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Gospo-din," sagte er.Es ist nur zu w-ahr. Es ging anfangs alles gut. Mr lockten die ganzen Sckwabas aus hem Dorf heraus, und die Gräfin fuhr mit vem jungen Stojan Stojanowitsch hinüber. Aber am andern Tag kam einer aus Racovac zu uns hinüber und- erzählte, die Schwa­bas hätten sie mitsamt unserem Vertrauensmann, dem Ljuba aus Srebrenica, hinter Palez eingeholt und gefangen- genommen Und den Stojan würden sie wohl aushängen pder erschieße», weil er einen Gendarme» erschossen hätte. In der Nacht ist dann die Schwester von ihm hinüber und am übernächste» Tag hat sie den Toten mit zurückgebracht."

Was geht das mich an," ries Ray.Und die Gräfin?"

Die werden sic wohl nach Sarajevo bringen."

Hat die Schwester des Stojan mit ihr gesprochen?"

Nein, Gospodin. Wir fragten sie, ob sie's getan hätte. Mer da schrie sie, wir sollten sie in Ruhe lassen, sie wollt« von der Gräfin nichts wissen. Die wäre schuld daran, daß ihr Bruder ins Grab mußte! Die Dirne ist ganz verändert seitdem. Wie werden sie scharf im Auge halten müssen."

Wenn sie sich verdächtig macht, gebt ihr ein Stück Klei zu essen, verstanden?"

Der Komidatschi nickte. Ray warf ihm zwei Geldstücke bin und schickte ihn fort mit der Weisung, sich morgen wieder bei ihm ernznsinden.

Er selbst fuhr in die russische Gesandtschaft. Hier geriet man außer sich, als man von der Gefangennahme der Gräfin erfuhr.

Wenn man die Papiere bei ihr gefunden hat," sagte der Gesandte,dann gibt das eine böse Geschichte. Das Wiener Kabinett kann daraus eine causa belli machen. Es wäre gut, wenn man ihr die Nachricht zukommen ließe, die Papiere zu vernichten."

Bor allem inuß sie selbst befreit werden," ries Ray.

Der Minister wird sie gewiß nicht im Stich lassen," «ntgegnete der Gesandte.Aber die Geschichte muß fein eingesädelt werden. Mr können doch wegen des Frauen­zimmers keinen Krieg anfangen!"

Bon Serbien aus geht das nicht," sagte Ray.Ta vassen die Oesterreicher zu scharf auf. Wir müsse» sehen, daß wir die Geschichte von Sarajevo aus ins Werl setzen. Es ist am besten, rch fahre selbst einmal hin."

Damit werden Sie sich den Minister zum größten Dank verpflichten," meinte der Gesandte.Sie wissen, warum, Durchlaucht."

lieber Rays gelbes Gesicht huschte ein boshaftes Lächeln.

Ich weiß," sagte er.Se. Exzellenz sind ebenso be­zaubert von den Reizen wie von den TUlenten seiner Ngentin. Telegraphieren Sie ihm, daß ich mein möglichstes tun werde."

Dann schüttelte er dem Gesandten liebenswürdig wie im­mer die Hand und ging.

In seinem Hotel angelangt, befahl er dem Portier, nie­manden vorzulassen. Er mußte mit sich allein sein, um die Wut austoben zu lassen, die ihn erfüllte.

Olga in der Gewalt des verhaßten Oesterreichers! Der Gedanke niachte ihn rasend. Am Ende haue sie es ihm sogar leicht gemacht, sie zu sangen. Lag nun wohl in seinen Armen und ließ sich durch seine Küsse die Zeit der Gefangenschaft ver­kürzen !

Seine Eifersucht setzte sich dick und hämisch vor ihn hin Und malte ihm höhnische Bilder vor. Und als er sich am Abend auf sein Bett warf, hockte sie sich an dessen Rand und quälte und marterte ihn weiter.

(Fortsetzung folgt.)

Der ttatechismus von vileam junior.

In New Bork ist von einem I r isch-A m e r i k a- lur, der erst nach dem Krieg mit seinem Namen genannt

! ein will, eine ergötzliche Flugschrift erschiene», die uns vor legt und die wir in der deutschen Nebersetzung wiedergebett wvllen. Mt guter Satire werden darin die bekannten eng­lischen Phrasen und Ammenmärchen ins rechte Licht gestellt.

Man erinnert sich, daß der Prophet Bileam einen Esel ritt, wel­cher beharrlich die Wahrheit sagte, während Bileam in der Lüge be- yarrte. Wir wollen »ns »u» einen modernen Bileam vorstellen und seinen Esel, der mit mehr oder weniger Abwechselung gewisse Kragen über den Krieg beantwortet. Dem Leser bleibt es üEr­

lassen zu erraten, welche Antworten von dem falschen Prophet«» und welche von den, durch Gott inspirierten Esel gegeben werden!.

Frage: Wer begann diesen Krieg?

Antwort: Der Kaiser.

Frage: Woher wissen wir das?

Antwort: Nun, ein jeder weiß doch, daß er derKriegs- lord" rst!

Frage: Wie erhielt er diesen Titel?

Antwort: Dadurch, daß irgend ein Engländer den Titel Kriegsherr" frei und falsch übersetzte, denn in Wahrheit bedeutet dieses Wort nichts anderes alsoberster Heerführer" für einen verfassungsmäßigen Herrscher.

Frage: Aber gibt cs keinen andere» Beweis, daß der Kaiser der,Miegslord" ist?

Antwort: O ja, seine persönliche Geschichte.

Frage: Wieso, seine persönliche Geschichte?

Antwort: Seü 25 Jahren regiert er eine bis an die Zähne bewaffnete Nation, die imstande ist, jeden einzigen Feind nieder­zuschlagen, und doch hat er nie zugeschlagen. Er hat die Staats­klugheit seiner Vorgänger so weit geführt, daß seit 43 Jahren tn Zentraleuropa Friede herrschte. Das ist eine längere Periode als je zuvor seit dempax romanum"! Während dieser Zeit hat Deutsch­land der Welt ein bewundernswertes Beispiel nienschlicher Fähig­keiten auf allen Gebieten gegeben in den Künste», in Wissen­schaft, Gelehrsamkeit, Philosophie, Lokalverwaltnng, kriegstüchtigcr Ausbildung Sozialismus, in der Industrie, im Handel, in persönlicher Freiheit, versönlicher JMelligenz, persönlicher Tüch­tigkeit und Fähigkeit.

Frage: Daraus müssen wir doch mit Notwendigkeit schließe», daß _ der Herrscher einer Nation, welche durch ungeheuren Fleiß beständige Triumphe des Friedens erreicht, naturgemäß eben diese Nation in einen leichtfertigen und unnötigen Krieg stürzt?

Antwort: Selbstverständlich.

Frage: Welche Bestätigung haben wir für diese Ansicht?

Antwort: Die Tatsache, daß er den Frieden während der ganzen Zeit ausrecht erhalten hat, wo ein Krieg, weil nur um des Triumphes willen begonnen, einer Fiebcrphanlaiie geglichen hätte; die Tatsache, daß, als er sich endlich zu diesem Kriege entschloß, es in einem Augenblick geschah, wo durch die gegen ihn vereinten Kräfte die Möglichkeit eines Sieges fast ausgeschlossen war: die Tatsache endlich, daß er persönlich gar nicht dt« Macht hat, sein ausgeklärtes, kritisches, unabhängiges und eigenwilliges Volk in den Krieg, zu treiben.

Frage: Hat er aber nicht weitgehende Geioall?

Antwort: O ja, etwas weniger wohl als der Präsident der Vereinigten Staaten.

Frage: Wie wissen wir denn sonst, daß der Kaiser den Krieg begann?

Antwort: Na, jeder weiß doch, daß er danach lechzt, über ganz Europa zu herrschen und- dann Amerika und den Rest der übrigen Welt zu schlucken.

Frage: Hat er oder einer seiner Vertreter je etwas der­artiges gesagt oder angedeutet?

Antwort: Nein, aber die Presse und Whinston Churchill sagen es uns.

Frage: Und das scheint sehr glaubhaft?

Antwort: Gewiß eine Natron von einigen 60 Millionen Einwohnern, im Zentrum von Europa eingeschlossen, würde doch, »ne jedweder sich davon überzeugen kann, eine vorzügliche Gelegen­heit haben, dre Welt zu erobern.

Frage: Woher wissen >vir denn sonst, daß der Kaiser den Krieg begann?

i Antwort: Nun, er bat den Zaren, die Mobilisierung zu lassen und versicherte ihn, nachdem er die Zustimmung Oesterreichs eingeholt hatte, daß Oesterreich sich nichts vom serbischen Gebiet aneigncn würde. Er versicherte die Engländer, daß, wenn sie neutral blieben, er nie von seiner Marine Gebrauch machen würde, um die Nordküste Frankreichs zu bedrohen oder irgend etwas zu unternehme», wodurch englische Interessen gefährdet werden könnten. Ferner wissen >vir, daß der Kaiser den Krieg begann, weil der Zar ansing, Deutschland mit seinen barbarischen Millionen zu bedrohen, und weil französische Flieger Wer Deutschland flogen und Bomben Wer Köln und Nürnberg fallen ließen und iveil der fianzösische Minister Delcasse, dessen Beschäftigung darin besteht, den Krieg gegen Deutschland zu bewirken, schon vor Monaten nach St. Petersburg, ach Pardon, nachPetrograd" gegangen war, uni das vcreinlc Vorgehen gegen Dcnlichtand scstznlegeii und lucil vor drei oder vier Jahren der General Joisrc zum Oberbefehlshaber

der französischen Armee ernannt luutbe mit der offen dargelegten Ausgabe, sic gegen Deutschland zu führen. Und weil Frankreich Rußland eine Anleihe gewährte zu keinem anderen Zweck als

um Eisenbahnen bis zu de» preußischen Grenzen zu bauen Eisenbahnen, welche ausschließlich zum Truppentransport bestimmt waren. Wir wissen, daß der Kaiser endlich den Krieg begaifn, weil Fraukrcich 43 Jahre damit verbracht halte, Wer die Wieder - eroberung Elsaß-Lothringens und seiner Rache gegen Deutschland zu brüten. ^ ,,

Frage: Frankreich verdient doch dre Sympathie der ganzen Welt wegen seines Ehrgeizes, Elsaß-Lothringen znrückzuerobern? Antwort: Freilich.

Frage: Weshalb denn eigentlich?