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sein Vater an ihm getan hat und auch von diesem das Opfer verlangen, wie er selbst es einst^ bringen mußte.

Das Leid der unglücklichen Liebe war in dem Dorf an der Moder Nichts Seltenes. Es man seinen Schatten über daS ganze Leben mancher davon Betroffenen, denn die VogclSbergcr sind nicht leichtlebig. Wie ihr Gebirge, nachdem es die blumenreichen Wiesen- gründe mit den murmelnden Bächen hinter sich gelassen bat. mit dem Zug stiller Schwermut zu seiner Bollendnng ausstcigt. so bergen auch sic wenn ihnen das Leben die große Euttäuschurzg gebracht bat einen melancholischen Ernst iui tiefsten .Herzens­grund ; und alle Freudenblumen. die ihnen noch blühen, gleichen den blassen, dürftigen Blümlein, die zwischen dem Gestein aus den Oedlandstrichen ihrer Heimat tvachscn.

Und weil Liebe und Leid io oft miteinander verbunden sind, klingen die schönsten und tiefsten Volkslieder so voll Schwermut über Höhen und Täler unseres deutschen Vaterlandes.

(Fortsetzung folgt.)

Theateraaentni und ihre Nniffe.

Der englische Musikschriststeller Claude T r e v o r hat es sich zur Ausgabe gemacht, die Mitzstände im Berufe der Tbeater- agcnten zu studieren und entwirft nun in der Daily Mail ein wenig erfreuliches Bild von dem Berhältnis der Opcrnkünstlec zu Manchen ihrer Agenten. Trevor hat die meisten seiner Be­obachtungen in Mailand, demStimmemnarkt" des italienischen Opernwesens, gesammelt, hat als junger Mensch, ebenfalls in Mailand, gleiche Erfahrungen gemacht und meint, daß nach seiner Kenntnis der Tinge die gleiche» Mißständc ivohl in allen Musik­städten Europas und Amerikas wiederkehrcn.

Die großen und angesehenen Agenten, die mit strenger Ge­wissenhaftigkeit ihren schwierigen irnd aufreibenden Berus versehen, haben bitter darunter zu leiden, daß sich nur allzu viel Elemente zur Tätigkeit eines Thealeragcntcn drängen: Elemente, die das Anfeben des Berufes schwer beeinträchtigen und die Künstler nur zum Gegenstand einer oft geradezu betrügerischen Ausbeutung macken. Reben den jtvemgenbekannten unbedingt ehrenhaften Agen­ten gibt es Hunderte, die sich von keinen Skrupeln beschwert füh­len. Sie greifen zu Kniffen, die, wie durchsichtig sie auch sind, von den leichtenthusiasmierten Sängern und «ängerinnen in Augenblicken der Notlage nicht erkannt werden.Ich tvill nur einen dieser Kniffe erzählen, mit dem kürzlich einer jenerHerren" eine Menge Geldverdient" hat. Natürlich ivird zu solchen Raub zllgcn die geeignete Zeit gewählt: der Schluß der Saison, wenn das Gespenst der Engagenrentslosigkeit festere Formen annimmt und das Portemonnaie inimer dünner wird. Da eröfsnete in Mailand Herr A. seine Agentur, sorgte durch geschickte Reklame und Mittelmänner dckfür, daß inan in Tbeaterkreiscn erfuhr, er fer der Agent eines großen amerikanischen Impresarios, der drei Gesellschaften zu einerTournee durch die Vereinigten Staaten" zusammenstelle: lind alsbald war das Bureau des Herrn Agenten von ungezählten Hunderten von Sängern und Sängerinnen be­lagert, von Künstlern, die mit irdischen Glücksgütcrn nicht ge­segnet waren und mit klopfendem Herzen ans die glänzenden amerikanischen Engagements warteten. Allein ehe man Vorsingen durfte. Mutzten 30 Frs. Subskription bezahlt werden: der Abon- nementSpreis für ein von Herrn A. herausgcgebencS Theaterblatt, ferner 2 Frs. für die Begleitung während des Vorsingens. Mehr braucht Wohl kaum erzählt zu werden: eines schönen Tages, als die Brieftasche des Herrn Agenten genügend gespickt und ge­schwellt war, toaren die Pforten deS Bureaus geschlossen und der Mann abgcrvist, höchstwahrscheinlich, um m anderen Musikstädte» seinen Kniff zu wiederholen."

DieTheaterzeitschrift" ist überhaupt ein beliebtes Mittel solcher Herren, um sich ein ansehnliches Einkommen zu schaffen. Be, ihnen wird ein engagementsuchender Kiinstler niemals zum Vorsingen kommen, so lange er nicht sein Abonnement angemeldet und bezahlt hat. Die Verträge, die mit unerfahrenen oder in Notlage befindlichen jungen Künstlern und Künstlerinnen geschlos­sen werden, enthalten fast immer Bestiminungen, über deren Trag­weite die oft in geschäftlichen Dingen »oenig unterrichteten Sänger besonders Anfänger sich selten klar iverdcn. Dann werden kurze Saisonengagements abgeschlossen, bei Gagen, die kaum zur Bestreitung des Lebensunterhaltes in den teuren Orten reichen. Tie Sängerin aber, die von diesen Lebensverhältnissen im fernen Auslande wohlweislich nichts erfuhr, sitzt dann nach vier Wochen engagemcntslos in der Fremde: und mutz mit einem Male be­merke», daß stc nicht die Rückfahrt erhält. Tenn davon steht nichts im Vertrag, und die Kalse zur Hinfahrt drückte man ihr beiin Abschluß des Vertrages wortlos mit der Miene der Selbst­verständlichkeit in die Hand.

vermischte».

Ir»». Ei» iieucr St» »e sa v pa rat ist in jüngster Zeit bei niederen Wirbeltieren entdeckt und untersucht worbe». Tteler

Sinnesavparat ist nicht aus der Kürperobecstach« lokalisiert und kann soinil keine Erregungen von der A»ß nwelt aulnehmen. Er liegt vielmehr in dem lewen Kanal, der das Rückenmark durch­zieht. tm Zentrolkanal. Dort wurde er bei», Lanzctlsischchen, dem 'Ihnen der Wirbeltiere, und de» niedrig siebenden Neunaugen ge­sunden. Sein tan ist etwa folgender: In der Wand der Nücken- markrohreS stecken zahlreiche Sinnerzeste», die mit einem empfind­lichen, Druckreize nulnebmendeu Sinneslortsatz in den Zeiitralkanal vorragc», ivährcnd vom anderen Ende der Zellci, aus Nerven- iaie>», di« die Emvstndung z» anderen Zenlren leite», abgeben. 3», Zentralkana! aber ist bei bc» Neunaugen ein iadenaitiges Gebilde straff anSgcipannt. Alan nimmt mm an, daß bei einer Bieainig des sich schlangelnd bewegenden Körpers der Faden auf d e ElnneSwrtfätze drücke. Dabei luüsfe» bei jeder Lage ander« livitsätzc in Betracht kommen, also auch aiidere Zelle» und Neroen- ialern erregt ivirdeii. To kann jede Krümmung, jed» Lage- veräiidernug v» emcc bestimm!«» «teste registriert iverde». Der ganze Apparat also dient asten, Anscheine nach zur Regelung der Äcivegnnge». Da beim LavzeUfnchche» der Faden fehlt. ist an- uinebniei!, daß dort die Lageverändernnaen in anderer, einiacherer Weise ans die Tianeszeste» üve>trage» werden. Dr. St.

* Fachmännische Erkundigung. Ein Trupp von Besuchern wird von den Führern durch da§ Britische Museum ge- sübrt, und der Cieerone erläutert gerade den andächtig Zuhören­den die Schönheit einessterbenden Kentauren", als plötzlich ein Schweinezüchter aus Sniithiield mit lebhaftem Interesse an ihn die Frage richtet:Sagen Sie mal, wie wurde eigentlich dieses Wesen ernährt, bekam es Schinken mit Ei oder Heu?"

* Vorsichtig.Haben Sie je eine Ehe ins Auge gefaßt?"

fragt der junge Mann den alten, hartgesottenen Junggesellen.Ge­wiß. mein Junge," erklärte der Junggeselle langsam,aber stets aus sicherer Entfernung." _

vüchertlsch.

Die deutsche Prinzessin. Der Verfasser des so­eben erschienenen Romans von Georg Hirschfeld ist durch fein* DramenAgnes Jordan",Die Mutter" u. a. schnell berühmt geworden. Inzwischen Hai er sick> auch als guter, dichterisch hoch­stehender Erzähler erwiesen und bat in iminer reicher werdender Sckiasscnskrast soinen eigenen S'il gesunken. Er charakterisier! fein und uuansdri, glich »d hebt gerade die Unter ehmnnge mensch­lichen Gesühiswbcns mu lichcrcr uunst heraus D,e e Vorzüge zeig! auch sein neuer Roman. Ein Problem, das mirUnter­tanen" seit Jahrhunderten vor uns sehe», ohne ihm gls Menschen aus den Grund kommen zu wollen, d:ckt dieser Roman auf Zwei Welten scheidet das Leben des Fürsten: die seines individuellen Daseins, das aus denselben Wagschalen der Qual und Lust liegt, wie das unsrige, und die seiner nach außen wirkenden Existenz, ein seltsames, immer wiederholtes Opfer an den lügnerischen MolochMacht". Die Handlung spielt an zwei Fürstciihöscn. Das bunte, interessante Leben der verschiedenartigsten Menschen, die ineisterhasie Zeichnung, die Frische und Abwechselung sesfeln den Leser. Dem Inhalt habe» die Verleger, Gebrüder Enoch, Hamburg, daS äußere Gewand Ivürdig angepafti. Preis geheftet 4 Mk., gebunden 3 Mk.

Halt, steh still mein Freund, das neue'e Bäich»

chen derLebensfreude", erscheint bei flüchtigeni Hinblick für unsere rastlos vortvärts drängende Zeit wenig am Platz. Und doch - gerade dieses ewige Hasten und Vlnkzcbren der geistigen und körperlichen Kräfte nackt einem vielfach nebelhaften Ziel for­dert dringend einen Mahnruf zum Besinnen aus de» eigentlickw» Zweck des Lebens. Das neue Büchlein erhebt seine Stimme und fordert auf, über die Zukunft nicht die Gegenwart zu vergessen, Solcher mahnender Bücher bedarf imsere Zeit (Preis 1 Mark, P. I. Tanger, Verlag.) _

Buchstabenrätsel.

a, ab, am, ch, di, k, kr. In, na, ». orh, pf, pf, ra, ral, son, n.

AuS vorstehenden Silben »nd Dncbstaben losten lünk Wörter gebildet und derart untercinander geletzt iverde», daß die Anfangs« buchstabcn von oben »ach »nte» und die Endbuchstaben von »men nach oben gelesen, den Namen eines volkstümliche» Gelehrten er­geben. Es bedeute» aber die einzelnen Wörter folgendes:

1. Stadt ln Ungarn.

2. Gedtrae mit grotzein Mineralreichlum,

3. Griechische Göttin.

4. Berg im Fichtelgebirge.

5. Entsteht bei übertriebener Heiterkeit.

Auflösung in imchster Nummer.

Auslösung des magischen Dreiecks in Voriger Nnmtklerl

N 13 L K E

F, S A U

LAR K U E

Redaktion: K. Benrath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universttäis-Bnch- »nd Steindruckerel, R. Lang«, Gießen.