnagel zur Herstellung von Zelloidin⸗ papierkopien von Röntgenplatten unter dieser„kunstlichen Höhen⸗ sonne“ bei sonnenarmen Tagen anstellte, bewies ihm, daß sie wirk⸗ lich die Sonne zu ersetzen vermag. —B
b Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei
Verantwortung.) Das Austragen der Brötchen. Der Beschluß der Bäckerinnung, das Austragen der Brötchen strengstens zu untersagen, hat in der Bürgerschaft Befremden erregt. Es wäre wohl angebracht, wenn die Innung eine öffentliche
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Aufklärung gäbe, warum dieses Vorgehen beliebt wurde. Das Pu⸗ blikum war es seit undenklicher Zeit gewohnt und darauf an⸗
gewiesen, seine Bäckerwaren ins Haus gebracht zu bekommen, f dieser Brauch hätte, wie in anderen Städten, z. B. Frankfurt, so auch hier ganz gut beibehalten werden können. Denn ob nach Be⸗ endigung des Krieges die Nachtarbeit wieder in Kraft tritt, stehl ja noch keineswegs fest. Alte und treue Beziehungen der Bäcker zu ihren Kunden werden nun durch den Beschluß der Innung zerrissen, denn nicht jede Haushaltung hat Zeit und Hilfskräfte genug für einen täglichen, unter Umständen ziemlich weiten Weg zu ihrem früheren Bäcker, man nimmt dann wohl oder übel seinen etwaigen Bedarf bei einem neuen Bäcker in der Nähe. Dem Vernehmen nach soll der Beschluß mit 17 gegen 11 Stimmen gefaßt worden sein. Jene 17 Bäcker würden gut daran tun, ihre Abstimmung wieder rückgängig zu machen und dem Publikum mehr entgegenzukommen. Damit würde zugleich der Gefahr vorgebeugt, daß ein Teil des Austragepersonals seine Stellung verliert. S. „Wir geben vorstehendes„Eingesandt“ wieder, weil es die Auffassung eines beträchtlichen Teiles des Publikums widerspfegelt. Auf Grund von Erkundigungen an der zuftändigen Stelle sei aber folgendes dazu festgestellt: Der springende Punkt ist die unter allen Umständen anzustrebende Ersparnis von Weizenmehl. 7 Dadurch, daß man die Brötchen nicht austragen läßt, hofft man mit Recht, den Brötchenverbrauch noch weiter einzu⸗ schränken. Die Bäckerinnung kommt mit ihrem Beschluß nur den 25 Wünschen der Regierung entgegen, und man hat darin ein durchaus berechtigtes Verhalten ohne Rücksicht auf den eigenen Vorteil und keine unnütze Härte gegen das Publikum zu erblicken. Redaktion des„Gieß. Anz.“
Dr. Liebknecht in der Presse des Auslandes.
Zürich, 18. Jan. Unter dem Titel„Ein internatio⸗ nales Mißverständnis“ wendet sich der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Dr. Eduard David in dem Züricher sozialistischen„Volksrecht“ gegen die Lobsprüche, die sein Fraktionskollege Dr. Liebknecht in der Presse des feind⸗ lichen Auslandes erntet, und sagt: 3
Die Lobsprüche der„Times“, des„Temps“ und des„Matin“ mögen Dr. Liebknecht bedenklich stimmen, und auch die Lobsprüche in der sozialistischen Presse des Auslandes ihm keine Freude ma⸗ chen. Der Gefeierte selbst ist verpflichtet, das schillernde Schein⸗ gebilde des Ruhmes anzuhauchen, und zwar kräftig, wenn er es mit der Wahrheit halten und sich selbst treu bleiben will. Die sranzösischen und englischen Sozialisten haben für ihre Länder ge⸗ nau so wie die deutschen Sozialisten für Deutschland gehandelt. ja mehr noch, ihre volle Solidarität durch Eintritt in die Re⸗ gierung betätigt, praktisch also viel schärfer gegen Liebknechts Wei⸗ sungen verstoßen. Sie klatschen ihm trotzdem Beifall, obgleich Lie⸗ lnecht nur in den von Her vs verlassenen Fußstapsen eines vater⸗ landslosen Kosmopolitismus marschiert. Die Liebknechtsche Lehre ist gut für eine kosmopolitische Sekte mit anarcho⸗sozialistischer Kampfmethode, aber für eine Partei, die reale Politik treiben und 1 in den Volksmassen das Vertrauen nicht verlieren will, gänzlich unannehmbar. 8 Die Stellung der deutschen Sozialdemokratie zum Kriege.
Kopenhagen, 18. Jan. Die„National Tidende“ hat sich an den sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten v. Vollmar gewandt mit dem Ersuchen, 5 über die Stellung der deutschen Sozialdemokratie zum Kriege auszu⸗ sprechen. Das Blatt veröffentlicht nun folgende Antwort v. Vollmars: 1
Sie wünschen, daß ich Sie darüber unterrichten soll, welche Stellung der deutsche Arbeiterstand in dem gegenwärtigen Kriege einnimmt. Um diese Frage zu beantworten, braucht es nicht vieler Worte. Es ist wohl bekannt, welche Ziele die politische und ölo:⸗ nomische Vertretung des Arbeiterstandes samt der sozialdemo⸗ kratischen Partei und den freien Fachvereinigungen erstreben und welche harten Kämpfe sie seit vielen Jahren mit den Regierungen und den herrschenden Klassen geführt haben. Aber jetzt, da L 9 land von außen bedroht ist, muß die innere Abmachung in den Hintergrund treten und für eine günstigere Zeit aufgeschoben werden. Im Augenblick ist das deutsche Volk nur beseelt von dem einzigen unbezähmbaren Willen, näm⸗ lich das Vaterland zu verteidigen, seine Unabhängigkeit und seine N Kultur gegen die Feinde rings umher und nicht eher zu ruhen, als bis diese besiegt sind. Es gibt leinen Deutschen, der nick jedes noch so große Opfer bringen würde, das von ihm verlangt wird, um dieses Ziel zu erreichen. Wenn man daran im Aus⸗ lande zweifelt, wird man sehr enttäuscht werden.
Die Kämpfe um Ppern. 5 Amsterdam, 18. Jan. Aus Ypern erfährt der„Nieuwe Rotterdamsche Courant“, daß die Stadt noch immer im Bereich der deutschen Kanonen liegt, die von Zeit zu Zeit das Bombardement erneuern. Fast alle öffentlichen Gebäude und Privathäuser sind mehr oder weniger beschädigt. Ein Teil der 4 Bevölkerung ist in der Stadt geblieben und wohnt in den unteren 78 Stockwerken und in den Kellern. Eine Knappheit an Lebensmit⸗ teln soll nicht vorhanden sein.
Das Leben in Antwerpen. 5
Rotterdam, 18. Jan. Aus Antwerpen wird gemeldet: Gestern bezahlte die Stadt die Schuld von 40 Millionen Franks. Alle Requisitionen werden jetzt bar bezahlt. Das Verhältnis zwi⸗ schen dem Militär und der Bevölkerung ist gut. In Antwerpen herrscht keine Knappheit an Lebensmitteln, doch liegt die Industrie, da Rohmaterial fehlt, darnieder. 5 Die österreichischen Verlustlisten. Wien, 18. Jan. Nach den bisher ausgegebenen 100 Verlustlisten sind 8980 Offiziere verwundet, 2263 fallen, 628 kriegsgefangen. Die Mannschaftsverluste betra⸗ gen 231 160 verwundet, 40 827 tot und 9502 kriegsgefangen. Von den Verwundeten sind viele bereits auf den Kriegs⸗
schauplatz zurückgekehrt. f
Die Stimmung unter der südafrikanischen Bevölkerung. Haag, 18, Jan. In Holland aus Südafrika eingetroffenen Nachrichten zufolge ist durch die Zwangsaushebungen eine sehr ge⸗ fährliche Stimmung unter der südafrikanischen Bevölkerung eingetreten. Mehrere Kommandos folien, discher Bürger, die gegen Deutsch-Südwest gesandt werden sollten, rebellierten und weigerten sich, außerhalb der Grenzen des eigenen Landes verwandt zu werden. Die Anführer der Widerspenstigen sollen zu Zwangsarbeiten verwandt werden, was die Erbitterung
weiter Kreise natürlich verstärkt hat.
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Das Erdbeben in Italien.
Rom, 18. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Nach dem Bericht des Geodynamischen Zentral⸗Observatoriums sind die Erderschüt⸗ terungen in der Abnahme begriffen. Die Blätter bringen noch weitere, verspätet eingetroffene Berichte von den Folgen des 2 Erdbebens, durch die die Zahl der Getöteten und Verletzten noch eine Steigerung erfährt. So wurden in Cittaduoale 150 Personen
etötet und auch viele andere verletzt. Nach der„Tribuna“ ist Ee onnche, ein Ort von 500 Einwohnern, zerstört, ebenso Ca- nistro, wo in der Kirche, während der Priester die Messe las. von 60 Personen 50 unter den Trümmern begraben worden sind. n Capistrello beträgt die Zahl der Opfer etwa 200. In Rom 5 bisher. 4500 Flüchtlinge an, von denen 2000 verletzt sind. — Wie„Osservatore Romano“ mitteilt, hat der Papst den Bischösen der betroffenen Diözesen Unterstützungen übermittelt. Es sind ihm für diesen Zweck bisher etwa 20 000 Lire an Spenden zugegangen.
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Einer Mitteilung der Lotteriebank Gm b. O., Eisenach zufolge findet die Ziehung der 5. Eisenacher Museumslotterie, die für den 19. und 21. Dezember angesetzt worden war, unwider⸗ ruflich am 13. und 15. März 1915 statt. 1b


