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Stadttheater. Am Freitag den 15. d. M. findet ein Ba terländischer Vortragsabend in Scherz und Ernst * 1 sor Marcell Salzer statt. Der Name des ersten 8 deutschen Vortragskünstlers allein schon dürfte genügen, das Thea⸗ ter zu füllen. Es gelten für diesen Abend gewöhnliche Preise, die ja dieses Jahr ermäßigt sind, und es werden jeder Zeit Vor⸗ ellungen im Theaterburegu angenommen.
„ Wintersport. der Schillub Sauerland meldet aus Winterberg Neuschnee, minus 2 Grad Celstus, aus⸗ gezeichnete Schi- und gute Rodelbahn.
Der Verein evangelischer Organisten und Chordirigenten im Großherzogtum Hessen hielt an Stelle der wegen des Krieges ausgefallenen Jahresversamm⸗ lung) amt 29. Dezember eine Vorstandssitzung zu Frank furt a. M. ab, in welcher die Berichte über das verflossene Vereins⸗ jahr erstattet und über eine Reihe von Standes⸗ und Vereins“ fragen beraten wurde. Aus dem Jahresbericht des Vorsitzen⸗ den(Müller⸗Darmstadt) ist zu erwähnen, daß die auf der vor⸗ jährigen Hauptversammlung gestellten Anträge(Bibliothek, Rinck⸗ Stiftung, Musikunterricht an den Seminaxien, Erinnerungsblätter für Chorschulen, kirchenmusikalische Konferenzen) vom Vorftand weiter behandelt, z. T. aber wegen des Krieges nicht gänzlich er⸗ ledigt und darum zurückgestellt worden sind. Die Leitsätze der Referate vom 1. Preußischen Kirchenmusikertage in Berlin(Ostern 1914) und die„Entschließung“ des 25. Deutschen Evangel. Kirchen⸗ gesangvereinstages zu Essen(5. Mai 1914) wurden einer Be⸗ prechung unterzogen. Die Denkschrift über die letztgenannte Tagung wird den Mitgliedern empfohlen, desgleichen die Präludiensamm⸗ lung von Lubrich.— 7 Mitglieder sind dem Verein beigetreten, 2 Austritte sind erfolgt, 1 Kollege ist auf dem Felde der Ehre ge⸗ fallen— Die von Runk⸗Okarben gestellte und von 2 Vorstands⸗ mitgliedern geprüfte Rechnung schließt trotz rückständiger Beiträge mit einem Ueberschuß ab. Für 1915 foll kein Beitrag erhoben wer⸗ den. Die bereits vorbezahlten Beiträge werden für 1916 über⸗ schrieben.— Die nächste Hauptversammlung wird nach dem (hoffentlich bald siegreich beendeten) Kriege in Frankfurt a. M. abgehalten werden.
* Der Eisenbahn verkehr in Gießen 1913. Nach dem von den Handelskammern, der Landwirtschafts⸗ kammer und der Handwerkskammer herausgegebenen wirt⸗ schaftlich statistischen Jahrbuch für das Großherzogtum Hessen und das Jahr 1913, welches soeben erschienen ist, stellt sich der Verkehr auf der Station Gießen wie folgt:
wurden 1040 286 Stück Fahrkarten(gegen 1.021 141 Stück im Vorjahre). Der Güterverkehr nach Ton⸗ nen berechnet betrug: Stückgut, Empfang 20 257(24 588), Versand 30 316(25518), Wagenladungen, Empfang 212615 (198 329), Versand 295 622(273 802), Viehverkehr, Großvieh, Empfang 244 741 Stück(10019), Versand 25043 Stück(9872), Kleinvieh, Empfang 25390 Stück(19 131), Versand 14522
8 aus Vilseck
Bapern) die zweite Lehrerstelle an der baden die Internierten in der biesigen Unteroiftzierschule. Soweit zu Ober⸗ nach, Kreis Heppenheim. mau—— kaun, scheinen sie sich recht wohl zu fühlen. Ihre
ständige Frage ist immer wieder:„Gibt es bald Frieden?“ Die Zigarette scheinen sie allerdings sehr zu vermissen. Vorgestern zeigte unserem Gewährsmanne ein Gefangener das sauber gearbeitete Modell einer Flugmaschine. Mit einem verschmitzten Lächeln zeigte der Franzose auf die sehwarzen Kreuze auf der Unterseite der Flügel. Die Zahl der Gefangenen beläuft sich gegenwärtig auf 6 Tausend. Es sind nur Franzosen und Farbige 5 Hessen⸗Nassau.
? Rodheim a. d. Bieber, 4. Jan. Die hiesige Jugend- wehr legte am Sonntag nachmittag einen Uebungsmarsch von 25 Kilometer zurück. Ausgerüstet mit Holzaewehren, ging es durch die Ortschaften hinter dem Dünsberg. Zwischen Erda-Hohensolms sand ein Gesecht statt gegen einen am Schloßberg aufgestellten markierten Feind Das hestige Gewehrfseuer lockte bald viele Neu- gierige an. Unserer Wehr gehören insgesamt 5 Jungmannschasten an, sie bilden mit Bieber, Fellingshausen, Königsberg die Kompagnie im Biebertal. 7
* Krumbach, 4. Jan. Ueberaus groß sind die Kriegs- verluste für unsere 450 Bewohner zählende Gemeinde. Zehn brave Krieger sind in den Kämpfen gesallen, darunter ein Brüderpaar.
h. Usingen, 4. Jan. Durch öffentliche Bekanntmachung for⸗ dert das Landratsamt die Kreisinsassen, soweit sie im Besitze von Hafer sind, zur raschen Lieferung von 5000 Zentnern Hafer auf. Falls nicht genügend freiwillige Zeichnungen erfolgen, wird der angeforderte Haferbedarf im Enteignungsverfahren gedeckt. Heute fand unter dem Vorsitze des Landrats hierfelbst eine Ver⸗ sammlung aller Bürgermeister des Kreises statt, die sich mit der Durchführung der Angelegenheit beschäftigte. Den Lieferanten wird an der Verladestation der gesetzlich zulässige Höchstpreis bezahlt.
Handel. Von der Reichsbank.
(WTB.) Berlin, 4. Jan.(Nichtamtlich.) Der letzte Bank⸗ ausweis von 1914 kann in seinem Gesamtbild als befriedigend be⸗ zeichnet werden. Der Goldzuwachs von 17,3 Millionen ist zwar geringer als in den Vorwochen, doch ist hierbei zu berücksichtigen, daß die letzte Bankwoche drei Feiertage hatte. Auch in der Bewegung an den Darlehens kassen waren die Einwirkungen des Jahresendes zu erkennen. Von den Darlehenskassen wurden 168 Millionen mehr ausgeliehen. Der Bestand der Reichsbank an Darlehenskassenschei⸗ nen betrug 871 Millionen Mark, gegen 749 Millionen Mark am 23. Dezember In den Verkehr wurden weitere 46 Millionen Mk. übergeführt. Zieht man die vermehrten Zahlungsbedürfnisse für die Truppen in Betracht, so zeigt der reguläre Zahlungsverkehr kein wesentlich vom Vorjahre abweichendes Bild. Bei der Vergleichung des Zuwachses der Anlage mit dem Vorjahre ergibt sich, daß die Steigerung 1914 um fast eine halbe Milliarde geringer als 1913 ist. Die bankmäßige Deckung erhöhte sich um 280,9 Millionen gegenüber 509 Millionen, was erheblich auf die Anforderungen des Reiches zurückzuführen ist, während die Wechseldiskontierungen im Gegensatz zum Vorjahr unwesentlich sind. Hierin spiegelt sich
Stück(761) Abgefertigt wurden für Empfang und Versand die Tatsache wider, daß die Banken, da das Publikum nur in ge⸗
637 463 Frachtbriefe(615 419). Die Einnahme aus dem
ringem Umfange Kapitalanlagen vornimmt, über reiche flüssige
Personen- und Gepäckverkehr betrug 1390 756 Mk.(1394 299), Mittel verfügen. Die geringe Inanspruchnahme des Wechsel kontos aus dem Güter⸗ und Viehverkehr 2015 943 Mk.(1 885 706). ist auch auf den fehlenden Ultimobedarf der Börse und der Speku⸗ Die Zahlen zeigen, daß sich der Eisenbahnverkehr in unserer lation zurückzuführen. Die Abnahme der fremden Gelder darf im letzten Jahre mertlich gehoben hat, was einen wesentlich auf den großen Bedarf des Reiches und der öffentlichen eulichen Schluß auf den Aufschwung des wirtschaftlichen Kassen zum Jahresschluß zurückgeführt werden Trotzdem ist die
. ens gestattet. vor
Gesamtsumme noch nahezu um eine Milliarde höher als 1913. Der Notenumlauf ist der hüchste, den die Bank bisher zu verzeichnen
Die Sirenen der Feuerwehr werden morgen 1 f i 7 uhr grobe weise befätigt werden. Js—.— doch steht diesem ein Rekordgoldbestand gegenüber. Der Gold⸗
liegt kein Grund zur Beunruhigung vor. zent Ende 1913 und 30,8 Prozent Ende 1912.
and deckt jetzt 41,5 Prozent des Notenumlaufs gegen 45,1 Pro⸗ Die a
Oeffentliche Bücherhalle. Im Dezember wurden Notendeckung durch den Barvorrat beträgt 59,5 ozent gegen 1860 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende 57,6— 1913. 8 12 1 —
Literatur 996, Zeitschristen 252, Jugendschriften 167, Literatur-
geschichte 16, Länder- und Völkerkunde 46, Kulturgeschichte 19, Geschichte und Biographien 99, Kunstgeschichte 12, Naturwissenschast
. Märkte. Gießen, 5. Jan. Marktbericht. Auf den heutigen
und Technologie 75, Heer⸗ und Seewesen 22, Haus⸗ und Land⸗ Wochenmarkte kostete: Butter das Pfund 1,10—1,20 Mk.; Hühner⸗
wirtschast 5, Gesundheitslehre 13, Religion und Philosophie 37, Staats wissenschaft 24, Sprachwissenschaft 6, Fremdsprachliches 26 Bände. Nach auswärts kamen 53 Bände.
eier 1 Stück 13—14 Pfa., 2 Stück 00 Pig.: Enteneier 1 St. 0 Pfg. 2 St. 00 Pig.: Gänseeier 1 St. 0-0 Pia. 2 St. 00 Pfg.: Käse das Stück 7—8 Pfg., Käsematte 2 Stück 6—0 Pfg.: Tauben das
Rege Nachfrage nach 2 und Eschenbäu⸗ Paar 1,00—1,40 Mt., Hühner das Stück 1.00—2,50 Mk., Hahnen
men. Der außerordentlich an Gewehrschäften äußert sich gegenwürtig in der vermehrten Fällung von Nußbäumen. In allen Gebieten, wo noch reiche Nußbaumbestände vorhanden sind,
das Stück 1.00— 2,50 Mk., Enten das Stück 2,50—3,00 Mk., Gänfe das Pid. 65—75 Pfg. Welsche 4—5 Mk.: Ochsenfleisch das fd. 86—96 P'g., Rindfleisch das Pfund 90—94 Pfa., Kuhfleisch 8—90 Pfg., Schweine⸗
Ai, Marg miz dem nmuf gesmdef Stämme beschättig. Imiolge fieisch das Peund 40.20.96 Pig, Kalbsteisch das Bid. 80 g- Vlg.
der starken Nachfrage werden von den Händlern und Gewehr⸗
Hammelfleisch das Pfund 70—90 Pfg.; Kartoffeln 100 Kilo
fabriken hohe Preise, wie man sie bisher nicht kannte, bezahlt. 700— Mk., Weißkraut das Stück 10—20 Pig. Zwiebeln der Ztr
Auch den Eschenstämmen wendet sich neuerdings die Aufmerksam⸗
12,00—15,00 Mr.“ Milch das Liter 22 Pfg.: Aepfel der Zentner 15—20 Mk.; Birnen das Pfund 12—15 Pig, Nüsse 100 Stück
leit der einschlä igen Industrie zu. Auf behördliche Anordnung müssen jetzt Le een wen verschiedener hessischer Kreise 40— 0 Pia.— Marktzeit von 8 bis 2 uhr.
binnen einer Woche fe wieviel gesunde Efchenstämme sich in
de Frankfurt a. M.,.f Jan. Heu- und Strohmarkt.
oder privatem Besitz befinden und ob dieselben ab⸗ Man nolierte Heu„ 04,00 Mik. Stroh(gornlangstrohn 0.00 bis
gegeben werden können.— So gern man sich im vaterländischen Interesse mit der Fällung der schoͤnen Bäume einverstanden erklärt,
„00 Mk., Wtrrstroh 0,00—0,00 Mark. Alles je 50 Kilo. Ge⸗
235. 5 8 schäst gut. Die Zufuhren waren aus dem Obertaunuskreis und 1. 1 Falle i aus den Kreisen Hanau und Dieburg.
mit allem Nachdruck ihren Einfluß geltend machen.
Landkreis Gießen.
. Großen⸗Linden, 5. Jan. Die Eheleute Johannes i Keßler IX. und Frau, Luise, geb. Wagner, begehen heute das 7 Fest ihrer Silbernen Hochzeit. 2* Allendorf g. d. da., 3. Jan. Auf Veranlassung des heewerbevereins hielt Reallehrer Kahl aus Darmstadt hier im 5 Gasthaus zum Bahnhof einen Vortrag über den Welt⸗ 5. Der gewandte Redner legte in klaren, fünsviertelstlindigen
s führungen er für Denutschland hat, welche Aufgaben er den Daheimgebliebenen stellt und zu welchen Tugenden er uns bereits ermuntert hat und weiter oll. Den Dank für den mit großem Beifall auf-
genommenen Vortrag sprach Dr. Kunz aus; er ermahnte noch-] Witwe,
mals zu echt deutscher Gesinnung, richtete beherzigenswerte Worte
Standes amts nachrichten.
Butzbach. Aufgebote: Dez 31. Arthur Erwin Wolf, genannt Grey, Lederzuschneider, mit Pankans, beide in Köln⸗Nippes. Geborene: Dez. 5. Dem Bremser Karl Jäger ein So Hermann Heinrich— 13. Dem Finansamtsgehilfen iedr. ristian Rühl eine Tochter, Anna, Johanna, Wil⸗
Wilbein Christ helmine.— 15. Dem Unterzahlmeister Willy Thiele ein Sohn, dar, wie der Krieg entstanden ist, welche Bedeutung] Karl Franz Siegfried Ruprecht.— 17. Dem Postsekretär Joh.
L. eine Tochter, Else Luise Gerichtsassessor Eduard Hainer ein Sohn, Ruprecht. Sterbefälle: Dez 25. Anna Elisabethe Kunz, geb. Fey,
5 alt. Im Felde gefallen: Okt. 8. Unteroffizier und Kauf⸗
. die vollzählig anwesende Jugendwehr und brachte ein be⸗] mann Ferdinand Friedrich Müller, geboren am 17. Januar 1882 3 5 und Großherzog aus, worauf die Ger-. Nördlingen in Bauern, wohnhaft in Butzbach, im Lazarett 1 in
sammelten stehend„Deutschland, Deutschland über alles“ sangen. Lich, 5. Jan. Ein Gradmesser des wirtschaftlichen Le⸗ bens ist die deutsche Sparkassenstatistik, die sich in die⸗ . Jahre besonders interessant gestalten dürfte. Ein recht be⸗ iedi Bild ergeben in diefer Beziehung die Verhältnisse aäͤines kleinen Wirtschaftsgebiets, des 2700 Einwohner zühlenden
Sedan Frankreich gestorben.— 23. Sergeant Karl Baum⸗
e in gestorben.— 25. Wehrmann und Heinrich Wahl geboren am 11. Juni 1884 zu Kirtorf, i Alsfeld, wohnhaft in Butzbach, infolge eines Schusses zu Le
Dez. 3. Musketier und
Sete in Neantterg ebene. Fig Nen g. Le-
Quesne in Frankreich gestorben.— . Landstädtchens Lich. Die mit der dortigen Spar⸗ und Kredit⸗JSckneider Wilhelm Heinrich Ernst Ebert, geboren am 10.—
0 lschaft verbundene Pfennigsparkasse erhebt sonn⸗ 171 Beträge von 10 Pfg. an ürts, wird also. haupt n* stlich schwächeren Sparern benutzt. Die Ein⸗ aalso durchschnittlich pro ntag 363 Mk. Im Jahre 1914
bewegten sich die Einlagen in den ersten sieben Monaten in ahnlichem Rahmen; betrugen doch die durchschnittlichen Sonn⸗
r der wirtschaftlichen Kraft die⸗
. ne vei Lich, 4. Jan. Hans Ahlheim, cand. theol, Krieasfreiwilliger-Unteroffizier im Res.-Inf.⸗Regt. Nr. 222, I. Komp. von hier, hat das Eiserne Kreuz erhalten.
N
1894 zu Butzbach, in dem Gefecht bei Sluntkowice, Rußl. gefallen.
Eingesandt.
Garn eng bin Mage den Juttbn n. t, hben iber
übernimmt die aktion dem Publikum gegenüber Verantwortung.)
Ueble Nachreden.
Immer wieder kann man noch abfällige Bemerkungen über unsere jungen und jünasten Soldaten hören, obschon sich diese allenthalben als deutsche Krieger bewährt haben. Es kommt einem vor, als ob man mit Scheelsucht auf die tapferen Jungen herabsieht und ihnen die Erfolge nicht gönnt. El enjo ist es unerhört, daß man sich in abfälliger Weise über diejenigen ausspricht, die nicht
hals verwundet, sondern als krank oder mit einem Fehler behaftet
in die Heimat und Spitäler zurückkommen. Der Krieg mit semen Strapazen macht, das ist eine alte Erfahrung, vor allen Dingen viele herzleidend und fußkrank. Die Herzueurosen treten viel- sach auf und machen die Betressenden dienstuntauglich. Auf Anordnung des Arztes, der ganz sicher keinen einzigen Sol- daten ahne zwingenden Grund aus der Front urls werden diese Bedauernswerten zu ihrem eigenen größten
Leidwesen entweder zur Bagage abkommandiert oder als krank
dem Lazarett überwiesen. Ueber sie zu spotten, ist eine gerade so große Schändlichkeit als wenn man dich über den langen Aufent- galt sol ber in der Heimat aufhält, die nur ganz leicht verwundet sind und denen anscheinend nichts mehr fehlt. Maßgebend ist allein der Arzt, der die Leute untersucht und ihren Zustand be ⸗
Revolutionäre Bewegung unter der Schwarze⸗Meer⸗Flotte.
urteilen kann. Man bedenke, daß man mit üblen Nachreden nicht nur die Soldaten und ihre Angehörigen, sondern auch sein gauzes Vaterland aufs schwerste beleidigt. Ein Arzt,
Briefkasten der Redaktion.
(Au ounme Aufragen bleiben unberüasichtigt.) Sewerbe-Ausnellungs⸗Lotterie. Aufragen nach dem Erfolg ein⸗ zelner Lose können wir unmöglich beantworten, weil diese Arbeit ins Userlose führen würde. Die Ziehungslisten sind bei der Firma 4 R. Buchacker, ießen, Neuen Bäue 11, zu haben. 8
Meteorosogssche Beobachtungen der Station Gießen.
Jan. 28.8 33 2— 282 5 1 „ i eee ne 3 82 5 65 5 8 825 f
1 1 44% 27, 46 50 78 xv 2 10 3 4 8% 28j6 40 4 81 S8 W 2 10 1 5.% 31/86 34 5,1 86 WNW 2 10 4 7 1 l
5 Höchste Temperatur am 3. bis 4. Januar 1915— 5, 1
20. 8 Niedrigste 4 8„ M Niederschlag: 0,2 mm. —
Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 6. Januar 1915: Meist bedeckt, Niederschläge in Schauern, Sinken der Temperatur,
LTegfe Nachrichten.
Das Brot des Kaisers.
Berlin, 5. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Wie wir von unter⸗ richteter Seite erfahren, werden auf Befehl des Kaisers für den Kaiser selbst und seine Umgebung im Großen Hauptquartier die Anordnungen der Behörden für die Mischung des Mehls mit Kartoffelzusag zur Bereitung von Grau- und Schwarzbrot streng befolgt. Dieses sogenannte K⸗Brot wird mit fünf Prozent Kar⸗ toffelflocsen und zehn Prozent Kartoffelmehl, also zusammen 150 Zusatz, hergestellt und erfreut sich allgemeiner Beliebtheit.
Frankreichs Finanzen.
Paris, 5. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Die Regierung hat die Ausgabe von Obligationen im Betrage vonzwei Milliarden Franks vorgenommen. Bisher wurden 1500 Millionen gezeichnet.
Friedensbestrebungen in Paris. 1
i. Köln, 5. Jan. Die Köln. Ztg. meldet aus Genf: Von einer Flugschrift, mit der augenblicklich in Paris für den Frieden Propaganda gemacht wird, weiß das„Echo de Paris“ folgendes zu berichten: Die Flugschrift ist eine Infamie und geht zweifellos auf deutsche Urheber zurück. Sie wird nachts in die Wohnungen und Häuser eingeschmuggelt. Sie beginnt Man täuscht uns, und die, die den Krieg herbeigeführt haben, sind Rußland, England, die katholische Partei und die französische Regierung. Sie schließt: Frauen, ruft alle: Es lebe der Friede! Die Polizei hat Maßnahmen getroffen, um eine weitere Verbrei⸗ tung des Flugblattes zu verhindern.
Ein Aufruf an die Bevölkerung von Lodz.
Krakau, 5. Jan. Der„Kurjer Lwows ki“ bringt einen Aufruf des deutschen Oberkommandos an die Bevölkerung von Lodz, der folgenden Inhalt hat: 7
Die russischen Truppen haben Lodz verlassen, die Stadt ist in deutschen Händen. Der Stadtkommandant sichert der Be⸗ völkerung eine milde und gute Behandlung zu, doch unter der Bedingung, daß kein bewaffneter Aufstand in der Stadt Platz —. Die Bewohner werden aufgefordert, unverweilt alle ver⸗
en Soldaten, seien sie in Uniform oder in Zivil, auszu⸗ liefern, ferner dem deutschen Kommando alle Waffen und Aus⸗ 5 rüstungsgegenstände auszufolgen. 9
Eine Königszusammenkunft auf dem Balkan.
Pest, 5. Jan. Es bestätigt sich, daß in den nächsten Tagen eine Zusammenkunft des Königs von Rumänien mit dem Zaren von Bulgarien auf rumänischem Gebiete stattfinden wird. Die diplomatischen Verhandlungen sind so gun wie abgeschlossen. Beide Herrscher werden von ihren Außen⸗ ministern begleitet sein. n
3. 1
Wien, 5. Jan. Wie aus Odessa gemeldet wird, macht sich unter den Matrosen der Schwarze⸗Meer⸗Flotte eine revo lutionäre Bewegung bemerkbar. 57 Matrosen wurden zu längeren Kerkerstrafen verurteilt. Aus dieser Gärung erklärt sich auch die Untätigkeit der Schwarze⸗Meer⸗Flotte.
Serbische Kriegszufuhr abgeschnitten.
Konstantinopel, 5. Jan. Die griechische Regie⸗ rung verweigerte, wie hierher gemeldet wird, die Landung vnn 22 Geschützen und 30 Maschinengewehren, die für Serbien be⸗ stimmt waren. a a
Der Eindruck der amerikanischen Note in England. 9
i. Köln, 5. Jan. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der hol⸗ ländischen Grenze: Eine Londoner Meldung des„Nieuwe Rotter⸗ 5 damsche Courant“ aus London besagt, daß die amerikanische Note betreffend die Kriegskonterbande in England einen stär⸗ keren Eindruck hervorgerufen habe als irgend ein Ereignis seit dem Falle Antwerpens. Man gibt der Vermutung Ausdruck, daß die Deutschen hinter der Note steckten. K 5
Der Belagerungszustand in der Kapkolonie.
Amsterdam, 5. Nach einer vom Zensor zugelasse⸗ nen Privatnachricht aus London des Telegraaf aus Kapstadt haben in Durban und Port Elisabeth die Behörden infolge von Un⸗ ruhen der farbigen Arbeiterbevölkerung den Be⸗ lagerungszustand 3 Um eine gesetzliche Gleichmäßig⸗ keit zu schaffen, darauf die Regierung den Belagerungszustand iber die ganze olonie bis zum 1. verhängt.
Anton von Werner f.
Berlin, 5. Jan. Prof. Anton von Werner ist gestern abend in seinem Berliner Heim im Alter von 72 Jah⸗ r g ö
Nicht nur die Künstlerschaft hat in dem Heimg genen einen
Besten zu beklagen, sandern das ganze che Volk wird den Tod eines Mannes schmerzlich empfinden, der wie kein zweiter berufen war, der künstlerische Mittler zwischen ihm und seiner großen Vergangenheit zu sein. Aus Handwerkerkreisen stammend, ist der Künstler zu den höchsten weltlichen Ehren emporgestiegen und nahm nach einem Leben voll Ruhm und Arbeit unbestritten die erste Stelle unter unseren vaterländischen Malern ein. Seit 1875 Direktor der Akademie für bildende Künste in Berlin, ist er in den weitesten Kreisen des deutschen Volkes namentlich bekannt ge⸗ worden durch das berühmte Gemälde der Kaiserproklamation in Versailles. Weitere ins Valk gedrungene Werke des außerordentlich prphuftiven 3 sind die Gemälde: Bismarck auf d 1 nach Tomcherh, Wie Uiabergaße bon Sedan und aiser Wicgelm im Mausoleum zu Charlottenburg. Der Verstorbene war Mitglied zahlreicher in⸗ und auswärtiger Akademien.
Schneesturm im Thüringer Wald. 1
Berlin, 5. Jan. Im Thüringer Wald herrscht seit
nach einer Meldung des„Berl. Tagbl.“ anhaltender Schnee-
o e e gt da mie
ch. Der Ve ist vielfach gestört. Mit Schneepflügen müssen — die Wege wieder hergestellt werden. a
—— Veruutwortli r„Feuilleton“,„Gerichtssaal“ u.„Vermischtes“ an 85 V.: August Goetz.*


