Ausgabe 
(9.1.1915) 7. Erstes Blatt
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ansprechenden Vortrag über:

8. ö daina, 68. Art⸗Regt. Fahrer Werner aus Braunfels. Leutn. d. R. Lehrer Arm⸗ brecht aus Altenkirchen, Res.⸗Regt. 222. Willy Linnen⸗ kohl aus Salzschlirf, Führer der 6. Komp. des Res.⸗Inf. Regts. 118. Dr. med. Willy Schrimpf, Assistenzarzt der Reserve im Inf.-Regt. 160, aus Großenlüder. Hans Ahl⸗ heim aus Münster(Kr. Gießen), cand. theol., Kriegs⸗ freiw.⸗Uffz. im Res.⸗Inf.⸗Regt. 222. Gefr. Peter Stier aus Londorf. 0

*Die Anonymen. Major Stephan, der Kom mandeur des Ersatzbataillons Inf. Regts. 116 ersucht uns um Aufnahme folgender Zeilen: 8

Fast täglich laufen beim Ersatzbataillon Briefe ein, welche den Zweck haben, auf vermeintliche Mängel usw. aufmerksam zu machen. Ich bemerke ausdrücklich, daß die jenigen Schreiben für mich völlig gegenstandslos sind, deren Absender nicht den Mut haben, sie mit ihren Namen zu unterzeichnen. 5

Alles Gold zur Reichsbank. Der Ober- bürgermeister fordert in einer Bekanntmachung in der heutigen Nummer die Bürgerschaft auf, alle etwa noch im Privatbesitz befindlichen Goldstücke unverzüglich an die öffentlichen Kassen zum Umtausch gegen gleichwertiges Papier- geld abzuliefern.

» Stadttheater. Die deutsche Literatur besitzt leider wenige klassische Lusispiele; zu diesen gebört GrillparzersWeh dem, der lügt, das wegen der szeuischen Schwierigkeiten und der Schwierigkeit, einen passenden Vertreter für den Leon zu finden, selten gegeben wird und auch im neuen Hause am kommenden Dienstag zum ersten Male zu sehen ist. Die Aufführung des sinnigen Werkes wird auf das sorgfältigste vorbereitet unter der Spielleitung von Direktor Stein goetter.

Einem Feldschreiben entnehmen wir folgende Stelle:

Wenn Ihr dort sern draußen in der schönen Heimat denkt, das Wetter wäre imstande, unser selsensestes Vertrauen zu Gott, u unsern trefflichen Führern, von unserm Katser bis zum jüngsten Leutnant, um unsere Siegeszuversicht zu dämpfen, so irrt Ihr alle gewaltig. Ich bin jetzt doppelt stolz mitmachen zu können in dieser großen Zeit, da mein lieber Junge ler wird jetzt am 27. Februar 18 Jahre alt) unter den siegreichen Fahnen Hin- denburgs in Rußland kämopst Im Juli hatte ich ihm ge⸗ schrieben: Ich erwarte von Dir, daß Du Dich auch bei Ausbruch es Krieges sofort beim nächsten Regiment als Freiwilliger stellst und ist mit Begeisterung gefolgt. Sie werden mich verstehen, wenn ich stolz auf den Jungen bin, und unser Wunsch ist der, wir

öchten mit Rußland und Frankreich bald sertig sein im endgül en iege und wenn es dann hie ße: Freiwillige vor für nach England, wir beide würden nicht die Letzten sein, die vortreten.

* Der Kaiser braucht Soldaten. Folgen⸗ des durch und durch zeitgemäße Geschichtchen, das den ßen Vorzug der Wahrheit hat, trug sich vorgestern in

n zu: Ein bei einem hiesigen Bürger im Intartier liegender Landstürmler aus der Umgegend mußte statt ge⸗ fangener Franzosen das Bett hüten und hatte in diesem

stande ein begreifliches Verlangen nach der sorgsamen

lege durch seine Ehefrau. Dieselbe wurde denn auch beizitiert, um den erkrankten Krieger wieder zum Dienst rs Vaterland tauglich zu machen. Allein sie hatte die s Ehepaar b

ich

da üßt, als der Quartierwirt eilends bie bamme herbeiholen und das Landsturmquartier in eine ochenstube verwandeln mußte, in der sich bald darauf Kriegszwillinge einstellten und zwar angebrachterweise zwei stramme Jungen. So wurden aus einem Pflegling im Handumdrehen deren vier, die alle wohl zeitlebens die triegerische Verwickelung des Familienzuwachses nicht ver⸗

gessen werden

5 Landkreis Gießen.

e Großen⸗Buseck, 9. Jan. Nachdem man am 31. Dezember erst einen Veteranen von 1866 1870/71, den Herrn Christoph Wagner 18r, unter militärischen Ehren zur letzten Ruhe gebettet, ist demselben ein weiterer Veleran von 1866 187% 1, Herr Karl Schmidt, Ritter des Eisernen Kreuzes, in den Tod gefolgt. Die unter Leitung von Wachtmeister Glaub-Reiskirchen be findliche Jugendwehr hat bis jetzt gute Fortschritte ge macht. Vergangenen Sonntag fand mit den Jungmann⸗ schaften der umliegenden Orte eine größere Felddienstübung gegen Grünberg statt.

. Ettingshausen, 7. Jan. Hermann Opper, Sohn des Darmhändlers Johannes Opper III., welcher in der 6. Kompagnie des Referve⸗Infanterie-Regiments Nr. 116 dient, wurde während des Krieges zum Unteroffizier be⸗ fördert und erhielt zu Weihnachten das Eiserne Kreuz, Er gehört zu den wenigen Kämpfern, die seit Beginn des Krieges im Felde stehen und noch nicht verwundet sind Schon früher wurden mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet: Sergeant Philipp Keil, Sohn des hiesigen Försters Hch. Keil II., Unteroffizier Hermann Keil, Sohn des Land wirts Philipp Keil III. und Vizefeldwebel Karl Kühn, Sohn des Landwirts Georg Heinrich Kühn. Wehrmann Ferdinand Görnert erhielt die Tapferkeitsmedaille..

g Treis a. d. Eda., 9. Jan. Am vorigen Sonntag abend hielt Professor Ehringhaus-⸗Bochum in Wills Saal vor einer zahlreichen Versammlung von Männern und Frauen einen sehr Die Pfüichten der Daheimgebliebenen egen das Vaterland. Er forderte außer der selbstverständlichen Opferwilligkeit für die Krieger und ihren bedürstigen Angehörigen,

tausch aller Goldstücke gegen Papiergeld, Sparsamkeit im Ver-

nung ohne den Storch gemacht. Kaum e

brauch von Weizenmehl und aller der enuß u. Nahrungsmittel, die

Routterdam berichtet die

wir aus dem Auslande beziehen, Verwendung des Kriegsbrotes. usnützung aller Küchenabfälle im Haushalt zur Viehsütterun g, gung der Städte mit Kartoffeln u. a. m. An den Vortrag

schloß eine Aussprache an, an der sich mehrere Herren betet. ligten und die sich hauptsächlich um die Fesisetzung der Höchstpreise drehte, die für alle Nahrungsmittel und Futterartikel geforder wurde. Aus unserer Gemeinde erhielten bis jetzt das Ciser ne Kreuz: Vizeseldwebel Preis(Infant.-Rat. 168), Unteroffizier K. Euler(Res.⸗Inf.⸗Rat. 116), Wehrmann H. Rabenau(Res. Inf.⸗Agt. 116) und dessen Bruder Gefreiter Rabenau(Garde⸗ Tra.-Rat. 23). Gefallen sind außer den vier bereits frühe meldeten noch Gardist d. Bodenbender, Wehrmann Phil

8 11 und Wehrmann H. Kehr. Auch für sie wurde, wie sein die vier ersten, ein Trauergottesdienst abgehalten, an dem sich zahlreiche Leidtragende und alle hiesigen Vereine mit ihrer,

Fahnen beteiligten. * Dermischtes. Franz Lehär in Kriegsgefangenschaft. Aus

Deutsche Tagesztg.: WieDaily

Bernhard

* ö*

Telegraph aus Petersburg berichtet, wurde in den letzten Kämpfen der bekannte Komponist Franz Lehär von den Russen gefangen genommen..

Der Brand im Tunnel der New MPorker Untergrundbahn.Daily Mail meldet aus New York: Bei dem Feuer im Tunnel der Unterarundbahn fand eine Person den Tod, 700 Personen wurden durch Rauch

und Dämpfe bewußtlos. Zur Zeit des Unglücks waren 500 Züge mit 300000 Personen unter wegs, die in den vollständig verfinsterten Tunnels zum

Stehen gebracht wurden. Die Panik war die schlimmste seit dem Bestehen der New Porker Untergrundbahn. Hunderte von Aerzten und alle verfügbaren Ambulanzen eilten auf den Schauplatz des Brandes. Der Verkehr wird für mehrere Tage unmöglich sein. 7

Von der Börse. Frankfurt a. M., 8. Jan.

Während in den neutralen Ländern sowie in Paris und London die Börsen, wenn auch unter Einschränkungen, meist wieder funktionieren, ist der offizielle Verkehr in Wien, in der Schweiz und an den deutschen Börsen noch nicht wieder eröffnet worden. Damit ist aber nicht gesagt, daß an diesen Plätzen kein Handel in Wertpapieren stattfände. Es hat sich vielmehr schon seit Beginn des Krieges an den meisten Plätzen, besonders in Berlin und hier ein sogenannter freier Verkehr entwickelt, in dem Tag für Tag unter allmählich wachsender Teilnahme des Publikums lebhaft gehandelt wird. Das Vertrauen in die wirtschaftliche Kraft Deutschlands, die sich in bewegter Zeit so glänzend offenbart hat und alle Kriegsstürme siegreich über⸗ dauern wird, gibt diesem freien Verkehr auch das Gepräge. Deutlich ist zu erkennen, mit welch unerschütterlicher Zubersicht die Börse der weiteren Gestaltung der Dinge entgegensieht.

Die Entwicklung unseres Wirtschaftslebens in den letzten Mo naten erscheint allerdings auch geeignet, die Handelswelt in ihrer vertrauensvollen Auffassung zu bestärken. Die Börse würdigt diese Tatsache schon seit geraumer Zeit durch die Bewertung einer Reihe von Günstlingspapieren. Hierbei ist besonders bemerkenswert, daß auch für eine Anzahl Industriewerte, die nicht unmittelbar aus der Kriegskonjunktur Nutzen ziehen, verhältnismäßig recht annehmbare Preise zu erzielen sind. Die Zahl der Aktiengesellschaften, die sich jetzt auf der Höhe derKonjunktur befinden, scheint von Tag zu Tag größer zu werden; entsprechend erweitert sich auch der Kreis der von der Spekulation begünstigten Papiere. Dies hängt natur- emäß damit zusammen, daß unsere besten gewerblichen Betriebe

ich mit bewundernswerter Schnelligkeit auf die Herstellung von te 8 1 g. 1 3 N 1 55 1 4 eintreten zu lassen und Waren, die aus überseeischen Län⸗

Kriegs⸗Artikeln eingerichtet haben, an die in zeiten nicht gedacht worden war. Im Vordergrunde des Interesses stehen jedoch schon seit geraumer

unsere Auleihen, und in erster Linie unsere Kriegs⸗ anleihe. Schon nach der Begebung der Kriegsanleihe sind ihre Titres im freien Verkehre mit einem Aufgeld gehandelt worden und an keinem Tage sind sie unter den Begebungspreis gesunken. Die Erhöhung des Mindestpreises unter dem die Groß⸗ banken Abgaben in Kriegsanleihe nicht mehr vornahmen, hat einen stürmischen Begehr nach dem neuen Standardpapier hervor⸗ gerufen, dessen Kurs sich jetzt dem Parsstande bis auf einen kleinen Bruchteil eines Prozentes genähert hat und bereits ein sehr beträchtliches Aufgeld über den Zeichnungspreis hinaus be dingt. Im Anschluß an die kräftige Aufwärtsbewegung der 5 Prz. Kriegsanleihe und der 5 Proz. Reichsschatzanweifungen stellten sich die niedriger verzinslichen Anleihen sowie andere inländische An⸗ lagewerte gleichfalls höher. Von fremden Renten waren noch Japaner gefragt und höher, während Russen in schwacher Haltung verkehrten. Von den Industriepab leren zeichneten sich die Aktien der Rheinischen Metallwarenfabrik und der Daimler-Moto⸗ ren⸗Gesellschaft durch starken Begehr und sehr bedeutende Kurssteigerungen aus. Ferner bestand lebhafte Kauflust für Kleyer, 5 Deutsche Waffen und Munition, Hirsch Kupfer, Allgemeine Elektrizität und einzelne chemische Werte, die sämtlich ihre Kurse nicht unbedeutend erhöhen konnten. Am Montanmarkte waren Phönix bevorzugt, am Bankenmarkt Deutsche Bank und Dis⸗ konto Commandit gefragt und höher. Von Bahnen waren Schan⸗ tungbahn gebessert. Amerikaner lagen vorwiegend fest. Devisen neigten in letzter Zeit vorwiegend zur Schwäche. Der Geld⸗ stand bleibt andauernd flüssig und gestattet der Reichsbank, weitere Schatzscheine zu einem günstigen Zinsfuß(etwa 3 Proz.) zu begeben. Privatdiskonten leicht.

Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 10. Januar 1915: Bedeckt, zeitweise Niederschläge, mild, südwestliche Winde.

Letzte Nachrichten.

(WB.) Großes Hauptguartier, 9. Jan. vor⸗ mittags.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. Die ungün⸗ stige Witterung, zeitweise woltenbruchartiger Regen mit Ge⸗ witter, hielt auch gestern an. Die Lys trat an einzelnen Stellen über ihre Ufer.:

Mehrere feindliche Angriffe nordöstlich Soissons wur⸗

den unter erheblichen Verlusten für die Franzosen zurück⸗

geschlagen. 5.

Ein französischer Angriff bei Perthes(nördlich des La⸗ gers von Chalons) wurde unter schweren Verlusten für den Feind abgewiesen.

Im Ostteil der Argonnen machten unsere Truppen einen erfolgreichen Sturmangriff, nahmen 200 Franzosen gefan⸗ gen und erbeuteten einige Minenwerfer und einen Bronze⸗ mörser. Schlesische Jäger, ein lothhringisches Bataillon und hessische Landwehr zeichneten sich hierbei aus.

Ein vorgeschobener, von uns nicht besetzter Graben wurde bei Flirey in dem Augenblick gesprengt, in dem die Franzosen von ihm Besitz genommen hatten. Die ganze fran zösische Besatzung wurde vernichtet. f

Westlich und südlich Sennheim änderte sich nichts. Die Franzosen wurden aus Ober⸗Burnhaupt und den vorgelager⸗ ten Gräben in ihre Stellungen zurückgeworfen und ließen über 190 Gefangene in unseren Händen.

Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage im Osten ist bei anhaltend schlechtem Wetter unverändert. Unsere Beute vom 7. Januar hat sich auf 2000 Gefangene und 7 Maschinen zewehreerhöht. 5 Oberste Heeresleitung

Der Einspruch gegen die Verurteilung der deutschen Offizierspatrouille. 0 Berlin, 8. Jan.(Priv.⸗Tel.) Wie derBerl Lok. Anz. hört, liegt zuständigen Orts eine Nachricht darüber dor, daß durch Vermittelung einer neutralen Mach

französischen Regierung in von der deutschen Regierung gewünschtem Sinne bereits zur Sprache gebracht worden ist Von der österreichischen Front. (i) Köln, 9. Jan. DieKöln. Ztg. meldet aus Bu dapest: Meldungen aus O ber⸗Ungarn zufolge finde seit dem russischen Weihnachtsfeste, dem 6. Januar, im Ung

Zeit oder Oesterreich weiterzuleiten.

ö

lionen die Angelegenheit der deutschen Offizierspatrouille bei der

9 tale heftiger Artilleriekampfstatt, wobei besonders die neu errichteten russischen Deckungen von unserer schwe⸗ ren Artillerie beschossen werden. Es scheint, als ob un⸗ sere im Bereger Komitat und am Duklapasse eingeleiteten f Operationen Erfolge zu zeitigen beginnen, denn es lassen sich g an diesen Stellen rückwärtsgerichtete Bewegun⸗ gen der Russen erkennen. In den Karpathenkämpfen machen die Oesterreicher fortwährend Gefangene.

Kritik am französischen Heere.

Basel, 8. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Mel⸗ dung derNationalzeitung aus Paris weist Georges Her vs imGuerre Sociale auf den schweren Mißstand hin, welchen auch andere französische Blätter schon gerügt haben, daß Territorial⸗ truppen von 40 bis 42 Jahren schon monatelang ohne Pause und Ruhe in den Schützengräben kämpsen, wäh end Tausende junger Leute in den Depots liegen und auch die Drücke⸗ bergerei vieler Soldaten nicht aufhören wolle.

. Die russischen Reserven. Kopenhagen, 9. Jan. Aus Petersburg wird die Einziehung des zweitletzten Jahrganges der russischen Reichswehr(Landsturm) zum 1. Januar russischen Stils gemeldet.

Ein russischer Tagesbericht.

Haag, 9. Jan. Der am 8. mittags eingetroffene russische Tagesbericht des russischen Generalstabes lautet: An dem linken Weichseluser herrschte bis gestern abend Ruhe, abgesehen von der Front bei Sucha und Bolimow, wo einige Bewegungen stattfanden. Der Kampf nimmt allmählich die Methoden des Belagerungskrieges an. Die Deutschen haben große Stahlschilder eingeführt, hinter welchen sie sich unseren Laufgräben nähern. Bei dem Dorfe Sucha nahmen sie einige Teile unserer Stellungen ein, konnten jedoch später wieder vertrieben werden.(2

Rumänische Vorbereitungen. g

Basel, 8. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Wie denBaseler Nachrichten aus London berichtet wird, haben alle Rum änen, die dem aktiven Heere angehören und im Auslande wohnen, den Befehl erhalten, zurückzukehren.

Ein Handel unter Brüdern. 5

Basel, 8. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) DenBafler Nach⸗ richten zufolge hat Japan die gesamte Geschützbeute von Tsing⸗ tau an England verkauft. Dasselbe Blatt berichtet, daß in den Kämpfen um Lodz und Lowicz acht russische Generale schwer verwundet worden sind, darunter Graf Keller und General Orlow. J

England und die Schweiz. 5

i. Köln, 9. Jan. DerKöln. Zig. zufolge verlangt England von der Schweiz, sie solle sich verpflich ten, in den Ausfuhrverboten keinerlei Ausnahme

dern bezogen werden, in keinem Falle nach Deutschland Diese Verpflich⸗ tung soll sogar auf die im Lande selbst noch vorhandenen Be⸗ stände ausgedehnt werden. Bezüglich gewisser Waren, na⸗ mentlich der Metalle, geht das Verlangen Englands noch weiter, indem die Einstellung der Ausführ von aus sol⸗ chen Stoffen gefertigten Gegenständen gefor⸗ dert wird. Die Handels- und Industriekreise der Schweiz wehren sich, wie aus zahlreichen Zuschriften an die Presse hervorgeht, mit aller Entschiedenheit gegen diese Forderung, die das Ausfuhrgeschäft zu einem großen Teile lahmlegen würde. Deutsch⸗freundliche Gesinnung eines japanischen Offiziers. (WTB.) Peking, 8. Jan.(Nichtamtlich.) DiePeking Daily News meldet: Der japanische Leutnant No gata beging vor einiger Zeit Selbstmord, weil er nicht bei Tsingtau gegen frühere deutsche Kameraden kämpfen wollte. Nogata hatte seinerzeit bei der deutschen Kavallerie gedient. Der Brand in der New Norker Untergrundbahn. Berlin, 9. Jan. Der Brand in der Newyorker Unter⸗ grundbahn ist, wie demBerl. Lok.⸗Anz. gemeldet wird, durch Kurzschluß entstanden. Das Unglück geschah morgens, als die Bahn den größten Betrieb auswies und die Gesch ute und Angestellten zu ihren Arbeitsstellen eilten. Die Feuerwehr stieg an der 55. Avenue auf Brandleitern in den Tunnel. Sie fand in zwei Zügen 700 Reisende infolge des starken Rauches der brennenden Kabel besinnungslos bor. Mit Ausnahme einer Frau gelang es, alle ins Leben zurückzurufen. 300 mußten teils schwer verletzt, teils schwer rauchvergiftet in das Krankenhaus gebracht werden. a 0 Eine sozialistische Konferenz in London. 1 Berlin, 9. Jan. Heute sindet, wie demBerl. Lok.⸗Anz. aus Amsterdam gemeldet wird, in London eine sozialistische Konferenz statt, in der die Kriegslage besprochen wer⸗ den soll. An ihr nehmen 12 Führer der belgischen, englischen

und französischen Sozialisten teil. 3 Emser U--Hlebeszgabe Pastillen

77 Gegen Husten, Heiserkeit,

Verschleimung, Influenza eto.

Betr.: Zurückstellung Militärpflichtiger. 0

An den Oberbürgermeister der Stadt Gießen und

an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden

des Kreises.

Beim Ersatz⸗ und Aushebungsgeschäft 1915 können für taug⸗ lich befundene Personen vorläusig bis zur nächsten Musterung in folgenden Fällen zurückgestellt werden: 5

a) wenn ein Mann als der einzige Ernährer seines arbeits⸗

unfähigen Vaters, seiner Mutter, seines Großvaters oder seiner Großmutter, mit denen er dieselbe Feuerstelle bewohnt, zu be⸗ trachten ist, und ein Knecht oder Geselle nicht gehalten werden kann, auch durch die der Familie bei der Einberufung gesetzlich zustchende Unterstützung der dauernde Niedergang des elterlichen Hausstandes nicht abgewendet werden könnte; d) wenn in einzelnen dringenden Fällen die Zurückstellung eines Mannes, dessen geeignete Vertretung auf keine Weise zu ermöglichen ist, im Interesse der öffentlichen Gesundheitspflege, der allgemeinen Landeskultur und der Volkswirtschaft, für unab⸗ weislich notwendig erachtet wird.

Diese Zurückstellungen haben nach 8 99 Ziffer 1 der W.⸗O. nur solange Gültigkeit, als der Bedarf an Mannschaften ander⸗ weit gedeckt werden kann. Es besteht also immerhin die Mög⸗ lichkeit, daß die bis zur nächsten Musterung zurückgestellten Per⸗ doch vorzeitig einberufen werden. g

Wenn in Ihrer Gemeinde Fälle fraglicher Art vorliegen, so wollen Sie die zur Antragstellung berechtigten Personen als⸗ bald darauf aufmerksam machen und auf deren Antrag hin die bargeschriebene Verhandlung auf Zurückstellung aufnehmen und is zum 20. d. M. mir einsenden.

Gießen, den 8. Januar 1915.

S

Der Zivilvorsitzende der Ersatz-Kommission des Kreises Gießen.

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