„wo man statt der ge⸗ Schwarzbrot ißt.
ürchten, daß sie dadurch den Ihrigen 85 95— eine unentbehrliche Speise ent⸗
8 dunkle, und vor allem für die Zähne weit förderlicher sei als Weiß⸗ brot und das noch feinere Gebäck. Also was wir fordern, ist
eden die Verdauung lebhafter anrege
nicht lediglich ein notgedrungenes Zugeständnis an den Fri stand, sondern eine an sich für die Gesundheit un— zieherisch⸗wertvoll läßt sie sich gestalten! Sollte nicht in un Jugend sich 2 cht ein lebhaftes Gefühl dafür er⸗ wecken lassen, es sich nicht schickt, daß wir Daheind⸗ bleibenden uns die gewohnten, überflüssigen Gaumen Farblk* während unsere Brüder im Felde so häufig ben! Und wird nicht die Jugend gern verzichten, wenn sie es tut im Interesse der Verwundeten, der Kranken und r in unserem Volke! In dem, was wir aber unserer 7 Jugend anempfehlen, müssen wir selbst das gute Beispiel 15 er Darum, ihr deutschen Frauen, die ihr so große Opfer bringt, scheut diese kleinen nicht!“
» Konzert⸗Verein. Das von vielen Seiten ge⸗ au Verlangen nach ernster Musik und seine Betätigung 5 entlich des Backhauskonzertes hat die. immt, 9 Konzerte in diesem Winter zu veranstalten. finden alle drei an Sonntagen statt und zwar am 17. und 31. Januar und 14. Februar. Der Reinertrag soll wohltätigen Zwecken zufließen. Es ist der 1 1 ganz hervorragende Künst⸗ ler zu verpflichten, so die Königl. r. Kammersüngerin Frau Bosetti aus München, die zusammen mit ofe Trautmann im ersten Konzert auftritt, die 0 be Klaviervirtuosin Frau Elly Ney— van Hoog⸗ straten die Konzertsängerin Fräulein Hedwig Rode aus ee e e in Aussi ommene Böhmische Streichquartett ist gegenwärtig 4 und kann erst in nächster Kon
t hier auftreten. Die näheren Pro⸗
— werden zu rechter Zeit bekannt gegeben. Um die 5 nzerte weitesten Kreisen zugänglich zu machen, sind die
r wesentlich ermäßigt wor⸗
den. Der Billetverkauf findet schon jetzt in
der Musikalienhandlung von Ernst Challier statt. Soweit die Mitglieder des Konzert⸗Vereins, des Saalbau⸗
Vereins und des Akademischen Gesangvereins erste und zweite Plätze entnehmen, werden ihnen, wie das immer ge⸗
dandhabt worden ist, die Vereinsbeiträge in Anrechnung
gebracht. . Der Kriegskindergarten wird am kommenden
Montag wieder eröffnet.
* Feldpostsendungen bis zu 1 Pfund. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß Feldpostbriese nach dem Feldheer im Gewicht über 250 Gramm bis 500 Gramm vom 11. bis ein- schließlich 17. Januar von neuem zugelassen werden. Die Gebühr beträgt 20 Pfennig.
** Arbeitspergebung für Wagner und Schmiede. Von der hessischen Handwerkskam⸗
mer sind 200 leichte Proviantwagen zu alsbaldiger Lieferung übernommen worden. Die Vergebung dieser Wa⸗ gen erfolgt durch die Verdingungsstelle der Handwerkskam⸗ mer, die Hessische Handwerker ⸗Zentral ⸗Genossenschaft in Daxmstadt. Alle Meister, die sich an der Arbeit beteiligen wollen, werden ersucht, sich sofort bei dieser Stelle möglichst . zu melden. Nähere Bedingungen, Zeichnungen und
Unterlagen können ebenda eingesehen werden. * Warmes Frühstück. Am 7. Januar, mit dem Schulanfang, wird in unserer Volksschule gleichzeitig mit der Verabreichung von warmem Frühstück(¼ Schoppen warme Milch und ein Brötchen) an bedürftige Kinder der Anfang gemacht. Es werden heuer den Winter über mit dieser Wohltat versehen 340 Mädchen und 372 Knaben. Die dafür aufzuwendenden Mittel betragen täglich 40,40 Mark. Diese Aufwendung wird(durch Stiftungen nur zu einem ganz geringen Teil) aus städtischen Mitteln gedeckt.
* Wollkreste für Decken. Die Kriegsfürsorge in Frank⸗ urt beabsichtigt, für unsere besonders im Osten stehenden Truppen im Felde 50000 wollene Decken zu beschaffen. Solche ecken sollen aus wollenen Lappen und Resien hergestellt werden und es ist an alle Frankfurter Geschäste die Bitte um Zusendung derartiger Wollreste gerichtet worden. Diese Absicht kommt einem dringenden Bedürfnis unserer im Felde stehenden Truppen ent⸗ . 11 und auch das hiesige Rote Kreuz unterstützt sie gern und bittet die hiesigen Geschäftsleute um Zusendung derartiger Woll reste. Unsere Hausfrauen können das gute Werk sehr unter- 15 wenn sie ihre Hausbestände nachsehen und die vorhandenen
selbst zu Teppichen in der Größe von 1,50 zu 2 Meter zu⸗
ö mensetzen oder doch derartige Reste in der Liebesgabensammel— stelle, Alte Klinik, abgeben würden. 5
* Von hessischer Tapferkeit. Zu dem unter
diesen— gestern von uns gebrachten Artikel teilt
m uns mit: Bei den in dem erwähnten Buche verzeich⸗ Namen handele es sich um die Väter der
n ten, deren Adressen von den Kameraden zengestellt wurden, zu dem Zwecke, Mitteilungen zu hen, wenn dem einen oder anderen etwas zustoßen er der Väter sprach heute auf unserer Redaktion legte uns einen nach dem betreffenden Gefecht da⸗ postbrief seines Sohnes vor.
Landkreis Gießen.
O heim b. Hungen, 6. Jan. Am 23. Dezember siel, u seindlichen Granate getroffen, der 37jährige Wehrmann Wacker im Landwehr-Jnsanterie-Regiment 87, 12. Komp. interläßt e und ein Kind. Es ist dies das dritte Opfer er leinen Gemeinde. Die beiden anderen sind Wehrmann d Wehrmann Lam p, auch beide Familienväter. 5 Ober ⸗Bessingen, 6. Jan. Der Gesreite und Richt— Dermann Seipp von hier erhielt für sein tapferes und
umsichtiges Perbalten im seindlichen Feuer am 14. u. 25. 11. 1914 bei Markirch das Eiserne Kreuz 2. Klasse.
1 25 Kreis Büdingen. e Wenings, 6. Jan. Der von hier gebürtige Unter- olfizter der Reserve im Res.⸗Infanterie⸗Regiment 1183, Heinrich Flach, Bruder des Gemeinderechners lach, erwarb sich in den Kämpfen in Rußland das Eiserne Kreuz und wurde zum Vizeseldwebel befördert. e
eee,
*
5
1.
Kreis Lauterbach.
Aus dem Vogelsberg, 6. Jan. So ernste, stille Sil⸗ ster wie die diesjährige haben unsere Ortschaften während eines schenalters nicht gefeiert.. läuteten auch diesmal die neue Jahr ein, aber kein Schuß krachte, keine Ra⸗
9 auf, lein Feuerwerk knatterte, kein Profit Neujahr
auf den ßen. Man trug dem Ernst der Zeit überall
3
seres kes 1 Maßnahme. Und wie er⸗ 1
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R
Kreis Friedberg.
G. K. Bad⸗Nauheim, 7. Jan. In unserer Stadt hat in den Tagen über Weihnachten und Neujahr ein reger Verkehr geherrscht. Viele hier zur Kur und Erholung weilende Kriegsteilnehmer bekamen Besuch aus der Heimat und manches frohe Wiedersehen wurde gefeiert. In den 8 Lazaretten fanden Weihnachtsbescherungen statt. Außer unseren Feldgrauen sind zur⸗ zeit auch noch zahlreiche andere Kurgäste hier. Ein stattliches Bade⸗ haus bleibt den ganzen Winter über geöffnet. An die Feldzugs⸗ teilnehmer werden die Kurmittel frei abgegeben. Für ein behag⸗ liches Unterkommen der Kurgaste ist reichlich gesorgt. Auch fehlt es nicht an Zerstreuung und Unterhaltung. Besonders großen An⸗ klang finden die Nachmittags⸗ und Abendkonzerte der kleinen Künstlerkapelle im Tennis⸗Cafs. Es ist das erstemal, daß im Winter hier regelmäßig Konzerte stattfinden. Auch ist ein Lese⸗ zimmer offen. Kurabgabe wird in den Wintermonaten nicht er⸗ oben. Die gut gepflegten Wege im Park und Neuanlagen sind ets vorzüglich gangbar. Außerdem bieten bei sehr schlechtem Wetter die geräumigen Wandelhallen an den Badehäusern und den Trink⸗ kuranlagen Gelegenheit zur Bewegung im Freien.
h Vilbel, 6. Jan. Auf dem Wege zwischen Enkheim und Mainkur sürzte das Fuhrwerk des biesigen Mmeralwasser⸗ händlers Breiter um und begrub die Insassen unter sich. Ein Mann erlitt einen schweren Beinbruch, eine Frau trug Hand- verletzungen davon.
4 Starkenburg und Rheinhessen. 5
m. Offenbach a. M. 7. Jan. Die hiesige Schweine⸗ metz ger⸗Innung hat eine Erhöhung der bis⸗ A Preise der Fleisch- und Wurstwaren eintreten assen, die pro Pfund 10—30 Pfg. ausmacht. Die Preise betragen jetzt pro Pfund wie folgt: Schweinefleisch mit Zugabe 95 Pf., Rippen⸗ und Halsstück 1.20 Mk., Bauchstück 1.10 Mk., Dörrfleisch 1.40 Mk., Solberfleisch roh 1.30 Mk., Lenden und Schnitzel 1.70 Mk., Extra⸗Wurst 1.20 Mk., Leber- und Blutwurst 0.90 Mk., Aufschnitt 1.20 Mk., Brat⸗ wurst 1.10 Mk., Bratwurst grob 1.30 Mk., Schmalz 1.20 Mk. und Wurstfett 0.90 Mk.
Kreis Wetzlar.
10 Wetzlar, 7. Jan. Die hiesigen Fabriken sind alle in voller Tätigkeit, soweit das bei dem Mangel an Kräften möglich ist. Die Mitteldeutsche Gerberei und Riemenfabrik arbeitet sogar mit Hochdruck, Tag und Nacht, sogar am Sonntag. Auch die Werke von Leitz, Hensoldt und Seibert haben vollauf zu tun und müssen sogar noch Ueberstunden zu Hilse nehmen.
Hessen⸗Nassau. 5
fc. Frankfurt a. M., 6. Jan. Unter dem Vorsitz des brasilianischen Konsuls Dr. Dettmann fand in der Handelskammer eine starkbesuchte Versammlung aus allen Ständen statt, die sich mit der Schaffung einer weit um⸗ spannenden Organisation, zur Hilfeleistung für die im Feindesland e Deutschen befaßte. Den er⸗ läuternden Vortrag hielt Landtagsabgeordneter Oeser (Frankfurt), der dringend vor Repressalien gegen die feind⸗ lichen Regierungen warnte, da dadurch nur die Lage un⸗ serer Landsleute verschlechtert würde. Ein sichtbarer Er⸗ folg könne nur durch die Anlehnung der geplanten Organi⸗ sation an die Auskunftsstellen der Reichsregierung und an das Rote Kreuz erreicht werden. Als Sitz 2 Zentrale wurde Frankfurt seiner guten geographischen Lage wegen empfohlen. Nach längerer Aussprache, die sich durchweg im zustimmenden Sinne äußerte, fand die Gründung eines die Organisation vorbereitenden Ausschusses statt, dessen Vorsitz Staatsminister Dr. Braun(Darmstadt) und Ge⸗ heimrat Dr. Leo Gans(Frankfurt) übernahmen.
h. Hochstadt⸗Döringheim, 6. Jan. Auf der hiesigen Station entgleisten heute nachmittag mehrere Wagen des Personenzuges 320 von Frankfurt a. M.⸗Ost nach Hanau. Drei Wagen schlugen sofort um, vier andere blieben in den Gleisen hängen. Von den etwa 25 Insassen der umgeworfenen Wagen wurde eine Frau zu Tode gedrückt, eine andere schwer am Leibe und an der Brust gequetscht. Etwa 10 Personen erlitten mehr oder minder 8 Hautabschürfungen. Von Frankfurt traf nach kurzer Zeit ein Hilfszug mit Sanitäts- und Arbeitspersonal ein. Wie das Unglück entstand, konnte noch nicht festgestellt werden.
Der mischtes. „Die dhun uns nischt mehr!“ Es ist gewissermaßen eine Bilanz per Ultimo 1914, die das Oberkommando zieht, wenn es als eins der Hauptresultate der fünf Kriegsmonate die Höhe der in Deutschland internierten Kriegsgefangenen angibt. Die stattliche Zahl von beinahe 600 000 Mann hat allgemein imponiert, und wird, wenn sie zur Kenntnis unserer Feinde dringen sollte, was allerdings deren Regierung möglichst verhindern wird, dort einen nicht geringen Schrecken verursachen. Bedenkt man, daß im Kriegsjahr 1870/71 im ganzen rund 375000 Gefangene gemacht worden sind, und daß in dieser Zahl die Besatzung zweier großer Festungen, Metz und Sedan, mit enormen Summen enthalten sind, so steigt die Bewunderung für die bisherigen Resultate des jetzigen Feldzuges noch bedeutend. Es sind ja hauptsächlich Gefangene, die in offener Feldschlacht gemacht sind, Kombattanten, die, wenn sie nicht gefangen worden wären, uns weiter dauernd als Kämpfer gegenüberstehen würden. Uebrigens hat das Interesse für die Gefangenenlager bei uns, das zunächst sehr lebhaft war, bedeutend nachgelassen. Ebenso war es 1870. Die ersten Gefangenen er⸗ regten nicht bloß in Berlin, sondern überall, wo sie hinkamen, die größte Sensation, und das Publikum drängte sich, sie zu sehen, und leider auch, ihnen Freundlichkeiten zu erweisen. Stettenheim, der Veteran der jetzigen Schriftsteller, erzählt über den ersten Ge⸗ fangenentransport, den er sah, in seinen heiteren Erinnerungen: „An einem schönen Augusttage war die Ankunft der ersten ge⸗ fangenen Turkos und Zuaven gemeldet worden. Die merkwürdigen fremden Soldaten, über welche immer viel Fabelhaftes verbreitet worden war, und denen eine Hauptrolle in dem sich abspielenden Kriegsdrama IN schien, interessierten die Berliner auf das lebhafteste, und in hellen Haufen strömten die Neugierigen nach dem Askanischen Platz, auf dem damals noch die Schienen der Verbindungsbahn lagen. Ich hatte eine Droschke genommen, die mich an die Ecke der Anhaltischen Straße brachte, an welcher der Zug vorüberfahren mußte. In offenen Güterwagen saßen und landen, bewacht von preußischen Soldaten, deren Wassen und Helme bekränzt waren, die armen Gefangenen in ihren bunten,
fast theatralischen Kostümen, weniger betrübt, als man erwartet 9
hatte, in die staunende Menge blickend, welcher sie aber gar nicht imponierten, so martialisch die mit dem roten Fes bedeckten Köpfe aussehen mochten. Mein Droschkenkutscher zeichnete diesen Ein⸗ druck durch fünf kurze Worte, indem er sich zu mir umdrehte und sagte:„Die dhun uns nischt mehr!“ Auch die über eine halbe Million Gefangenen, die jetzt in unsexen Händen sich befinden, gtun uns nichts mehr“. Daß diese Schwächung der feindlichen Mächte durch Gefangennahme großer Abteilungen immer erheb⸗ licher werden möge, ist einer unser berechtigsten Wünsche. ——4ä1. q U!—ͤ—
2 märtte.
(In einem Teil der Auflage wiederholt.)
le. Frankfurt a. M. Schweinemarktberie vom 6. Jan Ausgetrieben waren 2,30 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Lebendgewicht 66.00 67.5 Mk., Schlachtgewicht 4.00-. k., vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 5.00 66.5 Mk., Schlachtgewicht 82.00— 5. 0 Mk.; vollfleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 67.00-68.00 Mk., Schlachtgewicht 34.0086 Mk., vollfleischige Schweine von 120 bis 150 Lebendgewicht 67.00— 68.00 Mk., Schlachtgewicht 48(00 Geschaft langsam.
le. Frankfurt a. M., 6. Jan.(Orig.⸗Telear. des„Gieh. Anz.“) Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen(hiesiger) Mk. 27,5 00 00, Kurhessischer Mk. 27.65 00.00, Wetterauer Mk. 00.00 00, Roggen(biesiger) Mk. 23.65 00.00, Gerste(Wetterauer) Mt. 20.50 00.00, Gerste, Franken, Pfälzer, Ried
Mk. 00.00— 00.00, Hafer Mk. 22.30 00.00, Mats Mk. 00.00 bis mk. 00.00. Weizenmehl 0 Mk. 43 44.50, Roggenmehl 0 Mk. 35.50— 8, Weizenkleie Mk. 15.00 00.00, Roggenkleie Mt. 15,— (ohne Sack). Blertreber Mk. 20— 20.60, Tie Preise verstehen sich ab Station zuzüglich der gesetzlich zulässigen Provision.
e. Frautsurt a. M., 6.—(Orig.⸗Teleqr. des„Gießener Anzeigers“) Kartofselmarkt. Man notierte: Kartoffeln in Waggons Mk. 7,00- 8,00, im Kleinhandel Mk. 8,00— 9,00 zür je 100 xg.
——
Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. „Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 8. Januar 1915: Trüb und rennerisch, mild, südwestliche Winde.
Letzte Nachrichten.
Kriegsbilder für den Kaiser.
Berlin, 6. Jan. Der Kaiser hat den Wunsch ausge sprochen, sich davon zu überzeugen, welche Resultate die seit einiger Zeit zugelassenen offiziellen Kriegsphotographen auf verschiedenen Kriegsschauplätzen bisher erzielt haben. Die Presse⸗ abteilung des Stellvertretenden Generalstabs hat infolgedessen ein Album der besten Kriegsaufnahmen zusammenstellen lassen, das dem Kaiser in diesen Tagen vorgelegt wird.
Der Austausch der Kriegsgefangenen. Genf, 7. Jan. Seit dem Deveschenwechsel des Deutschen Kaisers mit dem Papst liefen bei der hiesigen ngenen⸗ agentur Hunderte dankerfüllter Zuschriften beteiligter Familien ein, welche die Verwaltung der Genfer Zentrale bitten, alles zu tun, um ihre in Frage kommenden Angehörigen bald frei zu bekommen.— Die„Temps“-Meldung von dem Entweichen zahl⸗ reicher Kriegsgefangener aus deutschen Lagern entstammt einer bekannten Lügenfabrik.— Joffre hat dem von ihm auffallend bevorzugten General Puz das Kommando über die bei Thann und Steinbach operierenden Truppen übergeben. Das neutrale Italien.
Mailand, 7. Jan. Der Aufruf an die Bepölke⸗ rung, den das vor kurzem in Mailand von einigen radikalen und irredentistischen Deputierten gegründete lombaxdische Komitee für ein Eingreifen Italiens in den Konflikt er⸗ lassen hatte, ist von dem Präfekten beschlagnahmt worden.
Ueber 1¼ Millionen russischer Verluste.
Genf, 7, Jan. Der Pariser„Matin“ gibt die Zahl der russischen Verluste an Toten und Verwundeten auf 1 650 000 Mann bis zum 22. Dezember an.
Rußlands Kriegskosten.
Wien, 7. Jan. In den ersten 10 Kriegswochen hat nach amtlichen russischen Angaben die rxussische Staats schuld eine Steigerung von 1785 Millionen Rubel erfahren. Außerdem wurde in dieser Frist Papiergeld im Betrage von 1252 Mill. Rubel ausgegeben. Die Kriegskosten beliefen sich bis zum 13. No⸗ vember 45 1785 Mill. Rubel. Täglich kostete der Krieg(vor dem Eintritt des Kriegszustandes mit der Türkei) an 14 Mill. Rubel. Der Anleihebedarf Rußlands wird unter diesen Umständen als ganz kolossal geschildert. Professor Bilimowitsch verweist im Kijewljanin darauf, daß das kapitalarme Rußland außer stande sei, solche Riesensummen aufzutreiben.
Die russischen„Siege“ im Kaukasus.
Amsterdam, 7. Jan. Nach einer Meldung des Reuter⸗ schen Bureaus aus Paris hat zwischen dem Großfürsten Nikolai und dem General Joffre anläßlich der russi⸗ schen Siege(7!) im Kaukasus ein Te statt⸗ gefunden. Das Telegramm Joffres schließt mit den Wor⸗ ten: Die Heere der Verbündeten werden durch ihre be⸗ harrlichen und ununterbrochenen Operationen auf allen Kriegsschauplätzen den endgültigen Sieg davontragen.
Vernichtung eines russischen Torpedobootes? Berlin, 7. Jan. Wie der Berl.„Morgenpost“ ein Tele⸗ gramm ihres Korrespondenten meldet, verlautet in Lonstanti⸗
nopel, daß bei den Kämpfen im Schwarzen Meer ein
russisches Torpedoboot in den Grund gebohrt wor⸗
den ist. Russische Patrioten.
i. Köln, 7. Jan. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Sofia: Auf Ansuchen des französischen Ministerpräsidenten haben die beiden sozialistischen Minister Frankreichs sich an die Führer der russischen sozialistischen Partei in der Reichs⸗ duma gewandt mit der Bitte, während des Krieges die Be⸗ kämpfung der Regierung des Zaren einzustellen. Die Antwort der russischen Sozialisten scheint nicht zustimmend gewesen zu sein, wenigstens verlautet in der Presse nichts dar⸗ über.— In Odessa ist die Beleuchtung der Häuser ver⸗ boten worden, da man befürchtet, daß Spione sie für ihre Zwecke benutzen können.
Die Gesamtverluste der Franzosen.
Berlin, 7. Jan. Nach einer Brüsseler Mitteilung der„Kreuzzeitung“ wird in amtlichen französischen Kreisen der französssche Gesamtverlust vom 4. August bis 20. Dezem⸗ ber auf nahezu eine Million Toter, Verwun“ deter und Gefangener angegeben, darunter 20000
Offiziere. Französische Justiz..
(WTB.) Berlin, 7. Jan.(Nichtamtlich) Unter der Ueberschrift:„Ein neuer Völkerrechtsbruch der Franzosen“ teilt der Berliner„Lok. Anz.“ mit, daß eine deutsche Offizierskavalleriepatrouille im September mit einem Auftrag gegen Fonteinebleau 80 Kilometer vor die Front vorgetrieben wurde. Als sie nach Vollziehung ihres Auftrages zurückwollte, sah sie sich 47— der fran⸗ zösischen Armee. In ständigen Zusammenstößen mit dem Feinde verlor sie die gesamten Pferde. Drei Wochen lang marschierte sie zu Fuß, um unsere Truppen zu erreichen, und sah sich schließlich gezwungen, sich zu er⸗ eben. Nunmehr wurde sie vor ein Kriegsgericht gestellt wegen Zerstörung seindlicher Hindernisse und Plün⸗ derung, deren man sie ohne weiteres anklagte. Sie wurde zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt.— Der Lokalanzeiger hegt das sichere Vertrauen, daß die deut⸗ sche Regierung in diesem Falle mit genau derselben Energie eingreifen werde, wie sie anläßlich der Ver⸗ urteilung deutscher Sanitätsoffiziere und Mannschaften an den Tag gelegt wurde.
Schweizer Kaufleute gegen England.
Bern, 7. Jan. Infolge der Hindernisse, melche En land dem Handel zwischen Amerika und der Schweiz in den Weg legt, ist es den schweizerischen Kaufleuten unmög⸗ lich, in Amerika Getreide für die Schweiz zu kaufen. Eng⸗ land verhindert die Verfrachtung nach den italienischen Häfen oder die Verfrachtung von diesen nach der Schweiz. Der Nationalrat Dr. Frey, der Vizepräsident des Schweizer Handels und Industrievereins Zürich, hat sich im— des Bundesrats nach Rom begeben, um die Freigabe der für die Schweiz bestimmten Güter zu ver⸗ anlassen, die in dem Hafen von Genua zurückgehalten werden. Es handelt sich um etwa 4000 Waggons.
Verantwortlich für EN u.„Vermischtes 2


