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Ein Angriff deutscher Unterseeboote auf Dover? Neue Erfolge f nordöstlich von Soissons. Türkische Fortschritte im Kaukasus.
WTB.) Großes Hauptauartier 14. Januar, 1(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. In den Dünen bei Nieuport und südöstlich Ypern Artillerie— lampf. Besonders starkes Feuer richtete der Feind auf West⸗ ende⸗Bad, das er bald gänzlich zerstört haben wird. Feind⸗ liche Torpedoboote verschwanden, sobald sie Feuer erhielten.
In Fortsetzung des Angriffes vom 12. Januar nord⸗ östlich Soissons griffen unsere Truppen erneut auf den Höhen von Vregny an und säuberten auch diese Hochflüche
vom Feind. In strömendem Regen und tief aufgeweichtem Lehmboden wurde bis in die Dunkelheit hinein Graben auf
Graben im Sturm genommen und der Feind bis an den Rand der Hochfläche zurückgetrieben. 14 französische Offiziere und 1130 Mann wurden gefangen genommen, 4 Geschütze, 4 Maschinengewehre und 1 Scheinwerfer erobert. Eine glänzende Wafsentat unserer Truppen unterden Augen ihres Allerhöch⸗ sten Kriegsherrn.
Die Gesamtbeute aus den Kämpfen des 12. und 13. Ja⸗ muar nordöstlich Soissons hat sich nach genauerer Feststellung erhöht auf 3150 Gefangene, 8Sschwere Geschütze, 1 Revolverkanone, 6 Maschinengewehre und sonstiges Material.
Nordöstlich des Lagers von Chalons griffen die Fran— zosen gestern vor⸗ und nachmittags mit starken Kräften öst⸗ lich Perthes an. An einigen Stellen drangen sie unsere Grü⸗ ben ein, wurden aber durch kräftige Gegenstöße hinaus- und unter schweren Verlusten in ihre Stellungen zurückgeworfen.
Sie ließen 160 Gefangene in unseren Händen.
In den Argonnen und Vogesen nichts von Bedeutung. HOestlicher Kriegsschauplatz. Südlich Gum⸗ binnen und östlich Lötzen sind russische Angriffe ab⸗ geschlagen worden, wobei mehrere 100 Gefangene ge⸗ macht wurden..
Im nördlichen Polen ist die Lage unverändert. In
2 ich Weichsel, wurden unsere Angriffe fort⸗
Auf dem östlichen Pilica⸗Ufer ereignete sich nichts Be⸗ sonderes. Oberste Heeresleitung.
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Ein Angriff deutscher Unterseeboote auf die englische Küste bei Dover.
B. London, 14. Jan. Nichtamtl.) Der Star“ meldet aus Dover, daß dort vorgestern abend Gerüchte um⸗ gingen über die Anwesenheit von Unterseebooten im
Kanal. Gestern früh wurden von verschiedenen Küsten⸗ plätzen zwei feindliche Unterseeboote auf der Höhe von Dover gesehen. Die Batterien eröffneten das Feuer. Der Angriff wurde abgeschlagen.
Weiter wird gemeldet, daß auf die Unterseeboote von den Höhen bei der Zitadelle mit schweren Geschützen zweimal ge⸗ schossen wurde. Der Angriff war in der Dunkel⸗ heit unternommen worden, aber die Scheinwerfer hatten die Anwesenheit der Unterseeboote festgestellt.
(WTB.) Dover, 14. Jan.(Nichtamtlich.) Vorgestern abend um 11 Uhr wurden im Hafen von Dover zwei Kanonenschüsse abgegeben. Ein feindliches Tauch— boot soll zu dieser Zeit bei der Einfahrt in den Hafen gesichtet worden sein.
(WT B.) London, 14. Jan.(Nichtamtl.) Der gestern nacht erfolgte zweite Angriff deutscher Untersee— boote ist mißglückt. Das Feuer schwerer Geschütze ver— ursachte einige Aufregung; aber man sah nichts. Die Wache meldet, daß ein deutsches Unterseeboot, welches gefeuert hatte, im Dunkel verschwunden war. Heute näherte sich ein zweites Unterseeboot dem Hafen, löste einige Schüsse, wurde aber von den Batterien vertrieben, ohne daß es etwas ausrichtete.
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Die Engländer in Dover sitzen auf glühenden Kohlen.
Ist es wirklich schon so weit, daß deutsche Unterseeboote dort die englische Küste angreifen können? So wäre er⸗ wiesen, daß der Nermeltanal von englischen Schiffen ziemlich
frei ist, denn die deutschen Unterseebvote würden wohl zu⸗ nächst den schwimmenden Feind angegriffen haben, wenn er sich nicht— ängstlich verkrochen hätte! Was es nun
mit den deutschen Angriffen auf die Küste wirklich auf sich hat, kann noch nicht übersehen werden, denn eine amtliche deutsche Meldung fehlt. Aus London aber wird berichtet, daß zwei Angriffe deutscher Bvote„mißglückt“ seien. Je⸗ densalls haben die Engländer in Dover geschossen; ob
in unnötiger Aufregung oder Gespensterfurcht, wer mag das wissen? Gleich aber wird dabei verkündet, daß Angriffe „mißglückt“ seien. Dabei wissen die Engländer nicht einmal
mit absoluter Bestimmtheit, ob wirklich deutsche Schiffe in Sicht waren. Bezeichnend ist der Satz: das Feuer schwerer Geschütze verursachte einige Aufregung, aber man sah nicht s. Uns lann es ganz recht sein, wenn man auch künf⸗
tig nichts sieht. Erwiesen ist jedenfalls, daß die englische Flotte nicht in der Lage ist, die eigene Küste zu bewachen And zu schützen. Man hat ja vor einigen Tagen schon davon gesprochen und geschrieben, daß englische Truppensendungen nach Frankreich nicht mehr über den Aermelkanal gehen
E nne
165. Jahrgang
Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Familienblätter; zweimal wöchentl. Kteis⸗ blatt für den Kreis Gießen
Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen
General⸗Anzeiger für Gberhessen
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sollten, da die Anwesenheit deutscher Unterseeboote beun ruhigend wirke. Auch ein Zeichen der Zeit!
Die deutschen Erfolge nordöstlich von Soissons, über die unsere Heeresleitung gestern eine zusammenfassende Darlegung gegeben hat, beweisen uns, daß unsere Trup— pen im Westen noch nicht abgebraucht sind und daß die Franzosen lange warten können, bis der sie einschnürende Gürtel von selbst ermattet niedersinkt. Die Gedulds- und Machtprobe wird sicherlich zu unseren Gunsten entschei— den. Die Feldpostbriefe unserer Tapferen und auch die Zeugnisse fremder Kritiker sprechen dafür, daß die Stel— lungen in den deutschen Schützengräben uneinnehmbar sind.
Ein neues unerwartetes Ereignis, das außerhalb der Schlachtfelder liegt, hat Vermutungen und Auslegungen neue Nahrung gegeben. Der Rücktritt des Grafen Berch— told, ist er Zeugnis für eine günstige oder beängstigende Lage des Habsburgerreiches? Ter leitende Mann, der den entscheidenden Schritt Serbien gegenüber unternommen hat, geht? Sehr wahrscheinlich wird man in Petersburg, Paris und London ausschreien, daß die Politik des österreichisch— ungarischen Staatsmannes einen Mißerfolg erlitten habe, da er sonst jetzt nicht seinen Abschied nehmen werde. Wir dürfen demgegenüber auf die Veränderungen im englischen Kabinett verweisen und auf die Neubesetzung zahlreicher militärischer Kommandostellen in Rußland, die wirklich offensichtlich zum Nachteil der Sache unserer Feinde auszulegen waren. Beim Rücktritt Berchtolds steht die Sache aber ganz anders. Die halbamtlichen Erläuterungen aus Wien zeigen uns, daß Graf Berchtold seit längerer Zeit amtsmüde war. Die verhältnismäßig kurze Spanne von drei Jahren, in der er die auswärtige Politit Oesterreich— Ungarns leitete, war nicht so beschaffen, daß man sagen könnte, Berchtold sei mit ihr untrennbar verwachsen ge— wesen. Die Ereignisse waren, besonders auf dem Balkan, oft stärker als er selbst. Zwer Kriege, auch für die Lage Oesterreich-Ungarns sehr bedeutungsvoll, hatten umwälzend gewirkt. Eine neue Zeit kam auch für die Wiener Politik. Graf Berchtold war nicht der Schaffer und Schöpfer der neuen Lage. Er schleppte an den alten Ueberlieferungen der habsburgischen Politik und schaute doch zugleich in das Flammenmeer kommender Umwälzungen. Albanien, der neue Staat, war sein Werk. Es ist in der Glühhitze des Weltkrieges wieder zu Asche geworden. Aufs neue muß die Möglichkeit neuer politischer Sicherungen ersonnen werden. Die blutige Abrechnung mit Rußland läßt frühere Grundsätze und Ziele veraltet und versunken erscheinen. Freier und klarer wird die Bahn. Wird der Sieg über das Zarenreich erfochten, schwinden uralte Sorgen, und für die Garantie einer solchen günstigen Lage darf manche andere Richtlinie in den Hintergrund gestellt werden. Es darf dem Grafen Berchtold nicht nachgesagt werden, daß er ein wenig tatkräftiger und entschlossener Staats- mann gewesen sei; auch sein Rücktritt mitten im Drang der Geschehnisse rechtfertigt einen solchen Vorhalt nicht. Er hat den Mut bessen und die große Verantwortung auf sich genommen, die notwendige Abrechnung mit Serbien einzu— leiten— trotz der ungeheuren Folgen. Er ist der Mittler zu einer neuen Zeit geworden. Diese aber erforderte nunmehr wohl einen neuen Staatsmann mit mehr Rückenfreiheit, mit größerer Freiheit von persönlichen Erinnerungen, und inwie— weit bei dem Wechsel auch die österreichisch-italienische Poli— 10 eine Rolle spielt, muß einer späteren Beurteilung unter— iegen.
Zum Rücktritt des Grasen Berchtold.
Wien, 14. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Ueber den Rücktritt des Grafen Berchtold wird von unterrichteter Seite mitgeteilt: Es ist allgemein bekannt, daß Graf Berchtold, als er vor beinahe drei Jahren auf den veantwortungsvollen Posten gerufen wurde, diesen nur sehr ungern und auf den dringendsten Wunsch des Kaisers, sowie in Erfüllung des Vorschlages des sterbenden Grafen Aehrenthal annahm. Berchtold hat sich seitdem mehrfach mit dem Gedanken beschäftigt, auszuscheiden, doch ließen ihn die fort- dauernden ernstesten Zeiten dies nicht zur Ausführung bringen, fallen doch der italienisch-türkische Krieg, die zwei Balkankriege mit der Londoner Konferenz und endlich jetzt der Weltkrieg in seine Amtsführung. Berchtold fand also keine Möglichkeit, sich von den Geschäften zurückzuziehen, bis wichtige persönliche Gründe ihn in letzter Zeit doch bestimmten, bei dem Kaiser wieder holt seine Entlassung zu erbitten. Der Monarch hat sich schließlich entschlossen, jenen persönlichen Gründen Rechnung zu tragen und das Rücktrittsgesuch anzunehmen. Wenn man in der Diplomatie auch schwer von einem Augenblick der Ruhe sprechen kann, so glaubte man immerhin, daß jetzt der richtige Zeitpunkt ge⸗ kommen sei. Man beurteilt die politische und militärische Lage zurzeit jedenfalls derart, daß dem Nachfolger Berchtolds jetzt am besten die Möglichkeit geboten wird, das schwierige Amt zu übernehmen. Nachdem Berchtold wäh— rend der Leitung der auswärtigen Politik Oesterreich-Ungarns lange Zeit die größte Friedensliebe bewiesen und besonders den serbischen Herausforderungen gegenüber weitgehendste Geduld geübt hatte, ist er, als es sich nach dem Sarajewoer Attentat bei dem weiteren Verlauf der Dinge um die Wahrung der Ehre und Inte grität der Monarchie handelte, nicht vor dem folgenschwersten Entschluß zurückgeschreckt, dem Appell an die Waffen. Hierfür ist ihm die Monarchie jedenfalls zu Dank verpflichtet.
Berlin, 14. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Nor d⸗ deutsche Allgemeine Zeitung“ schreibt unter der Ueberschrift„Ministerwechsel in Wien“:
Der Kaiser und König Franz Josef hat, einem wiederholt
geäußerten persönlichen Wunsche des Grafen Berchtold entsprechend,
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1 Freitag, 15. Januar 1015
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Bezugspreis: N monatl. 75 Pf., viertel⸗ 2 jährl. Mk. 2.20; durch. Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz, für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen.
dessen Gesuch um Enthebung von dem Posten des österreichisch⸗ ungarischen Ministers des Aeußeren angenommen. Graf Berchto scheidet er aus dem Amte, das er nicht erstrebt, aber in hingebender Pflichterfüllung für Krone und Reich unter den schwierigsten Um⸗ ständen mit Ehren führte. In der serbischen Frage hat er im Interesse des europäischen Friedens so lange Geduld bewiesen, bis es außer Zweifel stand, daß der Dreiverband unter dem Vorgeben, Serbiens Souveränität zu schützen, Oesterreich-Ungarn in seiner 9 Lebensfrage schwächen und demütigen wollte. Während der müh⸗ 1 seligen Verhandlungen über Albanien verteidigte Graf Berchtold die Adria⸗Interessen der habsburgischen Monarchie gegen das An⸗ dringen der Serben und ihrer russischen Gönner mit Erfolg und hielt zur Enttäuschung der Westmächte das Einvernehmen mit Ita⸗ lien aufrecht. Die Bündnisbeziehungen zum Deutschen Reiche waren bei ihm in treuer Obhut. Bei seinem Scheiden aus dem Amte be⸗ gleitet ihn die herzliche Sympathie und die hohe Wertschätzung unserer politischen Kreise. Mit der Bewährung des mitteleuro⸗ päischen Zweikaiserbündnisses in dem Feuer des Weltkrieges bleibt Graf Berchtolds Name geschichtlich verknüpft. seinemn Nachfolger, dem Frhrn. v. Burian, begrüßen wir einen Staats- mann von erprobter Tatkraft und einen überzeugten Anhänger der Bündnispolitik Oesterreich-Ungarns. Möge es ihm gelingen die auswärtigen Interessen der Donaumonarchie durch die
lichkeiten des großen Krieges mit starker Hand bindurchzusteuern einem ehrenvollen erfolgreichen Frieden. 233 Ein kaiserliches Handschreiben an Graf Bercht „( WTB.) Wien, 14. Jan.(Nichtamtlich.) Die„ Zeitung“ veröffentlicht folgendes kaiserliche Handschrei⸗ ben an den Grafen Berchtold:. In Würdigung der Motive, die Sie veranlassen, Bitte um Enthebung vom Amte des Ministers meines Ha des Aeußern zu unterbreiten, genehmige ich in Gnaden Ihnen erbetene Enthebung. Bei diesem Anlaß spreche ich für die in Versehung dieses Amtes mir und meinem Ha der Monarchie im Frieden wie auch während des jetzig Krieges mit aufopfernder Hingebung geleisteten aus Dienste, sowie für die während Ihrer früheren diplo⸗ che Laufbahn entfaltete hervorragende Tätigkeit meinen wärmsten Dan und meine volle Anerkennung aus. Ich sehe Sie mit aus dem Amte scheiden und verleihe Ihnen als Zeichen meiner sort⸗ dauernden Gewogenheit die Brillanten zum Großkreuz meines Sankt Stephansordens. Die„Wiener Zeitung“ veröffentlicht ferner ein kaiser⸗ liches Handschreiben an den Freiherrn von Burian, das ihn zum Ministex des kaiserlichen Hauses und des Aeußern er⸗ nennt und ihn mit dem Vorsitz im gemeinsamen Minister⸗ rat betraut.
Italiens Haltung.
Wien, 14. Jan. Das offiziöse Wiener„Fremden- blatt“ meldet aus Konstantinopel: Nach sicheren Meldun⸗ gen hat die italienische Regierung in London und Paris auf diplomatischem Wege erklärt, daß sie nicht untätig bleiben könne, wenn etwas gegen die Dar- danellen unternommen werden sollte. Wenn nichtsdestoweniger eine Aktion gegen die Dardanellen unternommen werden sollte, wäre Italien gezwungen, aus seiner bisher strengstens gewahrten Neutralität herauszu- treten.
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Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien, 14. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart, 14. Januar 1915. In Westgalizien und in Russisch-⸗Polen ist der gestrige Tag im allgemeinen ruhig verlaufen. An unserer festgefügten Front entlang der Nida scheiterten alle feindlichen Angriffe der letzten Tage.
In den Ostkarpathen und in der südlichen Bukowina neuerdings unbedeutende Rekognoszierungs⸗
efechte. s Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Die deutschen Erfolge bei Soissons.
Berlin, 15. Jan. Zu den deutschen Erfolgen bei Soissons wird dem„Berliner Lokalanzeiger“ über Kopen⸗ hagen aus Paris gemeldet: Nördlich Soissons wogt seit An— J fang Januar ein heftiger Kampf um den 32-Meter-Hügel, der sich aus dem Josienne-Tal erhebt. Anfänglich war es den Franzosen gelungen, die Deutschen von dem Hügel zu ver⸗ drängen. Gestern unternahmen die Deutschen einen Ge genangriff, vertrieben die Franzosen und setzten sich in den Besitz des strategisch wichtigen Hügels. Die Deutschen l sind somit Herren über das Josienne-Tal mit seinen großen wichtigen Eisenbahnlinien und den beiden wichtigen Chausseen zwischen Chauny und Laon. In der Cham-— pagne wurden gleichfalls eine Reihe erbitterter Kämpfe ausgefochten. In der Richtung auf Perthes und Beau— sejour unternahmen die Deutschen mit Aussicht auf guten Erfolg ununterbrochen Vorstöße. Bei Beau⸗ sejour wurden die Franzosen unter großen Verlusten Schritt für Schritt zum Rückzuge gezwungen. 2
Die Mängel des französischen Sanitätsdienstes.
Berlin, 15. Jan. Aus dem Bericht, d der bekannte Chirurg Doyen den Mitgliedern des franzö Parlaments gesandt hat, in dem die schweren Mängel des Sanitätsdienstes nachgewiesen werden, wird in dem„Eclair“ Teil veröffentlicht. Die„Guerre Sociale“ bezeichnet Doye icht als wichtige Enthüllungen. Dieses Blatt führt eine Stelle aus der Denkschrift
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an, wonach die große Sterblichkeit unter den franzö⸗


