Ausgabe 
31.12.1914
 
Einzelbild herunterladen

Reichstag genehnngt ist. Die Ortskrankcnkasse Gießen hat in den

letzten 17 Jahren eine ganze Reihe von Mehrleistungen über Nk> gesetzlich zuläsftge Maß der Leistungen hinausqehciid, im Interesse der Versicherten erngesührl. Mein setzte die Karenzzeit von 3 Tagen mit 1 Tag herab, erhöhte das Krankengeld, bezahlte in Erkran kungsfällen Krankengelder auch sür Tonn und Feiertage, inan gewährte eine Fürsorge sür Genesende usiv. Die Kasse hat dafür in dem Zeitraum von 17 Jahren ca. 400- bis 000000 Mark misgcgeben and marschierte in dieser Beziehung au der Spitze der Krankenkassen in Hessen, ohiie aber dabei die höchsten Beiträge ,u verlangen. Durch das Notgesetz sind sämtliche M e h r l e i st u n - gen in Fortsall gekommen und dabei bestimmt dieses Gesetz eine Beitragshöhe von 4V- Prozent des Grundlohnes, doch kann mit Zustimmung des Bcrsicherungsamtes, wenn die Verhält­nisse der Kasse es zulassen, von einer Beitragserhöhung abgesehen werden. Auch kann in Ausnah,nesällen eine Mehrleistung weiter gewährt werden. Der Vorstand war sich darüber einig, daß in der heutigen Zeit eine Erhöhung der Kassenbeiträge unangebracht sei, daß man es daher dei den jetzigen Beiträgen belassen solle, daß aber unter Fortsall aller Mehrleistungen die ärztliche Ver­sorgung der Familien /oer Mitglieder aus Kosten der Kasse b e st e h e n bleiben soll. Das Versicherungsamt, welchem die­ser Antrag des Vorstandes zur Genehmigung unterbreitet tvurde, lehnte denselben ab und erklärte, ohne eine Erhöhung der Mit- glieder beitrage keine Mehrlei st ung brr Kasse "zulassen zu können. Erst auf eine erneute Vorstellung hin genehmigte das Versicherungsamt den Vorschlag des Vorstandes. Tie erkrankten Mitglieder beschweren sich jetzt häufig über die verminderte,, Leistungen der Kasse, doch läßt sich leider dagegen nichts machen, da die ganze Materie durch das Nvtgesetz ihre Regelung erfahren dal, an der die Verwaltung der Kasse nichts ändern kann. Was die Kriegs- Wochenhilse anlangt, so gewährt diese das Reich aus allgemeinen Mitteln. Tic Krankenkassen und Änappschaftskasscn zahlen die Beträge aus. Bezugsberechtigt sind diejenigen Wöchnerinnen, deren Männer im Kriege sich befinden, tvenn diese 26 Wochen einer Krankenkasse als Mitglied ange­hört haben, oder die Wöchnerin selber der Krankenkasse angehört hat. Unpraktisch ist dabei die Bestimmung, daß die Unterstüt- zungsbereclttigte sich toegen der Kricgswochenhilse an diejenige Krankenkasse wenden muß, der der Ehemann zuletzt angchört lwt. War dies z. B. in Essen der Fall, und die Frau wohnt in Gießen, so kann nur die Krankenkasse in Essen die llwter- stützung auszahlen. Das Gesetz ist ani 3. Dezember in Kraft getreten und hat keine rückwirkende Kraft. Tee ganzen Be- srimmungen des Gesetzes sind sehr kompliziert und führen zu Unzuträglichkeiten utid Beschwerden mancherlei Art. Tie Praxis aber wird mich hier manche Unklarheiten der Bestimmungen überwinden.

Nach diesen Darlegungen wurde die Versammlung geschlossen.

** Handwerk und Hcereslieserungen. Tie Hessische Handwerkskammer schreibt uns: Für die Dauer des Krieges ist eine sür das militärische Berge- bungswesen außerordentlich einschneidende Anordmtng ge­troffen worden, die vor allem auch dem reellen .Handwerker­stande die so lange erstrebte gründlichere Beteiligung an Hecres- lieserungcn gewährleisten soll. Wie bereits durch die Tages­preise bekannt gegeben, wurde für die Dauer des Kriegs ein Be­kleidungsbeschaffungsamt in Berlin, Budapester Straße 132, errichtet, das den vom 1. Februar 10 15 ab eintretenden Bedarf an de» verschiedensten Heeresausrüstungs- gegenständen zu decken bat. Ale Angebote aus derartige nach dem 1. Februar 1915 zu beschaffenden Gegenstände werden daher nicht mehr von den einzelnen Korps oder Kriegsbekleidimgsämtern, sondern einzig rmd allein von dem Bckleidungsbeschaf- fungsamt zu Berlin angenommen. Besonders hervvrzuheben ist die weitere Bestimmung, daß die Angebote des Handwerks an die zuständige Handwerkskammer zu richten sind, die sich über die Leistungsfähigkeit, sowie auch über die Frage der zu­ständigen Handwcrksztveigc zu äußern hat und sodann die Weiter­gabe vermittelt. Die Angebote müssen genaue Angaben über die zu jicserndcn Gegenstände und für welchen HeercSbezirk geliefert werden soll, enthalten. .Berücksichtigung finden die der Heeres- verivaltring bereits bekannten Unternehmer imd Korporationen, neue Bewerber oder neu errichtete Korporationen dann, wenn sich die Handiverkskammer über Zuständigkeit und Leistungsfähigkeit geäußert hat. Die Hessische Handwerkskammer ist be­reits erneut im Interesse der Handwcrkszweigc an die in Betracht kommenden militärischen Behörden des Bezirks herangetreten. Sie kann naturgemäß nur unterstützend und beratend tätig sein, erwartet deshalb, daß die Handwcrkskorporationcn und einzelnen Meister sich eifrig regen, besonders die tzlusschreibungen genau verfolgen und rechtzeitig die Kammer um Unterstützung ihrer Angebote angehen. Man soll dabei bedenken, daß es Kriegszeit ist, die großen Lieferungen in verhältnismäßig kurzen Fristen zur Ausschreibung und Lieferung gelangen müssen, weshalb cs gilt, in ieder Hinsicht emsig tätig zu sein. Die Neuordnung läßt er­kennen, daß die Heeresverwaltung auf starke Beteiligung des Handwerks rechnet, diese läßt sich aber nur zum dauern­den Vorteile sür das Handwerk gestalten, wenn sich die einzelnen Zweige sachgenosscnschastlich z u s a m m e n s ch l i c ß c n. Hierdurch nnrd es gelingen, Lieferungen in größerem Umfang zu übernehmen und sonach in zweckentsprechender Weise einer größeren Zahl selb­ständiger Betriebe Arbeit und Verdienst zuzusühren.

Landkreis Gießen.

Allendorf a. d. Lda., 30. Dez. Oberlehrer Prof. Ehringhaus aus Bielefeld, der schon oft während fei­ner Ferien sich als Prediger hier bewährt hat, predigte am Sonntag im Vormittagsgottesdiciist sehr eindrucksvoll über die Schriftwortc:Sammelt die übrigen Brocken, daß nichts umkomme!" Gestern abend hielt er in einer Ver­sammlung der Ortsgruppe des Evangelischen Bundes im Gasthaus zum Bahnhof einen zeitgemäßen Vortrag über soziale Fürsorge.

fl. Ruttershausen, 30. Dez. Heute nachmittag wurde hier der Musketier Ludwig Schwarz von der Maschinengewehrkompagnie des Infanterie-Regiments Nr. 168 zu Grabe getragen. Ei» zahlreiches Trauerge­folge, die Vereine des Orts und eine Abordnung von 20 Mann des Landsturm-Ers.-Batl.-Gießen gabelt dem Verstorbenen die letzte Ehre. Dekan G u ß m a n n hielt die ergreifende Grabrede und die Abordnung gab drei Ehren­salven über die offene Gruft ab. Ter Verstorbene war in Kämpfen auf dem ivestlichen Kriegsschauplatz anfangs Sep­tember verwundet worden, jedoch bereits soweit wieder ge­heilt, daß er gedachte, die Weihnachtsfeierlage in der Hei­mat zu verbringen, als sich sein Zustand plötzlich verschlim­merte, was seinen Tod zur Folge hatte.

Starkcnburg und Rheinhesscri.

m. O s s c n b a ch a. M., 30. Dez. Ueber die bisherige Wirksam­keit der K r i e g s s ür s o r g e der -ladt Offenbach ist soeben eine Denkschrift erschienen, b-.c em übersichtliches Bild über die Fürsorge für die Familien der Kriegsteilnehmer und arbeitslosen Personen gibt. Danach betrug die Zahl der unterstützten Familien und einzustchendcn Personen im September 5108, im November bingegen nur 3154. Zür^Behcbung der Arbeitslosigkeit wurden die Notstandsarbeiten der Stadt in dieiem ^cahrc früher als sonst ansgcnonimen »nd andere geeignete Maßnahmen getronen. In weitgehendem Maße berücksichtigt die städtische ,yürsorge die Angestellten nnd Arbeiter der Stadl Ossenbach, deren Angehörige von 5090 Pro,, des Wochenverli'üstes ihres Ernährers erhalten. Tie llnterstütznng wird auch den ledigen Arbeitern gewährt sür die Verwandten in aussteigender Linie uiid die Geschwister: ihnen werden je 25 Proz., insgesamt aber höchstens 50 Pro,, des bis­herigen Lohnes inloweit geivährt, sallc- deren Angehörige von den Eingezogenen unterhalten wurden oder das Unterstützungsbedürinrs erst nach erfolgtem Tiensteintritl des Arbeiters hervorgetrcten ist. Ferner sind die städtischen Arbeiter und Bediensteten mit einem

Änteil van je 10 Mk. in der hcssischeii Kriegsversrcheruna versichert Als Fürsorge für Handel und Gewerbe wurde die Hssenbacher

Kreditgenossenschaft 1914 E G. in. b. H. gegründet, der heute 150 Mitglieder mit rund 150000 Mk. eingezahlten Geschäftsanteilen und 600 000 Mk. Haftsumme angehören. Ebenso wurde sür das Handwerk und Kleingewerbe eine Kredithilse geschaffen, dessen Maximalkredit aus 500 Mk. festgesetzt worden ist. Zur Deckung etwaiger Ausfälle haben der Onsgcwcrbcvercin, die Stadt Offenbach und andere private Interessenten einen Garantie- sonds von 50 000 Mk. zur Verfügung gestellt. Die weiteren Für- sorgeeinrichtungcn der Stadt bestehen in der Errichtung eines Einigungsamtcs sür Mietstreitigkcitcn sowie der llebcrnahmc von Mietbcträgen durch die Stadt.

* Mainz, 30. Dez. In der heutigen Sitzung der Stadt- verordneten wurden für eine tzindcnburg-Spende 10000 Mk. einstimmig bewilligt. Tie Stadt Wiesbaden hatte mit dem Ministerium der Finanzen, Abteilung sür Forstwesen, in Verhandlung gestanden, wegen Pachtung eines Platzes am Wald Uhlerborn zur Ablagerung des Müls. Tie Stadt Wiesbaden hat jetzt, wie das Ministerium der Stadt Mainz mfttcilt, diesen Plan fallen lassen. Zum Schlüsse der öffentlichen Sitzung gab der Oberbürgermeister einen kurzen Uebcrblick über die Ge­schäfte der Stadt im abgelausenen Jahre nnd die Einwirkung des Krieges aus die verschiedenen städtischen Vcrwaltungs- zweige. Besonders l>at die Volksschule gelitten, indem nicht we­niger als 90 Lehrer zur Fahne einbernsen wurden. Von dm Schutzleuten wurden 66 eingezogen. Von der Straßenbahn muß­te» bis jetzt 50 Proz. des Personals in das Feld.

Standes«!

Gießen.

Eheschließungen: Dez. 24. Karl Heinrich Arnold, Dreher, -Oberheizer der Seewehr, mit Luise Johannette Wilhel­mine Euler, beide in Gießen. 30. Valentin 'Anton Komm, Anwaltsgehilfe, mit Marie Margarete Nonnewitz, beide in Gießen.

Geborene: Tez. 9. Dem landwirtschastlichen Arbeiter

Stephan Janik eine Tochter, Leokadia. 20. Dem Kautmann Ernst Merlau ein Sohn. 22. Dem Postinspektar Karl von Bültzingsloewen ein Sohn, Karl Kurt Gerhard Siegfried. 23. Dem Registrator Karl Max Erist Christian Wiedmeucr eine Tochter, Käthe. 24. Dem Bäcker Johann August Renz ein Sohn, August Heinrich. - 27. Dem Weichensteller 1. Klasse Ludwig Sann eine Tochter, Auguste Marie.

Stcrbesälle: Dez. 23. Juda Katz, ohne Berus, 69 I. alt, Friedrichstr. 10. Margarete Brühl, geb. Lenz, 71 Jahre alt, Edcrstr. 19. 25. Heinrich Frebel, ohne Berut, 67 Jahre alt, Krofdorser Str. 10. 28. Katharine Dielst, geb. Herr­mann, 66 Jahre alt, Schloßgassc 10.

Im Felde gefallen: Okt. 21. Friedrich Oswald Rie­del, Oberkellner, Reservist, 29 Jahre alt, Crednerstr. 36, bei le Qucsnoy gefallen.

Amtlicher Wetterbericht.

Ocssentlichcr Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichte» in Hessen am Freitag, de- 1. Januar 10i5: Bedeckt, zeitweise Nicdevicvläge, südivestlickie Winde.

Letzte Nachrichten.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 31. Tez. vorm. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. An der Küste war im allgemeinen Ruhe. Der Feind legte sein Ar­tilleriefeuer auf' Westende-Bad, zerstörte einen. Teil der Häuser, ohne militärische» Schaden anzurichten. In der von uns gesprengten Alger-Auberge-Fernie, südöstlich Reims wurde eine ganze französische Kompagnie vernichtet. Starke französische Angriffe nördlich des Lagers von Chalons wur den überall abgeiviesen.

Im östlichen Teile der Argonnen gewannen itnsere Truppen unter Fortnahmc inchrerer hintereinanderliegen- der Gräben und Gefangennahme von über 250 Franzosen erheblich Boden. In Gegend Flirey, nördlich Toitl, scheiter­ten französische Angriffsversuche. Im Oberelsaß, in Ge­gend westlich Sennheim, brachen sämtliche Angriffe der Franzosen in unserem Feuer zusammen. Systematisch schos­sen sie Haus für Haus des von uns besetzten Torfes Stein­bach in Trümmer. Unsere 'Verluste sind aber gering.

Oestlicher Krieg s schau Platz: Lage in Ostpreu­ßen und in Polen, nördlich der Weichsel, unverändert.

An und östlich der Bzura dauern die Kämpfe fort. In Gegend Rawa machte unsere Offensive Fortschritte. Auf dem Ostufer der Pilica ist die Lage unverändert.

Oberste Heeresleitung.

Dar Ergebnis der Kämpfe von Lodz und Lowicz.

(WTB.) Berlin, 31. Dez. (Nichtamtlich.) Aus dem Großen Hauptquartier erfahren wir. daß unsere in Polen kämpfenden Truppen bei den an die Kümpfe bei Lodz und Lowicz anschließenden Verfolgungen über 56 000 Gefangene gemacht und viele Geschütze und Maschinengewehre erbeutet haben.

Die Gcsamtbcutc unserer am 1l. November in Polen einsetzenden Offensive ist somit aus 136 600 Gefangene, über 100 Geschütze und über 300 Maschinengewehre gestiegen.

*

Keine militärischen Feiern aus Anlaß des Neujahrstages.

Berlin, 30. Tez. Wie die Korrespondenz Piper mittcilt, findet das große Wecken am Neujahrstaac nicht statt. Alle mili­tärischen Feiern, die alljährlich aus Anlaß dieses Tages abgchalten wurden, so auch d.ic große Parolcausgabe im Zcughansc, werden in diesem Jahre nicht erfolgen.

Die Schlappe der Verbündeten bei Festhubert.

Rotterdam, 30. Dez. Ueber die Schlappe der Verbün­deten bei Festhubert berichtet ein Korrespondent derDailv Mail" in Nordsrankrcich nunmehr Einzelheiten: Infolge eines verzwei­felten Angriffes einer starken deutschen Abteilung entstand an einer kritischen Stelle in der Linie der Verbündeten eine Bresche, die jetzt aber wiederum zngestopst worden ist. Am 20. Dezember begann der deutsche Vorstoß aus dem gänzlich verlassenen Dorfe Festhnbcrt, das in der Nähe von Bethune und nur 80 Kilometer von Boulognc liegt. Tie englischen Schützengräben, die sich vor jenem Torfe befanden, waren von indischen Truppen besetzt. Ter Angriff der Deutschen begann frühmorgens, indem zahlreiche mit Handgrana­ten bewaffnete Mannschaften plötzlich aus den Schützengräben hervorsvrangen. Wegen der geringen Entfernung war es unmöglich, diese Lawine anzuhalten und sic wälzte sich über die ersten Gräben der englischen Linie hinweg. Mehrere Stunden känipften die Inder mit ihren Ba­jonetten und Messern, und obgleich die Deut­schen schwere Verluste erlitten, gelang es ihnen, gegen Mittag die Schützengräben zu besetzen. Später, am Nachmittag, rückten englische Verstärkungen heran und jetzt brach die kritischste Stunde des Tages an. Tie Deutschen hatten das Dorf Gioenechy ge­nommen, L>u dessen Wiedereroberung zwei Regimenter sranzö- iischcr Territorialtrnppcn von der Seite anrückten. Während der ersten zwei Stunden erlitten die Verbündeten schreckliche Verluste oder >vie der Korrespondent sich nusdrückt, die Entente ivurde mit dem Blut von Franzosen, Engländern und Indiern vielfach besiegelt. Es war ein Sturzbach verzweifelter Mannschaften, die sich mit Handgra­naten, Messern und Bajonetten schlugen.

Deutscher Fliegcrbcsuch über Wesrenüc.

Amsterdam, 31. Dez. Aus Paris wird gemeldet, daß am 20. D^ember ein deutscher Flieger über

> Westende flog, gerade als die jungen belgischen Soldalen des Jahrgangs 1914, die vor kurzem eingerecht worden sind, den Fahneneid leisteten. Ter belgische Oberst befahl sofort, das Feuer auf den Flieger zu eröffnen, aber er wurde nicht getroffen. Er warf drei Bomben herab, die in die Nähe der Truppen fielen, ohne jemand zu töten oder zu verletzen.

Wirren in Petersburg.

Rom, 31. Dez. Ueber Petersburg ist der B e l a g c r u » g s * zustand verhängt worden.

Die Kämpfe in den Karpathen.

Rotterdam, 31. Dez. DerMorning Post" wird gemeldet: Der Kampf in den Karpathen dauert mit vcr- zweijelker Heftigkeit fort. Tie Russen verstärken die Truppen auf der ganzen südlichen,Front. Tie Schlacht wütet in die­ser Gegend schon über zwei Wochen. Am vorigen Sonntag war der Lctroczs-Fluß zugcfroren. Die Russen brachen das Eis aus einer Strecke von mehr als 7 Kilonieter aus, uni die Lesterreichcr an dem Ucbcrgang zu verhindern. Am folgenden Abmd war der Fluß aufs neue so weit zugefroren, daß der Uebergang an verschiedenen Stella» möglich war. An einigen Punkten entstanden auf dem Eis Gefechte von Mann gegen Mann. Das Eis brach ein nnd die miteinander ringenden Mannschaften verschwanden zu sammen in dem eiskalten Wasser.

Rovigno beschossen.

Berlin, 30. Tez. Aus Venedig wird gemeldet: Die «tg- lisch-französische Flotte sei mit 30 Kricgsschisicn und vielen Tor­pedobooten vor dem Kanal von Fasana erschienen, wo die ent- serntestcn Außcnwerkc der Befestigungen von Pola liegen. Darauf soll sie Rovigno beschossen haben, weil vom .Kirchturm aus Signale gegeben worden sind. Rovigno liegt südlich von Pola.)

Die Note der Pereinigtc» Staaten an England.

i. Köln. 31. Dez. In einer Meldung von der holländischen Grenze gibt dieKöln. Ztg." ein Telegramm desNicuwe R o t t e r d a m s ch c Courant" aus London wieder, das sich mit dem Eindruck und den Folgen der amerikanischen Note an England besaßt. Zunächst gibt der Bericht folgende Aeußcrnng derMorning Post" aus Washington wieder: Die öffentliche Meinung in den Vereinigten Staaten pflichtet der Re­gierung vollkommen bei. Weitaus die Mehrzahl der amerikani­sche» Bevölkerung bat zu Ausang nach der Seite der Verbündeten bin geneigt, aber die Handlungsweise der britischen Regierung, di- ftch 'v der Ausnahme einer großen Zahl von Waren in die Liste dee bedingten Konterbande nnd dem Anhalten amerikanischer Schisse äußert, bat einen U m s ch w n n g in diesen Anschauungen hervorqcrusen. Es besteht gegenwärtig bedeutend weniger Hinneigung zu den Verbündeten als in den beiden ersten Kriegsmoiiaten. Präs. Wilson bat sich von einem Journalisten über die Note ausfragcn lassen. Man dürfe dieselbe nicht als eine D r o b u ng auffassen. Tie Gefahr liege, nnc man all­gemein annimm!, darin, das: die Bereinigten Staaten, die Eng­land tatsächlich berausgeiordcrt haben, jetzt nicht mehr zu­rück können, ivcil sonst der Präsident und seine Partei ab- gewirtichastet haben würden. TieTimes" bezweifeln nicht, daß die Note in freundlichem Tone gehalten ist, wenn auch die Inhaltsangabe einen and.rn Eindruck mack)«. Allgemein aber ist die Ansicht, die amerikanische Behauptung, der Ausfuhrhandel Amerikas werde empfindlich behindert, mache sich etwas be- ftcmdend gegenüber der Tatsache, das: man von amerikanischer Seite gerade heute Zahlen vcrössenlliche, aus denen hervorgehe, daß beispielsweise die 'Ausfuhr von Lebensmitteln im November 1914 viermal größer gewesen sei als im gleichen Monat des Jahres 1913.

Kapitän Müller.

Kopenhagen, 31. Tez.Politiken" meldet aus Kairo: Kapitän v. Müller, der heldenmütige Führer der Emden", ist als Kriegsgefangener von Australien hier an- gekommcn und wurde nach Alexandrien weiterbefördert. Von dort aus soll er später nach London gebracht werden.

Beschlagnahme zweier deutscher Dampfer.

Kristiania, 31. Tez. Tic Dampfer des Norddeut­schen LloydDerslinger" undLützow", die im Suezkanal lagen und, obwohl sic sich auf dessen Neu­tralität beriefe», das Gebiet des Kanals binnen 24 stun­den verlassen mußten, sind bei der Ausfahrt aus deni Kanal von englischen Kriegsschiffen aufgebracht und nach Alexandrien geführt worden.

Von den italienischen Freiwilligen.

Berlin, 30. Tez. Priv.-Tcld DerBerliner Lokal -An,." meldet aus Rom: Bruno Garibaldi, ein Enkel des Volks- Helden, ist bei einem Sturm aus deutsche Schützengräben im Ar- gonnemvald gefallen. Ties war bas erste Geiecht, an deni das italienische Frciwilligenkorps leilnahni.

Lina Hofmann 'W'illi Schaffer V erlobte

Lollar Frankfurt a. M.

Neujahr 1915 0MM

Philosophenwaid.

Xcnjahrntag 1915

Grosses Konzert'S 1 "

zum Besten des neu sepründ len (»iesNener Soldatcnlieiiiis u . Ausführende: 35 Herren chcmal. Militärmusiker und sonstige Kräfte.

Direktion: Der Grossh. Musik dir. a. D. Herr C. Kraussc. Anfang naehmit ags 4 Uhr. Eintritt 50 Pfg.

__ Verwundete sind Gäste. _ 12710D

Cafe Ernst Ludwig

Silverster-Abend >«7.

patriotisches Künstler-Konzert Rheumatismus-, Ischias- und Gichtleidende

nehmen die gUfcnseend bewahrten

Petrin - Tabletten

Name gesetzlich geschützt 1 'S M

anerkannt beste« Mittel, da vollständig; nnxebitd- lieh. ohne jegliche. Nebonersclieinuiisen und sicher wirkend. Zn haben in allen Apotheken. NB. Patienten wird Rat nnd H II, erteilt iRoltkentrune 7. morgen* *-11, mittige St Ohr.