Eisenbahn fand 1832 in England starr, n» versuchsweise ein Jnsairterierrgimeick >ruf der ebär erst grdmiten Balm von Liverpool nach Manchester gebracht wurde In Deutschland fand der erst« größere Truppentransport aus dem Scküencnwege im Jahre 1846 statt. ES würben 9990 Mann, 309 Pferde, 10 Feldgeschütze und 30 Tvaiuwagen des 4. preußischen Armeekorps aus der oberschlesischen Bahn nach Sfrafotu befördert Das war damals schon eine recht gute Leistung. Die Wichtigkeit der Eisen- bahnen für die Mobilmachung und die Nachschübe trat in der Folgezeit immer deutlicher hervor, und die Militärbehörden legten d« Orgcnifation des Tvansvortwesens immer mehr Bedeutung bei. Zu eigentlichen strategischen Operationen aber ist die Eisenbahn zum erstenmal im Jahre 1859 von den Franzosen benutzt worden. Schon die Besörderung des französischen Heeres nach Italien war ein Meisterstück des damaligen französischen Eisenbahnwesens. Es wurden auf der zweigleisigen Strecke Paris- Marseille und deren Abzweigungen vom 20. April bis zum 15. Juli gegen 230000 Mann mit etwa 36 000 Pferden befördert, wobei durchschnittlich täglich 30 Züge mit einer Fahrgeschwindigkeit von 25—30 Kilometer in der Stunde abgclaffcn wurden und sich das Verhältnis des Bahntransportes gegenüber dem Fußmarsch zugunsten des crsteren wie 1:6 stellte. Eine Verwertung der Eisenbahn aus dem Schlachtfrlde selbst bedeutete dann der Linksabmarsch des französischen Heeres aus der Stellung sütckich des Po nach Navara zur Umgehung des öiterreichisckzcn racksten Flügels, bei welcher Bewegung mehr als 22 000 Monn Infanterie des Korvs von Canrobert auf der Bahn von Ponte- gouvonne noch Easole befördert wurden. In gröberem .Mattst« bc wurde die Eisenbahn 1866 von den Oesterrcichern für_ ihre strategischen Operationen ausgenntzt, bei der Versetzung der österreichischen Südarmee aus Italien nach dem nördlichen Krcegs- schauvlatz. 123 000 Mann mit 16 631 Pferden, 259 Geschützen und 2777 Fahrzeugen ivurden auf drei nur zuni Teil dopvcl- glcifigeii Linien in ctiv.i 10 Tagen eine Strecke von über <50 Kilometern befördert. Unterdessen aber batte das Feldnscnbahn- wcscn bereits im nordamerikanischcn Bürgerkriege eine wichtige Ausbildung erfahren, die die eigcnlliche Grundlage für den modernen Eifcnbahnkrieg bildete. Am 11. Februar 1862 wurde der General Mac Eallum von der Regierung in Washington zum „militärischen Lecker der Eisenbahnen in den Bereinigten - Staaten" ernannt nird erhielt die Vollmacht, „sich in den Besitz aller Eisenbahnen zu setzen, sie zu benutzen und alle Lokomotiven und Ausrüstungsstücke, Betriebsmittel und Zubehör derselben so zu verrvenden, wie es zum Transport von Truppen, Waffen und Munition notwendig sein würde". Mac Calluin sckiui inin das erste militärisch organisierte Feldeisenbahn- korvs und damit eine neue Form der Landesverteidigung. Das ganze Eisenbai nivesen der Vereinigten Staaten wurde von ihm während des Krieges unter rein militärischen Gesichtspunkten aus- gebildet und vollbrachte so für damalige Verhältnisse geradezu irtinbrrtüie Leistungen. Glänzende Beispiele von auf dem Schienenwege dnichaesühiten grasten Truvvciiversckiiebungcn waren die Bcsörderung der 23 000 Mann starken Korps Horcher in sieben Tagen von den Usern des Rapidan in Virginicn 2000 Kilometer weit bis nach Stcvemson und im solgendew Jahre 1864 die Verschiebung der Tcwncssee-Aniice mit über 100000 Mann und 30 000 Zugtieren etwa 400 Kilometer weit direkt in seind- lickws Oiebiet. .Auch zcrslörte Eiienbahnstreckcn wurden damals von dem amerilanisck.-en Feldeiienbahulorps zum erstenmal in grosteni Umfang tviederhcigesteNt. so der von General Lee völlig vernichtete 628 Fuß lange und 25 Just hohe Ravpahanok-Viadukt in 19 Aibritsswnten eines einzigen Sommertages. Während Preußen 1866 aus dem Gebiete des Bahnwesens nichts Bedeutendes leistete, bestand im Jahre 1870 das deutsche Militär- eisendalmwejen glänzend sinne Probe. Nach dem Beispiel Nordamerikas waren bei Ausbruch des Krieges von 1866 in Preußen drei Feldeisenbahnabteilimgcn eingerichtet worden, die sich 1870 vorzüglich bewährten Das französische Eisenbahnwesen versagte im dculsch-sranzösischcn Kriege, weil es trotz der guten Einrichtungen der Bahnen an jeder einheitlichen Oberleitung fehlte. Das deutsche Eisenbahnwesen aber zeigte sich gleich der der Mobilmachung aus der Höhe, als auf 9 Eisenbahnlinien in den Tagen vom 24. Juli bis zum 4. August nicht weniger als 384 000 Mann mit alleni Zubehör an die Grenze geführt wurden. Auch bei den strategischen Operationen haben sich die Deutschen öfters der Bahnen bedient: so schickte z. B. das deutsche Armeekom- mando eine Jnfantericbrigade irts 4. Korps von Paris ans mit dev Bahn nach St. Quentin, und die Verstärkungen kamen rasch genug an, um der ersten Armee znni Siege z» verhelfen. Freilich blieben dos aber immer Ausnahmen, und eine systcmatisckse Benutzung der Eiienbahnen für die Umgruppierung großer Armeen ist doch erst in diesem Kriege, am meisterhaftesten von Hrnden- bnrg, durckigesührt worden.
Kultur antwortet ihm mit der Schlnszvbrasc: „Wenn Gott mck den Verbündeten ist, wird Deutschland nickst gairz vernichtet werden. Lebe wohl!" „(Die Kultur iveudct sich zum Gehen,, sie nimmt eine Pistole von der Wand uud legt sie in seine Hand. Sie geht fort mit leuchtenden Augen. Das Pfcuniglicht brennt niedrig. Der große Kaiser verliert sich in seinen Schattens."
Und von einem solchen Machwerk sind die englischen Kritiker nicht nur seinem Inhalt nach begeistert, sondern einer stellt sogar fest, daß der Verfasser der Kindcrkomödic vom „Peter Pan", daraufhin mit niemanden verglichen werden könne als mit — Aeschvlos und das, dieses „Kriegsstück" an die „Perser" des griechischen Tragikers heranrcichc."
— Berliner Thcoterbrief: Ein neues Stück von Fedov von Zobeltitz. Ans Berlin wird uns geschrieben : „Die deutsche Marke" — das ist der Titel d»s neuen vieraktigen Schauspiels von Fedor von Zobeltitz, das am Mittwoch abend im Theater an der Weiden - dammcr Brücke eine sehr beisällige Ausnahme fand. „Die deutsche Marke" ist ein aus deutschen Reben hergestellter Sekt, der über den französischen Champagner in Reinheit und Wohlgeschmack den Sieg davonträgt. Zwei Kvnknrrenzfirmen, eine deutsche und eine sranzösische, die durch venoandtschaftlichc Beziehungen miteinander verknüpft, aber durch die Tüchtigkeit des deutschen und den Neid des französischen Weinjabrikanten in Streck geraten, schlingen von neucin ein Band der Einicmng, indem ein Sohn der deutschen Firma die Tochter der französischen nach manch amüsantem Hin und Her und einer sehr geschickt arrangierten Liebcsszene sich heiraten. Soweit ist alles in nettem Lustsoielton gehalten. Die allbekannten Figuren der deutschen Posse sind vollzählig vertreten, vom votteritdeu Schwicgervava bis zum naseweisen Backfisch, vom groben, ehrlichen Faktotum bis zum verliebten Küchcndragoner, der diesnial als Flaschensvülcrin und in etsässi- schem Dialekt nuftritt. Alles ist in Frieden geraucht; die fröhlichen Bilder wandeln vom Rhein »ach Reims, und die geschickte Hand des bekannten Romanschriftstellers hat auch aus der Bühne sür einen hübschen Dialog und gute Rollen gesorgt. Im vierten Akt ober gewinnt die „deutsche Marke" plötzlich eine andere und tieserc Stimbolik. Es handelt sich nicht nur um die deutschen Reben, sondern um das deutsche Wesen. Die deutsche Marke, das ist das deutsche Gemüt, das sieghaste Gefühl sür Pflicht und Ehre, dem da? Vaterland das Höchste ist. Nun erst wird das Lustspiel zum Sckiauspicl. Wir erleben einen tragischen Gewissenskonflikt des jungen Weinkaufmanns, der eben mit seiner reizenden französischen Braut getraut worden ist, als der, Krieg ausbricht, der nun einen Augenblick unter den verführerischen Lockungen der Geliebten schwankt, aber dann ohne Zögern auf den Zuruf seines jugendlichen Bruders zu den deutschen Fahnen eilt. Im vierten Akt sind wir mitten im Bombardement von Reims: der junge Ehemann, den der Krieg so jäh von seiner Frau trennte, wird zum Ge- jangenen gemacht und hat eine lange pathetische Aussprache mck icincm Nebenbuhler, einem französischen .Hauptmann, in der der Leitartikel das natürliche Gespräch verdrängt: seine Kameraden nehmen dann die Franzosen g,gangen und so erobert er sich seine Fron zurück. Die „Vertiefung" des erst so harmlosen Motivs ist näht ganz geglückt, und so siel der letzte Akt gegen die andern ab. Im ganzen errang das anspruchslose Merkchen aber doch bei vor- trcijlicher Darstellung einen vollen Erfolg. Dr, P. L.
Au, Kckssen.
Brschlagnahmebrstinttnungen für landwirtschaftliche Produkte und Bedarfsartikel, sonstige Maßnahmen zur Sicherung der Volksernährung.
Die Abg. K o r e l l - Angenrod, Finger und Genossen haben in der Zuzeiten Kammer folgenden Antrag eingebracht:
Wir beantragen, die Großh. Regierung wolle beim Bundcs- rat dahin wirken:
4. .daß die bekann^gcgebenen Beschlagnahme-Bestimmungen, falls solche im, Jnterene der Heeres- und der Volkscrnährung unvermeidlich sind, allgemein angeivnndt werden, insbesondere aber auch,in den großen Lägern und Mühlen:
2. daß ebenso Beichlagnabmebcstinrmnngcn für landwirtschast- liche Bedarfsartikel, insbesondere iür Futter- und Düngemittel eingeführt werden, um diese den Verbrauchern zuzuiühren:
3. daß unbedingt vor Einleitung eines Beschlagnahme-Verfahrens in landtvirtschaftlichen Betrieben landwirtschaftlich e S a ch v c r st ä n d i g e hinzugczogen werden, von deren fachmännischem Urteil nach Prüfung der Bedürfnisse und Bedingungen der einzelnen Wirtschaften die Durchführung abhängig gemacht werden soll.
Wir beantragen ferner, die Grvßlierzogliche Regierung wolle selbst folgenden Maßnahmen schleunigst zur Durchführung verhelfen :
1. Weitere Einschränkung des Verbrauchs von Kartoffeln und Getreide in Brennereien zur Herstellung von Trinkbranntwein:
2. Wcckerc Einschränkung des Verbrauchs von Gerste in Brauereien:
3. Weitgehende Verminderung der Anbauflächen für Zuckerrüben zugunsten von Frühkartoffeln, Sommergetreide, Gemüse usw.:
4. Förderung der Herstellung von Fleischdauerlvaren rmter Zuhilfenahme der Staats- und Kvmmunalverbcm.de und des Fleischcrgewerbcs;
5. Hinwirkung auf einen erhöhten Ersatz des Rindfleischverbrauchs durch Schioeinefleisch in den Gefangenenlagern:
6. Hinweisung auf die Notwendigkeit erhöhter Sparsamkeit beim Verbrauch von Lebensmitteln in der Bevölkerung mck Hilfe der Kreisämter, Bürgermeistereien und Schulen,:
7. Einführung von Vorträgen über landtvirtschastliche Be- triebssührung unter Berücksichtigung der Kriegslage.
*
Höchstpreise für wichtige Nahrungsmittel und Bedarfsstoffe.
Die Abg. K o r e l l - Angenrod, Finger und Genossen haben in der Zweiten Kammer folgenden Antrag eingebracht:
Wir beantragen:
Großh. Regierung zu ersuchen, beim Bundcsrat dahin zu wirken, daß dieser alsbald unter Ausdehnung des Gesetzes betreffendl die Höchstpreise vom 4. August 1914 folgende wirtschastlichen Maßnahmen trifft:
t. Die Festsetzung von Höchstpreisen für Mehl und Brot.
2. Die Festsetzung der Höchstpreise für Petroleum, Ben« z o t und andere nnchtige Belenchtimgs- und Betriebsstoffe.
3. Die Festsetzung der Höchstpreise für weitere wichtige Nahrungsmittel wie Malzkafsee, Hascrvräparate usw.
4. Die Festsetzung der Höchstpreise sür Kraftfuttermittel und Düngemittel aller Art, soweit solche noch nicht stattgefunden haben.
5. Festsetzung der Höchstpreise ftir Kupfervitriol Eisenvitriol und andere wichtige Bekämpfungsmittel gegen Pflanzenschädlinge und Pslanzenkrankhciten.
6. Die Festsetzung der Höchstpreise dergestalt durchzuführen, daß eine Umgehung derselben, durch Gewährung besonderer Vergütungen oder auch durch Tauschgeschäfte ausgeschlossen ist.
7. Erlaß eines Verbotes gegen spekulative Zurückhaltung der Gegenstände, für die Höchstpreise festgesetzt stich.
In der Begründung heißt cs: .
Wenn man der Landwirtschaft die Verkaufspreise für ihre Erzeugnisse vorschreibt, dann hat sie auch in demselben Maße das Recht, eine Festlegung der Verkaufspreise für die Nahrungsmittel zu verlangen, welche die landwirtschaftliche Bevölkerung, ebenso wie die städtisch« xukausen muß, und fick die wichtigsten iöitssstoffe, die sie zur .Fortführung ihrer Betriebe notwendig hat. Nur dann, wenn der Landwirtschaft auch die Mögtichkeck gegeben wird, die für die Fortführung ihrer Betriebe, insbesondere die Ernährung der Tiere, Düngung der Felder usw. nötigen Hilfsstoffe zu angemessenem Preise zu beschaffen, wrrd dieselbe in der Lage sein, ihre Ausgabe, die Versorgung des deutschen Volkes mit den wichtigen fliahrungsmitteln, welcher sie sich gerne unterzieht, zu erfüllen.
Aus dem Reiche.
Ein Erlaß der Kaiserin.
Berlin, 29. Dez. lWTB. Nichtamtlich.) Folgender Erlaß der Kaiserin und Königin wird veröffentlicht: Beim ahrcswechsel gedenke ich mit besonderer Innigkeit und ankbarkeil aller, die im Vaterlande in Einmütigkeit und größter Opferwilligkeit mitgeholfen haben, unseren tapferen Kriegern durch Liebesgaben und unseren Verwundeten durch sorgsame Pflege eine Erleichterung zu verschaffen. Die Staats- und Gemeindebehörden haben Hand in Hand mit Bereineit imd Einzelnen in nie rastender Arbeit sich bemüht, auch sür die zurückgebliebenen Frauen und Kinder zu sorgen itad den vor dem AeiuLe stehenden Soldaten damit die Zuversicht zu geben, daß in liebevoller Weise ihrer gedacht wird.
Ich bitte, von der sonst üblichen Absendnng von Glückwünschen an meine Person im .Hinblick auf den Ernst der Zeit diesmal frenndlichst abzusehen und in deutscher Treue auszuharren und weiter zu bauen an unseren Liebes- werken zum Segen des teuren Vaterlandes bis zu einem! ehrenvollen Frieden, zu deni uns Gott bald führen inöge.
Berlin, 27. Dez. Auguste Viktoria, I. R.
Berlin , 28. Dez. Das neu errichtcteDekleidung s- Beschaffungsanrt, dessen Geschäfts kreis durch Vereinigung der bisherigen Vergebungen der Bekleidungsämter naturgemäß sehr groß ist, hat seine Ar betten bereits ausgenommen, die in erster Reihe in dem, seinen vierseitigen und umfassenden Ausgaben entsprechendst Ausbau des inneren Verwaltungsbetriebes bestehen müssen. Tie Durch- fiihrung Dieser notwendigen Vorarbeiten wird aber durch den Andrang der Anbieter und die unzähligen ohne Rücksicht auf den vorliegenden Bedarf eingehenden Angebote in empfindlichster Weise gestört und ansgehasten. Das Amt erklärt daher erneut, baß der persönliche Besuch von solchen Bewerbern um Aufträge, die hierzu nicht auf- gefordert sind, völlig zwecklos ist, da es nur schriftlichen Angeboten und zwar nur solchen näher tritt, die durch Vermittlung der zuständigen Handels- oder Handwerkskammer vorgelegt werden, welche dem Angebot ein Zeugnis beifügt. Mündliche oder ohne Vermittlung der obenbezeichneten Körperschaften vorgevrachte Angebote sind zwecklos: auch muß im Interesse des ungestörten Ausbaus des Beschaffungsamtes dringend ersuckst werden, daß Besuche von Mitgliedern der vertretenden Körperschaften zunächst wettmöglichst vermieden werden.
Berlin, 29. Dez. (W B. Nichtamtlich.) Msbatd nach Ausbruch des Krieges ist durch Runderlaß sämtlicher Ressorts die Anordnung getroffen worden, daß die Besoldungen der zum Kriegsdienst einberufeuen Beamten an ihre in der Heimat zurückgebliebenen Angehörigen am Fälligkeitstermin auch dann, tvcnu kettle förmlickio Quittung vorliegt, ausgezahlt werden können. Es erhob
sich die Frage, ob diese Aitszahkungen cntch, noch erfolgen
sollen, wenn der Beamte vermißt oder gefangen ist. Die Staatsregierung traf Vorsorge, daß 'auch in solckptn Fällen an die Ehefrau und die im Haushalte untcrhatteiieu Nachkommen die bisherigen Bezüge bis auf weiteres sort- gczahit iverden sollen. Tic betreffenden Angehörigen können also damit rechnen, daß ihnen am kommenden Quartals- ' ersten »ach dieser Richtung Schwierigkeiten nicht entstehen. z
Berlin, 29. Dez. (Priv-Tel.) Das „Berliner Tage- 1 Matt" meldet aus Halle a. S.: Tic Gcburtsstadt Gneiscnaus, 1 Schilda», hat beschlossen, einen Hi n de n b u rg-Tu rm 1 zu errichten. Dieses t|t das erste derartige Denkmat ftir I Hindcnburg.
Aus Stadt und LarrS.
Gießen, 30. Dezember 1914.
Auf den» Felde der E:hrc gefallen.
(Aus Hessen und den Nachbargebieten.)
Muss. Karl Gernshcimcr, Jnf.-Rgt. 25, aus Worms.
— .Kckicgssreiw. Gefr. Karl Reich, Pfarramts-Kandidat, aus Hochstadt bei Hanau. — Must. Karl Ullrich, Jnf.-Rgt 81 und Gesr. Wilh. Heck, 1. Res.-Gardc-Jnf.-Rgt., aus Töringhcim. —
Lt. d. Res. Theodor Lack, 8. baur. Jns.-Rgt. — Res. Hans Hausmann, Jnf.-Rgt. 115, aus Offcnbach a. M. — Land- wehrm. Heim. Franz Schmidt, Jnf.-Rgt. 221, aus Offenbach- Bürgel. — Ers.-Ncs. Karl Gerhardt, Res.-Jns.-Rgt. 116, ans Ottenbach a. M. — Landwehrm. Karl Radius, Lanbw.--Ers.- Bat. 41, aus Tillenburg. — Lanbslurmm. Albert Knapp, Jns.- Rgt. 80, aus Darmstadt. — Kricgssreiw. Hemr. Koch, Ins- Rgt. 168, aus Friedberg. — Ltn. u. Komp-Fiihrcr Phil. Abbe, .itts.-Rgp 40, aus Marburg. — Landwehrm. Franz Daebe 1. ^.andw.-Ersatz-Bat. 41, aus Wetzlar. — Landwehrm. Heinrich © a u I, ^andwehr-Rgt. 116, aus Dbcrit&orf. — Landwehrm. ,LmliÄ ä '°P- Schmidt. Landw.-Ers.-Bal. 41, aus Schwalbach. — Erst- Rej. Alb. Ärnkel, Jnf.-Regt. 49, <rus Bingenh^nm. — Land- uurmmann Ludwig Grill, aus Ober-Rosbach. — Kricgsfteito Wilh. Bo mmers heim, Res.-Jnf.-Regt. 222, aus Langsdorf.
" Ritter des Eisernen Kreuzes. Oberleutti. d. Res. Ludwig Emmelius aus Gießen, Feld°Art.--Rgt.
Nr. 47. Lcutu. d. Res. und Koinpagnieführer Ludwig B e r- gör aus Gießen, Res.-Jnf.-gigt. 116. Res.-Oberleutncmit Friedrich Weimer, Inf-Rgt. 116 und Res.-Leutu. Johs. Schneider, Fuß-Art sRgt. 3 aus Büdingen. UitteroffQier Ernst Kolb, Jnfanterie-Regt. 115 und Leutn. der Pionier- abtestung 25 Fritz Kolb von Darmstadt. Unteroff. d. Res. Student August Brun, Fnf.sRgt. 115 in Darmstadt. Feldwebel Link, Leib-Konrp. der 168er in Butzbach. Pvstrat, zurzeit Arnreepostdirektor der 8. Armee (Ostawnee)
E. Neuschaefer in Frankfurt an der Oder. Bergschüler Schütze Karl Müller aus Frohnhausen bei der 6. Maschinengewehr^lbteilung der 6. Kavallerie-Division. Leutn. d. Res. Erwin Remy tat 20. Pionier-Regt. Btzewachtmeister im Res.-Fuß-Art-Regt. 3. Theobald Stahl von Mademühlcn. Lehrer Hans Siebel von Eibelshausen, Unteroff. im 2. Marine-Jnj.-Regt. Wchrmann Herrn. Repp ans Schotten. Unteroff. A. Weber in Weilburg, bttanf Rrs.-Jnf.-Rgt.83. Dragoner Rud. Klein ans Löhnberg, beim Drag-Rgt. 6. Landwehrmann Fos. Schmidt aus Langhecke beim Res.-Jnf.-Rgt. 87. OffiKrer-Stellvertr. Josef B u s ck, aus Limburg beim FuhEt-dögt 3. Leutn. d. R. Hetarich Hachiuger aus Limburg. Bcrgfchüler Ernst Lückhofs ans Dillenb-urg, Kriegsfreiwilliger im Pionier- Rgt.31. Ersatzreservist Wilh. Künzler aus Freiendiezi im Ers.-Res.-Rgt. 223. Unteroff. Peter Naumann aus Oberndorf, Res-Feldart.-Rgt. 21. WzeseDw. Daniel Steck tz aus Ebsdorf, Inf.-Regt. 116.
** Eine würdige Weihnachtsfeier veranstaktete am 24. Dezember die 5. Kompagnie des Landstu rm--Ers. «Ins. - Bataillons Gießen in den Räumen des Herrn Gastwirts B ä ii I k e, Ecke Wolfstraße Unter Musikbegleitung wurde die Frier durch das Lied „Sttlle Nacht" eröfsuet. Tann begrüßte Unter- ofsizirr Müller die Kameraden und brachte ein Kaiserhoch ans, in das alle begeistert cinstimmtcn, Unteroffizier Frohmann gedachte in seiner Ansprache der Kameraden im Feindesland, die ihr Weihnachtsfest im Schützengraben zubringen, und derer, die für die Ehre des Vaterlandes gefallen sind. Er ermahnte die Anwesenden, fest und tteu zusammen zu halten, die Kameradschaft zu pstegcn und den inneren Frieden zu sichern dadurch, daß jeder seine Schuldigkrü tue Gefreiter Roeser, der auch den musikalischen Teil übernommen hatte, brachte ein Hoch auf ben Kom- pagniechef aus. Noch manches Lied wurde gesungen und vor- gcttagenc Kouplets fanden vielen Beifall. Küche und Keller ließen auch nichts zu wünschen übrig, und so trennte man sich in dem Bewußtsein, einige gemütliche Stunden verlebt zu haben.
** P1 erdeverkaus. Montag, den 4. Januar 1915, vormittags 19 Uhr, findet au! dem Pferdemarktplatz in Tarmstadt eine Versteigerung von ca. 38 Stück anSrangiert», Dlilitär- pierde, einiger ttächtigcr Stuten und Johlen statt. Zur Derfteigc- rung werden nur Landwirte zugelaffe», die stich verpflichten, die Vierde in ihrem Betrieb« zu verwenden und sie während der Kriegszett nicht z» verknusen. Die Versteigerung ersolgt gegen Darzahlimg.
Kreis Büdingen.
O Nidda, 29. Dez. Am h>. Abend fand im Ernst-Ludwig- Hcim zu Ba d- S a 1 z ha u s e n sür die dott besindsichen ver- wiundcten Kttegcr eine erhebende Weihnachtsfeier statt, an der noch der Vorstand, die Familie des H. Konsul E n g 1 e r und das Personal des Lazaretts tcünahmm. Tie Feier bestand im Gesang von Weihnackckslicdcrn, Gebet und Ansprache des Pst Werner-Nidda und einer Bescherung. Ein mächtigerWeih- iiacktsbaum prangte in der Mitte des Saals Jeder Krieger erhielt vrakttsthe Geschenke. Außerdem veranstaltete Frau ztzonsul En gier, derm Tochter ein passendes Gedicht vottrug, eine Verlosung, wobei jeder Kneger einen öiewinu erhielt. Mit dem Gesang: O du fröhliche, o du selige schloß die Feier. —
Es folgte noch eine Danksagung seitens der Beschenkten an die Veranstalter und Mithelfer, insbesondere Herrn Kommerzienrat C1 o o s , Herrn Dr. W i t t m a n n und die Familie E n q l e r.
Es reihten sich an von den Kriegern gesungene Vaterlands- licder sowie Tellomationen heckercn Jnlialts. Den Schluß machte ein gemeinsamer üaiicc mit Küchen. Herr Kommerzienrat Cloos erhielt von den Kriegern ci» großes Bild in gftchmackvolleM Rahmen, in dem Phowgravhien der einzelnen Stationen des Lazaretts vereinigt waren, sowie von dem Vorstand des Heims zu Wiesbaden ein ?lncrkcnnungsichrciben. Tie in allen Teilen besriedigend vcrlauseiic Feier wird allen Teilnehmern eine bleibende angenehme Ettmirrung sein.
Starkenbiirg und Nheinhcsftn.
& Dormstadt, 29. Dez. Für die zum Kriegsdienst ein- gerückten ober nvch> ciurückenden Studierenden der Technischen Hochschule hat das Großherzogliche Ministerium des Innern folgende erleichternde Bestimmungen getroffen: 1. die Frist sür die Immatrikulation, die Erneuerung der Legitimations- kattcn und die etwaige Einschreibung wird zunächst bis zun:
15. Januar 1915 verlängert: 2. die Anmeldung zur Jmma tttkutotton oder die Kartcncrncuerung kann mich schriftlich oder durch Vertreter ersolgen. Ter Verpflichtung auf die Hochschnl- sotzuiigen mittels Handgelübde bedarf es zur Wirksamkeit der Jminatrikulatton nickt. Nach Möglichkeit soll diese Vcrvilickft iung nach Becüdigung des Krieges nachgeholt werden: 3. die bisher eingeschriebenen, ;um Heeresdienst eiiigcrncltcn Studieren- Ldcn werden in den Listen weitergesührt und gelten bis ans loeilercs als benrlmcbt, soweit sie ihren Austritt anS der Teck>- nischen Hochschule nicht ausdrücklich erklärt haben; 4. von Zatz-


