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Antwort: Nun, vor lmgefähr 200 Jahren hat ihr König, Ludwig XIV., der herzloseste, ehrgeizigste, selbstherrlichste Herrscher seit Attila, mit Feuer und Schwert diese Provinzen der bluten­den Seite GermanienS entrissen. Bis auf den heutigen Tag sind die Bewohner der Abstammung nach deutsch. Biele Jahre, nachdem Ludwig sie geraubt, haßten sie Frankreich und die Franzosen. Nach und nach wurden sie resigniert und friedlich, aber begeisterte Gal­lier wurden sie nie, denn die Franzosen halsen ihnen nie zum Wohlstand, auch sahen sie sie niemals für voll an. Als Deutschland 1870, im Berlauf von ivenigen Wochen, Frankreich zu Fall ge­bracht hatte, nahni es ihm Elsaß-Lothringen wieder ab, sowohl aus einleuchtender militärischer Notwendigkeit heraus als auch, um ge­stohlenes Eigentum wieder zu erlangen.

Fragen Aber haben nicht die Bewohner dieser Provinzen ent­setzlich gelitten?

Antwort: Freilich Sie haben eine Verfassung erhalten mit ausgedehnter Selbstregierung, einen ehrenhaften Platz in dem Zu­sammenhang deutscher Staate», liberale Gesetze, Frieden und vor­her nie besessenen Wohlstand. Unter dieser fürchterlichen Behand­lung haben sie sich derartig mit ihren deutschen Verwandte» aus- gcsöhnt, daß sie trotz lOjähriger französischer Jntrigue nun von den Franzosen erschossen werden, weil sie ihren deutschen Vertei­digern helfen und die französischen Einbrecher bekriegen.

Frage: Aber ivar da nicht ein fürchterliches Ereignis in Zaber«?

Antwort: In der Tat, furchtbar! Ein alter Schuster, der sich an der Frechheit französischer Jntrigue berauscht hatte, beschmrpfte die deutsche Arniee, bis ein junger Leutnant di« Geduld verlor und ihm einen Säbelhieb versetzte. In dem darauf folgenden Aufruhr l-andellc die Regierung mit großer Beherr­schung und versetzte die .Truppen. Ties alles nrußte den Fran­zosen entsetzlich erscheinen, tvelche genau zwei Jahre vorher in Easablanea durch ihre unsagbaren Mscheulichkeitcn gogeu di« Mohren, selbst auf die kräftigen, abgehärteten spanischen Soldaten Ekel erregend gewirkt hatten. Es mußte das Entsetzen der Eng­länder erregen, welche am 26. Juli dieses Jahres zunächst vor amein Trupp irischer Freiwilliger mit keulenartigen Gewehren sortrannten, um später drei Bewohner von Dublin zu töten und 60 zu verwunden, hauptsächlich Frauen und Kinder. Es mußte die Russen empören, deren ganze Geschichte in dieser Beziehung zu glänzend ist, als daß inan Einzelheiten Hervorzuheben brauchte.

Frage: Gab «s denn noch irgend eine andere Ursache Ku diesem Krieg?

Antwort: Gewiß, Oesterreichs lärmenden Angriff auf Serbien.

Frage: Das war nun wirklich auch ganz gesetzwidrig, nicht wahr?

Antwort: Sicher. Die Serben sind ein unschuldiges, kind­liches Volk, so ähnlich wie der kleine Jonnie, von dem es heißt: er stieß die Großmutter tn den See, nur um zu sehen, wie das Wasser aufspritzte", oder wie der bekannte Jimmie, der aus Spaß seiner Schivester Sallh das Messer in die Brust stieß. Sie ergötzen sich mit Mordanschlägen, d. h. wenn Rußland die Unkosten zahlt, sie unterhalten Verbindungen zum Studium dieses Sports und auch um zu lernen, Rußland die Kopeken aus der Tasche zu ziehen. Genau wie die deutsche Regierung Athleten erzieht, so ermutigen die serbischen Autoritäten ihre kind­lichen Untertanen zu dem liebenswürdigen Sport der Mordtaten und übermitteln ihnen dazu große Mengen von Bomben aus dem königl. Arsenal von Kragujewatsch. Ta die Serben eine natür­liche Abneigung gegen alle Zivilisation haben, so halten sie es für ihre Pflicht, um nicht zu sagen: für ihr Vergnügen, auf alle erdenk­liche Weise, selbst mit Bomben und Granaten, gegen Oesterreich- Ungarn zu intrigieren, um es endlich zu zerstücken und zu zer­stören. Ihr Betragen ist in dieser Beziehung nicht

schlimmer, als ivenn die Mexikaner, bezahlt und ermu­tigt von Chile, Brasilien und Argentinien, ihren derartigen bekannten Sport in den angrenzenden Teilen unseres Landes trei­ben wollten: und der serbische Mord des Erzherzogs und seiner Gemahlin war genau dasselbe wie etlva eine mexikanische Ermordung unseres Vizepräsidenten und seiner Gattin. Ein jeder weiß, daß wir nicht geringes Aufheben überKleinigkeiten" dieser Art machen würden. Dasselbe wäre es, wenn die Mexikaner fortwährenden Aufruhr in Texas und Kalifornien anstisten wollten, welche wir von ihrem Barbarisinus befreit haben Sie täten damit nur, was die Serben in Bosnien und der Herzegowina taten, ivelclre Länder Oesterreich gegen die Türke» beschützte, um ihnen Wohlstand und Frieden zu sichern

viichertisch.

X Der 7 0er Krieg. Ter Feldzug in de» Schilderuuge» der Milkämpscr. Bon Oberst I. Hoppenstedt, Gelber Verlag, Dachau-München. 1,80 Mk. Wie der Degen in die Scheide, so paßt dieses Buch in unsere Zeit: eine wahrballe, lebensvolle Ge» schiclite des große» Einigungskrieges, der das Reich schul, das wir jetzt verteidigen. Das Wort haben hier allein jene Männer, die damals gelitten und gestritten haben, imb ergretsend und mächtig zieht der ganze große Krieg vorbei, Schlacht um Schlacht, ein

Schauspiel ohnegleichen, eine srendige Zuversicht uns Heutigen. Generalieldinarschall von der Goltz hat dem Werk eine wnffen- freiibige Einführung mit aul den Weg gegeben; es heißt darin voiii 70er Kriege:Was ivaren das (iit herrlich« Taget Sie er­heben die Herze» auf die Höhe unserer großen Vergangenheit, stäulen für dieoch gröberen Aulgaben der Gegenwart Die per- söiilichcii Eriebnifse find es, ivelche die Kriegsgeschichte beleben. Nur ivenii ivir eriahren, ivas in der Seele des einzelnen vorglng, als er lm Felde stand, die Gefahr »nd den Tod vor Angen, lernen ivir, wie es im Kriege wirklich hergeht: - - Wie es im Kriege wirklich hergeht heute, jetzt ivo wir dies lesen, da» sagen die Worte der uielen Mitkämpfer, die Oberst tzoppenüedt, ein Soldat und Künstler zugleich, zu einer geschlossenen Einheit znsaiiimengesngt hat, von der Vorgeschichte des Krieges bis zum FriedenSichluß.

Der Bode n fetze r. Von Ludivig F inck h. Mit Ul iarbige» Bildern von Karl Stlriier. Gebeitet Mk. 3., gebuiiden Alk. 4.-. (Stuttgart, Deutsche Derlags-Anstalt.f Ei» stiller, aber doch innerlich bewegter und reicher Ledeuslans ist es, de» Ludwig Finekh in dieiei» neuen Schwabenbnch nm Auge des Lesers vor­überziehen läßt: der Weg eines Schälersohnes von der Alb bel Rentlinge» über das Handiverk zur Kunst. Voll zarter Anmut »»d imttgen Heimatsgelühls das Kmdheitsidyll, in dem wir den Helden der Erzählung mit de» beiden älteren Brüdern und der Nachbarstochter Jndit heraiiivach'en sehen: voü verhaltener Schmerzen und in taplerem Schweigen durchgerungener Kample die Entivtckluiig der Jüngtings, den (eine Lehr- und Gelellenjahre aus den, kleinen Urach in die moderne Großstadt sübren, zum Mann, der l» der Malerei seinen Lebensberul »nd in einem ein­fache», edlen Mädchen die treue LebeiiSgclähnin findet. D>« Schicksale der beiden ältere» Brüder sind gleichsam kontrapunktllch mit dem seinen verwoben, und alle drei münden wieder am Aus­gangspunkt, j» der Heimnt, nnhe den, Vaterhaus, unter den Augen der kindlich verehrten Eltern. Stirners iarbige Zeichnungen sind übrigens »ich! Jllnstralloiieii i» dem engeren Sin», daß sie be- flimmts äußere Situationen der Erzählung im Bild wiedergebei^ man köiiiile sie eher als künstlerische Beglcitakkorde bezeichnen, aus der Stimmung des Ganzen herausklingend und sich dem Wort des Dichters >vie beseelte Arabesken anschmlegen>, auch sie voll lieien Hennatsgelnhls, voll echter Andacht z»m Kleinen» echte Schwaben- kunst ohne provlnzlale Enge.

KrlegSbilde r." Eine z»sa»»»eniasiende Geschichte des Krieges 1814 von Dr. Breitner, I. Teil. Die Uriachen deS Welt­krieges und sei» Verlaus bis Mitte November 1814. Berlin, Otto ElSncr, VerlagSaes. n> b. H. Mit 450 Abbildungen und einer Kmislbellagc i» Knvleritefdruct. Preis in Leinen gebunden 3 Hl f. Das vorliegende Werk gibt »ns einen vorlreffliche» Ueberblick über ine gewaltigen Ereignisse der versiossenen Monate. ES zeigt tn einzelnen Abschnitten »nS die Geschichte des Krieges, die Mobil­machung »nd den Auiinals li der 'Armeen und die geivaltigen Er­eignisse, ivelche zu den letzigen Siellnnqen unserer Heere aul den Kriegsschauvlätze» im Wenen und im Ollen und bei den Kämpie» unserer verbündeten Oeslerreicher im Norde» und im Sude» führten. Die oifiztellen Berichte sind in die Erzählung der Ereignisse etn» geflochlen; daneben haben auch zahlreiche Brielc aus dem Feld« lelbll Platz geliniden, die am besten uns das gewaltig« Ringen zu schtldern vermögen. Ein stimmungsvolles Gedicht leitet jeden Ab- Ichnilt eln. Ganz besonders ivertvoll aber sind die dem Buch« belgegebene» 460 Abbildungen, ivelche, zumeist »achholographischen Aufnahme» von den verschiedenen Kriegsschanplätzen selbst geier- tigt »nd in, vorzüglichen Knplerliesdrnck ansgelührt, wohl die wert­vollste Erinnerung an DeuIIchlandS gewaltigste Zeit bilde» werden. Dem Buch« ist ferner belgegeben eine in demselben Knpiertlekdruck- versabren aus Karton aiiSgelührte Tatet mit den Porträts der beide» verbündeten Kaiser in künstlerischer Umrahinung.

» st lerpost karten zum Weihnacht-- und Neu- jahrslest gibt der Neudentsche Verlag <Berlin NO 18> heraus. 60 Pro», des erzielten ^ieingewiims fließen dein Zentralkomile« der deutsche» Vereine vom Roten Kreuz z». An deni Unternehmen wirken u. a. Franz Stasse», Peter Behrens, Müller-Münster, der Thoinaschüler Emil Heinsdorff und Otto Ubbelohde mit.

Anagramm.

Es ist ei» Drang, den tief ivir fühlen, Wenn uns und unser» Lieben Schinach Ward angeian, di« Glut zu kühlen;

Der Edle dürftet nicht danach.

Vermisch die Zeichen meiner Wortes: Nu» zeigt «in mächl'ger Ban sich dir. Inmitten dieses ZiisiuchtSortes War Reit»,ig elnff für Mensch und Tier. Auflösung in nächster Nummer.

Auslösung deS Arithmogriphs tn voriger Nummvtl Hegen Klgge l.inde lulle Igel Stiel ßelb Hger Kifli;

Dellii, ger.

Schrlstleitnng: Ang. Goeh - Rotationsdruck und Verlag der Brnhl'sche» U»iversitätS-Bnch- und Steindrnckeret, R. Lange, Gießen.