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organisierte Staate» oder Gaue. Wir dürfe» und gar nicht so erhaben über unsere Ahnen dünken! Nur stolz können wrr aus sie sein, daß sie eg verstanden haben, einem n>eit überlegenen, Feind jahrhundertelang Widerstand zu leisten.
wenn -er Mensch Pech ha!!
Ein Jagdgeschichtchen aus dem Busccker Tal.
An «nein lauen Juninachmittag dieses Jahres brrscht da i» einem alten Buchruibestand des Groben Buserker Geineindewaldes vorsichtig und lautlos ein Jägersmann, um womöglich einen Reh- doit 'zu erlegen und kommt hierbei an das Ende des lichten Waldes, dessen Saum gleichzeitig die Gemarkung und Jagdgrenze bildet und von einer sastrgen Ries« des Nachharreviers eingelalzr läird, Die Jagdgrenze ist für lebe» Weidmann ein sehr beachtenswerter Gegenstand, einen Schritt darüber und Gewehr und Wallen schein sind derlallcn, wenn es zur Anzeige gebracht wir», Da gibt es keinen Generalpardon, »oir bet dem Wehrbeitrag,
Bielleicht ähnlich denkend, wollte unser Jägersmann schon der Grenze den Rücken drehen, als er plöhltch einen Mann erblickt, der mit Flinte und Sihstork versetzen, eiligst über die besagte Wiese der Wald- und Jagdgrenze zueilt und dicht an der Grenze wie voni Erdboden verschwunden ist. Der Weidmann fährt zusammen sind drü sich hinter eine dicke Buchet aha! der Herr Nachbar! doch wo ist er so plötzlich hingekommen'? Also näher 'ran an die Stelle »nd, immer durch die Buchenstämme gedeckt, beginnt die Birsche auf eine» Mensche», Da, loenige Schritte von der Grenze, ist in einem Wiesengraben ein unscheinbarer Schirm von srilcltkir Zweigen gebaut Nnd dahinter kauert der Herr Nachbar, Er ist von weit hergereist, »m hier das edle Weidwerk z» betreiben nnd hat Küsste Ersahrung dann, eine besondere Spezialität von ihm ist aber der Ansitz aus Grenzböcke, die er meisterhaft abzuschneiden versteht. Auch heute scheint er aus eine „Dauersitzung" vorgesehen zu sein: er macht hinter dem Schirm Toilette: es ist ia aiich noch Zelt, bis der erlvartele Rehbork austrete» Unrb; ein? Jagdweste, ein Halstuch . Und zuni Schlnst noch ein Weitermanlel werden vorsichtig erweise angelegl, da es abends in der dunstigen Wiese höllisch „frisch" werden wird, —
Der Mann hinter der dicken Buche Hai nun unwillkürlich den Kolbenhals seiner BüchSslinle fester »mspannt lind macht sich seine Betrachtungen: Der Herr Nachbar hat sicherlich hier einen Grenzbock auSbaldovert, der heute abend daran glauben soll: also heißt es, ebensalls hier aushalten, obgleich ein längerer Ansitz durchaus wicht vorgeseh n war. Auch der Mann hinter der Buche machte daher Toilette, wenn auch nicht so umfangreich wie „drüben" Und harrt nun gespannt der kommenden Dinge, — Lin leises Knistern von Pcrgamentpapier lästt ihn erraten, das; hinter dein Schirm geveivert lvird: durch die dünnen Ztveige des Schirms sieht er deutlich, daß der Herr Nachbar dem Rucksacke bedeutende Mundvorräte entnimmt Und auch hinter der Bnche wird et» belegtes Brötchen seiner Papicrhülle entledigt und auch hier wird „der Gesellschaft halber" und zum Zeitvertreib etwas gegessen, —
Die Sonne ist längst über den Givjcln der hohen Buchen verschwunden und immer noch ist nichts zu sehe», imnier noch sitzen beide Gegner lautlos gegenüber und nur das Aushalten des einen spornt den anderen zu gleicher Belgarrlichkeit an Da endlich kommt der er>oartete Bock, orn kapitaler Bursche, in kurzen Fluchten sottlich durch die hohen Buchen, uni sofort ans die Wiese zu treten. Der Jäger hinter der Buche hält den Atem! Zum Schieben im Holze lvar es zu iveit und nun steht der Bock einige Schritte litber der Grenze aus der Wiese, direkt aut den Schirm des Nachbars chlnziehend, ein alter Bekaiinter, der sonst mitten im Revier steht. Schon hat de, Bock, dicht an der Grenze herziehend, öen schirm aut Schussweite erreicht und doiinernd dröhitt der Schrotschuh des Herrn Nachbars durch die Abenbstille, Der Bock zeichnet, «st aber zweiiellos schlecht getcossen und springt mit krummem Rücken denselben Weg, den er gekommen, zulück. Nun ivikdt hinter der Buche lebendig: es gibt einen Wettlaus zivischen dem «»geschossenen Bock und »cm Jäger hinter der Buche, der den Bork noch glücklich erreicht, wie er durch die Buche» zurückioeckiseln will Und mit gutem Blattschug von seinen Schmerzen befreit,
•— Haben Sie „ihn", ruit der Maiiii lnnter deni Schirm, der nun erst sieht, dass er eilten stillen Beobachter gehabt hat und erhält die Antwort: Jawohl! Danke! Zn Gegendiensten stets bereit, —
Ja, ivenii der Mensch Pech hat! Der Herr Nachbar kriecht ans seinein Verhau, jedcnsalls mit sehr gemischten Gefühlen: das schöne schwarzbranne Gehörn des Bockes mit den blendend weihe» Enden, der schöne Braten oder das schöne Geld dalür: Alles sutsch!
Weidmannsheil.
vermischte».
* Das Ideal, Die jungen, von einem glühenden Rejorm- «iser beseelten Männer lvaren znsammengekvmme» und lvaren wie
der einmal einstimmig der Ueberreugung, da» cs in der Welt rminer schlechter lvird und daß sie von Grund auf reformiert werden müsste, as» sich «in alter Mann mit finsterer Miene erhob und sagte: „Wenn ich nicht irre, so ivolll Ihr jungen
ELente eine Welt, in der alle dem Gesetz gehorchen müssen, nn»
alle ihr Klei» und ihre Speise zugeteilt erhalten, ohne selbst dafür sorgen zu müsse,,, ,o» es kein Geld gibt, >vo alle» nach der Regel geht, ohne die geringste Unordnung und ohne den aus- reibenden Konkurrenzkampf, Ist es nicht so ? „Gewiß," riesen die jungen Leute, „Nun, ,ch komme gerade oon einem Ort, der
so ist, ii,i? Ihr ihn wollt," „Wirklich ? Wo ist cf? Können' >vic
da auch hingeben?" „O gewiß", sagte »,-r Atte. „der Ort iss im Gefängnis.
* Als der R e ck I s g e l e h r t e R n s o l > von I h e r i n g eininal in Berlin weilte, wurden ihm Angehörige der Familie Gutentag, die einen juristischen Vertag deiitzt, vorgestellt, „Assesior Giitentag. Flitz Gutentag, Dr ttzutenkag, Herrmann Gutentag. Ott» — — ", Da seufzte der Gelehrte und sagte: „Es ist doch lvahr das alte Wort: Nichts ist schiverer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen,"
vücherlisch.
— „B ühneuiidWcl t". Friedrich Lienhard leitet die heran- iiaheiide Sommerspielzeit des Deutschen Theaters mit einem feinen Essay über „Soinnierlpiele" m der Halbmonatsschrift „Bühne und Welt" ein Dem Beitrag folgt eine Stndie über „Musik und Schauspiel" aus der Feder Wilhelm Tannhvrst, der sich vsr länacrer Zeit schon durch einen vielbesprochenen Aussatz über „Parstfal,' das Werk!" auszeichnete, Kurt Knchler bringt einige sehr interessante aus einem alten Werke ausgegrckbene ernste Anekdotai« unter der lleberschrift „Schauspielerinnen", Tie sind in ihrer schlicht tiefen Art edle Bilder große, Bühwuikünstlerinneu, lieber den „Neueil Dresdener Faust" schreibt Geheimrat Dr, Zetß in derselben Nninmer einen Aussatz »nd Dr, Ernst Wächter berichtet über ein zu Unrecht unbekannt gehaltenes Werk des Leipziglev Dramatikers Paul Schmidt, betitelt „Die schöne Melusine", Aus dem übrigen Inhalt seien hervorgehobcn: „Die Sibylle" von Hero Max: „Die falsche Wahl" von E v Lenor: „Der Ruf nach Hilfe" vom Herausgeber,
— Grrcbcns Reiseführer: Baud 53, „Die N o r o - seebädcr", lk> Auslage, Mit 8 Karten, (Mk, 2.—.) Verlag Albert Goldschmidt, Berlin W, 35, Als niitertichteter und zuverlässiger Ratgeber für die Wahl eines Nordseebades erweist sich Griebens Rersesührer „Die N v r d s e e b ä d e r", der kürzlich in neu bearbeiteter 18, Auslage erschienen ist Besucher der deutschen, holländischen, belgischen nnd skandinavischeil Nvrdsecbäder finden in diesen. Buche ausführliche nnd durchaus zuverlässige Angaben über Verkebrsoerhältiiisse, Unterkunft und Verpflegung, Bäder- preise, Kurtaxen, Vergnügungen, Austlüge »sw, usw, iedes einzelnen Badeortes Außerordentlich interessant ist auch die Einleitung des Buches, die eine kurze Einführung in die Naturgeschichte des Meeres nnd r» die Kenntnis der Seezeichen, Flaggen und der Flaggensprache enthält, sowre Ratschläge über den Gebrauch der Seebäder. Das vorzügliche Kartenmatcrral unterstützt tu bester Weise die textlichen Ausführungen,
Schach-Ausgabe,
Von E. Antony.
Auflösung in nächster Nummer.
Auslösung des Glcichklangrätsels in voriger Niimmert Das Tor, der Tor.
Redaktion, R Neurath. — Rotationsdruck und verlaa der vrüül'Irben Unlversttäts-Buch- und Steüidruckeret, Sl. Sana«. Gtast»^


