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juar'tier, sonst bin ich von früh bis spät in Anspannung bis ich todmüde ins Bott falle?'
„Und Sie nehmen keinen Anteil an all denen —"
„Wenn mal ein Interesse anfkeimt, es verfliegt ja doch bald wieder. Wer hat denn für uns Interesse? Wenn >vir fort sind, bewahren sie und zwei Tage lang eine sogenannte dankbare Erinnerung, dann sind wir vergessen, lind es ist gut so. Wir müssen hart sein."
„Ja, ja, aber es ist schade, daß so tüchtige Menschen wie Eie nicht in den Lasen einer glücklichen Ehe einlansen ■*-"
Sie wehrte lachend ab, „Nun tun Sie mir den Gefallen und höre» Sie auf, .Herr Pastor! Ich bin jetzt glücklich 33 und sehe aus >vie 43, Verbraucht und nie gelebt, gelebt und nie genossen i— 1 " Eine wehe Empfindung stieg in ihr auf, sie unterdrückte sie und fragte nochmals, was der Herr Pastor bei ihr wolle. Da sagte er, daß er wegen Georg Krüger komme,
„Ach, wegen Nummer vierzehn? Nehmen Sie doch Platz, Herr Pastor! Was ist denn mit dem? Kennen Sie ihn?
„Ihn und seine Eltern, Er ist also wirklich hier?"
„Seit vierzehn Tagen Warum kommen denn seine Eltern
„Ja, das ist solche Sache , , , Er ist ohne ihre Erlaubnis gegangen oder besser: er hat den, Vater die Unterschrift abgctrotzt, der Vater sagt, er habe die Angelegenheit nicht ernst genommen, nicht geglaubt, daß der Junge genommen werden würde , . , Mir scheint, da ist irgend ein Geheimnis, — Jedenfalls hat der Junge unrecht gebandelt, nicht einmal seine Adresse hat er jetzt angegeben, und man müßte ihm wohl mal den Kopf zurechtsetzen, Die Eltern zürnen ihm — "
„Nun verstehe ich seine Schwermut , , , Aber ich kann sie heute nicht zu ihm lassen, Herr Pastor, Er hat Fieber gehabt , , , Sagen Sie den Eltern —" sie erhob sich —, „wenn sie 'versöhnt wären, dürsten sie Herkommen, sonst nicht. Ich kann die Verantwortung nicht übernehmen,"
Der Pastor nickte,
„Vielleicht ist es gut so. Diesmal sollte das Fest der Liebe die Herzen doppelt weit öffne». Und Sie glauben, daß er die Freude ertragen könnte?" *
„Sorgen Sie nur für eine gehörige Portion, Herr Pastor," Der Geistliche gab ihr die Hand,
„Und Sic, liebe Schwester," sagte er eindringlich, „haben
wieder einmal eine Ausgabe erfüllt, das muß Sie dl Vielleicht öffne» auch Sie in diesen Tagen Ihr Herz!
beglücken.
Damit ging er.
Am nächsten Mittag stand Georg KrügecS Vater vor Schwester Agnes im Warteraum, Ein Mann in mittlerem Alter, mit wohl- wollendem, ehrlichen Gesicht, Es wurde ihm augenscheinlich schwer, die rechten Worte zu finden,
„Der Herr Pastor hat mit mir gesprochen — Mein Gott, wir haben nur den einen Jungen! Und nun kommt Weihnachten, Ist er transportabel?"
Sie legte die Hand in die Hüfte unb reckte sich auf,
„Ich weiß noch nicht, ES kommt darauf an, ob er will," , „Auf ihn? Aber ich — der Vater —"
„Na, Ihre Sehnsucht schien ja nicht sehr groß zu sein,"
Er schwieg, trommelte mit den Fingern auf den Tisch und «nttvortete dann mit zitternder Stimme:
„Ich bin ein redlicher Kaufmann, hab'S zu etwas gebracht und bilde mir ein, well ich Treu und Glauben hochgehalten habe —" Etwas befremdet sah sie ihn an, und er fuhr fort: „Ich Hab'S keinem gestanden, auch dem Pastor nicht, ?lber mein Junge hat in seinem Brief Ihren Namen mit Achtung genannt, und ich sehe, daß Sie ein herzliches Interesse an ihm nehmen —"
„Das ist mein Beruf," warf sic kurz ein,
„Meinen Sohn entschuldigt vielleicht seine Jugend und sein« vaterländische Begeisterung, Und so bin ich denn nun auch entschlossen, ihm zu verzeihen, daß er auf dem Erlaubnisschein meine Unterschrift —" er holte tief Atem — „nackyeahmt hat nnd ohne Abschied von uns gegangen ist, da ich ihm die Erlaubnis verweigerte — nicht, weil ich mein Vaterland nicht liebe, sondern weil er mein Einziger ist und noch gar so juna —"
„Jetzt begreife ich Ihr Verhalten," sagt« Schwester Agnes, „Ja, er ist ein jkind, aber doch ein Held, Ulnd nun soUen St« auch einen erfreulichen Anblick haben, Komuien Sie!"
Sie traten in den Krankenraum, und Schwester Agnes tvieS dem Vater das Bett des Sohnes, An seinem Fußende stand ein Tannenbäumchen, das der Pastor als ein Symbol des Friedens und der Bersöhnung geschickt hatte. Der junge Verwundete lag mit gefalteten Händen und sah auf das Bäumchen wie aus ein unbegreifliches Wunder, Als die Schwester sich ihm näherte, sah ec aus, und wie Sonnenschein gings über seine Züge Sie trat neben sein Bett und fuhr leicht mit der Hand über seinen Kopf,
„Lieber Junge, es ist jemand gekommen, um Sie zu besuchen. >fhr Vater ist Ihnen nicht mehr böse. Nun zeigen Sie, daß Sie ein Mann sind und es verdienen, nach Hause zu den Ihrigen zu kommen, Haben Sie Geschwister?"
„Eine Schwester," hauchte er »nd sah sie mit großen Altgen an, „Wie muß die Schwester sich freuen!"
Er sah an ihr vorbei und erkannte den Vater,
Schtvester Agnes zog sich zurück, da stand auch schon der Bäte» neben dem Bett seines Sohnes, setzte sich bei ihm nieder und umarmte ihn,
„Sieh', Vater, das Bäumchen I"
An dem Bäumchen hing als einziger Schmuck das Eisern«
Kreuz, .—
Eine Stunde später verließen die beiden das Lazarett, Ein Auto stand draußen bereit.
Der junge Mann gab Schwester Agnes zum Abschied die Hand, „Herrlich, Schwester Agnes, nicht wahr? Nach Haus«! Und Dank für alles! Leben Sie wohl!"
„Leben Sie wohl, junger Man» . . ,"
Als er fort war, wandte die Schwester sich um,
„Nummer vierzehn kann also wieder belegt werden," sagt« sie zu dem Wärter nnd ging ihrer Arbeit nach.
viichertisch.
• D i e M >i n ch e n e r K u » st z e i t s ch r i s t „2 i e R u n ft* (Verlag F. Bruckmann A.»G,, München) bemüht sich seit Beginn des Krieges mit bestem Eriolg, ihren textlichen und iüultrativeir Inhalt der Stunniimg der groben Zeit anznpaffen Hiervon gibt auch wieder das soeben erschienene Dezemberheil durch drei reich- illnstriertc Auiiätze Zeugnis: Der Aussatz „3 m bunten Rock' von Paul Westheim schildert tmS liöchst anschaulich die Entwicklung der Unstorm- und Soldatcnmalerei von den alte» Spaniern und Holländern ab bis zu Menzel »nd Trübner. Zum ersten Male wobt wird in einem umlongreichen, reichilliistricrten Zeltlchritten- aullatz Wilhelm v. Kobell behandelt, der Maler der Krieg« zu Ansang des vorigen Jahrhunderts, der ober auch reizvoll den Pserdespoil (Erstes Okloberiestrenncn in München 1810 usw.i und die Reize der Umgebung Münchens zu schildern weiß, lieber „M oderne Kriegs medaille n" spricht Max Bernhard, und wir sehen, daß der Kriea auch aus diesen Kmistzwetg seinen Einfluß auSübte, Epottmedaillen auf unsere steinde, Erinnerungsmedaillen und BildiüSplakellen zeigen uni, init welch glücklichem Eiter sich unsere Künstler hier bereits betätigt haben, Ebensalls dem Getühl der Zeit cnliprechen dürste der Aufsatz über Wandbilder von K Schmoll von Eisenwerth mit Abbildungen auS dem Nibelungen- zykluS im Eornelianmn in WormS u, a. Angeiührt seien noch die Betrachtungen über drn »Fall Hobler' und der große Aussatz über die .Roie-Livingstone-Stistung" in Frankinrt a. M. — Die .Kunst' erbringt den Beweis, daß es möglich ist, aktuell zu sein und doch im höchsten Grade künstlerisch zu wirken. Diese Aulgabe hätte kaum etn« glücklicher« Lösung finden können, als eS in den legten Heften der genannten Zeilschrilt geschehen ist,
— H e I s e „ - K u n st k a l e n d e r. Unter der Hochflut der über den Weltkrieg jetzt erscheinenden Veröffentlichungen nimmt die von Otto Ubbelohde mit Bildern geschmückte und von Ehr. Rauch in Gleben herausgegebene KriegSausgabe deS Kalenders ,H es se n - K ttn ft“ (Verlag von N, G. Elwert, Marburg) sicher einen der ersten Plätze in künstlerischer Beziehung ein, Wir lrenrn uni »m so mehr, dieses Urteil ohne Einschränkung abgeben zu können, als die Weihnachtsgabe unserem Heimatboden entstammt und die Massenproduktionen der Großstadt, dt« alle! überschwemmen, in jeder Hinsicht tu den Schallen stellen. Der Kalender erscheint dazu znm Besten der Kriegsiürsorge. Sein Preis ist in diesem Jahr nur 80 Ptg, Der Verlag läßt soeben auch 7 ausgezeichnete KriegSpo st karten (Preis 60 Ptg.) erscheinen mit Zeichnungen von Ubbelohde, dl« ebenfalls dem Heffeu» Kunstkalender entnommen sind.
Akithmogliph.
18 6 2 5 eine Waffe,
2 6 6 2 landwirtschastiiches Gerät.
8 4 6 1 2 ein Baum.
3 4 3 3 2 Stadt in Frankreich.
4 6 2 3 Tier an» der Ordnung der Insektenfreffer.
6 4 2 8 sranzösischer Marichall,
6 2 3 1 bedeutendste Großmacht der Erde.
2 6 2 7 Stadt in Böhmen.
7 4 6 4 Berg in der Schweiz.
Die AnIangSbuchslaben der gesundeiieu Wörter ergeben der Reihe nach, von oben nach unten gelesen, den Namen «inei Operettenkomponisteii.
Auflösung in nächster Nummer.
Auslösung de» Diamant-Rätsels in voriger Kumme*! B
Arm K r e i 9 B r « » I • ■
Falka
Dan
Schriftleitimg: Aug, Goetz - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'ichen UnlverfltälS-Biich- und Steindrnckerei, R, Lange, Gießrn.


