mit großer Heftigkeit wieder ausgenommen. Bon Freitag abend 9 Uhr bis Samstag früh 7 Uhr seien mehr als 1000 Granaten in die Stadt gefallen. Londoner Blättermeldun- gen besagen, daß der Kampf in Nordflanbern in den letzten Tagen an Heftigkeit zugenommen habe.
Die Anrufung der Hilfe Japan«.
Berlin , 21. Dez. Einer Meldung des Berliner „Lokalanzeigers" ans Genf zufolge beklagt sich der ehemalige Minister P i ch o n über die in leitenden französischen Kreisen einer Militärkonvenkion mit Japan bereiteten Schwierigkeiten. Pichons Klage richtet sich, wie aus Andeutungen hervorgeht, gegen den Generalissimus Jo ffre, dem die sremchländischenHeereselemente schon jetzt viel zu schaffen machen.
Aeutzerungen des französischen Finanzministers._
Berlin, 21. Dez. In einer von dem französischen Finanzminister R i b o t einem Mitarbeiler der Zeitung „Po- litiken" gemachten Eröffnung heißt es nach dem Berliner „Lok.-Anz": Der Kr,eg hat die Staatseinnahmen in fühlbarer Weise vermindert. Französischerseits bestehe besonders das Bestreben, die Guthaben des Landes in anderen Ländern einzuziehen. Besondere Schwierigkeiten haben sich hierbei besonders bezüglich Rußlands gezeigt. Die Regierung sei fest entschlossen, den Krieg sortzusetzen, sein Ausgang werde niemals von finanziellen Rücksichten abhängig sein.
Französische Roheit gegenüber einem deutschen Verwundeten.
Am 2. September wurde in das Etappenlazarett Hagenau i. E. der Musketier Heinrich F a b e r der fünsten Kompagnie Jnf.-Regts. 30 eingeliefert. Nach dem Zeugnis des behandelnden Arztes hatte Faber einen Brustschuß erhalten und war außerdem durch nicht weniger als 18 Bajonettstiche verwundet, von denen elf denganze nKörpervon hinten nachvorndur ch- bohrt hatten. Faber befindet sich jetzt außer Lebensgefahr, nachdem er eine Lungenentzündung. Abszeßbilduu- gen und später tvieder auftretenbe entzündliche Verdichtungen der öfters durchbohrten Lunge überstanden hat.
Eidlich vernommen schildert Faber zunächst, wie er in einem Gefecht vor Vevdun mit einigen Kameraden in der Nacht ein Wäldchen erreichte, in dem sie den Morgen abwarteten. Dem gerichtlichenProtokoll zufolge fährt Faber dann in der Schilderung seiner Erlebnisse wörtlich wie folgt fort:
„Als es Morgen wurde, erhielt ich nun plötzlich von hinten einen Schuß in die rechte Schulter aus unmittelbarer Nähe. Ich lag aus dem Bauch und beobachtet nach vorne. In demselben Augenblick, als ich den Schuß bekam, war auch schon der Franzose, der geschossen hatte, bei mir und entriß mir das Geivehr. Darauf lies er zu meinen Kameraden, die nicht weit von mir lagen, kam aber sofort zurück, woraus ich schließe, daß sie tot waren. Nun schnallte er mir den Tornister ab, stellte sich aus mich und stieß wir mit voller Wucht mehrmals das Bajonett in den Rücken; wir oft, kann ich nicht angcbcn; jedenfalls habe ich, wie bei der ärztlichen Behandlung festgcsicllt ist, 18 Stick>e. Während er mich stach, schimpfte er mich fortwährend; er ließ nun von mir ab und machte sich an meinem Tornister zu schaffen; als ich mich kdann nach ihm umdrehte, stürzte er sich nochmals auf mich und ft ach mich abermals wiederholt in den Rücken; einmal sogar drehte er, wie ich genau spürte, das Bajonett in der Wunde herum. Als ich mich nun nicht mehr rührte, ging er fort unter Mitnahme meines Tornisters; sonst hatte er mir nichts abgenommen. Als der Franzose fort war, kam nach einiger Zeit ein Schwarzer auf allen vieren angekrochen, ohne Waffen, beugte sich über mich und gab mir aus seiner Feldflasche zu trinken. Gr hat mir nichts getan, auch meinen Kameraden nicht, die tot neben mir lagen. Ich zog mich an seinem Baume hoch, ging etwa 50 Meter weit und siel zusammen, swo ich bann gegen Abend von einer Patrouille gefunden wurde."
Interessant ist bei diesen: Vorgang die Rolle des „schwarzen Franzosen". Man wird an den Schluß von Seums bekannten, Gedicht erinnert. „Seht, ivir Wilden find doch bessere Menschen."
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Der KönigStag in Malmö.
Malmö, 19. Dezeniber. (WTB. Nichtamtlich.) Nach- !dem die Majestäten bei der Drci-KönigS-Zusainmen- Jtunft an einem um 10 Uhr abgehaltenen Feldgottesdienst steilgenommen hatten, besuchten sie die Bildungsanstalten und nahmen die Huldigung der Kinder entgegen. Um lO 1 ^ Uhr fand eine Konferenz zwischen den Ministern des Aeußern mit ihren Beamten statt. Un, l 1 /, Uhr konfe rierten die Monarchen mit den Ministern zusammen, woraus einzelne Konferenzen der Könige mit ihren 'Ministern des Aeußern und endlich eine gemeinsame Schlußsitzung der Könige und der Minister stattfand.
Um 7 Uhr abends gab König Gustav zu Ehren der Könige von Dänemark und Norwegen ein Mittagessen, an dem auch der Minister des Aeußern und einige andere Geladene tttl- nahme». Zur Rechten des Königs Gustav saß König Ha.kon, zur Linken König Christian. Rach dem Essen fand ein Konzert im Raihausc statt, das, wie auch die übrigen Gebäude des Großen Marktes, glänzend illuminiert war. Psadjiuder mit Fackeln bildeten auf dem Wege von der Residenz zum Rathause Spalier, Eine tausendköpsige Menge begrüßte die Dionarchen herzlich. Das Programm des Abends wies ausschließlich skandinavische Musik aus, die von Studenten und dem Ortschor vorgetragen wurde. Als Solist wirkte Hofopernsänger Forselt mit. Es herrschte begeisterte Stimmung. Draußen vor dem Rathaus« staute sich die Dienge und brachte den Majestäten von neuem Kundgebungen dar. Nach der Rückkehr der Könige von Dänemagk utrd Norwegen in ihre Quartiere war König Gustav, der auf dem Balkon erschien, noch besonders Gegenstand begeisterter Huldigungen.
Malmö, 20. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Folgendes Kommunique ist gestern abend nach der Abfahrt des Dänischen und norwegischen Königs veröffentlicht worden;
Die Zusammenkunft wurde mittags den 18. Dezember mit einer Rede des Königs Gustav eröffnet. Der König hob darin den einträchtigen Willen der ivordischen Reiche znr Neutralität hervor und betonte, wie wünschenswert ein Fortsetzeu gemeinsamer Arbeit zwischen den Reichen zum Nutzen ihrer gemeinsamen Interessen sei. Der König erklärte ferner, es sei das lebhafte Gefühl der Verantwortung vor der ganzen Welt gewesen, und die Besorg» nis, irgend etwas, was zum gemeinsamen Nutzen der drei Völker gereichen könnte, zu versäumen, das ihn bewogen habe, die Monarchen Dänemarks und Norwegens zur Beratung edquladeu. Die Rede König Gustavs wmde von König Haakou und König C h r i st i a n beanwvrtet. Beide bezeugten ihre lebhafte Freude ! über die Jnittative König Gustavs und sprachen die Hoffnug ans, daß die Zusammenkunft segensreiche Folgen für die drei Völker haben möge. Die Zusammenkunft endete am 19. Dezember nachmittags.
Die Verhandlungen zwffchen den Königen und ihren Ministern des Aeußern haben nicht nur das bestehende gute Verhälmis der drei nordischen Reiche noch mehr befestigt, sondern es ist auch während der Verhandlungen in den besonderen Fragen, die von enter
oder der anderen Seite zur Erwägung vorgelegt wurden, festgestellt worden. Schließlich wurde die Ansicht ausgesprochen, die so glücklich eingeleitete gemeinsame Arbeft fortzuführen und zu diesem Zwecke, falls die Verhältnisse dazu Veranlassung geben würden, neue Zusammenkünfte zwischen den Vertretern der Regierungen anzuordnen.
Der König von Schweden hat in Begleitung der Königin, die gerade aus Saßnitz angekommen war, um Vrl2 Uhr die Rückreise nach Stockholm angetreten.
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Der Kaiser wieder an der Front.
Großes Hauptquartier, 20. Dez. (WTB. Amtlich.) Der Kaiser hat sich, nachdem er vollständig wiederhergestellt ist, aufs neue zur Front begeben.
Oberste Heeresleitung.
Ein Protest gegen Professor Dr. Wilh. Ostwald.
Leipzig, 19. Dez. (WTB. Mchtamtlich.) Rekwr und Senat der Universität geben bekannt: Der emetierte, aber nicht mehr dem Lehrkörper der Universität Leipzig angehörende Professor Dr. Wilhelm Ostwald hat vor einigen Wochen im Gespräch mit schwedischen Berichterstattern Deutschlands _ angebliche politische Zukunftspläne entwickelt, insbesondere die Bildung eines- mitteleuropäischen Bundes in Aussicht gestellt, der die nördlichen Völker unter Deutschlands oberster Leitung zu- sannnenschließen soll. Er hat sich ferner in einer weite Kreise verletzenden Art über die gegenwärtige Erstarkung des religiösen Lebens in Deutschland ausgesprochen. Diese Aeußerungen sind, ohne daß Professor Ostwald sie widerrufen hat, in die Zeitungen der verschiedenen Länder gedrungen. Wir beklagen es tief, daß ein Professor von einer deutschen Universität sich solche unverantwortlichen Aussprüche hat zu Schulden kommen lassen, und mißbilligen das Verhalten des Herrn Professor Ostwald, durch das er unserm Lande großen Schaden zugefügt hat, auss schärfste.
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AuS Acgppten.
London, Ist. Dez. (W.B. NichtaMtlicht) WoM Reuter- sehen Bureau wird amtlich ntttg«teilt: Prinz Hussein Kcrmel ist zum Nachfolger des Khediven von Aoghpten „ernannt! worden. Er wird den Titel eines Sultans 'erhalten. Er ist der Oheim des bisherigen Khediven.
Nach einer amtlichen Bekanntmachung wird die britische Regierung, nachdem sie die Mittellurig erhalten hat, daß die französische Regierung das britrsche Protokoll über Aegypten anerkennt, ihrerseits den französisch-marokkanischen Vertrag vom 30. März 1912 anerkennen.
Köln, 2l. Dez. Laut einem Züricher Telegramm der „Kölnischen Zeitung" hat der italienische Abgeordnete C a i l l e eine Anfrage eingereicht, mir die Lag« Italiens im Mittelmeer durch das englische Protektorat in Aegypten sich gestalte.
Kämpfe im Sudan.
Wien, 20. Dez. (WDB. Nichtamtlich.) Me „Neue Freie Presse" meldet aus Konstaittinopel: Im Sudan haben die Kämpfe, begonnen. Der Hakim von Darfur, Jnnius Mollah, begann mft 80 000Mann einen Angriff aufdieProvinz el Kab, die zu dem mglisih-ägch pirschen Sudan gehört. Ebenso erhob sich die muselmanische Bevölkerung in Abu Raja. Me beunruhigte englische Regierung sandte indische Truppen über das Rote Meer, die bei den Tiflach-Jnseln bei Suakrn ausgeschistt wurden. SM dieser Gelegenheit sollen die Inder gemeutert haben, worauf englische Kreuzer den TiflachBezirk beschossen. Ei» Zug, der Truppen von Suakin nach Chartum bringen sollte, wurde in der Station Tamai von Beduinenscharen an der Wefterfahrt gehindert.
Eine Niederlage der Engländer in Südwestafrika.
Kapstadt, 20. Dez. (W.B. Nichtamtlich) Meldung des „Reuterschen Bureaus": Ist Garud, 30 Dveilen östlich, von Lüderttzbucht, hat am 16. Dez. ein Gefecht zwischen vordringenden englischen Truppen unter Sir Dunean Mak- kenzie und deutschen Truppen stattgefirniden. Der Kampf, der über zwei Stunden dauerte, endete mit dem Rückzuge der Engländer.
Die letzten Kämpfe in Kamerun.
London, 20. Dez. (W.B Mchtamtlich) Das Presse- bnreau veröffentlicht einen Bericht über die letzten Kämpfe in Kamerun, in welchem es heißt; Me Engländer rückten langsam an der nördlichen Bahnlinie vor. Mpr 5. Dezember fand ein scharfes Gefecht bei Lum statt, erner Ortschaft, die ungefähr 20 Meilen nördlich von Mujuka liegt. Me Engländer verloren an Toten einen Leutnant und drei Eingeborene. Am 10. Dezember war die ganze Bahnlinie in den Händen der Engländer. Me Eingeborenenstadt Bare ergab sich Fünf Lokomotiven, eine große Arrzahl von Eisenbahnwagen und zwei Flugzeuge fielen den Engländern in die Hände. Am 9. Mzember wurde ein englischer Leutnant schwer verwundet. — An der O stbahn wurde am 26. November eine französische Kundschafierabteilung angegriffen. Sie verlor zwei Offiziere und 29 Eingeborene an Toten, ein Unteroffizier erlag seinen Wunden, 15 Eingeborene wurden verwundet. An der nigerischen Greife fanden nur kleinere Scharmützel statt, in denen ein englischer Offizier schwer der- wundet wurde. Es gelang den Denffchen nicht, über die Grenze vorzudringen. In Nordkamernn stieß eine englische Truppe auf eine deusche SttreisabteilUng bei Geia, nördlich von Marua. Auf englischer Seite wurde ein Leutnant und ein europäischer Freiwilliger getötet.
Zwei britische Dampfer in die Luft geflogen!
Berlin, 19. Dez. Die „58. Z» a. M." meldet auS Kristia n i a: Ein hier von der britischen Admiralität eingegangenes Telegramm meldet, daß gestern zwei britische Dampfer vor Scarborough durch Minen in die Luft geflogen sind. Me Admiralität warne deshalb vor der Benutzung des Fahrwaffers zwischen F-lam- borough Head und Dyne.
Rriegsdriese m dem Osten.
Bon unserem zum Ostheerr entsandten K ci egSberh chte i stukd-r (S u t ninNttzNer Rachbruck, auch auszugsweise, wtijetru.)
Kavalier ieangriff im Nebel.
Armee-Oberkommando 8, 16.Dez. Des Morgens um 10 Uhr ist es noch so dunkel, daß Licht ftn Zimmer brennen mutz. Um 12 Uhr hat das neblige Quirlen ein wenig nachgelassen, eine matte Helligkeit kommt von der Himmelsstelle, an der die Sonne zn vermuten ist. Ich sitze in dem Auw, das mir das Oberkommando sremrdlichst zur Verfügung gestellt hat, und sause die Straße entlang, die neben der Inster in den nördlichsten Zipfel Ostpreußens führt. Ich verstehe jetzt, daß dies Flüßchen ein kaum passierbares Hindernis für di« Russen bildet. Auf einen Kilometer, oft auf zwei, drei sind die Wesen und Sümpfe überschwemmt. An einer Stell« ist das andere Ufer nicht mehr zu erkennen. Weiden und Erlen stehen mitten in dem großen See, der sich bis zum Horizont ausdehnt.
Als sich die Landschaft gegen 2 Uhr wieder verschleiert, hat Tirou das Gefühl, am Ufer des Wattenmeeres zu fahren,
während einer halben Stunde bleibt gleichmäßig die matte,
unbewegliche Wasserfläche zur Rechten.
Die Kavallcricdivisioi, steht mitten im Gefecht, sie ist heute mehr als acht Kilometer nach vorwärts gegangen und hat die russische Kavallerie vor sich her getrieben. Der Boden ist bis zur Kniehöhe der Pferde zäher, klebriger Schlamm, in dem sich die Gäule nur im Schritt vorwärts bewegen, können. Die Artillerie, die die Mvallerie mitführt, kann nur auffahren, wenn sie mindestens noch vier requirierte Bauernpferde vor die sechs Pferde des Geschützes spannt. Auch dann ist die Gefahr des Steckenbleibens, noch dazu im feindlichen < Feuer, groß genug.
Me russ. Kavallerie geht regelmäßig zum Fußgefechä über.!
Sie hat ein Dorf stark besetzt und knallt in den Nebel hinein! mit mörderischem Schnellfeuer. Unsere Kürassiere sitzen ab, legen ihre langen, schweren Mäntel hinter eine Scheunen-- wand und stürmen. Ihre großen, schweren Stiefel bleiben förmlich im Acker kleben, der junge Offizier, der führt, kommt in den leichten Gamaschen schneller vorwärts. Sein Degen zeigt nach vorn'. Er ist bis auf füufzig Meter an das Dorf heran, da fällt er. Die Küraffiere brüllen, ihr „Hurra" ist wie ein Wuffchrei. Sie laufen mit ihren großen Stiefeln rasend vorwärts. Die Russen suchen zu ihren Pferden zu '! kommen, das Dorf ist genommen und das Gefecht läuft rasch weiter nach vorwärts.
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Unser Auto hält an dem Haus, wo der Div-isionSstab liegst.
Me .Herren sind von der allergrößten Liebenswürbigkett Meinem Kollegen und mir werden ein paar famose Halbblüter zur Verfügung gestellt. Bordes Sieger in manchem Hindernisrennen. Einer der Herren will auch sofort mit uns reiten, — denn das Auto hat seine Schuldigkeit getan, es kann von der Chaussee keiue 10 Weber in irgend einen der Nebenwege fahren, — aber man meint gleich, filr heute wäre es für jede weitere Unternehmung vermutlich zu spat.,
Als wir im Sattel sind, ist es auch schon so undurctüvchttg, daß man cmnehmen kann, in einer halbe» Stunde herrschet völlige Dunkelheit. Wir wollen aber wenigstens bis ju der Stellung an der Brücke reiten, die von einem LwüstwM- bcttaillon stark ausgebaut wird
Wtt riskieren einen kleinen GavoPprmd hcchtzn die Brücke schnell genug erreicht. Die ursprüngliche Eisenbrücke ist schon im Anfang des Krieges gesprengt worden. Me Erika» met liegen im Flußbett unv hängen über die Böschung hinab. Damals fuhr dos Automobil des russischen Sßtfu* tonten Prinzen Radziwtll ü, voller Fahrt in den Mutz hinein. Der Wagen ging in Trirmpre^ aber der Prinz bUM unverletzt, sein Begleiter erhielt eine leichte Wunde. JetzL ist der Fürst übrigens, wie russische ZertuuM, meldeten, in! Polen gefallen. Nach dem Unfall suchte man durchaus Süu- deuböcke in dem Dörfchen, zu dem di« Brücke führt Aber schließlich mußten selbst die Russen einsehen, daß die Brücke von den deuffchen Pionieren und nicht von den Landbewohnern so gründlich gesprengt worden war. Jetzt führt eine Holzbrücke über den Fluß
Me Landsturmleute, ein Bataillon ans Süddeutschiand, machten einen ganz famosen Eindruck, wie sie eifrig an den Y Drahthindernissen und Schützengräben arbeiteten, — soweit man überhaupt noch etwas erkennen konnte. Es hatte keinen Sinn, iu die Nebelwand hineinzugaloppieren, wir ritten zurück und wurden zunächst bei einem braven Schneider-' meister untergebracht Dm nahm sofort meine Sachen, schüttelte mißbilligend den Kopf und begann Knöpfe und Senkel anzunähen. Seit drei Monaten habe ich keine so ordentlichen Sachen gphabi wie jetzt
Aus der Straße, die mit einer großen Atzetrchen-Lampe beinahe erleuchtet war, ttafen wir den ,F)rtskommandan- ten", den Hauptnraun der Jäger-Radfiahrerabteilung, die A der Kavallerie zugeteilt ist. Ein Wann meldete sich bei chm: „Wo kommst du denn her?" _
„Von die Russen, Herr Hauptmann!"
,Mdenschenkinb, du bist ja pitschnaß!"
„Wtt sind durch die Inster geschivomment^
„Wer ist wir?"'
,-Eine Pattouille von 8 Mann, Herr Haupttmnrn. Wir. mutzten zurück, es kam plötzlich russische Infanterie, so,
300 Mann. Sie schnitten uns von der Brücke ab. Mr finlbr dann geschwommen. Zwei Mann schossen so lange, damit sie nicht gleich ans llser kämen. Aber sie kamen doch uuid schossen nach unseren Köpfen. Aber sie ttafen nichts, die Schweine! Ein Offizier schimpfte auch und fuchtelte herum deswegen. Wtt merkten aber daran, daß es ein Offizier ' sein mußte und der Gefreite, der schon am andern Ufer war, drehte sich herum» und stutzte ihn wog."
„Na, das ist ja famos, Junge," sagte der Hcmpttnann. „Nun marsch in die warme Kloppe, ich werde Euch ema ordentlichen Grog schicken."
„Danke gehorsamst, Herr Hauptmannl"
Der Mann ttat ab. „Fast die Hälfte meiner Männschafi hat das Efferne Kreuz, und sie kriegen es selbstverstäichlich nur für eine wirklich ordenlliche Sachen" sagte der Haapb. ntaitn.
Im Gebäude des Stabes liefen inzwischen die Meldungen ein, daß die befohlene Linie überall erreicht wärrp Ein paar Gefangene wurden eingeliefert. Der Nebel hatte aber allmählich jede Unternehmung auf beiden Seiten beendigt.
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MS wir vom Abendeffen kamen l^zellenz war dev,
liebei^würdigfte Gastgeber, saßen ein paar von de» W» deuffchen Landsturmmännern bei einem Licht hinter dem Fenster eines Bauernhauses, sie sangen... Augen Halls Dockerlnett, wann i's nur hätt... Anfang and Schluß des Liedes von dem braunen Mädchen riß der oflpreußffche Wind fort) der auch den Nebel zerbließ. Ein paar Sterns sehen durch die kahlen Achte einer mächtigen Linde und ließen die Pfützen ausblinken.
Rolf Brandt, Kriegsberichtechtatter.
Aus dem Reiche.
Der Bundesrat änderte in der «Ätzung am Samstag di« Verordnungen betreffend den Höchstpreis für Getreide und Hascr in einigen Punkten ab. Der Höchstpreis ächtet sich nach dem Ott. an welchem die Ware abzunehmen ist und bis zu welchem der Verkäufer die Kosten der Beförderung trägt Für Landwitte ist dießs im allgemttnen die Verladestation, Bei dem Umsatz des Getreides durch den Handel dürfen den HöchstMttsen Beträge zugcschlagen werden, di« insgesamt vier Matt für die Tonne nicht übersteigen dürfen. Dieser Zuschlag umfaßt insbesondere Kommis- sions-, Vermittlungs- und ähnliche Gebühren, sowie alle Attcn von Aufwendungen; er umfaßt die Auslagen für Säcke und für die Fracht vom Mnahmeort Mcht. Für die Frachtberechmmg dürfen auf jeden Fall nur die wirklichen Kosten der VerftachMng berechnet werden. An Sackltthgcbühr dach für die Tonne eine Mark berechnet svcrden. Btt dem Verkauf der Säcke ist der Preis für lleinere Säcke auf 80 Pfenmge, für größere Sache, die 75 Kilogramm und mehr halten, auf 1,20 Mark festgesetzt Die Preiszuschläge für höheres Naluralgewicht bei Roggen und Weizen fallen weg. Ebenso fällt die 68 Kilogramm-Grenze bei Geffte >veg. Für Saatgetreide ist


