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Unterfldoufert Tarn. In feinen Mienen leuchtete es aus beim Anblick der schlanken, duftigen Mädchengestalt.

,,'n Tag, Herr Kyllburg! Sie kommen doch mit?" nickte Gerda dem Grüßenden zu und wandte sich dann an den Pater.Na denn adieu, Pa'. Schab', daß du nicht auch dabei sein kannst!"

Und sie reichte dem Oberstleutnant die Hand. Auch über die verhaltenen Züge des Vaters spielte es hell hin, wie er Gerda vor sich lsah: in blendendes Weiß getaucht bis hinab zu den zierlichen Schuhchen. Ein lichtes, heiteres Sommer- Wölkchen, von dem es ausging wie ein erfrischender Hauch, der Wohltat an dem sonnenwarmen Tage. Und Gerda, ohne Zweifel die rassigste der drei Schwestern, deren Schönheit stadtbekannt war, war ja sein erklärter Liebling. So drückte er denn jetzt mit heimlicher Zärtlichkeit und voll Vaterstolz ihre feine Rechte zwischen seinen schweren Händen.

Tut mir ja auch leid, Mädel! Aber du weißt diej Vorarbeiten für die Besichtigung. Na also, dann schwimmt ab. Seid vergnügt und, lieber Kyllburg, Sie denken ein bißchen mit dran, abends, wenn es kühl werden sollte, im Freien, daß sich diese junge Dame auch was Warmes umlegt."

Ein leises Sporenklingen.

Zu Befehl, Herr Oberstleutnant."

,/Aber Papa!" Gerda lachte hell.Ich bitte dich bei der Gluthitze!"

Ja, ja kenn' ich schon. Doch der hinkende Bote, das Rheuma, kommt nach. Also, Kyllburg, sie hat Ihnen Order zu parieren! Du hast doch auch irgendeinen Umhang mit?" wandte er sich noch einmal vorsorglich an die Tochter, die nichts bei sich hatte.

Natürlich alles schon im Wagen," redete sie sich schnell a!us.Mach' dir nur keine Sorgen!" Und sie hob sich aus den Fußspitzen empor zu dem, Vater.Also adieu, Pa'che n!"

Einen Moment schmiegte sich chre schlanke Gestalt weich an den hochgewachsenen Mann. In Waller Kyllburgs Augen, die aus ihr ruhten, trat ein leichtes Zittern. Aber es war wieder verschwunden, als sie sich nun zu ihm selber wandte.

Kommen Sie, Herr Kyllburg, man wird draußen schon ungeduldig."

Und sie eilte ihm vorauf zu dem offenen Jagdwagen, dem Krümper der Feldartillerie-Abteilung, deren Komman- deur ihr Vater war.

*

Das kleine Waldsest der Frau von Henning war pro­grammäßig verlaufen. Nach allerlei scherzhaften Spielen Herr Petersen hatte sie von einer Lloyddampferfahrt mitge- vracht Flaschenrennen, Eier-, Kartoffel-, Zigaretten-, Nadel- und Fadenlauf war man seßhaft geworden und zu Picknick und Bowle übergegangen. Nun war die Dunkel­heit gekommen, die mohnroten Lampions durchleuchteten! märchenhaft die Finsternis, der Mond stand schon iiberm Wald, und in kleinen Gruppen saßen oder promenierten die jungen Leute zusammen in der Nähe des Lagerplatzes.

Gerda überkam mllten in der frohen Laune der übrigen eine jener Stimmungen, wie sie ihr eigen waren. Ein plötz­liches Bedürfnis nach Alleinsein, nach Einsamkeit. Und un­auffällig wollte sie sich von den übrigen entferne». Aber Alans Petersen, der die ganze Zeit über ihre Gesellschaft ge­sucht und sie nie aus dem Auge verloren hatte, bemerkte es und wollte sich ihr anschließen. Allein zu sein mit dem schönen Mädchen in dieser weichen Sommernacht im Wald­dunkel ' es war ja gerade das, was er sich schon lange er­sehnte. So würde er die Situation zwischen ihnen beiden doch endlich einmal klären können. Und er löste sich gleichfalls von seiner Gruppe, um sich Gerda anzuschließen.

Aber dieser entging seine Absicht nicht. Ein Ausdruck geheimen Unwillens flog über ihr schönes Gesicht. Wie un­geschickt von ihm! Merkte er denn nicht, daß sie für sich allein sein wollte und 'zu allerletzt nach seiner Gesellschaft Ver­langen trug?

Aber Ivos machen? Sie konnte ihn doch auch nicht zurückweisen, wenn er sich ihr jetzt näherte.

Aergerlich gruben sich ihre feinen Zähne aus die Unter­lippe. Da siel ihr Blick auf Kyllburg, der in ihrer Nähe stand. Und sie gab ihm, dessen Blick sie gleichfalls suchte, schnell einen geheimen Wink. Dann lieber das! Walter Kyllburg würde sie nicht stören. Sie ivaren ja gut Kamerad mitein- ander.

Sofort begriff dieser auch und war an ihrer Seite. Ge­rade noch schnell genug, um zu seherr, wie plötzlich Petersen mit enttäuschter Miene seinen Schritt auf Gerda zu hemmte, einen Moment unschlüssig stehen blieb und sich dann einer andern kleinen Gruppe zukehrte, aus der das lustige Lachen Astrids von Henning herüberscholl.

Gott sei Dank! Das war Hilfe in der Not."

Gerda sagte es leise lächelnd, während sie mit ihrem Begleiter ein wenig tiefer in den Wald hineinschritt.

Sie wollten allein sein, Fräulein Gerda, aber nun haben Sie mich mit in den Kauf nehmen müssen."

Sie stören mich nicht. Sie werden ja nicht das nnab- weisliche Bedürfnis verspüren, mich krampfhaft zu unter­halten."

Ich werde mit Ihnen zu schweigeir wissen. Betrachten Sie mich einfach als nicht anwesend."

Sie nickte nur in stummem Danke. Dann schritten sic! beide wortlos ein Stück nebeneinander her, bis das Rot der Lampions drüben am Lagerplatz nur noch schwach herüber­glühte. Da machte sie Halt. Eine Weile stand sie so, regungs­los, und blickte in das Waldinnere, auf dessen grasbestan- denem Boden der Mondschein flimmerte. Gedämpft nur klang dann und wann ein Lachen, ein abgerissener Laut von! den andern da drüben her.

Hier möcht' ich ein Weilchen bleiben. Es ist so schön hier so still."

Und sie sah sich nach einer geeigneten Stelle um, um sich niederzusetzen. Aber Kt>llburg trat ihr entgegen.

Nein, Fräulein Gerda, nicht so. Das Gras ist stark voll Tau."

Das bißchen Feuchtigkeit, Sie Sicherheitskommissar!'«

Pardon, Fräulein Gerda ich habe Ihrem Herrn Vater versprochen"

Ja, ja ich weiß." Es klang etwas unmutig.Was gedenken Sie also als mein mir verordneter Vormund mit mir zu beschließen?"

Kyllburg hatte suchend um sich geblickt. Jetzt wies er mit der Hand ein Stückchen weiter.

Dort der Baumstumpf bitte."

Na, dam: also da! Wie Sie befehlen."

Sie schritt hinüber, ließ sich ans dem Stubben der alten Buche nieder und sann vor sich hin, als ob er gar nicht! mehr zugegen wäre. Ein leises Geräusch erst machte sie aussehen.

Und jetzt wollen Sie sich selber ins nasse Gras setzen? Logik, dein Name ist Mannk'

Einem alten Feldsoldaten tut das nichts," scherzte er.

Wer sie hatte schon mit leisem Rascheln ihren Rock an sich genommen, daß neben ihr Platz wurde.

Kommen Sie!" Es klang kameradschaftlich kurz.

Danke, sehr gütig."

Aber er nahm doch nicht direkt neben ihr Platz, es hätte sie beengt, sondern aus einer der starken und hoch-« ragenden Wurzeln des Baumstumpfes, die auch eine ain nehmbare Sitzgelegenheit bot.

(Fortsetzung folgt.)

va§ neue System.

Von Martin Proskaucr.

Ter Ingenieur Brockwith saß im Privatkontor des Herrn Harrison, des Eigentümers der großen Tonwarensabrik in Tampa in Florida.

Run," sagte Harrison,die vierzehn Tage, die Sie für das Studium meiner Fabrik sorderten, sind um. Was können Sie

tun?"

Ihre Leute lehren," sagte Brockwith, ein großer breit­schultriger Mann und sah Harrison aus kalte», klaren, grauen Augen an,und zwar so zu lehren, daß sie in einem halben' Jahr das doppelte wie bisher leisten!"

Harrison zuckte ungläubig die Schultern.

Jawohl," betonte Brockivith,das doppelte, ohne daß eine Maschine, ein Werkzeug neu gekauft wird!"

Nun, wenn Sie das können, dann vermag das Taylor- System wirklich Wuirder!"

Das kann cs auch, Sir," sagte Brockwith, und in seinen« eckigen Gesicht leuchtete eine feste, ziclbewußte Energie aus,ich sage Ihnen, Taylors Idee, die größte Arbeitsleistung mit der kleinsten Anstrengung zu erzwinge», ist der Erfindung der Dampf­maschine an Wert ebenbürtig. Ich kenne Fabriken, die beute dag dreifache ihrer früheren Arbeit schassen, nur weil Taylor icdemi einzelnen Man» gezeigt hat, wie er arbeiten und welche un->