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fn ferne Jahrhunderte, ja Jahrtausende. Denn ihren Namen »al die Höhe nrcku zusäUig erhallen, es liegen in der Tat da oben sieben Hügel, offenbar Reste einer uralten Kultur. Noch nicht «ngciastet, vom Pfluge nicht berührt, zeigen sie heute noch Interessanter genug.
Die Hügel sind künstliche Erdauswürfe, natürliches Fels- aestei», das zu Wohnungszwccken ausgehaucn und hergerubtet Wurde Alle sieben liegen getrennt in enrer Reih« hintereinander auf den, Rucken der Anhöhe. Diese Strecke beträgt schätznngs- txeise 100 bis öOO Meter Kommt man von Osten den Hang hinauf, nn man sie alle nach Westen hin der Reihe nach besuchen.. >1b in der Erde steckend, bedeckt mit einem Dache von Stroh, oos oder Erde, boten diese Wohnungen wahrscheinlich einen ganz behaglichen Aufenthalt auch im Winter. Alle Anlagen lassen heute noch erkenne», dai> sie dem Osten, der ausgehenden Sonne, zugewendct ivaren. Tie runden Senkungen in der Erde deuten aus einen runden Holzbau, während auch deutlich rechteckige Vertiefungen, »ach Osten osten, nach Westen sich an Erde oder Fels anlehnend, vorhanden sind.
Ist man an, sechsten Hügel, dem größten Trümmerhaufen Unter den sechsen und mitten im Wald gelegen, angelangt, steht man vor einer breiten Sattelsenkung und man muh diese hin- überschrciten, um zu dem siebenten Hügel zu gelangen.
Der siebente Hügel bildet zugleich die höchste Spitze der Nithöhe. Von ihr genießt man die im Eingang erwähnte Rund- licht Er ist das größte und am besten erhaltene Werk. Schon seine von den anderen sechs gesonderte Lage verrät, daß hier etwas besonderes war. Ich toill ihn deshalb das Heiligtum lnennen. Kommt man die Sattelscnkung heraus, stößt man zuersr aus den das Ganze umgebenden Wall, der heute noch manns- hock) ist und i» genau kreisrunder Lage das Heiligtum umgibt. Der Weg siihrt in den Wallgraben hinein und man kann in fhni rings um das Heiligtum wie in einem kleinen Festungs- grabcn herumwandeln Das Heiligtum selbst tvar ebenfalls nach Osten gewendet. Im Durchschnitt hat cs die Form eines abstumpften Kegels. Hohes Felsgestein schließt es gen Westen n ab. Zwei zangcnsörmige Auswüchse umschlossen auch aut n Seiten den Bau und nur nach Osten, dem iveiten Platze lckus der Sattelsenkuna zu, muß dieser frei gewesen sein. Wie der sicherlich dazugehörige Holzbau ausgesehen haben mag, mutz ich leider der Phantasie des Einzelnen uberlassen.
Es ist klar, daß es auf jener Höhe zu unserer Urväter Tagen leblwfter zuging, wie es heute dort der Fall ist. Ja, ich möchte die Vermutung aussprechen, daß die sieben Hügel etwas west bekanntes, berühmtes waren, ein Wallfahrtsort unserer kriegerischen Ahnen.
Eine weitere interessante Erscheinung in der Gegend ist der Tinsbera. Offenbar sind die Konturen dieses zirka 500 Meter hohen Berges nicht natürliche, sondern künstlick>e! Er ist ruigs- lbcrum in zwei Absätzen kegelförmig abgegraben. Sein Gipfel ist lgon ausfallend kleinem Unitang im Verhältnis zur Höhe des Berges. Er war tvohl den, Volke nicht zugänglich und noch heule kostet es keine geringe Mühe, die steilen Hänge cmporzu- fltmmen. Ein künstlicher Zugang auf der westlichen Seite ist rn Gestalt eines breiten Dammweges noch deutlich zu erkennen^ Ter Nanie Tinsberg sagt uns schon, was er einstens ivar: dick Wohnstätte oder das Heiligtum eines Gottes Tin, dessen Name uns heute noch sehr geläusig ist. Ick) erinnere nur an: Dienstag, Diener, dienen, vielleicht auch Ding u. a.
Doch sehen wir uns noch etwas weiter in der schönen Gießener Umgebung um.
Dem Densberg vorgelagert sind zwei Höhen, heute tragen sie die staatlichen Ruinen zweier Burgen: Gleiberg und Vetz-
! erg. Beide haben ebenfalls eine auffallende gleichmäßige kegel- örnilge Gestalt. Höchstwahrscheinlich stammt der Name Gleiberg .on dem gleichen Aussehen der Anhöhen her. Gleiberg ^ Gleich- erg = die gleichen Berg«. Man kann aus die Vernrutung kommen, daß auch sie diese .Form nicht von der Natur erhalten, sondern daß sie von Menschenhänden zu ganz bestimmten Zwecken aus vorhandene» natürlichen Felshügeln so geschaffen wurden. Gewiß iit es kein Zufall, daß diese Anhöhen heute noch stattliche Dörfer um ihre Burgen haben. Sie nennen sich sogar aus dem Mittelalter her noch: Stadt Gleiberg, Stadt Vetzberg. Unsere Ritterburgen liegen meist allein auf den Höhen Diese nicht. lEs ist die Möglichkeit vorhanden, daß diese Ansiedelungen älter sind wie die Burgruinen, daß ihr Ursprung zurückgeht bis zu unserer Ahnen Zeiten. Daß ans Ringburgen der alten Kalten tje sich bis zu unseren Tagen in solcher Hölze erhalten haben, Daß die mittelalterlichen Burgen aus den Steine» >ener katttschen vilngburgen erbaut sind. Bekanntlich lebte nach Tacitus ber den Kalten dle Kaste der Krieger gesondert von, Volke und ward von diesen, unterhalten. Ter Schluß liegt also nahe, datz da dbc» Niederlassungen kastischer Krieger waren, die schon von tmseren Ahnen „Burg" genannt wurden. Und uiiser gutes Wort -Mursch" bezelchnete also den Bewohner einer solchen Kriegerniederlassung.
Ter Diüsberg inrt seinen umliegenden Höhen scheint nach all diese»! «tu Priesters icher Bezirk bei Miseren Ahnen gewesen ju frttt Da« großartigste Natirrhefkkgkum, bas wir in denEckzen Landen rennSn
Auf den Höhen westlich des Dtnsbergs, getrennt durch das lch-K>e Biebertal, liegt ein Königsberg, gibt es eine» Könrgs- stuhl, imd schließlich nach dem Lahntal zu ein Kinzenbacb, (King •“ König). Offenbar residierte hier einmal ein König und hätten wir einen Königsgaü neben einem priesterlichen Bezirk in diesen Bergen vor uns.
Dorsnamen wie: Frohnhausen, Fviedclhofen, Frickhofen, Erda, Mtzbach (Alto) imd viele andere denken aus uralte Niederlassung in dieser Gegend.
Wenden wir uns Noch den Tälern zu. Ta ist zuerst das versteckt »wischen den Bergen liegende Krosdorf zu erwähnen. Sein Name sagt imis schon, datz hier ehemals die Toten bestattet wurden, denn Krost ist nichts anderes wie Gruft.
Blicken nur von einer der Höhen in's weite Lahntal, so liegt dort wie eine weite natürliche Schutzwehr um den ganzen Bergbezirk der „Hehler". Offenbar in alter Zeit ein Sumpfland, wenn nicht gar ein See, ivar er sicher ein ergiebiges Iagd- aesilde unserer Vorfahren. Noch mehr: am nördlichen Einflnh der Lahn in dieses weite Gebiet liegt Lollar, am westlichen Ende, dem Ausfluß der Lahn, Wetzlar. Ar heißen bet uns Gewässer, die enge Täler haben, also aufgehalten werden. Arreter --- auihalten. Lollar das kleine Ar, Wetzlar das weite oder groß« tAr? Dos Ar könnte, da es zu einer Ortsbezetchnung dient, hier nur ein menschliches Werk, ein Stauwerl bezeichnen, ber dem später der Name aus den Ort überging. Betrachte» wir uns einmal in diesem Sinne die Lahn oberhalb Lollars. Da steht gegenüber Ruttershausen ein uralt Kirchlein, Kilchberg genannt. Die Lahn kommt aus einem weiten, dem Marburger, Becke», verengt dann plötzlich ihren Laus, um sogleich wieder in eincns großen, sumpsarirgen Gebiet wciterzufliehen. Und dteses uralt« Kirchlein steht gerade an der Stelle, wo die Lahn am engsten. Nicht weit davon haben wir aber die Burg Dtausenbera! Auch dieser Name ist verdächtig. Denn er hängt mit „stauen" zusammen. Auch diese Höhe zeichnet sich durch eine ausfallende kegelförmig« Gestaltung aus. Wie wäre es, wenn da oben die Siaubesatzung einstens auf ihrer Ringburg gehaust hätte?
Gewiß ist es kein Zufall, datz an den weiten, Becken, die die Lahn von Marburg bis Wetzlar gebildet hat, Städte und Dörfer liegen, deren Name an ein Meer oder an einen See erinnern, z. B. Marburg, Wismar, Weimar, Ruttershausen, Gießen u. a. Und bei Wetzlar haben wir noch einen Dtovpelberg, (stoppen — ftaueii', der mit seiner Spitze wett in das Land und hinüber »ach seinem Kollegen Staufenberg blickt. (Wer denkt da nicht unwillkürlich an eine Lust- und Zeichenielegraphie zwischen beiden Anhöhen?)
Unsere Ahnen hätten es also in der Hand gehabt, sich ihren Hehler auch bei Trockenheit mit Wasser gefüllt zu hakten. Bekanntlich sind diese Gebiete heute noch fast alljährlich, namentlich im Frühfahr großen Ueberfchwemmungen ausgcsetzt. Datz Unsere Borfahren im Land«, die Kalten, Bäche nick Flüsse künstlich angcstaut haben, erzählen uns ja auch die römischen Schriftsteller. ' „ , „
Nun noch die Wege. Neuere Forschungen haben festgestellt, daß Trusus bei seinen Einfällen in dos Katlenland ältere keltisch- tzermanische Straßen benutzt Hai. Sein Nachfolger, Germanlkus, ließ diese verbessern und ausbauen.
Bon diesen sührte die Hauptstraße vom Main über Fried- berg—Nauheim—Butzbach nach Wetzlar. Diese Heerstraße bog also bei Butzbach plötzlich vor, ihrer nördlichen Richtung ab. Heute führt sowohl die Eisenbahn, wie auch die sogenannte Frankiurterstraße von Butzbach direkt werter nordwärts nach Gießen. Es kann also mit ziemlicher Gewißheit angenommen werden, daß der Keßler, als See oder Sumpf gedacht, die Ursache dieser ykbbiegung der Straße nach Westen ivar. schon der Name „Gießen" gibt uns zu denken. Weiß man aber, daß Alt-Gteß«, tatsächlich zum großen Teil auf Sumpfboden steht, so wird die Sache schon glaubhafter. Erwähnt sei nur, datz man beim Bau der dortigen Johanniskirche aus tiefen Moor- und Sumpfboden stieß, der die Fundamcniierungsarbeiten fast in Frage stellte. Dir schnurstracke Richtung der Hauptstraße der Stadt von Süden nach Norden, der Seltersweg, ist sicher kein Zufall. Sollte er nicht einer Pionierarbeit der römischen Heeresverwaltung vielleicht leine Entstehung verdanken? Daß nrsmünglich mir dreier Weg von Süden nach Norden vorhanden war, bestätigen die Namen zweier a>ren Straßen, die von dem Selterswcg nach Osten und Westen abgehen. Tic Straße nach Osten führt den Namen „Neue Bä»", die nach Westen „Neustadt". Wahrscheinlich sind diese erst im Mittelalter oder noch später entstanden, nachdem die Stadt durch den Verkehr zwischen Nord und Süd ansing zu wachsen. Gießen wäre also zu misercr 4lhnen Zeiten ein tiefer Sumpf am Rand« des Urwaldes gewesen. Trotzdem könnte es sein, daß der Ort damals schon den Namen Gießen oder ähnlich hatte. Denken wtv an die unS von den Römern geschilderten Wasserburgen dev alten Germanen, so wäre dieser Ort wie geschaffen dazu gewesen. Weiber, Kinder, das Vieh in diesem Sumpfloch, während drüben bei Wetzlar der Feind den einzig möglichen Uebergang über die Lahn Und ihre Seen bewerkstelligte!
Nach alledem, was uns die alte Erde hier in der Heimat verraten hat und wahrscheinlich noch an Rätseln birgt, waren die Kalten bereits ein wooloraanifterter Staat oder vielmehr Wohl-


