E 1 1 * Landes⸗Universität. Eine Einführung in das Kriegssanitätswesen wird für die Studieren- den von dem Rektor der Universität Geh. Med.-Rat Sommer unter Mitwirkung einer Reihe von besonderen Sachver- ständigen für die einzelnen Teile des Themas veranstaltet. Als Vortragende sind beteiligt die Herren Professoren Pop— pert, Sommer und Schmidt, ferner die Herren Oberstabsarzt Dr. Siegert, Landgerichtsrat Wiener und Stadtverordneter Ebel. Die Vorlesungen finden jeden Donnerstag abend um 8 Uhr in der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten statt, Beginn am Donnerstag, den 14. Januar. Im Anschluß daran soll ein Kurs über Krankenpflege und Kran- kentragen besonders für die beim Roten Kreuz beschäftig⸗ ten Studierenden stattfinden.— Ferner wird ein Schieß- kursus für Studierende mit Beteiligung von Do— zenten nach der Abmachung des Rektors mit dem Vorstand des Gießener Schützenvereins unter Leitung des letzteren während der Monate Januar und Februar jeden Montag und Samstag 2 Uhr abgehalten. Bei beiden Punkten handelt es sich um eine Erweiterung des akademischen Unterrichtes unter Anpassung an die Kriegslage. „ Ein Merkblatt für die Volksernährung im Kriege ist neuerlich in allen Verkehrs- und Aufenthalts— räumen der Eisenbahn- Verwaltung angebracht worden. In kurzen Sätzen wird darin zur Sparsamkeit mit Brot und Brotgetreide, zur ausgedehnten Verwendung des Kartoffelbrotes, zur richtigen Ausnutzung des Kartoffel— bestandes und zur Nutzbarmachung der Küchenabfälle für die Landwirtschaft aufgefordert.
e Für das Soldatenheim. Das am Neujahrs— tage im Philosophenwald abgehaltene Konzert brachte einen Erlös von 87,65 Mk., der dem Soldatenheim zu— geführt wurde. a
“ Einquartierung. Der Oberbürgermeister fordert in einer Bekanntmachung in der vorliegenden Nummer die Ein— wohner, die Einguartierung aufnehmen wollen, auf, sich im Stadthaus zu melden.
Keine Zeitungen ins Ausland. Amtlich wird verbreitet: Es erscheint nicht ratsam, deutsche Zeitungen
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an kriegsgefangene Deutsche im Ausland zu senden,
oder sie zum Verpacken von Paketen an solche zu verwenden, weil zu befürchten ist, daß in den feindlichen Staaten die Aushändigung derartiger Sendungen vielfach verzögert und häufig— aus erklärlichen Gründen— wohl auch ganz unterlassen wird.
Weizenmehl und Konditoreien. Mit der Frage, ob es mit der patriotischen Gesinnung heute noch vereinbar sei, Kuchen zu backen und zu essen und der Wirkung der bekannten Bundesratsverordnung über die Streckung der Mehl⸗ vorräte, sich dieser Tage in Berlin der Verband Deutscher Konditoren⸗ Innungen. Der Verband wandte sich namentlich gegen die Auffassung, daß eine auch noch so große Einschränkung des Konditoreibetriebes eine wesentliche Einwirkung auf unsere Weizenmehlbestände ausüben könne. Er weist nach, daß alle deutschen Konditoreien zusammen im Jahre so viel Weizenmehl verbrauchen, wie das deutsche Volk täglich verzehrt, Zudem stehe der Nährwert der Konditorware in rich⸗ tigem 7 8 N zum Preise, sei aber nur zum verschwindend ge⸗ ringen Teil auf Weizenmehl, sondern auf andern hochwertigen Nähr⸗ stoffen, wie Zucker, Eiern, Mandeln, Kakao, Butter usw. auf⸗ gebaut. Es liege sicherlich nicht im Interesse auch unserer deutschen Zuckerindustrie, wenn die Einschränkung des Verbrauches von Nonditoreiwaren den ohnehin durch die Ausfuhrstockung leidenden Zuckerabsatz noch weiter einschränke.
Zu diesem Gegenstande lesen wir in der„Frankf. Zeitung“:
Der Schwerpunkt liegt weniger bei den Konditor⸗ waren als beim Kleingebäck. Hier ist das Verbot der Nachtarbeit für das Bäckergewerbe, wie für den Konsum ein schwerer aber gewollter Sal der sich aus den Notwendigkeiten des Krieges ergibt. So fühlbar dieser Eingriff naturgemäß ist, er ist
voraussichtlich erträglicher, als wenn durch das Aufhören der Vor⸗ räte ein Stillstand des Gewerbes von selbst eintreten würde. Diese Möglichteit ist bei der Erörterung der Maßregel, die jetzt in den Fa Uverbänden einsetzt, stets im Auge zu behalten. Die Frage heißt: Einschränkung oder gänzlicher Stillstand! Das Publikum allerdings sei gemahnt, den Bäclereien den Ueber⸗ Raa in den neuen Zustand erleichtern zu helfen und dem isherigen Lieferanten in der schwierigen Zeit die Treue zu be⸗ wahren. Die Freudigkeit, alles zu ertragen, was der Krieg uns bringt und einander gegenseitig zu helfen und zu stützen, wird auch die Unannehmlichkeiten, die aus dem nächtlichen Backverbot erfolgen, überwinden lassen. Das Vaterland fordert von jedem Einzelnen, verständig haus zuhalten mit solchen Vor- räten, die wir jetzt nicht beliebig vermehren können. Wohlan, wir werden dieser Forderung mit deutscher Gewissenhaftigkeit nach- kommen! Sorge jeder an seinem Teil, daß der Ruf befolgt wird! Aus Gießener Konditorenkreisen erhalten wir noch eine Zuschrift, der wir folgendes entnehmen:
„Auch die hiesigen Konditoren werden sich ihrer vaterländi⸗ schen Pflicht wohl bewußt sein und sich der Verordnung des Bundes⸗ rates, so gut es eben geht, anzuvassen suchen. Es dürfte freilich nicht jedes Gebäck das schöne Aussehen und den feinen Geschmack
ben wie sonst, allein in Kriegszeiten dürfte man leicht über
erartiges hinwegsehen. Die Zuckerbäcker geben sich der Hoffnung hin, daß man nicht einen ganzen Stand schädigen will, und werden alles aufbieten, um sowohl der Verordnung, als den Wünschen
ihrer Kunden nachzukommen.“ 1
5* Stadttheater. Zum Marcell⸗Salzer⸗Abend am kommenden Freitag dürfte nachfolgende Besprechung des „Franlf. Generalanz.“ aus der jüngsten Zeit interessieren. lusdrücklich sei aber bemerkt, daß auch die Freunde des umors am Freitag nicht zu lurz kommen werden. Der rtikel lautet: 8 2 0 neue Saite schlug Marcell Salzer bei seinem gestrigen 8 an. Der sonst so witzige Salzer ließ diesmal Scherz
Frohsi
un zurücktreten und wandte sich der ernsteren Dicht⸗
kunst Mit der ihm eigenen zwingenden Krast riß er die Hörer mit sich fort und willig folgten sie ihm auf allen Wegen. Perlen der Poesie von Liliencron und Fontane, sowie Edelsteine moderner
Kriegsdichtung wurden durch seinen schwungvollen Vortrag sehr glücklich zum s gebracht. Wie wuchtig und zornerfüllt klang eine fröhliche Stimme bei dem Haßgedicht an England, wie in⸗ brünstig bei dem„Gelübde“. Groß ist Salzer im Vortrag humo⸗
kistischer Stücke, größer aber noch im Ernst, im Feuer heiliger
1 eine große und gerechte Sache.“
* Eine öffentliche Sitzung des Provinzial⸗ ausschusses am Mittwoch, den 20. Januar 1915, vormittags 9 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes bier statt Auf der Tagesordnung stehen: 1. Antrag der Ge⸗ meinde Steinfurth auf Ablösung der der Gesamtfamilie Löw von und zu Steinfurth obliegenden Verpflichtung zur Anschaffung und Unterhaltung des Faselochs dieser Gemeinde. 2. Klage des Ortsarmenverba Friedberg gegen den Ortsarmenverband Steinfurth wegen Ersatz von Untkerstützungskosten für den Heizer Ernst Otto edrich Längert aus Kainscht. 3. Klage des Orts⸗ armenverl Friedberg gegen den Ortsarmenverband Schwalheim wegen Erstattung von Unterstützungskosten für die Cjhristian Schneider Wwe. zu Friedberg.: f* Verkauf von ausrangjerten Milikärpfer⸗ den. Samstag, den 16. d. M., vormittags 10 Ühr, findet in der . Dragonerkaserne Mainz⸗Mombach eine Versteigerung von 25 Stück ausrangierter Militärpferde, darunter einiger tragender Stuten statt. Zur Versteigerung werden nur Landwirte zugelassen, die sich verpflichten, die Pferde in ihrem Betriebe zu verwenden unb
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sie während der Kriegszeit nicht zu verkaufen. Die Versteigerung erfolgt gegen Barzahlung. 5 l Kreis Büdingen
Blofeld, 12. Jan. In nächster Zeit beginnen hier die Arbeiten am Wasserleitungsbau. Der Brunnen, in un⸗ mittelbarer Nähe des Dorfes gelegen, ist soweit sertigge tellt und liesert ein hinlängliches Wasserquantum für nsere 204 Seelen zählende Gemeinde. Da der Sammelbehälter auf den sog „Eichelberg“ zu stehen kommt, muß das Wasser durch einen Elektro- motor hingu'gevpumdt werden, was die Anlage etwas kostspielig macht. Mit Fertiastellung der Leitung dürfte unser Dorf nun auch in Besitz des selmlichst erwarteten elektrischen Lichtes kommen Schon nahezu zwei Jahre wird an der Anlage gearbeitet und es fehlt nur noch die etwa 3 km lange Fernleitung. Bei dem zetzt herrschenden Vetroleummangel wäre eine baldige Inangriffnahme sehr zu empfehlen.
Kreis Friedberg.
h. Friedberg, 12. Jan. Aus unbekannter Ursache brannte die Bahnwärterbude auf der großen Usa⸗Eisen⸗ brücke ab. Die durch den Brand bedrohten Fernsprech- und Tele⸗ graphendrähte wurden durch das tatkräftige Eingreifen einer in der Nähe weilenden Militärabteilung vor der Vernichtung bewahrt.
Aus der Wetterau, 12. Jan. Die Niederungen an den Usjern der Nidder, der idda und Wetter sind auf weite Strecken überschwemmt, so daß die Nebenbahnen auf den Eisenbahndämmen teilweise wie durch Seen dahinfahren. Dabei bringen die Flüßchen aus dem Vogelsberg, wo am Sonntag wieder bedeutende Schneemassen niedergegangen sind, immer noch beträchtliche Wassermengen.
Starkenburg und Rheinhessen.
Dieburg, II. Jan. Von der vehrerschaft des Kreises wurde in 21 Orten der Betrag von 84490 Mark in Gold gesammelt und gegen Papiergeld umgetauscht.
Kreis Wetzlar.
U Wetzlar, 13. Jan. Einem Bedürfnis der Zeit Rechnung tragend, hat auch Wetzlar eine Volksküchse in der Schule am Schillerplatz errichtet. Mehr noch als in den vorhergehenden Jahren verabsolgt man jetzt jeden Morgen an die Kinder der Aermeren Milch und Uxötchen. Das Eingnartierungsgeld für die Landsturmleute und Rekruten beträgt in Wetzlar immer noch 1,34 Mk. Alle Lemühungen der Bürger, einen höheren Beirag zu erzielen, sind gescheitert.— Eine Einquartierung des Landsturm— bataillons in die Unteroffizierschule ist einstweilen noch nicht vor— gesehen. Die Sache ist bis jetzt nur erwogen worden.
Hessen⸗Nassau.
Die Mitteldeutschen Bäckerinnungen und das Backverbot.
h. Frankfurt a. M., 12. Jan. Die Obermeister des mitteldeutschen Zweigverbandes der deutschen Bäckerinnungen „Germania“ traten hier zu einer starkbesuchten Sitzung zu— sammen, in der zu den bundesrätlichen Back- und Mehlverbrauchs⸗ ordnungen Stellung genommen wurde. Nach längeren Beratun⸗ gen wurde eine Entschließung angenommen, die dem Bundes- rat unterbreitet werden soll. Darin wird der Behörde zunächst der Dank über die Maßnahmen zur Mehlersparnis ausgedrückt. Dann aber bedauert die Entschließung die Verordnung über die Abschaf⸗ fung der Nachtarbeit im Bäckereigewerbe; sie erblickt darin eine noch nicht zu übersehende Gefahr für die Bäcker, die zur Vernichtung vieler Betriebe führen müsse. Zuversichtlich erhofft man, daß diese tief eingreifenden Maßnahmen nur für die Dauer des Krieges Geltung haben werden. Die Resolution schließt mit einer dringenden Bitte um Festsetzung von Höchstpreisen für Mehl.
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h. Frankfurt a. M. 12. Jan. Nach kurzem mae ist das Hochwasser des Mains seit heute mittag mals in raschem Steigen begriffen. Es richtet jetzt bedenklichen Schaden an, da es über die Kaimauern hinwegspült und die hier lagernden großen Sandmassen fortschwemmt. Die Baustellen der Alten Brücke und der im Umbau befindlichen Insel sind meter⸗ hoch überschwemmt. Heute mittag sperrte die Polizei die Not⸗ brücke für jeden Fuhr⸗ und Fußverkehr ab, um jeder Katastrophe vorzubeugen. Das Hochwasser dringt bereits in die tiefgelegenen Gassen am Fahrtor ein; auch die schon dem Flußbett abgewonnene 500 Meter lange Strecke für die neuen Uferböschungen mußten preisgegeben werden.— Die Nidda überflutet seit gestern auch das Gelände zwischen den Vororten Bockenheim, Haufen und Praunheim. Zwischen Bockenheim und Hausen mußte eine 200 Meter lange Notbrücke für die Aufrechterhaltung des Fuß⸗ gängerverkehrs geschlagen werden. Der Straßenbahnverkehr wird durch Umsteigen an den Brückenköpfen aufrecht erhalten.— Die Kriegskommission des Magistrats bewilligte die Kosten zum Umpflügen aller brachliegenden 5 und Baugrundstücke. Diese neugewonnenen Aecker sollen im Frühjahr bedürftigen Familien zum Kartoffelanbau unentgelt⸗ lich überlassen werden. Auch viele Privatleute stellten ihre unbe⸗ stellten Plätze der Stadt zum genannten Zweck zur Verfügung. Für die Fortführung der Arbeitslosenunterstützung bewilligte die Kom⸗ mission weitere 100000 Mark.— Ueber die Pianoforte⸗ und armoniumhandlung Louis Steinbach, Inhaber Hermann Müller, wurde der Konkurs eröffnet. h. Bad Homburg v. d. H., 12. Jan. Zu Beginn der ersten Sitzung im neuen Jahr erstattete der Stadtverordnetenvorsteher Dr. Rüdiger den Geschäftsbericht für das verflossene Jahr; der eingehend gehaltene Bericht bot ein den Verhältnissen ent⸗ sprechendes Bild gesunder Entwicklung der Stadt. Für die Hin⸗ denburgspende bewilligte die Versammlung 1000 Mark. Eine Anfrage des Stadtv. Dr. Wertheimer über die städtischen Maßnahmen gegen eine kommende Fleisch- und Gemüseteuerung wurde dahin beantwortet, daß die Stadt zwei große Ham⸗ melherden zum späteren Verkauf sich gesichert habe. Die Schaffung von Dauerware müsse abgelehnt werden, da nach dem Urteil von Sachverständigen solche Waren sich doch nicht halten. Der Anbau von Gemüse in großem Maßstabe wurde von dem Obst⸗ und Gartenbauverein übernommen. = Dillenburg, 12. Jan. Der Mübesitzer der 1839 ge⸗ gründeten„Zeitung für das Dilltal“, Ludwig Weidenbach, ist in Davos, wo er seit dem verflossenen Sommer Heilung suchte, im Alter von 49 Jahren gestorben.
Eine Erdbeben Natastrophe.
e Jugenheim a. d. B., 13. Jan., 9 Uhr vorm. Die Apparate der hiesigen Erdbebenwarte registrierten heute morgen ein schweres Erdbeben. Der Anfang lag einige Minuten vor 8 Uhr. Nach einer Stunde waren die Apparate noch immer in starker Bewegung. Der Herd des Bebens liegt nach vorläufiger Schätzung weniger als 1000 Km. entfernt, also in Europa. Eine Katastrophe ist zu befürchten.
Vermischtes.
* Das Großfeuer in Cottbus. Aus Cottbus, 12. Jan., wird gemeldet: Nichtamtlich.) Der Brand in den Fabritanlagen der Wollspinnerei Wilhelm Müller breitete sich sehr rasch über die ganzen Fabrikgebäude aus. Insolge der Zer⸗ störung der maschinellen Anlagen sind auf Wochen über 200 Arbeiter brotlos. Der Schaden dürfte 300000 Mark erheb⸗ lich übersteigen. Vermutlich ist der Brand durch Unvor⸗ sichtigkeit entstanden.
0 Märkte.
se. Ara kfurt a. M. Schweinemarktberi h: vom 13. Jan. Ausgetriebee waren 59 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 ug Lebendgewicht 65.00 67.5) Mk., Schlachtaewicht 23.00 85.00 Mk., vollfleischige Schweine unter 80 55 Lebendgewicht 4.00 66.5) Mk., Schlachtgewicht 80.00— 2. 0 Mk.: vollfleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 66.00—67.50 Mk., Schlachtgewicht 83.00—85 Mk. vollfleischige Schweine von 120 tis 150 kg. Lebendgewicht 66.00— 67.50 Mk. Schlachtgewicht 3388.00 Mi. Geschaft ziemlich lebhast.
se. Frankfurt a. M., 13. Jan.
(Orig.⸗Telear, dez„Gietz. Anz.“) Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen(hiesiger) Mk. 27.55—00 00, Kurhessischer Mk. 27.85 00.00.
Gerste, Wetterauer Mk. 23.50 00.00, Roggen(hiesiger) Mk. 2.60 00.00, Haser Mk. 22.30 30.00, Mais Me. 00.00 bis Mk. 00.00. Weizenmehl 0 Mk. 4445.00, Roggenmehl 0 Mk. 37.50 38, Kleie Mk. 15.00 00.00, Weizenschalen Mk. 00.00 bis 00.00 Viertreber Mk. 20— 20.50. Frucht⸗ und Futtermittel Mk. 5.00. Alles per 100 kg ohne Sack). Die Preise verstehen sich ab Station zuzüglich der gesetzlich zulässigen Propision.
lc. Frautfurt a. M., 13. Jan. Orig.⸗Telegr. des„Gießener Anzeigers“) Kartoffselmarkt. Mau notierte: Kartoffeln in Waggons Mk. 7,00- 8,00, im Kleinhandel Ulk, 8,00— 9,00 für je 100 kg.
ATLc᷑ꝗirchliche Nachrichten Evangelischer Gottesd enst.
Mittwoch, den 13. Januar, abends 8 Uhr: Dekan Guß mann.
Mainzlar: Kriegsbetstunde.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. 15 Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 11. Jan. 1915 Bedeckt, zeitweise Niederschläge, milder, südwestliche Winde.
Letzte Nachrichten.
Verschärfter Belagerungszustand im 9. Armeekorpsbezirk.
i. Köln, 13. Jan. Der stell vertretende kommandierende General des 9. Armeekorps verfügte laut einem Telegramm der„Köln. Ztg.“ auch Für den nichtpreußischen Teil des Korps⸗ bezirks, also vornehmlich für die Hansastädte, den ver⸗ schärften Belagerungszustand mit seinen Wirkungen auf das Vereins- und Versammlungsgesetz.
Deutsche Flieger über Paris.
Rom, 13. Jan. Aus Paris wird telegraphiert: Zweideutsche Flieger erschienen über Paris. Der eine war über Montdidier-Pontvise, der andere über Dam— martin gekommen. Die beiden Flieger verschwanden, als mehrere französische Flieger herbeieilten.
„Eleonore Woermann“ in Grund gebohrt.
London, 13. Jan. Wie aus Melbourne gemeldet wird, hat ein australisches Kriegsschiff am 8. Januar den deutschen Paketdampfer„Eleonore Woermann“ in Grund gebohrt. Die Besatzung soll gerettet worden sein.
Deutsche Kriegsgefangene nach Marokko überführt.
i. Köln, 13. Jan. Der„Köln. Ztg.“ zufolge berichtet der Amsterdamer„Telegraaf“, daß fünfhundert deutsche Gefangene, die sich an Bord des französischen Kriegsschiffes „Dévastation“ befanden, am Freitag von Brest nach Bordeauz geschafft worden sind, von wo sie nach Marokko überführt werden sollen. 1
Russische Einfuhrpläne.
i. Köln, 13. Jan. Die„Köln. Ztg.“ berichtet aus Stock⸗ holm: Der russische Verkehrsminister hat im Ministerrat, wie aus Petersburg gedrahtet wird, vorgeschlagen, mit möglichster Be⸗ schleunigung eine Eisenbahn von Petrosadowsk nach der Sorokabucht am Weißen Meer zu bauen, die gleichzeitig mit der im Bau begriffenen Eisenbahn von Petersburg nach Pe⸗ drosadowsk fertig werden soll. Hierdurch würde die Möglichkeit
egeben sein, den rxussischen Seehandel im hohen Norden in beträchtlichem Umfang zu erweitern.
Die Wehrfrage in England.
London, 12. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der sozialistische Abgeordnete Ramsay Macdonald sagte in einer Rede: Dieser Krieg liefere ganz unwiderlegliche Gründe zugunsten der allgemeinen Wehrpflicht. England stütze sich eute auf Frankreich, das die allgemeine Wehrpflicht habe.
gland könne kein Bündnis mehr erhalten, das zu einem Kriege führen könne und den Verbündeten sagen, sie sollten sechs Mo⸗ nate warten, bis englische Truppen sie in den Schützengräben unterstützten; die Verbündeten würden sich nicht darauf einlassen, Tatsache sei, daß der Militarismus seine theoretischen Vertei⸗ diger in England habe, die dies nach dem Kriege um so be⸗ geisterter sein würden.
Ch aotische Zustände im Hafen von London.
Rotterdam, 13. Jan. Die„Times“ melden, daß die Steigerung der Lebensmittelpreise in England den unglaublichen chaotischen Zuständen im Hafen von London zu⸗ zuschreiben seien. Zahlreiche Schiffe liegen bei Gravesend, ohne daß sie gelöscht werden können. Sie enthalten allerhand wertvolle Ladungen, wie Gefrierfleisch und Konserven. Es dauere fast einen Monat, bevor ein Schiff gelöscht werde. Man wisse mit der Zu⸗ fuhr nicht ein noch aus. Die Eisenbahn verfüge auch nicht über genügendes Material. 5 8
Die Vernichtung der„Curie“.
Wien, 13. Jan. Ueber die Vernichtung der„Curie“ meldet
die Wiener„Neue Freie Presse“: An demselben Tage, an dem „U. 12“ seine Heldentat vollbrachte, wurde eines der modern⸗ sten französischen Unterseeboote,„Curie“, ent⸗ deckt, als es uns angreifen wollte.„Curie“, unter einem sehr schneidigen Kommandanten, fuhr einem unserer Schiffe nach. Sie wurde entdeckt. Es erfolgte das Kommando: Alle Boote mit Ge⸗ schützen und Torpedoboote vor. Es wurde vorzüglich geschossen, der
Turm war förmlich durchsiebt. Im letzten Moment kommt ein
Offizier heraus und will durch eine Handbombe das Boot ver⸗ nichten, in demselben Moment schießt ihn aber einer unserer Matrosen nieder. Er fällt in das Boot zurück und versinkt, wäh⸗ rend sonst alles gerettet ist. Durch die Aufregung verfällt der ieee Kommandant in einen Weinkrampf. Er wurde von 2 ffizieren als tapferer Soldat geehrt und anständig be⸗ handelt.
Die Eröffnung der italienischen Kammer.
Rom, 13. Jan. Wie verlautet, beabsichtigt Minister⸗
präsident Salandra unbedingt den 18. Februar als Er⸗ öffnungstermin für die Kammern beizubehalten.
Großfeuer in Warschau.
Wien, 13. Jan. Aus Krakau wird gemeldet: Hiesige Blät⸗ ter berichten über ein Großfeuer, das großen Schaden in Warschau angerichtet habe. Ein deutsches Flugschiff erschien über der Stadt und warf mehrere Bomben ab, deren eine in einer der vornehmsten Straßen, dem Moskowiski Prospekt, explodierte und das Linoleumlager einer Fabrik in Brand steckte.
Der Continental⸗Caoutchbuc⸗ und Gutta⸗ Percka⸗Compagnie Hannover, die bisher auf allen von ihr beschickten Ausstellungen höchste Auszeichnungen erzielte, ist für die Ausstellung ihrer Erzeugnisse auf der Baltischen Aus⸗ stellung Malmö 1914 jetzt die schwedische„Königliche Medaille“ verliehen worden. Bekanntmachung. Es wird darauf hingewiesen, daß alle Gesuche auf Be⸗
freiung oder Zurückstellung vom Militärdienste bei dem ün⸗ b terzeichneten einzureichen sind. 7
Gießen, den 11. Januar 1915. 8
Der Zivilvorsitzende der Ersatz-Kommission des Kreises
Gießen. J. B.: Hechle n,


