Ausgabe 
(4.1.1915) 2. Erstes Blatt
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saug schu ß ruht, der aus seiner Mitte einen Ver⸗ Spräsidenten wählt, dem die Oberaufsicht über die häftsführung des Verbandes obliegt, und diesen auch nach enhin vertritt. Die laufenden Geschäfte des Verbandes wer⸗ von einem geschäftsführenden Direktor versehen, vom Verbandsausschuß ernannt wird. Dieser Entwurf wurde oris ahr nur vorläufig und zwar auf 1 Jahr gutgeheißen und g vom Verba vorgeschlagen, daß Herr Oekonomie⸗ . n e e 8 Herr Fitting al äftsführender Direktor in Aussicht zu nehmen sei. Diesen 7 2 wurde entsprochen. Wenn vor wenigen Tagen der Verbandstag einen so angeneh⸗ men Verlauf nahm, so ist es nicht zum geringsten Teil der ge⸗ wissenhaften und zielbewußten Arbeit des Verbandspräsidenten, 5 nomierat Walter, zu verdanken, dem ein weitblickender Verbandsausschuß und ein tüchtiger Geschäftsführer zur Seite . n. Auf dem Verbandstag hatte man den erhebenden Ein- druck, daß aufrichtiges Vertrauen zur Leitung des Ver⸗ bandes vorhanden ist. Das ist die schönste Gabe, die dem hess. landw. Genossenschaftswesen zu Weihnachten beschert werden konnte. Ver

trauen gibt Kraft zur ersprießlichen Weiterarbeit. *

Das Großherzogspaar kam heute vormittag in

Begleitung des Generaladjutanten auf der Durchreise don

iel nach Darmstadt über Gießen. Die Herrschaften ahmen im Bahnhofrestaurant das Frühstück ein.

1 ßherzog von Hessen ihre Jahresversammlung ab. Sie war, wie man erwarten mußte, nicht so zahlreich wie ihre 2 gängerinnen in Fra M. und Darmstadt, aber in betracht der peripherischen Lage Gießens und der mißlichen Zen umstände doch recht stattlich besucht. Leider war der 1. Vor⸗ siende Prof. Dr. Berger ⸗Darmstadt durch Krankheit ver⸗ birdert, zu erscheinen, und so übernahm sein Stellvertreter, Dekan Zaubitz⸗ Bensheim, den Vorsitz. Er verlas zunächst 0 Jahresbericht, der nach kurzer Aussprache von der Versammlung angenommen wurde. Die Rechnung weist in Ein; den trag von 1792,90 Mk., in Ausgabe einen solchen von 1609,40 Mk. auf, so daß sig mit einem Kassen⸗ bestand von 183,50 Mk. abschließt. Das Kapitalvermögen. steht als Pfnorrsches Legat bei der städtischen Sparkasse in Darm⸗ adt mit 809,41 Mk, als Stiftungsfonds ber der Darmstädter Volksbank mit 322,84 Mk., so daß es im ganzen 1132,25 Mt. beträgt., Die Rechnung ist von Kreisamtsbureauvorsteher Schner⸗ der in Heppenheim geprüft und richtig befunden worden. Da sie keinerlei Anlaß zu Beanstandungen ergab, wurde sie geneh⸗ migt und Rechner Entlastung erteilt. Durch den einstim⸗ Beschluß der Versammlung, daß die Süddeutschen Blätter a 14 Tage erscheinen sollen, fand ein dahingehender einge⸗ laufener Antrag seine Erledigung. 1 5 Die Vorstandswahl ergab die einstimmige Wiederwahl des bisherigen Vorstandes, darunter für Gießen Lehrer V. Mül⸗ ler und Univ.⸗Professor Dr. Vogt. Für Schulrat Andres⸗ Lauterbach, der aus Gesundheitsrücksichten eine Wiederwahl ab⸗ 0 t Vo

fer das Großherzogtum Hessen hielt am 2. Januar im HotelGro

kfurt a.

hn tte, wird dem Vorstand die Zuwahl überlassen. Mit standswahl war die Tagesordnung der Mitgliederver- lung erledigt. i 2 W Nach kurzer Pause eröffnete daher der Vorsitzende die öffent⸗ liche Versammlung, zu der inzwischen auch Nichtmitglieder Aschienen waren Im Namen der Ortsgruppe Gießen begrüßte Lehrer V Müller die Anwesenden, und hierauf ergriff Univ. Prof. Geheimer Kirchenrat D. Eck das Wort zu seinem Vor⸗ trage überKant und der Krieg.

Er führte einleitend aus, daß es schwierig sei, Kants Stellung zum Krieg genau festzulegen. Seine SchriftZum ewigen Frie⸗ den(1795) und ebenso andere Aeußerungen verurteilen den Krieg überhaupt und lassen in ihm einen Erfahrungsbeweis für das radikale Böse im Menschen erkennen. Ihm stellt er das ideale Ziel eines ewigen Friedens in estalt eines Völkerbundes ent⸗ gegen, in dem Streit der Staaten durch die freie Anerken⸗

in aller eines igen Völkerrechts überwunden wäre. Aber diese Gedanken andere ergänzt werden. Kant läßt die Ent⸗ wicklung menschlicher Kultur von einem Antagonismus, einerun⸗ en ausgehen. Gerade dieser Widerstreit per⸗ nlicher Interessen führt durch ee alente. Sie

nt Ehrsucht, Habsucht, Herrschsucht u einer Weckung und Förderung aller Kräfte und ae ihren ersten Ausgleich in der Bildung des Staats, kehren aber zwischen den Staaten in erneuter Gestalt wieder. Der Krieg führt dann auch hin zu neuer Regelung des Verhältnisses der Staa⸗ ten untereinander Aber das Ziel des Völkerrechts, weil es auf schlechthin freier Anerkennung ruhen müßte, kann aus diesem Ent⸗ gsprozeß allein nicht hervorgehen. Seine Grundlage müßte al sein. Steht nun Kants Moral in bewußtem, absichtlichem . Gegensatz zu der Glückseligkeits⸗ und Nütz⸗ lichkeits-Moral englischer und französischer Moralisten, stellen gewiß die Summe des moralischen Bewußtseins ihrer Völ⸗ r, so ist den europäischen Völkerkreis von den eigenen, setzungen Kants auch das Ziel des ewigen Friedens in Ferne gerückt. Es soll für uns bestehen bleiben, aber in der t, in der Kant selbst allein von ihm geredet hat, als philo⸗ scher Chiliasmus oder als Ideal, das in der Unendlichkeit und das die herbe Pflichterfüllung des Tages nicht hemmen,

eßßt, erübrigt es sich, über den Vortrag und seine Wirkung die Zuhörer noch besondere Worte zu verlieren. Auch die

ung sah von einer Aussprache ab, und der Vorsitzende mit herzlichen Dankes an den Vortragenden und chienenen die anregend und erhebend verlaufene Versamm⸗

Ein neuer Postwagenbrand. Unlängst ist wieder größere Postladung offenbar infolge Selbstentzündung einer ung verbrannt, nämlich auf der Station Altenessen, als it Postpaketen beladener Eisenbahnpostwagen dort rangiert

stentzündung eines solchen Pakets erklärt sich tlich schnelle Umsichgreifen des Feuers; denn mit seinem Inhalt, der etwa 500 Pakete um⸗ gen Minuten bis auf das Untergestell nieder. Pakete stammte aus Sachsen, Hannover und Bakete waren nach Oberhausen(Rheinland), Kurs erich und Holland sowie nach Duisburg, Mül⸗ kurs Duisburg Krefeld bestimmt. Auch Pakete vernichtet worden, wenn auch wohl nicht in Zahl. Amtlicherseits wird erneut vor der Ver⸗ ährlicher Gegenstände durch die Post dringend it. Wer sich darüber hinwegsett und leicht entzündbare e versendet, kann die Allgemeinheit auf das empfind⸗ 1 und dabei auch die Wohltaten zu nichte machen. iebe und Opfersinn unseren Soldaten im Felde zugedacht

n leber die an um 18. 0 3 so uns die staatli bnahmestelle II in rt:Die im Bezirke des 18. Armeekorps gesammelten nachts gaben wurden in einer großen Anzahl gon⸗ igen. i 51 5 r der Abnahmestellen uppen Felde o rechtzeitig zugeführt,

n Weihnachtsfeste jede Formation im Vesize der* ten Sendungen war Es soll hier keine Beschreibung der rbringung gegeben, sondern nur gesagt werden, daß die allerorten die weitgehendste Unterstützung der Militär⸗

n fanden, daß überall die Freude über die reichen Spen⸗ es ermöglicht haben, keinen Soldaten leer ausgehen en, groß war Herzlichster Dank wurde von Offi⸗ mnschaften den Begleitern ausgesprochen. Sie iesen Dank mit vielen Weihnachtsgrüßen der

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* Die Freie Landeskirchliche Vereinigung V

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Heimat zu überbringen. Die staatliche Abnahmestelle II, Hed⸗ derickstraße 59, schließt sich dem Danke der Truppen von gan⸗ zem Herzen an. Eine große Freude war es den Transport⸗ führern, sich durch Augenschein von der ausgezeichneten und hoffnungsfreudigen Stimmung der Trup⸗ pen, sowie davon überzeugen zu können, daß es unseren Leuten an nichts fehlt. Vornehmlich sind im allgemeinen Woll⸗ sachen mit Ausschluß von Strümpfen, die immer begehrt werden in reichlicher Menge vorhanden, dagegen besteht nach wie vor Nachfrage nach Decken, Läufern, Teppichen usw., für Sckützengräben geeignet. Solide Stiefel und Hausschuhe, letztere aber nur mit festen Sohlen, sind ebenfalls begehrt. Lichtspender jeder Art sind erwünscht. Ersatzbatterien für elektrische Taschen⸗ lampen können nicht genug gestiftet werden. Endlich sind er⸗ beten Taschen⸗ und Handtücher, Nahrungsmittel wie Hafer⸗ flocken, Grünkern, gedörrtes Obst, Zwieback und Keks, sowie als Lesestoff Reklamheftchen, die leicht unterzubringen sind. Auch der Wunsch nach Militärgesangbüchern wurde geäußert. Alle solche Gegenstände werden von der Abnahmestelle II, Hedderich⸗ straße 59 am Südbahnhofe, als der einzigen, die von der Kai⸗ serlichen Regierung berufen ist, den Truppen im Felde frei⸗ willige Gaben zuzuführen, gerne entgegengenommen.

. Feldpostbriefe nach dem Feldheer im Ge⸗ wicht über 250 Gr. bis 500 Gr. werden für die Zeit vom 11. bis einschließlich 17. Januar 1915 von neuem zugelassen. Die Gebühr beträgt 20 Pfg. Die Sendungen müssen dauerhaft ver⸗ packt sein. Nur sehr starke Pappkasten, festes Packpapier oder dauerhafte Leinwand sind zu verwenden. Für die Wahl des erpackungsstoffes ist die Natur des Inhalts maßgebend; zer⸗ brechliche Gegenstände sind nach Umhüllung mit Papier oder Lein⸗ wand ausschließlich in starke Schachteln oder Kasten zu verpacken. Die Päckchen, auch die mit Klammerverschluß versehenen, müssen allgemein mit dauerhaftem Bindfaden sest umschnürt werden, bei Sendungen von größerer Ausdehnung in mehrfacher Kreu⸗ zung. Die Aufschriften sind auf die Sendungen nieder⸗ zuschreiben oder unbedingt haltbar auf ihnen zu, befestigen und müssen deutlich und richtig sein. Außer kleinen Bekleidungs- und Gebrauchsgegenständen sind auch Lebens⸗ und Genuß⸗ mittel zulässig, aber nur soweit, als sie sich zur Beförderung mit der Feldpost eignen. Ausgeschlossen süd leicht verderbliche Ware, wie z. B. frisches Obst, frische Wurst; ferner feuergefährliche Gegenstände, wie Patronen, Streichhölzer und Taschenfeuerzeuge mit Benzinfüllung. Päckchen mit Flüssigkeit sind nur zugelassen, wenn die Flüssigkeit in einem starken sicher verschlossenen Be⸗ hälter enthalten und dieser in einem durchlochten Holzblock oder in eine Hülle aus starker Pappe fest verpackt ist, und sämtliche Zwischenräume mit Baumwolle, Sägespänen oder einem schwam⸗ migen Stoffe so angefüllt sind, daß beim Schadhaftwerden des Behälters die Flüssigkeit aufgesaugt wird. Die Postanstalten sind angewiesen, Sendungen, die den vorstehenden Bedingungen nicht entsprechen, unweigerlich zurückzuweisen.

Belgien und die deutsche Post. Vom 1. Januar 1915 ab werden bei den Postanstalten Bestellungen auf das Amtsblatt der Kaiserlich Deutschen Post⸗ und Telegraphen verwaltung in Belgien angenommen. Der Bezugspreis beträgt halbjährlich 2 Mk. Bestellungen für ein volles Kalenderjahr Preis 4 Mk.) sind zulässig. Das Amts⸗ blatt erscheint nach Bedarf.: 4

Stadttheater. Es sei hiermit darauf hinge⸗ wiesen, daß die morgige Aufführung des ungemein beliebten, fröhlichen SpielesAls ich noch im Flügelkleide außer Abonnement und bei kleinen Preisen stattfindet.

Verkauf von belgischen Beutefohlen. Frei⸗ tag, den 8. ds. Mts., vormittags Uhr findet auf dem Pferdemarktplatz in Darmstadt eine Ver⸗ steigerung von zirka 100 Stück ein⸗ und zweijähriger belgischer Beutefohlen statt. Die Fohlen befinden sich etwas in her⸗ untergekommenem Zustande. Zur Versteigerung werden nur Land⸗ wirte zugelassen. Die Abgabe erfolgt nur gegen Barzahlung.

Landkreis Gießen.

Langsdorf, 3. Jan. Aus unserem nur wenig mehr als 900 Einwohner zählenden Dörschen standen während der ersten fünf Kriegsmonate mehr als 100 Mann unter den Waffen. Sechs von ihnen starben den Heldentod: Vize⸗ seldwebel O. Ludwig und Musketier K. Bender(Ink.-Reg. K. W. II.)., Reservist L. 3(Res.-J.-R. 116), Unteroffizier O. Metzger(Landw.-J.-R. 116). Dragoner L. Bender(Drag. Rat. 23) und Kriegsfreiwilliger(Lehrer) Wilh. Bommersheim (Res⸗J.-R. 222. Sieben Krieger wurden mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet: Gefreiter d. Res. Wilh. Dörr, Vize⸗ seldwebel d. Res. Hermann Kneipp, Leutnant d. Ref. Otto Kneiyp, Vizeseldwebel Otto Ludwig(eider gefallen), Leutnant d. Res. Heinrich Roth, Offizier⸗Stellvertreter Heinrich Roth und Unteroffizier Wilh. Ul rich.

Kreis Büdingen.

Unter⸗ Schmitten, 1. Jan. Als das erste Opfer des Krieges aus unserer Gemeinde ist der Oberjäger beim 2. bayerischen Jägerbataillon in Aschafsenburg Reservist Otto Klaus bei einem Sturmangriff in Flandern den Heldentod fürs Vaterland gestorben. Er hatte vor etwa drei Wochen dg Eiserne Kreuz erhalten.

Kreis Lauterbach.

Schlitz, 2. Jan. lleber 90 bedürftigen Kin⸗ dern von n unseres Städt⸗ chens wurde dieser Tage eine große Freude bereitet. Ein jedes der Kinder erhielt je nach Wunsch ein praktisches Ge⸗ schenk und außerdem noch für 50 1 0 kleinere Gaben, die Kinderhe erfreuen. Die nötigen Mittel zu dieser Be⸗ scherung hatten Bürgermeister Zinßer und der Armen⸗ verein zur Verfügung gestellt. Die Verteilung der Geschenke fand auf dem Rathaus statt.

id. Schloß Eisenbach, 2. Jan. Eine eigen⸗ artige Weihnachts ausstellung lockte in ben eier⸗ tagen eine Menge von Besuchern hierher. Im Saal der Gastwirtschaft war eine von Kammerdiener Kreuzig mit viel Kunst zusa tellte, mit Ausnahme der Figuren selbst angefertigte ft von Bethlehem zu sehen, mit dem Stall und der ppe als Mittelpunkt. Der Eintritt war frei, nur stand am Eingang eine Büchse zur Aufnahme freiwilliger Gaben für das Rote Kreuz. Erfreulicher⸗ weise ist bis jetzt schon ein Betrag von über 100 Mark ein⸗ gegangen. Die Ausstellung bleibt noch im Januar.

id. Frischborn, 2. Jan. Ein alter Dorfbrauch wurde anläßlich des Jahreswechsels hier neu belebt. Nach⸗ dem das neue Jahr eingeläutet war, zogen die Kinder mit dem Ortspfarrer durch das Dorf und sangen alsKurrende vor den Häusern alte kernige Liederverse. Eine große Schar

hatte sich der Jugend angeschlossen und stimmte in den

Gesang mit ein. 2 Kreis Friedberg.

* Butzbach, 4. Jan. Im Jahre 1914 waren in Butz⸗ bach 50 Aufgebote, 29 Cheschließungen, 80 Geburten(davon 40 Knaben und 40 Mädchen) und 52 Sterbfälle leinschließlich der gefallenen Krieger) zu verzeichnen. Da noch 14 Kinder auswärts geboren find, so beträgt die Gesamtzahl der Geburten für Butzbach 94, davon 45 Knaben und 49 Mäd⸗ chen. Die Sil vesternacht verlief hier, der ernsten Zeit gemäß, ruhig. Der Gottesdienst in unserer Stadtkirche war außergewöhnlich stark besucht. Zu en der bis jetzt gefallenen 19 Krieger fand zugleich eine Gedächt⸗ nis feier statt. Der Kirchenchor verschönte die Feier durch einige Chorlieder. An der Feier nahmen der Krieger-, Mili⸗ tär⸗ und Turnverein in corpore teil.

Starkenburg und Rheinhessen. m. Offenbach a. M., 4. Jan. An dem Nadelwehr

mannliche Leiche aus dem Main geländet, die offen⸗ bar schon längere Zeit im Wasser gelegen hat. Die Per⸗ sonalien des Toten, der allem Anschein nach dem Arbeiter⸗ stand angehört, konnten bisher noch nicht festgestellt wer⸗ den. Die Offenbacher Kriegsfürsorge erfor⸗ derte bisher einen Aufwand von 621 424,94 Mk. Darin sind u. a. enthalten 158 190 Mk. an Barunterstützungen und 5 e 189,99 Mk. für Lebensmittel und son⸗ stige ahrungsmittel, während an Barunterstützungen für die Arbeitslosen 61 259,30 Mk. und für die Kriegszwecke (Einrichtung von Mannschaftsquartieren) 86 787 Mk. ver⸗ ausgabt wurden. An freiwilligen Beiträgen wurden neben der SammlungGold insgesamt 181 706 Mk. aufgebracht. Für die Zwecke der Kriegsfürsorge wurden städtischerseits zweimal 500 000 Pet. zur Verfügung gestellt, von denen die zweite halbe Million bereits in Angriff genommen werden mußte.

Groß-Gerau, 1. Jan. Hier gerieten am Mittwoch abend eine Anzahl Arbeiter der dortigen Zuckerfabrik in Streitigkeiten, wobei der Arbeiter Otto Lange durch eine Anzahl schwerer Schädelhiebe stark verletzt wurde, so daß man für sein Leben fürchtet. Die Täter wur⸗ den in Untersuchungshaft genommen.

Hessen⸗Nassau.

Marburg, 2. Jan. Gestern abend gegen 10 Uhr wurde auf dem Hauptbahnhof hier der Fabrikarbeiter Dietrich Her⸗ borg von hier, der bei der Post als Aushelfer beschäftigt war, mit seinem Postkarren von der Lokomotive erfaßt und völ⸗ lig zermalmt. Der Unglückliche hatte zweifellos die an⸗ haltenden Warnungssignale der Lokomotive überhört.

(Frankenberg, 2. Jan. Außer den sonstigen reichen Zu⸗ wendungen an Naturalien, Wollsachen und Kleidungsstücken gingen 2 hiesigen Kreise bis jetzt rund 80 400 Mk. für das Rote

re uz ein.

X panau, 1. Jan. Der Konkurs über den Nachlaß des Rittergutsbesitzers Friedrich Waldemar v. Klitzing in Har⸗ muthsachsen(Kurhessen) ist für die Gläubiger recht nachteilig aus- gegangen. Bei der Schlußverteilung sind versigbar 10 739 Mk., zu berücksichtigen sind, nachdem die bevorrechtigten Forderungen

708 187 Mark.

h. Limburg a. d. L., 3. Jan. Als beim Spielen mit einem Revolver dieser sich nicht entladen wollte, ver⸗ suchte der 14 jährige Schüler Karl Faust einem Schul⸗ freunde die Waffe zu erklären. Plötzlich entlud sich das Geschoß und traf den Faust in den Leib. Die Verletzung führte nach kurzer Zeit den Tod des Jungen herbei.

Dermischtes.

Der größte Kassenschrank der Welt. Die ameri'anischen Banken haben jetzt noch mehr Ursache als sonst, für die Sicherung der ihrer Hut anvertrauten Riesensummen zu sorgen, da die Not der Zeit viele europäische Kapitalisten ver- anlaßt hat, ihr Vermögen bei amerikanischen Banken niederzulegen. Der Sicherheitsdtenst der amerikanischen Banken stellt daher der Technik zum Teil außerordentliche Aufgaben. So ist nach dem Scientifie American kürzlich in South-Bethlehem in Penn⸗ syl vanien für den Kassenschrank einer New Yorker Großbank eine ungeheure Eisentür gegossen worden. Die Konstruktion dieser Tür und ihres Schlosses hat ein ganzes Jahr in Anspruch genommen und einen Kostenaufwand von 300 000 Mk. veranlaßt. Der ganze Kassenschrank, der natürlich nichts anderes ist, als ein gepanzertes 1 5 hat über 1,1 Million Me. gekostet. Der Gang und die

ür, die zu diesem Panzerzunmer führen, sind ganz und gar aus Eisen und zwar aus einem einzigen Stücke hergestellt, das die

Kleinigkeit von 120 Tonnen wiegt. Man hält diesen Riesenkassen⸗ schrank für durchaus unverletzbar; die Einrichtung ist von zahl⸗ reichen Ingenieuren und Bankleitern der Vereinigten Staaten be⸗ sichtiat worden und hat als ein technisches Meisterwerk überall die größte Bewunderung erreat.

Das Kino im Dienste der Industriereklame. Eine Maschinenfabrik hat eine neue Maschine gebaut und will sie auf den Markt bringen. Die Zahl der möglichen Käufer ist sehr groß; aber um sie von dem Nutzen der neuen Maschine zu über⸗ zeugen, müßten sie sie bei der Arbeit kennen lernen. Mündliche Erklärung, ausführliche Beschreibungen, gedruckte Kataloge helfen da wenig; der Kunde müßte die Maschine selbst sehen. Da es nun nicht möglich ist, eine Maschine von vielen Tonnen Gewicht zu den Käufern herumzuschicken, wel jede Aufstellung eine Reihe von Tagen Arbeit erforderte, so sind einige awerikanische Häuser auf den Ge⸗ danken gekommen, diese Schwierigkeit mit Hilse des Kinemato⸗ araphen zu überwinden. Man läßt also eine Aufnahme von der Maschine ansertigen, während diese arbeitet, und erhält so einen Film, der in den Dienst der Reklame gestellt wird und hier seine Aufgabe in der besten Weise erfüllt. Ein Geschästsreisender reist von Stadt zu Stadt mit seinem Film und dem Apparat zu seiner Vorführung und sucht überall die Kunden auf, um ihnen eine kleine Vorstellung zu geben, die natürlich sehr viel lebhafteres Interesse erweckt als es selbst dem beredtesten Munde gelingen könnte. Das System hat sich, wie ein Muarbeiter desEnameering Magazine von New Vork berichtet, als sehr wirksam erwiesen und breitet sich schnell in den amerik nischen udustriekreisen aus, so daß es schon in verschiedenen Städten Häuser gibt, die ausschließlich im Dienste dieser Industriefilms stehen. Die Films sind im allgemeinen 30 Meter lang und ihre Vorführung dauert etwa 20 Minuten. Man hat auch besondere Apparate konstruiert. die für diese In- dustriefilms geeiguet sind, wobei namentlich darauf Rücksicht ge⸗ nommen wird, daß ihre Verwendung möglichst bequem ist. Nach der Industrie haben sich auch die Modehäuser schnell des Systems bemächtiat, um en ue Toiletten bei ihren Kundinnen einzuführen.

Baudel. Deutschlands Roheisenerzeugung.

w. Berlin, 2. Jan. Deutschlands Roheisen⸗ erzengung im November 1914. Nach den Ermittelungen des Vereins Deutscher Eisen- und Stahlindustxieller betrug die Roheisenerzeugung im deutschen Zollgebiet im November 1914 ins. gesamt 788956 Tonnen gegen 729 822 Tonnen im Oktober. Die tägliche Erzeugung belief sich auf 26 299 Tonnen gegen 26543 To. im Oktober. Tie Erzeugung von Roheisen betrug in den ersten elf Monaten des Jahres 914 insgesamt 13535 666 Tonnen geger 17 697 922 Tonnen im Jahre 1913.

meteorologische Beobachtungen der Station Giehen

Er 2 33 Jan. 8 F 88 8 8 32 8 1.5 35 F S S 5 5 5 3 2 5 122 fe 85 f 0 f 32% 2 4652 83 8 2 10 8. 24.7 44 48 77. 4. 26, 26 5,8 7 2 10 1 1 U 1 Höchste Temperatur am 2. bis 3. Januar 1915 6.170. Niedrigste 2 5. 63 1 108 Niederschlag: 2,5 mm. B

Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 5. Januar 1915:

der Ossenbacher Schleuse wurde gestern nachmittag eine

Unbeständig, vereinzelte Niederschläge, wechselnde Winde.

geb ich für Eisen mit 12 729 Mk.

Befriedigung gefunden haben, Konkurssorderungen mit insgesamt

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