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boi Brand löschen warben. Iffi gcfjüilc zu ihremBeritt", gewagte Touren uver Tack»ei zu unternehmen, sie sprangen über

die Tgchiirste, sie kletterten an den Blitzableiier, sie löschten mit nassen Tüäiern und Wassercimeen das Feuer. Matt gab >K»en, nie versprorhen, die Freiheit, die ihnen ireilich die Russen dann ni.de, bald genug nahmen ES war ein sehr würdiger Bürger, de, mir diese (Weil ichte erzäh.te, er hatte sonst sicher­lich allen schuldigen Abscheu vor Svigbubcu und Zellenbewoh- nern, aber er fügte seinen Schlusssatz ziemlich mivermittelt hin­zu:Was jammerschade war."

Solda» war im November aut kurze Zeit wieder in russi­schen Hände». An, dem Kirchhof in Solda» liegen die Gräber, derer, die a,n 1t>. November gefallen sind. Tas Kottbuser Landslurmbatai.Ion hat vornehmlich l ier seine gefallenen Kame­raden zur Ruhe gelegt. Tie Holzkreuze sind mit rührender (Sorgfalt geschnitzt, und die schweren Soldatenhände haben di: ,Anschriften so sauber gezeichnet, als hätte ein Kalligraph die Arbeit getan und nicht der Landsturm aus der alten Tuch- stodl Kottbus.

In den Trümmerresten der Stadt Soldan sind kaum noch Einwohner In den Läden, deren Scheiben zersckwssen sind, l»aben fliegende Händler ihre Soldatcnware für die durchziehen­den Truvvon augebreitet. Ich glaube, der Handel an der Front beinahe und dicht hinter ihr ist auserordentlich verdienstreich und setzt v i el e M i l i ion e ii um. Weder Ossizier noch, Mann­schaft fragen viel nach dem Preis. Tie Zigarre soll gut (was sic selten genug ifti, der StrmtiP? soll warm sein. Wer weis, lver morgen noch» rauchen und sich wärmen kann. Ten Fetzen von Annehmlichkeit, den man erivischen kann, reiht leder mit sester Hand an sich, morgen summen die grauen Flieger über das treffe Sch.neeield.Gilt es mir oder gilt cs dir. .

Kolonnen werden herangezogen. Infanterie marschiert durch die Straß'», die Autos mir den Fahnen des Generalkommandos und den spitzen Wimpeln der Tivisionen sausen um die Ecken. Neberall drängen sül: Soldaten, Kcünrperwagen rasseln die Strafe hinaus zur Lini-. Selbst wenn man nicht wühle, das; der An- ptifT heute schon oder morgen ciusetzen lvürde, man kann es tühl^n, wenn man lange genug in den Solditcnstädten gewesen ist und das lcbhatte Treiben von der Unruhe und dem Bereit- sein unterscheiden lernt.

Ein Rheinländer just ans Rüdesheiin, ach Rüdesheim, zeigt mir ein Hans, in das eben die Bewohner zurückgckehrt sein solle».Tas mit der grünen Tür, wo das Schild abgo-- rissen ist." Ich gehe hinein, meine Konservenbüchse in der Tasche. Durch einen grollen, leeren, ausgcraubten Laden komme ich durch mehrere große Zimmer, die als einzige Möbel ein So'a und ein Liegesoia haben, durch einen kleinen Raum, der ^ehemals ein Äinderzimmer war, denn ein groser Bär und ein'Schaukel- pscrd stehen in der Ecke, und eine kopflose Puppe haumelt von einem Wandbrett, das mir Äinderszeuen bunr beinalt ist. In der Küche ist Feuer. Eine alte Frau und ein junges Mädchen, beides Polinnen, l»antiercn am Herd. Sie wollen mir meine Konserven wärmen. Tic Glut im Herd leuchtet durch den ganzen Raum, in dem zerbrochenes, schmutziges Porzellan, halb­leere russische Konservenbüchsen, Brennholz, Stroh, zerschlagene Möbelstücke. alte Speisereste durcheinander liegen. Ich halte meine von stundenlanger Autofahrt erstarrten Finger über die Glut und sehe argwöhnisch zu, wie die Frau, die die Wirtschasterin hier ist, eine» Eßtov: reinigt. Sie ivricht polnisch und deutsch vor sich hin: das junge Mädel nimmt einen langen Stroh­halm, hält ihn in die Glut und gibt ihn mir als Zigaretten- sidibus. Bei dem hochslainmcnden Licht blicht die Alte aus. Ihre braunen Augen sehen schwermütig in die Verwüstung: Und ivas wird der gnädige Herr dazu zagen?" fragt sie mich plötzlich.

Ich mutzte lächeln und bin doch ganz ernst, toie ich mir an dem fremden Feuer die Hände tvärnre.

Feste Botzen und Stadt Lötzen.

An der Festung wird gearbeitet, die Russen werden das gegebenenjalks deutlich merken. Es ist sehr interessant, zu sehen, wie eine moderne Festung entsteht. Zu ichreiben ist darüber Natürlich nichts. Borkäusig rennen die Russen gegen unsere befestigten Feldstellungen weit im Borselde von Lötzen an, und wir machen beinahe täglich Gesangenc. Als ich in der Festung weilte, >ovr aus irgend einem Grunde das Gaslicht nicht in Ordnung. In den schniutzigen Straften, die voller Soldaten waren, die noch etwas sür Weihnachten mit hinaus nehmen wollten in die Stellungen, konnte man nicht die Hand vor deck Augen sehen. Unablässig donnerten dabei zu beginnendem Abend die schweren Geschütze.

In dem Lokal, in dem wir zu dritt zu Abend saßen, be­leuchteten Stearinkerzen und zioei Petroleumlampen ohne Schirm die drei dicht gefüllten Räume. Ab und zu lieh einer der Herren seine Taschenlanipe ansflammrn, weil es ihn doch viel- lciält interessierte, zu sehen, was er ähe. Eine Ordonnanz brachte eine Meldung an einen Tisch. Tie Russen hatten einen räudigen Hund in imscre Steilungen gejagt und an seinem Halsband einen Brief befestigt. Sic sagten da, daß Elsaß-Lothringen ja doch längst von den Franzosen besetzt tväre, daß man uns in Polen blutig geschlagen hätte:Lieben Kameraden, es ist unnütz lKricg zu rühren gegeneinander Uebergebt der Stadt Lötzcn und macht Frieden mit uns," Unter großem Hallo wurde be- schlossen, den Hund wieder zurückzusagcn niit einer schönen Wurst so am Halsband, das er sic nicht rerreichen tonnte:So seht ihr wenigsten», wie eine gute Wurst aussieht, von der wir hier noch 1000 Zentner haben! Kommt rüber und.t euch einmal satt, ihr armen Schlutter, eure Freunde, die Franzosen, sind auch schon da."

Tie Lichter drohten unter dem Gelächter auszugehen. Der arme Köter wurde wieder nach vorn in die Schützengräben ge­bracht und zurüchgejagt, gleichzeitig sagten die Kanonen einige weitere treffende Worte zu dem Thema.

Rolf Br a n d t, Kriegsberichterstatter.

Höchstpreise.

Bisher ersuhren »ur solche .Höchstpreise, der sür unsere Volksernälirung notwendigen Waren ein allgemeineres Interesse, als diese zum Teil lsserdurck) sicher gestellt wer­den sollte. Taß inan mit der Festsetzung der Höchstpreise nicht den goldenen Mittelweg gesunden hat, ist jedem, der sich mit den einschlägigen Fragen beschstiftrgt hat, vollaus klar geworden. Abänderungsvorschläge erfolgten nach ver­schiedenen Richtungen. So sind die Ausführungen der Han­delskammer zu Stuttgart sehr bcmerienswert, auch die Ein­gaben verschiedener dclanntcr Volkswirtschaftslehrer und Gewerkschastssührcr an die inaßgcbendcn Stellen, welche die Sicherstellung unserer Vorräte bezwecken. Aehnlich diesen Vorschlägen wies ich in einem Artikel unternr 20. Oktober, im Giehcner Anzeiger, daraus hin, daß die Sicherung un­serer Volkscrnährung ivährend des Krieges, nur in einer zlpeckentsprechcndcn z vangsn eise» Konsumtionsrcgulierung esunden werden sann. Tie Stinimen mehren sich und wer- en sich im 'Lause des Krieges weiter mehren, daß eine Lösung nach dieser Richtung die richtige scheint. Ich hege nur Bedenlen gegen den einen Vorschlag der obengenannte» Handelskammer, das Wort Höchstpreise durch Mindestpreise zu ersetzen. Wenn es auch heute de» Tatsachen vollauf ent­spricht, oast die Höchstpreise zu Mindestpreisen geworden suid, so könnte doch nach der rein rechtlich formalen Seite hin, diese Umänderung der Ramenszeichnung, Pedeiilen in sich tragen, und zwar mit Rücksicht auf bereits früher ab­geschlossene Lieserungsverträge Von weittragender volks­wirtschaftlicher Bedeutung würde dieses irwhl nicht sein, doch die Prozestzahlc» ivährend des Krieges zu beschränken, ist auch als will sci.eiiswcrt zu bezeichnen. Daß unsere Volks- ernähcniig nur durch die Auferlegung einesbehördlichen ZwangeS", bei der nicht absehbaren Dauer des Krieges,

ansrechterhalten werden kann, hierfür sprechen als Ar­gument die täglich sich, mehrenden Mahnungen, den Weizen- mehlverbrauch auf ein Minimum einzudärmnen. Von einer Not ist wohl noch nichts zu bemerken; doch mit den not- wendig iverdenden Vorkehrungen zu ivarlen, bis diese ein- tritt, hieße Fehler nicht wieder gut machen.

Lei der Neufestsetzung von Höchstpreisen sollte man daher bestrebt sein, eine Bedarfsregulierung mit zu ver- biuden. Diese Forderung wird um so leichter bei den Waren durchgefllhrt werden können, welche außerhalb derdiret ten" Ernährung stehen, d. h. wo es sich nicht um Lebens­mittel handelt, sondern um solche Waren, bei deren Vor­handensein und Besitz, dem Interessenten die weitere Allf- rechlerhaltung seines Betriebes gewährleistet wird. Gemeint sind die nötigen Roh- und Betriebsstoffe für das großh Gebiet der verschiedenartigsten Industriezweige. Der Mangel an Betriebsstoffen kann zur Notwendigkeit sühren, Betriebe ganz oder teilweise cinstellen zu müssen, so daß die Stei­gerung der Arbeitslosenziffern, schwere Lasten sür Staat und Kommunen bedeutete. So würde zum Beispiel der Mangel an Schmieröl zu großen Schäden für alle die Betriebe sühren, welche Antriebsmaschinen benötigen. Das tväre gleichbedeutend mit der Stillegung derIndustrie" überhaupt. Wie könnten die mit und nur bisweilen durch Kriegslieferungen beschäftigten Maschinenfabriken im Be­triebe^ aufrechterhalten werden, ohne das Vorhandensein von Schmieröl!

Besitzen wir in Deutschland noch genügende Mengen von Schmieröl, so besteht vor allem die Aufgabe darin, haushälterisch mit dem vorhandenen Quantum umzugehen. Immerhin ist dieses beschränkt, was durch die Preissteige­rungen gezeigt wird, welche bereits auf dem 3- bis Ifachen Betrage des im Frieden normalen Preises angelangt sind. Wohl sollen nach Zeitungsnachrichten Höchstpreise als Gegen­mittel gegen die sogenannten Spekulationspreise eingefiihrt werden, doch halte ich. diese Maßregel allein für unzu­reichend. Ter Staat müßte genau, wie es mit dem Terpen­tinöl und Benzin geschah, nur den Verbrauch in bestimmten Grenzen zulassen und verhüten, daß die vorhandenen Vor­räte unwirtschaftlich Verwendung fanden. Man ist allge- nieiil der Uebcrzeugung. daß noch große Posten an Schmier­ölen im Handel mit Aussicht auf die Erzielung noch höherer Preise zurückgehalten werden, doch läßt sich hierüber ohne zwangsstatistrsche Erhebungen kein Urteil abgeben. Bei einer eventuellen behördlichen Bedarfszutei- lnng an die Interessenten müßte auch an den Bedarf der Landwirtschaft für die kommende Ernte, für den Betrieb der Tampfdrcschmasch>üien, Dampspflüge usw. gedacht wer­den. Auch müßten bei der Vorratserhebung nach besonderen Qualitäten z. B. für solche Oele, die für niedere und shohe Temperaturen Verwendung finden unterschieden werden.

Nur durch so eine wirklich sachgemäße Bedarfsregu- liernng, in Verbindung mit der Festsetzung von Höchstpreisen sür Schmieröl könnten m. E. schwere Schäden von unserem industriellen Erwerbsleben ferngehalten werden.

Dipl.-Ing. Dr. Gustav Stöckle.

Au» SlaSt und fand.

Gießen, 31. Dezember 1914.

Stuf dem Felde der Ehre gefallen.

(Aus Hessen und den Nachbargebieten.)

Ossiz.-Stellv. Tr. Adolph 61 i n t m a n n, Nes.-Jni.-Ngt. 116, aus Worms. Kriegssrciw. Rudois Kerli » g , Res.-Fns.-Rgt. 88, aus Hanau. Musketier Konrad Schanz, Jick.-Rgt. 87. aus Üanan-Keffelitadt. Geir. d. Res. Jos. Rothschild, Jui.-Rgt. 116, aus Alsletd. Landivehrman» Heinr. St«über, Land- webr-Ins.-Rgl. IIP, aus Gontershausen. Seesoldat Lorenz Rteubet, 2. Seebat, 3. Marine-Ins.-Rgt., aus Gontershausen.

Kriegssreiw. Fritz Kroll, Jns.-Rgt. 168, aus Offeubach a. M.

- Res. Heinr. Wagner, Jnt-Rgl. >67, au? Naunheim. Geir. Ehristoph Steinacker, Jns.-Rgt. 107, aus Schlitz. Kriegssreiw. Heinr. Stier, cand. phil., Res.-Jnb-Rgt. 222, aus Nidda, Lcutu. d. Res. cand jnr. Fritz L a » d m a n » , Res - Jui.-Rgt. 221, aus Tnriuitadt. - Landsturmmaun Albert Knapp, Jns.-Rgt, 87, aus Tarinstadt, -- Gesr, Fritz Messer­schmidt, Jns.-Rgt. 138, ans Bicdenkops.

*

** Ritter des Eisernen Kreuzes. Feldwebel Dörr aus Lauterbach vom 2. Bataillon (Mörser), Fuß- artilleriesRegt. 18. Kanonier Johannes Grebe aus Goß­felden, Fußartillerie-Rcgt. 18. Oberjäger Theodor Krone­mann, Reserve-Jäger-Bataillon 24, A. Weber, Jäger- bataillon 11 und Reservist Lorenz Lauer aus Schröck. Feldunterarzt Fritz Salomon aus Gießen.

** Das Soldaten heim erfreut sich eines regen Besuches seitens unserer verwundeten Feldgrauen. Jedem einzelnen sind wir zum Dank verpflichtet und einen Beweis seines Dankes kann jeder erbringen, wenn er einen kleinen Beitrag zur Ausgestaltung des Aeims stiftet. Eine gute Ge­legenheit hierzu bietet sich in dem Vortragsabcnds (Montag, 4. Januar 1915, abends 8 Uhr, im großen Hör­saal der Universität), den die Herren Karl Höcker und Willy W. G ö t t i g veranstalten. (Siehe Anzeige in der heutigen Nummer.) Ter geringe Eintrittspreis von 30 Pfennig setzt selbst die Wenigstbemittelten in die Lage, den Abend zu besuchen und so die finanzielle Grundlag« des Soldatenheims zu festigen.

** Po st verkehr mit Ecuador. Vom 1. Januar 1915 ab sind im Verkehr mit Ecuador (zunächst jedoch nur mit der Hauptstadt Quito) Postanweisungen bis 200 Mark zulässig. Innerhalb eines und desselben Monats dür­fen von einem Absender an denselben Empfänger nicht mehr als 400 Mk. eingezahlt werden. Postanweisungen nach Ecuador sind in deutscher Währung auszustellen; sie werden im Bestimmungslande in der Landeswährung aus­gezahlt: der Umrechnung wird der Tageskurs der Bank in Quito zugrunde gelegt. Gebühr 30 Pfg. für je 20 Mk. oder einen Teil von 20 Mk. Nähere Auskunft erteilen die Postanstalten.

** Zur Aufstellung der Bilanz sür 1914 bei den Genossenschaften bringt Anwalt Dr. C r ü g e r in den Blättern sür Genossenschaftswesen Nr. 50 beachtenswerte Ratschläge. Es muß ohne weiteres anerkannt werden, daß die Ausstellung der Bilanz sür 1914 aus Schwierigkeiten stoßen wird. Da eine gesetzliche Regelung nicht zu erwarten ist, bleibt es bei der Anwendung des § 40 HGB., der freilich bei der Ausstellung des Inventars und der Bilanz von dem Zeitpunkt ausgeht, für welchen die Aufstellung stattfindet. Mit Hartung ist Dr. Crüger der Ansicht, daß für eine in Kricgszeiten ausgenommene Bilanz auch mit weiteren Ent- wicklungsperiodcn gerechnet werden muß. Es sei nicht denk­bar, daß die Llktivcn nur von dem Weitaus beurteilt werden, den sie gerade am 3l.Dezcinbcr 1914 haben. Mit der Sorg­falt eines ordentlichen Geschäftsmannes haben Borstands- und Anssichtsratsmitglieder den bisherigen Wert der Aktiven sestzustelicn Dabei muß man sich vor llnterschützung, aber auch vor licbcrschätziing der infolge des

Krieges eingetretenen Wertminderung hüten. Be­grüßt tvird es, daß cs nicht zu einer gesetzlich bestimmten Rücklage für Wertpapiere gckvmmen ist, um einer ungerecht- sertigten Dividendenverteilung vorzubeugen, denn diese Rück­lage wäre auf eine Strafe sür die Genossenschaften heraus­gekommen, die im Interesse der Liguidiläi größere Beträge an Staatspavieren haben, Das sorgsältige Ermessen des Vorstandes und Aussichtsrates tvird darüber entscheiden, wie die Wertpapiere bilanzmäßig zu bewerten sind. In der Regel werde man sich an den Kurszettel vom 25. Juli des Jahres halten, doch wird es auch Fälle '.'veu, in denen inan zur Erhöhung oder zur Minderung kommt. Als besonders dringend wird empfohlen, Kricgsreserven zu bilden und größte Zurückhaltung in der Dividcndciigcwährung zu üben. Es müsse auch an die Zukunft gedacht werden; es läge ge­rade im Interesse der Mitglieder, die Lage der Kreditgenvs- senschastcn durch Kriegsreserven zu festigen, was natürlich wesentlich dadurch zu erreichen sei, daß die Dividende niedrig gehalten wird,

Landkreis Gießen.

kl. Ruttershausen, 30. Dez. Schwer betrofsen durch den Krieg wurde die Familie Wrecke hier, indein bereits zwei Söhne den Heldentod fürs Vaterland ge­storben sind. Sluf dem Felde der Ehre starben aus un­serer Gemeinde bis jetzt 8 Krieger, während einer ver­mißt ist und eine Anzahl verwundet wurden.

Kreis Schotten.

O^L a u ba ch, 28. Dez. Seit der Mobilinachung sind ans »userer Stadt 236 B! i I i t ä r p s l i ch t > g e e i n b c r u ( e n worden, 88 stellen davon im Felde, Verwundet zuruckgekomnien sind 18, zwei werden als vermißt bezeichnet, drei sind verwundet in iran- zösischcr Gelangenschalt. Ten Heldentod fürs Vaterland ge­worben sind: Reservist Karl Lanlh, Landwehrmann Karl

Wagner, Leutnant der Reserve Dr. Julius Rotzler, Kriegs- lreiwisiiger Che lins, Reservist Brarinann, Feldwebel Fried­rich I o ch e in. Mil den. Eisernen Kreuz wurden ausge­zeichnet: Tr. Fritz Wetzell, Forstassessor Wilhelm Göbel, Karl V o n - E i s s, Hanptinaiiii Reinhardt G o l d in a n n.

Starkcnburg und Rheinhcssen.

O 4l n s (de NI I n d l I ch e.» Odenwald, 28. Dez. Zurzeit herrscht auch hier in allen Orten große Petr ölen in not. In vielen Häusern behilit inan sich mit Stearinkerzen. Wo es die Arbeit einigerinaßen erlaubt, begibt nian sich frühzeitig zur Rubi. In vielen Gemeinden sieht man schon kurz nach 8 Ubr dunkle Hauser. Wenn vielerorts der irüher geplante Anschluß an das Mörlenbacher Cleltrizltätswerk zur Ausinhrung geiommen wäre, würde jeig der Licht»,angel sich weniger lühlbar machen.

O W a l d - M i ch e l b a ch, 28. Tcz. Tie Vorbereitungen zur Errichtiiiig eines Lazaretts in den hiesigen zwei Schwestern- Häuser,, sind zurzeit in vollem Gange. Im Januar werden varans» nchtlich die ersten Verwundeten nach hier komnien.

Hcssen-Nassan.

b. Sieben topf, 30. Tcz. rer Vorstand des Kreis- kriegcrverbandes Biedenkop! war in der glnctlichen Lage, eine W e i h n a ch t s g a b e von 2000 Alk. unter Wilive» des Bezirks zu verteilen, die das schwerste Opier lür das Vaterland gebracht habe». Von privater Seite und seitens des Kreisans» schnsses war se zur Hälfte dieser schöne Betrag sür diesen Zweck gestislet worden.

d. Herborn, 30. Dez. Tie Stadtverwaltung erhielt die behördliche^Genehmignng zur Erhebung einer K r i e g s st e n c r »nt einer Steuererhöhniig von 150 aus lob Prozent, Tic Steuer hat Wirkung snr das RcchninigSjahr 1814.

Lingesanv».

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei

Verantwortung.)

Ter Wochenmarktbericht, der amtlich fektgestellt wird, notiert schon seit ca, 3 Monaten den Preis für Butter auf unseren Wochenmärltcn mit Mk. 1,20 vro Pfund, Es ist dies der Höchstvreis si>r Bniter, den Ober» bürgermeister Krller bald nach Kriegsausbruch iesigesei;« batte. Tatsächlich iveiß jede Haussran, daß Butler schon lauge per Pjnnd in tbießen mit pik. 1,40-1,50, auch nui den Wochenmärklen, ge­bandelt ivnrde, und vor Weilmachten sogar zeitweilig sebr knavp war. Erst am letzten Tienstagsmarkt schlug die Butler ivieder nn Preise ab und wurde mit Bit 1,201,30 verkamt. Es wäre do.g richtiger, iveun in »»seren Marktberichten der iv i r k l i ch e Al a r k i- preis sür Butter zum Ausdruck gebracht ivürde, damit die Pro- duzcute», welche ihre Ware nicht direkt nach der Eia:l briuaeu, sonder,i an Zivischenhändler z»>» Blarktpreise verlausen, keinen Nachteil erleiden, iveun sie sich »ach dem amllicheu Marktbericht richte». 2luch in der auswärtigen Presse hat mau sich schon über den angeblich billigen B n t! e r v r e i s in Gießen gewnn- dert, ivie ibn die ivlarkiberichte bisher verzeichnet haben. _

kirchliche Nachrichten

Evangelische Gemeinöe.

Reujahr, Freitag, den 1. Januar, Sotterdlcnlt.

Tn der Zohannerklrche.

Dormittags 9'/, Uhr: Piarrnisiiteiit H o i s m a n n,

Evangelischer GotteLdienst.

Lollar: Donnerstag, den 31, Dez., abends 8 Uhr.

Kilchberg: Freitag, de» I, Jamiar, vorm. 10 Uhr.

Mainzlar: Freitag, den I. Januar, nachmittags 9,2 Uhr.

(Nach allen Gottesdiensten Kollekte sür den Hitsslazarettzug.)

Dekan G u ß in a n n.

Israelitische Religionrgemeinde.

Sotterdienst in der Synagoge (Süd-Anlage).

Samstag, de» 2. Januar 1815:

fetab eit) 4.30 litte.

Morgens 9.01) Uhr.

Nachmittags: 3.39 Uhr.

kabbalairsganz 5.30 Uhr.

Israelitische Neligionsgesellschast.

Sotterdienst.

Eabbaltelee am 2. Januar 1915:

Freitag abend 4.15 Uhr.

Samstag vorintttaq 8.39 Uhr.

Samstag nachmittai 3.39 lihr.

Sabbat-AuSganq 5.30 Uhr.

Wochengottesdieilkt: Morgens 7.10, nachmittags 4.00 Uhr.

Meteorologische Beobachtungen der Station Sietzen.

Dez,

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Veiv. Hiuuue

Höchste Temperatur am 29. bis 30. Dez. 191* -r + 5.0 C. Niedrigste . , 29. , 30. , 1914 - 0,5 .

Niederschlag: 0,0 nrn.

verantwortlich fürFeuilleton",Gerichtssaal" u.i6enmicyte*"; I. V.: August Ä o e tz.