lischen Verwundeten in den ersten Kriegsmonaten auf einen Irrtum zurückzuführen sei, der sich in einem Rundschreiben an die französischen Aerzte im August 1914 befunden habe. Das Unterlassen rechtzeitiger Reinigung der Wunden habe viele Todes⸗ fälle verursacht.
Die Stimmung der russischen Truppen in Galizien.
Berlin, 15. Jan. Ueber die Stimmung unter den rus⸗ sischen Truppen in Galizien wird von dem ins Kar⸗ gathengebiet entsandten Spezial lorrespondenten des„Berliner Tagebl.“, Agge Madelung, gemeldet? Taß die Rusfen große Truppenansammlungen hinter den Karpat zusammenge zogen haben, ist jetzt unwiderleglich bewiesen. Die Mitteilung, daß die Russen wenig Lust haben, weiter zu kämpfen, wird beinahe von allen Gefangenentransporten auch aus anderen Ge⸗ genden bestätigt. Wo sie nicht mehr Gefahr laufen, von ihren eigenen Kameraden im Rücken unter Feuer genommen zu wer⸗ den, falls sie sich ergeben, laufen sie über. Sie erklären: Man hat uns versprochen, bis Neujahr zu Hause zu sein. Wir haben nur für das Jahr 1914 Treue geschworen, für das neue Jahr sind wir nicht vereidigt. In der Feuerlinie sieht man selten russische Offiziere, sie stehen hinten mit gezogenem Revolver, um ihren Mannschaften den Rückzug abzuschneiden. Es wird wiederholt behauptet, daß viele ja vanische Offiziere bei der russischen Artillerie als Befehlshaber auftreten, die auch mit dem Fernglas als solche erkannt werden. Die von uns auf⸗ georiffenen russischen Kunbschafter sollen dasselbe bestätigt haben. Weiter wird die wiederholt zu Protokoll gegebene Tatsache erzählt, daß die Kosaken unsere Verwundeten und zufällig versprengten Mannschaften töten und barbarisch verstümmeln. Das Wetter ist in den letzten Tagen langsam besser geworden, es friert leicht und die Wege werden wieder fahrbar.
Erfolge der Türten im Kaukasus.
WIT. Konstantinopel, 14. Jan.(Nichtamtlich.)
Das türkische Hauptquartier teilk mit: Unsere Trup⸗ pen rücken unterstützt von persischen Kontingenten, bestandig in Aserbeidschan vor, um das Land von dem rufsischen Joche zu befreien. Sie haben dort einen neuen großen Erfolg davongetragen, indem sie gestern Täbris und Selmas, die beiden letzten russischen Stützpunkte in dleser Gegend besetzt haben. Die Russen, welche die Absicht hatten, sich hartnäckig zu verteidigen, verließen in Unordnung diese beiden Orte. Eine Anzahl Maharisten, die einen Teil der englischen Besatzungstruppen in Aegypten ge— haben, hat sich unserer Vorhut ergeben.
Eine Beschwerde Bulgariens.
Berlin, 14. Jan.(Ctr. Blu.) Aus Sofia wird der „Tägl. Rundschau“ gemeldet: Die bulgarische Regie— 1 g an die Gesandten Frankreichs und Eng- lands eine Note gerichtet, in der sie sich über die Lahm— legung des bulgarischen Handels infolge der strengen Blockade des Hafens von Dedeagatsch beschwert, sowie darüber, daß die Durchsuchung von Schiffen auch innerhalb der bulgarischen Halen erfolgt. Die Gesandten bemühten sich, diese Maßnahme als wahrscheinliches Miß— verständnis hinzustellen und versprachen Abhilfe.
Der Polizist zur See.
a London, 14. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Times“ * schreiben: Die beabsichtigte Uebernahme des Dampfers„Dacia“ der Hamburg-Amerika⸗
inie, der unter amerikanischer Flagge fahren oll, wird in Schiffahrtstreisen mit großem Interesse ver— N t. Man 4 daß eine solche Uebertragung als ein 8 nzfall von größter Wichtigkeit sein würde. Es wird offen 475 daß die Verbündeten die Uebertragung nicht anerkennen sollten, da sie ungesetzlich sei Die„Dacia“ müßte, wenn sie—+ See ginge, durch ein britisches
Nriegsschiff beschlagnahmt werden. Seit die deu Dampfer von den Meeren verschwanden, beeilten sich die japanischen Gesellschaften, die Gelegenheit wahr⸗ „— die. von deutschen Schiffen würde 5 daten unangenehm empfunden werden. Die Schiffsbesitzer 1 u bereits die Charterung von amerikanischen Schiffen, die Baumwolle nach Bremen bringen sollen, mit Erstau— nen verfolgt. Während jedoch anerkannt wird, daß Gründe dafür bestehen, diesen Handel zu erlauben, würde der Ver— kauf eines deutschen Dampfers an einen amerikanischen Besitzer als etwas ganz anderes und eine viel ernstere Angelegenheit betrachtet werden.
Schädigung des ameritanischen Handels.
5 New Nork, 14. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der Han⸗ del zwischen den A ten Staaten und Ca⸗ nada hat infolge der Klausel in dem britischen Gesetz über den Handel mit dem Feinde, die britischen Untertanen
den direkten oder indirekten Ankauf von Gütern aus feind⸗ 3— Lande verbietet, großen Schaden S Die ame-
rikanischen Fabrikanten sind infolge der Klausel verhindert, Güter, die aus deutschem oder österreichisch-ungarischem Material in den Vereinigten Staaten erzeugt wurden, nach Canada zu verkaufen. Ein Protest, der kürzlich in dieser An- 5 4 an das Staatsdepartement eingebracht wurde, . dahin beantwortet, daß nichts Mcd könne, so⸗ la die amerikanischen Fabrikanten Material aus eng⸗ landfeindlichen Staaten benutzten.
Das Flottenprogramm der Vereinigten Staaten.
1 Washington, 14. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Die Marinekommission des Repräsentantenhauses einigte sich . Bauprogramm von fährlich zwei Kreuzern, se 3 und 17 Unterseebooten. Das Bauprogramm wird dem Kostenanschlag für das Marinebudget angefügt, welches dem Hause unverzüglich vorgelegt wird.
Der Mehlpreis in England. Basel, 14. Jan.(WT. Nichtamtlich.) Laut„Nat. 829 5 erhöhte die Londoner Vereinigung der Mehlhänd⸗ ler den Mehlpreis um weitere 2 Schilling pro Sack, so 4 daß nunmehr der Preis auf 45 Schilling pro Sack steigt. Das Erdbeben in Italien.
Rom, 14. Jan. WTB. Nichtamtlich) Aus den eingetroffenen Nachrichten geht hervor, daß auch Sampelino, Pater no, Cerchio, Collarmelo und Pesvina sowie das ganze Dorf San Benedetto Marsi größtenteils zer⸗ stoört sind. Avezzano ist ein Trümmerhausen und bietet einen schredlichen Anblick. Tausende und Abertausende von Kubik⸗ metern Ruinen sind entstanden. Große Blöcke erschweren das Rettungswerk heuer. Soldaten, Carabinieri und Beamte nahmen energisch die erste Hilfeleistung in Angriff. Man er⸗ wartet andere Hilfsmannschaften und Sanitätsabteilungen. Es wird bestätigt, daß die Zahl der leberlebenden in Avezzano nicht mehr als 10 Prozent der Be⸗ völkerung beträgt. Die von Avezzano nach Tivoli kom⸗ menden Züge bringen unausgesetzt Verletzte, von denen eine Anzahl im Hospital in Tivoli untergebracht werden. Die Ueberlebenden von Avezzano und Sourrole geben erschütternde Schilderungen des gewaltigen Unglücks, das sie betroffen hat.
Sora, 14. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Durch das Erdbeben
bisher
1
Garzengen sind zur Hilfeleistung hier eingetroffen und haben bis jegt 450 Tote und viele Verwundete aus den Trümmern geborgen. Die Verwundeten wurden in Zelten und Baracken untergebracht. Brot und andere Lebensmittel werden an die Ueberlebenden verteilt.
Ein neuer Erdstoß.
Rom, 14. Jan.(WI Nichtamtlich.) Heute früh gegen 3 Uhr wurde ein neuer Erdstoß verspürt. In einigen Stadt⸗ vierteln eilte die Bevölkerung ins Freie.
Sora, 14. Jan. 8 Nichtamtlich) Morgens um Uhr 14 Min wurde ein neuer Erdstoß verspürt. Die Einwohner wurden von einer Panik ergriffen und stürzten schreiend aus den Häusern. Tie. Stadt ist fast völlig zerstört: fast zwei Trittel der Häuser sind eingefallen, die anderen wurden beschädigt, zahlreiche müssen abgerissen werden. Ter Palazzo Rossi begrub bei dem Einsturz 20 Arbeiter die auf dem Hofe beschäftigt waren Man befürchtet, daß 406 Personen der Katastrophe zum Opfer gefallen sind, darunter viele Beamte und Mitglieder von vornehmen Familien. Zahl- reiche Soldaten sind zur Hilseleistung eingetroffen.
Der König bei der Trümmerstätte.
Rom, 14. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der Kön i traf beute nachmittag in Avezzano ein, um die Unglügsstelle zu besichtigen. Bis jetzt sind dort über hundert Leichen ge⸗ borgen worden. Die Rettungsmannschaften fanden auch zahlreiche Verletzte in den Trümmern Die Leichtverwundeten wurden mit Sonderzügen nach Rom gebkacht.
Avezzano, 14. Jan.(WTB. Nichtamtlich) Der König hat alle Trümmerstätten besucht und die Rettungsarbeiten be⸗ sichtigt. Am Abend kehrten der König und die Königin nach Rom
zurück. Die Anteilnahme des Papstes.
Rom, 14. Jan.(W B. Nichtamtlich.) Nach einer Zeitungs- meldung hat der Papst sich heute nachmittag aus dem Vatikan⸗ palast durch die St. Peterskirche nach dem Lazarett Santa Martha beim Vatikan begeben, um die aus dem Erdbebengebiet ange⸗ langten Verwundeten, 100 an der Zahl, zu be⸗ suchen. Er verteilte Unterstützungen an sie, ließ sich Einzel⸗ heiten ihres Unglückes erzählen und ermahnte sie zum Ver⸗ trauen auf die Barmherzigleit Gottes. Der Papst hat hierbei das Gebiet des Vatikans nicht verlassen.
Die Zahl der Getöteten.
Rom, 14. Jan.(WTB. Nichtamtlich.)„Giornale d'Italia“ schätzt die Opfer des Erdbebens in der Gegend von Avezzano und Sora auf 25 000.
Der Hauptschauplatz Avezzano.
Avezzano, 14. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Mit den Truppen sind viele Militärärzte hier angelangt und haben zwei Feldlazarette aufgeschlagen. Das Rettungswerk verursacht große Schwierigkeiten infolge der starken Zerstörung der Häufer, welche vielfach nur Schutthaufen bilden. Unter den Trümmern des Mädchengymnasiums sind 150 Schülerinnen begra⸗ ben worden, von denen durch die hingebende Arbeit der Feuerwehr bisher nur eine lebend und zwei als Leichen geborgen worden sind. Die Straßen sind völlig verschüttet, nur der Hauptplatz ist freigeblieben. Das Rettungswerk wird während der Nacht bei Fackelschein fortgesetzt.
Aus Stadt und gans Gießen, 15. Januar 1915.
Reichs wollwoche. In einer das ganze Reichsgebiet umfassenden Sammlung, die vom 18. bis 24. Januar 1915 statt⸗ findet, sollen unseren lämpfenden Truppen die großen Vor⸗ räte an Wollsachen und ⸗Resten, die unbenutzt in Truhen und Schränken liegen, nutzbar gemacht werden. Das Kreisamt veröffentlicht in der heutigen Nummer des Kreisblatts Aufruf und Anweisungen für das bedeutsame, von der Kaiserin warm empfohlene Unternehmen. Wir emp⸗ fehlen die betreffenden Bekanntmachungen der Aufmerksam— keit namentlich unserer Hausfrauen. *
* Militärische Ausbildung der Jugend. Am letzten Sonntag nachmittag rückten die beiden Jugend— kompagnien, trotzdem das Wetter regnerisch war, nach dem Wiesengrund zwischen Schiffenberger Weg und der Straße nach dem Schiffenberg aus, um die Sicherung marschierender Truppen, Bildung der Schützenlinien und Ent— fernungsschätzen zu üben. Kompagnieexerzieren beschloß die Uebung. Am Mittwoch abend unterrichtete Herr Feldwebel— Leutnant Herget über Wach- und Patrouillendienst und Herr Prof. Dr. Mittermaier über unser Militärgewehr, worauf Herr Feldwebel Pfeil, geschmückt mit dem Eisernen Kreuz, der Jugend packende Schilderungen aus den ersten Kämpfen unseres hiesigen Regimenrs in den Augusttagen gab, die mit großem Beifall aufgenommen wurden. * Von S. M. S.„Hessen“ ging dem Vorsitzenden des Deutschen Flottenvereins Landesverband Groß herzogtum Befsen in Darmstadt folgendes Dank⸗ schreiben zu: 5
„Für die in so reichem Maße und in liebenswürdiger Weise dem Patenschiff S M. S.„Hessen“ übersandten Weihnachtsgaben
Hessen meinen herzlichsten Dank aus. Jedem einzelnen Offizier, Unteroffizier und Mann wurde durch diese Weihnachtsgabe sicht⸗ lich eine große Freude bereitet. Die Mehrzahl der Leute erklärte. einen so reichen Weihnachtstisch noch nicht gehabt zu haben. Jeder einzelne ist erfüllt von Dank gegen die gütigen Spender und Spen⸗ derinnen, deren Gedenken in harter Zeit das Weihnachtsfest uns auch fern von der Heimat zu einem Freudenfest gemacht haben. Von den sehr reichlich übersandten Liebesgaben konnten noch 30 Paletchen an zwei andere Schiffe des II. Geschwaders, S. M S. 8 und S. M. S.„Teutschland“, an die dort befindlichen
nteroffiziere und Leute aus hessischen Gauen abgegeben werden. Nochmals dem Landesverband Großherzogtum Hessen Dank für die vielen Gaben, Dank für die Gesinnung, die die Gaben hierher ge⸗ langen ließen. Ein Hurra dem Hessen-Land.
Hochachtungsvoll Küsel. 2
Kapitän zur See und Kommandant S. M. S.„Hessen“.
** Feldpostbriefe nach dem Feldheer im Gewicht über 250 Gramm bis 500 Gramm wer⸗ den für die Zeit vom 1. bis einschließlich 7. Jebruar von neuem zugelassen. Die Gebühr beträgt fh ie Sendun⸗ gen müssen dauerhaft verpackt sein. eur sehr starke Pappkasten, festes Packpapier oder dauerhafte Leinwand sind zu verwenden. Für die Wahl des Verpackungsstoffes ist die Natur des Inhalts maßgebend; zerbrechliche Gegenstände sind nach Umhüllung mit Papier oder Leinwand ausschließ⸗ lich in starke Schachteln oder Kasten zu verpacken. Die Päck⸗ chen, auch die mit Klammerverschluß versehenen, müssen all⸗ gemein mit dauerhaftem Bindfaden fest umschnürt werden, bei Sendungen von größerer Ausdehnung in mehrfacher Kreuzung. Die Aufschriften sind auf die Sendungen niederzuschreiben oder unbedingt haltbar auf ihnen zu be⸗ festigen und müssen deutlich und richtig sein. Außer kleinen Bekleidungs- und Gebrauchsgegenständen sind auch Lebens⸗ und Genußmittel zulässig, aber nur
sind alle nicht eingestürzten Häuser derart beschädigt, daß sie haben geräumt werden müssen. Truppen ee
soweit, als sie sich zur Beförderung mit der Feldpost eignen. Ausgeschloffen sind leicht berberslich Waren, wie 7
spreche ich dem Deutschen Flottenverein Landesverband Großh.
z. B. frisches Obst, frische Wurst; ferner se Gegenstände, wie Patronen, Streichhölzer und en jeuerzeuge mit Benzinfüllung. Fäckchen mit F Lu sig⸗ teiten sind nur zugelassen, wenn die Flüssigteiten in einem starken, sicher chlossenen Behälter enthalten und dieser in einen durchlochten Holzblock oder in eine Hülle aus starker Pappe fest verpackt ist und sämtliche Zwischen⸗ räume mit Baumwolle, Sägespänen oder einem schwam⸗ migen Stoffe so angefüllt sind, daß beim Schadhastwerden des Behälters die Flüssigteit aufgesaugt wird. Sendungen, die den vorstehenden Ledingungen nicht entsprechen, wer⸗ den von den Postanstalten unweigerlich zurück gewiesen.
Die Auszahlung der Familienunterstügungen für den Zeitraum vom 16. bis Ende Jannar an die en der zum Heeresdien! Einberusenen findet Samstag, den 16. Januar, Montag. den 18. Januar, Dienstag, den 19. Januar, und Mut- woch, den 20. Januar, vormittags von 8—1 Uhr, im Stadt- daus, Zimmer Nr. 18, statt.
„„Vom Konzert- Verein wird uns geschrieben: Aus verschiedenen Anfragen geht hervor, daß unsere früheren Mit⸗ teilungen offenbar vielsach übersehen worden sind Wir brin deshalb wiederholt zur Kenntnis, daf für die Mitglieder KLonzert⸗VBereins, Saalbau Vereins und Xfade⸗ mischen Gesang vereins für die drei, fämtlich an Sonntagen stattfindenden Konzerte vom 17. Jaunnar: Liederabend der Frau Bosetti, vom 31. Januar? Fran Ellv Ney van Hoogstraten(Klavier und Fräulein Hed⸗ wia Rode(Gesang, und vom 14. Februar: Klingler⸗ Quartett ein Abonnement eingerichtet worden dem nach bisherigem Brauche die Mitgliedsbeiträge in Anrech⸗ nung gebracht werden. Diese Vergünstigung gilt indessen nur bei Entnahme von Eintrittstarten auf den 1. oder 2. Platz und insoweit, als die Billette für alle drei Konzerte im voraus
entnommen werden. — Landkreis Gießen.
Lich, 15. Jan. Am 12. Januar tagte im Sitzungszimmer des Rathauses der hier für die Sache der Jugend wehr ge⸗ bildete Ortsausschuß unter dem Vorsiß des Forstrats Dr. Dief⸗ tenbach. Der Stadtvorstand war durch den Großherzoglichen Bürgermeister und die beiden Gemeindexatsmitglieder Orgelbauer Nicolaus und Glasermeister Scher ff vertreten. Im übrigen haben in dem Ausschuß die Geistlichkeit, die Lehrerschaft und sämt⸗ liche Vereine der Stadt 4 und Stimme. In seiner Einleitung teilte der Vorsitzende mit, daß sich die hessischen Regierungsbehörben bis jetzt noch nicht entschlossen hätten, die Teilnahme der erwach⸗ senen Jugend vom 17. bis 20. Jahre) an den wöchentlichen und sonntäglichen Uebungen zur gesetzlichen Pflicht zu 5 soll vielmehr versucht werden, durch Aufklärung bei den der inbetracht kommenden jungen Männer dahin zu wirken, daß diese zuhause angehalten werden, die angesetzten Uebungen mäfig zu besuchen. Man geht dabei von der Annahme aus, daß die Eltern, wenn sie den hohen Wert der Instrultionsstunden und der Geländeubungen für die spätere militärische Ausbildung—— Sohne richtig erkannt haben, nicht verfehlen werden, den no Einfluß auf die auszuüben, die ihre freien Abendstunden und die Sonntag⸗Nachmittage lieber in anderer Gesellschaft 3 geneigt sind. Die Namen derer, die seither den Uebungen gänzlich
—
lern geblieben oder nach zeitweisem Besuch sich nicht mehr ein⸗
sanden, wurden belanntgegeben, und die einzelnen Herren des Ausschusses teilten sich in die zu obigem Zwecke in einigen Fa⸗ milien zu machenden Besuche. Ueber den Erfolg dieser Besuche wird der Oberleiter der Uebungen in der nachsten Ausschußsitzung Bericht erstatten.— Der zweite Vorsitzende und Oberleiter der
Uebungen, Forstmeister Heimburg, führte aus, daß es der großen, denkwürdigen Zeit entspräche, eine Kaisers⸗Ge⸗
burtstagsfeier des Jugendwehrbezirts Lich zu veranstalten. Der Ausschuß stimmte zu und beschloß, am Mittwoch, dem 27. Ja⸗ nuar, den Geburtstag des Kaisers festlich zu begehen. Die Feier soll hier in Steins Saalbau stattfinden. 5 Teilnahme werden eingeladen die Jugendwehren der zum Bezirk gehörenden Nach⸗ barorte und ihre Führer, die Eltern der an den Uebungen Teil⸗ nehmenden, sowie die Geistlichen, Lehrer, Gemeinde⸗ und
stände der beteiligten Orte. Die Feier beginnt mit einem Parade⸗ marsch der Jugendwehren am Bahnhof um 3 Uhr. Für die Fort⸗ setzung der Feier im Saale sind vorgesehen gemeinschaftlicher Gesang bekannter vaterländischer Lieder, 8 der* Gesangvereine und als Mittelpunkt der Feier die Kaiserrede. Auch sollen Redner, die„Selbsterlebtes“ aus dem Kriege erzählen können, gewonnen werden. Um die Teilnahme der Landbevölkerung zu er⸗ möglichen, wurden die Nachmittagsstunden für die Veranstaltung gewählt, und es wird eine zahlreiche Beteiligung erwartet.— 14 Russen, die bisher auf verschiedenen Gutshöfen der Nach⸗ barschaft gearbeitet hatten, wurden bier in Haft genommen. Arbeit und somit auch der Verdienst fehlten für 5 und fie sollten sich von der zurückbehaltenen Kaution täglich 50 1 für ihre Kost. lassen. Darauf gingen sie nicht ein un revoltierten, so daß die Gutspächter die polizeiliche Ent⸗ fernung der Unzufriedenen von ihren Hösen verlangten. Das hiesige Amtsgerichtsgefängnis nahm sie auf.
Kreis Büdingen. s Dauernheim, 14. Jan. Gestern wurde Bei neter Heck beerdigt. Der Verstorbene war schon ei it leidend und fü die Bü bis zum Herbste. Jetzt versieht das Gemeinderatsmitglied Schmidt dieselbe. S Gettenau, 14. Jan. Gegenwärtig erhält unser Dorf Kanalisation.
Kreis Friedberg.
— Butzbach, 15. Jan. Zum Tode Prof. Wamsers schreibt man uns noch: In weiten Kreisen wird dieser Todesfall tiefes Bedauern hervor! anz besonders aber werden die Turner des Mittelr es von der Trauer erfüllt werden. Professor Wamser war einer ihrer fleißig⸗ sten und begabtesten Führer, dem keine Arbeit zu viel war. Dabei zeichneten ihnGewissenhaftigteit undpPünktlichteit aus, wie sie nicht allzu häufig zu finden sind. Abhold aller Vor⸗ nehmtuerei, ein Feind moderner Schlagwörter und Phrasen. als deutscher Mann, hat er der deutschen Turnerschaft in echt volkstümlicher Weise gedient. Insbesondere wird seine Arheit als Schriftleiter der„Turnzeitung“ des mittelrhein Turnkreises unvergessen bleiben, und es wird diesem ft fallen, auch nur einen annähernden Ersatz zu finden. Von den Turnern des Mittelrheinkreises wird keiner, der abkömm⸗ lich ist, beim Begräbnis fehlen..
h. Büdes heim, 15. Jan. Heute feierte der Land⸗ wirt Philipp Winter J. mit seiner Gattin das Fest der goldenen Hochzeit. 5
Hessen-Nassau.
h. Höchst a M. 14. Jan. Beim Ueberschreiten der
Straße wurde der 7 e Schüler Köhler von einem
rasch fahrenden Militärkraftwagen überfahren und auf der Stelle getötet. 3
1 1 5 Jan. N ie
iversi ankfurt eine goldene Am ett e en.
Sie it Abe unt folgendem Sa des Herrn Unterrichtsministers
1 en: 5 g 4 mich, Ew. Magnifizenz davon in Kenntnis zu setzen, Seine Majestät der Kaiser und* 9 mittels Allerhöchsten Erlasses vom 10. August d. J. dem Rektor der Universität Frankfurt a. M. das Recht beizulegen 4 baben,. 3 unterscheidends eichen, e aus einer Schaumünze an einer goldenen
5 übersende ich— dieses,
tte, zu tragen. Ew. Magnifizenz i auf Grund ele von Seiner Majestät twurfe
0 En des Bildhauers Professor A. Kraus in Berlin, Grunewalß


