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fcfii, riiirii (jmlfii Kampf <tw» nllctfri Neigungen, ©elilftr »nd Leidenschaften ju führen, aber, und das ist fehl wichtig, wir sollen diese» Vamps mit heiterem Wrmttt führen, denn Optimismus erhält und Pessimismus lotet. Tic Freude am Leben erhält das Leben! Lase, men» d» schläfst, lackw, wenn du arbeitest, lache, men» du iftl »nd bete auch zu deinem Herrgott freudig und nicht verzagt, denn Griesgramen tan» er nichts geivähren, da u«iv in da« Glück, den Erfolg, die Erfüllung unserer Wünsche, in uns selbst tragen und deshalb gebrauchen ivir zu allein . . . Lebens? r endigte i t iiiid sollen iins iiich! in kleinlichen Sorgen . . . verlieren!
Du n.ii'|'t mit lachend schlafen, arbeiten, essen iiiid beten tö»»c», iveiin du alles richtig und z> seiner Zeit tu t, n enn du. fclilässt, sobald du »lüde bist, ivenn du arbeitest, sobald du die Kiast dazu l)ast, und die hat man immer, wen» man gelingend« schläft und wen» »inn ißt, sobald man hungrig ist »nd nicht zu viel is,t. Schau Jesus Sirach sagte 88,82): „Biel srcsjen macht lrank. Biele lzaben sich zu Tode gesresscu. Wer aber mäßig isjt, drr lebet um so tanger."
Wohne in der Hellen Sonne und selzlase in der frischen Lust; aber ausgiebig, denn nur der Schlaf erhält uns! Heute ist alles müde . . . am Tage. Genieße die Natur und die Kunst, denn sie erhalten die Lebenssreudigkeit! Treibe Spie! und Sport aber mit Maß! liebe gute Hautpflege, damit die Selbstgifte, die das tägliche Leben schafft, stets wieder auSgeschiedcii werde», aber treibe auch sic mit Maß. Ueberreizc die Nerve» hierbei nicht und entziehe.dem Köit-er, wenn du älter wirst, nicht zu viel Wärme. Massiere dein Gesicht! Brrmcidc Seife im Gesicht!
Klage nicht über dein Alter, über Krankheit und Gebrechen, sondern zeige und suhle dich jung und gesund, und du ivirst es »irl! mir scheinen, sondern auch sein, denn der Wille zu lebeii, «st Leben!
Erfreue und eibane dich m» andern Geschlecht, denn, „die Liebe höret nich t nur nimnicr auf", sondern sie ist auch ein Lcbens- lvccher: Gib ihm von deiner Lcbensfreudigleit altes, ivaS du hast, tun deiner Lebcuslrajt nur so viel, wie ein Weiser beit Armen gibt! Brrnicide und' Möglichkeit Alkohol, Tabak tind sonstige Narcotio .1 ,d.i auch sic diese Lebenskraft abtoten und die Quelle der Tege»eration find! liebe Borsicht in der Wahl deiner Eltrrii, bnmit dein Krunlcin gesund sei und in einen gesunden Boden gc- betlet werte! Endlich aber das wichtigste, ernähre dich t i ch- t > g, denn der Erfolg geht diirch Mund und Mage», aber hüte dich vor dem Fett!
Der »orpei gebraucht außer Eiweiß, Fett und Kohlchudraten vor allen Dingen die Stoffe, die in der Pflanzenasche kiithallrn sind, denn sie sind cs ja auch, aus denen sich ,i»ser Körper ausbant. Wir müssen also, ohiie »ns zum Vegetarismus zu bekennen, viel Obst »nd Gcniüsc essen, »on letzterem wenigstens ein Psnitd pro Tag, schon deshalb, um dem Körper den außerordentlich wichtigen St n I f znzuführen, den» er ist das Gerüst, in das die übrigen Bai,flösse eingebaut werden und, wie ich noch nachlveiscn werde, von außerordentlicher Bedeutung in gcinnden »nd kranken Tagen.
Wir können die livbe Bedeutung des Kalkes wohl verstehen, wenn wir erwägen, daß die Pflanzcnaschc bis z» 25 Prozent, Sinvchrngsche bis z>, 90 Prozent, die Frauenmilch in 1UO Gr., Trockensubstanz 0,25 Gr. und Kuhmilch 1,5 Gr. Kalk enthalten. Ter Kall ist aber auch ein wichtiger Bestandteil des Zellkerns »nd, was besonders hervorgehobrn ivcrden muß, des Herzmuskels, aller Drüsen, namentlich, was tviedernm sehr nächtig ist, der Milchdrüsen »nd der grailk» Gchirnsubslanz. Tie Zuführung von Kalk ist daher für alle diese wichligen Organe von höchster Bedenluirg.
Ter normale Mensch gcbraitcht pro Tag ellva l Gr. .Kalk, die »rncS Leben ichnfscilde Mutter ivenigftcnS kQ, auch 2 Gran»». Bei einer Mittagsiiiahlzcit, bestehend aus: 125 Gr. Fleisch, l25 Gr Kartosseln, >25 Gr. Gemüse, 50 Gr. Brot iiehnicn loir nur 0,25 Gr. Kalk zi, niiS. Mit einem ähnlichen Abendbrot iiiid Frühstück also nur 0,5 Gr. täglich. Es besteht also täglich ein Manko von Gr., bei der lunge» Mütter von l Gr. und mehr
nii Kalk, das unter allen Uniständen von den nachlciligsten Wirkungen sein muß Bo» großer Bedeutung für nnser ferneres Wohlergehen ist aber die richtige Ernährung drr inngcn Mutter, den» Fehler, die ini erste» Aitsba» des Mensche» begangen iver- de», müsse» sich im ferneren Leben sehr rächen. In der richtigeit Ernährung der junge» Mutter ivird also der Grundstock für unser Lebensalter gelegt. Will sic sich aber richtig ernähren, dann muß sie täglich außer I Liter Knbmilch »och 1 Pfund Gemüse und 8 Pfund Brot zu sich nehmen. Welche junge Mutter tut das aber?
Professor Roese hat außerdem noch nachgewiesen, daß in Gegenden mit kalkarmem Wasser und kalkarmem Boden Frauen mit schlechten Zähnen, mangelhaftem Brustnnisang nnb mangelhafter Milchergiebigkeit sehr bäusig siiid. Ter Großstädter lebt aber in Kallarmnt. Hier sind also die Folgen nnabiehbare.
Tie iiorinale Ernährung der jungen Mutter ist aber sehr häufig durch Appetilmangel und Erbrechen nicht nur erschwert, sondern oft fast unmöglich geivordeii und damit sie und das Kind nicht dem Siechtum verfalle», gibt ihnen Hofrat Tr. v. Bokal) in den Bnlneolvaischen Blätter» den dringenden Rat. in diesem Zustande fnlk- und eisenhaltiges Mineralwasser, wie Wildnngcr^e- Iknenanelle, täglich lvenigsteiis eine Flasche zu trinke». Ei» Rat, her niw unterschrieben »perden kann. >
Der Kult spielt aber auch bei Stosswechselkrankheite» aller Art »ine wichtige Rolle, wie wir hören werben. Tie Professoren Emme
rich von Loew, München, die sich besonders mit dieser Materie be- saßte», haben durch Neine Kalkgabe,i und erdige Mineralwässer sehr gute Erfolge bei M ü d > g k e i t, S ch l a s l o s i g k c i t, N e r - n o s i t ä l und vielen Stoffwechselkrankheiten erzielt. Ucker die Notlvenbiqkeit des Kalkes für das Gehirn sagten sic i» der „Deutschen Revue 1912" tvörllich daS folgende: „Wie notwendig genügende Knlkznsnhr sür die graue Hiriisnbstan- ist, geht daraus hervor, daß sie lOmal mehr Kalt enthält als die weiße Hirn- substanz. Wie günstig krankhafte Nerventätigkeit manchmal durch Kalk becinslnßt werden kan», zeigen die günstigen Erfolge durch Kalkgabcn bei Tätanie (Krämpse bei Kinder«)." Einen ganz nenen Standpunkt nehmen die Genannten über die Bedeutung des Kalkei bei der Arterienverkalkung ein. Sie sagten hierüber das folgende: „Der Kalk lagert sich nur dann in den Artericuman- dunge» ab, wenn diese lange vorher schon erkrankt lv a - r c n und cs scheint, daß die Stalkabtagerung das letzte Mittel d e r N a t » r i st, die meist durch gesteigerten Blutdruck gcschädigtcir Arterien noch länger s u n k t i o » s s ä h i g zu erhalten. Man muß sogar annehnlen, daß tägliche, mäßige Kalk- z u s u h r, etwa in einem kalkhaltigen Mineralwasser, die Arterienverkalkung verhütet." Diese überaus wichtige Ansicht dürste viele» dvch überraschend kommen und uns neue Wege zur Verhütung und Behandlung dieser lveit verbreiteten Krankheit zeigen. Auch bei der Z u ck c r h a r n r u l, r heben die Genannten die hohe Bedeutung des Kalkes hervor, indem sie folgendes sagen: „Bei Diabetes kommt es insolgc vermehrter Säurchildnng auch zu K a l b» »erlüften aus Knochen und Geweben, und es ist sehr charakteristisch, daß gerade solche Mineralwässer, welche zugleich reich an doppelkohlknsaurem Nalron und an doppelkohlensailrem Kalk, wie das obengeiiannte, sind, die beste Heilwirkung bei dieser Krankheit cntlvickeln. Natron wirkt zlvar günstig aus die Säurebildung, aber Ursache derselben dürfte erst durch die Kalksalze behoben werden." Auch hier sind vielen Unglücklichen neue, hoss- niingSvolle Wege gezeigt. Ebenso ist längst erlvicsen, daß der Kalk bei der Behandlung der Tuberkulose, namentlich bei tuberkulösen K»vche»erkra»kn»gcn, bei Knochenweichc »nd Knochenbrüchen von Menschen und Tieren, bei Blasen- und Nierenleiden eine wichtige Rolle spielt. Man frage nur seinen Arzt einmal!
Wenn also loirklich die in der Einleitung gegebenen erprobten Lelensregeln befolgt lvcrden, so müssen wir uns doch, um einen lvidcrständssähigcii Körper zu haben und mit ihm ein hohes Alter zu erreichen . . . richtig ernähren, ein sicheres Fundament schasscnz ans dem wir weiter bauen können.
Die Ereignisse vor sOO Jahren im vewuhtsein und in der Erinnerung des Volkes.
Hiervon eine „msasscnde Tarstellung zu geben, bin ich nicht in der Lage, nur einige kleine Beiträge möchte ich liefern, in der Hoffnung, daß andere Nachfolgen und so ein Späterer die sür die Volkskunde gewiß interessante und richtige Gesanttdarstellung gebe» lau». Wer kennt nicht jenes Lied ans die Schlacht von Austerlitz: Bei Austerlitz da hat'S geblitzt.
Da lmbcn die Russen (Franzosen) die Ohren gespitzt,
Ta haben sic sich ’cn Turm (Schanz) gebaut
Bon Schweinefleisch (lauter .Kartoffel) und Sauerkraut.
In Lanbach singen die Kinder dazu »och solgcnde geschmackvolle Verse:
Da sin se drauf erumgctrappclt.
Da is die Bri craus geschwoppelt, oder auch:
Ta kante die brave Hesse Un hawen aufgefresse.
Weit verbreitet, vielleicht durch ganz Deutschland, ist der Abzählreim, der neben dem „es wollt ein Schnlied ei» Pferd beschlagen" in meinem Geburtsort Treieichcnhaiii der gebräuchlichste war, den meine Frau aus ihrer Heimat, Roßla a. H., kennt und den meine Kinder hier in Laubach gelernt haben: t, 2, 8, 4, 5, 6, 7,
Wo sind die Franzosen geblieben? n Rußland «Moskau) in den, tiefe» Schnee, a rufen sie: o weh! o weh!
Ein Bruchstück eines ähnlichen Abzählreims hat meine Frau aus Roßla behalten:
Moskau brannte ab,
Tic Franzosen setzten sich in Trab,
Ohne Strümps und ohne Schuh Liesen sic nach Frankreich zu.
In einigen Dörfern der hiesige» Gegend spielt auch der König von Rom im Kinderlicd eine Rolle. In Lanbach bilden die Kinder einen.Kreis und singen:
Der Kaiser von Rom,
Napoleon sein Sohn,
Der ist noch zu klein.
Um Kaiser z» sei».
Rück ein bihchen weiter Werd ein biwchen gescheiter,
Alle Annen (Marien usw.) dreh» sich herum.


